Rechtsextremismus

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schokoschendrezki
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon schokoschendrezki » Di 2. Jul 2019, 10:11

Selina hat geschrieben:(01 Jul 2019, 14:26)

Der MDR ist einer der wenigen Sender, die nicht pausenlos dieses einseitige Bildzeitungs-Klischee vom gefängnisartigen bösen Unrechtsstaat DDR kolportieren. Da sieht man halt auch mal andere Seiten. Die aber passen natürlich nicht ins heutige offizielle DDR-Bild der Einheits-Sonntags-Reden. Schon klar. Was aber viel wichtiger ist: Der Sender ist einer der wenigen, die konsequent gegen die Menschenfeindlichkeit der AfD und anderer Rechtsradikaler argumentieren in ihren politischen Sendungen, ohne dabei einseitig und schwarz-weiß zu berichten und zu talken. Der MDR würde einer der ersten Sender sein, den die AfD, falls sie in Mitteldeutschland an die Macht käme, stark beschneiden würde inhaltlich und personell. Weil er ihr ein Dorn im Auge ist. Ergo: Auch da sollte man schon ein wenig genauer hinschauen.

Kann man machen, Selina. Für mich ist der MDR eine einzige Gruselveranstaltung. Das muss ich einfach mal so sagen. Ich bin allerdings ganz grundsätzlich vom TV abgerückt. Egal ob regional oder überregional. Egal ob öffentlich oder privat. Die freiwillige Selbstbeschränkung auf nur Lesen und Hören ist für mich sozusagen das mediale Exil.

Und da hieß es aktuell (ganz anderes Thema aber genau zum Strangthema jetzt ...): Mit der Wiederwahl von Narendra Modi als Premier und der BJP als Regierungspartei stehe Indien als großes, wirtschaftlich bedeutsames Land, als "größte Demokratie der Welt" wie häufig kommentiert wird, quasi vor dem Übergang zu offenem Faschismus. Ich meine, das Phänomen "Hindu-Nationalismus" und die Person Modi hatte ich schon seit längerem kritisch auf dem Schirm. Nun sprach eine Parlamentsabgeordnete der oppositionellen Kongresspartei von "aufkeimendem Faschismus". Identitätspolitik, Nationenversessenheit, Zugehörigkeitsrhetorik seien einige der Symptome dafür. Und dann noch etwas anderes, was mich einigermaßen aufgerüttelt hat: Intellektuellenfeindlichkeit. Das ist erstmal irritierend. Indien will eine technologische Weltführungsnation sein bzw. ist es in einigen Bereichen bereits. Intellektuellenfeindlichkeit? Sie dürfte sich halt nicht gegen MINT-Intellektuelle sondern gegen Künstler und Schriftsteller richten. Intellektuellenfeindlichkeit ist ja im Prinzip die verallgemeinerte, strukturell verwandte Form von modernem Antisemitismus. Und da sind wir dann schon bei einem Phänomen, wo der Begriff "Faschismus" vielleicht gar nicht so unangemessen ist.

https://www.deutschlandfunk.de/indien-warnungen-vor-aufkeimendem-faschismus.1773.de.html?dram:article_id=452782


Was passiert da eigentlich politisch in der Welt von heute. Wie lässt sich das als Tendenz verallgemeinern. Ich meine: es ist das starke Bedürfnis nach Orientierung in einer zunehmend fragmentierten Welt. Wie schon woanders erwähnt: Lyotard 1979: "Die Zeit der großen Erzählungen ist vorbei". Eine große Zahl von Menschen kommt irgendwie nicht damit klar, dass sie letztendlich auf sich selbst zurückgeworfen sind. Und suchen nach Identität, Zugehörigkeit.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon schokoschendrezki » Di 2. Jul 2019, 10:41

Selina hat geschrieben:(01 Jul 2019, 14:08)

Wo heute in Deutschland sowas wie 33 droht, fragst du? Dann schau dir an, was die beiden Herren (siehe die Links unten drunter) wollen. Da klingt vieles direkt nach Drittem Reich. Davor die Augen zu verschließen, bringt absolut nichts. Und solche Leute haben großen Einfluss auf die hiesige Neue Rechte, insbesondere auf die AfD, der eine mehr von außen, der andere mittendrin. Da zeigt sich schon sowas wie "intellektueller Rechtsextremismus", von dem der Verfassungsschutz-Chef sprach. Intellektuell natürlich unter Vorbehalt. Sollte man vielleicht in Anführungsstrichen schreiben, "intellektuell", weil es ja im Grunde wirklich Dummheit ist, schaut man genauer hin. Aber eben eine hochgefährliche Dummheit.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bj%C3%B6r ... Positionen

https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tz ... _Verortung


Bei Höcke oder Kubitscheck klingt vieles nach Drittem Reich. Und leider nicht nur bei denen. Aber ich bin überzeugt davon, dass deren Ansichten politisch in Deutschland nicht nur nicht die 20 Prozentgrenze sondern (insgesamt) nichtmal die 15-Prozent-Grenze erreichen werden. Dass bereits jetzt eine Art Sättigungseffekt eingetreten ist.

Wir können nicht gleichzeitig darüber diskutieren, dass es (angeblich) eine linksgrüne Deutungshoheit gibt und dass (angeblich) Zustände von 1933 drohen. Es gilt weder das eine noch das andere. 1933 gab es keinen WIderspruch zwischen einem eher urbanen Lebensumfeld und der Ideologie des Nationalsozialismus. Berlin, Nürnberg, München waren "Städte der Bewegung". Große Aufmärsche entsprachen dem Zeitgeist. Heute steht der urbane Lebensstil ganz genau gegen einen neuen braunen Zeitgeist. Zumindest in Deutschland.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon Wolverine » Di 2. Jul 2019, 10:43

schokoschendrezki hat geschrieben:(02 Jul 2019, 10:41)

Bei Höcke oder Kubitscheck klingt vieles nach Drittem Reich. Und leider nicht nur bei denen. Aber ich bin überzeugt davon, dass deren Ansichten politisch in Deutschland nicht nur nicht die 20 Prozentgrenze sondern (insgesamt) nichtmal die 15-Prozent-Grenze erreichen werden. Dass bereits jetzt eine Art Sättigungseffekt eingetreten ist.

Wir können nicht gleichzeitig darüber diskutieren, dass es (angeblich) eine linksgrüne Deutungshoheit gibt und dass (angeblich) Zustände von 1933 drohen. Es gilt weder das eine noch das andere. 1933 gab es keinen WIderspruch zwischen einem eher urbanen Lebensumfeld und der Ideologie des Nationalsozialismus. Berlin, Nürnberg, München waren "Städte der Bewegung". Große Aufmärsche entsprachen dem Zeitgeist. Heute steht der urbane Lebensstil ganz genau gegen einen neuen braunen Zeitgeist. Zumindest in Deutschland.


Volle Zustimmung. Dem ist nichts hinzuzufügen.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon Selina » Di 2. Jul 2019, 17:50

schokoschendrezki hat geschrieben:(02 Jul 2019, 10:41)

Bei Höcke oder Kubitscheck klingt vieles nach Drittem Reich. Und leider nicht nur bei denen. Aber ich bin überzeugt davon, dass deren Ansichten politisch in Deutschland nicht nur nicht die 20 Prozentgrenze sondern (insgesamt) nichtmal die 15-Prozent-Grenze erreichen werden. Dass bereits jetzt eine Art Sättigungseffekt eingetreten ist.

Wir können nicht gleichzeitig darüber diskutieren, dass es (angeblich) eine linksgrüne Deutungshoheit gibt und dass (angeblich) Zustände von 1933 drohen. Es gilt weder das eine noch das andere. 1933 gab es keinen WIderspruch zwischen einem eher urbanen Lebensumfeld und der Ideologie des Nationalsozialismus. Berlin, Nürnberg, München waren "Städte der Bewegung". Große Aufmärsche entsprachen dem Zeitgeist. Heute steht der urbane Lebensstil ganz genau gegen einen neuen braunen Zeitgeist. Zumindest in Deutschland.


Ja, ich würde das Ganze, was in Deutschland so abläuft, nicht dramatisieren, aber auch nicht bagatellisieren. Ich bin oft in Sachsen zu Besuch, und was man da an braunem Gerede a la Höcke erlebt und wie weit das dort verbreitet ist, das hat wahrlich nichts mehr mit deinen 15 Prozent zu tun. Schön wärs ja. Das sind oft auch nur so kleine Episoden am Rande, die zeigen, wie weit dort die Menschenverachtung schon fortgeschritten ist. Ein gewisser Prozentsatz der Sachsen hat schon immer so gedacht. Ja. Aber was jetzt da los ist, kann man damit nicht mehr vergleichen. Und wie schon mal ein anderer User schrieb: Der Schrecken der damaligen Zeit nahm auch in einer einzelnen Region seinen Anfang und setzte sich lawinenartig fort. Also: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“ (Goethe). Bagatellisierung spielt der AfD genauso in die Hände wie Dramatisierung. Hilft nur: Genau hinschauen, präzise sein. Und dem etwas entgegensetzen.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 3. Jul 2019, 09:01

Selina hat geschrieben:(02 Jul 2019, 17:50)

Ja, ich würde das Ganze, was in Deutschland so abläuft, nicht dramatisieren, aber auch nicht bagatellisieren. Ich bin oft in Sachsen zu Besuch, und was man da an braunem Gerede a la Höcke erlebt und wie weit das dort verbreitet ist, das hat wahrlich nichts mehr mit deinen 15 Prozent zu tun. Schön wärs ja. Das sind oft auch nur so kleine Episoden am Rande, die zeigen, wie weit dort die Menschenverachtung schon fortgeschritten ist. Ein gewisser Prozentsatz der Sachsen hat schon immer so gedacht. Ja. Aber was jetzt da los ist, kann man damit nicht mehr vergleichen. Und wie schon mal ein anderer User schrieb: Der Schrecken der damaligen Zeit nahm auch in einer einzelnen Region seinen Anfang und setzte sich lawinenartig fort. Also: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“ (Goethe). Bagatellisierung spielt der AfD genauso in die Hände wie Dramatisierung. Hilft nur: Genau hinschauen, präzise sein. Und dem etwas entgegensetzen.

Es wird ja entgegengesetzt. Schau dir den Ausgang der Bürgermeisterwahl in Görlitz Mitte Juni an. Selbst Landtagsabgeordnete der Linke haben den CDU-Kandidaten Ursu (ein Rumäne übrigens) gewählt, um den ersten AfD-Oberbürgermeister in Deutschland zu verhindern. Erfolgreich. Es gibt - auch in Sachsen - eine relative Mehrheit von Menschen mit einem urban-kosmopolitischen kulturellen Hintergrund, die sich niemals "Heimat, Volk und Vaterland" (und eine vollkommen autogerechte Infrastruktur) aufzwingen lassen werden.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon Zunder » Mi 3. Jul 2019, 09:43

Selina hat geschrieben:(02 Jul 2019, 17:50)

Ja, ich würde das Ganze, was in Deutschland so abläuft, nicht dramatisieren, aber auch nicht bagatellisieren. Ich bin oft in Sachsen zu Besuch, und was man da an braunem Gerede a la Höcke erlebt und wie weit das dort verbreitet ist, das hat wahrlich nichts mehr mit deinen 15 Prozent zu tun. Schön wärs ja. Das sind oft auch nur so kleine Episoden am Rande, die zeigen, wie weit dort die Menschenverachtung schon fortgeschritten ist. Ein gewisser Prozentsatz der Sachsen hat schon immer so gedacht. Ja. Aber was jetzt da los ist, kann man damit nicht mehr vergleichen. Und wie schon mal ein anderer User schrieb: Der Schrecken der damaligen Zeit nahm auch in einer einzelnen Region seinen Anfang und setzte sich lawinenartig fort. Also: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“ (Goethe). Bagatellisierung spielt der AfD genauso in die Hände wie Dramatisierung. Hilft nur: Genau hinschauen, präzise sein. Und dem etwas entgegensetzen.

Sachsen ist MDR-Land, wo migrantenfeindliche Hetze zur Unterhaltung verbreitet wird. Und wenn der Hetzer sich selbst als links verortet, fällt auch das Stigma des Faschismus weg, nach dem Motto: "Wenn sogar Linke das so sehen......."

Rassismus wird zwar üblicherweise dem äußerst rechten Spektrum zugeordnet, findet sich tatsächlich aber in allen politischen Richtungen. Das ist beim Antisemitismus nicht anders.

Man muß sich nur einmal das "Ausländer"-Video von Rammstein anschauen. Das hätte auch Leni Riefenstahl filmen können.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon VaterMutterKind » Mi 3. Jul 2019, 09:52

schokoschendrezki hat geschrieben:(03 Jul 2019, 09:01)

Es wird ja entgegengesetzt. Schau dir den Ausgang der Bürgermeisterwahl in Görlitz Mitte Juni an. Selbst Landtagsabgeordnete der Linke haben den CDU-Kandidaten Ursu (ein Rumäne übrigens) gewählt, um den ersten AfD-Oberbürgermeister in Deutschland zu verhindern. Erfolgreich. Es gibt - auch in Sachsen - eine relative Mehrheit von Menschen mit einem urban-kosmopolitischen kulturellen Hintergrund, die sich niemals "Heimat, Volk und Vaterland" (und eine vollkommen autogerechte Infrastruktur) aufzwingen lassen werden.


Dieses sogenannten Entgegensetzen hat der AfD wohl mehr genützt als geschadet. Man braucht sich nicht wundern, wenn die Menschen von Blockparteien sprechen, wenn sie so etwas sehen.

Und ob man jetzt mit den Linken ins Bett gehen sollte, nur um die AfD zu verhindern sei mal dahingestellt. Die AfD ist Pest, die Linken sind Cholera.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon Zunder » Mi 3. Jul 2019, 10:32

Wenn in Sachsen CDU und AfD koalieren, erübrigen sich imaginierte Mehrheiten ohnehin. Derzeit liegen beide in den Umfragen bei 26%.
Zuletzt geändert von Zunder am Mi 3. Jul 2019, 11:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon JJazzGold » Mi 3. Jul 2019, 10:51

Zunder hat geschrieben:(03 Jul 2019, 10:32)

Wenn in Sachsen CDU und AfD koalieren, erübrigen sich imaginierte Mehrheiten ohnehin. Der liegen beide in den Umfragen bei 26%.


Denken Sie, dass das passieren könnte?
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon VaterMutterKind » Mi 3. Jul 2019, 10:56

JJazzGold hat geschrieben:(03 Jul 2019, 10:51)

Denken Sie, dass das passieren könnte?


Nein. Siehe Görlitz. Eine AfD-Regierung wird in jedem Fall verhindert. Ob das besser ist, sei mal dahingestellt. Pest und Cholera.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon Wolverine » Mi 3. Jul 2019, 10:56

JJazzGold hat geschrieben:(03 Jul 2019, 10:51)

Denken Sie, dass das passieren könnte?


Der CDU traue ich das zu.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon JJazzGold » Mi 3. Jul 2019, 11:07

VaterMutterKind hat geschrieben:(03 Jul 2019, 10:56)

Nein. Siehe Görlitz. Eine AfD-Regierung wird in jedem Fall verhindert. Ob das besser ist, sei mal dahingestellt. Pest und Cholera.


Nehmen Sie es mir bitte nicht übel, aber von Ihnen habe ich bis dato kaum Beiträge gelesen und kann Sie deshalb schwer einschätzen.

Zunders Beiträge goutieren ich seit langem und schätze seine realistische Einschätzung, weshalb ich ihn gefragt habe. Es könnte natürlich auch sein, dass er es ironisch gemeint hat.

Vordergründig hätte ich spontan auch mit “Nein“ geantwortet, bedingt durch das deutliche “No go“ der CDU Parteispitze. Aber ich vernehme auch das Grummeln der Ost CDU Politiker und kann mich noch ausgezeichnet an diverse Aussagen nahezu jeder Partei erinnern, wenn es um Bundesland Koalitionen ging, dass es letztendlich die Entscheidung der vor Ort betroffenen Politiker sei, ob und mit wem sie koalieren. Da darf man meines Erachtens schon ein wenig Zweifel hegen.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon Zunder » Mi 3. Jul 2019, 11:32

JJazzGold hat geschrieben:(03 Jul 2019, 10:51)

Denken Sie, dass das passieren könnte?

In Sachsen-Anhalt wird schon darüber nachgedacht.
https://www-spiegel-de.cdn.ampproject.o ... 73354.html
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon JJazzGold » Mi 3. Jul 2019, 12:20

Zunder hat geschrieben:(03 Jul 2019, 11:32)

In Sachsen-Anhalt wird schon darüber nachgedacht.
https://www-spiegel-de.cdn.ampproject.o ... 73354.html


Das hatte ich auch gelesen und es hat zumindest vage Zweifel in mir geweckt, wie verlässlich ein “Nein“ aus Berlin letztendlich ist.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon Wolverine » Mi 3. Jul 2019, 12:24

JJazzGold hat geschrieben:(03 Jul 2019, 12:20)

Das hatte ich auch gelesen und es hat zumindest vage Zweifel in mir geweckt, wie verlässlich ein “Nein“ aus Berlin letztendlich ist.


Ich denke für den Machterhalt wird die CDU im Osten eine Ausnahmegenehmigung erteilen.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon Ger9374 » Mi 3. Jul 2019, 12:27

Wolverine hat geschrieben:(03 Jul 2019, 12:24)

Ich denke für den Machterhalt wird die CDU im Osten eine Ausnahmegenehmigung erteilen.


FÜR DEN MACHTERHALT WIRD ALLES GETAN! Realpolitik!
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 3. Jul 2019, 12:30

schokoschendrezki hat geschrieben:(02 Jul 2019, 10:41)

Bei Höcke oder Kubitscheck klingt vieles nach Drittem Reich. Und leider nicht nur bei denen. Aber ich bin überzeugt davon, dass deren Ansichten politisch in Deutschland nicht nur nicht die 20 Prozentgrenze sondern (insgesamt) nichtmal die 15-Prozent-Grenze erreichen werden. Dass bereits jetzt eine Art Sättigungseffekt eingetreten ist.

Wir können nicht gleichzeitig darüber diskutieren, dass es (angeblich) eine linksgrüne Deutungshoheit gibt und dass (angeblich) Zustände von 1933 drohen. Es gilt weder das eine noch das andere. 1933 gab es keinen WIderspruch zwischen einem eher urbanen Lebensumfeld und der Ideologie des Nationalsozialismus. Berlin, Nürnberg, München waren "Städte der Bewegung". Große Aufmärsche entsprachen dem Zeitgeist. Heute steht der urbane Lebensstil ganz genau gegen einen neuen braunen Zeitgeist. Zumindest in Deutschland.



Die AFD ist im Osten zwar stark ,liegt aber im Bund deutlich unter 20% und deutlich hinter Union und den Grünen, im Westen hat sie weniger bis gar keine Bedeutung ( NRW 7% Hessen 7% Schleswig Holstein"7%,Hamburg 7% , Bayern 9%) ,
Ein Höcke bildet mit seinen Cumpanen mitnichten irgedeine relevante Mehrheit ,ganz im Gegenteil,
Zuletzt geändert von Alpha Centauri am Mi 3. Jul 2019, 12:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon JJazzGold » Mi 3. Jul 2019, 12:30

Wolverine hat geschrieben:(03 Jul 2019, 12:24)

Ich denke für den Machterhalt wird die CDU im Osten eine Ausnahmegenehmigung erteilen.


Das kann sie eigentlich nicht leisten. Wobei ich mich nach wie vor frage, ob das Papier von Sachsen-Anhalt zwei Jahre vor der anstehenden Wahl ein Versuch sein soll, abspenstige AfD Wähler zurück zu gewinnen, oder doch die Bereitschaft signalisiert, ggfls auch mit der AfD zu koalieren.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon Wolverine » Mi 3. Jul 2019, 12:32

Ger9374 hat geschrieben:(03 Jul 2019, 12:27)

FÜR DEN MACHTERHALT WIRD ALLES GETAN! Realpolitik!

Ja. :thumbup:
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon ThorsHamar » Mi 3. Jul 2019, 12:33

Wolverine hat geschrieben:(03 Jul 2019, 12:24)

Ich denke für den Machterhalt wird die CDU im Osten eine Ausnahmegenehmigung erteilen.


Was heisst "Ausnahme"? Die CDU braucht doch nur zu ihren alten Werten zurückzukehren und schon hat die AfD kaum noch Mitglieder und Wähler .... :cool:
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