Jobabbau in der Industrie

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VaterMutterKind
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon VaterMutterKind » Do 4. Jul 2019, 22:17

Orbiter1 hat geschrieben:(04 Jul 2019, 22:13)

Wenn Audi 3 Jahre nach Bekanntwerden des Diesel-Skandals noch Diesel-Fahrzeuge verkauft die mit 4 Abschaltvorrichtungen ausgestattet sind wundert es mich wieso die nur 20% der Arbeitsplätze streichen müssen.


Wäre es dir lieber, wenn Audi 50% der MAs rauswerfen müsste?
Auf Ad Personam Beiträge antworte ich nicht. Ebensowenig auf Unterstellungen und Lügen ich sei rechtsradikal, rechtsextrem etc.
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Orbiter1
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon Orbiter1 » Do 4. Jul 2019, 22:43

VaterMutterKind hat geschrieben:(04 Jul 2019, 22:17)

Wäre es dir lieber, wenn Audi 50% der MAs rauswerfen müsste?
Mir wäre es lieber wenn Audi ihr hyperarrogantes Verhalten schlagartig beendet, sich bei den Kunden entschuldigt und unverzüglich technisch korrekte Produkte auf den Markt gebracht hätte. Dann gäbe es auch keinen Vertrauensverlust und man müsste niemanden entlassen.
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon franktoast » Fr 5. Jul 2019, 06:40

Orbiter1 hat geschrieben:(04 Jul 2019, 22:13)

Wenn Audi 3 Jahre nach Bekanntwerden des Diesel-Skandals noch Diesel-Fahrzeuge verkauft die mit 4 Abschaltvorrichtungen ausgestattet sind wundert es mich wieso die nur 20% der Arbeitsplätze streichen müssen.

Ich sehe es als Risiko an, dass die deutschen Autobauer an der Börse bald so beliebt werden, wie deutsche Banken oder deutsche Versorger (vor Allem vor 3-4 Jahren). Va. jetzt mit zwei immensen Herausforderungen: Elektroantrieb + autonomes Fahren. Das ist vergleichbar wie Analog- zu Digitalfotografie, oder normales Handy zu Smartphone. Da sind einige ehemalige Platzhirsche unter die Räder gekommen...
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon Senexx » So 7. Jul 2019, 18:06

Deutsche Bank: 18000 Stellen sollen gestrichen werden, wieviel davon in Deutschland ist unbekannt. Kosten von 7,4 Milliarden EUR.
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon Misterfritz » So 7. Jul 2019, 18:39

Senexx hat geschrieben:(07 Jul 2019, 18:06)

Deutsche Bank: 18000 Stellen sollen gestrichen werden, wieviel davon in Deutschland ist unbekannt. Kosten von 7,4 Milliarden EUR.
Die Deutsche Bank fällt neuerdings unter Industrie? :?
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon Senexx » So 7. Jul 2019, 18:47

Misterfritz hat geschrieben:(07 Jul 2019, 18:39)

Die Deutsche Bank fällt neuerdings unter Industrie? :?

Unter "Industrie" versteht man schon seit Langem nicht mehr nur das Verarbeitende Gewerbe.
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon MontyMontius » Mo 8. Jul 2019, 09:01

Hallo Leute,

Die Auswirkungen der entfesselten Finanzmärkte werden wir zunehmen zu spüren bekommen. Es gibt keine Job Sicherheit mehr, wo Geld verdient wird, muss man dabei sein. Verlagert sich das Kapital bzw. der Markt, muss man eine neue Quelle suchen. Nicht wenige fahren kreuz und quer durch Deutschland und Europa um irgendwo einen Auftrag zu erledigen und ein wenig Umsatz zu machen. Hierfür werden dringend Fachkräfte gesucht. Elektriker und Schlosser die für 13-14 Euro Wochenlang unterwegs sind,bei 40-55+ h . Dazu 24 Tage Urlaub, kein Weihnachtsgeld, oder sonstige Vergünstigungen. Die Fachkraft muss Helfer führen, welche öfters weder Deutsch noch Englisch sprechen. Wen man alleine losschicken kann, der bekommt im Moment sicher Arbeit. Das gleiche gilt für Inbetriebnehmer und Programmierer. Ein gescheiter IT Fachmann wird mit Sicherheit in vielen Firmen mit Handkuss erwartet, Moderne Netzwerkarchitekturen und Datenbank, sind an den meisten vorbei gegangen und wenn der Chef wieder mit Fotos aus dem Drucker ankommt, worauf man nichts erkennen kann, anstatt sie in einer Cloud hochzuladen, dann sagt das schon alles über die "haben wir immer so gemacht" Generation aus.
Die Industriedienstleister sind von einer schwachen Konjunktur grundsätzlich als erstes betroffen. Die übliche Flaute im Januar und Februar zog sich bis in den April. Grössere Projekte stehen bis jetzt, im Vergleich zum Vorjahr, auffallend wenig an.
Die Deutschen haben mit wehenden Fahnen alle nationalen Marktregulierungen demontiert. Die soziale Marktwirtschaft wurde erfolgreich vernichtet, das Kapital steht längst über Demokratie und Regierung. (https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-04/ ... gleichheit ). Das ganze war sowieso nicht mehr aufzuhalten. Das in Deutschland sich eine so große Anzahl an Menschen, inbesondere vermeintlich Gebildete, mit solcher Hingabe dem Markt unterwirft und ihre Mitmenschen verkaufen , dass wird selbst die Strippenzieher erstaunt haben.
Die Autobauer sind einer der wenigen Unterschiede, warum wir hier noch von Wohlstand sprechen. Die völlig lächerliche Grenzwert Debatte, war nichts als ein Angriff auf die deutsche Schlüssel Industrie. Unter dem Druck der Aktionäre, wussten sich die Ingenieure mit Sicherheit nicht mehr sich anders zu helfen. In Deutschland wartet man nun drauf die Sau durchs Dorf zu jagen, hängengeblieben wie im Mittelalter. Der DAX ist ohnehin ein Casino des US Kapitals. Siemens ist praktisch bereits amerikanisch, zumindest die wichtigen Sparten. Wenn man dann noch so leichtfertig KuKA an die Chinesen verhökert, wissentlich das Robotik der Markt der Zukunft ist. Was erwartet ihr noch? Es werden keinerlei Anstrengungen unternommen irgendetwas zu ändern. Auf der Aktiva Seite hat Deutschland praktisch nichts mehr. Wir werden uns an einen anderen Lebenstil gewöhnen müssen, die fetten Jahre sind nun mal vorbei. Grundsätzlich sollte ein Arbeiter auch verstehen, dass der globale Standard, eben kein Wohlstand für ihn vorsieht.
In Deutschland hat der Niedriglohn Sektor, bis hin zu Fachkräften, sowieso kaum eine politische Vertretung mehr. Kommen bei einem Projekt mehrere Gewerke und sonstige Dienstleister zusammen, wirst du kaum jemanden finden, der nach Tarif bezahlt wird. Die SPD kehrte ihnen den Rücken zu und möchte bei den Yuppies in den Großstädten und Universitäten mitmischen, ja Pech gehabt, die Grünen waren schneller. Das jemand der 10-12 Stunden Pakete ausliefert, nicht über die selbe Bildung und adäquate Ausdrucksweise verfügt, wie ein Student, welcher kostenlose Bildung genießt,dass sollte verständlich sein. Warum dieser Mann, ob er nun Deutscher oder anderer Herkunft ist, jetzt wieder mit anderen Abgaben belastet wird, um Projekte zu finanzieren, mit denen er nichts zu tun hat, das stößt zunehmend auf Unverständnis. Warum die Arbeitsbedingungen eines Paketzustellers, eines Leiharbeiters, eines Facharbeiters, weniger gesellschaftliche und finanzielle Aufmerksamkeit finden, als die Frage ob es eine dritten Sanitärbereich in öffentlichen Gebäuden geben muss. Das hat absolut nichts mit Homophobie oder Emphatielosigkeit zu tun, wenn dafür nur noch Kopfschütteln zu erwarten ist.
Auf beiden Rheinbrücken im Ruhrgebiet ist Baustelle, die A40 Brücke, hat eine Gewichtskontrolle, nachdem erhebliche Risse im Stahlbau festgestellt wurden. Die Neue Brücke soll in ein paar Jahre gebaut werden, wir werden sehen, ob sie vor dem Flughafen Berlin fertig wird. Bei den Autohändlern gehen schöne Diesel Fahrzeuge in den Export, wir fahren mit den alten Karren rum, weil niemand weiss, auf was für Ideen die als nächstes kommen.
Das Roboter den Menschen die Arbeit stehlen werden, davor sollte nicht zu viel Panik gemacht werden. Ich komme viel rum, die Fertigungsverfahren sind bereits automatisiert, dass ersetzt den Maschinenbediener nicht. Ich wage auch zu bezweifeln, dass in einer Rezession Investitionen in solchen Dimensionen getätigt werden. Sicher es gibt florierende und hochmoderne Produktionsstandorte. Die arbeit welche Menschen verrichten, kann kein Roboter so ohne weiteres übernehmen. Fließband Arbeiter, sind häufig über Fremdfirmen vom Ausland. Ihr Job Verlust würde in den Statistiken nicht auffallen, da Leiharbeiter als Material geführt werden.
Wie es in der Automobilbranche aussieht, kann ich nicht genau sagen, schon etwas her als ich zuletzt dort war. Ich denke, der Markt ist einfach gesättigt, Handelszölle und Sanktion tuen ihr übriges. Deshalb wird die Produktion zurückgefahren und auf E-Autos umgestellt.
Die deutsche Bank hat eine völlig veraltete IT und sich selber mit dubiosen Spekulation in diese Situation manövriert.
Ich denke das Roboter den Fabrikarbeiter im Moment wenig Konkurrenz machen. Büro Angestellte haben hingegen mit Algorithmen und Cloud Netzwerken, eine ernst zunehmende Konkurrenz. Die KI wird sicher auch bald Marktreif sein, um einfache Telefonate entgegen zunehmen.

Mfg
Monty
lili
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon lili » Mo 8. Jul 2019, 19:58

watisdatdenn? hat geschrieben:(01 Jul 2019, 06:01)

Sehr gut :).
Ich kann beides (Maschinenbauer, der in die IT quereingestiegen ist und sich privat einiges an Elektrotechnik angeeignet hat).

Tatsächlich würden ein paar automatisierte Kernstücke in einem für Deutschland wirtschaftlich wichtigen Sektor ohne meine Arbeit nicht funktionieren.

Ich verdiene nicht schlecht, aber wenn ich mir überlege, was an (unter anderem) meiner Arbeit alles an Wertschöpfung dran hängt, bin ich schwer unterbezahlt..


Die angespannte Job Situation in einem der im Thread angesprochenen Unternehmen kann ich bestätigen. (IT geht noch recht gut).

So schlimm kann es aber auch noch nicht sein, denn die Firma in der ich arbeite leistet sich unter anderem eine komplette wertschöpfungsfreie Abteilung für "diversity".



Und was ist mit Silicon Valley?
Anarchie ist Sozialismus und Freiheit in einem. Freiheit ohne Sozialismus besteht aus Priveligien und Sozialismus ohne Freiheit bedeutet Gewalt und Unterdrückung (Michail Bakunin)

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