Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

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Raskolnikof
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Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Raskolnikof » Mi 6. Feb 2019, 15:33

Online-Shops klagen zunehmend über immer größere Rücksendequoten von bestellten Waren. Was in früheren Jahren wohl eher die Ausnahme war ist heute die Regel. Im Bekleidungsbereich werden nicht selten zig Artikel, dazu in jeweils zwei Größen und/oder zwei Farben bestellt, die anschließend zum größten Teil oder auch alles wieder retour geschickt wird. Ein Heer von Beschäftigten muss dann Stück für Stück auspacken, auf Unversehrtheit prüfen, wieder so verpacken, dass es für den nächsten Kunden nicht wie schon getragen wirkt und wieder ins Warenlager gebracht werden. Technische Geräte lassen sich in aller Regel nicht mehr wie noch nie geöffnet wieder verpacken und landen dann bei Amazon z.B. mit Preisnachlass bei den „Warehouse-Deals“.

Jetzt haben die Onlineshops endlich die Nase von der ungezügelten Bestellwut ihrer Kunden voll und wollen derartige Kunden, die es mit den Warenrücksendungen übertreiben auf eine schwarze Liste setzen. Im Klartext: Wer da erfasst wird wird aus der Kundenliste gestrichen. Für den bzw. die gibts dann da nichts mehr.
Amazon verfährt so anscheinend bereits seit längerer Zeit. Als Amazon noch das im vergangenen Jahr eingestellte Kundenforum einstellte haben immer wieder betroffene Kunden von derartigen Sperren berichtet. Einige Kunden berichteten sogar, dass sie nach einer derartigen Sperre nicht einmal ein neues Kundenkunto auf ein anderes Familienmitglied unter der gleichen Anschrift eröffnen konnten. Die gesamte Familie wurde quasi gebannt.

Asos, ein beliebter Klamottenshop ist aktuell dabei, eine Blacklist mit der Kundenoption des Rausschmisses einzuführen. Zalando versucht zunächst die Kaufwut seiner Wutkäufer zu zügeln indem er bei diesen nur noch Vorauskasse und keinen Kauf auf Rechnung mehr zulässt. Der Kunde muss dann zunächst einmal seine Großbestellung komplett bezahlen. Zalando erhofft sich dadurch, dass die Kunden dann etwas bedächtiger bei Bestellungen vorgehen.

Wenn ich lese, dass 50 Prozent aller bestellten Waren von den Kunden wieder retour geschickt wird und nur 70 Prozent davon von den Online-Shops noch verwertet und 9 Prozent der Händler gar alles vernichten komme ich ins Grübeln.
Wer bezahlt denn das alles? Na klar, wir die Kunden. Insbesondere die, die nicht von ihrem Rückgaberecht Gebrauch machen.

Was nun die Black List betrifft: Ich finde die Vorgehensweise richtig. Wie denkt ihr darüber?

https://www.freundin.de/mode-retouren-asos-blacklist

https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... oblem.html

https://www.handelsblatt.com/unternehme ... 1GhOPQ-ap4
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Mi 6. Feb 2019, 15:50

Derartige Blacklists finde ich gut, weil der hier genannte bequeme Konsument (Dauerretournierer) ein unnötiges zusätzliches Verkehrsaufkommen hervorruft, was dem Klima und der Umwelt schadet.

Und besser für den Einzelhandel wäre es außerdem, wenn der Konsument nicht hauptsächlich online, sondern hauptsächlich offline, also im Geschäft vor Ort einkaufen geht. Stattdessen beschweren sich die Leute über die zunehmende Verödung der Innenstädte, wo es nur noch Billig-Shops und so weiter gibt.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon franktoast » Mi 6. Feb 2019, 16:00

Blacklists sind ja schon lange Gang und Gebe. Neu ist das nicht. Auch dass unterschiedliche Onlinehändler sich austauschen. Wer also bei Zalando zu viel zurück schickt, hat womöglich auch bei Amazon als Kunde ein Problem.

Ich hatte nur mal das Phänomen, dass ich die Amazon-VISA-Karte nicht bekam, womöglich auch, weil ich kein Premiumkunde bin(zu viele Rücksendungen? Zu wenig Käufe? )
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Ebiker » Mi 6. Feb 2019, 16:36

Tick|Trick|und Track hat geschrieben:(06 Feb 2019, 15:50)

Und besser für den Einzelhandel wäre es außerdem, wenn der Konsument nicht hauptsächlich online, sondern hauptsächlich offline, also im Geschäft vor Ort einkaufen geht. Stattdessen beschweren sich die Leute über die zunehmende Verödung der Innenstädte, wo es nur noch Billig-Shops und so weiter gibt.


Und was mache ich wenn kein Laden das hat was ich will ? Bestimmte Klamotten kaufe ich nur im Internet. Einen hohen Teil der Rücksendungen verursachen auch die Hersteller mit völlig unterschiedlichen Vorstellungen von Größenangaben. Das " Zweigößenbestelle " kann ich nur zu gut verstehen.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Mi 6. Feb 2019, 16:41

Ebiker hat geschrieben:(06 Feb 2019, 16:36)

Und was mache ich wenn kein Laden das hat was ich will ? Bestimmte Klamotten kaufe ich nur im Internet. Einen hohen Teil der Rücksendungen verursachen auch die Hersteller mit völlig unterschiedlichen Vorstellungen von Größenangaben. Das " Zweigößenbestelle " kann ich nur zu gut verstehen.


Das ist eben der Teufelskreis: Je mehr Leute online bestellen, desto weniger (passende) Waren gibt es bei ihnen vor Ort in den Geschäften. Weswegen die Leute umso mehr online bestellen, weswegen es um so weniger (passende) Ware bei ihnen vor Ort gibt. Usw.

Mir ist aber bewusst, dass jemand, der auf dem Lande lebt, eventuell weitere Wege in Kauf nehmen muss um vor Ort (oder eben weiter weg davon) das passende Produkt kaufen zu können als jemand, der in der Stadt wohnt. Ein Landbewohner bestellt dann lieber online, das kann ich verstehen.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon imp » Mi 6. Feb 2019, 16:44

Tick|Trick|und Track hat geschrieben:(06 Feb 2019, 16:41)

Das ist eben der Teufelskreis: Je mehr Leute online bestellen, desto weniger (passende) Waren gibt es bei ihnen vor Ort in den Geschäften. Weswegen die Leute umso mehr online bestellen, weswegen es um so weniger (passende) Ware bei ihnen vor Ort gibt. Usw.

Mir ist aber bewusst, dass jemand, der auf dem Lande lebt, eventuell weitere Wege in Kauf nehmen muss um vor Ort (oder eben weiter weg davon) das passende Produkt kaufen zu können als jemand, der in der Stadt wohnt. Ein Landbewohner bestellt dann lieber online, das kann ich verstehen.

Ich fahre sowieso alle Nase lang in irgendwelche Stadt. Dann kann ich auch da kaufen.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon jack000 » Mi 6. Feb 2019, 16:58

franktoast hat geschrieben:(06 Feb 2019, 16:00)

Blacklists sind ja schon lange Gang und Gebe. Neu ist das nicht.

So ist es. Man kann sogar nur im falschen Haus wohnen und bekommt nichts mehr obwohl man kein schlechter Kunde ist.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Alter Stubentiger » Mi 6. Feb 2019, 18:11

Ebiker hat geschrieben:(06 Feb 2019, 16:36)

Und was mache ich wenn kein Laden das hat was ich will ? Bestimmte Klamotten kaufe ich nur im Internet. Einen hohen Teil der Rücksendungen verursachen auch die Hersteller mit völlig unterschiedlichen Vorstellungen von Größenangaben. Das " Zweigößenbestelle " kann ich nur zu gut verstehen.


Na ja. Die Kunden sind zum großen Teil selber Teil des Problems. Gerade bei Klamotten wird zuhause ausprobiert und dann was nicht gefällt zurückgeschickt. Da kaufe ich doch lieber offline ein. Denn was auf dem Bildschirm gut aussieht muß mir noch lange nicht stehn.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Ebiker » Mi 6. Feb 2019, 18:18

Bei bestimmten klamotten geht es mir nicht so sehr ums Aussehen sondern um die Funktionalität. Und wenn ich im Laden nix finde was meinen Anforderungen entspricht schau ich im Netz. aber auch da wird es immer schwieriger Gutes zu finden, es wird einfach viel zu viel Müll hergestellt. Auch von namhaften Firmen.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Teeernte » Mi 6. Feb 2019, 18:36

Black List - vollkommen verständlich .

Es gibt doch nicht nur Rücksender - PASST NICHT.... Kennen manche Kunden ihre Grösse nicht ?

Sondern auch :

Tolles Kleid - ein mal anziehen und Rücksenden.... Veranstaltung - der Beamer fehlt ?

Den Fotoapparat kann man sich nicht leisten... aber mal damit protzen... uuuuuund zurück.

Bis hin zu - IRGENDWO gekauft und kaputt .....das bestellt man - und schickt das alte Teil zurück. ...manche Verkäufer haben schon UV Sicherheitsmarken.

Nein ein Onlineversand ist kein Leihhaus.....auch kein kostenloses Reparaturzentrum für Auslandware.

Bei solchen Kunden - kommt man zu keinem Geschäft. ....und natürlich wird die Liste unter der Hand weitergegeben... :D :D :D.....sind ja keine Kunden.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Maikel » Mi 6. Feb 2019, 18:45

Raskolnikof hat geschrieben:(06 Feb 2019, 15:33)

Im Bekleidungsbereich werden nicht selten zig Artikel, dazu in jeweils zwei Größen und/oder zwei Farben bestellt, die anschließend zum größten Teil oder auch alles wieder retour geschickt wird. Ein Heer von Beschäftigten muss dann Stück für Stück auspacken, auf Unversehrtheit prüfen, wieder so verpacken, dass es für den nächsten Kunden nicht wie schon getragen wirkt und wieder ins Warenlager gebracht werden.

Das war doch schon zu Hoch-Zeiten von Otto-Quelle-Neckermann so. "Bestellen Sie die Teile in 3 Größen, probieren Sie in Ruhe zu Hause an; die nicht passenden Teile, bei Nichtgefallen auch alle, holen wir kostenlos bei Ihnen wieder ab" o.ä.

Wenn ich im Bekleidungsgeschäft vor Ort eine Hose anprobiere, dann ist da idR. niemand, der den Zustand prüft, wenn ich die Hose doch nicht kaufe, und sie ins Regal zurücklege.

Technische Geräte lassen sich in aller Regel nicht mehr wie noch nie geöffnet wieder verpacken und landen dann bei Amazon z.B. mit Preisnachlass bei den „Warehouse-Deals“.

Das liegt oft daran, daß sich die Verpackungen nicht zerstörungsfrei öffnen lassen.
Wenn ich technische Geräte o.ä. zurücksende, dann idR. in einem Zustand, den ich auch als Käufer akzeptieren würde; zumal für den Vorteil, so ein Gerät zu Hause in Ruhe ausprobieren zu können.
Die Warehouse-Deals bieten eine schöne Möglichkeit, Geld zu sparen; außerdem kann man die ggf. mit weniger schlechtem Gewissen zurücksenden, da die ja schon ausgepackt waren.

Wenn ich lese, dass 50 Prozent aller bestellten Waren von den Kunden wieder retour geschickt wird und nur 70 Prozent davon von den Online-Shops noch verwertet und 9 Prozent der Händler gar alles vernichten komme ich ins Grübeln.

Da würde ich erstmal darüber grübeln, wie diese Zahlen zustande gekommen und gemeint sind. Meist sind solche Zahlen in der Originalmeldung auch mit dem Zusatz "bis zu" versehen; dieser Zusatz geht "gerne mal" verloren.

Was nun die Black List betrifft: Ich finde die Vorgehensweise richtig. Wie denkt ihr darüber?

Die finde ich grundsätzlich richtig; manche Leute übertreiben es halt.
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Raskolnikof
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Raskolnikof » Mi 6. Feb 2019, 19:42

Manche Onlinekunden treiben es einfach zu weit. In Technikforen und auf YouTube sind "Gerätetester" unterwegs die aus Spaß an der Freude vom Rasierer bis zum Großbild-LED-Fernseher alles testen und ihre Erfahrungen an die Forengemeinschaft weitergeben. Dieses Spezies macht keinen Hehl daraus, dass sie die Geräte bei wechselnden Onlineshops bestellen und diese dann innerhalb der Rückgabefrist ausgiebigst testen.
Wer möchte als Kunde nun wohl solch ein "vorgealtertes" Gerät kaufen?
Würde ein derartiger "Tester" entlarvt werden wäre ich für eine lebenslange Sperre bei sämtlichen Online-Shops.

Zugegeben, auch ich habe mal eine Auswahlsendung bestellt und zwar Sportschuhe in zwei Größen. Ich trage bei Straßenschuhen Größe 11 1/2, bei Sportschuhen (mit den drei Streifen) 12 1/2. Da ist in Oldenburger Sportgeschäften aber nichts zu machen. Entweder gibt es nicht ein paar Schuhe in meiner Größe oder nur für eine andere Sportart. Da ist nichts mit Auswahl.
In diesem Fall halte ich es für ligitim, zwei paar Schuhe in zwei Größen zur Auswahl zu bestellen.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Max Wein » Mi 6. Feb 2019, 21:17

Ikea hat auch schon ihre geld zurückgarantie für 1 jahr zurückgeschraubt (auser Matratzen) es gabs zu viele die ihre ware nach 1 jahr zurückgaben und neue kauften.
Das haben meist Ferienwohnung anbieter so gemacht, irgendwann fliegt es auf und der brave kunde, muss leiden.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Klopfer » Do 7. Feb 2019, 05:44

Raskolnikof hat geschrieben:(06 Feb 2019, 15:33)

Online-Shops klagen zunehmend über immer größere Rücksendequoten von bestellten Waren. Was in früheren Jahren wohl eher die Ausnahme war ist heute die Regel. Im Bekleidungsbereich werden nicht selten zig Artikel, dazu in jeweils zwei Größen und/oder zwei Farben bestellt, die anschließend zum größten Teil oder auch alles wieder retour geschickt wird. Ein Heer von Beschäftigten muss dann Stück für Stück auspacken, auf Unversehrtheit prüfen, wieder so verpacken, dass es für den nächsten Kunden nicht wie schon getragen wirkt und wieder ins Warenlager gebracht werden. Technische Geräte lassen sich in aller Regel nicht mehr wie noch nie geöffnet wieder verpacken und landen dann bei Amazon z.B. mit Preisnachlass bei den „Warehouse-Deals“.

Jetzt haben die Onlineshops endlich die Nase von der ungezügelten Bestellwut ihrer Kunden voll und wollen derartige Kunden, die es mit den Warenrücksendungen übertreiben auf eine schwarze Liste setzen. Im Klartext: Wer da erfasst wird wird aus der Kundenliste gestrichen. Für den bzw. die gibts dann da nichts mehr.
Amazon verfährt so anscheinend bereits seit längerer Zeit. Als Amazon noch das im vergangenen Jahr eingestellte Kundenforum einstellte haben immer wieder betroffene Kunden von derartigen Sperren berichtet. Einige Kunden berichteten sogar, dass sie nach einer derartigen Sperre nicht einmal ein neues Kundenkunto auf ein anderes Familienmitglied unter der gleichen Anschrift eröffnen konnten. Die gesamte Familie wurde quasi gebannt.

Asos, ein beliebter Klamottenshop ist aktuell dabei, eine Blacklist mit der Kundenoption des Rausschmisses einzuführen. Zalando versucht zunächst die Kaufwut seiner Wutkäufer zu zügeln indem er bei diesen nur noch Vorauskasse und keinen Kauf auf Rechnung mehr zulässt. Der Kunde muss dann zunächst einmal seine Großbestellung komplett bezahlen. Zalando erhofft sich dadurch, dass die Kunden dann etwas bedächtiger bei Bestellungen vorgehen.

Wenn ich lese, dass 50 Prozent aller bestellten Waren von den Kunden wieder retour geschickt wird und nur 70 Prozent davon von den Online-Shops noch verwertet und 9 Prozent der Händler gar alles vernichten komme ich ins Grübeln.
Wer bezahlt denn das alles? Na klar, wir die Kunden. Insbesondere die, die nicht von ihrem Rückgaberecht Gebrauch machen.

Was nun die Black List betrifft: Ich finde die Vorgehensweise richtig. Wie denkt ihr darüber?

https://www.freundin.de/mode-retouren-asos-blacklist

https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... oblem.html

https://www.handelsblatt.com/unternehme ... 1GhOPQ-ap4

Der Gedanke ist vollkommen ok, schliesslich kann niemand von zurückgeschickter Ware leben und wird die Kosten auf alle Kunden verteilen. Eine generelle Sperrung für alle Kunden die irgendwann irgendwas umtauschen finde ich allerdings verkehrt, schliesslich kann es immer mal passieren dass der bestellte Pullover zu gross ausfällt und nicht passt. Das Schwierige wird wieder mal die richtige Handhabe sein.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Tom Bombadil » Do 7. Feb 2019, 09:34

Es ist die Entscheidung des Anbieters, mit wem er Geschäfte machen will und mit wem nicht, der Kunde darf sich das Geschäft ja auch frei wählen, ebenso darf es das Unternehmen auch tun. Letztlich ist es mal wieder der Gesetzgeber, der mit seiner großzügigen Rücksenderegelung für solche Auswüchse sorgt, zum Nachteil des Einzelhandels vor Ort, da kann man sich die Sachen nicht 14 Tage leihen und ausprobieren. Bei Klamotten sehe ich das aber etwas anders, oft sehen die Sachen auf dem Werbefoto ganz anders aus, als das was man letzten Endes bekommt, das Problem mit den Größen wurde ja auch schon angesprochen, aber natürlich gibt es auch da Auswüchse.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Teeernte » Do 7. Feb 2019, 09:50

Tom Bombadil hat geschrieben:(07 Feb 2019, 09:34)

Es ist die Entscheidung des Anbieters, mit wem er Geschäfte machen will und mit wem nicht, der Kunde darf sich das Geschäft ja auch frei wählen, ebenso darf es das Unternehmen auch tun. Letztlich ist es mal wieder der Gesetzgeber, der mit seiner großzügigen Rücksenderegelung für solche Auswüchse sorgt, zum Nachteil des Einzelhandels vor Ort, da kann man sich die Sachen nicht 14 Tage leihen und ausprobieren. Bei Klamotten sehe ich das aber etwas anders, oft sehen die Sachen auf dem Werbefoto ganz anders aus, als das was man letzten Endes bekommt, das Problem mit den Größen wurde ja auch schon angesprochen, aber natürlich gibt es auch da Auswüchse.


So wie schwarze Liste bei Kunden - merkt man doch mit unabhängigen Bewertungen welcher LADEN "Betrügt" - ....wenn die Strickmütze "Unisex" - Einheitsgrösse - nicht über einen Kopf der Familie mit Grösse 55...60 passt - ( Mütze zu klein)..... oder der Chinesische Händler bei Schuhen mit Übergrösse und "breitem Spann" wirbt - der gross und Breit für Chinesen möglich ist - aber in D doch eher für Bergsteiger (3 Nummern kleiner) geeignet sind.

Haptik - ja auch eine wichtige Sache - ...bei 5 Trainingsanzügen der Grösse XXXXL für gesamt 4,99 Eu - erwarte ich maximal Scheuerlappenqualität in der Form von Trainingsanzug.

....und dass ein "MIKROFASER" Bademantel KEIN Wasser aufsaugt - sollte nun JEDER wissen.

-------------------------------------------------------------------

Für die Leute mit wenig IQ, .....wer BERATUNG braucht - sollte "Beratungsbedürftige Konsumgüter" NICHT online einkaufen.
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Gruwe » Do 7. Feb 2019, 19:43

Tick|Trick|und Track hat geschrieben:(06 Feb 2019, 15:50)

Derartige Blacklists finde ich gut, weil der hier genannte bequeme Konsument (Dauerretournierer) ein unnötiges zusätzliches Verkehrsaufkommen hervorruft, was dem Klima und der Umwelt schadet.


Ist dem denn so?
Ist es nicht eher so, dass in Richtung des Kunden deutlich mehr Warentransport stattfindet als in entgegengesetzte Richtung und daher Retouren in erster Linie die Auslastung der Transporte auf dem Rückweg erhöhen?


Und besser für den Einzelhandel wäre es außerdem, wenn der Konsument nicht hauptsächlich online, sondern hauptsächlich offline, also im Geschäft vor Ort einkaufen geht. Stattdessen beschweren sich die Leute über die zunehmende Verödung der Innenstädte, wo es nur noch Billig-Shops und so weiter gibt.


Was besser für den stationären Einzelhandel ist, interessiert nicht. Es gibt keinen Grund, dass Online-Shopper doch bitte lieber im Einzelhandel vor Ort kaufen sollen, nur weil sich andere darüber muckieren, dass sich die Innenstädte wandeln oder das Geschäftsmodell stationären Einzelhandel als besonders schützenswert handeln.

Ansonsten widerspricht es sich ja, auf der einen Seite anfallende Retouren aufgrund von Umweltaspekten zu bemängeln, andererseits aber den Einzelhandel zu befürworten, welcher deutlich mehr Emissionen verursacht in der gesamten Transportkette bis zum Kunden (insb. wenn man die übertriebenen Retouren ausser Acht lässt bzw. reduziert).

Eine Blacklist finde ich dennoch gut bei Leuten, die es übertreiben. Ich bestelle seit 2002 regelmäßig online, meine Retouren kann man an einer Hand abzählen Wenn, dann war wirklich mal was kaputt, Teile haben gefehlt, o.ä.

Allerdings kaufe ich aber auch keine Kleidung im Internet!
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Audi » Sa 23. Feb 2019, 00:47

franktoast hat geschrieben:(06 Feb 2019, 16:00)

Blacklists sind ja schon lange Gang und Gebe. Neu ist das nicht. Auch dass unterschiedliche Onlinehändler sich austauschen. Wer also bei Zalando zu viel zurück schickt, hat womöglich auch bei Amazon als Kunde ein Problem.

Ich hatte nur mal das Phänomen, dass ich die Amazon-VISA-Karte nicht bekam, womöglich auch, weil ich kein Premiumkunde bin(zu viele Rücksendungen? Zu wenig Käufe? )

schlechte Schufa?
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Kölner1302 » Sa 23. Feb 2019, 08:25

Schwarze Listen sind illegal. Sie sind ein schlimmer Verstoß gegen den Datenschutz. Grds. gehören dem Kunden seiene Daten und er muss gefragt werden, wenn sie versandt oder genutzt werden sollen.

Leider sind schwarze Listen eben schwarz, d.h. man sieht sie nie, weil sie geheim sind.

Der o.g. Händler Amazon ist mir schon aus anderen Gründen und auch wegen seiner Marktmacht unangenehm. Ich umgehe den Händler und kaufe lieber bei einem gut bewerteten kleineren Händler im IT.

Wenn man günstig im IT kauft, wird man erleben, dass beinahe jeder dritte Kauf einen Betrug des Händlers beinhaltet. Entweder wird etwas nicht geliefert oder es hat nicht die versprochenen Eigenschaften oder es ist kaputt. Dann muss man dn Kauf doch rückgängig machen können ohne viel Theater. Hinzu kommen dann noch die Fälle, in denen die eingekaufte Elektronik zum heimischen System nicht kompatibel ist oder die Klamotten schlicht nicht passen (Klamottenhändler müssen doch mit hohem Rücklauf rechnen und es einpereisen anstatt schwarze Listen zu entwickeln!)

Kreditkarten sollte man im IT nie benutzen. Die Kartennummer kann schnell an tausende Betrüger weitergegeben werden und die Kreditkartenunternehem können sehr schleppend sein bei der Rückzahlung im Falle von Mißbrauch durch Verkäufer.

Ich will keine Werbung machen aber Paypal ist wirklich das einzig vernünftige: Käuferdaten werden den Verkäufern gar nicht bekannt und es gibt radikalen Käuferschutz
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Re: Einführung schwarzer Listen bei Online-Shops

Beitragvon Teeernte » Sa 23. Feb 2019, 09:20

Kölner1302 hat geschrieben:(23 Feb 2019, 08:25)

Schwarze Listen sind illegal.

Ich will keine Werbung machen aber Paypal ist wirklich das einzig vernünftige: Käuferdaten werden den Verkäufern gar nicht bekannt und es gibt radikalen Käuferschutz

(Paypal übernimmt die "Erfahrung" der Händler)

Illegal ? Haaaach - das ist nur etwas Statistik, die viel Geld spart. (Was kommt bei "Paypal" gekaufter Ware auf den Versandzettel ? )

Alte Bauernregel - wer billig kauft , kauft 2 mal.

Das Schnäppchen aus China lässt sich nicht zurückschicken. Was erwarten die Leute von Ware - die 1 Euro kostet - im Laden für 100 Eu angeboten wird ? (zB Nusskasten)

....und das die Anschlüsse NIE passen...die Stecker nicht kompatibel sind - und die Billig Ware an das Gardena Stecksystem IMMER leckt / aufspringt - das ist konstruktiv eingebaut - das will der Hersteller so ! (Kunde mit IQ UHU muss das eben LERNEN.)

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