Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

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hafenwirt
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon hafenwirt » Do 2. Dez 2010, 15:09

ToughDaddy » Do 2. Dez 2010, 15:32 hat geschrieben:
Aha. Habe wieder vergessen, dass dieser Thread ohne Substanz auskommt. :|


Man könnte den Thread auch umbennen in "Das Volk ist immer der bessere Jurist, selbst ohne Studiengang".
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ToughDaddy
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon ToughDaddy » Do 2. Dez 2010, 15:45

hafenwirt » Do 2. Dez 2010, 15:09 hat geschrieben:
Man könnte den Thread auch umbennen in "Das Volk ist immer der bessere Jurist, selbst ohne Studiengang".


Eher: auch ohne Hintergrundwissen. (sachlich wie auch rechtlich ;))
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon eluveitie » Do 2. Dez 2010, 16:04

[...]

ad hominem Spam [MOD]


Verzeihung - es musste sein.
Zuletzt geändert von eluveitie am Fr 3. Dez 2010, 00:57, insgesamt 2-mal geändert.
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USA TOMORROW
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon USA TOMORROW » Do 2. Dez 2010, 19:34

hafenwirt » 2. Dez 2010, 15:09 hat geschrieben:
Man könnte den Thread auch umbennen in "Das Volk ist immer der bessere Jurist, selbst ohne Studiengang".

Wenn du die Strafe für angemessen hälst ist das deine Sache. Dass sie juristisch in Ordnung geht ist wohl auch klar.

Dennoch darf man ja wohl der Meinung sein, dass die Täter eine höhere Strafe verdient hätten, oder?
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon hafenwirt » Do 2. Dez 2010, 23:07

usaTomorrow » Do 2. Dez 2010, 20:34 hat geschrieben:Wenn du die Strafe für angemessen hälst ist das deine Sache. Dass sie juristisch in Ordnung geht ist wohl auch klar.
Dennoch darf man ja wohl der Meinung sein, dass die Täter eine höhere Strafe verdient hätten, oder?


Ob ich die Strafe persönlich für angemessen halte, ist egal.

Es geht hier einfach um die Diskussionswürdigkeit eines solchen Themas, oder Substanz: Was soll es bringen, hier jeweils mit halbem Hintergrundwissen bei Urteil X zu posten "böse, böse Justiz, der Kerl/die Frau verdient mindestens die Todesstrafe"?

Die Rechtswissenschaften sind eine Ausbildung, genauso wie andere Ausbildungen auch.

Ich habe relativ wenig Ahnung von Autos bzw. deren Technik. Wann kommt der "Die Reparatur halte ich für falsch, ich hätte es anders gemacht"-Thread?

Ich denke, Juristen haben dafür einfach eine Ausbildung und, je nach Alter, Lebenserfahrung. Gerade bei sensiblen Themen wie Gewalt, Mord, oder Taten an Kindern kann es in meinen Augen keine angemessene Strafe geben, bei der man danach beruhigt sagen kann: Richtig so, das Schwein/die Sau hat es verdient.

Was bringt es also, irgendwelche Einzelfälle zu posten, dabei sämtliche Urteile in Deutschland auszublenden, bei denen es "angemessene" oder "volksseelenbefriedigende" Urteile gab, bzw. die Tatsache der Resozialisierung (schreibt nur keiner in der Presse: Steigert ja auch nicht die Auflage, wenn man berichten würde das ein Gewalttäter für lange Zeit hinter Gitter muss) und dann wieder zu schreien "oh, wir wussten es schon immer, die deutsche Justiz ist von Kuschelwuschel68erpädagogen unterwandert, die Gewalttätern generell nur zu 2 Wochen Knast verurteilen?

Bei dieser Thematik gibt es in meinen Augen keine Grauzone, wie bei einem anderen Thema. Es gibt entweder "Urteil ist ok", oder "Urteil ist nicht ok". Und schwarz/weiß-Diskussionen machen mir weniger Spaß, als Diskussionen, bei denen man sagen kann, gut, in dem Punkt kann ich dich verstehen, aber in Punkt 2 sehe ich es anders.

Kritisieren gerne: Nur fehlt die Substanz. Und ohne Substanz vertraue ich lieber zu großen Teilen unserem Rechtssystem, das mir, trotz der Fehler, bei weitem besser gefällt, als ein System aus anderen Ländern, in denen Menschen bei Raub die Hand abgehackt wird - und ähnliche Fälle.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon jack000 » Do 2. Dez 2010, 23:33

hafenwirt » Do 2. Dez 2010, 23:07 hat geschrieben:
Ob ich die Strafe persönlich für angemessen halte, ist egal.

Vollkommen richtig. Aber du darfst deine Meinung kundtun !

Es geht hier einfach um die Diskussionswürdigkeit eines solchen Themas, oder Substanz: Was soll es bringen, hier jeweils mit halbem Hintergrundwissen bei Urteil X zu posten "böse, böse Justiz, der Kerl/die Frau verdient mindestens die Todesstrafe"?

Die Rechtswissenschaften sind eine Ausbildung, genauso wie andere Ausbildungen auch.

Und die sind so unfehlbar, dass man als Nicht-Rechtswissenschaftler sich keine Meinung darüber bilden darf ?

Ich verstehe ja, was du ungefähr meinst. Wenn z.B. Nicht-Techniker sich über Technik auslassen und schlimmerweise auch noch in politischen Positionen sitzen (z.B. Katrin Göring:"Ich habe ein Dienst Hybrid-Auto, das verursacht keine Umweltverschmutzung mehr".)

Der Begriff "Kuscheljustiz" hat sich ja nicht ohne Grund gebildet. Denn Richter haben zwar einen Entscheidungsspielraum, aber dieser wird von Anfang bis Ende ausgeschöpft. Ein jeder von denen hat eine juristische Ausbildung, interpretiert jedoch Straftaten und deren Bestrafung unterschiedlich.

Nun muss ein unbescholtener Bürger die Sache dahingehend betrachten, das niemand dazu gezwungen wird kriminell zu werden und trotzdem ungeheuerliche Straftaten mit Kuscheljustiz-Urteilen zur Freilassung von Schwerkriminellen führen.

Daher hat auch ein Nicht-Ideologe ein Recht dazu, sich zu Urteilen zu äussern, die nach seinem eigenem Eindruck und auch statistisch bewiesen, seine Sicherheit und Unversehrtheit gefährden.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Tantris » Fr 3. Dez 2010, 02:41

jack » Fr 3. Dez 2010, 00:33 hat geschrieben:Vollkommen richtig. Aber du darfst deine Meinung kundtun !


Und die sind so unfehlbar, dass man als Nicht-Rechtswissenschaftler sich keine Meinung darüber bilden darf ?

Ich verstehe ja, was du ungefähr meinst. Wenn z.B. Nicht-Techniker sich über Technik auslassen und schlimmerweise auch noch in politischen Positionen sitzen (z.B. Katrin Göring:"Ich habe ein Dienst Hybrid-Auto, das verursacht keine Umweltverschmutzung mehr".)

Der Begriff "Kuscheljustiz" hat sich ja nicht ohne Grund gebildet. Denn Richter haben zwar einen Entscheidungsspielraum, aber dieser wird von Anfang bis Ende ausgeschöpft. Ein jeder von denen hat eine juristische Ausbildung, interpretiert jedoch Straftaten und deren Bestrafung unterschiedlich.

Nun muss ein unbescholtener Bürger die Sache dahingehend betrachten, das niemand dazu gezwungen wird kriminell zu werden und trotzdem ungeheuerliche Straftaten mit Kuscheljustiz-Urteilen zur Freilassung von Schwerkriminellen führen.

Daher hat auch ein Nicht-Ideologe ein Recht dazu, sich zu Urteilen zu äussern, die nach seinem eigenem Eindruck und auch statistisch bewiesen, seine Sicherheit und Unversehrtheit gefährden.


Eben. Es stimmt zwar nicht, aber, wenn ich "den eindruck habe" und recht und ordnung nicht besonders schätze, dann mach ich doch auch mit. Aber immer!!!
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Dampflok94 » Sa 4. Dez 2010, 12:29

hafenwirt » Do 2. Dez 2010, 15:09 hat geschrieben:
Man könnte den Thread auch umbennen in "Das Volk ist immer der bessere Jurist, selbst ohne Studiengang".

Das ist teilweise auch der Fall. Aber häufig geht es um die Differenz zwischen Recht und Gerechtigkeit. Und über die Gerechtigkeit eines Urteils kann man sich auch als Nicht-Jurist Gedanken machen. Ein Urteil kann schließlich rechtlich völlig korrekt sein. Und doch sehr ungerecht. Und dies ruft dann Menschen auf den Plan, welche das kritisieren. Und das muß auch erlaubt sein. Schließlich schwebt die Justiz nicht in irgendwelchen höheren Sphären.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon ToughDaddy » So 5. Dez 2010, 09:29

Dampflok94 » Sa 4. Dez 2010, 12:29 hat geschrieben:Das ist teilweise auch der Fall. Aber häufig geht es um die Differenz zwischen Recht und Gerechtigkeit. Und über die Gerechtigkeit eines Urteils kann man sich auch als Nicht-Jurist Gedanken machen. Ein Urteil kann schließlich rechtlich völlig korrekt sein. Und doch sehr ungerecht. Und dies ruft dann Menschen auf den Plan, welche das kritisieren. Und das muß auch erlaubt sein. Schließlich schwebt die Justiz nicht in irgendwelchen höheren Sphären.


Das ist aber kein Problem der Justiz.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon hafenwirt » So 5. Dez 2010, 17:59

jack » Fr 3. Dez 2010, 00:33 hat geschrieben:Vollkommen richtig. Aber du darfst deine Meinung kundtun !


Natürlich. Würde ich auch nie verbieten. Hier geht es ja auch einigermaßen...
Ich kenne nur die Erfahrung aus anderen Foren, dort wird immer ein Riesenfass aufgemacht, wenn ein Mörder "nur" so und so viele Jahre bekommt. Und dann wird jedesmal dazu geschrieben, was man denn am liebsten selbst alles machen würde (Schwanz ab, für Experimente benutzen, teeren/federn, auf dem Marktplatz hängen, [...] oder, und das ist meist die "humanste" Forderung, zumindest in Gefängnissen unterbringen, die nicht wie in Deutschland das Paradies auf der Erde sind).

...Interessant auch immer, dass das genau diesselben Leute sind, welche sich über das Justizsystem bzw. die Scharia aufregen.

Und die sind so unfehlbar, dass man als Nicht-Rechtswissenschaftler sich keine Meinung darüber bilden darf ?


Sicherlich nicht. Aber was wäre ein richtiges Urteil? Geht sowas überhaupt in einem Rechtssystem wie dem unseren, in dem ein Richter entscheidet und bei dieser Entscheidung viele Faktoren mit einspielen?
jack » Fr 3. Dez 2010, 00:33 hat geschrieben:Ich verstehe ja, was du ungefähr meinst. Wenn z.B. Nicht-Techniker sich über Technik auslassen und schlimmerweise auch noch in politischen Positionen sitzen (z.B. Katrin Göring:"Ich habe ein Dienst Hybrid-Auto, das verursacht keine Umweltverschmutzung mehr".)


Eben. Wenn man sich wenigstens generell intensiv mit der Justiz in Deutschland auseinandersetzen würde. Aber 90% der Kuscheljustiz-Schreier - du gehörst da jetzt nicht dazu - lesen doch nur nen Bild-Artikel über ein Urteil und blubbern dann, wie schlimm unser Rechtssystem doch sei. Ohne auch nur ansatzweise nachzudenken, was noch alles passieren kann, wenn wir die Guillotine wieder aufstellen.
jack » Fr 3. Dez 2010, 00:33 hat geschrieben:Nun muss ein unbescholtener Bürger die Sache dahingehend betrachten, das niemand dazu gezwungen wird kriminell zu werden und trotzdem ungeheuerliche Straftaten mit Kuscheljustiz-Urteilen zur Freilassung von Schwerkriminellen führen.


...Übrigens auch sehr lustig: Man geht davon aus, man würde ja selbst niemals jemanden töten, oder nie eine Straftat begehen. Stellt man dann aber die Frage, was wohl passieren würde, wenn man sie selbst mit einer Waffe und einem Mörder in einen Raum setzt, kommt keine Antwort mehr.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon hafenwirt » So 5. Dez 2010, 18:02

Dampflok94 » Sa 4. Dez 2010, 13:29 hat geschrieben:Das ist teilweise auch der Fall. Aber häufig geht es um die Differenz zwischen Recht und Gerechtigkeit. Und über die Gerechtigkeit eines Urteils kann man sich auch als Nicht-Jurist Gedanken machen. Ein Urteil kann schließlich rechtlich völlig korrekt sein. Und doch sehr ungerecht. Und dies ruft dann Menschen auf den Plan, welche das kritisieren. Und das muß auch erlaubt sein. Schließlich schwebt die Justiz nicht in irgendwelchen höheren Sphären.


Da stellt sich für mich aber die Frage, gibt es ein gerechtes Urteil?

Gerechtigkeit ist doch kaum möglich. Vielleicht bei Diebstahl von Geldern. Aber wie drückt sich Gerechtigkeit aus, wenn jemand ein Unternehmen in die Insolvenz fährt?
Wie drückt sich denn Gerechtigkeit aus, wenn jemand mordet? Ganz zu schweigen von den unterschiedlichen Gründen, aus den ein Mord begangen wird.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Liegestuhl » Mi 8. Dez 2010, 09:11

Richter geben 16-Jährigem zweite Chance

Landgericht Gefängnisstrafe nun doch zur Bewährung ausgesetzt – Unterbringung in Schutzzentrum

Der junge Delmenhorster galt zuvor als unverbesserlich. Auf sein Konto gehen etliche Straftaten, darunter Raub und Körperverletzung.


http://www.nwzonline.de/Region/Stadt/De ... hance.html
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon hafenwirt » Mi 8. Dez 2010, 18:45

http://www.kicker.de/news/fussball/bund ... perrt.html

Als Sündenbock für die Niederlage wurde Raul Bobadilla ausgemacht. Der Argentinier hatte in der 43. Minute seine Nerven nicht im Griff und trat gegen Pinto nach. Schiedsrichter Marco Fritz blieb keine andere Wahl, als den 23-Jährigen vom Platz zu stellen. Da sich Bobadilla auch anschließend nicht beruhigen konnte und unter anderem gegenüber dem vierten Offiziellen Christian Fischer verbal ausfällig wurde, hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bei der Sperre ordentlich hingelangt. Fünf Meisterschaftsspiele verpasst Bobadilla aufgrund seiner Ausraster. Damit kann der Offensivakteur frühestens am 5. Februar 2011 im Kellerduell gegen den VfB Stuttgart eingreifen.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Dampflok94 » Do 9. Dez 2010, 09:08

hafenwirt » So 5. Dez 2010, 18:02 hat geschrieben:
Da stellt sich für mich aber die Frage, gibt es ein gerechtes Urteil?

Klares Jein! ;)
Gerechtigkeit ist bekanntlich etwas subjektives. Aber es gibt durchaus sowas wie ein allgemeines Gerechtigkeitsempfinden.
Gerechtigkeit ist doch kaum möglich. Vielleicht bei Diebstahl von Geldern. Aber wie drückt sich Gerechtigkeit aus, wenn jemand ein Unternehmen in die Insolvenz fährt?
Wie drückt sich denn Gerechtigkeit aus, wenn jemand mordet? Ganz zu schweigen von den unterschiedlichen Gründen, aus den ein Mord begangen wird.

Das würde ich anders betrachten wollen, nämlich im Vergleich. Wenn der Eierdieb die selbe Strafe erhält wie der Totschläger ist was schief. Davon unabhängig steht die Frage, ob nun der Eierdieb zu schwer oder der Totschläger zu lasch bestraft wurde.

Bei Mord muß man sich also Fragen, ob die dafür auszusprechende Strafe in einem nachvollziehbaren Verhältnis zu anderen Strafen steht. Ich würde dies bejahen, da der Mörder ja regelmäßig mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe rechnen muß. Dem (fast) schärfsten Schwert unserer Rechtsordnung.

Was im konkreten Einzelfall gerecht wäre, ist hingegen eine kaum zu beantwortende Frage. Egal, ob es sich um Diebstahl oder Mord handelt. Deswegen gibt es auch kaum Literatur zum Thema Strafzumessung. Uwe Wesel hat sich in einem Buch mal darüber mokiert, daß sich die Rechtsgelehrten bei Aufkommen der SB-Tankstellen lange Zeit die Schädel darüber einschlugen, ob es sich im Falle daß jemand nach dem Tanken das Zahlen "vergißt" dabei nun um Unterschlagung, Diebstahl oder Betrug handelt. Wobei das für den Strafrahmen (damals) unerheblich war. Es aber eben überhaupt nichts gab für die Frage, welchen den ertappten Sünder am meisten interessiert: Mit welcher Strafe hat der Delinquent zu rechnen?
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Tantris » Fr 10. Dez 2010, 01:04

Kuscheljustiz, klassenjustiz. Alkoholisierter wiederholungstäter gestreichelt:

http://www.spiegel.de/panorama/leute/0, ... 56,00.html

Die alte freundschaft: 68-er und trinkende rowdys.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon jack000 » Fr 10. Dez 2010, 23:26

Jungen (13 bis 16 Jahre) vergewaltigten Mädchen

Unfassbar! Vier Schüler, darunter zwei Kinder (13 Jahre), vergewaltigten ein 15-jähriges Mädchen im mütterlichen Schlafzimmer bei ihrem Kumpel Sven. Der schaute weg, spielte am Computer und ignorierte die Hilfeschreie des Mädchens.

Jetzt standen zwei der Vergewaltiger (vor einem halben Jahr 14 und 16 Jahre alt) vor Gericht.

Jenni (15/alle Namen geändert) kannte ihre Peiniger. Mit Mohamed D. war sie sogar mal befreundet. Als dessen bester Kumpel, Ahmed E. (16), sie einlud, in die elterliche Wohnung eines Bekannten (15) zu kommen, sagte Jenni zu. Dort warteten noch weitere Jungs (die beiden 13-Jährigen).

Zwischen Ahmed E. und Jenni kam es zu Zärtlichkeiten. Damit war das Mädchen einverstanden. Doch als die anderen dazukamen und von Gruppensex sprachen, wehrte sie sich voller Verzweiflung.

Brutal brachen die Jungen den Widerstand ihres Opfers. Sie rissen ihr die Kleider vom Leib und fielen über sie her. Einer filmte das Ganze sogar noch mit dem Handy. Sven S. (15) saß derweil an seinem Computer. Er gab später zu, die Hilfeschreie gehört zu haben. Trotzdem griff er nicht ein. Ihm wird demnächst wegen unterlassener Hilfeleistung der Prozess gemacht.

Zu dem jetzigen Verfahren erschien er nicht. Er wird sich dafür noch verantworten müssen. Tage nach dem schrecklichen Geschehen tauchten Bilder im Internet auf. Bis dahin hatte Jenni aus Scham geschwiegen. Als Mitschüler sie als „Schlampe“ bezeichneten, vertraute sich das völlig verstörte Mädchen ihren Eltern an. Die gingen zur Polizei.

Jetzt wurden die beiden ältesten Jugendlichen verurteilt. Ahmed zu einem Jahr, Mohamed zu acht Monaten. Entsprechende Gefängnisstrafen müssen beide freilich nicht antreten. Alles wurde auf Bewährung ausgesetzt. Ein erschreckendes Ergebnis.

http://www.express.de/regional/duesseld ... index.html
Sehr gut, dann muss das Mädchen nicht so lange warten, bis sich die bösen Buben persönlich entschuldigen können. Das geht dann schon am selben Tag.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Tantris » Sa 11. Dez 2010, 04:12

ToughDaddy » Fr 29. Okt 2010, 14:03 hat geschrieben:@Liegestuhl

Die Richterin darf die Vorstrafen aus der Jugendzeit nicht erwähnen, weil dies nicht öffentliche Verhandlungen waren, darum werden diese auch nicht ins Führungszeugnis eingetragen.
Warum Du dann noch andere Vorstrafen nennst, bleibt Dein Geheimnis, weil ich eben gerade nur auf die Vorstrafen aus dem Jugendalter verwiesen hatte.


Hast du ne ahnung! Vor gericht werden dir mitunter sogar sachen vorgehalten, die offiziell schon längst "gelöscht" wurden.

In Deutschland gehts ordentlich zu, da wird nur mit löschvermerk gelöscht. D.H. du stehst immernoch drin, aber, halt als gelöscht.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon jack000 » So 12. Dez 2010, 22:10

Tantris » Sa 11. Dez 2010, 04:12 hat geschrieben:
Hast du ne ahnung! Vor gericht werden dir mitunter sogar sachen vorgehalten, die offiziell schon längst "gelöscht" wurden.

In Deutschland gehts ordentlich zu, da wird nur mit löschvermerk gelöscht. D.H. du stehst immernoch drin, aber, halt als gelöscht.

Da sehen wir, wo das eigentliche Problem in der Justiz ist. Das muss erstmal vorrangig geklärt werden bevor man sich um so Nebenthemen wie Gewaltkriminalität ausseinandersetzt :thumbup:
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon jack000 » So 12. Dez 2010, 22:14

Der Fluch der Bewährung

...
Ein Jahr zuvor hatte Marco einem älteren Herrn die Zähne ausgeschlagen. Zum Verhandlungstermin erscheint er nicht. Richter Daniel, der Pflichtverteidiger Benediktus Youn, die Bewährungshelferin Elke Brachaus, die Jugendgerichtshilfe, ein Polizist, Marcos gesamtes staatliches Betreuungspersonal – alle warten vergeblich auf ihn, den Täter, der sich im Bett noch einmal umdreht. Fast fünf Monate sind seit der Attacke auf Norbert Oswald vergangen, und Marco fühlt mehr, als dass er denkt: So schwerwiegend kann seine Tat nicht gewesen sein – wenn die sich so lange mit der Verhandlung Zeit lassen.

Zum zweiten Verhandlungstermin, im Januar 2009, wird Marco im schwarzen Gefängnisbus nach Moabit gebracht; er sitzt nun in Untersuchungshaft. Zur Verhandlung kommen neben dem Angriff auf Oswald auch alle anderen Straftaten, die Marco bis dahin begangen hat, die aber noch keine Verurteilung nach sich gezogen haben, eine beschmierte Tram zum Beispiel. Es ist eine Sammelverurteilung – wie schwer jede einzelne Tat wiegt, kann Marco da nicht mehr ermessen. Die Verhandlung dauert 90 Minuten, Richter Daniel verurteilt Marco zu einem Jahr auf Bewährung, zu einer Beschäftigungsmaßnahme und einem Schmerzensgeld von 180 Euro für das Opfer.

War das zu milde? Wenn man Marco fragt, was er in Deutschland ändern würde, dann sagt er, »ick würde härtere Strafen einführen«. Drei Jahre für jemanden wie ihn, ohne Kontakt zu anderen Gefangenen. So als ob er jede Chance, die ihm einer wie Daniel gibt, als Schwäche auslegt. Und nicht versteht, warum man ihn anders behandelt als er seine Opfer.

http://www.zeit.de/2010/28/DOS-Brutalo-Kids

Er selbst scheint am besten zu wissen, was das richtige für ihn ist ;)
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Tantris » So 12. Dez 2010, 23:30

jack » So 12. Dez 2010, 23:10 hat geschrieben:Da sehen wir, wo das eigentliche Problem in der Justiz ist. Das muss erstmal vorrangig geklärt werden bevor man sich um so Nebenthemen wie Gewaltkriminalität ausseinandersetzt :thumbup:


Gewaltkriminalität ist ja kein problem mehr, sobald wir recht und ordnung über bord werfen, nicht wahr ?

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