Nachrichten aus dem Iran.

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King Kong 2006
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 27. Feb 2019, 18:52

Alexyessin hat geschrieben:(24 Jan 2019, 08:34)

Das können sie auch von Baikonur aus. Da bedarf es keiner Trägerrakete eigener Machart.


Natürlich sind die Starts von Trägerraketen im Iran legal. Siehe Council Resolution 2231.

In the meantime, Iran will continue to develop its space-launch vehicle program and, U.S. rhetoric notwithstanding, it has no obligation under Security Council Resolution 2231 to stop.

https://www.lawfareblog.com/do-irans-ne ... tional-law


Israel, Indien, Japan, die ESA oder andere können auch in Baikonur etwas starten lassen. Wenn es den dortigen Mächtigen gefällt...

Wenn nicht, dann passiert gar nichts. Wie bereits geschehen. Das sind keine ungelegten rethorische Eier. Dann versucht man es eben selbst. Dagegen gibt es auch kein Recht sich von Forschung und Technik zu verabschieden. Siehe oben. Wobei es viele auch nicht stört, was Recht ist. Die Liste der Länder ist da sehr lang.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Gutmensch1 » Mi 13. Mär 2019, 16:53

King Kong 2006 hat geschrieben:(27 Feb 2019, 18:52)

Natürlich sind die Starts von Trägerraketen im Iran legal. Siehe Council Resolution 2231.



Israel, Indien, Japan, die ESA oder andere können auch in Baikonur etwas starten lassen. Wenn es den dortigen Mächtigen gefällt...

Wenn nicht, dann passiert gar nichts. Wie bereits geschehen. Das sind keine ungelegten rethorische Eier. Dann versucht man es eben selbst. Dagegen gibt es auch kein Recht sich von Forschung und Technik zu verabschieden. Siehe oben. Wobei es viele auch nicht stört, was Recht ist. Die Liste der Länder ist da sehr lang.


Wo und was will denn der Iran mit ballistischen Raketen "wissenschaftlich erforschen"? :D Die Machhaber im Iran glauben an Allah und den Koran und damit hat es sich mit Wissenschaft erledigt. Mehr Wissen verträgt der islamistische Gottesstaat nicht. Der Iran "forscht" (kauft Wissen aus dem Ausland ein) nach ballistischen Raketen und nach Kernkraft einzig und allein, um Waffen herzustellen. Die Waffen lassen sich nach innen als Propaganda über das "große und starke" Iran verkaufen und nach aussen soll der Besitz der A-Bombe Interventionen verhindern. Das ist der schnöde Hintergrund der "Forschungstätigkeiten" des Iran.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Gutmensch1 » Mi 13. Mär 2019, 17:12

Audi hat geschrieben:(23 Jan 2019, 13:08)

Iraner haben ein Recht auf Forschung auch mit Raketen.


Die Iraner ja. Die bekloppten Mullahs ... nein. Es ist gefährlich Raketen- und Kernspaltungstechnologien in die Hände fundamentalistischer Islamisten zum Spielen zu überlassen. Wenn der Iran eine Demokratie wäre, die mit den Nachbarn in Frieden zu leben bereit wäre, dann gäbe es das Problem der "Forschungsverbote" nicht.

Und ja, wer hat wen noch Mal angegriffen? So weit ich weiß wurde dort vom Westen geputscht und später vom buddy saddam angegriffen.


Als Saddam den Iran angriff, bekam er die Waffen hauptsächlich von Russland und China.

Der Irak war militärisch dem Iran um Vielfaches überlegen und es ging um alles. Und Krieg ist grausam....


Willst du damit Verständnis für den Einsatz tausender Kinder als lebende Minenräumkommandos wecken?

Dennoch kein Grund den Iran zu erniedrigen und zu befehlen was es darf und was nicht


Das hat nichts mit Erniedrigung zu tun. Der Iran ist in seiner jetzigen Verfassung als aggressiver "Gottesstaat" unberechenbar. Die UNO und der Westen tun gut daran den Iran genau zu kontrollieren.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 13. Mär 2019, 19:16

Gutmensch1 hat geschrieben:(13 Mar 2019, 16:53)

Wo und was will denn der Iran mit ballistischen Raketen "wissenschaftlich erforschen"? :D .


Komische Frage. Hast du eine Ahnung wieviele Staaten eine Luft- und Raumfahrt haben?

Sicher, ich kenne Hardcore-Ökos, die stellen das in der Tat in Frage. Man könnte das Geld auch in Kitas, Infrastruktur oder Tierheime stecken. Sicher. Aber man kann auch eine Menge Gründe finden in diese Technologie zu investieren. Hier der Luft- und Raumfahrt. Arbeitsplätze, Sicherheitsfragen (weniger abhängig zu sein), Synergieeffekte (Software, Metallurgie, Chemie/Treibstoffe usw.) im Kontext andere Forschungs- und Industriebereiche usw.

Die Machhaber im Iran glauben an Allah und den Koran und damit hat es sich mit Wissenschaft erledigt. Mehr Wissen verträgt der islamistische Gottesstaat nicht. Der Iran "forscht" (kauft Wissen aus dem Ausland ein) nach ballistischen Raketen und nach Kernkraft einzig und allein, um Waffen herzustellen. Die Waffen lassen sich nach innen als Propaganda über das "große und starke" Iran verkaufen und nach aussen soll der Besitz der A-Bombe Interventionen verhindern. Das ist der schnöde Hintergrund der "Forschungstätigkeiten" des Iran


Auch die USA, China, Indien, Pakistan, Südkorea, Brasilien, die Türkei, Israel, Deutschland u.a. kaufen Technologie ein. Wozu soll man alles selbst machen? Das ist ja sogar für die USA unmöglich. Logisch. Der Iran auch. Was er nicht kaufen kann, wegen den Trump-Sanktionen versucht er eben selbst zusammenzubekommen. Gilt auch für Satellitenträger. Ein iranischer Satellit z.B. in Italien liegt seit Jahren auf Halde. Wird nicht freigegeben. Der Iran hat, egal unter welcher Führung immer nach Technologie gestrebt. Das ist unabhängig von den jeweilig Herrschenden. Auf der einen Seite macht man sich lustig darüber, wenn einige Staaten keine Forschung betreiben, kein Fachpersonal ausbildet und alles einkauft und wenns angegangen wird, dann ist es auch nicht richtig. Dahinter steckt etwas ganz schlimmes. Vielleicht als wirtschaftlicher Konkurrent. Das ergibt Sinn.

Du meinst also die Forschung im Iran, die Unis und Institute, die Lehrkörper und Studenten, die Industrie, dient einzig dem sinistren Zwecke der A-Bombe und dem dann folgenden sinstren Plan Irans die Welt zu vernichten? Welch Verschwörung. Und deshalb soll der Iran darauf verzichten? Anders als die anderen Staaten. Das wird nicht passieren.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon TheManFromDownUnder » So 17. Mär 2019, 10:30

King Kong 2006 hat geschrieben:(13 Mar 2019, 19:16)



Du meinst also die Forschung im Iran, die Unis und Institute, die Lehrkörper und Studenten, die Industrie, dient einzig dem sinistren Zwecke der A-Bombe und dem dann folgenden sinstren Plan Irans die Welt zu vernichten? Welch Verschwörung. Und deshalb soll der Iran darauf verzichten? Anders als die anderen Staaten. Das wird nicht passieren.


Keine Verschwoerung. Die Mullahs haben eine sehr geringe Hemmschwelle A-Bomben einzusetzen. Deshalb ist es besser dafuer zu sorgen das nicht die Moeglichkeit haben. Aber das gilt fuer die Saudis genauso.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon DarkLightbringer » So 17. Mär 2019, 10:35

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(17 Mar 2019, 10:30)

Keine Verschwoerung. Die Mullahs haben eine sehr geringe Hemmschwelle A-Bomben einzusetzen. Deshalb ist es besser dafuer zu sorgen das nicht die Moeglichkeit haben. Aber das gilt fuer die Saudis genauso.

Sehr richtig. Und die Saudis werden nachziehen, so bald die Mullahs die Bombe haben.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon TheManFromDownUnder » So 17. Mär 2019, 10:47

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Mar 2019, 10:35)

Sehr richtig. Und die Saudis werden nachziehen, so bald die Mullahs die Bombe haben.


Ergo besser darauf achten das beide Idioten Staaten nie in Besitz der Bombe kommen
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon DarkLightbringer » So 17. Mär 2019, 11:15

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(17 Mar 2019, 10:47)

Ergo besser darauf achten das beide Idioten Staaten nie in Besitz der Bombe kommen

Darauf gilt es zu achten, in der Tat.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Gutmensch1 » Mo 18. Mär 2019, 15:52

King Kong 2006 hat geschrieben:(13 Mar 2019, 19:16)

Komische Frage. Hast du eine Ahnung wieviele Staaten eine Luft- und Raumfahrt haben?

Sicher, ich kenne Hardcore-Ökos, die stellen das in der Tat in Frage. Man könnte das Geld auch in Kitas, Infrastruktur oder Tierheime stecken. Sicher. Aber man kann auch eine Menge Gründe finden in diese Technologie zu investieren. Hier der Luft- und Raumfahrt. Arbeitsplätze, Sicherheitsfragen (weniger abhängig zu sein), Synergieeffekte (Software, Metallurgie, Chemie/Treibstoffe usw.) im Kontext andere Forschungs- und Industriebereiche usw.


Alles richtig, was du schreibst. Für die Raumfahrt, für die Metallurgie, für die Chemie, für die Informatik usw. bedarf es aber einer freiheitlichen Gesellschaft mit freien Wissenschaften. Wenn der Iran aber seit nunmehr 40 Jahren von religiösen Fanatikern geführt wird, die jede freie Meinungsäußerung unterbinden, Todesaufrufe ausgeben, die Frauen unterdrücken, die Kinder als lebende Waffen missbrauchen, Homosexuelle öffentlich erhängen, dann ist die Einforderung der Iran wolle mal gerne "forschen" bestenfalls unglaubwürdig. Eine verantwortungsvolle Regierung würde erst einmal schauen, wie es den Hunger und die Armut bekämpft, den das Volk seit Machtergreifung der Mullahs erleiden muss. Dazu gehört erstmal damit aufzuhören das eigene Volk mit Sittenpolizei und Revolutionsgarden zu terrorisieren, zu foltern und zu quälen, es gehört dazu den Menschen das Lesen bei zu bringen, ihnen das freie Denken beizubringen und es zu fördern, ihnen zu erlauben in freien Wahlen eine Regierung zu wähle und es gehört dazu in Kooperation mit der internationalen Gemeinschaft zu treten u.v.m.


Auch die USA, China, Indien, Pakistan, Südkorea, Brasilien, die Türkei, Israel, Deutschland u.a. kaufen Technologie ein. Wozu soll man alles selbst machen? Das ist ja sogar für die USA unmöglich. Logisch. Der Iran auch. Was er nicht kaufen kann, wegen den Trump-Sanktionen versucht er eben selbst zusammenzubekommen. Gilt auch für Satellitenträger. Ein iranischer Satellit z.B. in Italien liegt seit Jahren auf Halde. Wird nicht freigegeben. Der Iran hat, egal unter welcher Führung immer nach Technologie gestrebt. Das ist unabhängig von den jeweilig Herrschenden. Auf der einen Seite macht man sich lustig darüber, wenn einige Staaten keine Forschung betreiben, kein Fachpersonal ausbildet und alles einkauft und wenns angegangen wird, dann ist es auch nicht richtig. Dahinter steckt etwas ganz schlimmes. Vielleicht als wirtschaftlicher Konkurrent. Das ergibt Sinn.


Der Iran ist für niemanden auf absehbarer Zeit ein wirtschaftlicher Konkurrent im Bereich von Hochtechnologien. Wie schon oben geschrieben, um Hochtechnologien zu entwickeln, bedarf es einer freien Gesellschaft mit offenen Diskursen und einer lebendigen, demokratischen Kultur. Davon ist der Iran seit 1979 Lichtjahre entfernt. Sollte die Mullah-Diktatur eines Tages beendet werden, dann besteht Hoffnung, dass sich der Iran zur ernsthaften Konkurrenz auf vielerlei Ebenen entwickelt.

Du meinst also die Forschung im Iran, die Unis und Institute, die Lehrkörper und Studenten, die Industrie, dient einzig dem sinistren Zwecke der A-Bombe und dem dann folgenden sinstren Plan Irans die Welt zu vernichten?


Nein, das meine ich nicht. Die Mullahs sind wie alle Diktatoren in der Welt paranoid veranlagt. Sie sind -wie alle religiöse Fundamentalisten- im bedenklichem Maße irrational veranlagt. Es ist nicht vernünftig solchen irrationalen Diktaturen, die der Ideologie der Märtyrertod-Glorifizierung anhängen, die Entwicklung von Kernspaltungstechnologien unbeaufsichtigt zu überlassen.



Welch Verschwörung. Und deshalb soll der Iran darauf verzichten? Anders als die anderen Staaten. Das wird nicht passieren.


Der Iran ist nicht gleichzusetzen mit den Mullahs. Die Mullahs haben Teile der iranischen Bevölkerung aufgehetzt, sie haben darüber hinaus den Iran mit ihren kruden Mordaufrufen, ihrer agressiven Rethorik sowie der Unterstützung des internationalen Terrorismus in die internationale Isolation getrieben. Da gibt es keine Verschwörung.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 18. Mär 2019, 19:36

Gutmensch1 hat geschrieben:(18 Mar 2019, 15:52)

Alles richtig, was du schreibst. Für die Raumfahrt, für die Metallurgie, für die Chemie, für die Informatik usw. bedarf es aber einer freiheitlichen Gesellschaft mit freien Wissenschaften. Wenn der Iran aber seit nunmehr 40 Jahren von religiösen Fanatikern geführt wird, die jede freie Meinungsäußerung unterbinden, Todesaufrufe ausgeben, die Frauen unterdrücken, die Kinder als lebende Waffen missbrauchen, Homosexuelle öffentlich erhängen, dann ist die Einforderung der Iran wolle mal gerne "forschen" bestenfalls unglaubwürdig. Eine verantwortungsvolle Regierung würde erst einmal schauen, wie es den Hunger und die Armut bekämpft, den das Volk seit Machtergreifung der Mullahs erleiden muss. Dazu gehört erstmal damit aufzuhören das eigene Volk mit Sittenpolizei und Revolutionsgarden zu terrorisieren, zu foltern und zu quälen, es gehört dazu den Menschen das Lesen bei zu bringen, ihnen das freie Denken beizubringen und es zu fördern, ihnen zu erlauben in freien Wahlen eine Regierung zu wähle und es gehört dazu in Kooperation mit der internationalen Gemeinschaft zu treten u.v.m.




Der Iran ist für niemanden auf absehbarer Zeit ein wirtschaftlicher Konkurrent im Bereich von Hochtechnologien. Wie schon oben geschrieben, um Hochtechnologien zu entwickeln, bedarf es einer freien Gesellschaft mit offenen Diskursen und einer lebendigen, demokratischen Kultur. Davon ist der Iran seit 1979 Lichtjahre entfernt. Sollte die Mullah-Diktatur eines Tages beendet werden, dann besteht Hoffnung, dass sich der Iran zur ernsthaften Konkurrenz auf vielerlei Ebenen entwickelt.



Nein, das meine ich nicht. Die Mullahs sind wie alle Diktatoren in der Welt paranoid veranlagt. Sie sind -wie alle religiöse Fundamentalisten- im bedenklichem Maße irrational veranlagt. Es ist nicht vernünftig solchen irrationalen Diktaturen, die der Ideologie der Märtyrertod-Glorifizierung anhängen, die Entwicklung von Kernspaltungstechnologien unbeaufsichtigt zu überlassen.




Der Iran ist nicht gleichzusetzen mit den Mullahs. Die Mullahs haben Teile der iranischen Bevölkerung aufgehetzt, sie haben darüber hinaus den Iran mit ihren kruden Mordaufrufen, ihrer agressiven Rethorik sowie der Unterstützung des internationalen Terrorismus in die internationale Isolation getrieben. Da gibt es keine Verschwörung.



Das Leben im Iran, als Gesellschaft, mit jeweiligen Regierungen und Führungen, geht unentwegt weiter.

Um einmal bevor es wieder zum Iran geht z.B. China zu nehmen (man könnte auch Russland nehmen o.a.). Nehmen wir an, wir würden einen Durchschnittschinesen fragen.

Sind Sie der Meinung die VR China ist ein Rechtsstaat nach westl. Muster?
Sind Sie der Meinung, es gibt politische Verfolgung in der VR China?
Sind Sie der Meinung, es gibt ausreichend Pressefreiheit in der VR China?
Sind Sie der Meinung, es wird immer an der richtigen Stelle Geld ausgegeben?
Sind Sie der Meinung, es gibt in vielen Bereichen notwendige Verbesserungen?
Usw.

Vermutlich wird der Durchschnittschinese das mit Nein, Ja, Nein, Nein und Ja beantworten.

Wenn man dann daraus folgende Fragen entwickelt...

Sind Sie der Meinung, die VR China und damit Sie selbst sollten sanktioniert werden?
Sind Sie der Meinung, die VC China sollte auf Technologie (die auch militärisch genutzt werden könnte) verzichten? (Auch als Abschreckung gegen Angreifer)
Sind Sie der Meinung Studiengänge, Industrie, Arbeitsplätze sollten nach "speziellen" Vorgaben (z.B. der USA) gestaltet werden. Diesbezüglich?
Sind Sie der Meinung die VR China sollte anders als andere Staaten sich "Knebelverträge" unterwerfen?
Usw.

...dann wird der Durchschnittschinese wohl eher große Augen machen. Und dasselbe hier in Rot und Gelb wäre in Grün im Iran. Wenn man einen Durchschnittsiraner fragen würde. Oder in Russland. Oder in den USA. Oder in der Türkei oder Israel. Oder in Saudi-Arabien, Indien oder Pakistan.

Der Iran egal unter welche Führung mit seiner Bevölkerung hat da Ziele, Potential und Bedürfnisse. Und man kann - mutmaßlich - die meisten im Iran nicht für sich gewinnen, wenn man das als Ausgrenzungsmerkmal nimmt. Das ist selbst Mullah-Hassern NICHT vermittelbar. Und auch nicht zumutbar. Das hat auch keinen praktischen Nutzen für irgendjemanden im Iran.

Dual-Use Technologie ist praktisch immer da. Man müßte den Iran quasi de-industrialisieren. Vor Jahren habe ich schon geschrieben, falls man sich einmal atomar (bei einer Gegnerschaft zur USA) einigen würde, dann fände man etwas anderes. Z.B. Luft- und Raumfahrt. Gefährlich! Ist jetzt geschehen. Danach würde man noch mehr finden. Selbst, wenn der Iran sagt, ok, lassen wir. Dann ist es die Pharma- und Chemieindustrie. Oder Biotechnologie. Cybertechnologie. Oder Metallurgie. Damit kann man ohne Zweifel militärisch arbeiten. Es geht weiter und weiter... Das würde nicht stoppen. Das sah man jetzt an dem Atomabkommen, an den sich der Iran hält. Dann sind es jetzt eben Atomraketen. Danach was anderes. DAS wird so nicht von der iranischen Durchschnittsbevölkerung mitgetragen. Damit gewinnt man auch keinen. Ganz im Gegenteil.

Als der US-Außenminister Kerry und der iranische Außenminister Zarif lachend in den Pausen der Verhandlungen zu sehen waren, haben sich viele im Iran - gerade die Jungen und "modernen" - unheimlich gefreut. Das ist jetzt weg. Und wenn man sich immer mehr Themen aussucht, um einen geostrategischen Gegner damit diplomatisch drangsalieren zu können, darum geht es, dann hat das keine Überzeugungskraft im Iran. Gerade mit den vielen Atommächten um den Iran herum. Mit der Erfahrung angegriffen zu werden, mit Massenvernichtungswaffen und keine Hilfe zu bekommen. Das zieht nicht. Würde auch bei einem Chinesen, Russen, Türken, Israeli oder Inder nicht wirklich funktionieren.

Die Gipfel-Pleite von Hanoi wurde auch in Iran aufmerksam verfolgt. Politikprofessor Foad Izadi spricht über Trumps Kurs, Enttäuschung über die Europäer - und Außenminister Zarifs Rücktritt vom Rücktritt.


ONLINE: Was bedeutet das für die Zukunft der iranisch-westlichen Beziehungen?

Izadi: Die Lage wird den Radikalen in die Hände spielen bei der nächsten Wahl. Viele sagen, als Präsident Mahmud Ahmadinedschad antrat, hatte er ein paar Hundert Zentrifugen, am Ende waren es 19.000. Viele schlussfolgern, es braucht offenbar eine hochentwickeltes Nuklearprogramm, um vom Westen mit Respekt behandelt zu werden. Der nächste Kandidat, der in Iran dafür wirbt, er werde ein Abkommen mit dem Westen verhandeln, wird jedenfalls von allen ausgelacht werden.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/i ... 56121.html
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Gutmensch1 » Di 19. Mär 2019, 12:00

King Kong 2006 hat geschrieben:(18 Mar 2019, 19:36)

Das Leben im Iran, als Gesellschaft, mit jeweiligen Regierungen und Führungen, geht unentwegt weiter.



Um einmal bevor es wieder zum Iran geht z.B. China zu nehmen (man könnte auch Russland nehmen o.a.). Nehmen wir an, wir würden einen Durchschnittschinesen fragen.

Sind Sie der Meinung die VR China ist ein Rechtsstaat nach westl. Muster?
Sind Sie der Meinung, es gibt politische Verfolgung in der VR China?
Sind Sie der Meinung, es gibt ausreichend Pressefreiheit in der VR China?
Sind Sie der Meinung, es wird immer an der richtigen Stelle Geld ausgegeben?
Sind Sie der Meinung, es gibt in vielen Bereichen notwendige Verbesserungen?
Usw.

Vermutlich wird der Durchschnittschinese das mit Nein, Ja, Nein, Nein und Ja beantworten.

Wenn man dann daraus folgende Fragen entwickelt...

Sind Sie der Meinung, die VR China und damit Sie selbst sollten sanktioniert werden?
Sind Sie der Meinung, die VC China sollte auf Technologie (die auch militärisch genutzt werden könnte) verzichten? (Auch als Abschreckung gegen Angreifer)
Sind Sie der Meinung Studiengänge, Industrie, Arbeitsplätze sollten nach "speziellen" Vorgaben (z.B. der USA) gestaltet werden. Diesbezüglich?
Sind Sie der Meinung die VR China sollte anders als andere Staaten sich "Knebelverträge" unterwerfen?
Usw.

...dann wird der Durchschnittschinese wohl eher große Augen machen. Und dasselbe hier in Rot und Gelb wäre in Grün im Iran. Wenn man einen Durchschnittsiraner fragen würde. Oder in Russland. Oder in den USA. Oder in der Türkei oder Israel. Oder in Saudi-Arabien, Indien oder Pakistan.


Ja, richtig, nur mit dem Unterschied, dass der Iran nicht mit China oder Russland vergleichbar ist.

Der Iran egal unter welche Führung mit seiner Bevölkerung hat da Ziele, Potential und Bedürfnisse. Und man kann - mutmaßlich - die meisten im Iran nicht für sich gewinnen, wenn man das als Ausgrenzungsmerkmal nimmt. Das ist selbst Mullah-Hassern NICHT vermittelbar. Und auch nicht zumutbar. Das hat auch keinen praktischen Nutzen für irgendjemanden im Iran.


Du verwechselst meiner Ansicht nach Ursache und Wirkung. Nicht "die Mullah-Hasser" sind das Problem des Iran, es ist der Hass, den die Mullahs predigen und zum gesellschaftlichen Alltag im Iran machen, der den Iran in die internationale Isolation und die Eliten des Iran zur Flucht in den Ausland trieb. Der Hass führt zur Unterdrückung, zur Korruption, zu schweren Menschenrechtsverletzungen, zur Willkür und eben dazu, dass sich der Iran nicht entwickeln kann, da es das Potential zur Entwicklung, die eigene Bevölkerung, quält und misshandelt.

https://www.igfm.de/iran/


Dual-Use Technologie ist praktisch immer da. Man müßte den Iran quasi de-industrialisieren. Vor Jahren habe ich schon geschrieben, falls man sich einmal atomar (bei einer Gegnerschaft zur USA) einigen würde, dann fände man etwas anderes. Z.B. Luft- und Raumfahrt. Gefährlich! Ist jetzt geschehen. Danach würde man noch mehr finden. Selbst, wenn der Iran sagt, ok, lassen wir. Dann ist es die Pharma- und Chemieindustrie. Oder Biotechnologie. Cybertechnologie. Oder Metallurgie. Damit kann man ohne Zweifel militärisch arbeiten. Es geht weiter und weiter... Das würde nicht stoppen. Das sah man jetzt an dem Atomabkommen, an den sich der Iran hält. Dann sind es jetzt eben Atomraketen. Danach was anderes. DAS wird so nicht von der iranischen Durchschnittsbevölkerung mitgetragen. Damit gewinnt man auch keinen. Ganz im Gegenteil.


Keiner hat etwas gegen Fortschritt im Iran, im Gegenteil, Fortschritt -in jeder Hinsicht- täte dem Iran richtig gut. :thumbup: Das Problem ist nicht der Fortschritt, sondern das, was man darunter versteht. Die Mullahs stellen sich unter Fortschritt z.B. vor, sie wären die Herrscher der Welt und der Islam sowie die Sharia wären überall verbreitet und es gäbe keine Ungläubigen, keine Christen, keine Juden und keine Homosexuellen mehr und alle Frauen würden im Tschador verhüllt rumlaufen und hätten nichts zu melden. Will sagen, die wissenschaflichen Errungenschaften, Entdeckungen und eben das, was wir (du und ich) unter Fortschritt verstehen, wie z.B. der Fortschritt in der Physik, der Chemie, der Gesellschafts- und Staatsformen oder der Fortschritt bei den Menschenrechten und damit auch der Fortschritt gegenüber des Umgangs mit Minderheiten oder mit Andersgläubigen, die Gleichberechtigung der Geschlechter etc. All diese Fortschritte sind Errungenschaften der aufgeklärten, westlichen Welt, die dank der Trennung von Kirche und Staat möglich wurden. Hätte die Kirche bei uns weiter das Sagen, dann wären wir noch im Mittelalter.
Und ob sich der Iran an Atomabkommen hält oder nicht, ist etwas, was man stets prüfen muss, denn das iranische Regime hat sich bislang noch nicht mit Aufrichtigkeit hervorgetan. Schön wäre es auch, wenn die Mullahs nicht weiterhin Terroranschläge und Terrororganisation unterstützen würden.

"Die EU verhängt neue Sanktionen gegen Teheran. Grund dafür sind angeblich geplante Terroranschläge auf Exil-Iraner in Frankreich und Dänemark. Beide Fälle sollen im Zusammenhang mit dem Geheimdienst stehen. "
https://www.faz.net/aktuell/politik/aus ... 78227.html


Als der US-Außenminister Kerry und der iranische Außenminister Zarif lachend in den Pausen der Verhandlungen zu sehen waren, haben sich viele im Iran - gerade die Jungen und "modernen" - unheimlich gefreut. Das ist jetzt weg. Und wenn man sich immer mehr Themen aussucht, um einen geostrategischen Gegner damit diplomatisch drangsalieren zu können, darum geht es, dann hat das keine Überzeugungskraft im Iran.


Ja, richtig, dennoch glaube ich, dass kaum jemand die Diktatur des Iran als drangsalierte Unschuld wahrnimmt. Die Isolation des Iran und das internationale Misstrauen sind Folge des Verhaltens der iranischen Diktautur. Das iranische Regime hat zudem kein Interesse an guten Beziehungen mit dem Ausland, denn damit verlören sie das äußere Feindbild, das sie dringend zur Aufrechterhaltung der Machtstrukturen nach innen brauchen.


Gerade mit den vielen Atommächten um den Iran herum. Mit der Erfahrung angegriffen zu werden, mit Massenvernichtungswaffen und keine Hilfe zu bekommen. Das zieht nicht. Würde auch bei einem Chinesen, Russen, Türken, Israeli oder Inder nicht wirklich funktionieren.


Die beliebte Mär des äußeren Feindes ist abgelutscht. Selbst die Mitläufer haben Mühe daran zu glauben. Die jungen Menschen im Iran wissen wo und wer der Feind wirklich ist und der sitzt im Inneren. Es dauert nicht mehr lange bis sie sich von den Mullahs und deren Unterdrückungsapparat befreien.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon King Kong 2006 » Di 19. Mär 2019, 19:12

Gutmensch1 hat geschrieben:(19 Mar 2019, 12:00)
Die beliebte Mär des äußeren Feindes ist abgelutscht. Selbst die Mitläufer haben Mühe daran zu glauben. Die jungen Menschen im Iran wissen wo und wer der Feind wirklich ist und der sitzt im Inneren. Es dauert nicht mehr lange bis sie sich von den Mullahs und deren Unterdrückungsapparat befreien.


Die Politik von Neocons wie unter Bush oder jetzt Trump ist dabei nicht hilfreich. Wie man sah, ganz im Gegenteil.

Man wird wie nach Bush, auch nach Trump wieder von vorne anfangen müssen. Nichts ist gewonnen. Nur verschlimmbessert. Bei einer erneuten Annäherung der USA und Irans, wird vermutlich irgendetwas anders laufen müssen. Die Erfahrung im Iran und das gilt nicht nur für die Hardliner, die waren ohnehin skeptisch, ist nun, das selbst Abkommen (die zudem eingehalten werden) nichts verändern. Ich bin gespannt, wie da die nächsten Versuche in der Nach-Trump Ära aussehen werden.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon tabernakel » Mi 17. Apr 2019, 19:12

King Kong 2006 hat geschrieben:(19 Mar 2019, 19:12) Man wird wie nach Bush, auch nach Trump wieder von vorne anfangen müssen. Nichts ist gewonnen. Nur verschlimmbessert. Bei einer erneuten Annäherung der USA und Irans, wird vermutlich irgendetwas anders laufen müssen. Die Erfahrung im Iran und das gilt nicht nur für die Hardliner, die waren ohnehin skeptisch, ist nun, das selbst Abkommen (die zudem eingehalten werden) nichts verändern. Ich bin gespannt, wie da die nächsten Versuche in der Nach-Trump Ära aussehen werden.

Oder man wird auch hierzulande einfach mal einsehen dass es an ein System wie im Iran schlicht keine Annäherung geben kann. Eine Welt wo eine Person (der Revolutionsführer) schlicht der Souverän ist, und eine religös begründete politisch expansive Agenda verfolgt. Eine Welt die nach Expansion mittels Terrorfinanzierung und Ausrüstung (statt Kriegen die man im schlimmsten Fall auch mal verlieren kann) strebt.

Btw, Trump als "Neocon" zu kategorisieren dürfte die Neocons auf die Palme bringen ... feil mal bei Gelegenheit an Deiner Kategorisierung. :D
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Arcturus » Do 18. Apr 2019, 16:27

tabernakel hat geschrieben:(17 Apr 2019, 19:12)

Oder man wird auch hierzulande einfach mal einsehen dass es an ein System wie im Iran schlicht keine Annäherung geben kann. Eine Welt wo eine Person (der Revolutionsführer) schlicht der Souverän ist, und eine religös begründete politisch expansive Agenda verfolgt. Eine Welt die nach Expansion mittels Terrorfinanzierung und Ausrüstung (statt Kriegen die man im schlimmsten Fall auch mal verlieren kann) strebt.


Naja, das was du schreibst passt haargenau auch auf die Saudis, nur dass da eine Familie der Souverän ist. Da gibt es, ohne zu sehr OT sein zu wollen, auch scheinbar kein Problem mit der Terrorfinanzierung.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon tabernakel » Do 18. Apr 2019, 23:50

Arcturus hat geschrieben:(18 Apr 2019, 16:27) Naja, das was du schreibst passt haargenau auch auf die Saudis, nur dass da eine Familie der Souverän ist. Da gibt es, ohne zu sehr OT sein zu wollen, auch scheinbar kein Problem mit der Terrorfinanzierung.
Nur dass Saudi Arabien mitnichten expansiv agiert. Der Iran hat in den letzten Jahren durch Mittelsmänner und Terrorfinanzierung im Prinzip die Macht in drei/vier Hauptstädten anderer Staaten übernommen: Sanaa, Beirut, Damaskus und indirekt auch Bagdad. Welche äquivalente Zahl von Hauptstädten anderer Staaten hat Saudi Arabien in dieser Zeit übernommen? Müssen sie doch wenn Du da eine Äquivalenz zwischen dem Iran und den Saudis siehst ...
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Arcturus » Fr 19. Apr 2019, 06:59

tabernakel hat geschrieben:(18 Apr 2019, 23:50)

Nur dass Saudi Arabien mitnichten expansiv agiert. Der Iran hat in den letzten Jahren durch Mittelsmänner und Terrorfinanzierung im Prinzip die Macht in drei/vier Hauptstädten anderer Staaten übernommen: Sanaa, Beirut, Damaskus und indirekt auch Bagdad. Welche äquivalente Zahl von Hauptstädten anderer Staaten hat Saudi Arabien in dieser Zeit übernommen? Müssen sie doch wenn Du da eine Äquivalenz zwischen dem Iran und den Saudis siehst ...


Hat der Islamische Staat nicht expansiv agiert?
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon zollagent » Fr 19. Apr 2019, 18:49

Arcturus hat geschrieben:(19 Apr 2019, 06:59)

Hat der Islamische Staat nicht expansiv agiert?

Der dürfte für das Regime in Riad eher eine Konkurrenzfirma als ein Werkzeug sein.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon tabernakel » Sa 20. Apr 2019, 19:03

Arcturus hat geschrieben:(19 Apr 2019, 06:59) Hat der Islamische Staat nicht expansiv agiert?
Und wo soll der direkte Zusammenhang zwischen Saudi Arabien und dem IS sein, abgesehen davon dass beide der sunnitischen Glaubensrichtung des Islam folgen? Die Saudis sind historisch gesehen dank Wahhabismus nun wirklich keine Kinder von Traurigkeit, aber zum einen hat 9/11 auch bei den Saudis einiges zum Positiven bewirkt, und zum zweiten liegt der IS doch mindestens zwei Liegen über den Saudis zu schlimmsten Zeiten. Oder sind beide für Dich etwa das gleiche?
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Neandertaler » Sa 20. Apr 2019, 19:57

tabernakel hat geschrieben:(18 Apr 2019, 23:50)

Nur dass Saudi Arabien mitnichten expansiv agiert. Der Iran hat in den letzten Jahren durch Mittelsmänner und Terrorfinanzierung im Prinzip die Macht in drei/vier Hauptstädten anderer Staaten übernommen: Sanaa, Beirut, Damaskus und indirekt auch Bagdad. Welche äquivalente Zahl von Hauptstädten anderer Staaten hat Saudi Arabien in dieser Zeit übernommen? Müssen sie doch wenn Du da eine Äquivalenz zwischen dem Iran und den Saudis siehst ...

Na die Saudis Finanzieren finanzieren schon expansiv weltweit Islamismus. Während die Iraner maximal regionale Milizen mit regionalen Interessen unterstützen.

Insofern finde ich sind die Saudis hier schon ein ganz anderes Kaliber vor allem von dem langfristigen Auswirkungen.
Ich bin linksliberal, ich habe mich testen lassen.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon imp » Sa 20. Apr 2019, 20:06

King Kong 2006 hat geschrieben:(19 Mar 2019, 19:12)

Die Politik von Neocons wie unter Bush oder jetzt Trump ist dabei nicht hilfreich. Wie man sah, ganz im Gegenteil.

Man wird wie nach Bush, auch nach Trump wieder von vorne anfangen müssen. Nichts ist gewonnen. Nur verschlimmbessert. Bei einer erneuten Annäherung der USA und Irans, wird vermutlich irgendetwas anders laufen müssen. Die Erfahrung im Iran und das gilt nicht nur für die Hardliner, die waren ohnehin skeptisch, ist nun, das selbst Abkommen (die zudem eingehalten werden) nichts verändern. Ich bin gespannt, wie da die nächsten Versuche in der Nach-Trump Ära aussehen werden.

Der Iran macht seine Geschäfte zunehmend mit Kina, auch mit Russland und Venezuela. So geht es auch in Sachen Flug-, Atom- und Wehrtechnik weiter. Die EU ist darin gescheitert, dort Geschäftsmodelle zu retten.
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson

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