Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

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Tom Bombadil
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Tom Bombadil » Di 18. Dez 2018, 13:29

2/3 Strafe wären auch nur 12 Monate. Und von wegen Hürden: die bräuchte es nicht zu geben, so jemand ist nicht geeignet, ein KFZ zu führen. Muss er eben die Öffis nehmen, der Tote wäre froh, er könnte das noch tun.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Alexyessin » Di 18. Dez 2018, 13:36

Tom Bombadil hat geschrieben:(18 Dec 2018, 13:29)

2/3 Strafe wären auch nur 12 Monate. Und von wegen Hürden: die bräuchte es nicht zu geben, so jemand ist nicht geeignet, ein KFZ zu führen. Muss er eben die Öffis nehmen, der Tote wäre froh, er könnte das noch tun.


Nochmal, welche Strafhöhe stellst du dir denn vor?
Einfach mal hingehen und sagen, das ist zu wenig ist ein wenig wenig.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Tom Bombadil » Di 18. Dez 2018, 16:09

Weiß ich nicht, einerseits sind selbst 5 Jahre noch zu kurz, andererseits ist es auch schwierig, einen vllt. ansonsten unbescholtenen Menschen wegen einer Krankheit (wer mit 3 Promille noch fahren kann ist mit Sicherheit schwerer Alkoholiker) so zu zerstören. Es gibt im Grunde keine "gerechte" Strafe dafür, dass ein anderer Mensch getötet wurde, selbst den Täter zu töten macht das Opfer nicht wieder lebendig, das kann aber kein Freifahrtschein für Kuscheljustiz sein.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Alexyessin » Di 18. Dez 2018, 16:26

Tom Bombadil hat geschrieben:(18 Dec 2018, 16:09)

Weiß ich nicht, einerseits sind selbst 5 Jahre noch zu kurz, andererseits ist es auch schwierig, einen vllt. ansonsten unbescholtenen Menschen wegen einer Krankheit (wer mit 3 Promille noch fahren kann ist mit Sicherheit schwerer Alkoholiker) so zu zerstören. Es gibt im Grunde keine "gerechte" Strafe dafür, dass ein anderer Mensch getötet wurde, selbst den Täter zu töten macht das Opfer nicht wieder lebendig, das kann aber kein Freifahrtschein für Kuscheljustiz sein.


Vor allem aus Gesprächen weiß, lässt das denjenigen nicht los, egal wie lang das her ist. Am Tode eines Menschen schuld tragen kann ich mir vorstellen ist schon eine große Bürde. ( ohne hier auf Täter-Opfer Umkehr zu machen )
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Skeptiker » Sa 22. Dez 2018, 10:45

Otto.F. hat geschrieben:(22 Dec 2018, 09:59)

Verbrecher gehören weggesperrt.
Eine Schande das es solange gedauert hat bis man durch greift.
...

Finde ich cool, wie Du hier klare Kante zeigst. Ja, Verbrecher gehören ins Gefängnis. Zustimmung :thumbup:
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Skeptiker » Di 1. Jan 2019, 14:33

Bei der Bevölkerung scheint die Justiz an Vertrauen zu verlieren:
https://www.focus.de/politik/gerichte-i ... 20663.html

Warum nur? :?
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon McKnee » Di 1. Jan 2019, 14:39

Skeptiker hat geschrieben:(01 Jan 2019, 14:33)

Bei der Bevölkerung scheint die Justiz an Vertrauen zu verlieren:
https://www.focus.de/politik/gerichte-i ... 20663.html

Warum nur? :?


Weil das die Auftaktkampagne des Focus war.

FOCUS Online nimmt die Ergebnisse der Umfrage zum Anlass, um intensiv über das Rechtssystem zu berichten und der Frage nachzugehen, ob die Justiz wirklich so schlecht ist wie ihr Ruf - oder in Wahrheit viel besser. Dies geschieht nicht vom Schreibtisch aus. Für die neue große Justiz-Serie „Ein Jahr in Deutschlands Gerichten“ werden Reporter künftig jede Woche Prozesse im ganzen Land verfolgen. Die Leser dürfen sich auf spannende Geschichten aus dem Gerichtsalltag freuen. Falls Sie uns Ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit der Justiz schildern wollen, mailen Sie uns einfach unter mein-fall@focus.de.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Skeptiker » Di 1. Jan 2019, 14:56

McKnee hat geschrieben:(01 Jan 2019, 14:39)
Weil das die Auftaktkampagne des Focus war.

Die Bevölkerung wusste aber wohl nichts von der Intention des Focus. Es geht ja nicht um die Motivation des Beitrages, sondern um die darin geschilderten Fakten.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon McKnee » Di 1. Jan 2019, 15:12

Skeptiker hat geschrieben:(01 Jan 2019, 14:56)

Die Bevölkerung wusste aber wohl nichts von der Intention des Focus. Es geht ja nicht um die Motivation des Beitrages, sondern um die darin geschilderten Fakten.


Ich bin kein Gegner solcher Serien. Es dürfte aber nicht verborgen geblieben sein, dass ich den Medien die notwendige Neutralität abspreche.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Skeptiker » Di 1. Jan 2019, 15:27

McKnee hat geschrieben:(01 Jan 2019, 15:12)
Ich bin kein Gegner solcher Serien. Es dürfte aber nicht verborgen geblieben sein, dass ich den Medien die notwendige Neutralität abspreche.

Um es positiv auszudrücken, hat die Berichterstattung in den Medien ganz allgemein, vielen in der Bevölkerung wieder eine kritische Distanz zum Journalismus nahegelegt. Es mag unterschiedliche Sichtweisen darauf geben, im Ergebnis kommen offenbar viele zu dem gleichen Schluss.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon McKnee » Di 1. Jan 2019, 15:32

Skeptiker hat geschrieben:(01 Jan 2019, 15:27)

Um es positiv auszudrücken, hat die Berichterstattung in den Medien ganz allgemein, vielen in der Bevölkerung wieder eine kritische Distanz zum Journalismus nahegelegt. Es mag unterschiedliche Sichtweisen darauf geben, im Ergebnis kommen offenbar viele zu dem gleichen Schluss.


Warten wir ab, was der Focus macht. Ich bin eher skeptisch, aber offen für Überraschungen.

Ich kenne nur zu gut die tendenziöse Medienarbeit und leider auch Manipulation. Über erste habe ich mich bereits ausgelassen, über die zweite werde ich im Eigeninteresse über diese Feststellung hinaus keine machen.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Wolverine » Mi 2. Jan 2019, 16:05

Skeptiker hat geschrieben:(01 Jan 2019, 15:27)

Um es positiv auszudrücken, hat die Berichterstattung in den Medien ganz allgemein, vielen in der Bevölkerung wieder eine kritische Distanz zum Journalismus nahegelegt. Es mag unterschiedliche Sichtweisen darauf geben, im Ergebnis kommen offenbar viele zu dem gleichen Schluss.

Das sehe ich ebenfalls als positiv an.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon jack000 » Do 7. Feb 2019, 12:41

Berlin – Versuchter Totschlag in der S-Bahn: So lautete die Anklage, nachdem er einen Studenten in der Ringbahn S41 halb tot stach, einen zweiten schwer verletzte.

Verurteilt wird Qamar I. (32) aber nur wegen gefährlicher Körperverletzung: Das Landgericht schickt den Pakistani viereinhalb Jahre ins Gefängnis.

Der 16. Juni 2018. Ein Sonnabend, 5.45 Uhr, wenig los. Die S-Bahn verlässt den Bahnhof Prenzlauer Allee. Nächster Stop: Greifswalder Straße (Prenzlauer Berg). Zwei Studenten (19, 21) aus Mexiko taumeln blutend aus dem Waggon. Beide mit mehreren Stichen im Bauch.

Sie hätten „so komisch geguckt“, versucht sich der Messerstecher später rauszureden.

„Es gab nur Blicke, mehr war nicht passiert“, so der Richter im Urteil. „So eine Tat in öffentlichen Verkehrsmitteln erschüttert das Vertrauen in die Sicherheit des Verkehrs.“ Der Richter sieht „eine gewisse Hinterhältigkeit in der Begehungsweise.“

Nach der Tat hatte sich der Messerstecher gebrüstet, er habe den Männern „die Bäuche offen gemacht.“ Dass er irgendwann aufhörte, auf die Fahrgäste einzustechen, werten die Richter dennoch als „strafbefreienden Rücktritt vom Tötungsversuch“.

Übrig bleibe deshalb zweifache gefährliche Körperverletzung plus verminderte Schuldfähigkeit wegen Drogenkonsums (§21).

Vor Gericht habe der Messerstecher zwar „Reue bekundet, sich aber in keinster Weise bei den Opfern entschuldigt“, so der Richter.

https://www.bild.de/regional/berlin/ber ... .bild.html
Na super, er hat irgendwann aufgehört zu stechen, deswegen nur gefährliche Körperverletzung :rolleyes: Und dann natürlich auch wieder dieser Quatsch wegen vermindertet Schuldfähigkeit wegen Drogenkonsums => Er hätte dafür noch zusätzlich was aufgebrummt bekommen müssen da Drogenkonsum verboten ist.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Sevastopol » Do 7. Feb 2019, 12:47

jack000 hat geschrieben:(07 Feb 2019, 12:41)

https://www.bild.de/regional/berlin/ber ... .bild.html
Na super, er hat irgendwann aufgehört zu stechen, deswegen nur gefährliche Körperverletzung :rolleyes: Und dann natürlich auch wieder dieser Quatsch wegen vermindertet Schuldfähigkeit wegen Drogenkonsums => Er hätte dafür noch zusätzlich was aufgebrummt bekommen müssen da Drogenkonsum verboten ist.


Sie hätten „so komisch geguckt“ ... Nach der Tat hatte sich der Messerstecher gebrüstet, er habe den Männern „die Bäuche offen gemacht.“


Weniger doof gucken, weniger offene Bäuche. Merkt es euch!

Zum dem ganzen Vorfall kann man natürlich nur lachen. Als weiter, lieber Rechtsstaat.
Zuletzt geändert von Sevastopol am Do 7. Feb 2019, 12:52, insgesamt 1-mal geändert.
Europa? Nein, danke! :thumbup:
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Wolverine » Do 7. Feb 2019, 12:50

jack000 hat geschrieben:(15 Dec 2018, 12:35)

https://www.rtl.de/cms/sechs-jugendlich ... fMiAt91eEY

Unglaublich sowas und hier die Begründung:

Und das ist totaler Blödsinn. Wer auch unter Alkoholeinfluss ("Im Wein liegt die Wahrheit") jemanden ins Koma tritt, ist schwerkriminell und es liegen schwere menschliche Defizite vor und so jemand muss sofort ins Gefängnis (Wer hier im Forum würde jemals (egal in welchem Zustand) auf die Idee kommen jemanden ins Koma zu treten??
Wie das mit den guten Sozialprognosen ausgeht ist in anderen Beiträgen in diesem Strang zu lesen.


Solche Urteile sind für mich ein Skandal. Punkt.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Alexyessin » Do 7. Feb 2019, 13:09

jack000 hat geschrieben:(07 Feb 2019, 12:41)

https://www.bild.de/regional/berlin/ber ... .bild.html
Na super, er hat irgendwann aufgehört zu stechen, deswegen nur gefährliche Körperverletzung :rolleyes: Und dann natürlich auch wieder dieser Quatsch wegen vermindertet Schuldfähigkeit wegen Drogenkonsums => Er hätte dafür noch zusätzlich was aufgebrummt bekommen müssen da Drogenkonsum verboten ist.


Verantwortung für den Konsum nennt sich das.
Urteil zu wenig.
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Strafrabatt für "Reifeverzögerte"?

Beitragvon jack000 » Do 14. Feb 2019, 20:37

Deutsche Gerichte haben ja schön öfter in Fällen von Mord und Totschlag bei Menschen, die in einem islamischen Kulturraum sozialisiert wurden, besondere Milde walten lassen. Insbesondere bei sogenannten „Ehrenmorden“ gab es oft Strafrabatt, weil der Täter die Schwere der Tat in seinem kulturellen Verständnis gar nicht habe ermessen können, schließlich hätte er ja nach den Wertvorstellungen seiner Welt völlig legitim gehandelt.

Wurden solche Urteile der breiteren Öffentlichkeit bekannt, so ernteten sie viele empörte Reaktionen der kulturell eher hier Beheimateten. Schlimm genug, dass sich Menschen, die hier leben wollen, unangefochten an ein Wertegerüst klammern, das mit einer aufgeklärten westlichen Gesellschaft vollkommen unvereinbar ist und die gewalttätige Durchsetzung eigener Regeln fördert. Doch dass diese Täter dann auch noch Straferlass für die Pflege ihrer kruden Weltanschauung bekommen, ist schwer verständlich. Deshalb mündete die Aufregung über ein entsprechendes Urteil sehr oft in den letzten Jahren in diverse Politiker-Beschwörungen, dass es so einen Strafrabatt nicht mehr geben dürfe.

Inzwischen sind solche Äußerungen seltener zu hören – vielleicht, weil ein Teil der einstigen Empörung einer resignierten Gewöhnung beim Publikum gewichen ist. Ob sich beispielsweise noch jemand über das folgende Stuttgarter Urteil im Verfahren gegen einen 20-jährigen afghanischen Asylbewerber aufregen wird?

Dem Gerichtsbericht der Lokalpresse kann man entnehmen: Der junge Mann hatte eine Freundin in Plüderhausen, die sich allerdings wohl von ihm getrennt hatte. Als die 19-Jährige dann auch noch zusammen mit einem anderen jungen Mann in der Stadt gesehen wurde, sah der Afghane seine Ehre verletzt. Er musste handeln, also steckte er sich ein 17 Zentimeter langes Messer ein und machte sich nachts auf den Weg zur Wohnung der Familie der Ex-Freundin. Dort stieg er in ihr Zimmer ein, doch sie war noch unterwegs. Dafür traf er auf den Vater und soll ohne Vorwarnung siebenmal auf ihn eingestochen haben. Nicht nur für die Staatsanwaltschaft, sondern auch für die Richterin war dies offenbar eindeutig ein Mordversuch, den der Vater des Mädchens glücklicherweise überlebte. Im Gerichtsbericht der Badischen Neuesten Nachrichten heißt es:

“Es war Ihnen vollkommen gleichgültig, wohin sie treffen, ob Sie ihn tödlich verletzen“, sagte die Richterin. Ebenso wie die Staatsanwaltschaft sieht sie das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt: Das Opfer habe nicht mit einem Einbrecher gerechnet, „wehrlos war der unbewaffnete, unbekleidete Mann in der Nacht sowieso“.


Bessere Begründungen beruhigen
Gegen den jungen Afghanen wurde nach Jugendstrafrecht verhandelt. Die Staatsanwaltschaft forderte für die Bluttat eine Haftstrafe von zehn Jahren, der absoluten Höchststrafe im Jugendstrafrecht. Doch das Gericht mochte dem nicht folgen. „Sie waren verzweifelt, Sie waren in Ihrer Ehre gekränkt und Sie waren wütend.“, wird die vorsitzende Richterin zitiert. Die Höchststrafe sah das Gericht nicht als angemessen an, wie die Badischen Neuesten Nachrichten weiter berichten:

„Die Kammer ging – anders als Jugendgerichtshilfe und Staatsanwaltschaft – von einer Reifeverzögerung beim Angeklagten aus, der mit 16 Jahren aus Afghanistan nach Europa floh. Schon viele Jahre zuvor habe er sich weitestgehend alleine durchschlagen müssen: Mit acht Jahren schickten ihn die Eltern auf eine Schule in eine entfernte Stadt, wo er selbst Geld dazu verdienen musste.“

Er ist nicht reif genug, zu erkennen, dass man nicht einfach auf Menschen einsticht, weil er sich allein durchschlagen musste und immerhin selbstständig genug war, von Afghanistan nach Deutschland zu kommen?

Ja, genau deshalb hielt das Gericht eine Strafe von sechs Jahren und zehn Monaten Haft für angemessen. Das klingt immerhin besser, als wenn man den Strafrabatt nur mit dem Verständnis für die verletzte Ehre und seinen traditionellen Ehrbegriff begründet hätte. Möglicherweise hat jeder, der an solch mörderischen Ehrbegriffen hängt, eine „Reifeverzögerung“. Sollten wir dann nicht mal über das Reifeverzögerten-Problem reden, das wir in diesem Lande haben?

https://www.achgut.com/artikel/strafrab ... Hi4sA_SBpE

Es heißt doch immer "Nichtwissen schützt vor Strafe nicht". Wenn ich z.B. in der Schweiz mit 200 km/h über eine Autobahn fahre kann ich doch auch nicht sagen "Bei mir in Deutschland ist es aber so, dass ich so schnell fahren kann wie ich will". Somit war ich doch auch in der Reife noch nicht auf das Schweizer Verkehrskonzept eingestellt.

Das Beispiel des Täters mit seinen (wohl wie immer selbst angegeben Alter) 20 Jahren zeigt offensichtlich dass dumme wie auch betrunkene Menschen Strafrabatt bekommen. Macht eine solche Vorgehensweise Sinn oder sollte die Härte des Gesetzes für alle Täter gelten?
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Re: Strafrabatt für "Reifeverzögerte"?

Beitragvon McKnee » Do 14. Feb 2019, 20:43

Er wird nicht nach Jugendstrafrecht bestraft, weil er das Unrecht gar nicht erkennt. Dann würde er gar nicht bestraf, weil er schuldunfähig wäre. Er geht auch nicht straffrei raus, er wird nach Jugendstrafrecht bestraft, weil er nicht die Reife eines Erwachsenen hat.

Ich finde, gerade bei Straftaten in diesem Kontext von Familie und Ehre kommt es besonders zum Tragen, dass junge Erwachsene zu sehr fremdbestimmt bzw beeinflußt sind.

Ein Strafnachlass aus rein kulturellen Gründen ist für mich inakzeptabel.
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Re: Strafrabatt für "Reifeverzögerte"?

Beitragvon Benutzername » Do 14. Feb 2019, 20:51

Mir ist es eigentlich völlig egal, ob so ein Abschaum bestraft wird oder nicht. Ich habe resigniert. Ich verlasse mich disbezüglich nicht mehr auf das Justizsystem.
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Re: Strafrabatt für "Reifeverzögerte"?

Beitragvon Nuertinger » Do 14. Feb 2019, 20:54

Benutzername hat geschrieben:(14 Feb 2019, 20:51)

Mir ist es eigentlich völlig egal, ob so ein Abschaum bestraft wird oder nicht. Ich habe resigniert. Ich verlasse mich disbezüglich nicht mehr auf das Justizsystem.
Das klingt, als wolltest du die Sache selbst in die Hand nehmen, oder?

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