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Re: Ostdeutschland: Einwohnerzahl sinkt dramatisch

Verfasst: Di 16. Jul 2019, 22:44
von H2O
imp hat geschrieben:(16 Jul 2019, 22:37)

Ich bereise die Ostgebiete gelegentlich aber was ist eine Soljanka-Bude?


Eine Soljankabude ist in meinem Sprachgebrauch eine Gartenlaube in einem Hausgarten, der zur behelfsmäßigen Kneipe für die wenigen verbliebenen Kumpels im Ort entwickelt wurde. Eine ganz andere Welt, wenn ich mit westlichen Kleinstädten vergleiche. Kein Ort zum Ausspannen für verwöhnte Wessis.

Re: Ostdeutschland: Einwohnerzahl sinkt dramatisch

Verfasst: Di 16. Jul 2019, 22:49
von imp
H2O hat geschrieben:(16 Jul 2019, 22:44)

Eine Soljankabude ist in meinem Sprachgebrauch eine Gartenlaube in einem Hausgarten, der zur behelfsmäßigen Kneipe für die wenigen verbliebenen Kumpels im Ort entwickelt wurde. Eine ganz andere Welt, wenn ich mit westlichen Kleinstädten vergleiche. Kein Ort zum Ausspannen für verwöhnte Wessis.

Sowas kenne ich nicht. Ich kenne Dönerläden und sowas.

Re: Ostdeutschland: Einwohnerzahl sinkt dramatisch

Verfasst: Di 16. Jul 2019, 23:06
von H2O
imp hat geschrieben:(16 Jul 2019, 22:49)

Sowas kenne ich nicht. Ich kenne Dönerläden und sowas.

Tja, ich hatte die Landstraße benannt und den Landesteil.

Re: Ostdeutschland: Einwohnerzahl sinkt dramatisch

Verfasst: Di 16. Jul 2019, 23:13
von imp
H2O hat geschrieben:(16 Jul 2019, 23:06)

Tja, ich hatte die Landstraße benannt und den Landesteil.

Irgendwie sind das auch Deutsche. Evtl kann man eine Art Franchise für Dorfkneipen auflegen, um das zu ändern. Sowas wie McDonald's, wo es äußerlich aussieht wie Hamburger, aber knallhart durchkalkuliert und tausendfach erprobt.

Re: Ostdeutschland: Einwohnerzahl sinkt dramatisch

Verfasst: Di 16. Jul 2019, 23:21
von Quatschki
imp hat geschrieben:(16 Jul 2019, 23:13)

Irgendwie sind das auch Deutsche. Evtl kann man eine Art Franchise für Dorfkneipen auflegen, um das zu ändern. Sowas wie McDonald's, wo es äußerlich aussieht wie Hamburger, aber knallhart durchkalkuliert und tausendfach erprobt.

Glaube ich nicht, dass das funktioniert.
In dem Moment, wo Miete oder Pacht erwirtschaftet werden muß, könnte so eine Bude schon nicht mehr kostendeckend betrieben werden.

Re: Ostdeutschland: Einwohnerzahl sinkt dramatisch

Verfasst: Di 16. Jul 2019, 23:24
von imp
Quatschki hat geschrieben:(16 Jul 2019, 23:21)

Glaube ich nicht, dass das funktioniert.
In dem Moment, wo Miete oder Pacht erwirtschaftet werden muß, könnte so eine Bude schon nicht mehr kostendeckend betrieben werden.

Das ist achon möglich, dass das scheitert. Andererseits kann man vielleicht der Kommune einen Zuschuss aus der Tasche ziehen, leerstehende Ex-Kitas oder dergleichen, die man von der Gemeinde verbilligt pachtet oder sowas. Da können dann die Ex - Kinder auf die Zukunft exen.

Re: Ostdeutschland: Einwohnerzahl sinkt dramatisch

Verfasst: Di 16. Jul 2019, 23:28
von Quatschki
Wenn man eine gut gehende Mafia hätte, könnte man solche Kneipen zur Geldwäsche nutzen.
Da käme es dann auf die tatsächliche Besucherfrequenz nicht so an.
Aber in manchen Gegenden geht sogar die Mafia pleite.

Re: Ostdeutschland: Einwohnerzahl sinkt dramatisch

Verfasst: Di 16. Jul 2019, 23:32
von imp
Quatschki hat geschrieben:(16 Jul 2019, 23:28)

Wenn man eine gut gehende Mafia hätte, könnte man solche Kneipen zur Geldwäsche nutzen.
Da käme es dann auf die tatsächliche Besucherfrequenz nicht so an.
Aber in manchen Gegenden geht sogar die Mafia pleite.

Die andere Option wäre, eine Kneipe von AWO, Diakonie, VS oder dergleichen betreiben zu lassen. Das wäre das Pendant zur Mafia. Oder eine rollende Kneipe auf stillgelegten Bahngleisen pendeln zu lassen. Man müsste nur die Bäume wegsägen, die darauf wachsen. So könnte man auch die Kaufkraft mehrer Dörfer verbinden.

Re: Ostdeutschland: Einwohnerzahl sinkt dramatisch

Verfasst: Mi 17. Jul 2019, 00:22
von Iwan der Liebe
Was soll die Panik? Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen wird dort eine Mauer gebaut und der Zuzug von Wirtschaftsflüchtlingen aus dieser Region verhindert! :thumbup:

Als Mauerschützen könnte man vielleicht neben Frau von Storch ein paar alte DDR-Grenzer gewinnen, die sich auf diese Weise ihre GruSi aufbessern würden.

Re: Ostdeutschland: Einwohnerzahl sinkt dramatisch

Verfasst: Mi 17. Jul 2019, 06:26
von Misterfritz
Rasanter Strukturwandel
Jobwunder Ost

Hmmm, es bewegt sich doch was im Osten.

Re: Ostdeutschland: Einwohnerzahl sinkt dramatisch

Verfasst: Mi 17. Jul 2019, 06:59
von Ger9374
H2O hat geschrieben:(16 Jul 2019, 22:33)

Tja, man kann ja immer wieder nur den eigenen Eindruck schildern: Vor einigen Monaten war die Nord-Autobahn A20 vor Rostock unterbrochen (weggesackt!), und so bin ich versuchsweise über die Landstraße 110 ausgewichen, so richtig hinein ins Brandenburger Land, oder war das das südliche Mecklenburg-Vorpommern? Das war eine Reise in eine andere Welt. Auf Hauptstraßen durch den historisch bekannten Ort mit Tischlerplatten zugenagelte Häuser, seit vielen Jahren nicht mehr gestrichen. Kein funktionierender Laden oder Betrieb zu entdecken. Am Ortsrand etwas Gewerbegebiet und eine Tankstelle. Da geriet meine Stimmung wie von allein auf einen Nullpunkt... und dann denke ich an die Menschen, die in dieser trostlosen Umgebung ihr Leben fristen sollen. Da bleibt doch nur noch die Flucht für alle jene, die aus ihrem Leben etwas machen möchten... eine beruflich erfolgreiche Laufbahn, gelegentlich einmal nett ausgehen mit Freunden... und da meine ich keine Soljanka-Bude... nix gegen diese Suppe, aber als Höhepunkt eines abendlichen Ausgangs wenig anziehend. Ich vermute, daß diese Suppe in großen Eimern vertrieben wird...





Es war mir nicht klar das der Wegzug aus dem Osten so krass ausfällt .
Landflucht auch aus kleineren Orten vermutlich.

Re: Ostdeutschland: Einwohnerzahl sinkt dramatisch

Verfasst: Mi 17. Jul 2019, 07:39
von imp
Ger9374 hat geschrieben:(17 Jul 2019, 06:59)

Es war mir nicht klar das der Wegzug aus dem Osten so krass ausfällt .
Landflucht auch aus kleineren Orten vermutlich.

Es ist sehr unterschiedlich, wie gesagt. Manchen Klein- und Mittelstädten geht es gar nicht so schlecht, in manchen Dörfern sind die Häuser herausgeputzt und die Grundstücke sehr nachgefragt von jungen Familien oder Zuzüglern. Die Zeit des Strukturwandels haben sich viele Familien eingeigelt, wenn sie nicht wegzogen. Die Rente von "glücklichen Jahrgängen" (Vollverdienerpaare, die rechtzeitig spätestens 1992 mit geringen Abschlägen in den Feierabend gingen) war in vielen Fällen der soziale Rettungsanker für etliche Kleinstadtfamilien. Der Wegzug vieler anderer hat sich auch positiv auf die Arbeitslosigkeit und auf den Lohndruck ausgewirkt. Vereinfacht gesagt, haben die Weggezogenen nicht nur für sich selbst ein besseres Leben ermöglicht - Weil das vereinfacht ist, muss man auch über die Schattenseiten reden: Fachkräfte- und Azubimangel, in vielen Fällen steht bei kleinen Firmen die Schließung aus Altersgründen an, weil oft keine geeigneten Nachfolger gefunden werden. Manche Orte veröden regelrecht, auch wenn das nicht die Regel ist. Zudem schlägt sich der Abfluss mobiler, geistig beweglicher jung-erwachsener Jahrgänge über mehrere Jahrzehnte auch im Wahlverhalten nieder, im bürgerschaftlichen Engagement, im Spendenverhalten. Aktuell gehen auch einige Geschäftsmodelle kaputt, weil sie lediglich auf den geringeren Löhnen in der Region basierten - entweder müssen sie die Löhne wegen Mindestlohnregeln erhöhen oder in anderen Fällen finden sie keine guten Nachfolger mehr auf freiwerdende Stellen, da viele Arbeitnehmer bessere Optionen haben - und der Wegzug ist ultimativ immer noch eine Option.

Daneben gibt es einige Städte wie Potsdam, Jena, Dresden, Halle oder Chemnitz, die mittlerweile wieder an ihren Rang vor dem zweiten Weltkrieg anknüpfen können und Zuzüge aus ganz Deutschland, EU-Land und darüber hinaus anziehen. Die kleinen Firmen oder Konzernfilialen sind teilweise kleine Champions des Weltmarktes und ziehen international hoch- und höchstqualifizierte mobile jüngere Menschen an, teilweise mit Familie. Dadurch wird in diesen Städten ein wesentlich liberaleres und moderneres Gesellschaftsklima in einigen Milieus gestärkt, was umgekehrt in anderen Teilen der Stadtbevölkerung vor allem in Randlagen zu extremen Gegenbeispielen im Kontrast steht. Man darf nicht vergessen, Freital und Heidenau sind im Prinzip Dresden-Vorstadt, ebenso liegen rund um Jena und Potsdam einige Kleinstädte und Dörfer mit extrem rückwärtsgewandten Einflüssen. Über Chemnitz muss an dieser Stelle kaum etwas gesagt werden. Auch Leipzig, in meinen Augen ein Has-Been der ostdeutschen Aufschwung-Story, hat neben dem viel gelobten liberalen Element eine verfestigte rechtsextreme Szene, hat neben den wichtigen Firmen und der Universität auch eine über Jahrzehnte etablierte Schicht von Langzeitarbeitslosen und Teilzeitbeschäftigten in unteren Lohngruppen.

Insgesamt darf man nicht sein Bild von den neuen Bundesländern allein aus dem Besuch einer ausgewählten Großstadt oder eines verfallenen Autobahndorfs beziehen, wenn man das Thema voll erfassen möchte. Soll die Wirtschaft im deutschen Osten auf Dauer bestehen, muss sie das Problem der Betriebsnachfolge und des Arbeitskräftemangels aktiv angehen - das wird nur möglich, wenn die Gesellschaft dort ihren Frieden auch mit Zuzügen von weiter her macht.

Re: Ostdeutschland: Einwohnerzahl sinkt dramatisch

Verfasst: Mi 17. Jul 2019, 07:41
von 3x schwarzer Kater
Misterfritz hat geschrieben:(17 Jul 2019, 06:26)

Rasanter Strukturwandel
Jobwunder Ost

Hmmm, es bewegt sich doch was im Osten.


Auch wenn es zynisch klingt. Aber irgendwann stirbt auch die Generation aus, die durch den Sozialismus versaut wurde und es wächst eine neue Generation heran, die diese Bürde nicht tragen muss. Und die weiß schon, was sie tun muss.

Re: Ostdeutschland: Einwohnerzahl sinkt dramatisch

Verfasst: Mi 17. Jul 2019, 07:43
von H2O
Ger9374 hat geschrieben:(17 Jul 2019, 06:59)

Es war mir nicht klar das der Wegzug aus dem Osten so krass ausfällt .
Landflucht auch aus kleineren Orten vermutlich.


Diese Entwicklung trifft sicher auch Gemeinden im Westen Deutschlands; wenn dort der altbewährte Broterwerb entfällt, dann findet man dort überwiegend Menschen, die von öffentlichen Geldern leben. Natürlich sind für Pendler die Entfernungen nicht so groß wie im Osten. In Rheinland-Pfalz, Landkreis Donnersberg, konnte ich solche Verödung auch sehen: Kein Bäcker, kein Schlachter, kein Tante Emma-Laden, nichts. Die Kinder werden in Omnibussen abgefahren... tote Hose. Die Gastwirtschaft meist geschlossen. Ich meine, daß unser Wirtschaftssystem nicht vernünftig aufgebaut ist. Ungesund hohe Verdichtung an vielen Orten und noch mehr Verödung an anderen Orten... wo doch schon einmal Leben war; nicht nur kleine Landwirtschaft. In Lothringen ist das aber auch nicht anders.

Re: Ostdeutschland: Einwohnerzahl sinkt dramatisch

Verfasst: Mi 17. Jul 2019, 07:49
von H2O
3x schwarzer Kater hat geschrieben:(17 Jul 2019, 07:41)

Auch wenn es zynisch klingt. Aber irgendwann stirbt auch die Generation aus, die durch den Sozialismus versaut wurde und es wächst eine neue Generation heran, die diese Bürde nicht tragen muss. Und die weiß schon, was sie tun muss.


Das glaube ich nicht... das mit dem Aussterben schon, aber die Sache mit dem Aufschwung weniger. Das sind Fehlleistungen unserer Wirtschaftsweise, die in ganz Deutschland zu beobachten sind. Eine kaum für möglich zu haltende Selbstlosigkeit überhitzter Standorte müßte geweckt werden, damit Investitionen und Menschen wieder "in die Fläche" geleitet werden. Das Gegenteil ist wirksam: Wo schon etwas brummt, kommen mehr Unternehmen, die da mitbrummen wollen.

Re: Ostdeutschland: Einwohnerzahl sinkt dramatisch

Verfasst: Mi 17. Jul 2019, 08:06
von Europa2050
3x schwarzer Kater hat geschrieben:(17 Jul 2019, 07:41)

Auch wenn es zynisch klingt. Aber irgendwann stirbt auch die Generation aus, die durch den Sozialismus versaut wurde und es wächst eine neue Generation heran, die diese Bürde nicht tragen muss. Und die weiß schon, was sie tun muss.


Die neue Generation muss nur schauen, dass sie sich nicht von den einfachen Parolen des Faschismus versauen lässt.

Denn die Hinwendung zu westlich liberalen Werten sehe ich zumindestens flächendeckend nicht. Offensichtlich hält sich das geistige Vermächtnis von Eduard von Schn doch länger als gedacht.

Gibt halt solche und solche ...

Re: Ostdeutschland: Einwohnerzahl sinkt dramatisch

Verfasst: Mi 17. Jul 2019, 08:21
von Alter Stubentiger
H2O hat geschrieben:(17 Jul 2019, 07:43)

Diese Entwicklung trifft sicher auch Gemeinden im Westen Deutschlands; wenn dort der altbewährte Broterwerb entfällt, dann findet man dort überwiegend Menschen, die von öffentlichen Geldern leben. Natürlich sind für Pendler die Entfernungen nicht so groß wie im Osten. In Rheinland-Pfalz, Landkreis Donnersberg, konnte ich solche Verödung auch sehen: Kein Bäcker, kein Schlachter, kein Tante Emma-Laden, nichts. Die Kinder werden in Omnibussen abgefahren... tote Hose. Die Gastwirtschaft meist geschlossen. Ich meine, daß unser Wirtschaftssystem nicht vernünftig aufgebaut ist. Ungesund hohe Verdichtung an vielen Orten und noch mehr Verödung an anderen Orten... wo doch schon einmal Leben war; nicht nur kleine Landwirtschaft. In Lothringen ist das aber auch nicht anders.

Das hat mit dem Witschaftssystem nichts zu tun. Das war schon bei den Römern und bei den alten Griechen und bei den Ägyptern so. Menschen ziehen da in wo die Bedingungen stimmen. Und in Ostdeutschland, auf dem platten Land, stimmt eben nichts. Das liegt oft an der Mentalität der Leute die da wohnen. Die hätten wie in Baden-Württemberg nach dem Krieg selber viel aktiver werden müssen. Aber man hat gedacht der Staat wäre dafür zuständig. An Neue Dinge gewöhnt man sich da auch viel zu langsam bis gar nicht. Darum wollen da allenfalls Polen hin die zumindest die Grenzregion an manchen Stellen etwas beleben. Die freuen sich über die billigen Immobilien und weil die Lebensbedingungen doch immerhin besser sind als in Westpolen/Schlesien. Und da haben wir es wieder. Die Menschen ziehen dahin wo die Bedingungen besser sind.

Re: Ostdeutschland: Einwohnerzahl sinkt dramatisch

Verfasst: Mi 17. Jul 2019, 08:26
von Alter Stubentiger
3x schwarzer Kater hat geschrieben:(17 Jul 2019, 07:41)

Auch wenn es zynisch klingt. Aber irgendwann stirbt auch die Generation aus, die durch den Sozialismus versaut wurde und es wächst eine neue Generation heran, die diese Bürde nicht tragen muss. Und die weiß schon, was sie tun muss.

Die Zahl der Erwerbstätigen im Osten ist kaum höher als 1996. Du hast also Recht. Die Erwerbsfähigen sterben aus oder ziehen weg. Und dann sinkt die Arbeitslosigkeit.
Funktionierenden Strukturwandel gibt es wohl nur im Speckgürtel um Berlin oder Dresden oder Teilen von Thüringen.

Re: Ostdeutschland: Einwohnerzahl sinkt dramatisch

Verfasst: Mi 17. Jul 2019, 08:36
von 3x schwarzer Kater
H2O hat geschrieben:(17 Jul 2019, 07:49)

Das glaube ich nicht... das mit dem Aussterben schon, aber die Sache mit dem Aufschwung weniger. Das sind Fehlleistungen unserer Wirtschaftsweise, die in ganz Deutschland zu beobachten sind. Eine kaum für möglich zu haltende Selbstlosigkeit überhitzter Standorte müßte geweckt werden, damit Investitionen und Menschen wieder "in die Fläche" geleitet werden. Das Gegenteil ist wirksam: Wo schon etwas brummt, kommen mehr Unternehmen, die da mitbrummen wollen.


Zu kurz gedacht. Die Gegenden die brummen deswegen, weil die Menschen, die dort leben etwas unternehmen. Daher kommt auch der Begriff "Unternehmer". Wenn alle aber nur darauf warten, dass andere was unternehmen .... dann passiert natürlich nix. Und da sind wir letztendlich wieder beim Sozialismus, der den Menschen das letzte Quäntchen Selbstverantwortung aberzogen hat. Aber wie geschrieben, diese Generationenproblem löst sich mit der Zeit.

Re: Ostdeutschland: Einwohnerzahl sinkt dramatisch

Verfasst: Mi 17. Jul 2019, 08:56
von imp
3x schwarzer Kater hat geschrieben:(17 Jul 2019, 08:36)

Zu kurz gedacht. Die Gegenden die brummen deswegen, weil die Menschen, die dort leben etwas unternehmen. Daher kommt auch der Begriff "Unternehmer". Wenn alle aber nur darauf warten, dass andere was unternehmen .... dann passiert natürlich nix. Und da sind wir letztendlich wieder beim Sozialismus, der den Menschen das letzte Quäntchen Selbstverantwortung aberzogen hat. Aber wie geschrieben, diese Generationenproblem löst sich mit der Zeit.

Da sehe ich schon auch einen anderen Faktor am Werk. Neben der Tatsache, dass die Menschen im typischen Lebensalter für Selbständigkeit und Investition in der Region eher knapp sind, dürfte auch die meist schmale Kapitalausstattung manchen, der könnte und wollte, ausbremsen. Zwar bekommt man derzeit Kredite und andere Investitionsformen vergleichsweise billig, aber auch nur, wenn dem harte Faktoren wie Eigenkapital, erprobtes Geschäftsmodell, Erfahrungsnachweise hinzukommen. Basel III funktioniert für manche Sektoren nicht so gut, wenn man "einfach mal anpacken" will und am Anfang steht.