Gute Kita Vs Digitalpakt

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JJazzGold
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Re: Gute Kita Vs Digitalpakt

Beitragvon JJazzGold » Fr 11. Jan 2019, 08:32

Sorry
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Re: Gute Kita Vs Digitalpakt

Beitragvon imp » Fr 11. Jan 2019, 08:49

JJazzGold hat geschrieben:(11 Jan 2019, 08:31)

Dann schauen wir doch mal gelassen zu, wie die Kombi CSU/FW in bayerischen Schulen und Höfen das digitale Zeitalter einläutet, falls es das Glasfaserkabel überall hin schafft, irgendwann mal.

Das Kabel ist nur ein Teil des Problems. Die Güte des Kabels erlaubt vielerorts deutlich bessere Übertragungen. Es müssen aber auch die Zwischenstationen aufgerüstet werden (übrigens auch beim Kupferkabel, das man nicht unterschätzen sollte). Ich erwarte keine Wunder von der Politik. Vieles wird der interessierte Bürger, die Wirtschaft selbst lösen müssen. Die Regierung tut mit vernünftigem Aufwand nachvollziehbare Dinge. Es könnte sicher mehr sein. Ich finde hier die Anspruchshaltung gegenüber dem Staat teilweise unbegründet. Telekommunikation ist in Deutschland verhältnismäßig teuer. Davon sollte sich ein Netzbetrieb samt angemessener Modernisierung privatwirtschaftlich realisieren lassen. Wo Gemeinden, Stadtwerke, Bürgergenossenschaften, lokale Wirtschaftsverbände etc meinen, die Großversorger legten nicht die korrekte Priorität an, müssten sie sich fragen, warum sie nicht selbst das Geschäft suchen und mit Gewinnabsicht Kabel verbuddeln (lassen). Wo dieselben Stake Holder der Meinung sind, dass die Versorgung zwar nötig, aber für die Versorger nachvollziehbar unwirtschaftlich sei, müssen sie überlegen, welche Kosten ihnen der Spaß wert ist und ob sie diese tragen wollen. Da gibt es zahlreiche Formen. Dass hier das Land den Netzbetreibern das Füllhorn ausschütten soll, sehe ich nicht.

Bei der "guten Kita" ist es ähnlich - das Land bietet eine Zuzahlung an, die in Nürnberg und München die Bürger erheblich entlastet, draußen auf dem Land die Kita faktisch beitragsfrei macht - wenn das denn so kommt wie versprochen. Damit nimmt der soziale Druck auf die Kita-Gebühr ab. Es wäre nun die wirtschaftliche Vernunft der Kita-Betreiber und die politische Vernunft der Kommunen als politische Rahmengeber (und teilweise als Betreiber) gefragt, diesen neuen Spielraum zu nutzen, etwa Gebührentabellen anzupassen und die Einnahmen in die Korrektur bestehender Investitionsrückstände zu stecken. Auch hier ist die Lösung, Bundesgeld hineinzustecken, nicht richtig. Wenn systematisch und wiederholt die Länder zur Bewältigung von Aufgaben der Zeit Extrageld vom Bund brauchen, dann ist die Verteilung der Steuereinnahmen zwischen Bund und Ländern offenbar korrekturbedürftig. Das ist der Weg, den man prüfen sollte - nicht quartalsweise Sonderprogramme aus dem Boden stampfen.
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Re: Gute Kita Vs Digitalpakt

Beitragvon JJazzGold » So 13. Jan 2019, 10:22

imp hat geschrieben:(11 Jan 2019, 08:49)

Das Kabel ist nur ein Teil des Problems. Die Güte des Kabels erlaubt vielerorts deutlich bessere Übertragungen. Es müssen aber auch die Zwischenstationen aufgerüstet werden (übrigens auch beim Kupferkabel, das man nicht unterschätzen sollte). Ich erwarte keine Wunder von der Politik. Vieles wird der interessierte Bürger, die Wirtschaft selbst lösen müssen. Die Regierung tut mit vernünftigem Aufwand nachvollziehbare Dinge. Es könnte sicher mehr sein. Ich finde hier die Anspruchshaltung gegenüber dem Staat teilweise unbegründet. Telekommunikation ist in Deutschland verhältnismäßig teuer. Davon sollte sich ein Netzbetrieb samt angemessener Modernisierung privatwirtschaftlich realisieren lassen. Wo Gemeinden, Stadtwerke, Bürgergenossenschaften, lokale Wirtschaftsverbände etc meinen, die Großversorger legten nicht die korrekte Priorität an, müssten sie sich fragen, warum sie nicht selbst das Geschäft suchen und mit Gewinnabsicht Kabel verbuddeln (lassen). Wo dieselben Stake Holder der Meinung sind, dass die Versorgung zwar nötig, aber für die Versorger nachvollziehbar unwirtschaftlich sei, müssen sie überlegen, welche Kosten ihnen der Spaß wert ist und ob sie diese tragen wollen. Da gibt es zahlreiche Formen. Dass hier das Land den Netzbetreibern das Füllhorn ausschütten soll, sehe ich nicht.

Bei der "guten Kita" ist es ähnlich - das Land bietet eine Zuzahlung an, die in Nürnberg und München die Bürger erheblich entlastet, draußen auf dem Land die Kita faktisch beitragsfrei macht - wenn das denn so kommt wie versprochen. Damit nimmt der soziale Druck auf die Kita-Gebühr ab. Es wäre nun die wirtschaftliche Vernunft der Kita-Betreiber und die politische Vernunft der Kommunen als politische Rahmengeber (und teilweise als Betreiber) gefragt, diesen neuen Spielraum zu nutzen, etwa Gebührentabellen anzupassen und die Einnahmen in die Korrektur bestehender Investitionsrückstände zu stecken. Auch hier ist die Lösung, Bundesgeld hineinzustecken, nicht richtig. Wenn systematisch und wiederholt die Länder zur Bewältigung von Aufgaben der Zeit Extrageld vom Bund brauchen, dann ist die Verteilung der Steuereinnahmen zwischen Bund und Ländern offenbar korrekturbedürftig. Das ist der Weg, den man prüfen sollte - nicht quartalsweise Sonderprogramme aus dem Boden stampfen.


Wir können uns nicht streiten, da ich den meisten Ihrer Überlegungen zustimme. ;)

Nur im Punkt Beitrag des Bundes zur Digitalisierung habe ich eine etwas abweichende Meinung.
Ein einmaliges Sonderhilfsprogramm halte ich für vertretbar, sozusagen als Steigbügelhilfe. Ebenso die daran gekoppelte Verpflichtung seitens der Länder dazu ebenfalls ihren Beitrag zu leisten. Denn einfach nur nehmen, ohne zu geben, wird das Problem nicht lösen. Ich betrachte die einmalige Offerte des Bundes als Anschubhilfe, nichts Anderes. Den Rest müssen die Länder schon selbst stemmen, wenn sie wollen, dass sich Firmen ansiedeln und die Bildung angepasst reformiert wird. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob damit tatsächlich eine GG Anpassung einhergehen müsste, oder ob das als einmalige Sonderzahlung, zweckgebunden, nicht ausreichend gewesen wäre. Nichts desto trotz kann ich die spontane Trotzhaltung der MPs nicht nachvollziehen, es lässt sich alles verhandeln.

Was die “Gute Kita“ betrifft, geht es mir inzwischen gehörig auf die Nerven, alles was kostengünstiger und damit ausgabenhöher etabliert wird automatisch als “gut“ zu bezeichnen. Eine Kitaversorgung muss nicht automatisch “schlecht“ sein, nur weil sie nicht subventioniert wird. Da ist mein Spektrum an Qualitätsmerkmalen deutlich größer als das der SPD. Auch wenn ich es für richtig halte, seitens des Staates dafür Sorge zu tragen, dass sich Jerderfrau*mann eine Kitaversorgung leisten kann, statt die Kinder per Herdprämie selbst frei von beruflicher Tätigkeit und Altersvorsorge zu beaufsichtigen, oder bei Verwandten zu parken.
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Re: Gute Kita Vs Digitalpakt

Beitragvon Tom Bombadil » So 13. Jan 2019, 11:01

Der Staat hätte nie das Telefonnetz privatiesieren dürfen, dann wäre es jetzt deutlich einfacher, auch die letzte Ecke mit Glasfaser zu versorgen. Das Geld ist da, es liegt auf der Halde, die Telekomunternehmen rufen es nur nicht ab, weil es sich trotzdem nicht lohnt, kleinere Ortschaften anzubinden, da geht man lieber weiter in die Ballungsräume, legt dort das drölfte Kabel und stellt die xte 4G-Antenne auf ein Dach.
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Re: Gute Kita Vs Digitalpakt

Beitragvon Misterfritz » So 13. Jan 2019, 11:39

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Jan 2019, 11:01)

Der Staat hätte nie das Telefonnetz privatiesieren dürfen, dann wäre es jetzt deutlich einfacher, auch die letzte Ecke mit Glasfaser zu versorgen. Das Geld ist da, es liegt auf der Halde, die Telekomunternehmen rufen es nur nicht ab, weil es sich trotzdem nicht lohnt, kleinere Ortschaften anzubinden, da geht man lieber weiter in die Ballungsräume, legt dort das drölfte Kabel und stellt die xte 4G-Antenne auf ein Dach.
Das kommt wohl auch darauf an, ob und wie sich die Gemeinde kümmert. Hier konnte man bis vor 1,5 Jahren nur im Garten mit dem handy telefonieren, in einigen Strassen nicht mal das. Und nun legen sie sogar noch Glasfaser ins Dorf.
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Re: Gute Kita Vs Digitalpakt

Beitragvon Tom Bombadil » So 13. Jan 2019, 11:58

Mag sein, viele Orte sind aber einfach unattraktiv, das wäre alles viel einfacher, wenn das Netz nicht privatisiert worden wäre. Ich bin der Meinung, dass der Staat die Infrastruktur kontrollieren muss, zum Wohle der Bürger, den Wettbewerb gibt es dann ja trotzdem.
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Re: Gute Kita Vs Digitalpakt

Beitragvon Misterfritz » So 13. Jan 2019, 12:00

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Jan 2019, 11:58)

Mag sein, viele Orte sind aber einfach unattraktiv, das wäre alles viel einfacher, wenn das Netz nicht privatisiert worden wäre. Ich bin der Meinung, dass der Staat die Infrastruktur kontrollieren muss, zum Wohle der Bürger, den Wettbewerb gibt es dann ja trotzdem.
Sicherlich,
aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Staat in jedes Kaff im Hunsrück Glasfaserkabel legt.
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Re: Gute Kita Vs Digitalpakt

Beitragvon Tom Bombadil » So 13. Jan 2019, 12:12

Kommt drauf an, was in dem Kaff los ist, in Deutschland sind viele KMU, die auf ihrem Gebiet Weltspitze sind, in ländlichen Gebieten angesiedelt: https://www.wp.de/region/sauer-und-sieg ... 03729.html
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Re: Gute Kita Vs Digitalpakt

Beitragvon Misterfritz » So 13. Jan 2019, 13:43

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Jan 2019, 12:12)

Kommt drauf an, was in dem Kaff los ist, in Deutschland sind viele KMU, die auf ihrem Gebiet Weltspitze sind, in ländlichen Gebieten angesiedelt: https://www.wp.de/region/sauer-und-sieg ... 03729.html
Soest ist aber nun kein Kaff und schon gar nicht im Hunsrück.
Anders mag das für einige Gegenden im Sieger- und Sauerland gelten. Gegen die ungünstige Topografie, weswegen die Erweiterung der Betriebsflächen schwierig ist, kann aber schlecht was gemacht werden, ist halt eine hügelige Gegend da.
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Re: Gute Kita Vs Digitalpakt

Beitragvon Tom Bombadil » So 13. Jan 2019, 14:18

Auf die Karte im Artikel geguckt? Und es geht neben anderen Problemen auch ums Internet: "Rother mahnt aber auch den Ausbau der Infrastruktur an, die für die Unternehmen existenziell werden könnte. Ohne schnelles Internet könnten auch Weltmarktführer früher oder später von der temporeichen globalen Wirtschaftsentwicklung abgehängt werden."

Wenn es im Kaff im Hunsrück keine Weltmarktführer gibt, dann bekämen die eben nur DSL mit 50,100 oder 200 Mbit/s, auch kein Drama. Jetzt bekommen sie vllt. 3 MBit/s...

Aber ist schon okay, man kann ja auch gerne der Meinung sein, dass Privatisierung staatlicher Infrastruktur positiv wäre.
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Re: Gute Kita Vs Digitalpakt

Beitragvon Misterfritz » So 13. Jan 2019, 14:23

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Jan 2019, 14:18)

Auf die Karte im Artikel geguckt? Und es geht neben anderen Problemen auch ums Internet: "Rother mahnt aber auch den Ausbau der Infrastruktur an, die für die Unternehmen existenziell werden könnte. Ohne schnelles Internet könnten auch Weltmarktführer früher oder später von der temporeichen globalen Wirtschaftsentwicklung abgehängt werden."

Wenn es im Kaff im Hunsrück keine Weltmarktführer gibt, dann bekämen die eben nur DSL mit 50,100 oder 200 Mbit/s, auch kein Drama. Jetzt bekommen sie vllt. 3 MBit/s...

Aber ist schon okay, man kann ja auch gerne der Meinung sein, dass Privatisierung staatlicher Infrastruktur positiv wäre.
Ich habe im Kreis Soest gewohnt, ich kenne mich da schon ein wenig aus ;)
Und ja, Sieger- und Sauerland sind halt in diesen Sachen benachteiligt. Ich möchte trotzdem bezweifeln, dass der Staat ländliche Gegenden genauso mit schnellem Internet versorgt hätte wie Städte.
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Re: Gute Kita Vs Digitalpakt

Beitragvon Tom Bombadil » So 13. Jan 2019, 14:31

Misterfritz hat geschrieben:(13 Jan 2019, 14:23)

Ich möchte trotzdem bezweifeln, dass der Staat ländliche Gegenden genauso mit schnellem Internet versorgt hätte wie Städte.

Das kannst du tun, ich tu es nicht, schließlich gibt es auf dem Land ja auch sauberes Wasser und Abwasser, da ist schnelles Internet ein sehr unbedeutender Kostenfaktor, besonders wenn man dann mit Köpfchen plant und die Kabel in die Erde bringt, wenn sowieso aufgerissen wird.
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Re: Gute Kita Vs Digitalpakt

Beitragvon firlefanz11 » Mi 16. Jan 2019, 10:50

Ende letzten Jahres gab es einen Artikel zu lesen in dem jemand berichtet, dass seine Kids auf der Fahrt durch Polen beim Streamen von Filmchen keinen einzigen Aussetzer hatten, und kaum war er in D gings los. Da sagt im Prinzip alles. D ist ein Entwicklungsland was Digitalisierung/Netzabdeckung an geht...
Laut einer Einschätzung liegt das daran, dass die Betreiber zu viel Kohle bei der Versteigerung der Lizenzen los wurden, und deshalb kaum mehr was für den Ausbau der Infrastruktur übrig blieb. Und jetzt da der ganze Reigen mit den 5G Lizenzen wieder von vorne los geht, stehe zu befürchten dass sich auch dafür die Lage nicht anders entwickeln wird.
Ob es tatsächlich so ist kann ich nicht beurteilen, klingt aber logisch...
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
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Re: Gute Kita Vs Digitalpakt

Beitragvon Jo33 » Mi 16. Jan 2019, 14:25

Das mit dem Ausflug in Polen, kannst du auch erleben auf jedem Berg oder in jedem Tal in Österreich oder der Schweiz.
Wer mal in einem Nachbarland war, weiß das D ein Entwicklungsland ist leider nicht nur beim Mobilfunk, generell ist die Infrasturkur in unserem Land mittlerweile nur noch mangelhaft.
Wobei dies ja jetzt eigentlich nichts mit dem Thema des Threads zu tun hat.
Ich muss da immer lachen, wenn ein Film, keine Doku kommt wo man in den österreichischen oder schweizer Bergen kein Netz hat, dass gibt es in der Realität dort nicht mehr, nur noch in Deutschland.

Was die Ausrede mit den hohen Kosten für die Netzfrequenzen angeht, wurde ich gelten lassen, wenn die Tarife entsprechend auch billig wären, wie in anderen Ländern. Außerdem muss man die Mobilfunkfrequenzkosten auch immer im Verhältnis zur Einwohnerzahl sehen, Deutschland hat 10 mal mehr Einwohner als Schweiz oder Österreich, folglich dürften die Frequenzen auch ohne Probleme 10 mal mehr kosten, ohne dass es zu teureren Preisen beim Endkunden kommt. Aber in Deutschland sind die Tarife so teuer wie sonst fast nirgends in Europa. Daher halte ich diese Ausrede eher als vorgeschoben, da ein Ausbau natürlich Geld kostet, welcher am Ende natürlich den Gewinn schmällert. Also wieso sollte das Mobilfunkunternehmen investieren wenn es niemand gesetzlich vorschreibt, dazu zwingt, dann doch lieber ein paar Millionen mehr Gewinn.
Daher verstehe ich nicht, wieso man da gerade bei höheren Betriebskosten nicht von sich aus, in Kooperation mit der Konkurrenz geht und sich die Kosten aufteilt, für die ach so teure Investition.
Was fehlt ist eben seitens des Bundes eine klare Vorgabe: ihr müsst dass Land zu 99,9 % abdecken, wie ihr dass macht scheibe egal, dass ist euch überlassen, aber eine Abdeckung von gerade mal 90 % ist einfach wirklich nur ein Eingeständnis der Unfähigkeit unserer Regierung.

Dass sich Preise diktieren lassen, sieht man ja auch beim EU-Roaming in der EU sind die Preise gesunken, aber dafür bei der Schweiz gestiegen, teilweise sogar um satte 1000 %, um den Faktor 10, nur weil die Schweiz nicht in der EU ist, was demnächst wohl auch auf Kommunikation mit GB zukommt, hat man sie nun für deutsche Mobilfunkkunden als 5.Weltland gleichgestellt mit Honollulu oder Pakistan und man damit wohl die EU-Preise nun quersubventioniert, bzw. hier einfach die Hände aufhält da gesetzlich machbar.

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