Jobabbau in der Industrie

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watisdatdenn?
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 1. Jul 2019, 06:01

lili hat geschrieben:(29 Jun 2019, 09:45)
Man braucht quasi nur Leute die die Roboter herstellen und ITler.

Sehr gut :).
Ich kann beides (Maschinenbauer, der in die IT quereingestiegen ist und sich privat einiges an Elektrotechnik angeeignet hat).

Tatsächlich würden ein paar automatisierte Kernstücke in einem für Deutschland wirtschaftlich wichtigen Sektor ohne meine Arbeit nicht funktionieren.

Ich verdiene nicht schlecht, aber wenn ich mir überlege, was an (unter anderem) meiner Arbeit alles an Wertschöpfung dran hängt, bin ich schwer unterbezahlt..


Die angespannte Job Situation in einem der im Thread angesprochenen Unternehmen kann ich bestätigen. (IT geht noch recht gut).

So schlimm kann es aber auch noch nicht sein, denn die Firma in der ich arbeite leistet sich unter anderem eine komplette wertschöpfungsfreie Abteilung für "diversity".
Zuletzt geändert von watisdatdenn? am Mo 1. Jul 2019, 06:19, insgesamt 1-mal geändert.
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watisdatdenn?
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 1. Jul 2019, 06:10

frems hat geschrieben:(30 Jun 2019, 21:41)
Wenn man sich so anschaut, was Köche im Schnitt verdienen, kann man wohl kaum von "guter Arbeit" sprechen.

Sehe ich auch so.
Also jetzt von einem rein finanziellen Aspekt gesehen.

Natürlich kann auch eine schlecht bezahlte Arbeit eine "gute Arbeit" sein, z.B. wenn sie Leute glücklich macht.


Den (sozial verträglichen) Job Abbau sehe ich gar nicht mal so negativ.
Da kommen endlich mal wieder Dinge auf den Prüfstand und Automatisierungslösungen und Vereinfachungen sind wieder begehrt und nicht verpöhnt..
Ich sehe darin tatsächlich eine Chance.

Es passt aber überhaupt nicht mit dem Gejammer der Industrie nach Fachkräften und die Forderung nach mehr Flüchtlingen zusammen...
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Gruwe
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon Gruwe » Mo 1. Jul 2019, 09:27

Misterfritz hat geschrieben:(30 Jun 2019, 21:58)

Der Markt will hauptsächlich wenig bezahlen.


Der Markt will aber auch gleichzeitig viel Bezahlung!
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon Misterfritz » Mo 1. Jul 2019, 09:47

Gruwe hat geschrieben:(01 Jul 2019, 09:27)

Der Markt will aber auch gleichzeitig viel Bezahlung!
Sicherlich,
aber das heisst 1. nicht, dass der Kunde (z.B. Restaurantbesucher) das auch zahlen will und 2., dass das auch beim Arbeitnehmer auch ankommt ;)
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon Gruwe » Mo 1. Jul 2019, 11:43

Misterfritz hat geschrieben:(01 Jul 2019, 09:47)

Sicherlich,
aber das heisst 1. nicht, dass der Kunde (z.B. Restaurantbesucher) das auch zahlen will und 2., dass das auch beim Arbeitnehmer auch ankommt ;)


Es ging mir ja nicht um den Arbeitnehmer, sondern um den Anbieter des Produktes, also um die Tatsache, dass auf einem Markt eben immer Anbieter und Nachfrager aufeinandertreffen.
Das der Nachfrager möglichst wenig bezahlen möchte, ich trivial. Dass der Anbieter möglichst viel erhalten möchte, ebenso. Ich sehe jetzt nicht, warum das "negativ" sein sollte.
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon Adam Smith » Mo 1. Jul 2019, 12:02

Gruwe hat geschrieben:(01 Jul 2019, 11:43)

Das der Nachfrager möglichst wenig bezahlen möchte, ich trivial. Dass der Anbieter möglichst viel erhalten möchte, ebenso. Ich sehe jetzt nicht, warum das "negativ" sein sollte.


Im Prinzip natürlich nicht. Es wird auch das angeboten was nachgefragt wird. Auch wenn das immer mal wieder ungläubiges Staunen verursacht. Es kann aber durchaus manchmal vorteilhaft sein, die Marktwirtschaft außer Kraft zu setzen. Photovoltaikanlagen wären hier ein gutes Beispiel.
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon Senexx » Mo 1. Jul 2019, 12:48

Die FAZ hat das Thema nun auch entdeckt:

Es gibt wieder Entlassungen. Plötzlich kündigen Konzerne Massenentlassungen an. Müssen wir uns wieder an Arbeitslosigkeit gewöhnen?


https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ ... 60651.html
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon zollagent » Mo 1. Jul 2019, 13:56

Senexx hat geschrieben:(01 Jul 2019, 12:48)

Die FAZ hat das Thema nun auch entdeckt:



https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ ... 60651.html

Das wäre nur die halbe Betrachtungsweise. Man sollte schon gegenchecken, ob die dort Entlassenen auch wieder neue Arbeitsverhältnisse finden.
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon Gruwe » Mo 1. Jul 2019, 14:54

Adam Smith hat geschrieben:(01 Jul 2019, 12:02)

Im Prinzip natürlich nicht. Es wird auch das angeboten was nachgefragt wird. Auch wenn das immer mal wieder ungläubiges Staunen verursacht. Es kann aber durchaus manchmal vorteilhaft sein, die Marktwirtschaft außer Kraft zu setzen. Photovoltaikanlagen wären hier ein gutes Beispiel.


Ja, das ist schon klar! Bei sowas liegt aber Marktversagen vor. Darauf wollte ich mit meiner einfachen "Klarstellung" jetzt nicht eingehen. Sowas liegt im Allgemeinen auch in der Gastronomie nicht vor.
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon Adam Smith » Mo 1. Jul 2019, 15:14

Gruwe hat geschrieben:(01 Jul 2019, 14:54)

Ja, das ist schon klar! Bei sowas liegt aber Marktversagen vor. Darauf wollte ich mit meiner einfachen "Klarstellung" jetzt nicht eingehen. Sowas liegt im Allgemeinen auch in der Gastronomie nicht vor.


Nö. Nur sind hier viele Studenten beschäftigt.
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 1. Jul 2019, 16:00

Adam Smith hat geschrieben:(30 Jun 2019, 19:22)

Hier gibt es auch noch einen Link zu dem Thema.

https://www-derwesten-de.cdn.ampproject ... 59963.html

Die Roboter dienen der Unterhaltung und dürften mehr Aufwand verursachen als Nutzen.

Richtig. Das ist etwas um ins Gespräch zu kommen. Ist aber auch gefährlich wenn man sonst eigentlich nichts zu bieten hat was es sonst an jeder Straßenecke kriegt.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon jorikke » Mo 1. Jul 2019, 20:44

Senexx hat geschrieben:(01 Jul 2019, 12:48)

Die FAZ hat das Thema nun auch entdeckt:



https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ ... 60651.html


Muss es denn unbedingt Arbeitsmangel sein, der Entlassungen bewirkt?
Ich war 45 Jahre in einem "hightec" Unternehmen beschäftigt.
In dieser Zeit habe ich 4 x eine Entlassungswelle mit erlebt.
In der gleichen Zeit stieg aber die Zahl der Beschäftigten von 120 auf jetzt ca. 9000 an.
Tatsächlich war der Hauptgrund jedes Mal die Qualifikationsfrage. Will eine Fa. technologisch an der Spitze bleiben, muss sie zwangsläufig auch Leute mit hoher Qualifikation beschäftigen. In einer Zeit in der die Elektronik drei mal am Tag Großvater wird, sind das, so schmerzlich es für die "erfahrenen" Mitarbeiter ist, die jungen, frisch von den Hochschulen kommenden.
Für die muss man Platz machen, übrigens auch ein ethisches Problem, die älteren Führungskräfte der mittleren Ebene können anständiger Weise nicht nach unten durchgereicht werden.
Diese Alten, Erfahrenen, müssen zwangsläufig "entsorgt" werden. Diese Zahlen tauchen dann als Arbeitsplatzverluste in der Presse auf und werden falsch interpretiert.
In meinem Fall bedeutete es drei Jahre vorzeitigen Ruhestand bei vollem finanziellen Ausgleich. Zusätzlich etwa 150.000 DM auf die Kralle.
Meine Kollegen und ich haben den "Rausschmiss" gefeiert.
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon Eiskalt » Mo 1. Jul 2019, 20:50

Die Bauern bekommen ja auch angeblich nicht genug für die Milch um kostendeckend zu arbeiten. Aber dann müsste es ja ein Bauernsterben geben.
Hab ich aber nichts von gehört.
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon Odin1506 » Mo 1. Jul 2019, 21:18

jorikke hat geschrieben:(01 Jul 2019, 20:44)

Muss es denn unbedingt Arbeitsmangel sein, der Entlassungen bewirkt?
Ich war 45 Jahre in einem "hightec" Unternehmen beschäftigt.
In dieser Zeit habe ich 4 x eine Entlassungswelle mit erlebt.
In der gleichen Zeit stieg aber die Zahl der Beschäftigten von 120 auf jetzt ca. 9000 an.
Tatsächlich war der Hauptgrund jedes Mal die Qualifikationsfrage. Will eine Fa. technologisch an der Spitze bleiben, muss sie zwangsläufig auch Leute mit hoher Qualifikation beschäftigen. In einer Zeit in der die Elektronik drei mal am Tag Großvater wird, sind das, so schmerzlich es für die "erfahrenen" Mitarbeiter ist, die jungen, frisch von den Hochschulen kommenden.
Für die muss man Platz machen, übrigens auch ein ethisches Problem, die älteren Führungskräfte der mittleren Ebene können anständiger Weise nicht nach unten durchgereicht werden.
Diese Alten, Erfahrenen, müssen zwangsläufig "entsorgt" werden. Diese Zahlen tauchen dann als Arbeitsplatzverluste in der Presse auf und werden falsch interpretiert.
In meinem Fall bedeutete es drei Jahre vorzeitigen Ruhestand bei vollem finanziellen Ausgleich. Zusätzlich etwa 150.000 DM auf die Kralle.
Meine Kollegen und ich haben den "Rausschmiss" gefeiert.


Ist ja schön für dich, aber was macht ein Werftarbeiter, der 40 Jahre bei einer Werft war(inklusiv seiner Lehre), also von seinem 16. Lebensjahr an, und wegen Stellenabbau "sozialverträglich" entlassen wird.
Achso, der hat dann die Arschkarte gezogen. Mit 56 arbeitslos ALG1 ind mit 58 dann Hartz4 und Altersarmut. Tolle Aussichten.
Ich bin keine Signatur, ich putze hier nur!!! :p
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon zollagent » Di 2. Jul 2019, 11:20

Odin1506 hat geschrieben:(01 Jul 2019, 21:18)

Ist ja schön für dich, aber was macht ein Werftarbeiter, der 40 Jahre bei einer Werft war(inklusiv seiner Lehre), also von seinem 16. Lebensjahr an, und wegen Stellenabbau "sozialverträglich" entlassen wird.
Achso, der hat dann die Arschkarte gezogen. Mit 56 arbeitslos ALG1 ind mit 58 dann Hartz4 und Altersarmut. Tolle Aussichten.

Wer so lange beschäftigt war und Rentenbeiträge gezahlt hat, wird nicht "altersarm". Denn die Rentenansprüche verfallen ja nicht.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon Trifels » Di 2. Jul 2019, 12:18

Geht nicht um Rente -> Zukunft.

Weiter geht es.

Info 1 :

https://www.ksta.de/wirtschaft/vorwerk- ... n-32790128

Lauf der Dinge = heute wandern die Produkte. Nicht die Waren.
Denkanstoß. Gesicherte Quelle/Info -> take it or leave it.
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon Gruwe » Di 2. Jul 2019, 15:02

Odin1506 hat geschrieben:(01 Jul 2019, 21:18)

Ist ja schön für dich, aber was macht ein Werftarbeiter, der 40 Jahre bei einer Werft war(inklusiv seiner Lehre), also von seinem 16. Lebensjahr an, und wegen Stellenabbau "sozialverträglich" entlassen wird.
Achso, der hat dann die Arschkarte gezogen. Mit 56 arbeitslos ALG1 ind mit 58 dann Hartz4 und Altersarmut. Tolle Aussichten.


Naja, das ist in der Tat problematisch bei allen Produktiosntätigkeiten. Wer 10 Jahre am Band gestanden hat und rausfliegt, was hat der denn dann großartig vorzuweisen, weswegen man ihn einstellen sollte? Wenn er eine Berufsausbildung gemacht hat, ist diese nach 10 Jahren annähernd wertlos. Und auf Berufserfahrung in ach so tollen Projekten kann er auch nicht verweisen.
Klar, diese Jobs werden verhältnismäßig gut bezahlt...aber ob das dieses Risiko ausgleicht? Ich wage es zu bezweifeln!

Ansonsten denke ich, dass man von den Leuten durchaus erwarten kann, ihr "Risiko" während einer Beschäftigung zu antizipieren, d.h. sich stets klar machen, was es bedeuten würde, wenn man selbst "morgen" auf der Straße landet. Ist man durch seine Tätigkeit ausreichend darauf vorbereitet, also hat man Kompetenzen erlernt, die man später gut vorweisen kann oder nicht und wenn, wo kann man daran was verbessern. Sorry, aber wer 20 Jahre irgendwo arbeitet und dort stagniert, der hat dann eben ein Problem und ich sehe nicht, dass man diese Verantwortung (zu großen Stücken) auf die Gesellschaft abwälzen sollte!
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon imp » Di 2. Jul 2019, 15:20

Gruwe hat geschrieben:(02 Jul 2019, 15:02)

Naja, das ist in der Tat problematisch bei allen Produktiosntätigkeiten. Wer 10 Jahre am Band gestanden hat und rausfliegt, was hat der denn dann großartig vorzuweisen, weswegen man ihn einstellen sollte? Wenn er eine Berufsausbildung gemacht hat, ist diese nach 10 Jahren annähernd wertlos. Und auf Berufserfahrung in ach so tollen Projekten kann er auch nicht verweisen.
Klar, diese Jobs werden verhältnismäßig gut bezahlt...aber ob das dieses Risiko ausgleicht? Ich wage es zu bezweifeln!

Ansonsten denke ich, dass man von den Leuten durchaus erwarten kann, ihr "Risiko" während einer Beschäftigung zu antizipieren, d.h. sich stets klar machen, was es bedeuten würde, wenn man selbst "morgen" auf der Straße landet. Ist man durch seine Tätigkeit ausreichend darauf vorbereitet, also hat man Kompetenzen erlernt, die man später gut vorweisen kann oder nicht und wenn, wo kann man daran was verbessern. Sorry, aber wer 20 Jahre irgendwo arbeitet und dort stagniert, der hat dann eben ein Problem und ich sehe nicht, dass man diese Verantwortung (zu großen Stücken) auf die Gesellschaft abwälzen sollte!

Es ist immer die Frage. Wenn man mit körperlich oder geistig einseitigen Themen über Jahre ausgelaugt ist, vielleicht noch mit vielen Überstunden oder Unterbesetzung kämpft, dann ist es gerade im fortgeschrittenen Alter nicht so leicht, sich für ein neues Thema interessant zu machen, Wissen und Referenzen aufzubauen. Für viele heißt es ab einem gewissen Alter, hoffen, dass es halbwegs erträglich so weit ans Ziel wie möglich geht.

Es gibt in der aktuellen Situation für viele andere auch ein ganz anderes Bild, dass man sie in Teilzeit und mit netten Extras noch überredet, über das Rentenalter hinaus noch tätig werden, weil kein passender Ersatz so schnell gefunden werden kann. Es kann aber keiner sich drauf verlassen, dass es für ihn so laufen wird. So mancher gesuchte Spezialist war einfach nicht mehr relevant irgendwann.
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon franktoast » Do 4. Jul 2019, 21:17

Senexx hat geschrieben:(27 Jun 2019, 11:14)

BASF, SAP, und, und, und...

Nun will auch Audi Stellen streichen - gleich ein Fünftel, insgesamt 10000 Jobs

https://www.focus.de/finanzen/boerse/ab ... 68755.html

Sind das die Vorboten eine großen Arbeisplatzvernichtungswelle oder nur unbeduetende Anpassungen? Oder lediglich Reaktionen auf die derzeitige Rezession in wichtigen Bereichen unserer Wirtschaft?

Wann hat Audi eigentlich diese 10 000 Stellen aufgebaut, die sie nun abbauen wollen? Die Schlagzeile hab ich wohl überlesen...

Eigentlich ist es ein normaler Prozess. Unzählige kleine Unternehmen gründen sich und steigern ihre Anzahl von Mitarbeitern. Manche gehen pleite, andere werden aufgekauft. Daraus ergeben sich Synergien und man kann das Gleiche mit weniger Arbeitskräften schaffen, wodurch einzelne Mitarbeiter mehr verdienen und Produkte für den Endverbraucher günstiger werden.

PS: Dass es bei manchen Unternehmen mal nicht so rund läuft wie bei den deutschen Autobauern, kann auch mal vorkommen.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Orbiter1
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Re: Jobabbau in der Industrie

Beitragvon Orbiter1 » Do 4. Jul 2019, 22:13

franktoast hat geschrieben:(04 Jul 2019, 21:17)

Wann hat Audi eigentlich diese 10 000 Stellen aufgebaut, die sie nun abbauen wollen? Die Schlagzeile hab ich wohl überlesen...
Wenn Audi 3 Jahre nach Bekanntwerden des Diesel-Skandals noch Diesel-Fahrzeuge verkauft die mit 4 Abschaltvorrichtungen ausgestattet sind wundert es mich wieso die nur 20% der Arbeitsplätze streichen müssen.

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