Rechtsextremismus

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Dark Angel
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon Dark Angel » Mi 24. Feb 2021, 11:22

sünnerklaas hat geschrieben:(23 Feb 2021, 14:46)

Es ist primäre Aufgabe von Kreis-, Bezirks-, vor allem aber Landesverbänden und dem Bundesverband, diese Außenwahrnehmung und die Darstellung in der Presse zu ändern, so dass sich eine ganz neue Außenwahrnehmung ergibt. Landes- und Bundesverbände arbeiten oft mit Professionellen. Ohne eigenes Zutun kommt man nicht aus der Schmuddelecke, in die man irgendwann hineingestellt wurde, wieder hinaus.

Die Kreis- und Landesverbände, auch die Bundesvorstände des DSB und BDS versuchen ihr Bestes die Außenwahrnehmung zu ändern bzw zu verbessern, mit sehr mäßigem Erfolg.
Die Vorstellung, dass es sich bei Sportschützen um "schießwütige Waffennarren" handelt, die zudem (zumindest) erzkonservativ eingestellt sind und eine rechtsradikale bis rechtsextreme politische Einstellung besitzen, wie man hier an diversen Beiträgen erkennen kann.
Die "rechtsradikalen/rechtsextremen Milizen, die waffenstarrend durch die Straßen patrullieren" haben mit der Realität nichts zu tun und doch geistern sie in vielen Köpfen herum und werden fast automatisch mit allen Sportschützen und ihren legalen Waffen in Zusammenhang gebracht, dass es nur einige wenige "schwarze Schafe" sind, die sich massiv rufschädigend auswirken, interessiert dabei nicht.


sünnerklaas hat geschrieben:(23 Feb 2021, 14:46)Das Hauptproblem liegt v.a. auf Vorstandsebene und hat sehr viel mit der Verdichtung von Arbeit und gleichzeitig den immer anspruchsvoller werdenden bürokratischen Aufgaben zu tun, die Vorstandsarbeit mit sich bringt. Ich kenne es aus eigener Anschauung, dass Vorstandsarbeit selbst bei nur etwas größeren Vereinen und Verbänden so viel Zeit und Aufwand erfordert, dass man da ganz schnell in die Nähe einer Teilzeit- oder sogar Vollzeittätigkeit kommen kann - und das natürlich im Ehrenamt. Ich nenne nur das Stichwort DSGVO. Das heisst, man findet am Ende nur noch Rentner, die für Vorstandsämter in Frage kommen, alle Erwerbstätigen winken dankend ab.

Das ist die eine Seite der Medaille, dass ehrenamtliche Vorstandsarbeit, bei voller Erwerbstätigkeit, kaum noch zu bewältigen ist, die andere ist aber tatsächlich die, dass Vereinsleben auch etwas mit Verpflichtungen/Plichten übernehmen und Verantwortung tragen zu tun hat und dass sehr viele junge Leute dazu nicht mehr bereit sind.
Und das geht schon damit los, zu einem bestimmten Zeitpunkt im Verein sein zu müssen, weil für die Vereinsarbeit und/oder die Sportart Teamwork notwendig ist. Weiß nicht mehr wie oft ich gehört habe "och nööö, da muss ich ja ..."


sünnerklaas hat geschrieben:(23 Feb 2021, 14:46)Ich glaube, das Problem liegt woanders: man hat es vielerorts nicht geschafft, die Tradition ins Hier und Jetzt zu befördern. Tradition ist nichts Statisches. Sie ist immer im Fluss, sie passt sich immer an die Gegebenheiten und Anforderungen des Alltags an. Wenn die Tradition nur noch aus einem wehmütigen Blick in die Vergangenheit besteht, dann lebt da nichts, dann ist da etwas am Absterben. Mit der heutigen Realität, dem heutigen Alltag hat diese so verstandene Tradition dann nichts mehr zu tun.
Tradition ist nur dann lebendig, wenn sie authentisch ist, im Alltag der Menschen, in der technischen und sozialien Realität des Hier und Jetzt verwurzelt ist. Gesunde Tradition ist hoch anpassungsfähig. Ist so meine Meinung.

Ja - da ist was dran.
Kann sein, dass da in vielen Schützenvereinen der Altländer zu vielen "festgefahren" ist, dass an vielem festgehalten wird, weil doch so schön aussieht.
Möglicherweise ist es uns in den neuen Bundesländern besser gelungen, die Tradition ins Hier und Jetzt zu befördern, weil es da einen "Bruch" gegeben hat. Ein Vereinsleben wie in der BRD gab es in der DDR nicht. Bestimmte Sportarten wurden entweder als "Sektion" in der GST durchgeführt oder waren den jeweiligen BSG (Betriebssportgmeinschaften) angegliedert und alles andere Chöre, Kulturgruppen etc dem Kulturbund.
Wir mussten uns praktisch nach der Wiedervereinigung ganz neu erfinden und einen Weg finden, den sportlichen Leistungsgedanken mit der Tradition zu verbinden.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 24. Feb 2021, 11:29

Gottseidank bin ich um einen Dienst beim "Club der harten Hüte" herumgekommen und habe schon von daher keine Ahnung von Waffenkunde. Deshalb meine Frage: Der nicht zuletzt durch den Fall Hanau bekannt gewordene Slogan "Keine Mordwaffen als Sportwaffen" ... der suggeriert ja, dass es in den entsprechenden Vereinen eine völlig unnötige "Überbewaffnung" gibt. Ist dieser Vorwurf berechtigt?
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon Dark Angel » Do 25. Feb 2021, 11:30

schokoschendrezki hat geschrieben:(24 Feb 2021, 11:29)

Gottseidank bin ich um einen Dienst beim "Club der harten Hüte" herumgekommen und habe schon von daher keine Ahnung von Waffenkunde. Deshalb meine Frage: Der nicht zuletzt durch den Fall Hanau bekannt gewordene Slogan "Keine Mordwaffen als Sportwaffen" ... der suggeriert ja, dass es in den entsprechenden Vereinen eine völlig unnötige "Überbewaffnung" gibt. Ist dieser Vorwurf berechtigt?

Die Dachverbände DSB un BDS listen in ihren Sportordnungen die unterschiedlichsten Disziplinen und jede dieser Disziplinen wird mit unterschiedlichen Waffen geschossen. Wer in mehreren unterschiedlichen Disziplinen antritt, benötigt entsprechend auch mehrere unterschiedliche Waffen.
Was soll in diesem Zusammenhang eine "unnötige Überbewaffnung" sein?
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 27. Feb 2021, 14:55

Dark Angel hat geschrieben:(25 Feb 2021, 11:30)

Die Dachverbände DSB un BDS listen in ihren Sportordnungen die unterschiedlichsten Disziplinen und jede dieser Disziplinen wird mit unterschiedlichen Waffen geschossen. Wer in mehreren unterschiedlichen Disziplinen antritt, benötigt entsprechend auch mehrere unterschiedliche Waffen.

In meinem laienhaften und naiven Weltbild kann man Sportschießen einfach auch mit den Luftgewehren (heißen die noch immer so?) machen, mit denen ich das letztemal vor gefühlt einem Jahrhundert auf einem Rummel auf irgendwelche Kunstblumen geschossen habe. Verstehst du: Es ist völlig o.k., wenn die Menschen in der Gesellschaft für ihre persönlichen Interessen im Rahmen der Gesetze eintreten. Die einen wollen Schützenvereine und die anderen sind gegen sie. Und wenn es das nächstemal einen Mordanschlag wie den in Hanau gibt, bei dem ein Schützenvereinsmitglied der Täter ist ... dann werden womöglich die einen Demoveranstaltungen vor dem Quartier der anderen machen. Und die anderen werden sagen: Das war ein schwarzes Schaf. Auch das ist von beiden Seiten her verständlich und o.k. Es ist eben Interessenswahrnehmung. Aber bitte diese Interessenswahrnehmung nicht als Dienst an irgendeiner höheren idealistischen Sache darstellen. Als Dienst an der Aufbesserung des Zusammenhalts der Gesellschaft oder dergleichen.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon Dark Angel » So 28. Feb 2021, 13:08

schokoschendrezki hat geschrieben:(27 Feb 2021, 14:55)

In meinem laienhaften und naiven Weltbild kann man Sportschießen einfach auch mit den Luftgewehren (heißen die noch immer so?) machen, mit denen ich das letztemal vor gefühlt einem Jahrhundert auf einem Rummel auf irgendwelche Kunstblumen geschossen habe. Verstehst du: Es ist völlig o.k., wenn die Menschen in der Gesellschaft für ihre persönlichen Interessen im Rahmen der Gesetze eintreten.

Ein Match-Luftgewehr hat schon rein äußerlich nicht das geringste mit dem zu tun, mit em du auf dem Rummel geschossen hast, hatten sie auch vor dem "gefühlt[en] einem Jahrhundert" nicht. Diese Waffen sind individuell auf den Schützen angepasst, die sind sogar auf die jeweilige Anschlagart (stehend, liegend, kniend) angepasst ==> für jede Anschlagart ein besonderes Gewehr, gleiches gilt für Kleinkaliber-Match-Gewehre und zwar ab Deutsche Meisterschaft. Anders brauchst da gar nicht antreten.
JA, du hast, was den Schießsport angeht, ein sehr laienhaftes, sehr naives Verständnis, wie übrigens die meisten auch und daher rührt wahrscheinlich auch die Vorstellung von Sportschützen als "Waffennarren" und dass die schon "von Haus aus" per se weit rechts stehen müssen bzw rechtsextrem sind.
Das ist ein Trugschluss! Sportschützen sind genauso Leistungssportler bzw Hochleistungssportler sind, wie es beispielsweise Schwimmer oder Läufer auch sind. Ein Großteil des Trainings ist Ausdauer- bzw Konditionstraining.
Unter Sportschützen dürfte es deutlich weniger Rechtsextreme geben, als unter Fußballfans.

schokoschendrezki hat geschrieben:(27 Feb 2021, 14:55)
Die einen wollen Schützenvereine und die anderen sind gegen sie. Und wenn es das nächstemal einen Mordanschlag wie den in Hanau gibt, bei dem ein Schützenvereinsmitglied der Täter ist ... dann werden womöglich die einen Demoveranstaltungen vor dem Quartier der anderen machen. Und die anderen werden sagen: Das war ein schwarzes Schaf. Auch das ist von beiden Seiten her verständlich und o.k. Es ist eben Interessenswahrnehmung. Aber bitte diese Interessenswahrnehmung nicht als Dienst an irgendeiner höheren idealistischen Sache darstellen. Als Dienst an der Aufbesserung des Zusammenhalts der Gesellschaft oder dergleichen.

So einfach ist das aber nicht, wie du das hier darzustellen versuchst.
Wir leben (noch) in einer offenen liberalen demokratischen Gesellschaft, in der die Freiheitsrechte des Individuums zu respektieren sind. Dazu gehört auch das Recht legal Waffen besitzen zu dürfen und diese im Rahmen eines Bedürfnisses auch zu benutzen.
Eine Gruppe von Menschen (i.d.F. Sportschützen) aufgrund von seltenen Einzelfällen unter Generaverdacht zu stellen und ihnen ihre Freiheitsrechte einzuschränken oder vollständig zu nehmen, ist kein Merkmal einer offenen Gesellschaft.

Vielmehr wirft das ein recht deutliches Bild auf das Demokratieverständnis derjenigen, die versuchen a) diese Einzelfälle für Verbote zu benutzen, b) eine ganze Gruppe politisch zu diffamieren bzw c) diese Einzelfälle politisch zu intrumentalisieren.

Die politische Instrumentalisierung wird gerade beim Attentat von Hanau sehr deutlich.
Dass es sich vor allem um Behördenversagen handelt, diesem Mann - trotz seiner psychischen Störung/Erkrankung - eine waffenrechtliche Erlaubnis zu erteilen, wird angesichts seiner rechtsextremen und rassistischen Haltung und Handlung, vollkommen ignoriert. Es wird nicht einmal hinterfragt, inwieweit sein Rassismus und Rechtsextremismus evtl. durch diese psychische Störung/Erkrankung hervorgerufen und/oder begünstigt ist oder inwieweit Erziehung eine Rolle spielt.

Nicht, dass das Attentat dadurch weniger verachtenswert wäre oder den Opfern deshalb nicht gedacht werden sollte, ganz im Gegenteil, wenn dabei gleichzeitig auf die Verantwortung der Behörden hingewiesen würde, statt eine ganze Gruppe, welche zudem noch einer besonderen Überprüfung der Eignung unterzogen wird, unter den Generalverdacht des Rechtsextremismus zu stellen un das Attentat politisch zu intrumentalisieren.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon schokoschendrezki » So 28. Feb 2021, 13:30

Dark Angel hat geschrieben:(28 Feb 2021, 13:08)
So einfach ist das aber nicht, wie du das hier darzustellen versuchst.
Wir leben (noch) in einer offenen liberalen demokratischen Gesellschaft, in der die Freiheitsrechte des Individuums zu respektieren sind. Dazu gehört auch das Recht legal Waffen besitzen zu dürfen und diese im Rahmen eines Bedürfnisses auch zu benutzen.
Eine Gruppe von Menschen (i.d.F. Sportschützen) aufgrund von seltenen Einzelfällen unter Generaverdacht zu stellen und ihnen ihre Freiheitsrechte einzuschränken oder vollständig zu nehmen, ist kein Merkmal einer offenen Gesellschaft.

Ich stelle Sportschützen auch nicht unter Generalverdacht sondern bin einfach so, aus meinen persönlichen Launen und persönlichen Präferenzen heraus gegen Schützenvereine. Verstehst du: Einfach so! Ohne auch nur die mindeste Ahnung davon zu haben. Und ebenso wie es das Recht derer ist, sich für Waffenbesitz einzusetzen (das in keinster Weise irgendwie als existenziell anzusehen ist), ist es mein Recht, mich einfach so für meine Antipathie gegen Schützenvereine einzusetzen. Ohne Begründung. Über das allgemeine Wahlrecht auf den verschiedenen Ebenen (kommunal, Land, Bund) sowie über das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit können die beiden Seiten versuchen, ihren jeweiligen Interessen eine Mehrheit zu verschaffen. Unredlich ist nur eins: Die eine oder die andere Präferenz als irgendwie gesellschaftlich notwendig oder als politisch-moralisch verachtenswert hinzustellen.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon Dark Angel » Mo 1. Mär 2021, 10:31

schokoschendrezki hat geschrieben:(28 Feb 2021, 13:30)

Ich stelle Sportschützen auch nicht unter Generalverdacht sondern bin einfach so, aus meinen persönlichen Launen und persönlichen Präferenzen heraus gegen Schützenvereine. Verstehst du: Einfach so! Ohne auch nur die mindeste Ahnung davon zu haben. Und ebenso wie es das Recht derer ist, sich für Waffenbesitz einzusetzen (das in keinster Weise irgendwie als existenziell anzusehen ist), ist es mein Recht, mich einfach so für meine Antipathie gegen Schützenvereine einzusetzen. Ohne Begründung. Über das allgemeine Wahlrecht auf den verschiedenen Ebenen (kommunal, Land, Bund) sowie über das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit können die beiden Seiten versuchen, ihren jeweiligen Interessen eine Mehrheit zu verschaffen. Unredlich ist nur eins: Die eine oder die andere Präferenz als irgendwie gesellschaftlich notwendig oder als politisch-moralisch verachtenswert hinzustellen.

Sorry, aber dieses Recht hast du in einer offenen, liberalen Gesellschaft nicht.
Schießsport und Schützenvereine haben etwas mit dem Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit zu tun und das hat nichts mit "Mehrheiten verschaffen" und oder persönlichen Antipathien zu tun.
Du hast zu dulden, zu ertragen, dass es Menschen gibt, die sich dem Schießsport verschrieben haben und diesem Sport nachgehen, hast zu dulden, zu ertragen, dass es Schützenvereine gibt. Das nennt sich Toleranz und ist eine der tragenden Säulen einer offenen, liberalen demokratischen Gesellschaft.
Verstehst du DAS?
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon tarkomed » Mo 1. Mär 2021, 11:46

Dark Angel hat geschrieben:(28 Feb 2021, 13:08)
Unter Sportschützen dürfte es deutlich weniger Rechtsextreme geben, als unter Fußballfans.

Somit landen wir auf dem Gebiet der Mengenlehre: was ist ein Sportschütze, der gleichzeitig Fußballfan ist… ;)
Gib dich nicht so, dass alle andern dich für etwas halten, was du nicht sein willst.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon Praia61 » Mo 1. Mär 2021, 12:55

Viele Rechtextreme innerhalb der Polizei hat die Politik besonders in Berlin selbst erschaffen.
Frustration innerhalb der Polizei.
Law and Order hat in Berlin eine untergeordnete Bedeutung.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon tarkomed » Mo 1. Mär 2021, 13:08

Jeder kann sich eine Rechtfertigung zusammenschustern für das, was man ist. Sie kann aber auch ein Produkt falsch wahrgenommener oder zurechtgebogener Realität sein.
Gib dich nicht so, dass alle andern dich für etwas halten, was du nicht sein willst.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon Teeernte » Mo 1. Mär 2021, 13:19

tarkomed hat geschrieben:(01 Mar 2021, 13:08)

Jeder kann sich eine Rechtfertigung zusammenschustern für das, was man ist. Sie kann aber auch ein Produkt falsch wahrgenommener oder zurechtgebogener Realität sein.

Das "Produkt" Polizei ist ja "DAS" Berufsbild eines JEDEN Links Grünen Zecken. Schon immer gewesen.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon Selina » Mo 1. Mär 2021, 13:49

Dark Angel hat geschrieben:(01 Mar 2021, 10:31)

Sorry, aber dieses Recht hast du in einer offenen, liberalen Gesellschaft nicht.
Schießsport und Schützenvereine haben etwas mit dem Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit zu tun und das hat nichts mit "Mehrheiten verschaffen" und oder persönlichen Antipathien zu tun.
Du hast zu dulden, zu ertragen, dass es Menschen gibt, die sich dem Schießsport verschrieben haben und diesem Sport nachgehen, hast zu dulden, zu ertragen, dass es Schützenvereine gibt. Das nennt sich Toleranz und ist eine der tragenden Säulen einer offenen, liberalen demokratischen Gesellschaft.
Verstehst du DAS?


Er duldet es ja. Und gleichzeitig mag er es nicht. Ganz einfach.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon McKnee » Mo 1. Mär 2021, 14:21

Praia61 hat geschrieben:(01 Mar 2021, 12:55)

Viele Rechtextreme innerhalb der Polizei hat die Politik besonders in Berlin selbst erschaffen.
Frustration innerhalb der Polizei.
Law and Order hat in Berlin eine untergeordnete Bedeutung.


Naja, dann ist der Schaden bei der geringen Anzahl an Rechtsextremisten ja überschaubar
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

Es ist mir egal, ob es ein Albert-Einstein-Zitat ist ...

.....er wusste es :D
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon BlueMonday » Mo 1. Mär 2021, 15:00

schokoschendrezki hat geschrieben:(28 Feb 2021, 13:30)

Ich stelle Sportschützen auch nicht unter Generalverdacht sondern bin einfach so, aus meinen persönlichen Launen und persönlichen Präferenzen heraus gegen Schützenvereine.


Und dann tritt man eben keinem Schützenverein bei, sondern vielleicht einem Philatelistenverein und hat seine Präferenz für Briefmarken gegenüber Schusswaffen damit ausreichend demonstriert - als zivilisierter Mensch. Dem politisierten ("extremen", um endlich wieder auf das Thema des Extremismus zurückzukommen) Menschen reicht das nicht, er will in den Schützenverein eindringen, ihn beschränken, verhindern, erschweren, auflösen - mit politischer Gewalt.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon tarkomed » Mo 1. Mär 2021, 15:15

Teeernte hat geschrieben:(01 Mar 2021, 13:19)

Das "Produkt" Polizei ist ja "DAS" Berufsbild eines JEDEN Links Grünen Zecken. Schon immer gewesen.

Wo hast du das Wort Polizei in meinem Beitrag entdeckt? Oder wolltest du eigentlich den Beitrag darüber zitieren?
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon BlueMonday » Mo 1. Mär 2021, 17:14

Auch interessant zum Thema die "kleine Anfrage" der Linksfraktion an die Bundesregierung zu "Fälle[n] von Brandstiftung aus dem Bereich der Politisch motivierten Kriminalität-rechts in den Jahren 2018 und 2019"

Die Antwort erfolgte nun aufgeschlüsselt in Phänomenbereich "links/Ausländerideologie" und "rechts", wohl um das Ganze netterweise in Relation zu setzen. Für "rechts" muss man -etwas länger- nach unten scrollen und die linken Pyromanen überspringen. Aber man schaue selbst: https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/265/1926585.pdf
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 3. Mär 2021, 09:16

BlueMonday hat geschrieben:(01 Mar 2021, 15:00)

Und dann tritt man eben keinem Schützenverein bei, sondern vielleicht einem Philatelistenverein und hat seine Präferenz für Briefmarken gegenüber Schusswaffen damit ausreichend demonstriert - als zivilisierter Mensch. Dem politisierten ("extremen", um endlich wieder auf das Thema des Extremismus zurückzukommen) Menschen reicht das nicht, er will in den Schützenverein eindringen, ihn beschränken, verhindern, erschweren, auflösen - mit politischer Gewalt.

Ja, es hängt einfach davon ab, ob und inwieweit die Freiheit der anderen meine eigene Freiheit behindert. Ich selbst und persönlich bin vom privaten Waffenbesitz anderer Menschen - egal ob Kriminelle oder Schützenvereinslinge - in keinster Weise betroffen. Das ist schon richtig. Insofern könnte man die Abneigung dagegen als persönliche Ideologie sehen. Es gibt aber darüberhinaus so etwas wie eine atmosphärische Stimmungslage. So sehr ich dafür plädiere, dass sowohl der "Kampf gegen Rechts" wie auch der "Kampf gegen Links" heruntergebrochen wird auf a) das Verbot oder wenigstens die Überwachung links- und rechtsextremistischer Bestrebungen und b) einfach auf die freie Wahl verfassungsmäßig zugelassener Parteien und unter Akzeptanz eines zustandegekommenen Wahlergebnisses ... wenn man gewisse Zu- und Abneigungen nicht öffentlich macht, weiß einfach niemand davon. Die Fridays-For-Future-Jugendlichen setzen sich direkt für bestimmte konkrete Ziele ein. Sie wollen in bestimmte Wirtschaftszweige eindringen, sie beschränklen, verhindern, erschweren, auflösen - mit politischer Gewalt. Richtig. Richtig! Solange es klar ist, dass sie damit einfach für ihre eigenen Interessen eintreten. Genauso wie Bayer sich mit der Monsanto-Übernahme für die Akzeptanz von Glyphosat einsetzt. Es soll nur niemand kommen und behaupten, das eine oder das andere wäre irgendwie politisch-moralisch entweder notwendig und eine Art "Bürgerpflicht" oder eben verachtenswert.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon Dark Angel » Fr 5. Mär 2021, 15:07

Selina hat geschrieben:(01 Mar 2021, 13:49)

Er duldet es ja. Und gleichzeitig mag er es nicht. Ganz einfach.

Der User Schokoschendretzki sagte, dass er gegen Schützenvereine ist. Wenn er gegen Schützenvereine ist, diese ablehnt, kann er sie nicht "gleichzeitig" dulden/tolerieren.
Deine Aussage oben, ist ein klassisches Oxymoron!
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon Umetarek » Fr 5. Mär 2021, 15:31

Dark Angel hat geschrieben:(05 Mar 2021, 15:07)

Der User Schokoschendretzki sagte, dass er gegen Schützenvereine ist. Wenn er gegen Schützenvereine ist, diese ablehnt, kann er sie nicht "gleichzeitig" dulden/tolerieren.
Deine Aussage oben, ist ein klassisches Oxymoron!

Doch natürlich, das heißt ja nicht, dass er gegen sie vorgeht.
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Re: Rechtsextremismus

Beitragvon Selina » Fr 5. Mär 2021, 21:36

Dark Angel hat geschrieben:(05 Mar 2021, 15:07)

Der User Schokoschendretzki sagte, dass er gegen Schützenvereine ist. Wenn er gegen Schützenvereine ist, diese ablehnt, kann er sie nicht "gleichzeitig" dulden/tolerieren.
Deine Aussage oben, ist ein klassisches Oxymoron!


Irrtum. Man kann sehr vieles dulden und gleichzeitig nicht mögen. Könnte ich allerhand aufzählen. Jeder hat in seinem Leben solche Beispiele. Die Neue Rechte etwa dulde ich ja auch. Aber im selben Atemzug und zwar ganz grundsätzlich mag ich sie nicht. Ich lehne sie ab, dulde sie aber. Auch mit einzelnen Personen geht es einem oft so: Man duldet sie zwar, mag sie aber ganz und gar nicht :D
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