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Re: Meinungsfreiheit und Redefreiheit in Deutschland und anderswo

Verfasst: So 24. Dez 2017, 14:23
von Kritikaster
Boraiel hat geschrieben:(24 Dec 2017, 14:23)

Dann müssen wir aber dafür Sorge tragen und zwar viel mehr als bisher, dass wir einen Rechtsstaat haben, der Recht durchsetzt und nicht Unrecht.

Tut er ja. Deine Definition ist halt falsch.

Re: Meinungsfreiheit und Redefreiheit in Deutschland und anderswo

Verfasst: So 24. Dez 2017, 14:25
von CaptainJack
Kritikaster hat geschrieben:(24 Dec 2017, 14:23)

Tut er ja. Deine Definition ist halt falsch.
Tut er leider nicht immer .. wie man sehen konnte. Trotzdem Frohe Weihnachten! :thumbup:

Re: Meinungsfreiheit und Redefreiheit in Deutschland und anderswo

Verfasst: So 24. Dez 2017, 14:27
von Kritikaster
CaptainJack hat geschrieben:(24 Dec 2017, 14:25)

Tut er leider nicht immer .. wie man sehen konnte. Trotzdem Frohe Weihnachten! :thumbup:

In Letzterem ist Dir zuzustimmen! ;)

Re: Meinungsfreiheit und Redefreiheit in Deutschland und anderswo

Verfasst: So 24. Dez 2017, 14:28
von Boraiel
Kritikaster hat geschrieben:(24 Dec 2017, 14:23)

Tut er ja. Deine Definition ist halt falsch.

Die Zeiten der Obrigkeitsgläubigkeit und Kritiklosigkeit gegenüber dem Handeln des Staates sollten vorbei sein, schade, dass du in der Vergangenheit behaftet bleibst.
Heute ist die Zeit es besser zu machen und was falsch läuft zu beenden. :thumbup:

Re: Meinungsfreiheit und Redefreiheit in Deutschland und anderswo

Verfasst: So 24. Dez 2017, 14:29
von Kritikaster
Boraiel hat geschrieben:(24 Dec 2017, 14:28)

Heute ist die Zeit es besser zu machen und was falsch läuft zu beenden.

Richtig. Und das geschieht.

Re: Meinungsfreiheit und Redefreiheit in Deutschland und anderswo

Verfasst: So 24. Dez 2017, 15:05
von CaptainJack
Kritikaster hat geschrieben:(24 Dec 2017, 14:29)

Richtig. Und das geschieht.
Der Glaube sei mit dir!

Re: Meinungsfreiheit und Redefreiheit in Deutschland und anderswo

Verfasst: So 24. Dez 2017, 15:13
von Kritikaster
CaptainJack hat geschrieben:(24 Dec 2017, 15:05)

Der Glaube sei mit dir!

Ich rede von gesichertem Wissen.

Re: Meinungsfreiheit und Redefreiheit in Deutschland und anderswo

Verfasst: So 24. Dez 2017, 15:17
von CaptainJack
Kritikaster hat geschrieben:(24 Dec 2017, 15:13)

Ich rede von gesichertem Wissen.
Sicher geschieht das hin und wieder. :)

Re: Meinungsfreiheit und Redefreiheit in Deutschland und anderswo

Verfasst: So 24. Dez 2017, 15:36
von Sextus Ironicus
odiug hat geschrieben:(24 Dec 2017, 14:00)

Hier liegt aber ein Missverständnis vor, wie es gerne immer wieder reproduziert wird.
Bei den Diskussionen über die politischen Fragestellungen geht es nicht um Fakten, die ich entweder belegen kann oder auch nicht, sondern es geht um die Schlüsse , die man aus diesen Fakten zieht.
Und diesen wiederum liegt immer eine moralische oder weltanschauliche Einstellung zugrunde.
Von daher ist der Versuch, die Moral oder Weltanschauung aus der politischen Diskussion zu verbannen, sinnlos und auch verlogen.
Die Politik hat die gleiche Fragestellung wie die Moral: Was soll ich tun ?
Der Unterschied ist nur, daß Politik sich nicht in einem metaphysischen Raum bewegt, sondern sich an konkreten Fragestellungen und Problemen der Menschen fest macht.


Natürlich geht es in mancher Hinsicht um das, was man aus Fakten an Einsichten gewinnt und welche Schlüsse man zieht. Aber wenn die Zulässigkeit eines Faktums als ein zu berücksichtigendes von der Moral abhängig wäre oder wenn die Schlussfolgerungen vorwiegend moralischer Art und nicht etwa vernünftiger Art sein dürfen, dann schließt man aus Machtgründen letztere von vornherein aus. Beispiel: Ich muss mir den moralischen Glaubenssatz von Christen über die Potenzialität des Personenseins zu eigen machen und kann deshalb keine Forschung an präembryonalen Zellen durchführen. Aber dieser Begriff der "potenziellen Person" hat im wissenschaftlichen Diskurs nichts verloren.

Unsere Politik, zumindest dort, wo Ethik ins Spiel kommt, bewegt sich ganz explizit in metaphysischen Räumen. Ob wir über Gleichheit oder Gerechtigkeit, Menschenwürde oder Menschenrechte diskutieren: Ohne den ganzen metaphysischen Rattenschwanz wäre es einfacher. Auch ohne den sozialkonstruktivistischen Unfug, bei dem die Richtigkeit und Falschheit von Aussagen sogar lediglich auf Meinungen basieren. Gut, aber ist jetzt etwas übers Thema hinaus.

Was die Meinungsfreiheit angeht: Sie wird ja nicht nur durch den Staat eingeschränkt, sondern ebenso stark durch die Möglichkeiten der neuen Medien. Dadurch, dass die private Meinung massenweise in die Öffentlichkeit gelangt, ist erstens ein weiterer Akteur hinzugekommen, der zensieren kann und darf (und neuerdings auch muss), und gleichzeitig ist natürlich über den möglichen Druck durchs Soziale auch jeder private Leser zu einem kleinen Inquisitor aufgestiegen, ganz zu schweigen von der nun massenhaft möglichen Rolle des Denunzianten. In dem Ausmaß, in dem der öffentliche Raum sich exorbitant vergrößert durch die sozialen Medien, in dem Ausmaß wird auch im Krieg der Meinungen die Zahl der Unterdrückungsversuche zunehmen.

Re: Meinungsfreiheit und Redefreiheit in Deutschland und anderswo

Verfasst: So 24. Dez 2017, 16:02
von odiug
Sextus Ironicus hat geschrieben:(24 Dec 2017, 15:36)

Natürlich geht es in mancher Hinsicht um das, was man aus Fakten an Einsichten gewinnt und welche Schlüsse man zieht. Aber wenn die Zulässigkeit eines Faktums als ein zu berücksichtigendes von der Moral abhängig wäre oder wenn die Schlussfolgerungen vorwiegend moralischer Art und nicht etwa vernünftiger Art sein dürfen, dann schließt man aus Machtgründen letztere von vornherein aus. Beispiel: Ich muss mir den moralischen Glaubenssatz von Christen über die Potenzialität des Personenseins zu eigen machen und kann deshalb keine Forschung an präembryonalen Zellen durchführen. Aber dieser Begriff der "potenziellen Person" hat im wissenschaftlichen Diskurs nichts verloren.

Unsere Politik, zumindest dort, wo Ethik ins Spiel kommt, bewegt sich ganz explizit in metaphysischen Räumen. Ob wir über Gleichheit oder Gerechtigkeit, Menschenwürde oder Menschenrechte diskutieren: Ohne den ganzen metaphysischen Rattenschwanz wäre es einfacher. Auch ohne den sozialkonstruktuvistischen Unfug, bei dem die Richtigkeit und Falschheit von Aussagen sogar lediglich auf Meinungen basieren. Gut, aber ist jetzt etwas übers Thema hinaus.

Was die Meinungsfreiheit angeht: Sie wird ja nicht nur durch den Staat eingeschränkt, sondern ebenso stark durch die Möglichkeiten der neuen Medien. Dadurch, dass die private Meinung massenweise in die Öffentlichkeit gelangt, ist erstens ein weiterer Akteur hinzugekommen, der zensieren kann und darf (und neuerdings auch muss), und gleichzeitig ist natürlich über den möglichen Druck durchs Soziale auch jeder private Leser zu einem kleinen Inquisitor aufgestiegen, ganz zu schweigen von der nun massenhaft möglichen Rolle des Denunzianten. In dem Ausmaß, in dem der öffentliche Raum sich exorbitant vergrößert durch die sozialen Medien, in dem Ausmaß wird auch im Krieg der Meinungen die Zahl der Unterdrückungsversuche zunehmen.

Ach ja ... die Vernunft ... wenn ich Flüchtlinge abweise, dann ist das vernünftig, weil dann muß ich die nicht durchfüttern und ich selbst habe mehr zum fressen .
Das ist Vernunft, radikale aufklärerische Vernunft.
Man kann aber auch sagen, wenn ich Flüchtlinge aufnehme, dann gebe ich Menschen eine Chance und vielleicht zahlen sie mir das irgendwann zurück.
Das ist aber nicht vernünftig, wenn ich Flüchtlinge nur als dauerschmarotzenden Kleinkriminellen und "Rapefugees" betrachte :eek:
Das ist nur richtig, wenn ich davon ausgehe, daß Flüchtlinge in der Mehrzahl eben keine dauerschmarotzenden Kleinkriminellen und "Rapefugees" sind und dann eine Rechnung aufmache, nutzt es mir mehr, wenn ich Flüchtlinge aufnehme und ihnen eine neue Chance in Deutschland gebe ein produktives Leben zu führen, oder kümmert es mich einen Dreck, was der Rest der Welt von mir denkt, weil davon kann ich mir nix kaufen.
Und schwupps ... schon sind wir wieder bei Menschenbild, Weltauffassung und Moral :eek:
Abgesehen denke ich, daß es nicht nur mir so geht, sondern vielen auch außerhalb Deutschlands, die doch mit einer gewissen Bewunderung auf Deutschland schauen.
Und das ist Kapital, daß ich vielleicht nicht in "vernünftigen" EuroCent berechnen kann, aber es ist dennoch eine Währung die mir, uns nutzt in der Welt.
Das könnte ich nur in Eurocent berechnen, wenn ich mich frage, was kostet eine Marketingkampagne um der Welt zu zeigen, wie toll und weltoffen Deutschland heute ist, oder ist ein Selfie von Merkel mit einem Flüchtling da letztendlich nicht doch billiger, Trotz all der Kosten, die die Flüchtlinge verursachen :?:
In dieser Rechnung wäre auch wieder die reine Vernunft am Werke.

Und der private Nutzer in einem sozialen Netzwerk zensiert gar nix ... wie denn auch :?:
Er empört sich höchstens über all den Dreck, den er dort lesen muß.
Wenn, dann erzeugt die Empörung politischen Druck den Dreck aus den sozialen Netzwerken endlich zu verbannen.
Das aber nur, wenn die Empörung auch druckvoll ist, also von einer erheblichen Anzahl der Nutzer auch getragen wird.
Oder mit anderen Worten, die Empörung ist Teil der politischen Willensbildung die Gesetze zur folge haben.
Wo ist da dein Problem :?:

Re: Meinungsfreiheit und Redefreiheit in Deutschland und anderswo

Verfasst: So 24. Dez 2017, 16:24
von CaptainJack
odiug hat geschrieben:(24 Dec 2017, 16:02)

Ach ja ... die Vernunft ... wenn ich Flüchtlinge abweise, dann ist das vernünftig, weil dann muß ich die nicht durchfüttern und ich selbst habe mehr zum fressen .
Das ist Vernunft, radikale aufklärerische Vernunft.
Man kann aber auch sagen, wenn ich Flüchtlinge aufnehme, dann gebe ich Menschen eine Chance und vielleicht zahlen sie mir das irgendwann zurück.
Das ist aber nicht vernünftig, wenn ich Flüchtlinge nur als dauerschmarotzenden Kleinkriminellen und "Rapefugees" betrachte :eek:
Das ist nur richtig, wenn ich davon ausgehe, daß Flüchtlinge in der Mehrzahl eben keine dauerschmarotzenden Kleinkriminellen und "Rapefugees" sind und dann eine Rechnung aufmache, nutzt es mir mehr, wenn ich Flüchtlinge aufnehme und ihnen eine neue Chance in Deutschland gebe ein produktives Leben zu führen, oder kümmert es mich einen Dreck, was der Rest der Welt von mir denkt, weil davon kann ich mir nix kaufen.
Und schwupps ... schon sind wir wieder bei Menschenbild, Weltauffassung und Moral :eek:
Abgesehen denke ich, daß es nicht nur mir so geht, sondern vielen auch außerhalb Deutschlands, die doch mit einer gewissen Bewunderung auf Deutschland schauen.
Und das ist Kapital, daß ich vielleicht nicht in "vernünftigen" EuroCent berechnen kann, aber es ist dennoch eine Währung die mir, uns nutzt in der Welt.
Und der private Nutzer in einem sozialen Netzwerk zensiert gar nix ... wie denn auch :?:
Er empört sich höchstens über all den Dreck, den er dort lesen muß.
Wenn, dann erzeugt die Empörung politischen Druck den Dreck aus den sozialen Netzwerken endlich zu verbannen.
Das aber nur, wenn die Empörung auch druckvoll ist, also von einer erheblichen Anzahl der Nutzer auch getragen wird.
Oder mit anderen Worten, die Empörung ist Teil der politischen Willensbildung die Gesetze zur folge haben.
Wo ist da dein Problem :?:

Es hilft da einfach, die Realität zur Kenntnis zu nehmen. Damit bedarf es keines phantasiereichen Weltbildes, sondern einfach realistische "zur Kenntnisnahme".

Re: Meinungsfreiheit und Redefreiheit in Deutschland und anderswo

Verfasst: So 24. Dez 2017, 16:34
von odiug
CaptainJack hat geschrieben:(24 Dec 2017, 16:24)

Es hilft da einfach, die Realität zur Kenntnis zu nehmen. Damit bedarf es keines phantasiereichen Weltbildes, sondern einfach realistische "zur Kenntnisnahme".

Erstens ist die Realität keine feste Grösse ... man kann sie auch ändern und zweitens teile ich deine Wahrnehmung der Realität nicht.
Oder um das besser auszudrücken, ich gewichte die Fakten, die mir die Realität vorgibt anders als du.
Wir sind uns einig, das sexuelle Übergriffe und die Kleinkriminalität unter Flüchtlingen ein Problem sind, das angegangen werden muß.
Wir sind uns absolut nicht einig darüber, wie man das angehen soll.

Re: Meinungsfreiheit und Redefreiheit in Deutschland und anderswo

Verfasst: So 24. Dez 2017, 16:46
von CaptainJack
odiug hat geschrieben:(24 Dec 2017, 16:34)

Erstens ist die Realität keine feste Grösse ... man kann sie auch ändern und zweitens teile ich deine Wahrnehmung der Realität nicht.
Oder um das besser auszudrücken, ich gewichte die Fakten, die mir die Realität vorgibt anders als du.
Wir sind uns einig, das sexuelle Übergriffe und die Kleinkriminalität unter Flüchtlingen ein Problem sind, das angegangen werden muß.
Wir sind uns absolut nicht einig darüber, wie man das angehen soll.
Wie willst DU das angehen?

Re: Meinungsfreiheit und Redefreiheit in Deutschland und anderswo

Verfasst: So 24. Dez 2017, 16:56
von odiug
CaptainJack hat geschrieben:(24 Dec 2017, 16:46)

Wie willst DU das angehen?

Erstens denke ich, daß man einen Aufenthaltsstatus auch verdienen können muß.
Will sagen, Flüchtlinge, die sich besonders bemühen sollten auch dafür belohnt werden.
Dazu gehört zB, daß man aufhört, Flüchtlinge aus Schulen und Betrieben in Abschiebehaft zu nehmen.
Zwei Gründe: erstens ist das kontraproduktiv für andere Flüchtlinge in den Heimen, wenn sich Integration nicht auszahlt und zweitens nimmt kein Handwerker einen Flüchtling in die Lehre, wenn Herr Law&Order in Bayern, Innenminister Hermann, die Lehrlinge aus den Betrieben heraus verhaftet.
Hinter solchen Aktionismus um die Abschiebezahlen zu erhöhen steckt politisches Kalkül und das ist zum kotzen.

Re: Meinungsfreiheit und Redefreiheit in Deutschland und anderswo

Verfasst: So 24. Dez 2017, 16:59
von Sextus Ironicus
odiug hat geschrieben:(24 Dec 2017, 16:02)

Ach ja ... die Vernunft ... wenn ich Flüchtlinge abweise, dann ist das vernünftig, weil dann muß ich die nicht durchfüttern und ich selbst habe mehr zum fressen .
Das ist Vernunft, radikale aufklärerische Vernunft.
Man kann aber auch sagen, wenn ich Flüchtlinge aufnehme, dann gebe ich Menschen eine Chance und vielleicht zahlen sie mir das irgendwann zurück.
Das ist aber nicht vernünftig, wenn ich Flüchtlinge nur als dauerschmarotzenden Kleinkriminellen und "Rapefugees" betrachte :eek:
Das ist nur richtig, wenn ich davon ausgehe, daß Flüchtlinge in der Mehrzahl eben keine dauerschmarotzenden Kleinkriminellen und "Rapefugees" sind und dann eine Rechnung aufmache, nutzt es mir mehr, wenn ich Flüchtlinge aufnehme und ihnen eine neue Chance in Deutschland gebe ein produktives Leben zu führen, oder kümmert es mich einen Dreck, was der Rest der Welt von mir denkt, weil davon kann ich mir nix kaufen.
Und schwupps ... schon sind wir wieder bei Menschenbild, Weltauffassung und Moral :eek:
Abgesehen denke ich, daß es nicht nur mir so geht, sondern vielen auch außerhalb Deutschlands, die doch mit einer gewissen Bewunderung auf Deutschland schauen.
Und das ist Kapital, daß ich vielleicht nicht in "vernünftigen" EuroCent berechnen kann, aber es ist dennoch eine Währung die mir, uns nutzt in der Welt.
Das könnte ich nur in Eurocent berechnen, wenn ich mich frage, was kostet eine Marketingkampagne um der Welt zu zeigen, wie toll und weltoffen Deutschland heute ist, oder ist ein Selfie von Merkel mit einem Flüchtling da letztendlich nicht doch billiger, Trotz all der Kosten, die die Flüchtlinge verursachen :?:
In dieser Rechnung wäre auch wieder die reine Vernunft am Werke.

Und der private Nutzer in einem sozialen Netzwerk zensiert gar nix ... wie denn auch :?:
Er empört sich höchstens über all den Dreck, den er dort lesen muß.
Wenn, dann erzeugt die Empörung politischen Druck den Dreck aus den sozialen Netzwerken endlich zu verbannen.
Das aber nur, wenn die Empörung auch druckvoll ist, also von einer erheblichen Anzahl der Nutzer auch getragen wird.
Oder mit anderen Worten, die Empörung ist Teil der politischen Willensbildung die Gesetze zur folge haben.
Wo ist da dein Problem :?:


So, da wünsche ich dir einen schönen Weihnachtsabend. Keine Ahnung, was deine Flüchtlingsphantasien mit meinen Gedanken zu tun haben, und dass du die Gedanken zu den Auswirkungen der sozialen Medien auch nur wieder auf dich und deine Bruce-Willis-rettet-die-Welt-Perspektive beziehst ist mir jetzt einfach zu blöd. Vielleicht gibt es ja auch noch Überlegungen zur Wirklichkeit, die nicht primär von irgendwelchen Fragen der Zuwanderung bestimmt sind. Obwohl die dauernde Erwähnung doch Bände spricht. Aber mein Thema ist das hier ganz bestimmt nicht. Zeit, den Herd anzuschmeißen :p

Re: Meinungsfreiheit und Redefreiheit in Deutschland und anderswo

Verfasst: So 24. Dez 2017, 17:13
von odiug
Sextus Ironicus hat geschrieben:(24 Dec 2017, 16:59)

So, da wünsche ich dir einen schönen Weihnachtsabend. Keine Ahnung, was deine Flüchtlingsphantasien mit meinen Gedanken zu tun haben, und dass du die Gedanken zu den Auswirkungen der sozialen Medien auch nur wieder auf dich und deine Bruce-Willis-rettet-die-Welt-Perspektive beziehst ist mir jetzt einfach zu blöd. Vielleicht gibt es ja auch noch Überlegungen zur Wirklichkeit, die nicht primär von irgendwelchen Fragen der Zuwanderung bestimmt sind. Obwohl die dauernde Erwähnung doch Bände spricht. Aber mein Thema ist das hier ganz bestimmt nicht. Zeit, den Herd anzuschmeißen :p

Ja klar ... für den abgehobenen Theoretiker ist das konkrete Beispiel natürlich lästig ... vor allem, wenn man anhand dessen all die schönen und ach so mühsam erstellten Wortgebäude in Frage stellt :p
Ansonsten noch einen gutes Gelingen des Weihnachtsbratens :thumbup:

Re: Meinungsfreiheit und Redefreiheit in Deutschland und anderswo

Verfasst: Do 11. Okt 2018, 13:24
von Selina
Ich hab diesen etwas älteren Strang mal hervorgekramt, weil er unter anderem mit "Meinungsfreiheit" überschrieben ist. Und genau darum geht es in folgendem Pressetext, der mich gerade ziemlich erschüttert hat. Mich würde eure Meinung dazu interessieren.

Zitat

Meinungsfreiheit
Hass auf Schriftsteller

Deutschlands Schriftsteller machen sich große Sorgen um die Meinungsfreiheit im Land. Das geht aus einer Erhebung der Medienwissenschaftlerin Elizabeth Prommer von der Universität Rostock hervor, die sie im Sommer zusammen mit dem Schriftstellerverband PEN Deutschland initiierte. Die Untersuchung wurde am Mittwoch zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse vorgelegt, 526 von rund 800 angeschriebenen Autoren beteiligten sich.

Danach beklagten drei Viertel die allgemeine Zunahme von Bedrohungen, Einschüchterungsversuchen und hasserfüllten Reaktionen. Gut jeder Zweite hat auch Angriffe auf seine eigene Person erlebt - vor allem im Internet. Von den Angriffen, die 52 Prozent der Befragten auf die eigene Person erlebten, fanden die meisten (37 Prozent) im Cyberspace statt. In 31 Prozent der Fälle wurden außerdem verbale Angriffe im persönlichen Umgang etwa bei Veranstaltungen genannt, in zwei Prozent waren sie körperlicher Art.

Die Vorfälle haben der Studie zufolge auch Folgen für das literarische Schaffen. Fast jeder Vierte (23 Prozent), der Angriffe erlebt hat, sei in der Beurteilung von Geschehnissen vorsichtiger geworden. Jeder Fünfte (21 Prozent) schreibe weniger über kritische Themen. Die Zahl derer, die ein Thema aus Sorge vor Übergriffen aufgegeben oder abgegeben haben, ist mit fünf Prozent allerdings gering.

PEN-Generalsekretär Carlos Collado Seidel nannte das Ergebnis der Studie »erschütternd«. Das freie Wort stehe nicht nur unter Druck. Es gebe auch einen Erosionsprozess, der Pluralität und Meinungsvielfalt und damit den Kernbestand unserer Gesellschaft bedrohe. dpa/nd


https://www.neues-deutschland.de/artike ... eller.html

https://www.uni-rostock.de/universitaet ... meinungsf/

Re: Meinungsfreiheit und Redefreiheit in Deutschland und anderswo

Verfasst: Fr 12. Okt 2018, 02:10
von Uffhausen
Selina hat geschrieben:(11 Oct 2018, 13:24)

Ich hab diesen etwas älteren Strang mal hervorgekramt, weil er unter anderem mit "Meinungsfreiheit" überschrieben ist. Und genau darum geht es in folgendem Pressetext, der mich gerade ziemlich erschüttert hat. Mich würde eure Meinung dazu interessieren.


Aus logischer Sicht müsste man eigentlich behaupten, dass wir ZUVIEL Meinungsfreiheit haben (bspw. aufgrund des Internets) - schließlich muss die zunehmende Gewalt gegen freie Meinungsäußerung ja irgendeinen entsprechenden Gegenpol als Auslöser haben: Zunehmende Meinungsfreiheit = zunehmende Gewalt.

Aus unlogischer Sicht muss schlicht und einfach festgestellt werden, dass zunehmend Menschen freie und unabhängige Meinungsaußerungen nicht mehr zu schätzen, bzw. einzuschätzen wissen. Aus mir unverständlichen Gründen betrachten diese Menschen zunehmende Meinungsfreiheit als Diktat, als Manipulation, als Lüge oder gar als Angriff auf die eigene Person - entsprechend wehren sie sich mit virtueller, verbaler oder körperlicher Gewalt.

Das einzig positive, was man noch erkennen kann und demnach auch wertschätzen muss ist, dass es sich dieser Kampf gegen freie Meinungsaußerung nur auf einige (politische/politisierte) Themen beschränkt. Man bekommt noch nicht wegen simpler Alltäglichkeiten auf die Fresse; z. B. wenn man bzgl. des Wetters unterschiedlicher Meinung ist! ;)

Andererseits muss man auch hier wieder die Logik hinterfragen: Warum ist es so selbstverständlich, dass man bspw. beim Wetter geteilter Meinung sein kann? Warum kann man das auch nicht bei schwerwiegenderen Themen wie bspw. Flüchtlinge, Merkel, Putin, AfD usw.? Warum MUSS man - heutzutage! - bei ebensolchen Themen wahrhaftig ANGST HABEN, Gewalt verschiedenster Form zu erfahren, sobald sich Meinungsverschiedenheiten auftun? Und warum meinen immer mehr Menschen, diesbezüglich Gewalt verschiedenster Form anwenden zu müssen - warum reicht es ihnen nicht, wie bspw. beim Wetter einfach nur mit den Schultern zu zucken? Machen zunehmende Meinungfreiheiten und folglich zunehmende Meinungsverschiedenheiten die Menschen dumm, hemmungslos und gewalttätig? :?:

Re: Meinungsfreiheit und Redefreiheit in Deutschland und anderswo

Verfasst: Fr 12. Okt 2018, 05:48
von Senexx
Das Problem ist die politische Korrektheit. Die subtile Form des Stalinismus.

Bei uns wurde sie mit dem Maas'chen Internetzensurgesetz sogar institutionalisiert.

Lustig ist, wenn sich unsere überwiegend linken PEN(Stalin)nisten darüber beklagen. Sie haben ja zur grassierende PC wesentlich beigetragen. Jetzt haben sie den Salat.

Re: Meinungsfreiheit und Redefreiheit in Deutschland und anderswo

Verfasst: Fr 12. Okt 2018, 07:58
von Selina
Naja, wenn Schriftsteller in dieser Form "bekämpft" werden, so dass sie sich zurückziehen aus dem öffentlichen Diskurs oder sich wegen solcher Angriffe nicht mehr getrauen können, ihre Meinung zu sagen, dann ist das ein absolutes No-Go in einer Gesellschaft und kann als die Vorstufe der Bücherverbrennung bezeichnet werden.