Das Recht auf Home office

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XT6000

Re: Das Recht auf Home office

Beitragvon XT6000 » Do 6. Aug 2015, 13:10

Karelia » Do 6. Aug 2015, 13:06 hat geschrieben:Schreibkräfte sind keine Manager. Ob die ihre Arbeit im Amt oder zuhause mache ist völlig Schnuppe. Mir ist es lieber wenn Möglichkeiten geschaffen werden, die langjährige und bewährte Büroangestellte weiterhin zu beschäftigen als wenn immer mehr Aufgaben "ausgesourct" werden und über Arbeitsagenturen an Billiglöhner vergeben werden. Das passiert zunehmend im öffentlichen Dienst.

Welcher Arbeitgeber im öffentlichen Dienst muss auf Leistungsdisziplin besonderen Wert legen? Wozu überhaupt?
Selbst wenn auf m Amt die Moral total zersetzt wäre ... ja und !?
Selbst bei der normalen Polizei passiert da nichts.
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Nathan
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Re: Das Recht auf Home office

Beitragvon Nathan » Do 6. Aug 2015, 14:10

SoleSurvivor » Mi 29. Jul 2015, 13:36 hat geschrieben:Mehr Liegestuhl wagen. Ich wäre dafür.

Ich habe auch schon Home Office im Garten gemacht. Das geht aber nur, wenn bestimmte Arten von Arbeiten anstehen.


Gartenarbeit?
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Nathan
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Re: Das Recht auf Home office

Beitragvon Nathan » Do 6. Aug 2015, 14:38

Im Ernst: Noch hat der Arbeitgeber das Recht, den Ort des Arbeitsplatzes festzulegen. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf einer ganz anderen Vertrauensbasis miteinander agieren würden als das aktuell der Fall ist. Viel Arbeiten ließen sich bequem von zu Hause erledigen, was z.B. auch ökologische Vorteile hätte (Entfall der Fahrten zur Arbeitsstätte). Im Vordergrund stehen aber handfeste wirtschaftliche Vorteile auch für das Unternehmen, da sich z.B. die benötigten Büroflächen und die Energiekosten reduzieren würden. Dagegen steht das tief verwurzelte Misstrauender Unternehmen gegen ihre Arbeitgeber. Es müsste sich mal jemand aufraffen, um den Abteilungsleitern zu stecken, dass fleißige Mitarbeiter auch im Home Office fleißig sind und das faule Mitarbeiter auch im Büro faul sind.
Ein Bezug von Arbeitsentgelt ist keine Anwesenheitsprämie. Aber ich denke, das kennen viele, wer morgens pünktlich um 08.00h anwesend ist, Zeitung liest, Kaffee trinkt, Schwätzchen hält und abends punkt 17:00:00 den Tempel verlässt gilt als zuverlässig und fleißig. Wer morgens um 09.00h kommt und Abends um 19.00h immer noch werkelt gilt als faul und unzuverlässig. Klar - jeder sieht, wie man später kommt, aber keiner sieht dass man auch viel später geht...Leider sind die Führungsetagen immer noch völlig verkrustet, der Muff von 1000 Jahren...sozusagen.
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Re: Das Recht auf Home office

Beitragvon jorikke » Do 6. Aug 2015, 18:39

Nathan » Do 6. Aug 2015, 14:38 hat geschrieben:Im Ernst: Noch hat der Arbeitgeber das Recht, den Ort des Arbeitsplatzes festzulegen. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf einer ganz anderen Vertrauensbasis miteinander agieren würden als das aktuell der Fall ist. Viel Arbeiten ließen sich bequem von zu Hause erledigen, was z.B. auch ökologische Vorteile hätte (Entfall der Fahrten zur Arbeitsstätte). Im Vordergrund stehen aber handfeste wirtschaftliche Vorteile auch für das Unternehmen, da sich z.B. die benötigten Büroflächen und die Energiekosten reduzieren würden. Dagegen steht das tief verwurzelte Misstrauender Unternehmen gegen ihre Arbeitgeber. Es müsste sich mal jemand aufraffen, um den Abteilungsleitern zu stecken, dass fleißige Mitarbeiter auch im Home Office fleißig sind und das faule Mitarbeiter auch im Büro faul sind.
Ein Bezug von Arbeitsentgelt ist keine Anwesenheitsprämie. Aber ich denke, das kennen viele, wer morgens pünktlich um 08.00h anwesend ist, Zeitung liest, Kaffee trinkt, Schwätzchen hält und abends punkt 17:00:00 den Tempel verlässt gilt als zuverlässig und fleißig. Wer morgens um 09.00h kommt und Abends um 19.00h immer noch werkelt gilt als faul und unzuverlässig. Klar - jeder sieht, wie man später kommt, aber keiner sieht dass man auch viel später geht...Leider sind die Führungsetagen immer noch völlig verkrustet, der Muff von 1000 Jahren...sozusagen.


Ein großer Teil dieser Diskussion handelt vom Misstrauen.
Die "home-office-Leute" könnten - unbeobachtet - auf lau machen.
Was für ein Quatsch.
Die müssen ihre Arbeit machen, zuverlässig und pünktlich, dann ist der Chef und sind die Kollegen zufrieden. Im Wissen um die Situation werden sie eben nicht auf lau machen, sondern eher nach einen Zacken zulegen.
Es sind nicht die muffigen Chefs die Vorbehalte haben. Die kennen das längst und haben gelernt.
Der gesamte Außendienst einer Firma ist praktisch unbeaufsichtigt.
Ich war ca. 35 Jahre im Außendienst. Anfangs wurde jeder Scheiß kontrolliert. gefahrene km, Tel.-Abrechnungen, Reisedauer wg. der Spesenhöhe usw.
Irgendwann hatte ich es satt. Ich ließ mir ein Termin beim kaufm. Direktor geben. Das war ein vernünftiger Typ, ich bin ja kein Held.
Er erklärte ihm ganz schlicht, ich sei ein ehrlicher Typ und das Misstrauen kränke mich.
Zumal all die internen Kontrollen völlig blödsinnig seien, man habe noch niemanden erwischt und der ganze Aufwand koste nur Geld.
Ich war sehr offen. Im Ergebnis wurde deutlich, je mehr Kontrollen um so mehr Umgehungspraktiken. Kostensteigerung ohne Gewinn.
Ein Beispiel:
Wir mussten die Telefonkosten sauber trennen. Privat und geschäftlich. Dazu hatte uns die Firme einen Gebührenzähler installieren lassen. Telefonieren war ein gut Teil meiner Arbeit. Nur ein Idiot kann ernsthaft glauben man schreibe sich nach jedem Gespräch die Einheiten auf.
Am Monatsende aber musste die komplette Liste eingeschickt werden.
Also hat man eine Liste erstellt. Münchhausen wäre begeistert gewesen.
Das war aber immer noch mit Aufwand verbunden. Also habe ich nach einigen Jahren einfach die Abrechnungen der Vorjahre kopiert, prozentual lediglich die Gebührenzahl korrigiert.
Diese Abrechnungen habe ich meinem Chef vorgelegt.
Keiner der Kontrolleure hatte es bemerkt.
Nach dem Gespräch war recht nachdenklich.
Etwa zwei Monate später wurde ich zu ihm bestellt. Er hatte zwei Brüder im Außendienst. Mit diesen hatte er sich ausgetauscht.
Das Gespräch war gut.
Einige Monate später stand ein neues Konzept.
Wir bekamen unsere Vorgaben und liefen als Profit - Center.
Alle Kontrollen entfielen.
...die Verkaufsvorgaben musste erreicht werden, klar, die Griffelspitzer aber waren außen vor.
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Re: Das Recht auf Home office

Beitragvon JJazzGold » Do 6. Aug 2015, 20:55

XT6000 » Do 6. Aug 2015, 10:45 hat geschrieben:So ist es.
Erfolgreiche Manager, Feldherren, Kapitäne, Trainer schreiten vorher ein, bevor die Moral und Disziplin kritisch unterlaufen ist.



Ich hatte mit der Disziplin meiner Truppe kein Problem, wenn ich mich richtig erinnere waren es zwei Einzelfälle in 20 Jahren, die Handlung erforderlich machten und beide hatten nichts mit Home Office zu tun. Wer tatsächlich misstrauisch ist, der setzt eine Erfüllungsquote gebunden an ein Zeitlimit, aber auch das hatte ich nie nötig. Ob ich allerdings für ein gesetzlich vorgeschriebenes Recht auf Home Office plädieren würde? Wahrscheinlich würde ich nichts davon halten, aber nicht, weil ich Home Office für unproduktiv oder disziplinarisch gefährdend halte, sondern weil ich der Meinung bin, eine solche Entscheidung sollte über die Gewerkschaft für den jeweiligen Betrieb verhandelt werden und nicht pauschal vom Gesetzgeber vorgegeben werden.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Das Recht auf Home office

Beitragvon Nathan » Fr 7. Aug 2015, 10:03

jorikke » Do 6. Aug 2015, 18:39 hat geschrieben:
Ein großer Teil dieser Diskussion handelt vom Misstrauen.
Die "home-office-Leute" könnten - unbeobachtet - auf lau machen.
Was für ein Quatsch.
Die müssen ihre Arbeit machen, zuverlässig und pünktlich, dann ist der Chef und sind die Kollegen zufrieden. Im Wissen um die Situation werden sie eben nicht auf lau machen, sondern eher nach einen Zacken zulegen.
Es sind nicht die muffigen Chefs die Vorbehalte haben. Die kennen das längst und haben gelernt.
Der gesamte Außendienst einer Firma ist praktisch unbeaufsichtigt.
Ich war ca. 35 Jahre im Außendienst. Anfangs wurde jeder Scheiß kontrolliert. gefahrene km, Tel.-Abrechnungen, Reisedauer wg. der Spesenhöhe usw.
Irgendwann hatte ich es satt. Ich ließ mir ein Termin beim kaufm. Direktor geben. Das war ein vernünftiger Typ, ich bin ja kein Held.
Er erklärte ihm ganz schlicht, ich sei ein ehrlicher Typ und das Misstrauen kränke mich.
Zumal all die internen Kontrollen völlig blödsinnig seien, man habe noch niemanden erwischt und der ganze Aufwand koste nur Geld.
Ich war sehr offen. Im Ergebnis wurde deutlich, je mehr Kontrollen um so mehr Umgehungspraktiken. Kostensteigerung ohne Gewinn.
Ein Beispiel:
Wir mussten die Telefonkosten sauber trennen. Privat und geschäftlich. Dazu hatte uns die Firme einen Gebührenzähler installieren lassen. Telefonieren war ein gut Teil meiner Arbeit. Nur ein Idiot kann ernsthaft glauben man schreibe sich nach jedem Gespräch die Einheiten auf.
Am Monatsende aber musste die komplette Liste eingeschickt werden.
Also hat man eine Liste erstellt. Münchhausen wäre begeistert gewesen.
Das war aber immer noch mit Aufwand verbunden. Also habe ich nach einigen Jahren einfach die Abrechnungen der Vorjahre kopiert, prozentual lediglich die Gebührenzahl korrigiert.
Diese Abrechnungen habe ich meinem Chef vorgelegt.
Keiner der Kontrolleure hatte es bemerkt.
Nach dem Gespräch war recht nachdenklich.
Etwa zwei Monate später wurde ich zu ihm bestellt. Er hatte zwei Brüder im Außendienst. Mit diesen hatte er sich ausgetauscht.
Das Gespräch war gut.
Einige Monate später stand ein neues Konzept.
Wir bekamen unsere Vorgaben und liefen als Profit - Center.
Alle Kontrollen entfielen.
...die Verkaufsvorgaben musste erreicht werden, klar, die Griffelspitzer aber waren außen vor.

Nette und auch glaubwürdige Geschichte, gefällt mir gut. Und du hast wirklich recht. Druck schafft Gegendruck, altes physikalisches Gesetz, das auch in der Soziologie Gültigkeit hat. Eine saubere Balance zwischen Kontrolle und Vertrauen fördert die Produktivität und senkt die Kosten. Es gibt aber leider noch viel zu wenig einsichtige Chefs wie dein Direktorchen. Ich bin viel in diesem Bereich unterwegs (Außendienst, Fuhrparks, TCO etc.) und es ist wirklich erschütternd zu erleben, wie oft deutsches Unternehmertum nach Karnickelzüchterverein schmeckt. Kleiner Trost: Bei den deutschen Unternehmen, die im Besitz amerikanischer oder asiatischer Investoren sind ist die Situation noch viel schlimmer. Die Kontrollwut ist so grenzenlos wie das Misstrauen gegenüber den eigenen Mitarbeitern. Schlimm.

Dabei gibt es ein sehr einfaches Rezept der Mitarbeitermotivation und das heißt Geld. Nicht unbedingt viel Geld, aber einen kleinen Anteil am Unternehmensgewinn nach Erreichen bestimmter Ziele, z.B. quartalsweise.

Das aber klingt verflixt nach bösem Sozialismus oder gar Kommunismus...huh...das geht natürlich überhaupt nicht...
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Re: Das Recht auf Home office

Beitragvon Orwellhatterecht » Fr 7. Aug 2015, 20:37

XT6000 » Do 6. Aug 2015, 09:31 hat geschrieben:Schon möglich, hat nur mit dem Thema nichts zu tun.

Jede Form von Ausnahme zersetzt die Moral und Disziplin ein Stück weit, weswegen man sich das gut überlegen muss. Und das gilt für alle Formen von Gruppen im Wettbewerb. Für Sportmannschaften, wie für Armeen, Schiffe als für Unternehmen. Jeder Feldherr und jeder Kapitän muss eben selber wissen, wie weit er die Disziplin noch untergraben lassen kann.

Dafür braucht man viel Erfahrung und Gespür, weswegen das nicht jeder wird.



Es war noch niemals besonders vorteilhaft, alle Menschen über einen Leisten zu ziehen ! Moral scheint insbesondere in den Führungsetagen ein inzwischen völlig unbekanntes Fremdwort zu sein, Disziplin wird immer dann besonders geschätzt, wenn sich die anderen so verhalten. Insbesondere finde ich es auch "stark", Unternehmenslenker mit Feldherren zu vergleichen, liegt das vielleicht daran, dass sich heute viele Beschäftigte feindselig gegenüber stehen und die Leitungen Krieg gegen ihre Mitarbeiter führen? Dann ist die Bezeichnung "Feldherr" natürlich nur zu angebracht !
Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen!“
(Friedrich Schiller)
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Re: Das Recht auf Home office

Beitragvon Orwellhatterecht » Fr 7. Aug 2015, 20:40

jorikke » Do 6. Aug 2015, 17:39 hat geschrieben:
Ein großer Teil dieser Diskussion handelt vom Misstrauen.
Die "home-office-Leute" könnten - unbeobachtet - auf lau machen.
Was für ein Quatsch.
Die müssen ihre Arbeit machen, zuverlässig und pünktlich, dann ist der Chef und sind die Kollegen zufrieden. Im Wissen um die Situation werden sie eben nicht auf lau machen, sondern eher nach einen Zacken zulegen.
Es sind nicht die muffigen Chefs die Vorbehalte haben. Die kennen das längst und haben gelernt.
Der gesamte Außendienst einer Firma ist praktisch unbeaufsichtigt.
Ich war ca. 35 Jahre im Außendienst. Anfangs wurde jeder Scheiß kontrolliert. gefahrene km, Tel.-Abrechnungen, Reisedauer wg. der Spesenhöhe usw.
Irgendwann hatte ich es satt. Ich ließ mir ein Termin beim kaufm. Direktor geben. Das war ein vernünftiger Typ, ich bin ja kein Held.
Er erklärte ihm ganz schlicht, ich sei ein ehrlicher Typ und das Misstrauen kränke mich.
Zumal all die internen Kontrollen völlig blödsinnig seien, man habe noch niemanden erwischt und der ganze Aufwand koste nur Geld.
Ich war sehr offen. Im Ergebnis wurde deutlich, je mehr Kontrollen um so mehr Umgehungspraktiken. Kostensteigerung ohne Gewinn.
Ein Beispiel:
Wir mussten die Telefonkosten sauber trennen. Privat und geschäftlich. Dazu hatte uns die Firme einen Gebührenzähler installieren lassen. Telefonieren war ein gut Teil meiner Arbeit. Nur ein Idiot kann ernsthaft glauben man schreibe sich nach jedem Gespräch die Einheiten auf.
Am Monatsende aber musste die komplette Liste eingeschickt werden.
Also hat man eine Liste erstellt. Münchhausen wäre begeistert gewesen.
Das war aber immer noch mit Aufwand verbunden. Also habe ich nach einigen Jahren einfach die Abrechnungen der Vorjahre kopiert, prozentual lediglich die Gebührenzahl korrigiert.
Diese Abrechnungen habe ich meinem Chef vorgelegt.
Keiner der Kontrolleure hatte es bemerkt.
Nach dem Gespräch war recht nachdenklich.
Etwa zwei Monate später wurde ich zu ihm bestellt. Er hatte zwei Brüder im Außendienst. Mit diesen hatte er sich ausgetauscht.
Das Gespräch war gut.
Einige Monate später stand ein neues Konzept.
Wir bekamen unsere Vorgaben und liefen als Profit - Center.
Alle Kontrollen entfielen.
...die Verkaufsvorgaben musste erreicht werden, klar, die Griffelspitzer aber waren außen vor.



Aber was hättest Du getan, wäre Deine Schummelei nicht unbemerkt geblieben? Schon gar mancher verlor seinen Job auf ähnliche Art wegen "Spesenbetrugs" und sogar noch geringerer Unstimmigkeiten, denke da an den berühmten Pfandbon bei Kaiser ś.
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Re: Das Recht auf Home office

Beitragvon jorikke » Fr 7. Aug 2015, 21:58

Orwellhatterecht » Fr 7. Aug 2015, 20:40 hat geschrieben:

Aber was hättest Du getan, wäre Deine Schummelei nicht unbemerkt geblieben? Schon gar mancher verlor seinen Job auf ähnliche Art wegen "Spesenbetrugs" und sogar noch geringerer Unstimmigkeiten, denke da an den berühmten Pfandbon bei Kaiser ś.


Mir wäre nichts passiert. Wegen so einer Luftnummer schon gar nicht. Ich habe der Fa. kostbare Arbeitszeit gespart in dem ich die völlig idiotische Telefonabrechnung zeitlich reduziert habe.
Es ging nicht darum die Fa. um ein paar Pfennige zu bescheißen.
Übrigens wussten sie offensichtlich vom Unsinn derartiger Aufstellungen.
Einmal bekam ich einen Brief von der Kontrollstelle. Sie bemängelten meinen zu hohen Eigenanteil für Privatgespräche. Ich habe wohl immer ca. 20% der Kosten selbst übernommen.
Man teilte mir mit das der Durchschnitt meiner Kollegen nur zwischen 7 und 10% der Rechnungen auf ihre eigene Kappe nahmen.
Mir wurde nahe gelegt die Abrechnung diesem Rahmen anzupassen.
Offensichtlich wollte man das Finanzamt nicht durch Ausreißer misstrauisch machen.
Du siehst, absolute Ehrlichkeit ist durchaus nicht immer erwünscht.
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Re: Das Recht auf Home office

Beitragvon Nathan » Sa 8. Aug 2015, 15:37

jorikke » Fr 7. Aug 2015, 21:58 hat geschrieben:
Mir wäre nichts passiert. Wegen so einer Luftnummer schon gar nicht. Ich habe der Fa. kostbare Arbeitszeit gespart in dem ich die völlig idiotische Telefonabrechnung zeitlich reduziert habe.
Es ging nicht darum die Fa. um ein paar Pfennige zu bescheißen.
Übrigens wussten sie offensichtlich vom Unsinn derartiger Aufstellungen.
Einmal bekam ich einen Brief von der Kontrollstelle. Sie bemängelten meinen zu hohen Eigenanteil für Privatgespräche. Ich habe wohl immer ca. 20% der Kosten selbst übernommen.
Man teilte mir mit das der Durchschnitt meiner Kollegen nur zwischen 7 und 10% der Rechnungen auf ihre eigene Kappe nahmen.
Mir wurde nahe gelegt die Abrechnung diesem Rahmen anzupassen.
Offensichtlich wollte man das Finanzamt nicht durch Ausreißer misstrauisch machen.
Du siehst, absolute Ehrlichkeit ist durchaus nicht immer erwünscht.


Kuriose Fälle dieser Art gibt es tatsächlich auch im Deutschland des 21. Jahrhunderts. So unterstützen Hersteller den Handel gelegentlich mit sogenannten "Marketingbudgets", also anteilige Gelder für Werbeaktionen des Handels. Gewöhnlich werden hier Beträge "bis zu xxx.xx" ausgelobt. Es ist menschlich, diese Unterstützung stets bis zum Maximum auszuschöpfen. Ich hatte in einem Fall den tatsächlich angefallenen Betrag beantragt, eine krumme Summe, mit Stellen hinter dem Komma und leicht unterhalb des Maximums. Daraufhin wurde mir zart bedeutet, doch bitte stets das Maximum anzufordern, die Controllingabteilung würde sonst unbequeme Rückfragen entwickeln, einfach weil ein solche Fall ungewöhnlich sei...absolute Ehrlichkeit kann empfindlich stören und man fragt sich dann als verantwortungsbewusster Berater, ob man gerade wieder im falschen Film sitzt...
Karelia

Re: Das Recht auf Home office

Beitragvon Karelia » Mi 21. Okt 2015, 15:38

XT6000 » Do 6. Aug 2015, 13:10 hat geschrieben:Welcher Arbeitgeber im öffentlichen Dienst muss auf Leistungsdisziplin besonderen Wert legen? Wozu überhaupt?
Selbst wenn auf m Amt die Moral total zersetzt wäre ... ja und !?
Selbst bei der normalen Polizei passiert da nichts.

Behörden, die Schreibkräfte zuhause arbeiten lassen bezahlen diese in aller Regel nach Leistung. In unserer Kommune ist das so, dass den Heim-Schreibkräften eine sichere VPN-Internetverbindung eingerichtet wird, die jeder Überprüfung des Datenschutzes standhält. Grundsätzlich erfolgt eine leistungsbezogene Bezahlung nach Art des Diktats und Anschlägen (zählt MS Word automatisch).
Da ist nichts mit lau!
Da geht es den im Amt arbeitenden Schreibkräften besser. Die haben ihr festes Gehalt und können dafür auch mal ne Tasse Tee trinken oder aufs Klo gehen.
Zuletzt geändert von Karelia am Mi 21. Okt 2015, 15:41, insgesamt 1-mal geändert.
Smitten
Beiträge: 8
Registriert: Do 22. Okt 2015, 16:01

Re: Das Recht auf Home office

Beitragvon Smitten » Do 22. Okt 2015, 17:15

Dingo » Mi 29. Jul 2015, 14:04 hat geschrieben:Ein früherer Chef von mir hat mal festgestellt, daß die Telearbeiter oft effizienter arbeiten als die anderen, jedenfalls nach einer gewissen Eingewöhnungsphase. Es gibt weniger Störungen, jedenfalls, wenn anwesende Familienmitglieder erst mal begriffen haben, daß man arbeitet.

Gerade wenn ich mich auf eine bestimmte Arbeit konzentrieren möchte und keine Störungen/Ablenkungen durch Kollegen gebrauchen kann, nehme ich die Möglichkeit der Remote-Arbeit gerne mal in Anspruch.

Würde man aber wirklich Büroraum sparen? Die meisten meiner telearbeitenden Kollegen sind lt. Arbeitsvertrag dennoch ein- bis zweimal in der Woche vor Ort und brauchen dann einen Arbeitsplatz. Und die Idee, das dann zu staffeln, so daß einer am Montag, der nächste am Dienstag und der dritte am Donnerstag kommt und sich die drei dann einen Arbeitsplatz teilen, ist zwar theoretisch nett, bei uns aber nicht praktikabel. Bei uns sollen wenigstens an einem Tag in der Woche möglichst alle vor Ort sein. Bei kurzen Abstimmungen kann man zwar die Telearbeiter auch per Telefon einbinden, viele Meetings z.B. zum Entwickeln von Konzepten funktionieren aber einfach per Präsenz besser.

Für mich persönlich finde ich gelegentliches Arbeiten zuhause angenehm, z. B. wenn mein Freund auf mehrtägiger Dienstreise ist und ich den Hund "am Hals" habe oder wie oben geschrieben wenn störungsfreies Arbeiten wichtig ist. Als echte Telearbeit wie bei meiner Kollegin, die vier Tage pro Woche zuhause ist, möchte ich es nicht machen. Mir würde der Kontakt zu den Kollegen fehlen.


Es stimmt, dass man effizienter arbeitet im Homeoffice - zumindest kann man das, wenn man sich halbwegs gut organisiert.
Es stürmt nicht immer ein Kollege rein und lenkt ab mit anderen Themen, das Telefon nervt nicht.... man kann einfach konzentriert an einer Sache dranbleiben und arbeiten. Ich will meinen Homeoffice-Arbeitsplatz nicht mehr missen.
Hinzu kommt natürlich, dass An- und Abreise zum Büro wegfallen und somit der Arbeitstag kürzer werden kann
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Re: Das Recht auf Home office

Beitragvon Sören74 » Do 21. Jan 2021, 13:16

"Die Arbeitgeber sind verpflichtet, Homeoffice überall dort anzuordnen, wo dies aufgrund der Art der Aktivität möglich und mit verhältnismäßigem Aufwand umsetzbar ist."

Wer hats erfunden? Die Schweizer. Okay, nicht erfunden, aber gerade umgesetzt.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/we ... n-101.html

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