Verbot von Werbeoffizieren an Schulen

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schokoschendrezki
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Re: Verbot von Werbeoffizieren an Schulen

Beitragvon schokoschendrezki » Di 25. Jun 2019, 15:41

frems hat geschrieben:(25 Jun 2019, 15:38)

Ich finde den Werbespruch gar nicht schlecht. Die Bundeswehr braucht eben auch Handwerker und spätestens mit den Werner-Filmen ist "Gas, Wasser, Scheiße" umgangssprachlich mit einem Zwinkern eine gängige Bezeichnung für die Tätigkeit von Anlagenmechanikern für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik. Ich war, wenn auch ohne vorige Handwerkslehre, "GaWaSch" (44er; Schiffsbetriebstechnik) bei der Marine. Wie das zarte Seelchen da auf die Barrikaden gehen kann, weiß ich nicht. In sozialen Medien meckerten ja schon Leute, wegen "Gas" assoziiere man eine Verbindung zum Holocaust. :|

Die Handwerkskammer jammerte ja schon herum, sie fände es a) niveaulos, aber auch b) gemein, dass die Bundeswehr Handwerker anwirbt. Blöderweise spielt das Handwerk auch nur mit plumpen Vorurteilen -- mit dem Unterschied, dass man sich verherrlicht statt mit etwas Selbstironie voranzugehen. "Erstes Gehalt mit 29? Endstation Großraumbüro? Nine to five eine Null sein? Kleine Nummer im Konzern? Ich habe was Besseres vor. Das Handwerk." oder "Am Anfang waren Himmel und Erde. Den ganzen Rest haben wir gemacht." :rolleyes:

Da finde ich "Einsatz sagt mehr als tausend Worte", "Job ford?", "Wir kämpfen auch dafür, dass Du gegen uns sein kannst", "Mehr Open World geht nicht", "Wie ziehst Du eine Firewall um ein Feldlager?" etc. deutlich unterhaltsamer und weniger anmaßend.

Ja. Aber um mich zu unterhalten sind die Bundeswehr oder die Handwerkskammer so ziemlich die letzten Adressen, die mir da spontan einfallen würden ... Da möchte ich eher wissen, was die EInsätze in Kosovo, Afghanistan und aktuell in der Sahel-Zone tatsächlich bringen.
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frems
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Re: Verbot von Werbeoffizieren an Schulen

Beitragvon frems » Di 25. Jun 2019, 15:51

schokoschendrezki hat geschrieben:(25 Jun 2019, 15:41)

Ja. Aber um mich zu unterhalten sind die Bundeswehr oder die Handwerkskammer so ziemlich die letzten Adressen, die mir da spontan einfallen würden ... Da möchte ich eher wissen, was die EInsätze in Kosovo, Afghanistan und aktuell in der Sahel-Zone tatsächlich bringen.

Man muss halt auf sich aufmerksam machen. Und das scheint ja zu klappen. Sehr erfolgreich ist da auch die Berliner Stadtreinigung, die mit Witz und Selbstironie in sozialen Medien, an Litfaß-Säulen und an ihren Fahrzeugen Botschaften anbringt.

Millionen von Deutschen, die in den Sechziger- und Siebzigerjahren aufwuchsen, dürften diesen Satz von ihren Eltern gehört haben: „Streng dich in der Schule an, sonst landest du bei der Müllabfuhr.“ Müllmann oder Straßenfeger, das war so ziemlich das Letzte. Dreckig, eklig, ein Job, den niemand machen wollte. „Das ist für die Doofen“, hieß es im bürgerlichen Einfamilienhaus-Viertel der rheinischen Kleinstadt, aus der ich komme, für jene, die nicht einmal einen Job im Kohletagebau oder am Fließband bei Ford bekamen. [...]

Kürzlich hat die BSR 50 Müllwerker-Stellen ausgeschrieben – und erhielt mehr als 1000 Bewerbungen. Auch bei der Straßenreinigung überstieg die Zahl der Bewerber jene der ausgeschriebenen hundert Stellen um ein Vielfaches. Die Berliner Handwerksfirmen suchen derweil händeringend Leute; Kliniken rekrutieren Pflegekräfte in ihrer Not mittlerweile aus Osteuropa, Mexiko und Vietnam. Und so viele Leute wollen Müllwerker sein. Warum?

https://www.brandeins.de/magazine/brand ... r-ist-mehr

Und Auslandseinsätze machen ja die wenigsten Soldaten. Und davon ist nur ein winziger Teil in kämpfenden Einheiten. Wer den Beruf Soldat darauf reduziert, sollte vielleicht mal mit einem Werbeoffiziere sprechen und sich informieren lassen.
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relativ
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Re: Verbot von Werbeoffizieren an Schulen

Beitragvon relativ » Di 25. Jun 2019, 16:01

schokoschendrezki hat geschrieben:(25 Jun 2019, 15:39)

Ich nur zur Hälfte. Ehrlich. DIe Bundeswehr ist in der Mehrheit der zivilen Gesellschaft eigentlich ein Fremdkörper. Oder? Irre ich mich? Bestenfalls "freundlich ignoriert".
Richtig und wir muessen aufpassen, daß dies nicht noch schlimmer wird, jetzt da wir schon längere Zeit eine Berufsarmee haben.

Und konkret gefragt: Was hat der längste Auslandseinsatz der Bundeswehr, der im Kosovo, real erbracht? Wenn überhaupt, dann Zweitrangiges. Bundeswehrsoldaten, das sind für mich Marsmenschen, Außerirdische. Ich habe absolut kein irgendwie geartetes Verhältnis dazu. Ich wüsste nichteinmal, worüber ich mit einem Bundeswehrsoldaten überhaupt reden sollte.

Gegenfrage was können die Soldaten für politische gewollte Einsätze der Bundeswehr und wenn warum macht es die Bundeswehr obsolet.
Ich war selber Wehrdienstleistender , aber so richtig schätzen gelernt habe ich die Arbeit der Bundeswehr erst im Afghanistaneinsatz. Was ich da gesehen habe hat mir wirklich imponiert, gerade in den ersten Jahren des Einsatzes, bis der erste Anschlag kam, danach wurde fast alles anders.
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Re: Verbot von Werbeoffizieren an Schulen

Beitragvon Ein Terraner » Di 25. Jun 2019, 16:01

frems hat geschrieben:(25 Jun 2019, 15:51)

sollte vielleicht mal mit einem Werbeoffiziere sprechen und sich informieren lassen.


Also bis jetzt kommt mir der Thread eh schon so vor als würde ich mit der Nestle PR Abteilung darüber sprechen ob Nestle Werbung für Kinder gut ist. Ich glaube nicht das hier professionelle Werbeoffiziere weiter helfen würden, vielleicht ein unabhängiges Institut.
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Re: Verbot von Werbeoffizieren an Schulen

Beitragvon Ein Terraner » Di 25. Jun 2019, 16:03

relativ hat geschrieben:(25 Jun 2019, 16:01)

Richtig und wir muessen aufpassen, daß dies nicht noch schlimmer wird, jetzt da wir schon längere Zeit eine Berufsarmee haben.


Wir könnten es ja machen wie bei den Amis, Knast oder Armee.
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Re: Verbot von Werbeoffizieren an Schulen

Beitragvon imp » Di 25. Jun 2019, 16:07

schokoschendrezki hat geschrieben:(25 Jun 2019, 15:39)

Ich nur zur Hälfte. Ehrlich. DIe Bundeswehr ist in der Mehrheit der zivilen Gesellschaft eigentlich ein Fremdkörper. Oder? Irre ich mich? Bestenfalls "freundlich ignoriert".

Und konkret gefragt: Was hat der längste Auslandseinsatz der Bundeswehr, der im Kosovo, real erbracht? Wenn überhaupt, dann Zweitrangiges. Bundeswehrsoldaten, das sind für mich Marsmenschen, Außerirdische. Ich habe absolut kein irgendwie geartetes Verhältnis dazu. Ich wüsste nichteinmal, worüber ich mit einem Bundeswehrsoldaten überhaupt reden sollte.

Du hast schöne Brüste, wollen wir Liebe machen wäre eine Option. Oder du fragst: "Ach Trompete spielen Sie also? Was halten Sie denn von Jazz?"

Das sind ja im Kern auch Menschen, die irgendwo ein Leben haben und Eigenschaften. Dass deren tun im günstigsten Fall nichts und anderenfalls nichts gutes hervorbringt... hast du darüber mal bei Soziologen, Werbetextern oder Pfarrern nachsinniert oder ist das wehrspezifisch?
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson
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Re: Verbot von Werbeoffizieren an Schulen

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 26. Jun 2019, 09:34

imp hat geschrieben:(25 Jun 2019, 16:07)

Du hast schöne Brüste, wollen wir Liebe machen wäre eine Option. Oder du fragst: "Ach Trompete spielen Sie also? Was halten Sie denn von Jazz?"

Das sind ja im Kern auch Menschen, die irgendwo ein Leben haben und Eigenschaften. Dass deren tun im günstigsten Fall nichts und anderenfalls nichts gutes hervorbringt... hast du darüber mal bei Soziologen, Werbetextern oder Pfarrern nachsinniert oder ist das wehrspezifisch?


;) ... Soziologen, Werbetexter, Pfarrer befinden sich möglicherweise in sinnlosen Missionen aber nicht in Kampfeinsätzen. Und bItte meine Einlassungen gegen die Institution Bundeswehr nicht als Affront gegen die beteiligten Menschen missverstehen.

Ich hatte im real life zumindest einmal mit einem in Afghanistan sehr engagierten Ehepaar zu tun. Sie Lehrerin, er tätig im Logistik-Bereich. Bei denen ging alles gut. Und dann gab es einmal einen Punkt. Er wurde von Militärs bei einem LKW-Transport festgehalten. In der Mädchenschule in Kabul brachen auf einmal Zustände aus, die eine Weiterarbeit von ihr völlig unmöglich machten. Und beide, eigentlich positiv eingestellt und der Region zugewandt: Wir haben dort nix verloren und zu suchen! Nix! Auch unsere Bundeswehrsoldaten nix.

Kosovo. Ist es eigentlich bekannt, dass der Kosovo die Region in Europa mit der höchsten Zahl von Studienplätzen und Akademikern ist? Das würden jetzt wahrscheinlich die wenigsten unter den Diskutanten hier vermuten. Ist aber so. Bildung ist irgendwie immer gut und so gibts eben Geld für Bildungseinrichtungen. Und die stürzen sich auf eine Region wie Kosovo wie die Fliegen auf den Käse. Man kann sich das nicht vorstellen! In einer der ärmsten Regionen Europas gibts Schuhfabriken, die keine Schuster finden und über 40 Hochsculen (40 Hochschulen, im winzigen Kosovo!, unglaublich) in denen junge Leute meinen, als Rechtsanwälte oder Banker das Leben mal führen zu können, das sie in entsprechenden TV-Serien sehen. Das unter anderem ist das Ergebnis des Bundeswehreinsatzes. Eine Empathie, irgendein emotionales Verhältnis zu einer nationalen Armee, setzt voraus, dass es eine Art Verteidigungsidee gibt, der man irgendwie emotional zustimmt. Es gibt keine Verteidigungsidee. Es gibt Geschäftsinteressen. Sonst nix!
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Re: Verbot von Werbeoffizieren an Schulen

Beitragvon Agesilaos Megas » Mi 26. Jun 2019, 10:33

relativ hat geschrieben:(25 Jun 2019, 16:01)

Richtig und wir muessen aufpassen, daß dies nicht noch schlimmer wird, jetzt da wir schon längere Zeit eine Berufsarmee haben.


Gegenfrage was können die Soldaten für politische gewollte Einsätze der Bundeswehr und wenn warum macht es die Bundeswehr obsolet.
Ich war selber Wehrdienstleistender , aber so richtig schätzen gelernt habe ich die Arbeit der Bundeswehr erst im Afghanistaneinsatz. Was ich da gesehen habe hat mir wirklich imponiert, gerade in den ersten Jahren des Einsatzes, bis der erste Anschlag kam, danach wurde fast alles anders.



Du erwähnst einen sehr guten Punkt. Mal angenommen, die Bundeswehr wäre nur in der späten Mittelstufe und ab 18 willkommen (keine Karrierewerbung!), so kommt sie doch immer noch an junge gebildete und intelligente Menschen heran, die die Truppe sauber von Extremisten halten können. So war das doch gemeint mit dem Bürger in Uniform, oder?

Und solange als wir eine Truppe haben, will ich nicht, dass extreme Dummbatzen Waffen in ihren Händen halten und damit vor afghanischen Knochen posieren oder sie gegen das Parlament richten wollen...
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Re: Verbot von Werbeoffizieren an Schulen

Beitragvon relativ » Mi 26. Jun 2019, 10:47

Agesilaos Megas hat geschrieben:(26 Jun 2019, 10:33)

Du erwähnst einen sehr guten Punkt. Mal angenommen, die Bundeswehr wäre nur in der späten Mittelstufe und ab 18 willkommen (keine Karrierewerbung!), so kommt sie doch immer noch an junge gebildete und intelligente Menschen heran, die die Truppe sauber von Extremisten halten können. So war das doch gemeint mit dem Bürger in Uniform, oder?

Und solange als wir eine Truppe haben, will ich nicht, dass extreme Dummbatzen Waffen in ihren Händen halten und damit vor afghanischen Knochen posieren oder sie gegen das Parlament richten wollen...


Bei einer Berufsarmee, aber gerade bei einer Wehrpflicharmee bekommt man ja immer den Durchschnitt der Bevölkerung und wie der Durchschnitt tickt ändert sich natürlich auch über unterschiedliche Generationen.
Die Wertevermittlung unseres Staates ist eben auch auf die Wertevermittlung in unseren Familien angewiesen. Daher wird man nie ganz verhindern können, daß auch falsche Personen in die Bundeswehr aufgenommen werden. Gilt ja für jedes Beschäftigungsfeld in Deutschland.
Das Werbung für die Bundeswehr erst in höheren Klassen stattfinden soll , da sehe ich kein Problem eines Konsens.
Die gefahr einer berufsarmee sehe ich mom. darin, das eben vermehrt die falschen Bürger von der Bundeswehr angezogen werden, daher ist eine Werbung die auch höher Gebildete und andere soziale Klassen anspricht wohl durchaus Sinnvoll, damit nicht genau dies vermehrt passiert wie von dir Beschrieben.
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Re: Verbot von Werbeoffizieren an Schulen

Beitragvon imp » Mi 26. Jun 2019, 11:39

schokoschendrezki hat geschrieben:(26 Jun 2019, 09:34)

;) ... Soziologen, Werbetexter, Pfarrer befinden sich möglicherweise in sinnlosen Missionen aber nicht in Kampfeinsätzen. Und bItte meine Einlassungen gegen die Institution Bundeswehr nicht als Affront gegen die beteiligten Menschen missverstehen.

Ich hoffe, das wissen die auch ;)
Du hast natürlich recht, die schießen so schnell niemanden tot mit ihren Stiften.

Ich hatte im real life zumindest einmal mit einem in Afghanistan sehr engagierten Ehepaar zu tun. Sie Lehrerin, er tätig im Logistik-Bereich. Bei denen ging alles gut. Und dann gab es einmal einen Punkt. Er wurde von Militärs bei einem LKW-Transport festgehalten. In der Mädchenschule in Kabul brachen auf einmal Zustände aus, die eine Weiterarbeit von ihr völlig unmöglich machten. Und beide, eigentlich positiv eingestellt und der Region zugewandt: Wir haben dort nix verloren und zu suchen! Nix! Auch unsere Bundeswehrsoldaten nix.

Das Engagement in Afghanistan war in meinen Augen von Anfang an fehlgeleitet und unglaubhaft begründet. Das sprengt hier aber ein wenig den Rahmen.

Kosovo. Ist es eigentlich bekannt, dass der Kosovo die Region in Europa mit der höchsten Zahl von Studienplätzen und Akademikern ist? Das würden jetzt wahrscheinlich die wenigsten unter den Diskutanten hier vermuten.

Haben sie diesen Retortenstaat von den Russen irgendwo in Moldawien abgelöst? Vorher hatten die den Rekord.

Eine Empathie, irgendein emotionales Verhältnis zu einer nationalen Armee, setzt voraus, dass es eine Art Verteidigungsidee gibt, der man irgendwie emotional zustimmt. Es gibt keine Verteidigungsidee. Es gibt Geschäftsinteressen. Sonst nix!

Man kann auch mit einer imperialen Idee vom Zweck einer Armee im Sinne eines einträglichen Gebarens sympathisieren, ob das sich nun mehr wirtschaftlich oder mehr territoriell äußert. Das war im 19. JH mal in und in manchen Großmächten bis heute ein legitimer Debattenstandpunkt. Meiner ist es nicht. Zudem ist der Erfolg im Sinne einer Machtprojektion oder durchsetzung wirtschaftlicher Interessen bei den deutschen und eu-weiten Rüstungs- und Kriegsprojekten eher bescheiden. Meistens kommt dabei sehr durchwachsenes heraus oder die Kräfte vor Ort zeigen sich gleich ganz unbeeindruckt. Das ist dem einen ein Grund, von derlei nichts zu halten und für den anderen, noch mehr Ausgaben in dem Bereich einzufordern.

Ich sehe das so, dass Werbeoffiziere bisher gegenüber anderen Werbern privilegiert waren und die Berliner dies nun korrigieren.
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