Zur Lage der deutschen Wirtschaft

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Wähler
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Re: Sybillas Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon Wähler » Sa 2. Nov 2019, 06:54

Wähler hat geschrieben:(01 Nov 2019, 07:25)
Es fehlen vor lauter ideologischem Eifer die Schlussfolgerungen. Die Digitalisierung verändert auf der einen Seite die Arbeitswelt dramatisch, auf der anderen Seite fehlen ausgebildete Arbeitskräfte für personennahe Dienstleistungen an Kindern, kranken und alten Menschen. Es wird vor allem um mehr Teilhabe an Produktivitätsfortschritten gehen. Wie kann das in einem Gleichgewicht zwischen staatlicher und privatwirtschaftlicher Aktivität bewerkstelltigt werden?

Atue001 hat geschrieben:(02 Nov 2019, 00:15)
Ist nicht genau die Beantwortung dieser Frage Aufgabe der Politik?

In einem Politik-Forum geht es sicherlich nicht nur darum, den Ist-Zustand auf dem Arbeitsmarkt gebetsmühlenartig mit den monoton immer gleichen Zahlenteppichen darzustellen.;) Eine durchaus auch sozialempirische Focusierung auf aktuelle Unterthemen, wie Zeit- und Leiharbeit, alleinerziehende Mütter oder Arbeitslose über 58, sowie bessere Bezahlung ehrenamtlicher Tätigkeiten durch den Staat ist nicht nur in diesem Thread hier seit Jahren nicht möglich. Es geht dann immer nur gleich um das BGE.
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Re: Aktuelle Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon Realist2014 » Sa 2. Nov 2019, 12:42

Sybilla hat geschrieben:(02 Nov 2019, 03:55)

Schade ist das Dir offensichtlich die Problematik der 5-6 Millionen prekären Arbeitsverhältnisse nicht bewusst ist, vielfach heißt das rackern und stempeln.


Wo kann ich in einer offiziellen Quelle diese 5-6 Millionen finden?


Armut und Armutsgefährdung heißt für Kinder von Eltern in prekären Arbeitsverhältnissen oft Kinderarmut,
.

Hier hätte ich gerne mal eine Erläuterung, wie das Haushaltseinkommen bei zwei erwachsenen Vollzeit-Arbeitsverhältnissen ( auch zum Mindestlohn) mit 2 Kindern ( Kindergeld) unterhalb von 60% (relative Armutsgefährdung) bzw. sogar unterhalb von 50% ( relative Armut) des Bezugsmedians sein kann.
Bitte mit konkreten Zahlen.

Sowohl die prekären Arbeitsverhältnisse (ergänzende Sozialleistungen) als auch die Grundrente/Altersgrundsicherung müssen von der Solidargemeinschaft der Steuerzahler finanziert werden nicht aber von der Wertschöpfung/Gewinne der Unternehmen.


Gewinne der Unternehmen sind "steuerfrei"?

Das Problem ist also nicht mit 12 Millionen Arbeitslose in Deutschland zurecht zu kommen sondern das es aufgrund der falschen Sozial und Arbeitsmarktpolitik in D ca. 14 Millionen Personen gibt, die von Armut oder Armutsgefährdung betroffen sind. Es gibt auch viele Unternehmen die in den letzten Jahren sehr gut verdient haben.


Was genau verbirgt sich hinter dem Begriff "gut verdient" an konkreten (Kenn-) Zahlen? Umsatzrendite? Eigenkapitalrendite?
Und wo kann man nachlesen, dass gerade diese Unternehmen lediglich "Niedriglohn" bezahlen?
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Re: Zur Lage der deutschen Wirtschaft

Beitragvon Sybilla » Fr 29. Nov 2019, 11:05

Arbeitsmarkt: Zahl der Unterbeschäftigten steigt im November „auf historischen Tiefststand“ von nur noch 3.137.656 Personen + 2000 zum Vormonat Oktober 2019 an. OK bis 2005 wurden diese Zahlen der Arbeitslosigkeit als „Massenarbeitslosigkeit“ definiert und nicht als „leer gefegter Arbeitsmarkt“ Aleine dieser widersinnige Satz zeigt ,dass die Statistik der Arbeitslosenzahlen detailiert zu betrachten ist.

Schon wieder ein neuer historischer - Rekord am Arbeitsmarkt in Deutschland und das trotz Rezession? Ja aber nur im Sinne des § 16 SGB III – Also innerhalb der medialen Filterblase in der das Kunststück trotz Rezession vollbracht wurde.

Eine Filterblase wird durch das ausfiltern von Information erreicht, es werden so viele „Filter“ über die Zahl der Arbeitslosen gelegt, bis das Rekordtief der Arbeitslosen in Deutschland Monat für Monat neu im Sinne des § 16 SGB III erreicht wird. Klasse Hartz IV wirkt sinkende Arbeitslosenzahlen in der Rezession das gab es noch nie. Ist das nicht wunderbar? Oder dann doch sonderbar?

Ein detaillierter Blick in die monatliche BA Statistik erweitert den Wahrnehmungshorizont.

Denn:

Herz statt Hartz, viele Personen Armut in Deutschland: Sackgasse Niedriglohnsektor müssen trotz oder wegen der Rekordbeschäftigung vor allem in Teilzeitbeschäftigung die jeden Morgen früh aufstehen und den ganzen Tag arbeiten müssen nebenbei Grundsicherungsleistungen zur Sicherung ihres Unterhalts und den Unterhalt Ihrer Familie beziehen (abrackern und stempeln) Anfrage der Linksfraktion Niedriglohn: Neun Millionen Beschäftigte betroffen 29.04.2019

Rackern und Stempeln;

Beispiel Einzelhandel eine Person arbeitet 6 Std Pro Tag 4 mal pro Woche in Teilzeit (24 Std/Woche oder 96 Std.pro Monat bei einem Mindestlohn von 9,19 €/Std. ergibt das, einen Bruttomonatslohn von 882,24 € entspricht Netto 705,13 €/Monat aufgrund der exorbitant hohen Mieten und Lebenshaltungskosten benötigt diese Person auch als Single ergänzende Grundsicherung. Wenn Kinder im Haushalt leben erhöht sich die Summe der Grundsicherung entsprechend.

Wie ist der Rekord der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse zu bewerten?

Nun:

Grundsätzlich sind alle abhängig beschäftigten Personen als sozialversicherungspflichtig anzusehen Das heißt auch Jobsharing-Teilzeitjob auf 60/80/100 Montanstunden sind sozialversicherungspflichtig. Arbeitnehmer, die in einem sogenannten Minijob (auch geringfügiges Arbeitsverhältnis) beschäftigt sind und dessen monatliches Entgelt einen Betrag von 450 € nicht übersteigt, müssen zwar selbst keine eigenen Beiträge zur Sozialversicherung leisten. Dennoch handelt es sich um ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis, da der Arbeitgeber pauschale Beiträge abzuführen hat.

Dieses ganze Gefassel von der Rekordbeschäftigung in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen ist nichts anderes als die Zuhörer „hinter die Fichte“ zu führen um eine Situation am Arbeitsmarkt zu suggerieren die tatsächlich nicht vorhanden ist (Beinahe Vollbeschäftigung) richtig ist das viele beschäftigt sind irgendwie vielleicht als Aufstocker,
Aufstocker?

Sind Arbeitnehmer die zur ihren Erwerbseinkommen (oft in Teilzeitbeschäftigung in Jobsharing) zusätzlich Grundsicherungsleistungen für sich und ihre Kinder beziehen müssen.

Ist es besser als Aufstocker zu arbeiten als arbeitslos zu sein?

Nein, Ziel des sozialen ist, das jeder der arbeitet ohne ergänzende Sozialleistungen seinen Lebensunterhalt erwirtschaften kann. Der neoliberale Spruch aus der Kaderschule „Zwei Millionen Aufstocker sind besser als 2 Millionen Arbeitslose ist unsinnig, denn dann wäre es ja auch besser wenn alle 40 Millionen Arbeitnehmer aufstocken würden. Denn 40 Millionen Aufstocker sind besser als 40 Millionen Arbeitslose.

Ein Blick auf den historischen November Rekord ? Unter Beachtung aller Kennzahlen des BA - Berichts

Laut BA Monatsbericht für November 2019 wird die Zahl der Leistungsberechtigten im November 2019 im Leistungsbezug (SGBII;SGB III ohne Bezieher von Asylleistungen) auf 6.054.157‬ Personen 6,9 % beziffert. Am Tag bevor die Reformagenda und Hartz IV in Kraft gesetzt wurden, waren es 4.321.000. Leistungsberechtigte. *Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest.

Grundsicherung im Alter und Erwerbsminderung destatis - Pressemitteilung Nr. 130 vom 3. April 2019 - Im Dezember 2018 bezogen in Deutschland knapp 1 079 000 Personen ab 18 Jahren Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 1,9 % mehr Leistungsempfängerinnen und -empfänger als im Dezember 2017.

„Ein Land, in dem wir gut und gerne leben“ Wer ist wir ? Fast – Vollbeschäftigung bessere Statistiken vom Arbeitsmarkt, gab es nur im Arbeiter- und Bauernstaat (DDR) oder in Nordkorea....etc

Arbeitsmarkt im November 2019: Die Zahl der Unterbeschäftigten liegt bei „historischen“ Tiefststand der Arbeitslosigkeit im November 2019 laut BA Bericht immer noch über 3 Millionen Personen konkret sind 3.137.656 Personen von Unterbeschäftigung (Arbeitslosigkeit) betroffen die Quote wird im BA Monatsbericht mit 6,8 % beziffert Das ist ein Anstieg zum Vormonat Oktober 2019.

“Es ist ein Skandal, dass es Einrichtungen wie die Tafel in so einem reichen Land geben muss”

Im November 2019 schlüsseln sich die 6.054.157‬‬ Leistungsempfänger 6,9 % von Leistungen im Bereich SGBII/SGBIII aufgrund der offiziellen Zahlen des im BA Bericht für November 2019 wie folgt auf: 729.565 (+ ca. 12.000) Personen waren im Bezug von ALG I, des weiteren erhielten 3.769.655 (- ca. 15.000) Personen. Erwerbsfähige Leistungsberechtigte Personen ALG II (Hartz IV) und 1.1.557.937 (- ca. 4000) Personen Nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte Personen (Sozialgeld)

Die (Kennzahl) der Arbeitslosen im Sinne des § 16 SGB III wird November 2019 in der offiziellen Statistik der BA auf ein „November Rekordtief “ von 2.179.999 Personen beziffert‬.
Gleichzeitig stieg laut BA Bericht die Zahl der Teilnehmer an Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik in einer ersten Schätzung für November auf 919.785 Personen an. Im Vergleich mit den BA Schätzzahlen von Oktober 2019) ist das ein Anstieg von rund 30.000 Personen als Teilnehmer in Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik. Der Bestand gemeldeter Arbeitsstelle (Mehrfachnenngen, bereits besetzte aber noch nicht gelöschte, Redundanzen inbegriffen) sinkt im November 2019 im BA Bericht auf 736.322 . Der BA-X wird im aktuellen Bericht für November 2019 auf 229 beziffert.

1.1 Eckwerte des Arbeitsmarktes Bericht Novmber 2019 (PDF Seite 47)
Tabellenanhang zum Monatsbericht November 2019 (Tabelle 1)

Quelle der Zahlen:
https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/201911/arbeitsmarktberichte/monatsbericht-monatsbericht/monatsbericht-d-0-201911-pdf.pdf

Zu beachten ist die Zählweise der Arbeitslosen (es werden nicht alle Personen die arbeit suchend sind als arbeitslos gezählt. Zum Beispiel fehlen viele unter 25 Jährige sowie viele über 58 Jährige, auch Kranke, etc) so dass die Zahl der Unterbeschäftigten Arbeitslosen, weiterhin mehr 3 Millionen Personen beinhaltet. Ist das Fast- Vollbeschäftigung und eine historisch niedrige Arbeitslosigkeit ? Alleine die Zahl der Unterbeschäftigung zeigt das, dass Problem der „Massenarbeitslosigkeit“ auch für die Gesellschaft des Jahres 2019 präsent ist. Alles andere ist eine nebulöse Verschleierung des Problems durch Teilzeitbeschäftigung und durch Zersplitterung von Vollzeitstellen.

Das es nach wie vor alleine rund vier Millionen Menschen gibt, die ihre Grundsicherung mit ALG II (Hartz IV) Transferleistungen absichern müssen findet kaum Beachtung, immerhin verkünden viele Medien und Talk Shows „ Fast-Vollbeschäftigung“

Vollbeschäftigung soll wie folgt erreicht werden:

§ 16i SGB II Teilhabe am Arbeitsmarkt

Fachkräftemangel?

ARBEITSMARKT UND RENTENPOLITIK Die endlose Diskussion um den Fachkräftemangel - Wie groß ist der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in Deutschland? - "Wir haben keinen flächendeckenden Fachkräftemangel in Deutschland", sagt der Arbeitsmarktexperte Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Gespräch mit der DW. - Lohnsteigerungen halten sich in Grenzen

Zum vielfach beschworenen Fachkräftemangel ist aus meiner vielfachen Erfahrung zu bedenken, dass damit vielfach von einer Allround- Fachkraft (Eierlegendeswollmilchschwein) der mittleren Qualifikationsebene gesprochen wird, die bereit ist möglichst auf Basis des Mindestlohn oder auch in Leih und Zeitarbeit die Arbeitsstelle anzutreten. (Handwerk, Pflege, Dienstleistung) Wer nicht in allen erwünschten Qualifikationen sehr gute Kenntnisse besitzt oder eine Entlohnung entsprechend seiner vielfachen Qualifikationen fordert, scheidet oft aus dem Auswahlverfahren aus. Ausnahmen sind selten verfügbare hoch qualifizierte Fachkräfte mit langjähriger Berufserfahrung aber diese sind tatsächlich aufgrund des oft fehlenden Willen zur intensiven betrieblichen Qualifikation und beruflicher Förderung nur sehr vereinzelt auf dem Arbeitsmarkt verfügbar.

Diese Analyse des Arbeitsmarktbericht der BA für November 2019 wurde unter Verwendung der Quellzahlen des BA Berichts für November 2019 verfasst. Autorin ist Sybilla am 29.11.19 --- 10 Uhr 30 alle Leser dürfen aus diesem Artikel unter Quellangabe zitieren.
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Re: Zur Lage der deutschen Wirtschaft

Beitragvon Realist2014 » Fr 29. Nov 2019, 11:17

Sybilla hat geschrieben:(29 Nov 2019, 11:05)




Nein, Ziel des sozialen ist, das jeder der arbeitet ohne ergänzende Sozialleistungen seinen Lebensunterhalt erwirtschaften kann. .


NEIN,

Ziele ist es , das jeder, der VOLLZEIT arbeitet ohne ergänzendes ARBEITSLOSENGELD II seinen Lebensunterhalt erwirtschaften kann.


Und DAS ist nun gegeben.

Auch WOHNGELD ist eine Sozialleistung. Möchtest DU die "streichen"?
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Re: Zur Lage der deutschen Wirtschaft

Beitragvon Wähler » Sa 7. Dez 2019, 09:29

SZ 6.Dezember 2019 Samstagessay:Kapital im Überfluss
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.4713048
"Bestes Beispiel ist Deutschland mit seiner "Schuldenbremse" im Grundgesetz. In diesem Jahrzehnt ist die Verschuldung der Bundesrepublik von 82,4 auf 59,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zurückgegangen. Volkswirtschaftlich gesehen ist das eine gewaltige Ersparnis, die unter anderem zu einem steigenden Überschuss in der Leistungsbilanz führt: Wer mehr spart, kauft auch weniger im Ausland ein..."Die schwarze Null ist falsch", sagt Weizsäcker. Stattdessen sollte die Bundesrepublik mit ihren Partnern einen "Bilanzpakt" abschließen. Darin würden sich Länder mit einem hohen Überschuss in der Leistungsbilanz verpflichten, mehr zu investieren, so lange bis die Bilanz ausgeglichen ist. Damit würde das Land nur im eigenen Interesse handeln, denn bei einem Plus in der Leistungsbilanz bedeuteten zusätzliche Schulden keine Belastung für die Zukunft. Und zu investieren gibt es ja genug, in Schulen, die Digitalisierung, in die Deutsche Bahn. So ein Pakt wäre auch geeignet, das Prinzip des freien Welthandels gegen die Angriffe von US-Präsident Donald Trump zu verteidigen...Allerdings sieht die SPD die Investitionen nicht als Alternative zur Überdehnung des Sozialstaats, sondern fordert im Gegenteil beides: ein Investitionsprogramm von 450 Milliarden Euro und den weiteren, teuren Ausbau des Sozialstaats."
Die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Union bedarf einer Veränderung und Anpassung an neue Konzepte.
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Re: Zur Lage der deutschen Wirtschaft

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 7. Dez 2019, 09:38

"das Prinzip des freien Welthandels gegen die Angriffe von US-Präsident Donald Trump zu verteidigen"

Nette Propaganda von der SZ. Oder entspricht die Vorgehensweise der EU oder Chinas etwa den Prinzipien des FREIEN Welthandels? Natürlich nicht, aber wenn man gegen Trump keilen kann, stört das nicht.
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Re: Zur Lage der deutschen Wirtschaft

Beitragvon naddy » Sa 7. Dez 2019, 10:29

Tom Bombadil hat geschrieben:(07 Dec 2019, 09:38)

"das Prinzip des freien Welthandels gegen die Angriffe von US-Präsident Donald Trump zu verteidigen"

Nette Propaganda von der SZ.


Wieso Propaganda? Das ist der "freie" Welthandel in der politischen Realität.
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Re: Zur Lage der deutschen Wirtschaft

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 7. Dez 2019, 10:40

naddy hat geschrieben:(07 Dec 2019, 10:29)

Wieso Propaganda?

Weil einzig Trump als der Bösewicht hingestellt wird.
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Re: Zur Lage der deutschen Wirtschaft

Beitragvon naddy » Sa 7. Dez 2019, 10:47

Tom Bombadil hat geschrieben:(07 Dec 2019, 10:40)

Weil einzig Trump als der Bösewicht hingestellt wird.


Dem habe ich doch indirekt zugestimmt, weil in der "Realität" alle Akteure so handeln. ;)
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Re: Zur Lage der deutschen Wirtschaft

Beitragvon Orbiter1 » Sa 7. Dez 2019, 11:10

Wähler hat geschrieben:(07 Dec 2019, 09:29)

..Allerdings sieht die SPD die Investitionen nicht als Alternative zur Überdehnung des Sozialstaats, sondern fordert im Gegenteil beides: ein Investitionsprogramm von 450 Milliarden Euro und den weiteren, teuren Ausbau des Sozialstaats."
Die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Union bedarf einer Veränderung und Anpassung an neue Konzepte.
Mit Ausnahme von Deutschland und eine Reihe kleinerer Staaten werden aktuell Schulden gemacht als gäbe es kein Morgen mehr. Es gibt aber ein Morgen, behaupten jedenfalls die größten institutionellen Investoren der Welt.

"Weltweit blicken institutionelle Investoren besorgt in die Zukunft. Auf der makroökonomischen Seite sehen Pensionskassen, Versicherungen, Unternehmen und Stiftungen vor allem die steigende Verschuldung der öffentlichen Haushalte und niedrige Wachstumsraten als Problem. Dies zeigt eine aktuelle Befragung von Natixis Investment Managers unter 500 institutionellen Investoren in Europa, Nordamerika, Latein-Amerika, Asien und dem Nahen Osten. In Deutschland wurden 33 Großanleger befragt. Insgesamt verwalten alle Befragten eine Anlagevolumen von 15 Billionen US-Dollar.

89 Prozent der Befragten befürchten, dass die hohe öffentliche Verschuldung sich negativ auf die globalen Finanzmärkte auswirken werde. Vor diesem Hintergrund erwarten 83 Prozent eine weitere Finanzkrise innerhalb der nächsten fünf Jahre. 62 Prozent rechnen damit bereits innerhalb der kommenden drei Jahre." Quelle: https://www.godmode-trader.de/artikel/i ... se,7949662

Nur damit bei Eintreffen der nächsten weltweiten Finanzkrise niemand sagen kann er hätte es nicht gewusst.
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Re: Zur Lage der deutschen Wirtschaft

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 7. Dez 2019, 11:18

naddy hat geschrieben:(07 Dec 2019, 10:47)

Dem habe ich doch indirekt zugestimmt, weil in der "Realität" alle Akteure so handeln.

Warum dann deine Frage?
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Re: Zur Lage der deutschen Wirtschaft

Beitragvon naddy » Sa 7. Dez 2019, 11:22

Tom Bombadil hat geschrieben:(07 Dec 2019, 11:18)

Warum dann deine Frage?


??? Weil "Propanda" gewöhnlich nicht die Wirklichkeit beschreibt?

Aber ist auch nicht so wichtig.
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Re: Zur Lage der deutschen Wirtschaft

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 7. Dez 2019, 11:26

naddy hat geschrieben:(07 Dec 2019, 11:22)

??? Weil "Propanda" gewöhnlich nicht die Wirklichkeit beschreibt?

:rolleyes: Der SZ-Artikel beschreibt ja auch nicht die Wirklichkeit sondern bedient das Feindbild Trump.
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Re: Zur Lage der deutschen Wirtschaft

Beitragvon Skull » Sa 7. Dez 2019, 11:55

Tom Bombadil hat geschrieben:(07 Dec 2019, 11:26)

:rolleyes: Der SZ-Artikel beschreibt ja auch nicht die Wirklichkeit sondern bedient das Feindbild Trump.

Kannst Du das erklären ? :?:

Ich kann da nur zwei Sätze zu Trump finden.

So ein Pakt wäre auch geeignet, das Prinzip des freien Welthandels
gegen die Angriffe von US-Präsident Donald Trump zu verteidigen.

[…]

Der Protektionismus von Donald Trump mag irregeleitet sein, er wird trotzdem nicht so schnell verschwinden.
Linke Demokraten wie die Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren denken in Handelsfragen
nicht viel anders als der amtierende Präsident.


Welches Feindbild Trump soll da vermittelt werden ?

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Re: Zur Lage der deutschen Wirtschaft

Beitragvon Wähler » So 8. Dez 2019, 07:35

Wähler hat geschrieben:(07 Dec 2019, 09:29)
SZ 6.Dezember 2019 Samstagessay:Kapital im Überfluss
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.4713048
" Damit würde das Land nur im eigenen Interesse handeln, denn bei einem Plus in der Leistungsbilanz bedeuteten zusätzliche Schulden keine Belastung für die Zukunft. Und zu investieren gibt es ja genug, in Schulen, die Digitalisierung, in die Deutsche Bahn."

Orbiter1 hat geschrieben:(07 Dec 2019, 11:10)
Mit Ausnahme von Deutschland und eine Reihe kleinerer Staaten werden aktuell Schulden gemacht als gäbe es kein Morgen mehr. Es gibt aber ein Morgen, behaupten jedenfalls die größten institutionellen Investoren der Welt.
Nur damit bei Eintreffen der nächsten weltweiten Finanzkrise niemand sagen kann er hätte es nicht gewusst.

Bei milliardenschweren Investitonen des Bundes in ein Glasfasernetz der Deutschen Bahn AG sehe ich ehrlich gesagt weder Anti-Trumpismus noch Vorschub für die nächste weltweite Finanzkrise. Wer den Artikel von Anfang bis Ende liest, kann auch nicht die gemäßigten Äußerungen zur Leistungsbilanzproblematik überlesen. Da gab es hier im Wirtschaftforum schon ganz andere Diskussionen. ;)
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Re: Zur Lage der deutschen Wirtschaft

Beitragvon Tom Bombadil » So 8. Dez 2019, 10:10

Skull hat geschrieben:(07 Dec 2019, 11:55)

Welches Feindbild Trump soll da vermittelt werden ?

Das der deutschen Medien: https://shorensteincenter.org/news-cove ... -100-days/
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Re: Zur Lage der deutschen Wirtschaft

Beitragvon Skull » So 8. Dez 2019, 10:43

Tom Bombadil hat geschrieben:(08 Dec 2019, 10:10)

Das der deutschen Medien: https://shorensteincenter.org/news-cove ... -100-days/

Und was hat das jetzt mit dem Artikel

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.4713048

zu tun ? Und Deiner Schlussfolgerung dazu. :?:

Vom Threadthema mal völlig abgesehen...

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Re: Zur Lage der deutschen Wirtschaft

Beitragvon Adam Smith » So 8. Dez 2019, 10:57

Orbiter1 hat geschrieben:(07 Dec 2019, 11:10)

Mit Ausnahme von Deutschland und eine Reihe kleinerer Staaten werden aktuell Schulden gemacht als gäbe es kein Morgen mehr. Es gibt aber ein Morgen, behaupten jedenfalls die größten institutionellen

Nur damit bei Eintreffen der nächsten weltweiten Finanzkrise niemand sagen kann er hätte es nicht gewusst.


Alle haben es gewusst sind aber folgender Ansicht.

Zitat sueddeutsche.de

Und dann gibt es noch einen nicht zu unterschätzenden Vorteil. Wäre die Finanzpolitik expansiver, würde die Geldpolitik entlastet. Christine Lagarde könnte es mit der EZB früher wagen, mit der Normalisierung der Zinsen zu beginnen und damit aufhören, Geld zu drucken. Und das käme dann direkt auch bei den Sparern in Fürstenfeldbruck an.


https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.4713048

Es gibt zwar zu viele Schulden, weitere Schulden können aber dafür sorgen, dass sich alles wieder normalisiert.

https://www.boerse-am-sonntag.de/spezia ... uropa.html

Mehr Schulden erhöhen immer nur noch die Schulden. Der Negativzins bleibt.
Das ist Kapitalismus:

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Re: Zur Lage der deutschen Wirtschaft

Beitragvon Tom Bombadil » So 8. Dez 2019, 11:15

Skull hat geschrieben:(08 Dec 2019, 10:43)
Und was hat das jetzt mit dem Artikel

Hatte ich hier bereits erklärt: viewtopic.php?p=4620565#p4620565 Als wäre Trump der Einzige, der den freien Welthandel "angreift", die EU mit ihren Subventionen ist da auch kein leuchtendes Vorbild.

Vom Threadthema mal völlig abgesehen...

Wenn du mich fragst darf ich ja wohl antworten, oder? Und der freie Welthandel betrifft auch Deutschlands Wirtschaft.
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Re: Zur Lage der deutschen Wirtschaft

Beitragvon Skull » So 8. Dez 2019, 12:58

Tom Bombadil hat geschrieben:(08 Dec 2019, 11:15)

Als wäre Trump der Einzige, der den freien Welthandel "angreift",
die EU mit ihren Subventionen ist da auch kein leuchtendes Vorbild.

Das schreibt auch keiner. Auch nicht der SZ-Artikel.

Noch geht es um den Artikel grossartig um Herrn Trump.

Und noch weniger um ein (das) Feindbild der deutschen Medien zu Herrn Trump.
DAS was Du da herauslesen wolltest.

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