Die EZB und die wunderbare Geldvermehrung zur Rettung von systemrelevanten Banken

Moderator: Moderatoren Forum 1

Benutzeravatar
Skull
Moderator
Beiträge: 22445
Registriert: Do 12. Apr 2012, 22:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW

Re: Die EZB und die wunderbare Geldvermehrung zur Rettung von systemrelevanten Banken

Beitragvon Skull » Do 16. Mai 2019, 23:45

§ 8 Spam

In allen anderen Fällen inkl. Strangeröffnungen:
c. Beiträge die ohne eigenen Kommentar aus anderen Quellen kopiert und in das Forum eingefügt werden (copy & paste).
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Sybilla
Beiträge: 766
Registriert: Di 3. Jun 2008, 21:56

Re: Die EZB und die wunderbare Geldvermehrung zur Rettung von systemrelevanten Banken

Beitragvon Sybilla » Fr 17. Mai 2019, 17:11

Wähler hat geschrieben:(15 Mar 2019, 17:13)

Natürlich gibt es Giralgeldschöpfung:
https://de.wikipedia.org/wiki/Giralgeldsch%C3%B6pfung
https://de.wikipedia.org/wiki/Geldsch%C3%B6pfung
Bitte das Thema "Neues Geldsystem" hier diskutieren:
viewtopic.php?f=4&t=49095
Hier in diesem Thread geht es um die Geldpolitik der EZB und den Zentralbankgeldkreislauf, zu dem auch das Bargeld gehört. Es ist schon sinnvoll, diese beiden Geldkreisläufe auseinanderzuhalten, zumal sie sich auch in der ehemaligen Geldmenge M0 und der noch ausgewiesenen Geldmenge M1 der EZB widerspiegeln. Die Geldpolitik der EZB hat auch erhebliche Auswirkungen auf die private Vermögensbildung.


In der Diskussion war ja lange strittig wer Geld schöpft und ob dass geschöpfte Geld nach der Schöpfung durch die Banken tatsächlich da ist.
In der verlinkten SWR- Reportage Die Große Geldflut: Wie Reiche immer reicher werden Wird die Geldschöpfung so erklärt, dass dieser Vorgang von nahezu allen verstanden werden kann. Ebenso die Folgen der exorbitant hohen Geldschöpfung deren Risiken und die Gefahren der Null Zins Politik, des weiteren werden Alternativen aufgezeigt.

Diese Reportage verdeutlicht sehr anschaulich die Inhalte dieser Diskussion, für manchen mag dass sicherlich eine sehr ärgerliche Reportage sein, denn diese Reportage erklärt ein System in dem mancher sehr gut und gerne lebt.
Benutzeravatar
Dampflok94
Moderator
Beiträge: 12834
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 17:59
Benutzertitel: Betriebsrat
Wohnort: Berlin

Re: Die EZB und die wunderbare Geldvermehrung zur Rettung von systemrelevanten Banken

Beitragvon Dampflok94 » Sa 18. Mai 2019, 12:29

Sybilla hat geschrieben:(17 May 2019, 17:11)

In der Diskussion war ja lange strittig wer Geld schöpft und ob dass geschöpfte Geld nach der Schöpfung durch die Banken tatsächlich da ist.
In der verlinkten SWR- Reportage Die Große Geldflut: Wie Reiche immer reicher werden Wird die Geldschöpfung so erklärt, dass dieser Vorgang von nahezu allen verstanden werden kann. Ebenso die Folgen der exorbitant hohen Geldschöpfung deren Risiken und die Gefahren der Null Zins Politik, des weiteren werden Alternativen aufgezeigt.

Diese Reportage verdeutlicht sehr anschaulich die Inhalte dieser Diskussion, für manchen mag dass sicherlich eine sehr ärgerliche Reportage sein, denn diese Reportage erklärt ein System in dem mancher sehr gut und gerne lebt.

Ein durchaus interessanter Beitrag. Allerdings sollte man sich weiter informieren. Manches ist doch arg verkürzt. Da wird z. B. behauptet, bis 1971 sei "das Geld" goldgedeckt gewesen. Das war aber "nur" der US-Dollar. Für die so hochgelobte und stabile D-Mark galt das nie. Mal abgesehen davon, daß die Golddeckung nicht aus Jux und Tollerei abgeschafft wurde.

Und dann der oft gezeigte Dr. Max Otte. Ein Fachmann fraglos. Allerdings sollte man auch wissen, daß der gute Mann schon seit vielen Jahren damit hausieren geht, der große Crash stehe kurz bevor. Da kann man im Netz viel finden.

Daß uns irgendwann diese wachsende Geldmenge um die Ohren fliegen wird, halte ich für wahrscheinlich. Aber wann und in welcher Form steht in den Sternen. Da bleibt ja auch der Beitrag undeutlich. Einerseits steht immer eine Inflation im Raum. Andererseits ist da von platzenden Aktien- und Immobilienblasen die Rede. Das sind aber zwei völlig gegensätzliche Szenarien. Denn wenn eine Währung inflationiert gibt es erst recht einen Run auf Sachwerte.

Dazu die Frage welcher Crash wen betrifft. Nehmen wir die Finanzkrise 2008 mit der Pleite der Gebrüder Lehman. Also für mich hatte das rein praktisch kaum Auswirkungen. Und ich behaupte mal, das ging vielen so. Natürlich nicht allen. Wer Finanzprodukte des Ladens gekauft hatte, sah in die Röhre. Aber ob die Apologeten des ganz großen Armageddons, die im Keller Nahrungsmittel, Batterien und gar Waffen horten, zum Zuge kommen, halte ich doch für extrem unwahrscheinlich.
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
Benutzeravatar
firlefanz11
Beiträge: 7460
Registriert: Mo 10. Sep 2012, 13:18

Re: Die EZB und die wunderbare Geldvermehrung zur Rettung von systemrelevanten Banken

Beitragvon firlefanz11 » Mo 20. Mai 2019, 11:00

Dampflok94 hat geschrieben:(18 May 2019, 12:29)
Und dann der oft gezeigte Dr. Max Otte. Ein Fachmann fraglos. Allerdings sollte man auch wissen, daß der gute Mann schon seit vielen Jahren damit hausieren geht, der große Crash stehe kurz bevor. Da kann man im Netz viel finden.

Der Crash kommt: die neue Weltwirtschaftskrise und wie Sie sich darauf vorbereiten, Buch von Max Otte, Datum der Erstveröffentlichung: 2006
Der Crash kommt: Die neue Weltwirtschaftskrise und was Sie jetzt tun können, Februar 2009
Sicher durch den Crash, 2010-01-12
:D :rolleyes:

Wobei ja tatsächlich ein Crash 2007 kam...

Aber ob die Apologeten des ganz großen Armageddons, die im Keller Nahrungsmittel, Batterien und gar Waffen horten, zum Zuge kommen, halte ich doch für extrem unwahrscheinlich.

Wahrlich, ich sage Euch: Dereinst werden wir wieder mit Gold- u. Silber Talern bezahlern... ;)
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
Benutzeravatar
Sanity
Beiträge: 409
Registriert: Do 29. Mär 2018, 11:56

Re: Die EZB und die wunderbare Geldvermehrung zur Rettung von systemrelevanten Banken

Beitragvon Sanity » Mi 22. Mai 2019, 14:36

Dampflok94 hat geschrieben:(18 May 2019, 12:29)

Ein durchaus interessanter Beitrag. Allerdings sollte man sich weiter informieren. Manches ist doch arg verkürzt. Da wird z. B. behauptet, bis 1971 sei "das Geld" goldgedeckt gewesen. Das war aber "nur" der US-Dollar. Für die so hochgelobte und stabile D-Mark galt das nie. Mal abgesehen davon, daß die Golddeckung nicht aus Jux und Tollerei abgeschafft wurde.


die D-Mark war über das Bretton-Woods-System an den Dollar gekoppelt und damit indirekt goldgedeckt. Dass seit den 60er Jahren die ausländischen Dollar-Reserven die US-amerikanischen Goldreserven deutlich überschritten haben, war ein Grund für den Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems Anfang der 70er Jahre. Die Behauptung, die D-Mark sei bis 1971 goldgedeckt gewesen, ist also nicht grundsätzlich falsch
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. (Gandhi)
Benutzeravatar
Skull
Moderator
Beiträge: 22445
Registriert: Do 12. Apr 2012, 22:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW

Re: Die EZB und die wunderbare Geldvermehrung zur Rettung von systemrelevanten Banken

Beitragvon Skull » Mi 22. Mai 2019, 16:10

Sanity hat geschrieben:(22 May 2019, 14:36)

Die Behauptung, die D-Mark sei bis 1971 goldgedeckt gewesen, ist also nicht grundsätzlich falsch

Doch ist sie. Weiterhin total falsch. Auch grundsätzlich. :)

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Benutzeravatar
Sanity
Beiträge: 409
Registriert: Do 29. Mär 2018, 11:56

Re: Die EZB und die wunderbare Geldvermehrung zur Rettung von systemrelevanten Banken

Beitragvon Sanity » Fr 24. Mai 2019, 10:36

Skull hat geschrieben:(22 May 2019, 16:10)

Doch ist sie. Weiterhin total falsch. Auch grundsätzlich. :)

mfg


falls du mehr als einen "Blödelkommentar" zu diesem Thema beitragen kannst, kannst du gerne folgendes Wikipedia-Zitat widerlegen: "Bis zu Beginn der 1970er-Jahre war die Deutsche Mark indirekt über die Kopplung (Bretton-Woods-System) an den US-Dollar goldgedeckt" :) Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_W%C3%A4hrungsgeschichte

achja, hier noch eine Erklärung zu Bretton-Woods: https://de.wikipedia.org/wiki/Bretton-Woods-System

jeder Teilnehmer am Bretton-Woods-System konnte seine lokale Währung zu einen quasi festen Wechselkurs in Dollar und diesen wiederum zu einem festen Preis in Gold umtauschen. Damit sollte eine indirekte Deckung durch Gold hergestellt werden. Dass die US-amerikanische Golddeckung später nur noch bei 50% der ausländischen Dollar-Reserven lag, war einer der Gründe für den Zusammenbruch des Systems.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. (Gandhi)
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 26430
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Die EZB und die wunderbare Geldvermehrung zur Rettung von systemrelevanten Banken

Beitragvon Adam Smith » Fr 24. Mai 2019, 10:48

Du kannst übrigens jederzeit Gold kaufen. Und wenn eine Golddeckung so vorteilhaft ist, kann ja z.B. Argentinien eine Golddeckung einführen.
Benutzeravatar
Sanity
Beiträge: 409
Registriert: Do 29. Mär 2018, 11:56

Re: Die EZB und die wunderbare Geldvermehrung zur Rettung von systemrelevanten Banken

Beitragvon Sanity » Fr 24. Mai 2019, 12:53

Adam Smith hat geschrieben:(24 May 2019, 10:48)

Du kannst übrigens jederzeit Gold kaufen. Und wenn eine Golddeckung so vorteilhaft ist, kann ja z.B. Argentinien eine Golddeckung einführen.


natürlich kann man Gold kaufen, aber heute nicht zu einem festen Preis. Im bretton-woods-system war der Preis festgelegt auf 35 Dollar je Unze Feingold. "Um die Goldparität des Dollars zu sichern, verpflichtete sich die FED, Gold zu diesem Preis unbegrenzt zu kaufen oder zu verkaufen. Der Goldpreis in US-Dollar wurde so für Jahrzehnte festgelegt. Die Zentralbanken der Mitgliedsstaaten verpflichteten sich im Vertrag von Bretton Woods dazu, durch Eingriffe an den Devisenmärkten die Kurse ihrer Währungen in festgelegten Grenzen zu halten. Sobald einer der Wechselkurse nicht mehr dem realen Austauschverhältnis entsprach, mussten sie Devisen kaufen beziehungsweise verkaufen, um das Verhältnis wiederherzustellen. Dieser Devisenhandel musste zum vorher festgelegten Austauschverhältnis erfolgen. Devisengeschäfte waren hauptsächlich Käufe und Verkäufe von einheimischen Währungen der jeweiligen Länder gegen den Gold gedeckten US-Dollar."

Zur Erinnerung: es ging um diese Aussage: "Da wird z. B. behauptet, bis 1971 sei "das Geld" goldgedeckt gewesen. Das war aber "nur" der US-Dollar. Für die so hochgelobte und stabile D-Mark galt das nie."

dem steht meine Aussage gegenüber, "dass die D-Mark bis 1971 indirekt Gold gedeckt war" - die sich auf Aussagen zum Bretton-Woods-System stützt. Um noch ein Zitat zu bemühen: "Da ein festes Wechselkurssystem bestimmt wurde, in dem die anderen Länder ihre Währungen für einen (fast) festen Kurs gegen US-Dollar eintauschen konnten und der Dollar durch Gold gedeckt war, waren auch die anderen am Bretton-Woods-System beteiligten Währungen indirekt durch Gold gedeckt."
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. (Gandhi)
Benutzeravatar
Skull
Moderator
Beiträge: 22445
Registriert: Do 12. Apr 2012, 22:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW

Re: Die EZB und die wunderbare Geldvermehrung zur Rettung von systemrelevanten Banken

Beitragvon Skull » Sa 25. Mai 2019, 23:10

Sanity hat geschrieben:(24 May 2019, 10:36)

falls du mehr als einen "Blödelkommentar" zu diesem Thema beitragen kannst

Es war kein Blödel-Kommentar. Mir ist auch egal wer was wie in wikipedia darstellt.

Die DM war nicht goldgedeckt, auch nicht quasi-goldgedeckt.

Wenn eine Notenbank (Bundesbank) einen Teil ihrer Reserven in eine andere Währung (USD)
oder auch in Gold anlegt...ist das keine Golddeckung. Auch nicht quasi. Auch nicht indirekt.

PUNKT.

Wir sprechen über Reserven, die nur einen Bruchteil der umlaufenden eigenen ausgegebenen Währung ausmachen.
Desweiteren ist der USD bis zum Ende von Bretton Woods nicht fest zur DM gewesen.
Er sank über die Jahre von 4,20 auf 3,65. Auch im Bretton Woods System wurde die DM also immer wieder aufgewertet.

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Benutzeravatar
watisdatdenn?
Beiträge: 3303
Registriert: Do 19. Jun 2008, 15:08

Re:

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 8. Jul 2019, 14:51

Realist2014 hat geschrieben:(06 Jul 2018, 14:18)
Ich kann da ganz ruhig schlafen.

Weil die EZB das alles abfängt.

Zentralbanken können das.

Daher wird es keine "crash" geben

Das macht mich neugierig:
Wie kann eine Zentralbank eine Hyperinflation abfangen?

Deflation ist einfach abzufangen -> Geld drucken

Wie fängt man aber eine Hyperinflation ein ohne die Realwirtschaft abzuwürgen, wie kurz vor der Nazi-Zeit geschehen?
Benutzeravatar
firlefanz11
Beiträge: 7460
Registriert: Mo 10. Sep 2012, 13:18

Re: Re:

Beitragvon firlefanz11 » Mo 8. Jul 2019, 16:52

watisdatdenn? hat geschrieben:(08 Jul 2019, 14:51)

Das macht mich neugierig:
Wie kann eine Zentralbank eine Hyperinflation abfangen?

Deflation ist einfach abzufangen -> Geld drucken

Wie fängt man aber eine Hyperinflation ein ohne die Realwirtschaft abzuwürgen, wie kurz vor der Nazi-Zeit geschehen?

Wähungsreform
Der Euro geht, die offizielle Bankenkryptowährung kommt.
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 57845
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 12:21

Re: Re:

Beitragvon zollagent » Mo 8. Jul 2019, 17:00

firlefanz11 hat geschrieben:(08 Jul 2019, 16:52)

Wähungsreform
Der Euro geht, die offizielle Bankenkryptowährung kommt.

Und was würde das ändern, wenn diese "Kryptowährung" an Stelle des Euro träte?
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
Benutzeravatar
watisdatdenn?
Beiträge: 3303
Registriert: Do 19. Jun 2008, 15:08

Re: Re:

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 8. Jul 2019, 17:07

firlefanz11 hat geschrieben:(08 Jul 2019, 16:52)
Wähungsreform
Der Euro geht, die offizielle Bankenkryptowährung kommt.

Gut das würde gehen..

Darf man halt dann nicht wieder verpennen, so wie die "ach so kompetente und politisch unabhängige" deutsche Reichsbank während zunächst der Deflation und dann der Hyperinflation vor der (logisch daraus folgenden) Machtergreifung der Nazis es getan hat..

Ich habe da bei der EZB schon bedenken...

Wir Bürger können bei einem "Amoklauf der Dummheit" so wie es damals bei der Reichsbank kurz vor der Nazi-Zeit war nicht steuernd und direktdemokratisch eingreifen um Schäden wie sie vor fast 100 Jahren entstanden zu verhindern..
Wir sind einer eventuellen Dummheit der neuen Zentralbank genauso ausgeliefert, so wie unsere Vorfahren der Dummheit der zentralen Reichsbank ausgeliefert waren..

Für eine Demokratie ziemlich seltsam... Das Volk sollte eigentlich der Souverän sein!
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 57845
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 12:21

Re: Re:

Beitragvon zollagent » Mo 8. Jul 2019, 17:57

watisdatdenn? hat geschrieben:(08 Jul 2019, 17:07)

Gut das würde gehen..

Darf man halt dann nicht wieder verpennen, so wie die "ach so kompetente und politisch unabhängige" deutsche Reichsbank während zunächst der Deflation und dann der Hyperinflation vor der (logisch daraus folgenden) Machtergreifung der Nazis es getan hat..

Ich habe da bei der EZB schon bedenken...

Wir Bürger können bei einem "Amoklauf der Dummheit" so wie es damals bei der Reichsbank kurz vor der Nazi-Zeit war nicht steuernd und direktdemokratisch eingreifen um Schäden wie sie vor fast 100 Jahren entstanden zu verhindern..
Wir sind einer eventuellen Dummheit der neuen Zentralbank genauso ausgeliefert, so wie unsere Vorfahren der Dummheit der zentralen Reichsbank ausgeliefert waren..

Für eine Demokratie ziemlich seltsam... Das Volk sollte eigentlich der Souverän sein!



So, so, "der Bürger sollte direktdemokratisch eingreifen können". Das wäre genau der Hebel, den Demagogen brauchen, die nur genug Ängste wecken müssen, um jedwede sinnvolle Aktion der Zentralbanken zu verhindern. Mehr oder weniger das, was die "Gelbwesten" derzeit in Frankreich praktizieren "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass"! So wird es NIE funktionieren. Bisher ist JEDER Versuch, eine Währung im Interesse der jeweiligen Regierung zu steuern, mit noch schlimmeren Folgen gescheitert, denn hier müßten so viele Parteien mitspielen, daß man NIEMALS eine Front Gleichgesinnter hin bekäme.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
Benutzeravatar
BlueMonday
Beiträge: 2196
Registriert: Mo 14. Jan 2013, 17:13
Benutzertitel: Waldgänger&Klimaoptimist

Re: Die EZB und die wunderbare Geldvermehrung zur Rettung von systemrelevanten Banken

Beitragvon BlueMonday » Mo 8. Jul 2019, 18:04

Erstaunlich anti-etatistisch ist die Erklärung für Hyperinflation bei wikipedia:

"Die immer weitere Verbreitung von ungedecktem Geld (Fiatgeld) ermöglichte Hyperinflationen. Der Verursacher der (Hyper-)Inflation ist immer der Staat.[2] Wenn ein Staat nicht genügend Steuereinnahmen lukriert um seine Ausgaben zu finanzieren entsteht ein Budgetdefizit, da er sich zur Deckung seiner Ausgaben (Erfüllung von Leistungsversprechen) permanent verschulden muss. Dieses Defizit kann er durch Schuldtitel, Staatsanleihen, decken.[3] Die meisten Staatsanleihen sind nicht indexierte nominale Anleihen, wenn nun Preise relativ zu den Anleihen steigen, bleibt die Nominale der Anleihe gleich. Dadurch verliert sie relativ an Wert. Kapitalgeber erleiden einen realen Verlust, nicht jedoch einen nominalen. Umgekehrt kann der Emittent, der Staat, einen kleineren realen Rückzahlungswert zurückzahlen und macht somit einen realen Gewinn. Damit versucht der Staat sein Haushaltsdefizit zu reduzieren. Regierungen können durch Geldpolitik die Inflation steuern und damit zu dem erwünschten Effekt beitragen. Bei überraschenden und schnellen Inflationserhöhungen können lange Anleihen, da sie keinen Rahmen für rechtliche Änderungen bieten, vom Staat relativ billig zurückgezahlt werden. Durch die höhere Inflation fragen jedoch neue Gläubiger höhere nominale Zinsen auf neue Anleihen nach, zudem geht ihr Vertrauen in Anleihen mit einer langen Laufzeit verloren. Dadurch verkürzen sich die Laufzeiten der neu emittierten Anleihen. Um alte Anleihen zu bezahlen und um die neuen hohen nominalen Zinsen zu finanzieren müssen Regierungen immer mehr neue Anleihen ausgeben um neues Kapital zu erhalten. Wenn nun noch immer Defizite im Haushalt vorliegen muss die Regierung diesen Ablauf erneut von vorne vollziehen. Damit rutscht eine Regierung schlussendlich mit ihrer Währung in eine Hyperinflation und untergräbt damit letztlich das Vertrauen in diese.[4][5]"

Das ist ja auch so ein Problem der heutigen spätetatistischen Phase, wenn der Staat selbst der Erlöser und Retter in größter Not herumgereicht wird. Dabei ist er im Gegenteil der (Mit)Verursacher und Katalysator vieler Probleme und Verwerfungen.

Erfüllungsgehilfe ist die Zentralbank dann in dem Sinne, dass sie Staatsanleihen monetarisiert (bis sie die Notbremse zieht wie bei GRE etwa). Überhaupt ist diese Vorstellung des ewig rollierenden Kredits das Problematische, letztlich das Aufschieben und Drücken vor der Gegenleistung. Das unterminiert freilich langfristig jedes Geld.
But who would build the roads?
Benutzeravatar
watisdatdenn?
Beiträge: 3303
Registriert: Do 19. Jun 2008, 15:08

Re: Re:

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 8. Jul 2019, 18:10

zollagent hat geschrieben:(08 Jul 2019, 17:57)
So, so, "der Bürger sollte direktdemokratisch eingreifen können". Das wäre genau der Hebel, den Demagogen brauchen, die nur genug Ängste wecken müssen, um jedwede sinnvolle Aktion der Zentralbanken zu verhindern.

Waren also deiner Meinung nach die Aktionen der unabhängigen Reichsbank vor der Machtergreifung der Nazis sinnvoll?
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 57845
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 12:21

Re: Re:

Beitragvon zollagent » Mo 8. Jul 2019, 18:40

watisdatdenn? hat geschrieben:(08 Jul 2019, 18:10)

Waren also deiner Meinung nach die Aktionen der unabhängigen Reichsbank vor der Machtergreifung der Nazis sinnvoll?



Das ist ein anderes Thema als Werkzeuge zu schaffen, die es Demagogen ermöglichen, jede sinnvolle Tätigkeit zu unterbinden. Im Übrigen halte ich es eher mit den Dingen, die unsere Bundesbank bisher praktizierte. Denn die haben sich bewährt.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
Benutzeravatar
Skull
Moderator
Beiträge: 22445
Registriert: Do 12. Apr 2012, 22:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW

Re: Die EZB und die wunderbare Geldvermehrung zur Rettung von systemrelevanten Banken

Beitragvon Skull » Mo 8. Jul 2019, 19:43

watisdatdenn? hat geschrieben:(08 Jul 2019, 18:10)

Waren also deiner Meinung nach die Aktionen der unabhängigen Reichsbank vor der Machtergreifung der Nazis sinnvoll?

In Anbetracht, das wir heute fast 100 Jahre weitere Erkenntnisgewinne und Erfahrungen haben...
...stellt sich die Frage (mir) nicht.

(Unabhängige) Notenbanken haben im letzten Jahrhundert aus vielen Fehlern gelernt.


HIER ist übrigens das Thema EZB. Nicht die (alte) Reichsbank.

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Benutzeravatar
watisdatdenn?
Beiträge: 3303
Registriert: Do 19. Jun 2008, 15:08

Re: Die EZB und die wunderbare Geldvermehrung zur Rettung von systemrelevanten Banken

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 8. Jul 2019, 22:50

Skull hat geschrieben:(08 Jul 2019, 19:43)
In Anbetracht, das wir heute fast 100 Jahre weitere Erkenntnisgewinne und Erfahrungen haben...
...stellt sich die Frage (mir) nicht.

(Unabhängige) Notenbanken haben im letzten Jahrhundert aus vielen Fehlern gelernt.

Wollen wir es hoffen..
Ich habe den Schriftwechsel meiner Vorfahren aus der Zeit..

Mein Großonkel hatte überhaupt kein Verständnis für das Verhalten der Reichsbank und der Politik. Er hat in Folge der Entscheidungen der Reichsbank und der Politik keine Arbeit gefunden und dann aus Frust die Nazis gewählt.

Das lässt sich wunderbar über den Briefwechsel herleiten.
Ein einfacher Ingenieur damals hatte die finanziellen Zusammenhänge besser überrissen als die "unabhängigen Finanzexperten" der Reichsbank..

Es ist also ein wichtiges Thema!!
Die EZB hat es alleine in der Hand die Wirtschaft derartig abzuwürgen, dass es sogar zu Hunger kommen kann.
Und wir haben genauso wie damals keine Möglichkeit das demokratisch zu verhindern.
Dessen muss man sich halt bewusst sein.

Zurück zu „1. Wirtschaft“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast