Gedankenspiele

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Dark Angel
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Beitragvon Dark Angel » Di 23. Jul 2019, 22:04

Nur mal angenommen, die Menschheit erreicht irgendwann einen Entwicklungsstand, in der sie interstellarer Raumfahrt betreibt und weiter angenommen, ein solches Raumschiff havariert und strandet auf einem scheinbar unbewohnten erdähnlichen Planeten.
Untersuchungen ergeben, die aufgetreten Schäden am Raumschiff sind nicht zu beheben, die Besatzung ist gezwungen, irgendwie auf dem Planeten zu überleben.
M.M.n sind zwei Szenarien denkbar:
1. Die Besatzung versucht einfach zu überleben und "entgegen aller Vernunft" die aufgetretenen Schäden doch zu beheben.

2.Sie akzeptieren die Aussichtlosigkeit ihrer Lage und entschließt sich auf dem Planeten dauerhaft zu siedeln und eine funktionierende Gesellschaft aufzubauen.

In beiden Fällen stehen der Besatzung nur die Ressourcen des Raumschiffes zur Verfügung bzw das, was sie mit Hilfe vorhandener Technologie bauen könnten.

Für welches der beiden Szenarien würde sich die Besatzung entscheiden?

Sollte sie sich für das 2. Szenario entscheiden - unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen könnte eine dauerhafte Besiedlung in Angriff genommen werden und letztendlich gelingen?

Auf welchem Entwicklungsstand würde sich eine solche Gesellschaft etablieren und welche normativen Rahmenbedingungen wären notwendig?
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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jack000
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Re: Gedankenspiele

Beitragvon jack000 » Di 23. Jul 2019, 22:09

Dark Angel hat geschrieben:(23 Jul 2019, 22:04)

Nur mal angenommen, die Menschheit erreicht irgendwann einen Entwicklungsstand, in der sie interstellarer Raumfahrt betreibt und weiter angenommen, ein solches Raumschiff havariert und strandet auf einem scheinbar unbewohnten erdähnlichen Planeten.
Untersuchungen ergeben, die aufgetreten Schäden am Raumschiff sind nicht zu beheben, die Besatzung ist gezwungen, irgendwie auf dem Planeten zu überleben.
M.M.n sind zwei Szenarien denkbar:
1. Die Besatzung versucht einfach zu überleben und "entgegen aller Vernunft" die aufgetretenen Schäden doch zu beheben.

2.Sie akzeptieren die Aussichtlosigkeit ihrer Lage und entschließt sich auf dem Planeten dauerhaft zu siedeln und eine funktionierende Gesellschaft aufzubauen.

In beiden Fällen stehen der Besatzung nur die Ressourcen des Raumschiffes zur Verfügung bzw das, was sie mit Hilfe vorhandener Technologie bauen könnten.

Für welches der beiden Szenarien würde sich die Besatzung entscheiden?

Sollte sie sich für das 2. Szenario entscheiden - unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen könnte eine dauerhafte Besiedlung in Angriff genommen werden und letztendlich gelingen?

Auf welchem Entwicklungsstand würde sich eine solche Gesellschaft etablieren und welche normativen Rahmenbedingungen wären notwendig?

Davon ausgehend, dass ja nun nicht der Bodensatz der Gesellschaft in diesem Raumschiff sitzt, werden die doch feststellen das eine Reparatur nicht möglich ist und sich damit abfinden auf diesen Planeten zu leben und das beste daraus zu machen?
=> Eine Alternative haben die doch gar nicht?
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Re: Gedankenspiele

Beitragvon Dark Angel » Di 23. Jul 2019, 22:20

jack000 hat geschrieben:(23 Jul 2019, 22:09)

Davon ausgehend, dass ja nun nicht der Bodensatz der Gesellschaft in diesem Raumschiff sitzt, werden die doch feststellen das eine Reparatur nicht möglich ist und sich damit abfinden auf diesen Planeten zu leben und das beste daraus zu machen?
=> Eine Alternative haben die doch gar nicht?

Nun auch hochqualifizierte Menschen können in bestimmten ausweglosen oder scheinbar ausweglosen Situationen durchaus irrational reagieren.
Der Versuch einer Instandsetzung "wider alle Vernunft" wäre so eine irrationale Reaktion.
Nun - ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die Entscheidung, eine dauerhafte Siedlung zu gründen, zunächst auf Widerstand stößt.
Dauerhafte Siedlung würde ja auch zwingendes Bevölkerungswachstum bedeuten, würde bedeuten es müsste auf Aufrechterhaltung genetischer Variabilität geachtet werden etc pp.
Darum meine Fragen - unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen wäre dauerhafte Besiedlung möglich, um was für eine Gesellschaft würde es sich handeln und welchen Entwicklungsstand mit welchen normativen Rahmenbedingungen würde eine solche Gesellschaft haben?
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Re: Gedankenspiele

Beitragvon Adam Smith » Di 23. Jul 2019, 22:22

Die Besatzung würde in beiden Fällen die Ressourcen des fremden Planeten nutzen.
Das ist Kapitalismus:

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Adam Smith
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Re: Gedankenspiele

Beitragvon Adam Smith » Di 23. Jul 2019, 22:40

Es gibt hier einige Beispiele in der Geschichte.


Als Edward Young am 25. Dezember 1800 an Asthma starb, blieb John Adams als einziger erwachsener Mann übrig, zusammen mit zehn Polynesierinnen und inzwischen 23 Kindern der Europäer. Die polynesischen Männer hatten keine Nachkommen hinterlassen. Young hatte kurz vor seinem Tod dem ungebildeten Adams anhand der Schiffsbibel der Bounty das Lesen beigebracht. Adams las täglich in der Bibel, begann ein gottesfürchtiges Leben, verbot den Alkohol und hielt regelmäßige Gottesdienste ab. Am 5. März 1829 starb er als angesehenes Oberhaupt der kleinen Gemeinde eines natürlichen Todes.[18]


https://de.m.wikipedia.org/wiki/Pitcairn


etwa 6100 Menschen ohne Verpflegung, Unterbringungsmöglichkeiten, Hausrat oder Werkzeuge ausgesetzt. Hunger, Entbehrungen, Krankheiten und Fluchtversuche reduzierten die Zahl der Ausgesetzten innerhalb von dreizehn Wochen auf etwa 2200 Menschen, wobei es auch zu Kannibalismus kam.


https://de.m.wikipedia.org/wiki/Trag%C3 ... von_Nasino
Das ist Kapitalismus:

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Re: Gedankenspiele

Beitragvon Brainiac » Di 23. Jul 2019, 22:57

Spannend ist die Frage, welche Art von Verfassung sich die siedelnde Gesellschaft geben würde. :) Das war mW schon in diversen SciFi Szenarien ein Thema.
Jeder hat das Recht
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Re: Gedankenspiele

Beitragvon Teeernte » Di 23. Jul 2019, 23:53

Dark Angel hat geschrieben:(23 Jul 2019, 22:04)

Nur mal angenommen, die Menschheit erreicht irgendwann einen Entwicklungsstand, in der sie interstellarer Raumfahrt betreibt und weiter angenommen, ein solches Raumschiff havariert und strandet auf einem scheinbar unbewohnten erdähnlichen Planeten.
Untersuchungen ergeben, die aufgetreten Schäden am Raumschiff sind nicht zu beheben, die Besatzung ist gezwungen, irgendwie auf dem Planeten zu überleben.
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1. Die Besatzung versucht einfach zu überleben und "entgegen aller Vernunft" die aufgetretenen Schäden doch zu beheben.

2.Sie akzeptieren die Aussichtlosigkeit ihrer Lage und entschließt sich auf dem Planeten dauerhaft zu siedeln und eine funktionierende Gesellschaft aufzubauen.

In beiden Fällen stehen der Besatzung nur die Ressourcen des Raumschiffes zur Verfügung bzw das, was sie mit Hilfe vorhandener Technologie bauen könnten.

Für welches der beiden Szenarien würde sich die Besatzung entscheiden?

Sollte sie sich für das 2. Szenario entscheiden - unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen könnte eine dauerhafte Besiedlung in Angriff genommen werden und letztendlich gelingen?

Auf welchem Entwicklungsstand würde sich eine solche Gesellschaft etablieren und welche normativen Rahmenbedingungen wären notwendig?


Es gibt TELEKOMMUNIKATION.

Also Nummer 1 - Bauen - und nach Hilfe anfunken. Das geht sogar vollkommen "Mechanisch" - ohne Röhren oder Transistoren.... und SOS ist einfach zu funken.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Gedankenspiele

Beitragvon Moses » Mi 24. Jul 2019, 06:57

Im Grunde wäre mein erster Ansatz, im Rauschiff wohnen (soweit das noch möglich ist) hier ist der Komfort sicherlich besser als im Freien. Stück für Stück die Umwelt erforschen und beginnen mit Ackerbau, Viehzucht und letztendlich auch Siedlung.
Soviel zur Lebenserhaltung
Zur Arterhaltung kommt es dann doch im Besonderen auf die Zusammensetzung der Besatzung an. Je größer die Besatzung und je ausgeglichener das Geschlechterverhältnis umso größer sind die Chancen, eine prosperierende Population zu erreichen.
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: Gedankenspiele

Beitragvon JJazzGold » Mi 24. Jul 2019, 08:35

Dark Angel hat geschrieben:(23 Jul 2019, 22:04)

Nur mal angenommen, die Menschheit erreicht irgendwann einen Entwicklungsstand, in der sie interstellarer Raumfahrt betreibt und weiter angenommen, ein solches Raumschiff havariert und strandet auf einem scheinbar unbewohnten erdähnlichen Planeten.
Untersuchungen ergeben, die aufgetreten Schäden am Raumschiff sind nicht zu beheben, die Besatzung ist gezwungen, irgendwie auf dem Planeten zu überleben.
M.M.n sind zwei Szenarien denkbar:
1. Die Besatzung versucht einfach zu überleben und "entgegen aller Vernunft" die aufgetretenen Schäden doch zu beheben.

2.Sie akzeptieren die Aussichtlosigkeit ihrer Lage und entschließt sich auf dem Planeten dauerhaft zu siedeln und eine funktionierende Gesellschaft aufzubauen.

In beiden Fällen stehen der Besatzung nur die Ressourcen des Raumschiffes zur Verfügung bzw das, was sie mit Hilfe vorhandener Technologie bauen könnten.

Für welches der beiden Szenarien würde sich die Besatzung entscheiden?

Sollte sie sich für das 2. Szenario entscheiden - unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen könnte eine dauerhafte Besiedlung in Angriff genommen werden und letztendlich gelingen?

Auf welchem Entwicklungsstand würde sich eine solche Gesellschaft etablieren und welche normativen Rahmenbedingungen wären notwendig?


Für die zweite. Weil der Überlebenswille überwiegt.

Dauerhafte Besiedelung bedeutet
- gentechnisch variable Vermehrung
- ausreichende, sprich mitwachsende Nahrungsbeschaffung
- medizinische Versorgung
- Kleidung
- Handwerk
-Wissensstandbewahrung

Ersteres lässt sich, je nach Größe der gestrandeten Gruppe, durch angewiesenen Partnerwechsel erreichen.
Bei der Nahrungsbeschaffung würde anfänglich wahrscheinlich auf einfache Methoden zurückgegriffen werden müssen, wie Pfeil und Bogen, Speer und Fallen, Ackerbau und Viehzucht. Was ebenso für Bekleidung zutrifft.
Bei medizinischer Versorgung müsste mit dem Vorhandenen experimentiert werden.

Stand Lebensqualität geschätzt ca. 14. - 15. Jahrhundert, allerdings mit weitreichenderem Wissenstand, was, je nach gesellschaftlicher Entwicklung und etabliertem Bildungssystem schneller überwunden werden kann, als vergleichsweise auf der Erde.

Interessantes Gedankenspiel. :) :thumbup:
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Gedankenspiele

Beitragvon Dark Angel » Mi 24. Jul 2019, 09:39

Teeernte hat geschrieben:(23 Jul 2019, 23:53)

Es gibt TELEKOMMUNIKATION.

Also Nummer 1 - Bauen - und nach Hilfe anfunken. Das geht sogar vollkommen "Mechanisch" - ohne Röhren oder Transistoren.... und SOS ist einfach zu funken.

Wie stellst du dir Telekommunikation vor?
Interstellarer Raumflug - erdähnlicher Planet ist Lichtjahre weit entfernt heißt der Hilferuf benötigt Jahre, ehe er die Erde erreicht, dann dauert es nochmals Jahrzehte, ehe die "Hilfe" den Planeten erreichen könnte.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Gedankenspiele

Beitragvon Teeernte » Mi 24. Jul 2019, 09:43

Dark Angel hat geschrieben:(24 Jul 2019, 09:39)

Wie stellst du dir Telekommunikation vor?
Interstellarer Raumflug - erdähnlicher Planet ist Lichtjahre weit entfernt heißt der Hilferuf benötigt Jahre, ehe er die Erde erreicht, dann dauert es nochmals Jahrzehte, ehe die "Hilfe" den Planeten erreichen könnte.


Nun besser als GARNICHTS.

JEDER Schiffbrüchige baut ein SIGNAL für vorbeifahrende Schiffe//Flugzeuge. (Oder bereitet es vor - ...und wenn es nur ein Feuer ist)..
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Re: Gedankenspiele

Beitragvon Dark Angel » Mi 24. Jul 2019, 10:05

JJazzGold hat geschrieben:(24 Jul 2019, 08:35)

Für die zweite. Weil der Überlebenswille überwiegt.

Dauerhafte Besiedelung bedeutet
- gentechnisch variable Vermehrung
- ausreichende, sprich mitwachsende Nahrungsbeschaffung
- medizinische Versorgung
- Kleidung
- Handwerk
-Wissensstandbewahrung

Ersteres lässt sich, je nach Größe der gestrandeten Gruppe, durch angewiesenen Partnerwechsel erreichen.
Bei der Nahrungsbeschaffung würde anfänglich wahrscheinlich auf einfache Methoden zurückgegriffen werden müssen, wie Pfeil und Bogen, Speer und Fallen, Ackerbau und Viehzucht. Was ebenso für Bekleidung zutrifft.
Bei medizinischer Versorgung müsste mit dem Vorhandenen experimentiert werden.

Stand Lebensqualität geschätzt ca. 14. - 15. Jahrhundert, allerdings mit weitreichenderem Wissenstand, was, je nach gesellschaftlicher Entwicklung und etabliertem Bildungssystem schneller überwunden werden kann, als vergleichsweise auf der Erde.

Interessantes Gedankenspiel. :) :thumbup:

In diese Richtung gehen meine Überlegungen auch, wobei ich den Entwicklungsstand aus mehreren Gründen auf sehr viel niedrigerem Niveau ansiedeln würde.
Der ersten Generation stehen noch (und auch nur) die Ressourcen des Raumschiffs zur Verfügung ==> müsste "ausgeschlachtet" werden, wobei ich mit Moses insofern übereinstimme, dass das Raumschiff - soweit möglich - als Wohn- und Lagerraum dienen müsste.
Als wichtigstes Problem sehe ich die Flora und Fauna des "neuen" Planeten. Da könnte sich die Mikrofauna als toxisch für den menschlichen Organismus erweisen - heißt es könnten Krankheiten auftreten, die auf der Erde unbekannt sind.
Dies wiederum könnte zu hohen Verlusten unter den Siedlern führen - aber ich bin optimistisch und behaupte, dennoch bleibt eine Mindespopulationsgröße (500 Individuen) für eine dauerhafte Besiedlung erhalten, wobei der Anpassungsdruck an die fremde Umwelt enorm ist.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Menschen - die von einer hochtechnisierten Erde stammen - viele Fertigkeiten wieder grundlegend erlernen müssten, heißt irgendwelche Raumschifftechniker, IT-Spezialisten etc müssten sich mit "einfachsten" Tätigkeiten vertraut machen, diese erlernen. Meteorologen, Geologen, Biologen, Biochemiker etc würde bei der Erforschung "vor Arbeit nicht aus den Augen gucken können".

So lange noch Ressourcen des Raumschiffes genutzt werden können, könnte ein einfacher/niedriger technischer Standard aufrecht erhalten werden.
Problem Bevölkerungswachstum - jede Frau im gebärfähigen Alter müsste zwingend mehrere Kinder von verschiedenen Partnern bekommen, aber auch hier wieder Anpassungsdruck ==> es wäre mit hoher Kindersterblichkeit zu rechnen, so dass die Population nur sehr langsam wachsen würde.

Meine Überlegungen sind, dass sich eine Agrargesellschaft au relativ niedrigem Niveau etablieren würde, die sogar noch Elemente der Jagd- und Sammelwirtschaft enthält.
Auf alle Fälle eine Gesellschaft, die über mehrere Generationen massiven äußeren Zwängen unterworfen ist.
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Re: Gedankenspiele

Beitragvon ThorsHamar » Mi 24. Jul 2019, 10:56

Die Entwicklung ist, bei den spärlichen Angaben zur Ausgangssituation, kaum prognostizieren.
Ich finde z.B. überlebensnotwendig relevant, neben der Anzahl und geschlechtlichen Zusammensetzung der Besatzung, ob es eine funktionierende Befehlsstruktur an Bord gab, also eine Befehlsstruktur, welche der notwendigen Kompetenz tatsächlich adäquat ist.
Also sind dort nach Raumfahrtkompetenz ausgewählte Profis an Bord, oder auch schon Blümchenzüchter mit Brille, die "auch mal was anderes machen wollten" ....
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
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Re: Gedankenspiele

Beitragvon Dark Angel » Mi 24. Jul 2019, 11:04

ThorsHamar hat geschrieben:(24 Jul 2019, 10:56)

Die Entwicklung ist, bei den spärlichen Angaben zur Ausgangssituation, kaum prognostizieren.
Ich finde z.B. überlebensnotwendig relevant, neben der Anzahl und geschlechtlichen Zusammensetzung der Besatzung, ob es eine funktionierende Befehlsstruktur an Bord gab, also eine Befehlsstruktur, welche der notwendigen Kompetenz tatsächlich adäquat ist.
Also sind dort nach Raumfahrtkompetenz ausgewählte Profis an Bord, oder auch schon Blümchenzüchter mit Brille, die "auch mal was anderes machen wollten" ....

Nun - die funktionierende Befehlsstruktur setze ich voraus und ausgehend davon, dass interstellarer Raumflug auch mit Forschung verbunden ist/sein würde, setze ich ebenso voraus, dass die entsprechenden Wissenschaftler an Bord sind.
Der Rest "Blümchen züchten" u.a. gehört zu den Fertigkeiten, die wieder entdeckt und neu erlernt werden müssten.
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Re: Gedankenspiele

Beitragvon Keoma » Mi 24. Jul 2019, 11:07

Dark Angel hat geschrieben:(24 Jul 2019, 11:04)

Nun - die funktionierende Befehlsstruktur setze ich voraus und ausgehend davon, dass interstellarer Raumflug auch mit Forschung verbunden ist/sein würde, setze ich ebenso voraus, dass die entsprechenden Wissenschaftler an Bord sind.
Der Rest "Blümchen züchten" u.a. gehört zu den Fertigkeiten, die wieder entdeckt und neu erlernt werden müssten.


Kommt darauf an, zu welchem Zweck das Raumschiff unterwegs war.
Jeder hat das Grundrecht auf eine eigene Meinung. Aber nicht auf eigene Fakten.
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Re: Gedankenspiele

Beitragvon Papaloooo » Mi 24. Jul 2019, 11:10

Teeernte hat geschrieben:(23 Jul 2019, 23:53)

Es gibt TELEKOMMUNIKATION.

Also Nummer 1 - Bauen - und nach Hilfe anfunken. Das geht sogar vollkommen "Mechanisch" - ohne Röhren oder Transistoren.... und SOS ist einfach zu funken.

Unter günstigen Umständen ist dann der nächste Bewohnte Planet mall eben 10 Lichtjahre entfernt.
Man kann also frühenstens in 20 Jahren ein Antwort erhalten.
Dazu müsste man aber zuerst mal eine riesige Parabolantenne bauen,
denn ein Sender und Empfänger als Sattelit scheidet aus.
Das würde aber auch nochmal Jahre in Anspruch nehmen,
also zumindest eine Generation bis mal eine fernmündliche Antwort käme.
Geholfen hätte dann freilich noch niemand.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Gedankenspiele

Beitragvon Dark Angel » Mi 24. Jul 2019, 11:10

Keoma hat geschrieben:(24 Jul 2019, 11:07)

Kommt darauf an, zu welchem Zweck das Raumschiff unterwegs war.

Nehmen wir an, es war ein Forschungsschiff ...
Ist das für Gedankenspielereien, für welche Alternative sich die gestrandete Mannschaft entscheiden würde und wie diese Entscheidung umsetzbar ist?
Der Selbsterhaltungstrieb/Überlebenswille des Menschen ist doch der entscheidene Faktor. ;)
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Re: Gedankenspiele

Beitragvon Papaloooo » Mi 24. Jul 2019, 11:13

Dark Angel hat geschrieben:(23 Jul 2019, 22:04)

Nur mal angenommen, die Menschheit erreicht irgendwann einen Entwicklungsstand, in der sie interstellarer Raumfahrt betreibt und weiter angenommen, ein solches Raumschiff havariert und strandet auf einem scheinbar unbewohnten erdähnlichen Planeten.
Untersuchungen ergeben, die aufgetreten Schäden am Raumschiff sind nicht zu beheben, die Besatzung ist gezwungen, irgendwie auf dem Planeten zu überleben.
M.M.n sind zwei Szenarien denkbar:
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2.Sie akzeptieren die Aussichtlosigkeit ihrer Lage und entschließt sich auf dem Planeten dauerhaft zu siedeln und eine funktionierende Gesellschaft aufzubauen.

In beiden Fällen stehen der Besatzung nur die Ressourcen des Raumschiffes zur Verfügung bzw das, was sie mit Hilfe vorhandener Technologie bauen könnten.

Für welches der beiden Szenarien würde sich die Besatzung entscheiden?

Sollte sie sich für das 2. Szenario entscheiden - unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen könnte eine dauerhafte Besiedlung in Angriff genommen werden und letztendlich gelingen?

Auf welchem Entwicklungsstand würde sich eine solche Gesellschaft etablieren und welche normativen Rahmenbedingungen wären notwendig?

Ziemlich hypothetisch und auch wenig Science-Fiction-Taugich.
Denn wie solten sie sich eine Biosphäre aufbauen,
es fehlt ja auch an Sauerstoff.
Wäre aber schon eine Biosphäre dort,
dann ist die Wahrscheinlichkeit einer biologischen Inkompatibilität extrem hoch.
Also erst mal Terraforming, jahrhunderte
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Re: Gedankenspiele

Beitragvon Keoma » Mi 24. Jul 2019, 11:14

Dark Angel hat geschrieben:(24 Jul 2019, 11:10)

Nehmen wir an, es war ein Forschungsschiff ...
Ist das für Gedankenspielereien, für welche Alternative sich die gestrandete Mannschaft entscheiden würde und wie diese Entscheidung umsetzbar ist?
Der Selbsterhaltungstrieb/Überlebenswille des Menschen ist doch der entscheidene Faktor. ;)


Es geht dabei um die vorhandenen Humanressourcen.
Z.B. wenn es mit Militär besetzt wäre, könnten sie sich gleich erschießen.
Jeder hat das Grundrecht auf eine eigene Meinung. Aber nicht auf eigene Fakten.
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Re: Gedankenspiele

Beitragvon Milady de Winter » Mi 24. Jul 2019, 11:26

Keoma hat geschrieben:(24 Jul 2019, 11:14)

Es geht dabei um die vorhandenen Humanressourcen.
Z.B. wenn es mit Militär besetzt wäre, könnten sie sich gleich erschießen.

Wer schon mal "Wayward Pines" gesehen hat, der würde diese Variante auch bevorzugen.
- When he called me evil I just laughed -

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