Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

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Mahmoud
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Mahmoud » Sa 23. Feb 2019, 10:26

Kölner1302 hat geschrieben:(23 Feb 2019, 08:25)

Schwarze Listen sind illegal.


Aha! Sind sie das?

Vor einigen Wochen machte diese Meldung Schlagzeilen:

http://www.spiegel.de/karriere/bayern-f ... 47555.html

Und in dieser Meldung steht der denkwürdige Satz: Seine Kunden dürfe sich jeder Betrieb selbst aussuchen!

Warum nicht also auch ein Onlineversand?

Kölner1302 hat geschrieben:
Wenn man günstig im IT kauft, wird man erleben, dass beinahe jeder dritte Kauf einen Betrug des Händlers beinhaltet.


Es lebe die Pauschalisierung! Ich habe andere Erfahrungen gemacht.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Mahmoud » Sa 23. Feb 2019, 10:31

Teeernte hat geschrieben:(23 Feb 2019, 09:20)


Alte Bauernregel - wer billig kauft , kauft 2 mal.

Das Schnäppchen aus China lässt sich nicht zurückschicken. Was erwarten die Leute von Ware - die 1 Euro kostet - im Laden für 100 Eu angeboten wird ? (zB Nusskasten)



Noch so eine Pauschalisierung!

"Das Schnäppchen aus China lässt sich nicht zurückschicken."...d das kann aber auch zum Nachteil des Versenders werden. Ich habe einmal Chinaware gekauft, welche nicht so funktioniert hat wie beschrieben. Der Händler verzichtete auf eine Rücksendung, weil diese teurer gewesen wäre als es das Produkt wert ist. Er hat mir einfach so mein Geld zurückerstattet. Also mein Vorteil!
Im übrigen ist Chinaware viel häufiger im Umlauf, als es der naiv-arrogante Mitteleuropäer wahrnimmt. Chinaware ist es auch wenn Apple draufsteht. Oder Bosch...oder oder
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Kölner1302 » Sa 23. Feb 2019, 10:39

[quote="Mahmoud"](23 Feb 2019, 10:26)

Aha! Sind sie das?

Sie sind es.

Schwarze Listen, mit denen Käufer aussortiert werden können, sind eine Ansammlung personenbezogener Daten.

Dafür gilt u.a. das BundesdatenschutzG und die Datenschutzgrundverordnung.

Nun schauen Sie mal bitte in § 42 BDSG.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 23. Feb 2019, 10:54

Diese "schwarzen Listen" werden von den Händlern nicht von irgendwelchen "Schwarze Listen"-Dealern eingekauft, sondern anhand der Historie von Käufen und Rücksendungen des Kunden selber vom Händler erstellt. Daran ist weder etwas illegal noch verstößt es gegen das BDSG oder die EU DSGVO, das sind elementare Daten, die jeder Händler über seine Kunden speichert.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Kölner1302 » Sa 23. Feb 2019, 11:03

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Feb 2019, 10:54)

Diese "schwarzen Listen" werden von den Händlern nicht von irgendwelchen "Schwarze Listen"-Dealern eingekauft, sondern anhand der Historie von Käufen und Rücksendungen des Kunden selber vom Händler erstellt. Daran ist weder etwas illegal noch verstößt es gegen das BDSG oder die EU DSGVO, das sind elementare Daten, die jeder Händler über seine Kunden speichert.


Sie haben den § nicht zuende gelesen. Lesen Sie den 2. Absatz von § 42 BDSG
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 23. Feb 2019, 11:06

Händler sind berechtigt, solche Daten zu verarbeiten, die Daten wurden auch nicht "erschlichen" und es wird von den Händlern auch nicht gegen Entgelt oder in Bereicherungs- oder Schädigungsabsicht gehandelt. Im Gegenteil, damit soll weiterer Schaden, auch für die Umwelt, vermieden werden.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon MoOderSo » Sa 23. Feb 2019, 11:09

Da der Kunde vorher ja schon Geschäfte mit dem Händler gemacht haben muss, darf der Händler die Daten laut dem Handelsgesetzbuch auch gar nicht löschen.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Kölner1302 » Sa 23. Feb 2019, 12:04

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Feb 2019, 11:06)

Händler sind berechtigt, solche Daten zu verarbeiten, die Daten wurden auch nicht "erschlichen" und es wird von den Händlern auch nicht gegen Entgelt oder in Bereicherungs- oder Schädigungsabsicht gehandelt. Im Gegenteil, damit soll weiterer Schaden, auch für die Umwelt, vermieden werden.


Durch schwarze Listen sollen Käufer aussortiert werden.

Wie kommen Sie darauf, dass dadurch Kunden nicht geschädigt werden sollen?
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 23. Feb 2019, 14:23

Der Kunde kann jederzeit woanders einkaufen, das ist ja kein grundsätzliches Einkaufsverbot, außerdem will man nicht diesen Kunden schaden, sondern Schaden von seinem Unternehmen abwenden. Es steht Kunden frei, sich ein Geschäft auszusuchen, genauso steht es dem Geschäft frei, sich die Kunden auszusuchen und wenn die sich geschäftsschädigend verhalten, dann darf man sich dazu entscheiden, diese Kunden nicht mehr zu bedienen. Nennt sich Vertragsfreiheit.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Maikel » Sa 23. Feb 2019, 15:31

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Feb 2019, 11:06)

Händler sind berechtigt, solche Daten zu verarbeiten, die Daten wurden auch nicht "erschlichen"

Sicherlich, aber nach DSGVO darf er sie "nicht länger als notwendig" behalten.
Über das "notwendig" kann man natürlich streiten; aber wenn jemand Ware zurückgegeben hat, dann ist der Vorgang eigentlich abgeschlossen, und es besteht keine Notwendigkeit mehr, die Daten weiterhin zu behalten.
Außer für "schwarze Listen", aber Datensammlungen dafür sind kaum im Sinne der DSGVO.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 23. Feb 2019, 15:37

Maikel hat geschrieben:(23 Feb 2019, 15:31)

Sicherlich, aber nach DSGVO darf er sie "nicht länger als notwendig" behalten.

Was notwendig ist, findet sich dann hier: https://www.hk24.de/produktmarken/berat ... en/1157174
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon imp » Sa 23. Feb 2019, 15:40

Maikel hat geschrieben:(23 Feb 2019, 15:31)

Sicherlich, aber nach DSGVO darf er sie "nicht länger als notwendig" behalten.
Über das "notwendig" kann man natürlich streiten; aber wenn jemand Ware zurückgegeben hat, dann ist der Vorgang eigentlich abgeschlossen, und es besteht keine Notwendigkeit mehr, die Daten weiterhin zu behalten.
Außer für "schwarze Listen", aber Datensammlungen dafür sind kaum im Sinne der DSGVO.

Solche Listen sind im Grunde Mißbrauch.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 23. Feb 2019, 15:47

imp hat geschrieben:(23 Feb 2019, 15:40)

Solche Listen sind im Grunde Mißbrauch.

Nein. Außerdem sind das sowieso keine "Listen", sondern einfach nur ein Häkchen bei "Kunde darf nicht mehr bestellen" und schon wird der Bestellvorgang sofort abgebrochen.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Mahmoud » Sa 23. Feb 2019, 16:22

imp hat geschrieben:(23 Feb 2019, 15:40)

Solche Listen sind im Grunde Mißbrauch.


Nöö...das Gegenteil ist der Fall: Der Händler verhindert nur, daß sein Unternehmen von gewissen Kunden missbraucht wird.

Es gibt genug Schwachköpfe und Asoziale, die sich mal etwas bestellen, es vielleicht einen Abend lang tragen, und das Kleidungsstück dann zurückschicken. Oder die fünf Sachen bestellen, und vier davon zurückschicken. Wobei Letzteres durchaus legitim ist...allerdings nur, wenn es nicht zur Angewohnheit wird.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon imp » Sa 23. Feb 2019, 16:25

Mahmoud hat geschrieben:(23 Feb 2019, 16:22)
Es gibt genug Schwachköpfe und Asoziale, die sich mal etwas bestellen, es vielleicht einen Abend lang tragen, und das Kleidungsstück dann zurückschicken. Oder die fünf Sachen bestellen, und vier davon zurückschicken.

Wenn sie fünf zurück schicken, ist es immer noch normal und kein Grund, Menschen auf solche Listen zu packen. Man muss solchen Händlern schnell den Riegel vorschieben. EU-weit.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 23. Feb 2019, 16:41

imp hat geschrieben:(23 Feb 2019, 16:25)

Man muss solchen Händlern schnell den Riegel vorschieben. EU-weit.

Zum Glück ist dieser Wunsch grundgesetzwidrig.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Teeernte » Sa 23. Feb 2019, 17:24

Kölner1302 hat geschrieben:(23 Feb 2019, 12:04)

Durch schwarze Listen sollen Käufer aussortiert werden.

Wie kommen Sie darauf, dass dadurch Kunden nicht geschädigt werden sollen?


Die anderen Kunden... (Siehe Ebay Punkte)

und der Rückgeber ist ja kein Kunde (mehr.)
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon BlueMonday » Sa 23. Feb 2019, 18:04

Tja, das sind dann in der Regel so typische "Kunden", die auch nicht damit klarkommen, wenn sie am Türsteher nicht vorbeikommen und dann ein Riesenfass aufmachen statt sich ne andere Location zu suchen.

Vertragsfreiheit ist ein hohes Gut, das lohnt verteidigt zu werden!
Greif niemals in ein Wespennest, doch wenn du greifst, dann greife fest.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Maikel » Sa 23. Feb 2019, 18:26

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Feb 2019, 15:37)

Was notwendig ist, findet sich dann hier: https://www.hk24.de/produktmarken/berat ... en/1157174

Die DSGVO hat aber eine andere Vorstellung davon, was "notwendig" ist; bzw. kümmert sich nicht darum, was andere (auch Gesetze) als notwendig ansehen; sie verbietet ggf. einfach, Daten aufzubewahren.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Alter Stubentiger » Sa 23. Feb 2019, 18:31

Mahmoud hat geschrieben:(23 Feb 2019, 10:31)

Noch so eine Pauschalisierung!

"Das Schnäppchen aus China lässt sich nicht zurückschicken."...d das kann aber auch zum Nachteil des Versenders werden. Ich habe einmal Chinaware gekauft, welche nicht so funktioniert hat wie beschrieben. Der Händler verzichtete auf eine Rücksendung, weil diese teurer gewesen wäre als es das Produkt wert ist. Er hat mir einfach so mein Geld zurückerstattet. Also mein Vorteil!
Im übrigen ist Chinaware viel häufiger im Umlauf, als es der naiv-arrogante Mitteleuropäer wahrnimmt. Chinaware ist es auch wenn Apple draufsteht. Oder Bosch...oder oder

So einfach ist es nicht. Gerade solche chinesischen Produzenten die für Apple oder Bosch arbeiten werden dazu verpflichtet selber hochwertige Teile zu verbauen. Und die kommen ziemlich oft aus den USA, Europa oder Japan. Das ist ein großes Problem für die chinesische Wirtschaft die so viel Wertschöpfung abgeben muß.

Bei Schnäppchen aus China allerdings machen die Chinesen billigen Pfusch bis der Arzt kommt. Die hiesigen Endverbrauch sind eben viel leichter zu betrügen als die Einkäufer von Apple oder Bosch!
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)

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