Wie werden wir in 25 Jahren leben?

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syna
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon syna » Sa 17. Aug 2019, 14:33

Einschätzung der IPPC, 2007
https://www.de-ipcc.de/
-------------------------------------------------------------------------
Climate change

Conditions for mankind dependent on
the global temperature growth - in Celsius degrees:

0.5° --- safety
1°------ irreversible feedbacks (now)
1.5°---- a dangerous world
2°------ an extremely dangerous world
2.5°---- moving towards Hell
3°------- horror
3.5° ---- death of organised society
4°------- human survival in doubt
5°------- likely extinction
6°------- our current trajectory

===================================================

Wenn man sich diese Tabelle mal ansieht, merkt hoffentlich
jeder, dass der bevorstehende massive "Wohlstandsverlust" -
also das Absinken von Lebensstandard und Lebenserwartung -
eher noch das geringste Problem sein werden.

"Extinction" heißt übersetzt "Aussterben". D.h. die Hauptgefahr
ist eher, dass wir auf diesem Planeten gar nicht mehr werden
leben können.

"Current trajectory" heißt übersetzt "unser derzeitiger Kurs".
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Skull
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Skull » Sa 17. Aug 2019, 14:39

Guten Tag,

ich möchte darum bitten, das man sich hier -in erster Linie-
sich auf den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich beschränkt.

Klimadebatten und Untergangsphantasien der Menschheit möge man bitte in anderen Unterforen diskutieren.

Danke.
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
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Papaloooo
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Papaloooo » Sa 17. Aug 2019, 14:43

Skull hat geschrieben:(17 Aug 2019, 14:39)

Klimadebatten und Untergangsphantasien der Menschheit möge man bitte in anderen Unterforen diskutieren.

Danke.

Allerdings kommt hier vielen die Vorstellung eines zukünftig etwas schlechteren Lebensstandard schon einem Weltuntergang gleich.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Atue001 » Sa 17. Aug 2019, 17:38

syna hat geschrieben:(17 Aug 2019, 02:07)

...
Ich stelle fest, dass die meisten Leute - auch hier im Forum -
überhaupt nicht verstanden haben, was nur 2 Grad mehr wirklich
bedeuten, und was das Reißen eines "Tipping Points" an
Folgen mit sich bringen wird. ....


Dem stimme ich auch zu - was vor allem auch daran liegt, dass es für Menschen schwer ist zu begreifen, weil die Veränderungen für menschliche Verhältnisse doch relativ langsam vonstatten gehen.

Die Frage hier im Forum war, wie es in 25 Jahren aussieht - bis dahin ist zwar schon viel passiert, was für die dann kommenden 25 Jahre deutlich dramatischere Auswirkungen haben wird, aber bis sagen wir mal 2050 wird es für Mittel- und Nordeuropa noch irgendwie ok sein. Die mittelbaren Folgen wegen der Ernteausfälle in anderen Teilen der Welt, häufigere Wetterextrema mit starken Stürmen, längere Dürreperioden oder auch Starkregen - all das wird schon fast zum Alltag gehören - aber klimatisch sind wir dann so ähnlich unterwegs, wie heute Madrid und andere südliche Städte.

Weil die Folgen in anderen Teilen der Welt dramatischer sind (was passiert in Madrid, wenn dort die Temperaturen im Sommer regelmäßig auf 50 Grad ansteigen?) blendet man das gerne ein wenig aus.
Der Zusammenbruch von Teilen der Weltwirtschaft wird kommen - weil staatliche Strukturen in einigen Regionen einfach nicht mehr existent sind. Wir werden in Deutschland wesentlich höhere Kosten für Verteidigung haben - weil wir sonst die Flüchtlingsströme nicht vor der Tür halten können. Es wird in anderen Teilen der Welt immer häufiger Kriegsähnliche Zustände geben, weil verarmte Menschen sich mit ihrem Schicksal einfach nicht mehr abfinden können und wollen.

All dies wird man bis 2025 schon spürbar erleben - aber 2025 ist noch ein wenig zu früh für die Apokalypse in Deutschland und Nordeuropa. Die wird mit voller Wucht dann zwischen 2075 und 2100 zuschlagen, und weite Teile auch Mitteleuropas recht ungemütlich machen.

In 2100 werden wir dann die Bedrohung durch Hitze in der Mitte Deutschlands haben, und im Norden wird das Meer mit bis zu 1,6m höherem Stand zunehmend die Küsten vereinnahmen. Die Temperaturen werden dann noch deutlicher zugenommen haben, die Extremwettersituationen noch dramatischer ausfallen.
Die wenigsten hier werden 2100 erleben - unsere Kinder oder Enkel aber schon. Es wäre dringends an der Zeit, dass wir was ändern!
2050: https://www.futurezone.de/science/article226451423/Forscher-rechnen-mit-drastischem-Temperaturanstieg-Bis-2050-ist-die-Welt-auf-den-Kopf-gestellt.html
2100: https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimawandel/zu-erwartende-klimaaenderungen-bis-2100
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon syna » Di 20. Aug 2019, 23:11

Skull hat geschrieben:(17 Aug 2019, 14:39)

ich möchte darum bitten, das man sich hier -in erster Linie-
sich auf den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich beschränkt.


Danke für den Hinweis. Es geht ja um die "wirtschafltiche Situation in 25 Jahren!"

Nun, wir wir vielleicht absehen können, und wie einige es erahnen: Der Klima-
wandel wird zunehmend die Bedigungen auf der Erde bestimmen. Erst langsam,
dann aber doch immer stringenter.

------------------------------------------------------------------------------
Was hat das mit mir zu tun?
------------------------------------------------------------------------------

Naja, wenn Regelungssysteme der Natur zusammenbrechen, die
wir jetzt gar nicht wahrnehmen, weil sie ja immer so gut
funktionierten, dann passiert viel: Unser Alltag wird so heiß und
mit so vielen Katastrophen überzogen, dass auch die menschlichen
Abläufe, also Liefer- und Logistik-ketten, Produktion, staatliche
Administration zunehmend geschwächt werden.

Wir persönlich merken das dadurch, dass Vieles nicht mehr
funktioniert: Einen Pass beantragen: Dauert, Straßen und
Brücken erneuern: Passiert gar nicht mehr, Lebensmittelpreise:
Unglaublich hoch. Kleinteile + Haushaltswaren: Entweder nicht
vorrätig - oder auf einmal sehr teuer!

Vor allem in der Wirtschaft, die sehr sensibel auf Zulieferketten
und Preise reagiert, bricht ein mittleres Chaous aus.

Wir selbst merken das daran, dass ALLE Preise erheblich steigen
(Angebot bricht ein), dass das Leben nach und nach sehr teuer
wird.

------------------------------------------------------------------------------
Wirtschaft + Lebensstandard
------------------------------------------------------------------------------

Für die meisten von uns Menschen ist NICHT relevant, ob es die
gemeine Zecke jetzt bis Dänemark geschafft hat, oder ob weitere
100 Arten ausgestorben sind, oder ob es überhaupt noch Regenwald
gibt, oder ob der Rhein mal wieder über die Ufer tritt, oder ob die
Weizenernte ausfällt.

Nein - für uns Menschen ist relevant, wieviel Geld(wert) wir
monatlich in der Tasche haben, und ob wir unseren Lebensstandard
halten können.

Und das ist der Punkt: Wir werden den Lebensstandard NICHT
halten können. Erst geht's ganz langsam schlechter. Man wird
sagen, dass das der "derzeit schlechten Konjunktur geschuldet" ist.
Dann aber zeigt sich, dass die vielen zunehmenden Katastrophen
und Hemmnisse durch die Klimaänderung nicht mehr so schnell
reparierbar und kompensierbar sind - weltweit - und auch immer
mehr "ökonomische Systeme" zusammenbrechen lassen.

Und das bedeutet: Der Lebensstandard von Jedem sinkt drastisch!
Wahrscheinlich schon in den nächsten 25 Jahren.
--~~/§&%"$!\~~--
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon syna » Di 20. Aug 2019, 23:16

Atue001 hat geschrieben:(17 Aug 2019, 17:38)

All dies wird man bis 2025 schon spürbar erleben - aber 2025 ist noch ein wenig zu früh für die Apokalypse in Deutschland und Nordeuropa. Die wird mit voller Wucht dann zwischen 2075 und 2100 zuschlagen, und weite Teile auch Mitteleuropas recht ungemütlich machen.


Naja, bis 2044 werden wir mit hoher Sicherheit ein starken Rückgang der Weltkonjunktur - und
damit einen Wirtschaftseinbruch erleben, der jeden betrifft.

Atue001 hat geschrieben:(17 Aug 2019, 17:38)
In 2100 werden wir dann die Bedrohung durch Hitze in der Mitte Deutschlands haben, und im Norden wird das Meer mit bis zu 1,6m höherem Stand zunehmend die Küsten vereinnahmen. Die Temperaturen werden dann noch deutlicher zugenommen haben, die Extremwettersituationen noch dramatischer ausfallen.
Die wenigsten hier werden 2100 erleben - unsere Kinder oder Enkel aber schon. Es wäre dringends an der Zeit, dass wir was ändern!
2050: https://www.futurezone.de/science/article226451423/Forscher-rechnen-mit-drastischem-Temperaturanstieg-Bis-2050-ist-die-Welt-auf-den-Kopf-gestellt.html
2100: https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimawandel/zu-erwartende-klimaaenderungen-bis-2100


Das ist das Szenario, wenn das 2-Gradziel eingehalten wird (Paris-Abkommen).

Momentan sieht es danach aber gar nicht aus. Es deutet sich eher ein 6-Grad Szenario an ...

Ich möchte ja gerne Optimist sein, aber das ist wirklich schwierig momentan.
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Atue001 » Di 20. Aug 2019, 23:25

Da bist du zu pessimistisch - gerade für Zentraleuropa. 25 Jahre sind ein sehr überschaubarer Zeitraum. Bis 2044 kann sich noch vieles gerade in der 1. Welt halbwegs irgendwie halten. Die großen Katastrophen sehen zuerst die wenig entwickelten Staaten - die dann in der Folge um an Kapital zu kommen Rohstoffen in großem Maße und unter Wert weiter an diese erste Welt verkaufen. Und die erste Welt wird sich ja bewegen - mehr in Richtung Nachhaltigkeit tun - aber doch viel zu wenig. Das bedeutet Zeitgewinn für die erste Welt - der Rest bemerkt die Katastrophen zuerst.
Es entstehen mehr und mehr failed states....auch das für die erste Welt noch nicht so ganz dramatisch, solange man auch mit Banden, lokalen Kartellen und halbkriminiellen Organisationen noch den Nachschub an Rohstoffen organisieren kann....Waffen liefert man auch gerne im Gegenzug.....
Nur - 2044 ist noch zu nah, als dass das schon den großen Zusammenbruch bedeutet!

Also - ich lege mich jetzt nicht final fest - vielleicht passiert auch schon dramatisches 2035...aber auch da ist fraglich, ob das schon ganz fundamental die Kernbereiche der Kultur in den erste Welt Ländern bedeutet......
Es kann passieren - beispielsweise wenn im Zuge zunehmender Instabilität 2035 Indien und Pakistan in einen Atomkonflikt gehen....allerdings wären das auch Zeitpunkte, in denen fundamental die Menschheit als Ganzes auch nochmal die Köpfe zusammenstecken könnte, um sich über Alterantiven zu beratschlagen.....was dann wieder für stabilere Entwicklungen für den Rest sprechen könnte.

Ich tendiere eher dazu: Die, die jetzt 70+x sind, erleben den Zusammenbruch wahrscheinlich nicht mehr.
Die, die jetzt 50+x sind, haben gute Chancen, den Zusammenbruch erst am Ende des Lebens noch mitzubekommen.
Kritisch wird es für die, die jetzt erst 30 sind, oder auch für Kinder.....deren Zukunft reicht weit über die nächsten 25 Jahre hinaus - zurecht fordern sie deshalb eine lebenswerte Umwelt auch noch für die nächste Generation ein....
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Teeernte » Mi 21. Aug 2019, 00:28

syna hat geschrieben:(20 Aug 2019, 23:11)

lt.

Nein - für uns Menschen ist relevant, wieviel Geld(wert) wir
monatlich in der Tasche haben, und ob wir unseren Lebensstandard
halten können.

Und das ist der Punkt: Wir werden den Lebensstandard NICHT
halten können. Erst geht's ganz langsam schlechter. Man wird
sagen, dass das der "derzeit schlechten Konjunktur geschuldet" ist.
Dann aber zeigt sich, dass die vielen zunehmenden Katastrophen
und Hemmnisse durch die Klimaänderung nicht mehr so schnell
reparierbar und kompensierbar sind - weltweit - und auch immer
mehr "ökonomische Systeme" zusammenbrechen lassen.

Und das bedeutet: Der Lebensstandard von Jedem sinkt drastisch!
Wahrscheinlich schon in den nächsten 25 Jahren.


:thumbup:

Ja - so sehe ich das auch. Wobei das Klima - für mich...nur noch das warme Sahnehäubchen für die derzeitige Entwicklung ist.

Es ist derzeit - zu den heutigen Preisen - genug Geld da um die ERDE drei mal zu kaufen.

Überleben werden Leute , die in der Krise was zu bieten haben.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 21. Aug 2019, 09:38

syna hat geschrieben:(20 Aug 2019, 23:11)

Lebensmittelpreise: Unglaublich hoch.

Wie um alles in der Welt kommst Du denn darauf? Lebensmittel werden in den EU-Ländern beinahe verschenkt. Und diese nicht "unglaublich hohen" sondern katastrophal niedrigen (weil subventionierten) Lebensmittelpreise sind eine der Hauptursachen für den menschengemachten Anteil des Klimawandels.
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon syna » Mi 21. Aug 2019, 11:31

schokoschendrezki hat geschrieben:(21 Aug 2019, 09:38)

Wie um alles in der Welt kommst Du denn darauf? Lebensmittel werden in den EU-Ländern beinahe verschenkt. Und diese nicht "unglaublich hohen" sondern katastrophal niedrigen (weil subventionierten) Lebensmittelpreise sind eine der Hauptursachen für den menschengemachten Anteil des Klimawandels.

Ja, bei uns sind die Lebensmittelpreise für Fleisch - Rindfleisch, Schweinefleisch, Geflügel - sehr billig, weil
die Massentierhaltung solche Preise ermöglicht. Und ja - die Methanausgasung dabei ist extrem hoch -
mitverantwortlich für den Klimawandel.

Aber alle Tiere - gerade in der Massentierhaltung - brauchen Futter, das zum großen Teil importiert wird.
Etwas globaler betrachtet: Die meisten Menschen auf der Erde sind von der Primärproduktion von Weizen,
Mais, Soja und Reis abhängig. Die Futtermittel für die Fleischproduktion spielen da eher eine Nebenrolle.
Die Produktion der Primärpflanzen und Futtermittel lässt sich bei Verschiebung der Klimazonen nicht
aufrechterhalten bzw. kann nicht schnell genug - in der hohen benötigten Quantität - ersetzt werden.

Damit wird eine Kaskade angestoßen, die u.a. viel höhere, in die Extreme steigende Preise zur Folge
haben wird, die auch in einem Zusammenbruch vieler Entwicklungsländer resultieren wird.
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Papaloooo » Mi 21. Aug 2019, 19:26

...wobei man ja auch davon ausgehen muss, dass bis in 25 Jahren keine Tiere mehr für Fleisch sterben sondern, das Fleisch gentechnisch in Tanks hergestellt wird.

Sicherlich folgen ich jetzt gleich die Protestschreie von vielen Fleischessen, aber das ist bei neuen Entwicklungen auch völlig normal, nach und nach wird es das alte verdrängen.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Atue001 » Mi 21. Aug 2019, 23:27

Papaloooo hat geschrieben:(21 Aug 2019, 19:26)

...wobei man ja auch davon ausgehen muss, dass bis in 25 Jahren keine Tiere mehr für Fleisch sterben sondern, das Fleisch gentechnisch in Tanks hergestellt wird.

Sicherlich folgen ich jetzt gleich die Protestschreie von vielen Fleischessen, aber das ist bei neuen Entwicklungen auch völlig normal, nach und nach wird es das alte verdrängen.


Klingt für mich valide - wobei ich auch davon ausgehe, dass Insekten einen größeren Anteil an der Ernährung einnehmen werden - gemahlen oder passend aufbereitet ist der Ekelfaktor schnell überwunden. Insekten lassen sich gut industrialisiert halten, und die Bedenken der Tierschützer sind da einfach weniger. Und: Es wird in 25 Jahren sicher auch guten Fleischersatz aus Pflanzen geben. Diese Produkte sind aktuell schon in Anfängen in Supermärkten zu kaufen - die Besten von denen gehen bei unkritischen Essern heute schon als Fleisch durch. Gerade in den letzten 2 Jahren wurden hier deutliche Fortschritte gemacht.
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon unity in diversity » Sa 24. Aug 2019, 23:43

Ob es uns in 25 Jahren noch gibt?
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Papaloooo » So 25. Aug 2019, 18:35

@unity in diversity

Ein nuklearer Krieg wäre das schrecklichste was der Menschheit passieren könnte.

Im Grunde wäre das zu vergleichen mit dem Meteor der die Dinosaurier ausgelöscht hatte, abgesehen vom radioaktiven Niederschlag danach.

Allerdings werden wir in einer besseren Lage als die Dinosaurier sein, nicht allein wegen unserer geringer Größe, sondern weil wir sehr viel unterirdische Infrastruktur haben.

Zudem haben wir noch Vorräte, die wenigen Individuen über eine sehr lange Zeit verhelfen könnten.

An Hiroshima und Nagasaki sieht man, dass Menschen selbst nach einer nuklearen Katastrophe die verstärkte Gegend wieder besiedeln können.

Es werden danach sicherlich nicht mehr sieben Milliarden Menschen aufwärts sein sondern eher 700 aufwärts.

Aber die Menschheit könnte, dank ihrer Zähigkeit in Notlagen und ihrem Erfindergeist selbst so ein dramatisches Ereignis überleben.
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 26. Aug 2019, 09:09

syna hat geschrieben:(21 Aug 2019, 11:31)

Ja, bei uns sind die Lebensmittelpreise für Fleisch - Rindfleisch, Schweinefleisch, Geflügel - sehr billig, weil
die Massentierhaltung solche Preise ermöglicht. Und ja - die Methanausgasung dabei ist extrem hoch -
mitverantwortlich für den Klimawandel.

Aber alle Tiere - gerade in der Massentierhaltung - brauchen Futter, das zum großen Teil importiert wird.
Etwas globaler betrachtet: Die meisten Menschen auf der Erde sind von der Primärproduktion von Weizen,
Mais, Soja und Reis abhängig.

Nee. Das sind sie eben nicht. Das wird einem nur weisgemacht. Es wird einem beständig eingeredet, dass höhere Preise für Fleisch nicht durchsetzbar sind. SInd sie aber doch. Die Preise können so hoch sein, dass eine Durchschnittsfamilie nur jeden zweiten, dritten Tag Wurst und Fleisch kauft und isst. Das ist kein Problem! De EU-Agrarsubventionen müssen ein Ende haben. Es hungert niemand mehr in Europa. Im Gegenteil. Die Menschen sind im Durchschnitt eher zu übergewichtig. Lebensmittel müssen teurer werden. Und das werden sie in 25 Jahren hoffentlich auch sein.
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Orbiter1 » Di 3. Sep 2019, 08:40

China ist uns offenbar bereits heute schon voraus.

"Zukunftstrend: Immer mehr Verbraucher in China setzen auf Abo-Modelle, um sich nicht länger nur Musik und Videos, sondern auch Kleidung, Fahrräder, Kosmetik und Blumen zu besorgen. Künstliche Intelligenz und neue Lieferdienste machen dies möglich." / Quelle: Guidants News https://news.guidants.com
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 3. Sep 2019, 09:47

schokoschendrezki hat geschrieben:(26 Aug 2019, 09:09)

Nee. Das sind sie eben nicht. Das wird einem nur weisgemacht. Es wird einem beständig eingeredet, dass höhere Preise für Fleisch nicht durchsetzbar sind. SInd sie aber doch. Die Preise können so hoch sein, dass eine Durchschnittsfamilie nur jeden zweiten, dritten Tag Wurst und Fleisch kauft und isst. Das ist kein Problem! De EU-Agrarsubventionen müssen ein Ende haben. Es hungert niemand mehr in Europa. Im Gegenteil. Die Menschen sind im Durchschnitt eher zu übergewichtig. Lebensmittel müssen teurer werden. Und das werden sie in 25 Jahren hoffentlich auch sein.


Zu kurz gedacht. Wenn wir unsere Lebensmittel tatsächlich dem Markt überlassen sind Probleme in der Versorgungssicherheit vorprogrammiert. Bisher können wir uns ja darauf verlassen dass es im Binnenmarkt immer ausreichend Lebensmittel gibt. Diese Sicherheit würde dann fehlen. Und in so einem Fall käme es sehr schnell zu Unruhen. Wenn es ums Überleben geht bleibt die Zivilisation schnell auf der Stecke.

Sogar die Saudis betreiben mittlerweile eine teure Landwirtschaftspolitik weil sie vor ein paar Jahren lernen mußten dass plötzlich Weizen knapp war und nicht erhältlich war. Auch nicht für viele Dollars. In Europa haben wir nichts davon mitgekriegt mit unserer Landwirtschaft. Und dass ist gut so.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 3. Sep 2019, 10:29

Alter Stubentiger hat geschrieben:(03 Sep 2019, 09:47)

Zu kurz gedacht. Wenn wir unsere Lebensmittel tatsächlich dem Markt überlassen sind Probleme in der Versorgungssicherheit vorprogrammiert. Bisher können wir uns ja darauf verlassen dass es im Binnenmarkt immer ausreichend Lebensmittel gibt. Diese Sicherheit würde dann fehlen. Und in so einem Fall käme es sehr schnell zu Unruhen. Wenn es ums Überleben geht bleibt die Zivilisation schnell auf der Stecke.

Sogar die Saudis betreiben mittlerweile eine teure Landwirtschaftspolitik weil sie vor ein paar Jahren lernen mußten dass plötzlich Weizen knapp war und nicht erhältlich war. Auch nicht für viele Dollars. In Europa haben wir nichts davon mitgekriegt mit unserer Landwirtschaft. Und dass ist gut so.

Ja. Gegen Knappheit muss man natürlich vorsorgen.

Aber erkläre mir mal jemand aus volkswirtschaflicher Expertise heraus, warum höherer Erzeugeraufwand preislich nicht an den Endverbraucher weitergegeben werden kann. Wenn es um irgendwelche gesetzlichen Auflagen geht zum Beispiel. Zum Klimaschutz, zum TIerschutz zum Beispiel. Es wird gestöhnt darüber, dass man nun "Einsparen" muss. Dass die Löhne gesenkt werden müssen. Dass man (beschönigend ausgedrückt) "rationalisieren" und (realistisch ausgedrückt) irgendwie alles verdünnen und durch billigen Ersatz ersetzen muss. Es wäre das normalste von der Welt, würde man den höheren Aufwand einfach als höheren Endverbraucherpreis weitergeben.

Meine Vermutung (als VWL-Laie) ist: Es kann heute einfach niemand mehr den Anfang machen. Dann ist er raus aus dem Geschäft. Oder glaubt dies zumindest.
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Di 3. Sep 2019, 10:30, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Liegestuhl » Di 3. Sep 2019, 10:29

Alter Stubentiger hat geschrieben:(03 Sep 2019, 09:47)

Zu kurz gedacht. Wenn wir unsere Lebensmittel tatsächlich dem Markt überlassen sind Probleme in der Versorgungssicherheit vorprogrammiert. Bisher können wir uns ja darauf verlassen dass es im Binnenmarkt immer ausreichend Lebensmittel gibt. Diese Sicherheit würde dann fehlen.


Warum sollte das so sein?

Sogar die Saudis betreiben mittlerweile eine teure Landwirtschaftspolitik weil sie vor ein paar Jahren lernen mußten dass plötzlich Weizen knapp war und nicht erhältlich war.


Richtig. Sie haben sich dem Markt angepasst. Wenn Waren knapp werden und der Preis steigt, erhöht sich auch die Anzahl der Menschen, die bereits sind, diese Waren herzustellen.
Ich schulde dem Leben das Leuchten in meinen Augen.
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 3. Sep 2019, 12:26

Liegestuhl hat geschrieben:(03 Sep 2019, 10:29)

Warum sollte das so sein?



Richtig. Sie haben sich dem Markt angepasst. Wenn Waren knapp werden und der Preis steigt, erhöht sich auch die Anzahl der Menschen, die bereits sind, diese Waren herzustellen.

Äh. Nein. Die Saudis haben gemerkt dass sie unabhängig vom Markt Lebensmittel herstellen müssen damit in dem Moment wo die Versorgungssicherheit gefährdet ist man auf eigene Produkte zurückgreifen kann. Das findet befeuert durch die saudischen Sanktionen gegen Katar jetzt auch in diesem Wüstenstaat statt.

Und ein Grund die EWG zu gründen und eine leistungsfähige Landwirtschaft zu erhalten war Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Als Vorsichtsmaßnahme gegen "Volk ohne Raum" Ideologen und deren Vorstellungen von Eroberungen von landwirtschaftlicher Fläche. Darum "sollte das so sein". Die Agrarsubventionen mögen nicht optimal sein. Es gab und gibt immer viel was man besser machen kann. Einfach alles abzuschaffen führt aber sehr schnell zu dramatischen Folgen. Für viele ist es gar nicht mehr vorstellbar wie wichtig die moderne Landwirschaft ist. Deshalb auch die Träume von der alten Landwirtschaft mit Pferd und Wagen und glücklichen Tieren. So war es aber nie.
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