Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

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Re: Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

Beitragvon frems » Sa 13. Apr 2019, 20:32

Sören74 hat geschrieben:(06 Apr 2019, 18:02)

Natürlich verdienen wir heute mehr als vor 10, 20, 40 oder mehr Jahren. Vor nicht all zu langer Zeit hieß es mal, solange man nicht mehr als 30% seines Einkommen fürs Wohnen ausgeben muss, ist alles im Lot. In Stuttgart kommen schon Gutverdiener bis an 50% ran. Ich denke daran sieht man sehr deutlich die Entwicklung.

Ist damals nicht weniger gewesen, außer e in der kriegen Zeit als viele deutsche Städte Einwohner verloren, weil das Haus im Grünen als sozialer Aufstieg galt. Gleichzeitig steigt der Wohnraum pro Kopf. Seit den 50ern hat er sich fast verdreifacht.
Labskaus!

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Re: Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

Beitragvon H2O » Sa 13. Apr 2019, 21:57

Dann muß man auch noch den Zusatznutzen sehen, den Mieter gern annehmen; nur nicht in der Höhe des Mietpreises: Zentralheizung, Warmwasser, Kachelbad, Einbauküche, Wärmedämmung, Auslegware, Balkon, Fahrstuhl...

Ich weiß das, weil ich viele Jahre lang Wohnungen vermieten konnte, die diesen Stand enthielten, während andere Vermieter auf ihren "Bruchbuden" sitzen blieben. Ob das heute noch so ist...keine Ahnung.
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Re: Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

Beitragvon Skeptiker » Sa 13. Apr 2019, 23:03

Iwan der Liebe hat geschrieben:(04 Apr 2019, 13:04)
Ein Vermieter möchte sein Vermögen möglichst absolut leistungslos vermehren lassen, ein Mieter möchte wohnen und dafür Miete zahlen. Dadurch wird die Wohnung nicht besser, aber dafür zahlt er ja auch einen Teil der Miete.

Die Frage ist nun, wie man die unterschiedlichen Interessen wichtet. Unsere Parteien, abgesehen von den Linken und der AfD, Letztere gibt es ja noch nicht so lange, fanden die Interessen der Vermieter auf leistungslosen Vermögenszuwachs wichtiger und haben massenhaft privatisiert. Dass das natürlich zu steigenden Mieten und letztlich auch zu Obdachlosigkeit führt, war denen egal, oder sie nahmen es zumindest billigend in Kauf. Schließlich wuchs und wächst einem Teil der Bevölkerung dermaßen das Geld aus den Ohren, dass es oberste Priorität hat, diesen Leuten Anlagemöglichkeiten zu schaffen.

Wow, Vermieter müssen schlimme Menschen sein, die ohne Gegenleistung etwas verlangen. Da würde ich mich als Mieter nicht drauf einlassen …

Mal ehrlich, was heißt hier "leistungslos vermehren lassen"? Hast Du schonmal ein Haus gekauft oder gebaut? In der realen Welt muss man dafür Geld bezahlen. Hat man es über, könnte man es auch investieren, hat man es nicht, muss man Darlehen aufnehmen (die auch wieder Zinsen kosten).
Mir fällt wirklich nichts mehr dazu ein so relativ einfache Zusammenhänge derart verzerrt und ideologisch darzustellen, wie es hier getan wurde.

Hier mal zum einlesen der Baupreisindex:
https://www.bki.de/baupreisindex.html
Der gibt einen Überblick über die Veränderung der Baukosten

Hier mal zum einlesen der Mietpreisindex:
https://de.statista.com/statistik/daten ... -bis-2007/
Der gibt einen Überblick über die Veränderung der Mieten

Vergleich doch mal wie sich die Kosten für Bauen und Mieten zwischen 2006 und 2017 entwickelt haben. Da wird Dir schnell auffallen, dass die Baukosten erheblich schneller steigen als die Mieten. Da würde ich bei Klagen über die Mietpreisentwicklung vielleicht auch mal gerne auf die lieben Herren und Damen Politiker verweisen, die für weitreichende Verschärfungen der Bauauflagen gesorgt haben, maßgeblich begründet durch die Klima- und Energiepolitik in Deutschland. Und wenn dann ein Teil der Kosten auf die Mieten umgelegt wird, dann sind natürlich die bösen Vermieter schuld.

Wir wollen alle das Klima schonen. Wir wollen immer mehr in der Stadt wohnen. Naja, das kostet Geld und der Markt tut sein übriges.

Wer günstig wohnen möchte der kann das auch. Einfach in den ländlicheren Bereich ziehen, da gibt es deutlich günstigeren Wohnraum. Will man Flexibilität und städischen Lifestyle, auch gut, aber dann eben auch nicht klagen wenn das seinen Preis hat.
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Re: Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

Beitragvon imp » So 14. Apr 2019, 06:56

Die Entwicklung der Mietpreise ist teilweise irreführend, da die Mehrzahl im Bestand wohnt, der teilweise auch auf Verschleiß "instandgehalten" wird. Umgekehrt ist ein erheblicher Anteil im Neubau direkt als Eigentumswohnung verplant. Überproportional gehen bei den gestiegenen Kosten auch die pro Kopf größeren Flächen der Eigenheime mit der Bodenpreisentwicklung ein.

Tatsächlich sind all die oft gescholtenen Sicherheits-, Energie-, und Baustoffstandards wichtig zur Verhütung von Allergien, Krebsen, Vergiftungen und anderen gesellschaftlich wie individuell ruinösen Vorkommnissen. Bauen, kaufen und vermieten rechnen sich in Deutschland derzeit sehr, sonst wäre die Branche nicht so stark kapitalisiert.

Indessen ist die Entwicklung der Mieten überwiegend nachfrage-getrieben. Die Kosten vor allem im Bestand entwickeln sich eher linear.
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Re: Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

Beitragvon H2O » So 14. Apr 2019, 09:08

imp hat geschrieben:(14 Apr 2019, 06:56)

Die Entwicklung der Mietpreise ist teilweise irreführend, da die Mehrzahl im Bestand wohnt, der teilweise auch auf Verschleiß "instandgehalten" wird. Umgekehrt ist ein erheblicher Anteil im Neubau direkt als Eigentumswohnung verplant. Überproportional gehen bei den gestiegenen Kosten auch die pro Kopf größeren Flächen der Eigenheime mit der Bodenpreisentwicklung ein.

Tatsächlich sind all die oft gescholtenen Sicherheits-, Energie-, und Baustoffstandards wichtig zur Verhütung von Allergien, Krebsen, Vergiftungen und anderen gesellschaftlich wie individuell ruinösen Vorkommnissen. Bauen, kaufen und vermieten rechnen sich in Deutschland derzeit sehr, sonst wäre die Branche nicht so stark kapitalisiert.

Indessen ist die Entwicklung der Mieten überwiegend nachfrage-getrieben. Die Kosten vor allem im Bestand entwickeln sich eher linear.


Was Sie da über "Verschleiß" vermieten beschreiben, das trifft ganz sicher gelegentlch zu. Aber nach 3 bis 4 Mieterwechseln finden Sie keinen Mieter mehr. Wer auf eigene Kosten eine solche Räuberhöhle wieder instand setzt, der opfert seine Freizeit plus erhebliche materielle Kosten. Auch ist nicht jeder gutwillige Mieter zugleich ein guter Handwerker...
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Re: Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

Beitragvon imp » So 14. Apr 2019, 10:04

H2O hat geschrieben:(14 Apr 2019, 09:08)

Was Sie da über "Verschleiß" vermieten beschreiben, das trifft ganz sicher gelegentlch zu. Aber nach 3 bis 4 Mieterwechseln finden Sie keinen Mieter mehr. Wer auf eigene Kosten eine solche Räuberhöhle wieder instand setzt, der opfert seine Freizeit plus erhebliche materielle Kosten. Auch ist nicht jeder gutwillige Mieter zugleich ein guter Handwerker...

Hallo h2o,

Ich sage mal so: Manches Geschäftsmodell ist gar nicht auf kontinuierliche Weitervermietung ausgelegt.
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Re: Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

Beitragvon Skeptiker » So 14. Apr 2019, 10:18

imp hat geschrieben:(14 Apr 2019, 10:04)
Hallo h2o,

Ich sage mal so: Manches Geschäftsmodell ist gar nicht auf kontinuierliche Weitervermietung ausgelegt.

Ja, es soll auch angeblich Mieter geben, die nur auf kurzzeitige Ausbeute eines Vermieteropfers aus sind und garnicht im Sinn haben ein geordnetes Mietverhältnis zu bedienen, geschweige denn das Eigentum des anderen pfleglich zu behandeln.

Vielleicht sollte man Fehlentwicklungen auf beiden Seiten stärker bekämpfen, anstatt die Mehrzahl ordentlicher Mieter und Vermieter mit diesen schwarzen Schafen zu assoziieren. Vielleicht kann in dem Zuge die Enteignungsdebatte ja auch zu einer Lösung des Problems des Mietnomadentums beitragen, indem die heiligen Kühe auf beiden Seiten mal zur Schlachtbank geführt werden.
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Re: Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

Beitragvon imp » So 14. Apr 2019, 11:09

Skeptiker hat geschrieben:(14 Apr 2019, 10:18)

Ja, es soll auch angeblich Mieter geben, die nur auf kurzzeitige Ausbeute eines Vermieteropfers aus sind und garnicht im Sinn haben ein geordnetes Mietverhältnis zu bedienen, geschweige denn das Eigentum des anderen pfleglich zu behandeln.

Vielleicht sollte man Fehlentwicklungen auf beiden Seiten stärker bekämpfen, anstatt die Mehrzahl ordentlicher Mieter und Vermieter mit diesen schwarzen Schafen zu assoziieren. Vielleicht kann in dem Zuge die Enteignungsdebatte ja auch zu einer Lösung des Problems des Mietnomadentums beitragen, indem die heiligen Kühe auf beiden Seiten mal zur Schlachtbank geführt werden.

Von Enteignungsfantasien geht selten gutes aus. Ich würde bei unterschiedliche Geschäftsmodellen auch nicht immer gleich von Fehlentwicklungen sprechen. Wenn es wirklich welche sind, regelt das der Markt früher oder später selbst.
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Re: Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

Beitragvon Sören74 » So 14. Apr 2019, 11:24

H2O hat geschrieben:(14 Apr 2019, 09:08)

Was Sie da über "Verschleiß" vermieten beschreiben, das trifft ganz sicher gelegentlch zu. Aber nach 3 bis 4 Mieterwechseln finden Sie keinen Mieter mehr. Wer auf eigene Kosten eine solche Räuberhöhle wieder instand setzt, der opfert seine Freizeit plus erhebliche materielle Kosten. Auch ist nicht jeder gutwillige Mieter zugleich ein guter Handwerker...


Das ist genau das, was mich an der Einstellung vieler Vermieter stört. Das fängt damit an, dass man nach der Meldung eines Mangels durch Abnutzung dem Vorwurf ausgesetzt ist, man habe durch eigenes Handeln diese Schäden zugefügt. Aber im Gesetz und Rechtsprechung ist klar geregelt, dass bei Abnutzung der Vermieter einspringen muss. Ein Teppichboden gilt nun mal nach 20 Jahren als durchgelatscht, egal wie viel Zeit und Geld man für die Pflege investiert hat. Und es gibt natürlich auch Mieter, die länger als 10 Jahre in einer Wohnung sind und es sich einfach schön machen möchten und in Bemalung und Küche investieren. Die Küche gehört meist nicht zur Mietsache, aber viele Mieter sind ja bereit, eine geplante Küche dem Nachmieter zu überlassen, weil die in einer neuen Wohnung nicht reinpasst. Alles Dinge, die den Wert der Wohnung steigert.
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Re: Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

Beitragvon Sören74 » So 14. Apr 2019, 11:27

Skeptiker hat geschrieben:(14 Apr 2019, 10:18)

Ja, es soll auch angeblich Mieter geben, die nur auf kurzzeitige Ausbeute eines Vermieteropfers aus sind und garnicht im Sinn haben ein geordnetes Mietverhältnis zu bedienen, geschweige denn das Eigentum des anderen pfleglich zu behandeln.


Das soll es natürlich auch geben. Aber ich denke, dass das seltener vorkommt, als man in den Fernsehberichten oft sieht.

Skeptiker hat geschrieben:Vielleicht sollte man Fehlentwicklungen auf beiden Seiten stärker bekämpfen, anstatt die Mehrzahl ordentlicher Mieter und Vermieter mit diesen schwarzen Schafen zu assoziieren. Vielleicht kann in dem Zuge die Enteignungsdebatte ja auch zu einer Lösung des Problems des Mietnomadentums beitragen, indem die heiligen Kühe auf beiden Seiten mal zur Schlachtbank geführt werden.


Welche zum Beispiel?
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Re: Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

Beitragvon TheManFromDownUnder » So 14. Apr 2019, 12:28

Skeptiker hat geschrieben:(14 Apr 2019, 10:18)

Ja, es soll auch angeblich Mieter geben, die nur auf kurzzeitige Ausbeute eines Vermieteropfers aus sind und garnicht im Sinn haben ein geordnetes Mietverhältnis zu bedienen, geschweige denn das Eigentum des anderen pfleglich zu behandeln.



Das ist in Australien fast schon die Regel.

A;s Vermieter ist man gut beraten eine Vermieterversicherung abzuschliessen, die fuer Schaeden der Mietwohnung aufkommt wenn Vermieter ausziehen. Die Kaution von1 Monatsmiete reicht meistens nicht aus um die Schaeden zu reparieren. Gute Mieter zu bekommen ist oft Gluecksache .
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Re: Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

Beitragvon Skeptiker » So 14. Apr 2019, 12:51

Sören74 hat geschrieben:(14 Apr 2019, 11:27)
Das soll es natürlich auch geben. Aber ich denke, dass das seltener vorkommt, als man in den Fernsehberichten oft sieht.

Das ist eher nicht selten, wenn Oidug schon 2x solche hatte. Auch das von von ManfromDownunder geschrieben wurde deutet nicht in die Richtung, dass es absolute Ausnahmesituationen sind. Warum auch? Es scheint ein erfolgversprechendes Konzept zu sein.
Sören74 hat geschrieben:(14 Apr 2019, 11:27)
Welche zum Beispiel?

Auf der Seite der Vermieter kann ich mir vostellen zu Regelungen zu kommen Mietwucher einzugrenzen (da gibt es ja auch schon was). Auch Leerstände sollten mE nicht endlos geduldet werden können, wenn dahinter Spekulationsinteressen stehen. Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Ich bin gegen Rationierungen, aber bei Grundbedürfnissen muss man empfindlicher als bei Konsumgütern sein, was die Feststellung eines nicht funktionierenden Marktes angeht.

Auf der Seite der Mieter sehe ich aktuell die Machtlosigkeit des Vermieters gegenüber Mietern, die ganz offensichtlich Wohneigentum schädigen, ohne dafür belangt werden zu können. Dafür könnte man sich unterschiedliche Konzepte überlegen. Vielleicht wäre analog zur Wohngebäudeversicherung die der Eigentümer gegen existenzielle Schäden abschließt, für den Mieter eine "Mietschutz"-Versicherung auf Seiten des Mieters (!!!) sinnvoll. Oidug hat sehr schön beschrieben, dass aktuell die Kosten von Mietnomandentum auf die unbescholtenen Mieter umgelegt werden. Das sehe ich als vollkommen inakzeptabel an.
In meinen Augen sollte der Mieter für seine Bonität über die Mietschutzversicherung bürgen. Wie jede Haftpflichtversicherung würde die Schäden des Versicherungsnehmers (Mieters) begleichen, zugleich aber die Mittel haben diesen zu disziplinieren (Runterstufung, Erhöhung der Beiträge usw.). Im Endeffekt zahlen dann die Mietnomanden die Zeche und nicht die unbescholtenen Mieter oder Vermieter. Als Vermieter würde ich halt nurnoch Mieter aufnehmen, die Versicherungsschutz für ihr Wohnverhalten ausweisen können. Andere kämen mir nicht ins Haus.
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Re: Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

Beitragvon Sören74 » So 14. Apr 2019, 13:09

Skeptiker hat geschrieben:(14 Apr 2019, 12:51)

Das ist eher nicht selten, wenn Oidug schon 2x solche hatte. Auch das von von ManfromDownunder geschrieben wurde deutet nicht in die Richtung, dass es absolute Ausnahmesituationen sind. Warum auch? Es scheint ein erfolgversprechendes Konzept zu sein.


Von absoluter Ausnahmesituation habe ich nicht gesprochen. Aber ich wäre vorsichtig von Einzelfällen auf die Gesamtheit zu schießen.

Skeptiker hat geschrieben:Auf der Seite der Mieter sehe ich aktuell die Machtlosigkeit des Vermieters gegenüber Mietern, die ganz offensichtlich Wohneigentum schädigen, ohne dafür belangt werden zu können. Dafür könnte man sich unterschiedliche Konzepte überlegen.


Das stimmt ja nicht. Natürlich wird man als Mieter für die Schäden belangt. Das ist wie in anderen Fällen des Zivilrechts. Die Frage ist eher, ob der Mieter finanziell in der Lage ist, für den Schaden aufzukommen.

Skeptiker hat geschrieben:Vielleicht wäre analog zur Wohngebäudeversicherung die der Eigentümer gegen existenzielle Schäden abschließt, für den Mieter eine "Mietschutz"-Versicherung auf Seiten des Mieters (!!!) sinnvoll. Oidug hat sehr schön beschrieben, dass aktuell die Kosten von Mietnomandentum auf die unbescholtenen Mieter umgelegt werden. Das sehe ich als vollkommen inakzeptabel an.
In meinen Augen sollte der Mieter für seine Bonität über die Mietschutzversicherung bürgen. Wie jede Haftpflichtversicherung würde die Schäden des Versicherungsnehmers (Mieters) begleichen, zugleich aber die Mittel haben diesen zu disziplinieren (Runterstufung, Erhöhung der Beiträge usw.). Im Endeffekt zahlen dann die Mietnomanden die Zeche und nicht die unbescholtenen Mieter oder Vermieter. Als Vermieter würde ich halt nurnoch Mieter aufnehmen, die Versicherungsschutz für ihr Wohnverhalten ausweisen können. Andere kämen mir nicht ins Haus.


Also Du möchtest einen Versicherungszwang für Mieter. Dafür gibt es keinen Grund. Mietausfallsversicherungen gibt es jede Menge auf dem Markt. Es liegt allein beim Vermieter, diese auch abzuschließen. Die Beiträge kosten nicht die Welt und könnten durch die eingenommenen Mieten selbst finanziert werden.
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Re: Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

Beitragvon Skeptiker » So 14. Apr 2019, 13:11

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(14 Apr 2019, 12:28)
Das ist in Australien fast schon die Regel.

A;s Vermieter ist man gut beraten eine Vermieterversicherung abzuschliessen, die fuer Schaeden der Mietwohnung aufkommt wenn Vermieter ausziehen. Die Kaution von1 Monatsmiete reicht meistens nicht aus um die Schaeden zu reparieren. Gute Mieter zu bekommen ist oft Gluecksache .

Ich sehe die Versicherung auf der falschen Seite. Derjenige der den Schaden beeinflusst, sollte die Kosten tragen. Ansonsten werden die Kosten des Einzelnen auf die Gemeinschaft umgelegt. Das eine ist Verantwortung für eigenes handeln, das andere ist Sozialisation der Kosten meines Handelns - also das Gegenteil.
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Re: Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

Beitragvon Domingo » So 14. Apr 2019, 13:14

Keine Versicherung zahlt bei Vorsatz wie Mietnomadentum
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Re: Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

Beitragvon Sören74 » So 14. Apr 2019, 13:17

Skeptiker hat geschrieben:(14 Apr 2019, 13:11)

Ich sehe die Versicherung auf der falschen Seite. Derjenige der den Schaden beeinflusst, sollte die Kosten tragen. Ansonsten werden die Kosten des Einzelnen auf die Gemeinschaft umgelegt. Das eine ist Verantwortung für eigenes handeln, das andere ist Sozialisation der Kosten meines Handelns - also das Gegenteil.


Man trägt schon nach dem Gesetz als Verursacher die Kosten. Hier geht es doch um die Frage, ob es eine Pflichtversicherung für Mieter geben sollte.
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Re: Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

Beitragvon Sören74 » So 14. Apr 2019, 13:18

Domingo hat geschrieben:(14 Apr 2019, 13:14)

Keine Versicherung zahlt bei Vorsatz wie Mietnomadentum


Ich will jetzt keine Werbung für einzelne Versicherungen machen, aber Google doch einfach mal nach "Mietnomadenversicherung" und Du wirst jede Menge davon finden.
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Re: Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

Beitragvon Skeptiker » So 14. Apr 2019, 13:20

Sören74 hat geschrieben:(14 Apr 2019, 13:09)
[…]
Das stimmt ja nicht. Natürlich wird man als Mieter für die Schäden belangt. Das ist wie in anderen Fällen des Zivilrechts. Die Frage ist eher, ob der Mieter finanziell in der Lage ist, für den Schaden aufzukommen.

Klar, man kann den Vermieter erst verbieten sein Eigentum zu schützen (Schutz der Privatsphäre), aber den sich daraus einstellenden Schaden muss er aufwendig bei Mietern einklagen die dann ggf. diesen garnicht mehr begleichen können.

So bleiben die Vermieter auf einem Großteil der Kosten sitzen und die Nomaden sitzen schon beim nächsten Vermieter, der von seinem Glück noch nichts weiss. Nö, kein funktionierendes Konzept.
Sören74 hat geschrieben:(14 Apr 2019, 13:09)
Also Du möchtest einen Versicherungszwang für Mieter. Dafür gibt es keinen Grund. Mietausfallsversicherungen gibt es jede Menge auf dem Markt. Es liegt allein beim Vermieter, diese auch abzuschließen. Die Beiträge kosten nicht die Welt und könnten durch die eingenommenen Mieten selbst finanziert werden.

Ich will keinen Versicherungszwang für Mieter - ich möchte dass diejenigen die Prämien zahlen, die den Schaden beeinflussen. Es ist vollkommen der falsche Weg die Vermieter ihr Eigentum gegen Mietnomantentum versichern zu lassen, weil Mietnomanden ja keine höhere Naturgewalt sind.

Wir wollen offenbar nicht das selbe. Ich möchte die Situation verbessern indem diejenigen die den Schaden anrichten dafür in Regress genommen werden können. Du möchtest eine Umlage der Schäden auf diejenigen, die den Schaden nicht anrichten. Das verbessert nichts, außer der Situation für denjenigen der den Schaden erzeugt.
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Re: Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

Beitragvon Skeptiker » So 14. Apr 2019, 13:22

Domingo hat geschrieben:(14 Apr 2019, 13:14)
Keine Versicherung zahlt bei Vorsatz wie Mietnomadentum

Die Versicherung müßte zahlen, aber je nach Grad des Vorsatzes würde sie sich halt die Kosten vom Schädigenden zurückholen. Das ganz normale Prinzip einer Kaskoversicherung.

Verantwortung zum Schädigenden! Nur so verbessert man die Situation.
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Re: Mieter und Vermieter - auch ein Politikum?

Beitragvon Skeptiker » So 14. Apr 2019, 13:24

Sören74 hat geschrieben:(14 Apr 2019, 13:18)
Ich will jetzt keine Werbung für einzelne Versicherungen machen, aber Google doch einfach mal nach "Mietnomadenversicherung" und Du wirst jede Menge davon finden.

Nochmal: Das ist der falsche Versicherungsnehmer! Derjenige der den Schaden anrichtet muss die Prämie zahlen. Nur so gibt es einen Regulierungseffekt. Alles andere ist Sozialisation von Schäden anderer. Das macht das Problem eher größer als kleiner.

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