Jamaika: Die neue Bundesregierung

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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon DarkLightbringer » So 12. Nov 2017, 11:12

H2O hat geschrieben:(12 Nov 2017, 10:54)

Kommt darauf an, wie hoch der Leidensdruck durch die Pendelei anwächst. Ich kann's nur wiederholen: Grenzwerte sind sinnvoll; man muß auch etwas tun, damit sie sinnvoll eingehalten werden. Aber sie rechtfertigen keine harten Maßnahmen wie "Schlagbaum 'runter!" Das sieht anders aus, wenn wir mit Folgeerkrankungen zu kämpfen haben... siehe oben: Leidensdruck.

Ich meine auch ziemlich hartnäckig, daß wir unseren derzeitigen Lebensstil nicht unbegrenzt weiter fortschreiben dürfen, weil das katastrophale Ende klar ab zu sehen ist. Aus meiner Sicht ist es die Aufgabe der Politik, diese Einsicht zu vermitteln und weitsichtig gegen zu steuern, über die Flächennutzungspläne, Fortentwicklung von Arbeitsplätzen, Fördermaßnahmen, schrittweise Rücknahme von Förderungsmaßnahmen, um den Pendlerwahnsinn ein zu dämmen. Denn ob mit Verbrennungsmotor, elektrisch, mit Wasserstoff oder mit dem Fahrrad ( ;) )... der Wahnsinn wurde kultiviert, und man muß diesen Wildwuchs beschneiden... sonst wird's ungemütlich.

Man wird auf absehbare Zeit keine Stadt ohne Menschen haben können, auch keine ohne Bewegung und Transport. Ebenso wenig kann der Autobau unmittelbar vor jeder Haustür erfolgen, in jedem Dorf oder Gehöft. Wir bleiben bei dem Beispiel Stuttgart und Ba-Wü, wo für Hunderttausende der Automobilbau eben keine Frage des Lebensstils ist, sondern der puren Existenz.
Der Biologe, der im dünn besiedelten Mato Crosso Brasiliens eine seltene Pflanzenart erforscht, mag freilich ganz andere Probleme haben.

Kretschmann sagt, wir brauchen den Diesel, der heute sauber ist und die beste Verbrennung aufweist. Er erwähnt eigens in einer Presseerklärung, dass er sich selbst einen Diesel zugelegt hat.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon yogi61 » So 12. Nov 2017, 11:16

Kretschmann ist 69 Jahre und auf dem Weg zum Greise. Für die notwendigen politischen Weichenstellungen in diesem Land ist seine Meinung irrelevant, er wird die Verfehlungen auch nicht mehr ausbaden müssen.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon jorikke » So 12. Nov 2017, 11:18

H2O hat geschrieben:(12 Nov 2017, 10:38)

Mir ist schon klar, daß Menschen ihren kleinen Alltag möglichst ungestört von den Folgen ihres Tuns leben möchten. Wenn jedoch unabweisbar steigende Folgeerkrankungen um sich greifen, dann ist endgültig Schluß mit lustig. Und da gibt es viele Ansatzpunkte durch Fehlernährung, Bewegungsmangel, Bildungsmängel... nicht nur den alltäglichen Pendlerwahnsinn.

Als Nordlicht kann ich nicht gut die Lebensbedingungen "im Ländle" bewerten... wobei ich nicht wohlgefüllte Bankkonten meine, sondern hohe Lebenserwartungen, funktionierende Familiensolidarität.

So lange das in Ordnung ist und erkennbar in Ordnung bleibt, gibt es keine Gründe für harte Gegenmaßnahmen. Aber eine weitsichtige Planung und Förderung sollte eine grüne Handschrift tragen, denn ich kann mir kein gutes Leben vorstellen, wenn unsere Landschaft leergeräumt und leblos zugebaut wird.


Dann will ich einem Nordlicht mal etwas auf die Sprünge helfen.
Wohlgefüllte Bankkonten und hohe Lebenserwartung braucht man bei den Schwaben nicht zu trennen.
Neben den Bankkonten ist Stuttgart auch bei der Lebenserwartung Spitze.
Gemeinsam mit Bonn teilt man sich den ersten Platz in Deutschland.
In keiner anderen Stadt wird man älter.
Damit sie das nicht wieder missverstehen, ich bin absolut für Maßnahmen, die mithelfen die Luft in Stuttgart zu verbessern.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon DarkLightbringer » So 12. Nov 2017, 11:22

yogi61 hat geschrieben:(12 Nov 2017, 11:04)

In diesem Land werden "Schlagbäume" durch die Gerichte aufgestellt und das ist auch gut so.

Es gibt allerdings auch die Gewaltenteilung und die Legislative. Es wird also nichts daran vorbei führen, einen politischen Willen zu deklarieren und die Gestaltung zu verantworten. Ein bloßes "Gott will es" wird nicht ausreichen. Dies sei speziell an die Adresse der Neo-Romantiker so gesagt.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon yogi61 » So 12. Nov 2017, 11:22

Die Europa-Abgeordnete Helga Trüpel warnt ihre Partei vor Neuwahlen.

"Wenn das Verhandlungsergebnis gut genug ist, sollten wir es machen." und
Wenn Merkel das nicht hinkriegt, dann ist sie weg. Und dann kommt dieser rechte, schwule Jens Spahn vielleicht. Daran habe ich nun gar kein Interesse“

https://www.weser-kurier.de/bremen/brem ... 67964.html
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon yogi61 » So 12. Nov 2017, 11:26

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Nov 2017, 11:22)

Es gibt allerdings auch die Gewaltenteilung und die Legislative. Es wird also nichts daran vorbei führen, einen politischen Willen zu deklarieren und die Gestaltung zu verantworten. Ein bloßes "Gott will es" wird nicht ausreichen. Dies sei speziell an die Adresse der Neo-Romantiker so gesagt.


Ja, gerade weil es die Gewaltenteilung gibt, werden die Gerichte bei einer Gesundheitsgefährdung einschreiten müssen, da hat die Politik dann zum Glück nichts zu melden. Die Kurzsichtigkeit der deutschen Autobauer und ihre Junkies schreit schon zum Himmel, aber die Manager die jetzt die Fehlentscheidungen treffen und mit Betrügereien agieren haben eben nur das "Jetzt" im Kopf und das reicht ihnen.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon H2O » So 12. Nov 2017, 11:27

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Nov 2017, 11:12)

Man wird auf absehbare Zeit keine Stadt ohne Menschen haben können, auch keine ohne Bewegung und Transport. Ebenso wenig kann der Autobau unmittelbar vor jeder Haustür erfolgen, in jedem Dorf oder Gehöft. Wir bleiben bei dem Beispiel Stuttgart und Ba-Wü, wo für Hunderttausende der Automobilbau eben keine Frage des Lebensstils ist, sondern der puren Existenz.
Der Biologe, der im dünn besiedelten Mato Crosso Brasiliens eine seltene Pflanzenart erforscht, mag freilich ganz andere Probleme haben.

Kretschmann sagt, wir brauchen den Diesel, der heute sauber ist und die beste Verbrennung aufweist. Er erwähnt eigens in einer Presseerklärung, dass er sich selbst einen Diesel zugelegt hat.


Jetzt driften Sie aus meiner Sicht ins Unsinnige ab. Unser derzeitiger Lebensstil hat keine lange Zukunft, einmal ganz unabhängig davon, was MP Kretschmann nun heute oder gestern gesagt und gemacht hat.

Deshalb ist es sinnvoll, eine nachhaltige Zukunft zu überlegen und zu planen. Die Aufgabe kann kein Endverbraucher unseren Politikern abnehmen. Wenn Herrn Kretschmer & Cie. nichts dazu einfallen will, außer "weiter so", dann wäre er aus meiner Sicht eine gefährliche Fehlbesetzung. Es geht nicht darum, hier und heute alles Mögliche auf den Kopf zu stellen... schon wegen denkbarer katastrophaler Fehlentscheidungen nicht zu empfehlen. Aber regieren, ohne einen Plan "BaWü 2030 und 2050" zu entwickeln... das wäre denn doch unverantwortlich.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon DarkLightbringer » So 12. Nov 2017, 11:27

yogi61 hat geschrieben:(12 Nov 2017, 11:16)

Kretschmann ist 69 Jahre und auf dem Weg zum Greise. Für die notwendigen politischen Weichenstellungen in diesem Land ist seine Meinung irrelevant, er wird die Verfehlungen auch nicht mehr ausbaden müssen.

Der Kretschmer ist aber gewählt worden und er hat sich die Technik offenbar von Fachleuten erklären lassen.

Politik hat ja häufig damit zu tun, die Menschen auch irgendwie mitnehmen zu müssen. Es genügt da nicht, sich das Bild einer selten Pflanze an die Wand zu hängen.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon yogi61 » So 12. Nov 2017, 11:29

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Nov 2017, 11:27)

Der Kretschmer ist aber gewählt worden und er hat sich die Technik offenbar von Fachleuten erklären lassen.

Politik hat ja häufig damit zu tun, die Menschen auch irgendwie mitnehmen zu müssen. Es genügt da nicht, sich das Bild einer selten Pflanze an die Wand zu hängen.


Diese Phrasen ändern ja nichts daran, dass Herr Kretschmann nicht die Zukunft ist.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon H2O » So 12. Nov 2017, 11:33

jorikke hat geschrieben:(12 Nov 2017, 11:18)

Dann will ich einem Nordlicht mal etwas auf die Sprünge helfen.
Wohlgefüllte Bankkonten und hohe Lebenserwartung braucht man bei den Schwaben nicht zu trennen.
Neben den Bankkonten ist Stuttgart auch bei der Lebenserwartung Spitze.
Gemeinsam mit Bonn teilt man sich den ersten Platz in Deutschland.
In keiner anderen Stadt wird man älter.
Damit sie das nicht wieder missverstehen, ich bin absolut für Maßnahmen, die mithelfen die Luft in Stuttgart zu verbessern.


Unter so guten Randbedingungen für unser Alltagsleben gibt es doch gar keinen zwingenden Grund, die Mitbürger mit schmerzhaften Maßnahmen zu quälen! Und richtig: Eine sinnvolle Zukunftsplanung muß auch betrieben werden, siehe Luft und Wasser und Boden.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon DarkLightbringer » So 12. Nov 2017, 11:35

H2O hat geschrieben:(12 Nov 2017, 11:27)

Jetzt driften Sie aus meiner Sicht ins Unsinnige ab. Unser derzeitiger Lebensstil hat keine lange Zukunft, einmal ganz unabhängig davon, was MP Kretschmann nun heute oder gestern gesagt und gemacht hat.

Deshalb ist es sinnvoll, eine nachhaltige Zukunft zu überlegen und zu planen. Die Aufgabe kann kein Endverbraucher unseren Politikern abnehmen. Wenn Herrn Kretschmer & Cie. nichts dazu einfallen will, außer "weiter so", dann wäre er aus meiner Sicht eine gefährliche Fehlbesetzung. Es geht nicht darum, hier und heute alles Mögliche auf den Kopf zu stellen... schon wegen denkbarer katastrophaler Fehlentscheidungen nicht zu empfehlen. Aber regieren, ohne einen Plan "BaWü 2030 und 2050" zu entwickeln... das wäre denn doch unverantwortlich.

Kretschmann ist auch für Klimaschutz, hält es sogar für eine zentrale Menschheitsfrage.
Er hält nur nichts von einem Plan 2030, der technisch nicht umsetzbar ist. Er hält deshalb den Pflanzenschützer Hofreiter für unzumutbar. Etwas, was nicht machbar ist, ist nicht zu machen. Dies muss man in grünen Kreisen gesondert erklären.

Kretschmann ist im übrigen bei weitem nicht der einzige, der einen Schraubenschlüssel im Mund hat.
Nach dem Dieselskandal fordern Politiker den schnellen Umstieg auf Elektroautos. Doch die Modelle sind nicht alltagstauglich - und schon gar nicht umweltfreundlich.
http://www.spiegel.de/spiegel/elektroau ... 63493.html
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon DarkLightbringer » So 12. Nov 2017, 11:38

yogi61 hat geschrieben:(12 Nov 2017, 11:29)

Diese Phrasen ändern ja nichts daran, dass Herr Kretschmann nicht die Zukunft ist.

Dann wird ein anderer gewählt, der Hunderttausende nicht einfach ignorieren kann.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon H2O » So 12. Nov 2017, 11:40

yogi61 hat geschrieben:(12 Nov 2017, 11:29)

Diese Phrasen ändern ja nichts daran, dass Herr Kretschmann nicht die Zukunft ist.


Die sogenannte 2. Reihe der DIE GRÜNEN hat in BaWü auch schon ein Profil entwickelt; die 2. Reihe steht, wenn die 1. Reihe sich zurück zieht. Will sagen: Mit MP Kretschmann im Ruhestand ist nicht unbedingt das Ende der grünen Regierungsführung in BaWü erreicht.

Vor allem müssen wir doch zur Kenntnis nehmen, daß die Menschen in BaWü ihren Frieden mit den DIE GRÜNEN gemacht haben. Die Überraschung: Menschenfresser sind das ja doch nicht!
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon H2O » So 12. Nov 2017, 11:45

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Nov 2017, 11:35)

Kretschmann ist auch für Klimaschutz, hält es sogar für eine zentrale Menschheitsfrage.
Er hält nur nichts von einem Plan 2030, der technisch nicht umsetzbar ist. Er hält deshalb den Pflanzenschützer Hofreiter für unzumutbar. Etwas, was nicht machbar ist, ist nicht zu machen. Dies muss man in grünen Kreisen gesondert erklären.

Kretschmann ist im übrigen bei weitem nicht der einzige, der einen Schraubenschlüssel im Mund hat.
http://www.spiegel.de/spiegel/elektroau ... 63493.html


Die Frage bleibt eigentlich unverändert: Hat MP Kretschmner einen Plan "BaWü 2030 und 2050", in dessen Sinn vorsichtig die Weichen zu stellen sind, oder hat er keinen Plan? Und wenn er keinen Plan hat, dann ist er eine gefährliche Fehlbesetzung.

Mit Herrn Hofreiter kann man sich immerhin über seinen Plan sachlich streiten, ihn vielleicht sogar so verändern, daß er gängig wird. Worüber streiten sich MP Kretschmer & Cie.? Nur Tagesgeschäft... das ist zu wenig!
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Wähler » So 12. Nov 2017, 11:46

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 77536.html
Spiegel 11. November 2017 Trotz mancher Fortschritte: Von einem Durchbruch sind die Jamaika-Sondierungsgespräche weit entfernt
Trotz der Differenzen führt an der Bildung einer Jamaikakoalition nach Einschätzung von Politikwissenschaftlern kein Weg vorbei. "Ein Scheitern von Jamaika halte ich für sehr unwahrscheinlich", sagte der Politologe Ulrich von Alemann der "Heilbronner Stimme". Die deutschen Parteien seien "durch die Bank, außer die AfD vielleicht, sehr staatstragend. Sie wissen genau um ihre Verantwortung und dass es im Augenblick keine Alternative zu Jamaika gibt."

Auch der Politikwissenschaftler Dieter Roth, Gründer der Forschungsgruppe Wahlen, rechnet fest mit einer schwarz-gelb-grünen Regierungsbildung. "Union, Grüne und FDP sind zu dieser Koalition verdammt. Frau Merkel wird das durchsetzen", sagte Roth bei einer Veranstaltung der "Rhein-Neckar-Zeitung".

Es gilt also, bis Freitag abzuwarten, was die Parteispitzen ausklüngeln werden.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon jorikke » So 12. Nov 2017, 11:49

H2O hat geschrieben:(12 Nov 2017, 11:33)

Unter so guten Randbedingungen für unser Alltagsleben gibt es doch gar keinen zwingenden Grund, die Mitbürger mit schmerzhaften Maßnahmen zu quälen! Und richtig: Eine sinnvolle Zukunftsplanung muß auch betrieben werden, siehe Luft und Wasser und Boden.


Sehr gute Einstellung. Eine gute Argumentation wird dazu beitragen. Ein Thema ernsthaft zu diskutieren ist allemal besser als Katastrophen Szenarien und Schlagwörter.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon JJazzGold » So 12. Nov 2017, 11:55

H2O hat geschrieben:(12 Nov 2017, 10:38)

Mir ist schon klar, daß Menschen ihren kleinen Alltag möglichst ungestört von den Folgen ihres Tuns leben möchten. Wenn jedoch unabweisbar steigende Folgeerkrankungen um sich greifen, dann ist endgültig Schluß mit lustig. Und da gibt es viele Ansatzpunkte durch Fehlernährung, Bewegungsmangel, Bildungsmängel... nicht nur den alltäglichen Pendlerwahnsinn.

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So lange das in Ordnung ist und erkennbar in Ordnung bleibt, gibt es keine Gründe für harte Gegenmaßnahmen. Aber eine weitsichtige Planung und Förderung sollte eine grüne Handschrift tragen, denn ich kann mir kein gutes Leben vorstellen, wenn unsere Landschaft leergeräumt und leblos zugebaut wird.


Ich würde dem Bürger per se nicht unterstellen, dass er generell Veränderungen misstrauisch oder ablehnend gegenüber steht. Er wird sich aber fragen, wie sich gravierende Veränderungen auf sein Leben, von Familie über Beruf bis Freizeit, auswirken. Dabei rede ich nicht von der Biotonne, sondern von Verkehr und Energie und Steuern.

Da kann ich eine gewisse Renitenz gegen umwälzende Veränderungen durchaus nachvollziehen, weil diese Ängste hervorrufen. Ängste, die eine Jamaika Koalition ggfls. zeitgleich nehmen muss, oder sie treibt den extremen Rändern Wähler zu.

Als ein kleines Beispiel sei hier der Soli genannt. Für den einen Bürger sind die anfallenden Beträge irrelevant, die versäuft er nebenbei, für den anderen sind sie per anno gerechnet in Kombination mit steigenden Energiekosten, anderen laufenden Haushaltskosten, Transportkosten und geplanten Neuanschaffungen relevant.

Ein wesentlich umfassenderes Thema ist Verkehr und wie er sich zukünftig gestalten soll, oder nach Regierungsvorgabe gestalten soll. Da wird jede umfassende Veränderung gravierende Folgen für Berufs- und Privatleben haben. Bisher kann ich keinen Ansatz erkennen, dem Bürger seine berechtigten Ängste zu nehmen und ihn mitzunehmen. Insofern bin ich auf die Koalitionsvertrag, so es eine Jamaika Koalition geben wird, ausgesprochen gespannt. Denn mit den dort vertraglich festgelegten Themen zur Bearbeitung wird sich ein zukünftiger Verkehrsminister beschäftigen müssen und dabei ist es unerheblich, ob dieser schwarz, gelb oder grün ist, er muss die gemeinsam beschlossenen Änderungen “an den Mann“ bringen.

Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon DarkLightbringer » So 12. Nov 2017, 12:04

H2O hat geschrieben:(12 Nov 2017, 11:45)

Die Frage bleibt eigentlich unverändert: Hat MP Kretschmner einen Plan "BaWü 2030 und 2050", in dessen Sinn vorsichtig die Weichen zu stellen sind, oder hat er keinen Plan? Und wenn er keinen Plan hat, dann ist er eine gefährliche Fehlbesetzung.

Mit Herrn Hofreiter kann man sich immerhin über seinen Plan sachlich streiten, ihn vielleicht sogar so verändern, daß er gängig wird. Worüber streiten sich MP Kretschmer & Cie.? Nur Tagesgeschäft... das ist zu wenig!

Nun, ein Plan ist vor allem ein Plan, ob "Agenda 2010" oder "Klima 2020" bis "2050". Ob es funktioniert oder zu zahlreichen Verwerfungen führt, ist eine andere Frage.

Das Auto der Zukunft hat auch keinen Tankstutzen. Es zieht seine Nahrung aus einem Kabel. Und das geht etwa so schnell wie die Befüllung eines Kanisters mit einer Arztspritze.
http://www.spiegel.de/spiegel/elektroau ... 63493.html

Wie so etwas just Kretschmann ändern will? Das weiß ich auch nicht.

Forscher rechnen vor, dass für eine Million E-Autos rund 70.000 Ladepunkte nötig wären, derzeit gibt es aber nur 18.000. Das Plandatum 2030 ist strittig, so viel lässt sich jedenfalls sagen. Das ist ein bißchen so wie mit Seehofers Zahl von der Obergrenze, die nun ein Richtwert ist. Man hat Plan und Zahl, weiß aber nicht, was es bedeutet.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon yogi61 » So 12. Nov 2017, 12:04

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Nov 2017, 11:38)

Dann wird ein anderer gewählt, der Hunderttausende nicht einfach ignorieren kann.


Ganz so blöd sind die meisten Menschen ja nun nicht. Es geht ja nur noch um ein Herauszögern und das hat eben fatale Folgen.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon DarkLightbringer » So 12. Nov 2017, 12:08

yogi61 hat geschrieben:(12 Nov 2017, 12:04)

Ganz so blöd sind die meisten Menschen ja nun nicht. Es geht ja nur noch um ein Herauszögern und das hat eben fatale Folgen.

Du meinst, die Baden-Württemberger würden statt Kretschmann jemand anderen wählen, der ungefähr das Gegenteil vertritt, weil sie ja nicht blöd sind.
Hm, das klingt nach einem durchdachten, wenngleich fast spitzfindigen Konzept.

Und was genau soll nicht herausgezögert werden, die Benennung eines Fixdatums, die Machbarkeit einer Technologie oder eine "Schlagbaum"-Politik? Das ist ja alles unklar, selbst ob das E-Auto in Massen überhaupt umweltfreundlich wäre. Das einzige, was zur Diskussion auf dem Tisch liegt, ist ein Datum.
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