Zur Lage der deutschen Wirtschaft

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Sybilla
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Re: Aktuelle Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon Sybilla » Do 29. Aug 2019, 18:10

Arbeitsmarkt: Zahl der Unterbeschäftigten im August 19 bei 3.203.222 Personen

Schon wieder ein neuer August - Rekord am Arbeitsmarkt in Deutschland?
Ja aber nur im Sinne des § 16 SGB III – Also innerhalb der medialen Filterblase.

Eine Filterblase wird durch das ausfiltern von Information erreicht es werden so viele „Filter“ über die Zahl der Arbeitslosen gelegt, bis das Rekordtief der Arbeitslosen in Deutschland Monat für Monat neu im Sinne des § 16 SGB III erreicht wird.

Ein detaillierter Blick in die monatliche BA Statistik erweitert den Wahrnehmungshorizont.

Denn:

Herz statt Hartz, viele Personen [url='https://www.br.de/nachrichten/bayern/armut-in-deutschland-sackgasse-niedriglohnsektor,RHIuCyy']Armut in Deutschland: Sackgasse Niedriglohnsektor[/url] müssen trotz oder wegen der Rekordbeschäftigung vor allem in Teilzeitbeschäftigung die jeden Morgen früh aufstehen und den ganzen Tag arbeiten müssen nebenbei Grundsicherungsleistungen zur Sicherung ihres Unterhalts und den Unterhalt Ihrer Familie beziehen (abrackern und stempeln) Anfrage der Linksfraktion Niedriglohn: Neun Millionen Beschäftigte betroffen 29.04.2019

Rackern und Stempeln;

Beispiel Einzelhandel eine Person arbeitet 6 Std Pro Tag 4 mal pro Woche in Teilzeit (24 Std/Woche oder 96 Std.pro Monat bei einem Mindestlohn von 9,19 €/Std. ergibt das, einen Bruttomonatslohn von 882,24 € entspricht Netto 705,13 €/Monat aufgrund der exorbitant hohen Mieten und Lebenshaltungskosten benötigt diese Person auch als Single ergänzende Grundsicherung. Wenn Kinder im Haushalt leben erhöht sich die Summe der Grundsicherung entsprechend.

Ein Blick auf den August Rekord ? Unter Beachtung aller Kennzahlen des BA - Berichts

Laut BA Monatsbericht für Augsut 2019 wird die Zahl der Leistungsberechtigten im August 2019 im Leistungsbezug (SGBII;SGB III ohne Bezieher von Asylleistungen) auf 6.224.415‬ Personen 7,1 % beziffert. Am Tag bevor die Reformagenda und Hartz IV in Kraft gesetzt wurden, waren es 4.321.000. Leistungsberechtigte. *Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest.

Grundsicherung im Alter und Erwerbsminderung destatis - Pressemitteilung Nr. 130 vom 3. April 2019 - Im Dezember 2018 bezogen in Deutschland knapp 1 079 000 Personen ab 18 Jahren Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 1,9 % mehr Leistungsempfängerinnen und -empfänger als im Dezember 2017.

„Ein Land, in dem wir gut und gerne leben“ Wer ist wir ? Fast – Vollbeschäftigung bessere Statistiken vom Arbeitsmarkt, gab es nur im Arbeiter- und Bauernstaat (DDR) oder in Nordkorea....etc

Arbeitsmarkt im August 2019: Die Zahl der Unterbeschäftigten wird für August 2019 laut BA Bericht auf 3.203.222 Personen beziffert 6,9 %

“Es ist ein Skandal, dass es Einrichtungen wie die Tafel in so einem reichen Land geben muss”

Im August 2019 schlüsseln sich die 6.224.415‬‬ Leistungsempfänger 7,1 % von Leistungen im Bereich SGBII/SGBIII aufgrund der offiziellen Zahlen des im BA Bericht für August 2019 wie folgt auf: 753.145 (+) Personen waren im Bezug von ALG I, des weiteren erhielten 3.889.992 (- ) Erwerbsfähige Leistungsberechtigte Personen ALG II (Hartz IV) und 1.581.278 (-) Nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte Personen (Sozialgeld)

Die (Kennzahl) der Arbeitslosen im Sinne des § 16 SGB III wird August 2019 in der offiziellen Statistik der BA auf ein „August Rekordtief “ von 2.319.408 beziffert.
Allerdings befinden sich laut BA Bericht 809.160 Personen als Teilnehmer an Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik. Der Bestand gemeldeter Arbeitsstelle (Mehrfachnenngen, bereits besetzte aber noch nicht gelöschte, Redundanzen inbegriffen) steigt im August 2019 im BA Bericht auf 794.919 an ausgewiesen Der BA-X wird im aktuellen Bericht für August 2019 auf 242 beziffert

1.1 Eckwerte des Arbeitsmarktes Bericht August 2019 (PDF Seite 49)
Tabellenanhang zum Monatsbericht August 2019 (Tabelle 1)

Quelle der Zahlen:
https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/201908/arbeitsmarktberichte/monatsbericht-monatsbericht/monatsbericht-d-0-201908-pdf.pdf

Zu beachten ist die Zählweise der Arbeitslosen (es werden nicht alle Personen die arbeit suchend sind als arbeitslos gezählt. Zum Beispiel fehlen viele unter 25 Jährige sowie viele über 58 Jährige, auch Kranke, etc) so dass die Zahl der Unterbeschäftigten Arbeitslosen, weiterhin mehr 3 Millionen Personen beinhaltet. Ist das Fast- Vollbeschäftigung und eine historisch niedrige Arbeitslosigkeit ? Alleine die Zahl der Unterbeschäftigung zeigt das, dass Problem der „Massenarbeitslosigkeit“ auch für die Gesellschaft des Jahres 2019 präsent ist. Alles andere ist eine nebulöse Verschleierung des Problems durch Teilzeitbeschäftigung und durch Zersplitterung von Vollzeitstellen.

Das es nach wie vor alleine rund vier Millionen Menschen gibt, die ihre Grundsicherung mit ALG II (Hartz IV) Transferleistungen absichern müssen findet kaum Beachtung, immerhin verkünden viele Medien und Talk Shows „ Fast-Vollbeschäftigung“

Vollbeschäftigung soll wie folgt erreicht werden:

§ 16i SGB II Teilhabe am Arbeitsmarkt

Fachkräftemangel?

ARBEITSMARKT UND RENTENPOLITIK Die endlose Diskussion um den Fachkräftemangel - Wie groß ist der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in Deutschland? - "Wir haben keinen flächendeckenden Fachkräftemangel in Deutschland", sagt der Arbeitsmarktexperte Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Gespräch mit der DW. - Lohnsteigerungen halten sich in Grenzen

Zum vielfach beschworenen Fachkräftemangel ist aus meiner vielfachen Erfahrung zu bedenken, dass damit vielfach von einer Allround- Fachkraft (Eierlegendeswollmilchschwein) der mittleren Qualifikationsebene gesprochen wird, die bereit ist möglichst auf Basis des Mindestlohn oder auch in Leih und Zeitarbeit die Arbeitsstelle anzutreten. (Handwerk, Pflege, Dienstleistung) Wer nicht in allen erwünschten Qualifikationen sehr gute Kenntnisse besitzt oder eine Entlohnung entsprechend seiner vielfachen Qualifikationen fordert, scheidet oft aus dem Auswahlverfahren aus. Ausnahmen sind selten verfügbare hoch qualifizierte Fachkräfte mit langjähriger Berufserfahrung aber diese sind tatsächlich aufgrund des oft fehlenden Willen zur intensiven betrieblichen Qualifikation und beruflicher Förderung nur sehr vereinzelt auf dem Arbeitsmarkt verfügbar.

Diese Analyse des Arbeitsmarktbericht der BA für August 2019 wurde unter Verwendung der Quellzahlen des BA Berichts für August 2019 verfasst. Autorin ist Sybilla am 29.08.19 --- 17 Uhr 30 alle Leser dürfen aus diesem Artikel unter Quellangabe zitieren.
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Re: Aktuelle Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon Atue001 » Di 10. Sep 2019, 23:46

Sybilla hat geschrieben:(29 Aug 2019, 18:10)

“Es ist ein Skandal, dass es Einrichtungen wie die Tafel in so einem reichen Land geben muss”



Jein.....

Seit Jahren beobachte ich das Phänomen der Tafeln. Dabei bewundere ich das ehrenamtliche Engagement der vielen vielen Helfer! Sie leisten unglaubliches - dafür meine höchsten Respekt!

ABER:
Gleichzeitig erlebe ich: Wo immer eine neue Tafel aufmacht - finden sich schnell hunderte von Menschen, die von den Tafeln was wollen und auch bekommen.
Wie haben diese Menschen gelebt, bevor es die Tafel dort gab?

Es ist ein Skandal, dass es Einrichtungen wie die Tafel in unserem reichen Deutschland gibt - aber! Es ist auch Fakt - wo immer eine Tafel aufmacht, finden sich Bedürftige......die zuvor auch ohne Tafel über die Runden kamen.

Sind die Tafeln also wirklich notwendig? Oder befeuern sie sogar so etwas wie das sich selbst prophezeiende Orakel?
Für die Politik sind die Tafeln sogar bequem! Denn diese lindern den sozialen Druck.

WEIL es die Tafeln gibt, macht der Staat weniger, als er machen müsste.

Selbst wenn der Staat jedem Hartz IV Empfänger das doppelte zahlen würde - die Tafeln gäbe es noch immer, und sie wären auch noch immer gut besucht.

Ich will nicht gegen die Tafeln reden - aber die Tafeln sind weder Lösung noch Indiz für staatliches Fehlverhalten - sie sind einzig und allein Indiz dafür, dass es viele engagierte Bürger gibt, die anderen helfen wollen und auch tatsächlich helfen! Und zwar auch dann, wenn diese Hilfe nicht wirklich notwendig ist - aber viel öfters dann, wenn es wirklich hilft.
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harry52
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Re: Aktuelle Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon harry52 » Mi 11. Sep 2019, 10:51

Atue001 hat geschrieben:(10 Sep 2019, 23:46)

Jein.....

Seit Jahren beobachte ich das Phänomen der Tafeln. Dabei bewundere ich das ehrenamtliche Engagement der vielen vielen Helfer! Sie leisten unglaubliches - dafür meine höchsten Respekt!
...

Ich will nicht gegen die Tafeln reden - aber die Tafeln sind weder Lösung noch Indiz für staatliches Fehlverhalten - sie sind einzig und allein Indiz dafür, dass es viele engagierte Bürger gibt, die anderen helfen wollen und auch tatsächlich helfen!

Ja, das ist richtig!!!
Die meisten Tafeln (pro Kopf der Bevölkerung) gibt es übrigens in den wohlhabenden Staaten mit finanziell üppig ausgestatten Sozialsystemen, also Niederlande, Schweden, Norwegen, Schweiz, Deutschland, Dänemark... In armen europäischen Staaten wie Moldawien, Rumänien, Albanien, ... gibt es hingegen kaum Tafeln. Tatsächlich ist der Überfluß ein Grund für viele Tafeln. In reichen Staaten werden viel mehr Lebensmittel angeboten, gespendet und weggeworfen.

Mehr Tafeln sind also gar kein Indiz für mehr Armut,
sondern im Gegenteil ein Indiz für Überfluß und Reichtum. Und ich möchte auch mal allen Tafel Mitarbeitern danken, denn sie helfen mit, dass nicht noch mehr Lebensmittel in der Mülltonne landen und auch helfen sie dabei, dass sich ärmere Menschen ein bißchen mehr leisten können, weil sie beim Essen sparen können.

Und ich empfinde es als mies,
dass ausgerechnet Linke, die doch immer damit Werbung in eigener Sache machen, dass sie die Guten sind, die sich für die Armen einsetzen, die Tafeln aus purem Eigennutz benutzen. Statt mitzuhelfen halten die nur frommen Reden wie Sybille, um Karriere in der Politik zu machen.
"Gut gemeint" ist nicht das Gleiche wie "gut gemacht".
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Re: Aktuelle Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon Sybilla » Di 1. Okt 2019, 01:04

Wunderbar oder Sonderbar Arbeitslosigkeit sinkt auf historisches Rekord-tief seit der Wiedervereinigung trotz Rezession!!!

Arbeitsmarkt: Zahl der Unterbeschäftigten im September „auf historischen Tiefststand von nur noch“ 3.151.612 Personen OK bis 2005 wurden diese Zahlen als „Massenarbeitslosigkeit“ definiert

Schon wieder ein neuer September - Rekord am Arbeitsmarkt in Deutschland und das trotz Rezession? Ja aber nur im Sinne des § 16 SGB III – Also innerhalb der medialen Filterblase in der das Kunststück trotz Rezession vollbracht wurde.

Eine Filterblase wird durch das ausfiltern von Information erreicht es werden so viele „Filter“ über die Zahl der Arbeitslosen gelegt, bis das Rekordtief der Arbeitslosen in Deutschland Monat für Monat neu im Sinne des § 16 SGB III erreicht wird. Klasse Hartz IV wirkt singende Arbeitslosenzahlen in der Rezession das gabs noch nie.

Ein detaillierter Blick in die monatliche BA Statistik erweitert den Wahrnehmungshorizont.

Denn:

Herz statt Hartz, viele Personen [url='https://www.br.de/nachrichten/bayern/armut-in-deutschland-sackgasse-niedriglohnsektor,RHIuCyy']Armut in Deutschland: Sackgasse Niedriglohnsektor[/url] müssen trotz oder wegen der Rekordbeschäftigung vor allem in Teilzeitbeschäftigung die jeden Morgen früh aufstehen und den ganzen Tag arbeiten müssen nebenbei Grundsicherungsleistungen zur Sicherung ihres Unterhalts und den Unterhalt Ihrer Familie beziehen (abrackern und stempeln) Anfrage der Linksfraktion Niedriglohn: Neun Millionen Beschäftigte betroffen 29.04.2019

Rackern und Stempeln;

Beispiel Einzelhandel eine Person arbeitet 6 Std Pro Tag 4 mal pro Woche in Teilzeit (24 Std/Woche oder 96 Std.pro Monat bei einem Mindestlohn von 9,19 €/Std. ergibt das, einen Bruttomonatslohn von 882,24 € entspricht Netto 705,13 €/Monat aufgrund der exorbitant hohen Mieten und Lebenshaltungskosten benötigt diese Person auch als Single ergänzende Grundsicherung. Wenn Kinder im Haushalt leben erhöht sich die Summe der Grundsicherung entsprechend.

Ein Blick auf den Septemberr Rekord ? Unter Beachtung aller Kennzahlen des BA - Berichts

Laut BA Monatsbericht für September 2019 wird die Zahl der Leistungsberechtigten im September 2019 im Leistungsbezug (SGBII;SGB III ohne Bezieher von Asylleistungen) auf 6.140.967 Personen 7,0 % beziffert. Am Tag bevor die Reformagenda und Hartz IV in Kraft gesetzt wurden, waren es 4.321.000. Leistungsberechtigte. *Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest.

Grundsicherung im Alter und Erwerbsminderung destatis - Pressemitteilung Nr. 130 vom 3. April 2019 - Im Dezember 2018 bezogen in Deutschland knapp 1 079 000 Personen ab 18 Jahren Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 1,9 % mehr Leistungsempfängerinnen und -empfänger als im Dezember 2017.

„Ein Land, in dem wir gut und gerne leben“ Wer ist wir ? Fast – Vollbeschäftigung bessere Statistiken vom Arbeitsmarkt, gab es nur im Arbeiter- und Bauernstaat (DDR) oder in Nordkorea....etc

Arbeitsmarkt im September 2019: Die Zahl der Unterbeschäftigten wird für September 2019 laut BA Bericht auf 3.151.612 Personen beziffert 6,8 %

“Es ist ein Skandal, dass es Einrichtungen wie die Tafel in so einem reichen Land geben muss”

Im September 2019 schlüsseln sich die 6.140.967‬‬ Leistungsempfänger 7,o % von Leistungen im Bereich SGBII/SGBIII aufgrund der offiziellen Zahlen des im BA Bericht für September 2019 wie folgt auf: 731.421 (-) Personen waren im Bezug von ALG I, des weiteren erhielten 3.838.937 (- ) Erwerbsfähige Leistungsberechtigte Personen ALG II (Hartz IV) und 1.570.609 (- ) Nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte Personen (Sozialgeld)

Die (Kennzahl) der Arbeitslosen im Sinne des § 16 SGB III wird September 2019 in der offiziellen Statistik der BA auf ein „September Rekordtief “ von 2.234.030 beziffert.
Allerdings befinden sich laut BA Bericht 864.259 (+ ca. 60.000) Personen als Teilnehmer an Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik. Der Bestand gemeldeter Arbeitsstelle (Mehrfachnenngen, bereits besetzte aber noch nicht gelöschte, Redundanzen inbegriffen) sinkt im September 2019 im BA Bericht auf 787.273. Der BA-X wird im aktuellen Bericht für September 2019 auf 238 beziffert

1.1 Eckwerte des Arbeitsmarktes Bericht September 2019 (PDF Seite 46)
Tabellenanhang zum Monatsbericht September 2019 (Tabelle 1)

Quelle der Zahlen:
https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/201909/arbeitsmarktberichte/monatsbericht-monatsbericht/monatsbericht-d-0-201909-pdf.pdf

Zu beachten ist die Zählweise der Arbeitslosen (es werden nicht alle Personen die arbeit suchend sind als arbeitslos gezählt. Zum Beispiel fehlen viele unter 25 Jährige sowie viele über 58 Jährige, auch Kranke, etc) so dass die Zahl der Unterbeschäftigten Arbeitslosen, weiterhin mehr 3 Millionen Personen beinhaltet. Ist das Fast- Vollbeschäftigung und eine historisch niedrige Arbeitslosigkeit ? Alleine die Zahl der Unterbeschäftigung zeigt das, dass Problem der „Massenarbeitslosigkeit“ auch für die Gesellschaft des Jahres 2019 präsent ist. Alles andere ist eine nebulöse Verschleierung des Problems durch Teilzeitbeschäftigung und durch Zersplitterung von Vollzeitstellen.

Das es nach wie vor alleine rund vier Millionen Menschen gibt, die ihre Grundsicherung mit ALG II (Hartz IV) Transferleistungen absichern müssen findet kaum Beachtung, immerhin verkünden viele Medien und Talk Shows „ Fast-Vollbeschäftigung“

Vollbeschäftigung soll wie folgt erreicht werden:

§ 16i SGB II Teilhabe am Arbeitsmarkt

Fachkräftemangel?

ARBEITSMARKT UND RENTENPOLITIK Die endlose Diskussion um den Fachkräftemangel - Wie groß ist der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in Deutschland? - "Wir haben keinen flächendeckenden Fachkräftemangel in Deutschland", sagt der Arbeitsmarktexperte Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Gespräch mit der DW. - Lohnsteigerungen halten sich in Grenzen

Zum vielfach beschworenen Fachkräftemangel ist aus meiner vielfachen Erfahrung zu bedenken, dass damit vielfach von einer Allround- Fachkraft (Eierlegendeswollmilchschwein) der mittleren Qualifikationsebene gesprochen wird, die bereit ist möglichst auf Basis des Mindestlohn oder auch in Leih und Zeitarbeit die Arbeitsstelle anzutreten. (Handwerk, Pflege, Dienstleistung) Wer nicht in allen erwünschten Qualifikationen sehr gute Kenntnisse besitzt oder eine Entlohnung entsprechend seiner vielfachen Qualifikationen fordert, scheidet oft aus dem Auswahlverfahren aus. Ausnahmen sind selten verfügbare hoch qualifizierte Fachkräfte mit langjähriger Berufserfahrung aber diese sind tatsächlich aufgrund des oft fehlenden Willen zur intensiven betrieblichen Qualifikation und beruflicher Förderung nur sehr vereinzelt auf dem Arbeitsmarkt verfügbar.

Diese Analyse des Arbeitsmarktbericht der BA für September 2019 wurde unter Verwendung der Quellzahlen des BA Berichts für September 2019 verfasst. Autorin ist Sybilla am 01.10.19 --- 23 Uhr 30 alle Leser dürfen aus diesem Artikel unter Quellangabe zitieren
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Re: Aktuelle Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon Wähler » Di 1. Okt 2019, 07:01

Sybilla hat geschrieben:(01 Oct 2019, 01:04)
ARBEITSMARKT UND RENTENPOLITIK Die endlose Diskussion um den Fachkräftemangel - Wie groß ist der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in Deutschland? - "Wir haben keinen flächendeckenden Fachkräftemangel in Deutschland", sagt der Arbeitsmarktexperte Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Gespräch mit der DW. - Lohnsteigerungen halten sich in Grenzen
Zum vielfach beschworenen Fachkräftemangel ist aus meiner vielfachen Erfahrung zu bedenken, dass damit vielfach von einer Allround- Fachkraft (Eierlegendeswollmilchschwein) der mittleren Qualifikationsebene gesprochen wird, die bereit ist möglichst auf Basis des Mindestlohn oder auch in Leih und Zeitarbeit die Arbeitsstelle anzutreten. (Handwerk, Pflege, Dienstleistung) Wer nicht in allen erwünschten Qualifikationen sehr gute Kenntnisse besitzt oder eine Entlohnung entsprechend seiner vielfachen Qualifikationen fordert, scheidet oft aus dem Auswahlverfahren aus. Ausnahmen sind selten verfügbare hoch qualifizierte Fachkräfte mit langjähriger Berufserfahrung aber diese sind tatsächlich aufgrund des oft fehlenden Willen zur intensiven betrieblichen Qualifikation und beruflicher Förderung nur sehr vereinzelt auf dem Arbeitsmarkt verfügbar.

Habe im Fernsehen eine Dokumentation über einen erfolgreichen Streik von Leiharbeitern in einem BMW-Werk in Leipzig gesehen. Durch die Digitalisierung nimmt die Komplexität und Vernetzung der Wertschöpfungskette noch weiter zu. Löhne können also durch aktive Gewerkschaftsarbeit steigen.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Aktuelle Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon Atue001 » Mi 2. Okt 2019, 00:57

Anstatt eine konstruierte Filterblase zu erwähnen, sollte auch Sybilla zur Kenntnis nehmen, dass die Statistiken sich zwar immer wieder mal ändern, aber fundamentale Änderungen nicht monatlich stattfinden.

Statistik ist immer auch ein Kompromiss!
Was die aktuellen Statistiken deutlich darstellen ist, dass der Arbeitsmarkt robust ist - und zwar auf durchaus bemerkenswertem Niveau.
Noch nie war die Beschäftigtensituation in Deutschland höher!
Man mag kritisieren, dass viele nur Einstiegslöhne bekommen - aber! was wäre die Alternative? Arbeitslosigkeit?

Sybilla vermittelt mit ihren Thesen aus dem politischen Spekturm der Linken monatlich, dass Arbeitslosigkeit das bessere Los für die Betroffenen wären.
Die Betroffenen selbst würden einem ziemlich schnell ein anderes Bild vermitteln. DIE sind zwar mit ihrer Situation nicht zufrieden - aber dennoch zufriedener, als zu Zeiten der Arbeitslosigkeit - zu denen ihre finanziellen Möglichkeiten NOCH geringer waren, und die Repressalien der Staatsbehörden weitaus größer waren.

Sybilla hat recht - auch wenn die Statistik gute Werte bezüglich der Arbeitslosigkeit ausweist - vieles in unserem Land ist deshalb noch lange nicht gut.
Sybilla hat aber auch Unrecht - denn auch wenn noch lange nicht alles gut ist, hat sich die Situation insgesamt dennoch kontinuierlich über die letzten Jahre deutlich auch und gerade in der Breite für viele Hunderttausende Betroffener deutlich verbessert.

Ich bin für Rightsizing! Wir sollten Zahlen nicht überbewerten - aber eben auch nicht unterbewerten.
Die lange laufende gute Konjunktur, der robuste Gesamtzustand des Arbeitsmarktes - all das sind Pfunde, mit denen man auch mal aufzeigen kann und darf, dass nicht alles gänzlich in diesem Lande falsch läuft!
Umgekehrt darf sich niemand auf dem Erreichten ausruhen - weil es noch immer so viel zu tun gibt - beispielsweise was die notwendigen und seit vielen Jahren überflüssigen Reformen sowohl in unserem Steuersystem als auch in unserem Sozialsystem angeht.

Sybilla verbreitet Pessimismus - und das ist in diesem Falle ideologischer Pessimismus.
Doch auch wenn die Welt in Deutschland bezüglich des Arbeitsmarktes deutlich rosiger aussieht als die Endzeitvisionen von Sybilla, gibt es dennoch oder gerade deshalb noch vieles, was besser werden muss!

Fazit: Sybilla übertreibt - aber Selbstzufrieden dürfen wir dennoch nicht sein, auch wenn die Arbeitsmarktzahlen oberflächlich betrachtet gut aussehen.
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Re: Aktuelle Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon Sybilla » Fr 25. Okt 2019, 02:52

Atue001 hat geschrieben:(02 Oct 2019, 00:57)

....

Sybilla hat aber auch Unrecht - denn auch wenn noch lange nicht alles gut ist, hat sich die Situation insgesamt dennoch kontinuierlich über die letzten Jahre deutlich auch und gerade in der Breite für viele Hunderttausende Betroffener deutlich verbessert.

....



....Vor allem die Armutsquote hat in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen – und zwar weitaus stärker als der Anteil der reichen Haushalte. Zu Beginn der 90er-Jahre lebten hierzulande gut elf Prozent der Bevölkerung in Haushalten, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens betrug .... Im Jahr 2015, dem letzten Jahr, aus dem die entsprechenden Daten vorliegen, lag der Anteil mit rund 16,8 Prozent um fast sechs Prozentpunkte höher.

Im Jahr 2005 in dem Jahr in dem die Agenda 2010 und Hartz IV in Kraft traten lag die Quote noch bei ca 14 %.

Frage an Atue01 Sie sind der Meinung das sich dennoch kontinuierlich über die letzten Jahre deutlich auch und gerade in der Breite für viele Hunderttausende Betroffener deutlich verbessert hat, von wem sprechen Sie, die Zahlen belegen eindeutig das die Entwicklung so nicht stattgefunden hat. Vielmehr ist die Armutsquote trotz angeblichen Jobboom guter Konjunktur und bei niedriger statistisch erfasster Arbeitslosigkeit kontinuierlich angestiegen. Die Zahl der Obdachlosen hat sich von 2005 - 2015 mehr als verdoppelt.

Ehrlich gesagt glaube ich nicht das Menschen die rackern und stempeln sich in ihrer Teilzeitbeschäftigung besser fühlen als in einen tariflich bezahlten Vollzeitjob und das ist die Alternative zur Arbeitslosigkeit. Nicht der von Ihnen favorisierte steuer-subventionierte (die Solidargemeinschaft der Steuerzahler für ergänzendes ALG II Hartz IV) Teilzeitjob der die Gewinne von Unternehmen subventioniert. Diesen geht es tatsächlich viel besser als 2005.

Aufgrund ihres Kommentars fürchte ich das Sie das Problem das ich anspreche noch nicht erfasst haben, eine niedere offizielle Arbeitslosigkeit (der Blick auf die Unterbeschäftigung ist so und so ehrlicher und weit weniger glänzend) sagt nichts ganz und gar nichts darüber aus, ob sich die Situation der Betroffenen tatsächlich verbessert hat, alle Zahlen und Fakten sprechen dagegen.
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Re: Aktuelle Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon Skull » Fr 25. Okt 2019, 08:44


Allerdings ist dieser Befund eigentlich eine historische Betrachtung: Der starke Anstieg von 3,1 Prozent der Bevölkerung auf knapp 5,2 Prozent fand in den 90er-Jahren statt – liegt also beinahe zwei Jahrzehnte zurück. Seit dem Jahr 2001 ist der Anteil der dauerhaft Armen hingegen weitgehend stabil.

Im Osten ist Armut stärker ausgeprägt

Die 90er-Jahre waren geprägt von einer rasant steigenden Arbeitslosigkeit hierzulande, insbesondere in Ostdeutschland, nachdem viele Betriebe in der Nachwendezeit schließen mussten. Die Entwicklung der dauerhaften Armut war denn auch in Ostdeutschland besonders stark ausgeprägt.


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Re: Aktuelle Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon Atue001 » Sa 26. Okt 2019, 01:13

Sybilla hat geschrieben:(25 Oct 2019, 02:52)

....Vor allem die Armutsquote hat in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen – und zwar weitaus stärker als der Anteil der reichen Haushalte. Zu Beginn der 90er-Jahre lebten hierzulande gut elf Prozent der Bevölkerung in Haushalten, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens betrug .... Im Jahr 2015, dem letzten Jahr, aus dem die entsprechenden Daten vorliegen, lag der Anteil mit rund 16,8 Prozent um fast sechs Prozentpunkte höher.

Im Jahr 2005 in dem Jahr in dem die Agenda 2010 und Hartz IV in Kraft traten lag die Quote noch bei ca 14 %.

Frage an Atue01 Sie sind der Meinung das sich dennoch kontinuierlich über die letzten Jahre deutlich auch und gerade in der Breite für viele Hunderttausende Betroffener deutlich verbessert hat, von wem sprechen Sie, die Zahlen belegen eindeutig das die Entwicklung so nicht stattgefunden hat. Vielmehr ist die Armutsquote trotz angeblichen Jobboom guter Konjunktur und bei niedriger statistisch erfasster Arbeitslosigkeit kontinuierlich angestiegen. Die Zahl der Obdachlosen hat sich von 2005 - 2015 mehr als verdoppelt.

Ehrlich gesagt glaube ich nicht das Menschen die rackern und stempeln sich in ihrer Teilzeitbeschäftigung besser fühlen als in einen tariflich bezahlten Vollzeitjob und das ist die Alternative zur Arbeitslosigkeit. Nicht der von Ihnen favorisierte steuer-subventionierte (die Solidargemeinschaft der Steuerzahler für ergänzendes ALG II Hartz IV) Teilzeitjob der die Gewinne von Unternehmen subventioniert. Diesen geht es tatsächlich viel besser als 2005.

Aufgrund ihres Kommentars fürchte ich das Sie das Problem das ich anspreche noch nicht erfasst haben, eine niedere offizielle Arbeitslosigkeit (der Blick auf die Unterbeschäftigung ist so und so ehrlicher und weit weniger glänzend) sagt nichts ganz und gar nichts darüber aus, ob sich die Situation der Betroffenen tatsächlich verbessert hat, alle Zahlen und Fakten sprechen dagegen.


Werte Sybilla,

in weiten Teilen schätze ich ihre Analysen und teile auch viele der Folgerungen, die sie uns immer wieder und an unterschiedlichsten Stellen empfehlen. Trotzdem neigen sie dazu, die Situation regelmäßig zu dramatisieren. Das finde ich aber genauso kritisch, wie die permanente Unterschätzung der sozialen Situation der Nation an anderer Stelle.

Die Hans-Böckler-Stiftung erhebt beispielsweise Zahlen dazu, wie viele Haushalte unter materieller Deprivation leiden. Darunter versteht man:
Der Anteil der Haushalte, die sich wichtige Ausgaben für Wohnen und Gebrauchsgüter aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht leisten können.

Zahlenmaterial dazu findet man beispielsweise unter: https://www.boeckler.de/wsi_50648.htm

Von 2005 bis 2017 gibt es durchgängig zu viele Haushalte, die dies betrifft - aber in 2017 ergibt sich auch ein historisches Tief des entsprechenden prozentualen Wertes!

Deutschland hat über viele Jahre hinweg ein beeindruckendes Wirtschaftswachstum hingelegt - es gibt viele Gründe, warum dies so war wie es war. Und: Die Arbeitslosigkeit konnte im entsprechenden Zeitraum gesenkt werden, und inzwischen auch die Anzahl der Hartz IV-Empfänger.

Dennoch ist längst nicht alles ok, was im Lande passiert - es gilt also nach wie vor, vieles zu verbessern - und ich bin auch keineswegs der Ansicht, dass die bestehende Regierung oder die Vorgängerregierungen besonders geschickt bezüglich dieser Themenstellungen agiert hätten!

Trotzdem geht der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands auch nicht an den ärmeren Haushalten vorbei - und auch wenn man sich noch immer ob der Anzahl der Problemhaushalte schämen muss - deren Zahl geht zurück!

Die Regierungen haben nicht alles richtig gemacht - aber auch nicht alles falsch! DESHALB halte ich regelmäßig ihre Analysen für überzogen und auch teilweise für politisch motivierte Propaganda.

Mir wäre sehr daran gelegen, die Diskussion versachlichen zu können - was bedeutet: Es gibt viel zu tun - aber es hat sich durchaus auch schon vieles in die richtige Richtung entwickelt!
Sybilla
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Re: Aktuelle Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon Sybilla » Mi 30. Okt 2019, 12:00

Atue001 hat geschrieben:(26 Oct 2019, 01:13) Mir wäre sehr daran gelegen, die Diskussion versachlichen zu können - was bedeutet: Es gibt viel zu tun - aber es hat sich durchaus auch schon vieles in die richtige Richtung entwickelt!


Indem meine Analyse der Zahlen auf den Fakten des (kompletten) BA Bericht passieren ist das die pure Sachlichkeit. Das sich diese Zahlen für Einzelne aus Wissenschaft/Medien/Politik/BA aus subjektiven Empfinden in die richtige Richtung entwickeln, mag in dem Standpunkt (Betriebsblindheit) des Betrachters begründet sein. Aus objektiver und sachlicher Betrachtung der Zahlen des kompletten BA Arbeitsmarkt Bericht sowie des kompletten Armutsbericht und unter Beachtung der Realität der Lebenswirklichkeit der Bürger kann dieses subjektives Empfinden von Einzelnen nicht nachvollzogen werden. Die Zahl der Personen in Armut und Armustgefährdung ist seit 2005 aufgrund der politischen Agenda 2010 exorbitant hoch angestiegen. Das belegen alle sozialwissenschaftliche Zahlen. Ein objektive*r Betrachter*in kann diese Sozialpolitik (Bekämpfung der Armut) nicht als eine Entwicklung in die richtige Richtung definieren oder/und interpretieren. Allerdings haben sich die Profite und Gewinne von Unternehmen und die offiziellen Zahlen vom Arbeitsmarkt aufgrund der Agenda 2010 und des Pressedienst der BA in die "richtige" Richtung entwickelt diesbezüglich stimme ich Ihnen zu.
Sybilla
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Re: Aktuelle Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon Sybilla » Mi 30. Okt 2019, 12:01

Arbeitsmarkt: Zahl der Unterbeschäftigten im Oktober „auf historischen Tiefststand von nur noch“ 3.129.062 Personen OK bis 2005 wurden diese Zahlen der Arbeitslosigkeit als „Massenarbeitslosigkeit“ definiert und nicht als „leer gefegter Arbeitsmarkt“

Schon wieder ein neuer historischer - Rekord am Arbeitsmarkt in Deutschland und das trotz Rezession? Ja aber nur im Sinne des § 16 SGB III – Also innerhalb der medialen Filterblase in der das Kunststück trotz Rezession vollbracht wurde.

Eine Filterblase wird durch das ausfiltern von Information erreicht, es werden so viele „Filter“ über die Zahl der Arbeitslosen gelegt, bis das Rekordtief der Arbeitslosen in Deutschland Monat für Monat neu im Sinne des § 16 SGB III erreicht wird. Klasse Hartz IV wirkt sinkende Arbeitslosenzahlen in der Rezession das gab es noch nie. Ist das nicht wunderbar? Oder dann doch sonderbar?

Ein detaillierter Blick in die monatliche BA Statistik erweitert den Wahrnehmungshorizont.

Denn:

Herz statt Hartz, viele Personen [url='https://www.br.de/nachrichten/bayern/armut-in-deutschland-sackgasse-niedriglohnsektor,RHIuCyy']Armut in Deutschland: Sackgasse Niedriglohnsektor[/url] müssen trotz oder wegen der Rekordbeschäftigung vor allem in Teilzeitbeschäftigung die jeden Morgen früh aufstehen und den ganzen Tag arbeiten müssen nebenbei Grundsicherungsleistungen zur Sicherung ihres Unterhalts und den Unterhalt Ihrer Familie beziehen (abrackern und stempeln) Anfrage der Linksfraktion Niedriglohn: Neun Millionen Beschäftigte betroffen 29.04.2019

Rackern und Stempeln;

Beispiel Einzelhandel eine Person arbeitet 6 Std Pro Tag 4 mal pro Woche in Teilzeit (24 Std/Woche oder 96 Std.pro Monat bei einem Mindestlohn von 9,19 €/Std. ergibt das, einen Bruttomonatslohn von 882,24 € entspricht Netto 705,13 €/Monat aufgrund der exorbitant hohen Mieten und Lebenshaltungskosten benötigt diese Person auch als Single ergänzende Grundsicherung. Wenn Kinder im Haushalt leben erhöht sich die Summe der Grundsicherung entsprechend.

Ein Blick auf den historischen Oktober Rekord ? Unter Beachtung aller Kennzahlen des BA - Berichts

Laut BA Monatsbericht für Oktober 2019 wird die Zahl der Leistungsberechtigten im Oktober 2019 im Leistungsbezug (SGBII;SGB III ohne Bezieher von Asylleistungen) auf 6.073.251 Personen 7,0 % beziffert. Am Tag bevor die Reformagenda und Hartz IV in Kraft gesetzt wurden, waren es 4.321.000. Leistungsberechtigte. *Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest.

Grundsicherung im Alter und Erwerbsminderung destatis - Pressemitteilung Nr. 130 vom 3. April 2019 - Im Dezember 2018 bezogen in Deutschland knapp 1 079 000 Personen ab 18 Jahren Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 1,9 % mehr Leistungsempfängerinnen und -empfänger als im Dezember 2017.

„Ein Land, in dem wir gut und gerne leben“ Wer ist wir ? Fast – Vollbeschäftigung bessere Statistiken vom Arbeitsmarkt, gab es nur im Arbeiter- und Bauernstaat (DDR) oder in Nordkorea....etc

Arbeitsmarkt im Oktober 2019: Die Zahl der Unterbeschäftigten liegt bei „historischen“ Tiefststand der Arbeitslosigkeit im Oktober 2019 laut BA Bericht immer noch über 3 Millionen Personen konkret sind 3.129.062 Personen von Unterbeschäftigung (Arbeiitslosigkeit) betroffen die Quote wird im BA Monatsbericht mit 6,8 % beziffert

“Es ist ein Skandal, dass es Einrichtungen wie die Tafel in so einem reichen Land geben muss”

Im Oktober 2019 schlüsseln sich die 6.073.251‬‬ Leistungsempfänger 7,0 % von Leistungen im Bereich SGBII/SGBIII aufgrund der offiziellen Zahlen des im BA Bericht für Oktober 2019 wie folgt auf: 716.698 (-) Personen waren im Bezug von ALG I, des weiteren erhielten 3.794.571 (- ) Erwerbsfähige Leistungsberechtigte Personen ALG II (Hartz IV) und 1.561.982 (- ) Nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte Personen (Sozialgeld)

Die (Kennzahl) der Arbeitslosen im Sinne des § 16 SGB III wird Oktober 2019 in der offiziellen Statistik der BA auf ein „Oktober Rekordtief “ von 2.204.090 beziffert. - 29.940‬ Personen
Gleichzeitig stieg laut BA Bericht die Zahl der Teilnehmer an Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik in einer ersten Schätzung für Oktober auf 897.632 Personen an. Im Vergleich mit den BA Schätzzahlen vom September) ist das ein Anstieg von rund 33.000 Personen als Teilnehmer in Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik. Der Bestand gemeldeter Arbeitsstelle (Mehrfachnenngen, bereits besetzte aber noch nicht gelöschte, Redundanzen inbegriffen) sinkt im Oktober 2019 im BA Bericht auf 764.004. Der BA-X wird im aktuellen Bericht für Oktober 2019 auf 232 beziffert.

1.1 Eckwerte des Arbeitsmarktes Bericht Oktober 2019 (PDF Seite 52)
Tabellenanhang zum Monatsbericht Oktober 2019 (Tabelle 1)

Quelle der Zahlen:
https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/201910/arbeitsmarktberichte/monatsbericht-monatsbericht/monatsbericht-d-0-201910-pdf.pdf

Zu beachten ist die Zählweise der Arbeitslosen (es werden nicht alle Personen die arbeit suchend sind als arbeitslos gezählt. Zum Beispiel fehlen viele unter 25 Jährige sowie viele über 58 Jährige, auch Kranke, etc) so dass die Zahl der Unterbeschäftigten Arbeitslosen, weiterhin mehr 3 Millionen Personen beinhaltet. Ist das Fast- Vollbeschäftigung und eine historisch niedrige Arbeitslosigkeit ? Alleine die Zahl der Unterbeschäftigung zeigt das, dass Problem der „Massenarbeitslosigkeit“ auch für die Gesellschaft des Jahres 2019 präsent ist. Alles andere ist eine nebulöse Verschleierung des Problems durch Teilzeitbeschäftigung und durch Zersplitterung von Vollzeitstellen.

Das es nach wie vor alleine rund vier Millionen Menschen gibt, die ihre Grundsicherung mit ALG II (Hartz IV) Transferleistungen absichern müssen findet kaum Beachtung, immerhin verkünden viele Medien und Talk Shows „ Fast-Vollbeschäftigung“

Vollbeschäftigung soll wie folgt erreicht werden:

§ 16i SGB II Teilhabe am Arbeitsmarkt

Fachkräftemangel?

ARBEITSMARKT UND RENTENPOLITIK Die endlose Diskussion um den Fachkräftemangel - Wie groß ist der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in Deutschland? - "Wir haben keinen flächendeckenden Fachkräftemangel in Deutschland", sagt der Arbeitsmarktexperte Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Gespräch mit der DW. - Lohnsteigerungen halten sich in Grenzen

Zum vielfach beschworenen Fachkräftemangel ist aus meiner vielfachen Erfahrung zu bedenken, dass damit vielfach von einer Allround- Fachkraft (Eierlegendeswollmilchschwein) der mittleren Qualifikationsebene gesprochen wird, die bereit ist möglichst auf Basis des Mindestlohn oder auch in Leih und Zeitarbeit die Arbeitsstelle anzutreten. (Handwerk, Pflege, Dienstleistung) Wer nicht in allen erwünschten Qualifikationen sehr gute Kenntnisse besitzt oder eine Entlohnung entsprechend seiner vielfachen Qualifikationen fordert, scheidet oft aus dem Auswahlverfahren aus. Ausnahmen sind selten verfügbare hoch qualifizierte Fachkräfte mit langjähriger Berufserfahrung aber diese sind tatsächlich aufgrund des oft fehlenden Willen zur intensiven betrieblichen Qualifikation und beruflicher Förderung nur sehr vereinzelt auf dem Arbeitsmarkt verfügbar.

Diese Analyse des Arbeitsmarktbericht der BA für Oktober 2019 wurde unter Verwendung der Quellzahlen des BA Berichts für Oktober 2019 verfasst. Autorin ist Sybilla am 30.10.19 --- 11 Uhr 00 alle Leser dürfen aus diesem Artikel unter Quellangabe zitieren.
Zuletzt geändert von Sybilla am Mi 30. Okt 2019, 23:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Aktuelle Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon Skull » Mi 30. Okt 2019, 12:42

Sybilla hat geschrieben:(30 Oct 2019, 12:00)

Indem meine Analyse der Zahlen auf den Fakten des (kompletten) BA Bericht passieren ist das die pure Sachlichkeit.

Sachlichkeit ? :?: :D

Sybilla hat geschrieben:(30 Oct 2019, 12:01)

Herz statt Hartz

[…]

Rackern und Stempeln

[…]

Zum vielfach beschworenen Fachkräftemangel aus meiner vielfachen Erfahrung zu bedenken...

mfg
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Re: Aktuelle Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon Sybilla » Mi 30. Okt 2019, 15:13

Atue001 hat geschrieben:(26 Oct 2019, 01:13)
Die Hans-Böckler-Stiftung erhebt beispielsweise Zahlen dazu, wie viele Haushalte unter materieller Deprivation leiden. Darunter versteht man:
Der Anteil der Haushalte, die sich wichtige Ausgaben für Wohnen und Gebrauchsgüter aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht leisten können.

Zahlenmaterial dazu findet man beispielsweise unter: https://www.boeckler.de/wsi_50648.htm

Von 2005 bis 2017 gibt es durchgängig zu viele Haushalte, die dies betrifft - aber in 2017 ergibt sich auch ein historisches Tief des entsprechenden prozentualen Wertes!


Das lesen und interpretieren von Statistiken ist nicht so einfach wie viele glauben, jede Statistik muss detailliert betrachtet werden, vor allem die Art wie sie erhoben wird und woher die Quellzahlen bezogen werden.

Alleine das anwachsen der Haushalte durch die Zuwanderung der letzten Jahre senkt den prozentualen Wert ab. Zum Beispiel sind 8 von 100 Haushalten betroffen sind das 8 % sind es 9 von 120 sinkt die Quote auf 7,5 % ab, obwohl die Anzahl der betroffen Haushalte um mehr als 10 % angestiegen ist.

So erklärt sich die gefühlte Verbesserung ( prozentualen Wert) in der Statistik obwohl sich die Zahl in der Realität der Bürger erhöht hat,

Diese nichts aussagende Statistik stützt sich auf die Daten von Eurostat https://ec.europa.eu/eurostat/tgm/refre ... anguage=de wie werden denn die Haushaltseinkommen erhoben woher wissen die Statistiker wer in welchen Haushalt lebt und wer welches Einkommen erzielt? Zur Bewertung der Armut ist diese Statistik des prozentualen Wert untauglich. Weil darin Zahlen verglichen werden die nicht vergleichbar sind, Immerhin leben mehr Menschen in D als vor 5 Jahren. Somit ist jede Statistik mit prozentualen Wert verzerrt, Und bei einer Statistik die erst seit 2005 geführt wird ist der historische Tiefstwert wertlos weil sich die Vergleichszahlen nur auf eine Dekade beziehen.

Diese Art Statistiken stützt sich auf Umfragen - Fragebogen die in ausgewählten Haushalten erhoben werden. Die Aussagekraft derartiger Umfragen ist fraglich erfahrungsgemäß gibt es dabei einen Rücklauf von 60 % der versendeten Fragebögen. (Quelle - Die Zahlentrickser: Das Märchen von den aussterbenden Deutschen und andere Statistiklügen von Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff ISBN-10: 3453201329) Wobei nur rund 50 % wahrheitsgemäß und sachlich richtig beantwortet werden. Unser Haushalt wurde diesbezüglich noch nicht befragt. In vielen Großstädten können Personen der Mittelschicht (Polizei, Krankenschwestern, Handwerker) die exorbitant hohen Mieten in den Innenstädten nicht finanzieren. Was in dieser Erhebung völlig außer acht gelassen wird weil diese Familien zur Flucht auf die Außenbereiche und stundenlanges Pendeln gezwungen werden. Wer nur einen einzelnen Aspekt in den Fokus stellt verliert sehr schnell den Blick auf die Gesamtheit der Problematik.
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Re: Aktuelle Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon Sybilla » Mi 30. Okt 2019, 15:45

Noch ein kleiner Tipp zum besseren Verständnis

Statistischer Unsinn: Wenn Medien an der Prozenthürde scheitern ISBN-10: 3662453347 von Andreas Quatember
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Re: Aktuelle Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon unity in diversity » Do 31. Okt 2019, 05:18

Seit der letzten Finanzkrise fallen immer mehr Deutsche vom Glauben ab, sie halten den wirtschaftsliberalen Politikstil für delegitimiert und wollen mehr Staat:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/sozia ... 93966.html
Insbesondere die exzessive Privatisierung der Daseinsvorsorge wollen sie gern rückgängig machen.
Drohen Verhältnisse wie in Chile?
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: Aktuelle Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon Atue001 » Fr 1. Nov 2019, 01:09

Sybilla hat geschrieben:Das lesen und interpretieren von Statistiken ist nicht so einfach wie viele glauben, jede Statistik muss detailliert betrachtet werden, vor allem die Art wie sie erhoben wird und woher die Quellzahlen bezogen werden.


Sorry Sybilla - aber genau hier grätsche ich ja auch rein! Denn - deine Interpretationen in allen Ehren - ich halte sie durchaus für wertvoll - sie sind dennoch stets geprägt duch deine linkspolitische Brille.
Und auch du interpretierst regelmäßig in Zahlenwerke was rein, was faktisch so in der Erhebung nicht der Fall war - und mehr noch - du interpolierst Zahlenwerke hoch und baust daraus Thesen auf, die valide klingen, aber nicht valide sind.

Ein Beispiel:

Seit 1980 wurden viele Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland geschaffen.
Du wirfst der Statistik vor, dass viele der Arbeitsverhältnisse prekäre Arbeitsverhältnisse sind.
Nur - die Alternative zum prekären Arbeitsverhältnis wäre ja nicht, dass es ein NICHT-prekäres Arbeitsverhältnis nach deiner Definition gibt, sondern Arbeitslosigkeit.....

Und da ist schon gerechtfertigt zu fragen, ob es wirklich besser ist, mit 12 Millionen Arbeitslosen in Deutschland zurecht zu kommen, als mit 4 Millionen...und mit 5-6 Millionen prekären Arbeitsverhältnissen.....

Klar ist, dass jeder normal denkende Mensch dir sofort zustimmt, dass natürlich alle 12 Millionen möglichst so in der Arbeitsmarkt integriert gehören, dass niemand dieser 12 Millionen ein prekäres Arbeitsverhältnis hat....
Nur: So schön wie diese Utopie ist - die realpolitsche Fragestellung ist eine andere. 4 Millionen Arbeitslose und 6 Millionen prekäre Arbeitsverhältnisse - oder alternativ 12 Millionen Arbeitslose.....

Variante 1 ist definitiv für 99% der Menschen die Variante, die sie bevorzugen.

Nur - das passt nicht zu deinen subjektiv bewerteten Zahlenmaterial.
So gesehen neigst leider auch du zu populistischer Interpretation des Zahlenmaterials.

Nicht so dramatisch wie die Fälscher vom Rechten Rand - aber dennoch tendenziös.

Deshalb kann ich jedem Leser von deinen Thesen nur empfehlen, sich selbst ein eigenes Bild zu machen.
DAS mache ich beispielsweise durchaus - und auch wenn ich dir in vielen Dingen zustimme - oft genug ist mir auch klar, dass du wieder mal nur Propaganda schreibst.

Schade.
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Re: Aktuelle Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon Wähler » Fr 1. Nov 2019, 07:25

Atue001 hat geschrieben:(01 Nov 2019, 01:09)
Seit 1980 wurden viele Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland geschaffen.
Du wirfst der Statistik vor, dass viele der Arbeitsverhältnisse prekäre Arbeitsverhältnisse sind.
Nur - die Alternative zum prekären Arbeitsverhältnis wäre ja nicht, dass es ein NICHT-prekäres Arbeitsverhältnis nach deiner Definition gibt, sondern Arbeitslosigkeit.....

Es fehlen vor lauter ideologischem Eifer die Schlussfolgerungen. Die Digitalisierung verändert auf der einen Seite die Arbeitswelt dramatisch, auf der anderen Seite fehlen ausgebildete Arbeitskräfte für personennahe Dienstleistungen an Kindern, kranken und alten Menschen. Es wird vor allem um mehr Teilhabe an Produktivitätsfortschritten gehen. Wie kann das in einem Gleichgewicht zwischen staatlicher und privatwirtschaftlicher Aktivität bewerkstelltigt werden?
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Aktuelle Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon Atue001 » Sa 2. Nov 2019, 00:15

Wähler hat geschrieben:(01 Nov 2019, 07:25)

Es fehlen vor lauter ideologischem Eifer die Schlussfolgerungen. Die Digitalisierung verändert auf der einen Seite die Arbeitswelt dramatisch, auf der anderen Seite fehlen ausgebildete Arbeitskräfte für personennahe Dienstleistungen an Kindern, kranken und alten Menschen. Es wird vor allem um mehr Teilhabe an Produktivitätsfortschritten gehen. Wie kann das in einem Gleichgewicht zwischen staatlicher und privatwirtschaftlicher Aktivität bewerkstelltigt werden?


Ist nicht genau die Beantwortung dieser Frage Aufgabe der Politik?

Ich habe da meine individuellen Sichtweisen - nur umsetzbar ist das, was die Regierung tatsächlich und faktisch jeweils auch organisiert.
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Re: Aktuelle Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon Sybilla » Sa 2. Nov 2019, 03:55

Atue001 hat geschrieben:(01 Nov 2019, 01:09)
Und da ist schon gerechtfertigt zu fragen, ob es wirklich besser ist, mit 12 Millionen Arbeitslosen in Deutschland zurecht zu kommen, als mit 4 Millionen...und mit 5-6 Millionen prekären Arbeitsverhältnissen.....


Schade ist das Dir offensichtlich die Problematik der 5-6 Millionen prekären Arbeitsverhältnisse nicht bewusst ist, vielfach heißt das rackern und stempeln.
Armut und Armutsgefährdung heißt für Kinder von Eltern in prekären Arbeitsverhältnissen oft Kinderarmut, am Ende des Erwerbsleben steht für viele Inhaber prekärer Arbeitsverhältnisse die Altersarmut. Sowohl die prekären Arbeitsverhältnisse (ergänzende Sozialleistungen) als auch die Grundrente/Altersgrundsicherung müssen von der Solidargemeinschaft der Steuerzahler finanziert werden nicht aber von der Wertschöpfung/Gewinne der Unternehmen.

Das Problem ist also nicht mit 12 Millionen Arbeitslose in Deutschland zurecht zu kommen sondern das es aufgrund der falschen Sozial und Arbeitsmarktpolitik in D ca. 14 Millionen Personen gibt, die von Armut oder Armutsgefährdung betroffen sind. Es gibt auch viele Unternehmen die in den letzten Jahren sehr gut verdient haben.

Tendenziös ist die Berichterstattung des Pressedienst der BA der den Medien die monatliche "Erfolgs" Meldung zur Veröffentlichung anbietet, darin wird die Lage auf dem Arbeitsmarkt auf eine Kennzahl (Zahl der Arbeitslosen) des Berichts verkürzt, aufgrund dessen wird eine populistische Interpretation des Zahlenmaterials in den Nachrichtensendungen im 15 Minuten-Takt verkündet. Hintergründe oder die Zahl der Unterbeschäftigten finden keinen Platz. Das nenne ich Filter-blase. Meine Analyse ist objektiv und geprägt von Lebenserfahrung die stets unpolitisch und auf der Suche nach Wahrheit ist.
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Re: Sybillas Analysen zur Lage der Nation

Beitragvon Skull » Sa 2. Nov 2019, 05:02

Sybilla hat geschrieben:(02 Nov 2019, 03:55)

Meine Analyse ist objektiv und geprägt von Lebenserfahrung die stets unpolitisch und auf der Suche nach Wahrheit ist.

Deine „Analysen“ sind weder objektiv, noch „unpolitisch.“

So ehrlich...sollte man wenigstens sein können. ;)

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke

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