Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

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JJazzGold
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Re: Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Beitragvon JJazzGold » So 6. Mär 2016, 10:09

nichtkorrekt hat geschrieben:(06 Mar 2016, 09:11)

Die Menschen missbilligen Merkels Einwanderungspolitik und stören sich an den vielen Ausländern überall.



Du verstehst nicht wie Politik funktioniert, 10%+ für die AfD kostet einige Politbonzen in den Altparteien und solche die es noch werden wollen ihr Mandat und vielleicht sogar lukrative Ministerposten, da die Parteien sich nicht gerne die Butter vom Brot nehmen lassen, werden sie die Forderungen der AfD als ihre eigenen übernehmen, vll. in abgemilderter Form, ich denke die AfD wirkt heute schon, da zumindest formal die Gangart verschärft wird was Asyl angeht. Ob die AfD selbst regiert oder die Altparteien Forderungen der AfD übernehmen und umsetzen ist mir persönlich gleichgültig, die Masseneinwanderung muss eingedämmt werden, kriminelle Ausländer und nicht asylberechtige Migranten müssen abgeschoben werden, die innere Sicherheit und öffentliche Ordnung muss wieder hergestellt werden.



Es handelt sich um eine Landtagswahl, nicht um eine Bundestagswahl. Wer so dämlich ist, sich nicht für alle Belange seines Bundeslandes zu interessieren, sondern nur seinen bundesweiten Unwillen Asylantragstellern gegenüber per Kreuz aufs Papier rotzt, der muss dann, nebst Familie, eben nehmen, was er die nächsten 5 Jahre dank seines Kreuzes bekommt, auch wenn dann schon lange keine Flüchtlingskrise mehr herrschen sollte.
Kleinkariertes und kurzfristiges Denken par exellence.
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jorikke
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Re: Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Beitragvon jorikke » So 6. Mär 2016, 10:35

nichtkorrekt hat geschrieben:(06 Mar 2016, 09:11)

Die Menschen missbilligen Merkels Einwanderungspolitik und stören sich an den vielen Ausländern überall.



Du verstehst nicht wie Politik funktioniert, 10%+ für die AfD kostet einige Politbonzen in den Altparteien und solche die es noch werden wollen ihr Mandat und vielleicht sogar lukrative Ministerposten, da die Parteien sich nicht gerne die Butter vom Brot nehmen lassen, werden sie die Forderungen der AfD als ihre eigenen übernehmen, vll. in abgemilderter Form, ich denke die AfD wirkt heute schon, da zumindest formal die Gangart verschärft wird was Asyl angeht. Ob die AfD selbst regiert oder die Altparteien Forderungen der AfD übernehmen und umsetzen ist mir persönlich gleichgültig, die Masseneinwanderung muss eingedämmt werden, kriminelle Ausländer und nicht asylberechtige Migranten müssen abgeschoben werden, die innere Sicherheit und öffentliche Ordnung muss wieder hergestellt werden.


Na gut, dann verstehe ich eben nicht, wie Politik geht. Auf das ängstliche Übernehmen der Forderungen kleinerer Oppositionsparteien hast du kein Copyright. Das Gleiche behauptet die Linke schon seit Jahren. Dumm nur, dass sich die exotischen Parteien in Summe auf max. 25% erschöpfen. ( und das auch nur in Ausnahmesituationen, ist die heiße Luft raus, sind es etwa 15%) Damit bleibt immer eine Mehrheit der Vernunftbegabten übrig. Dumm weiterhin, dass die das genau wissen und sich deshalb keinesfalls vorführen lassen.
Dieses Argument ist nur dazu gut den eigenen Anhängern ein halbwegs plausibles Argument zu geben, um etwas der traurigen Gewissheit etwas entgegen zu setzen, ihre Stimme ansonsten zu verblasen.
...aber sei nicht traurig, von Politik verstehe ich nichts.
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Julian
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Re: Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Beitragvon Julian » So 6. Mär 2016, 10:53

JJazzGold hat geschrieben:(06 Mar 2016, 10:09)


Es handelt sich um eine Landtagswahl, nicht um eine Bundestagswahl. Wer so dämlich ist, sich nicht für alle Belange seines Bundeslandes zu interessieren, sondern nur seinen bundesweiten Unwillen Asylantragstellern gegenüber per Kreuz aufs Papier rotzt, der muss dann, nebst Familie, eben nehmen, was er die nächsten 5 Jahre dank seines Kreuzes bekommt, auch wenn dann schon lange keine Flüchtlingskrise mehr herrschen sollte.
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Wenn hier jedes Jahr Millionen von Muslimen einwandern, hat das viel stärkere Auswirkungen als ob nun diese oder jene Partei die Landesregierung in Baden-Württemberg stellt. Außerdem sind diese Auswirkungen langfristig und irreversibel.

Baden-Württemberg war und ist erfolgreich weitgehend unabhängig von den Farben der Regierung; ich habe hier schon schwarze, schwarz-rote, schwarz-gelbe und grün-rote Regierungen gesehen und habe keine davon als wirklich schlecht erlebt. Man muss weder vor Kretschmann noch vor Wolf Angst haben, beide sind vernünftige Menschen, die auch für Wähler aus dem eigentlich entgegengesetzten Lager wählbar sind. Kretschmann ist kein Fundi, und Wolf kein Reaktionär. Darin unterscheidet sich Baden-Württemberg von vielen anderen Ländern, wo politischer Streit auf ideologischer Ebene ausgetragen wird.

Ich bin eigentlich ein Liberaler und bin der FDP über die Jahre treu geblieben, trotz allem, und möglicherweise werde ich das auch dieses Mal tun. Allerdings habe ich aus rein taktischen Erwägungen die Überlegung angestellt, ob ich nicht durch die Wahl der AfD ein deutlicheres Zeichen setzen kann. Mir geht es dabei nicht um eine Regierungsbeteiligung der AfD, sondern darum, dass die CDU und die SPD endlich Vernunft annehmen, Merkel vom Hof jagen und die Grenzen schließen. Mit der AfD verbindet mich ansonsten wenig. Allerdings muss man vor einem Jörg Meuthen auch keine Angst haben. Bei seiner Truppe bin ich mir nicht sicher; da sind wohl einige dabei, die teilweise radikalere Positionen vertreten und/ oder wenig Ahnung von Politik haben.

Mit dieser Überlegung bin ich ganz sicher nicht allein, und gerade deswegen lässt sich das Ergebnis der AfD so schlecht prognostizieren. Leute wie mich einfach als dämlich hinzustellen, trifft den Kern des Problems überhaupt nicht.
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JJazzGold
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Re: Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Beitragvon JJazzGold » So 6. Mär 2016, 12:08

Julian hat geschrieben:(06 Mar 2016, 10:53)

Wenn hier jedes Jahr Millionen von Muslimen einwandern, hat das viel stärkere Auswirkungen als ob nun diese oder jene Partei die Landesregierung in Baden-Württemberg stellt. Außerdem sind diese Auswirkungen langfristig und irreversibel.

Baden-Württemberg war und ist erfolgreich weitgehend unabhängig von den Farben der Regierung; ich habe hier schon schwarze, schwarz-rote, schwarz-gelbe und grün-rote Regierungen gesehen und habe keine davon als wirklich schlecht erlebt. Man muss weder vor Kretschmann noch vor Wolf Angst haben, beide sind vernünftige Menschen, die auch für Wähler aus dem eigentlich entgegengesetzten Lager wählbar sind. Kretschmann ist kein Fundi, und Wolf kein Reaktionär. Darin unterscheidet sich Baden-Württemberg von vielen anderen Ländern, wo politischer Streit auf ideologischer Ebene ausgetragen wird.

Ich bin eigentlich ein Liberaler und bin der FDP über die Jahre treu geblieben, trotz allem, und möglicherweise werde ich das auch dieses Mal tun. Allerdings habe ich aus rein taktischen Erwägungen die Überlegung angestellt, ob ich nicht durch die Wahl der AfD ein deutlicheres Zeichen setzen kann. Mir geht es dabei nicht um eine Regierungsbeteiligung der AfD, sondern darum, dass die CDU und die SPD endlich Vernunft annehmen, Merkel vom Hof jagen und die Grenzen schließen. Mit der AfD verbindet mich ansonsten wenig. Allerdings muss man vor einem Jörg Meuthen auch keine Angst haben. Bei seiner Truppe bin ich mir nicht sicher; da sind wohl einige dabei, die teilweise radikalere Positionen vertreten und/ oder wenig Ahnung von Politik haben.

Mit dieser Überlegung bin ich ganz sicher nicht allein, und gerade deswegen lässt sich das Ergebnis der AfD so schlecht prognostizieren. Leute wie mich einfach als dämlich hinzustellen, trifft den Kern des Problems überhaupt nicht.


Bisher sind weder "Millionen" gekommen, um einen Asylantrag zu stellen, noch ist es Ihnen oder mir, oder auch Frau Merkel, der CDU, noch Brüssel und ganz sicher nicht dem einzelnen AfD Wähler in Baden-Württemberg möglich, eine verlässliche Prognose über zukünftige Zahlen abzugeben.
Wir erinnern uns, keiner der Prozesse die momentan laufen ist abgeschlossen.

Mir ist es wurscht, was Sie wählen, es ist Ihre Stimme, die Sie verleihen, um von Baden-Württemberg aus mittels einer AfD Wahl "Merkel vom Hof zu treiben", nicht meine. Ihre Wahl betrifft Ihr Bundesland und dessen zukünftige Entwicklung in den nächsten 5 Jahren, nicht mein Bundesland. Es ist Ihr Recht, bundeslandweit nichts anderes mehr wahrzunehmen, als Flüchtlinge. Insofern, go ahead.

Ich hoffe allerdings, dass sich in Bayern 2018 die Wähler zu 96% für das Wohl ihres Bundeslands, letztendlich ihres eigenen Wohls, in allen anstehenden Aspekten interessieren, statt sich in einer AfD Momentaufnahme kurzfristiger Befürchtungen und Aggressionen zu verlieren, die Bayern politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich nichts bringen.

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Re: Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Beitragvon nichtkorrekt » So 6. Mär 2016, 13:30

JJazzGold hat geschrieben:(06 Mar 2016, 10:09)


Es handelt sich um eine Landtagswahl, nicht um eine Bundestagswahl. Wer so dämlich ist, sich nicht für alle Belange seines Bundeslandes zu interessieren, sondern nur seinen bundesweiten Unwillen Asylantragstellern gegenüber per Kreuz aufs Papier rotzt, der muss dann, nebst Familie, eben nehmen, was er die nächsten 5 Jahre dank seines Kreuzes bekommt, auch wenn dann schon lange keine Flüchtlingskrise mehr herrschen sollte.
Kleinkariertes und kurzfristiges Denken par exellence.


Ja und, ich finde auch die Ansätze der AfD in der Bildungspolitik richtig, gegen die grüne Schwulenpropaganda und anderen Schabernack. Wahltag ist Zahltag.

jorikke hat geschrieben:(06 Mar 2016, 10:35)

Na gut, dann verstehe ich eben nicht, wie Politik geht. Auf das ängstliche Übernehmen der Forderungen kleinerer Oppositionsparteien hast du kein Copyright. Das Gleiche behauptet die Linke schon seit Jahren. Dumm nur, dass sich die exotischen Parteien in Summe auf max. 25% erschöpfen. ( und das auch nur in Ausnahmesituationen, ist die heiße Luft raus, sind es etwa 15%) Damit bleibt immer eine Mehrheit der Vernunftbegabten übrig. Dumm weiterhin, dass die das genau wissen und sich deshalb keinesfalls vorführen lassen.
Dieses Argument ist nur dazu gut den eigenen Anhängern ein halbwegs plausibles Argument zu geben, um etwas der traurigen Gewissheit etwas entgegen zu setzen, ihre Stimme ansonsten zu verblasen.
...aber sei nicht traurig, von Politik verstehe ich nichts.


Warum sollte man mit dieser Einstellung überhaupt noch wählen?
Wer nicht AfD wählt, wählt Merkel.
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von Grimm
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Re: Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Beitragvon von Grimm » So 6. Mär 2016, 14:57

U18-Wahlergebnis in Ba-Wü:

http://www.u18-bw.de
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Re: Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Beitragvon Dingo » So 6. Mär 2016, 15:42

von Grimm hat geschrieben:(06 Mar 2016, 14:57)

U18-Wahlergebnis in Ba-Wü:

http://www.u18-bw.de
CDU 26,12 %, Grüne 25,82%, SPD 18,35%, AfD 6,86%. Die LINKE draußen mit 4,89%, die FDP knapp drin mit 5,01%.

Ca. 17,84% der Stimmen fallen auf Parteien, die unter der 5%-Hürde geblieben sind. Interessant wäre da die (theoretische) Sitzverteilung. Müßte für Grün-Rot reichen, schätze ich.

Die AfD-Revolution ist bei den jungen Leuten jedenfalls gescheitert, wie es aussieht. Mal abwarten, was nächste Woche passiert.
Ich bin ein Flüchtlingskind.

Sollten weiterführende Links auf Seiten, die ich verlinke, zu Inhalten führen, die als Gewaltaufruf verstanden werden könnten, so mache ich mir diese ausdrücklich nicht zu eigen.
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Re: Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Beitragvon Brainiac » So 6. Mär 2016, 19:48

Sie kann es noch immer: Das Raunen, als in der Albgauhalle in Ettlingen beim Landesparteitag der CDU "unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel"angekündigt wird. Als Merkel an der Seite von CDU-Landeschef Thomas Strobl mit ihrem Sicherheitstross Einzug hält, erheben sich die Delegierten und Gäste wie automatisch, minutenlanger Applaus folgt.
[...]
Vor Beginn des Parteitags war bei vielen Delegierten die Rede von "Abrechnung" mit Merkels Flüchtlingspolitik gewesen, vom "großen Knall", der gleich kommen sollte. Denn Merkel wird von vielen an der CDU-Basis für die desaströsen Umfrageergebnisse verantwortlich gemacht. Doch der große Knall blieb an diesem Freitag aus.
http://www.focus.de/politik/deutschland/landtagswahl-in-baden-wuerttemberg-2016/merkel-in-baden-wuerttemberg-dass-wolf-ihr-in-den-ruecken-fiel-hat-die-kanzlerin-nicht-vergessen_id_5335737.html

Vielleicht gibt es hier ja einen Insider, der mir das erklären kann, ich blicke in der Gefühlslage der CDU nicht ganz durch.

Es wird allerortens von massiver Enttäuschung und Frust an der Parteibasis gesprochen. Dann kommt die Chefin, und nichts ist davon zu spüren.
Die Erklärung "Kanzlerwahlverein" ist mir zu einfach. Ich habe das Gefühl, dass bei den Delegierten auch ganz schön viel Respekt vorhanden ist vor einer Merkel, die trotz allen Gegenwinds eben nicht einknickt. Egal wie man das inhaltlich bewertet.
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Re: Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Beitragvon jorikke » So 6. Mär 2016, 19:59

Brainiac hat geschrieben:(06 Mar 2016, 19:48)

http://www.focus.de/politik/deutschland/landtagswahl-in-baden-wuerttemberg-2016/merkel-in-baden-wuerttemberg-dass-wolf-ihr-in-den-ruecken-fiel-hat-die-kanzlerin-nicht-vergessen_id_5335737.html

Vielleicht gibt es hier ja einen Insider, der mir das erklären kann, ich blicke in der Gefühlslage der CDU nicht ganz durch.

Es wird allerortens von massiver Enttäuschung und Frust an der Parteibasis gesprochen. Dann kommt die Chefin, und nichts ist davon zu spüren.
Die Erklärung "Kanzlerwahlverein" ist mir zu einfach. Ich habe das Gefühl, dass bei den Delegierten auch ganz schön viel Respekt vorhanden ist vor einer Merkel, die trotz allen Gegenwinds eben nicht einknickt. Egal wie man das inhaltlich bewertet.


Es ist ja nicht so, dass die CDU nur aus Knallchargen besteht, die kritiklos alles hinnehmen. Innerparteilich brodelt es ganz schön. Das dringt dann hin und wieder nach außen. Andererseits handhabt die CDU das Diskussionsproblem professioneller. Die wissen genau, öffentliche Kritik, auf einem Parteitag zumal, ist kontraproduktiv und deshalb hält man sich dort zurück. So ein Eiertanz zwischen Pragmatismus und Opportunismus.
...aber sinnvoll eben.
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Re: Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Beitragvon Brainiac » So 6. Mär 2016, 20:03

jorikke hat geschrieben:(06 Mar 2016, 19:59)

Es ist ja nicht so, dass die CDU nur aus Knallchargen besteht, die kritiklos alles hinnehmen. Innerparteilich brodelt es ganz schön. Das dringt dann hin und wieder nach außen. Andererseits handhabt die CDU das Diskussionsproblem professioneller. Die wissen genau, öffentliche Kritik, auf einem Parteitag zumal, ist kontraproduktiv und deshalb hält man sich dort zurück. So ein Eiertanz zwischen Pragmatismus und Opportunismus.
...aber sinnvoll eben.

Das ist das eine. Ich habe, was das angeht, auch schon immer die CDU für professioneller als die SPD gehalten.
Das andere ist der erwähnte minutenlange Applaus - am Ende der Veranstaltung auch noch mal sehr stark, wie in dem Artikel zu lesen ist. Das scheint mir schon etwas mehr, als nur, sich öffentliche Kritik zu verkneifen.

Nun, ich war nicht vor Ort.
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Re: Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Beitragvon jorikke » So 6. Mär 2016, 20:06

Brainiac hat geschrieben:(06 Mar 2016, 20:03)

Das ist das eine. Ich habe, was das angeht, auch schon immer die CDU für professioneller als die SPD gehalten.
Das andere ist der erwähnte minutenlange Applaus - am Ende der Veranstaltung auch noch mal sehr stark, wie in dem Artikel zu lesen ist. Das scheint mir schon etwas mehr, als nur, sich öffentliche Kritik zu verkneifen.

Nun, ich war nicht vor Ort.


Der minutenlange Applaus ist der Öffentlichkeit geschuldet.
Wäre er nur halb so lang wie beim letzten Parteitag, die Presse würde spekulieren, der Rücktritt steht unmittelbar bevor.
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Re: Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Beitragvon Julian » So 6. Mär 2016, 20:25

JJazzGold hat geschrieben:(06 Mar 2016, 12:08)

Bisher sind weder "Millionen" gekommen, um einen Asylantrag zu stellen, noch ist es Ihnen oder mir, oder auch Frau Merkel, der CDU, noch Brüssel und ganz sicher nicht dem einzelnen AfD Wähler in Baden-Württemberg möglich, eine verlässliche Prognose über zukünftige Zahlen abzugeben.
Wir erinnern uns, keiner der Prozesse die momentan laufen ist abgeschlossen.

Mir ist es wurscht, was Sie wählen, es ist Ihre Stimme, die Sie verleihen, um von Baden-Württemberg aus mittels einer AfD Wahl "Merkel vom Hof zu treiben", nicht meine. Ihre Wahl betrifft Ihr Bundesland und dessen zukünftige Entwicklung in den nächsten 5 Jahren, nicht mein Bundesland. Es ist Ihr Recht, bundeslandweit nichts anderes mehr wahrzunehmen, als Flüchtlinge. Insofern, go ahead.

Ich hoffe allerdings, dass sich in Bayern 2018 die Wähler zu 96% für das Wohl ihres Bundeslands, letztendlich ihres eigenen Wohls, in allen anstehenden Aspekten interessieren, statt sich in einer AfD Momentaufnahme kurzfristiger Befürchtungen und Aggressionen zu verlieren, die Bayern politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich nichts bringen.



Achso, es sind gar nicht 1,1 Millionen allein 2015 gekommen? Habe ich das geträumt? Und warum hätten 2016 weniger kommen sollen, wenn es nach Frau Merkel gegangen wäre und nicht andere Staaten für das unfähige Deutschland in die Bresche gesprungen wären? Dass jetzt die Zahlen auf wenige hundert Flüchtlinge pro Tag gesunken sind, hat genau mit der Maßnahme zu tun, die ich und andere hier propagieren, gemeinsam mit vielen demokratisch gewählten Politikern in Europa: der Grenzschließung für Illegale, gegen die sich Frau Merkel und beinahe alle Parteien in Deutschland - aber eben nur hier! - immer noch wehren.

Wir haben in Baden-Württemberg sehr viel Erfahrung mit Einwanderung und Integration, im übrigen weit mehr als Bayern, und wir haben hier sehr viel liberalere Traditionen, auf die ich stolz bin. Allerdings weiß ich, wie auch jeder andere verantwortlich denkende Mensch, dass die Aufnahmebereitschaft einer Gesellschaft Grenzen hat, zumal viele Flüchtlinge weitgehend ungebildet sind und archaische Wertvorstellungen mit sich bringen, und nicht wenige Kriminelle und Terroristen die Chance nutzen, um in unser Land zu gelangen.

Die Flutung Baden-Württembergs mit nahöstlichen Muslimen hätte eine viel weiter und tiefer reichende Wirkung als jede landespolitische Maßnahme. Und selbstverständlich werden Frau Merkel samt CDU und SPD mit ihrer naiven und gefährlichen Politik der offenen Grenzen unter Druck geraten, wenn die CDU in Baden-Württemberg nur zweitstärkste Kraft wird und unter 30% landet und die SPD hinter der AfD bei 13% rumdümpelt. Es wäre naiv zu glauben, dass Landtagswahlen die Bundespolitik nicht beeinflussen würden.
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Re: Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Beitragvon von Grimm » So 6. Mär 2016, 20:32

Julian hat geschrieben:
Die Flutung Baden-Württembergs mit nahöstlichen Muslimen....


Meine Güte, hol dir ein Bier! :rolleyes:
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Re: Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Beitragvon Julian » So 6. Mär 2016, 20:38

von Grimm hat geschrieben:(06 Mar 2016, 20:32)

Meine Güte, hol dir ein Bier! :rolleyes:

Werde ich machen und auf Österreich, Tschechien, Mazedonien & Co. anstoßen. ;)
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Re: Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Beitragvon Laertes » So 6. Mär 2016, 20:39

Brainiac hat geschrieben:(06 Mar 2016, 19:48)
Es wird allerortens von massiver Enttäuschung und Frust an der Parteibasis gesprochen. Dann kommt die Chefin, und nichts ist davon zu spüren.
Die Erklärung "Kanzlerwahlverein" ist mir zu einfach. Ich habe das Gefühl, dass bei den Delegierten auch ganz schön viel Respekt vorhanden ist vor einer Merkel, die trotz allen Gegenwinds eben nicht einknickt.

Ich bin kein CDU-Insider, aber laut Jonathan Haidt ist eine der sechs Säulen auf denen der Konservatismus ruht Loyalität und Respekt gegenüber der legimierten Führung. Eine weitere Säule des Konservatismus ist Betonung des WIR und der Gemeinsamkeiten der eigenen Gruppe inbesondere bei Auseinandersetzungen mit konkurrierenden Gruppen. Insofern zeigt sich die CDU m. E. hier in Zeiten des Wahlkampfs als typisch konservative Partei.
"Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann."
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Re: Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Beitragvon Brainiac » So 6. Mär 2016, 20:53

jorikke hat geschrieben:(06 Mar 2016, 20:06)

Der minutenlange Applaus ist der Öffentlichkeit geschuldet.
Wäre er nur halb so lang wie beim letzten Parteitag, die Presse würde spekulieren, der Rücktritt steht unmittelbar bevor.
Theater halt.

Laertes hat geschrieben:(06 Mar 2016, 20:39)

Ich bin kein CDU-Insider, aber laut Jonathan Haidt ist eine der sechs Säulen auf denen der Konservatismus ruht Loyalität und Respekt gegenüber der legimierten Führung. Eine weitere Säule des Konservatismus ist Betonung des WIR und der Gemeinsamkeiten der eigenen Gruppe inbesondere bei Auseinandersetzungen mit konkurrierenden Gruppen. Insofern zeigt sich die CDU m. E. hier in Zeiten des Wahlkampfs als typisch konservative Partei.


Nun, nachdem was ihr sagt, ist die Bezeichnung "Kanzlerwahlverein" vielleicht doch nicht ganz unzutreffend.
Klar kann man das auch positiver formulieren - jede Medaille hat zwei Seiten.
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Re: Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Beitragvon Darkfire » So 6. Mär 2016, 20:57

nichtkorrekt hat geschrieben:(06 Mar 2016, 13:30)

gegen die grüne Schwulenpropaganda und anderen Schabernack.

Warum sollte man mit dieser Einstellung überhaupt noch wählen?


Das hier geht schon eindeutig in Richtung Hetze.
Man merkt wie die Rethorische Aufrüstung bei einigen immer stärker zunimmt.
Dann darf natürlich auch nicht der Hinweis mit dem Wählen fehlen.
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Re: Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Beitragvon Laertes » So 6. Mär 2016, 21:05

Julian hat geschrieben:(06 Mar 2016, 20:25)
Die Flutung Baden-Württembergs mit nahöstlichen Muslimen hätte eine viel weiter und tiefer reichende Wirkung als jede landespolitische Maßnahme.


Flutung ist dann doch übertrieben. Bei uns im Städtchen (Rems-Murr-Kreis) ist der Anteil an Migranten durch die Flüchtlinge von 18% auf maximal 20% gestiegen. Im Stadtbild fällt das gar nicht weiter auf.

In der Grundschule meiner Tochter siehts etwas anders aus. Da kann man schon mal einen Blick auf Deutschland in 15 - 20 Jahren werfen: Von 23 Kindern in der Klasse haben (ohne Flüchtlinge) 10 Kinder Migrationshintergrund. Davon sind mindestens 8 sprachlich und auch sonst erfolgreich integriert. Nachdem sie ein Mindestmaß an Sprachkenntnis erworben haben, kommen im Lauf des Schuljahrs wohl noch 2 - 3 Flüchtlingskinder dazu. Die Quote der Kinder mit Migrationshintergrund in der Klasse liegt dann bei knapp über 50%, und 2 - 3 von den 25 (also ca. 10%) werden sprachlich und was Verhaltensnormen angeht nicht integriert sein.

Wenn ich das auf die Zukunft projeziere ist die Aussage, dass das viel weiter und tiefer reichende Wirkung als jede landespolitische Maßnahme haben wird nicht von der Hand zu weisen.
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Re: Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Beitragvon von Grimm » So 6. Mär 2016, 21:14

Julian hat geschrieben:(06 Mar 2016, 20:38)

Werde ich machen und auf Österreich, Tschechien, Mazedonien & Co. anstoßen. ;)

Dass Österreich nun auch zu den Balkanländern gehört, wollten die wohl so, oder? :?
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Re: Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Beitragvon Julian » So 6. Mär 2016, 21:34

Laertes hat geschrieben:(06 Mar 2016, 21:05)

Flutung ist dann doch übertrieben. Bei uns im Städtchen (Rems-Murr-Kreis) ist der Anteil an Migranten durch die Flüchtlinge von 18% auf maximal 20% gestiegen. Im Stadtbild fällt das gar nicht weiter auf.

In der Grundschule meiner Tochter siehts etwas anders aus. Da kann man schon mal einen Blick auf Deutschland in 15 - 20 Jahren werfen: Von 23 Kindern in der Klasse haben (ohne Flüchtlinge) 10 Kinder Migrationshintergrund. Davon sind mindestens 8 sprachlich und auch sonst erfolgreich integriert. Nachdem sie ein Mindestmaß an Sprachkenntnis erworben haben, kommen im Lauf des Schuljahrs wohl noch 2 - 3 Flüchtlingskinder dazu. Die Quote der Kinder mit Migrationshintergrund in der Klasse liegt dann bei knapp über 50%, und 2 - 3 von den 25 (also ca. 10%) werden sprachlich und was Verhaltensnormen angeht nicht integriert sein.

Wenn ich das auf die Zukunft projeziere ist die Aussage, dass das viel weiter und tiefer reichende Wirkung als jede landespolitische Maßnahme haben wird nicht von der Hand zu weisen.


Gut, einverstanden, der Begriff Flutung mag übertrieben erscheinen. Was viele Leute jedoch übersehen, ist die so ganz andere Alters- und Geschlechtsverteilung der Flüchtlinge. Dies führt dazu, dass es in bestimmten Alterskohorten zu massiven Verschiebungen kommen würde, wenn die Politik so weiterginge. Das geht ja auch aus deinem Beispiel hervor.

Ich glaube, dass Baden-Württemberg in den vergangenen Jahrzehnten insgesamt eine gute Integrationsleistung vollbracht hat, nicht zuletzt dank einer pragmatischen Herangehensweise und einer soliden wirtschaftlichen Entwicklung. Es wäre schade, wenn man dies aufs Spiel setzen würde durch eine unüberlegte Politik, die die Integrationsfähigkeit unserer Gesellschaft übersteigt.

Wir hätten dann ein doppeltes Problem: Zum einen die nicht integrierten Zuwanderer, die die Sozialkassen belasten oder gar kriminell werden könnten, und zum anderen die Bürger, die sich als Reaktion auf diese Probleme radikalisieren. Solch eine Radikalisierung kann die Gesellschaft dann weiter polarisieren in einem Sinne, dass sich viele Zuwanderer ihrerseits nicht mehr akzeptiert fühlen uns sich von der Mehrheitsgesellschaft abwenden. In solch einen Teufelskreis darf man gar nicht erst hineingelangen.
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