Abtreibung bis zum 9. Monat ?

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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Vongole » Do 13. Dez 2018, 14:51

Kritikaster hat geschrieben:(13 Dec 2018, 14:40)

Wenn es so war, ist es die angemessene Quittung gewesen.


Wie bitte? :?:
Eine Frau erhebt eine völlig unangemessene Forderung, und alle anderen Frauen sollen dafür sozusagen bestraft werden?
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Kritikaster » Do 13. Dez 2018, 15:08

Vongole hat geschrieben:(13 Dec 2018, 14:51)

Wie bitte? :?:
Eine Frau erhebt eine völlig unangemessene Forderung, und alle anderen Frauen sollen dafür sozusagen bestraft werden?

Hast recht mit Deiner Kritik, das war ungenau formuliert.

Wenn ich den Applaus zu ihren Ausführungen bewerte, war das keine Einzelmeinung der Rednerin. Für DIESE Personen und deren UnterstützerINNEN ist ein solches Ergebnis aus meiner Sicht hoch verdient. Dass letztlich ALLE Frauen die Folgen solch unsinniger Vorstöße auszubaden haben ... nun ja, dafür möge frau sich bei den Auslöserinnen bedanken.

Unabhängig vom konkreten Vorgang, treffen rechtliche Regelungen halt allzu oft auch - oder gerade - diejenigen, für die derartige Vorgaben unnötig wären, weil sie selbst genügend Vernunft aufbringen und verantwortungsvoll zu handeln in der Lage sind. Dazu zähle ich durchaus die überwiegende Mehrheit derjenigen, die sich in diesem Strang zur Sache geäußert haben.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Fliege » Do 13. Dez 2018, 15:19

Falls die Zwölfwochenfrist von § 218a organisatorisch zu knapp sein sollte, wäre auch eine Ausweitung auf 15 Wochen denkbar. Zur Frage, ob die Frist zu knapp ist, kenne ich keine Untersuchungen. Das Werbeverbot von § 219a könnte durch die Auflage zur Veröffentlichung einer Ärztekammerinformationsliste zu Abtreibungsärzten ergänzt werden.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon firlefanz11 » Do 13. Dez 2018, 17:46

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(13 Dec 2018, 13:41)
Nichts ist wirkungsvoller als die Massenvergewaltigung von Frauen, um nicht nur den Machtanspruch und die Überlegenheit gegen den männlichen Kriegsgegner zu dokumentieren, indem man die Frauen des Kriegsgegners nicht nur als zwar unwilliges, dafür praktisches Fickfleisch benutzt, sondern dem männlichen (!) Kriegsgegner damit auch seinen Machtverlust über "seine" Frauen und deren Selbstbestimmungsrecht nimmt,. Ihnen mit Vergewaltigungen auch Kinder in die Gebärmutter zwingt, die weder diese Frauen noch deren Männer wollten.

Hmm... An welche hierzulande relativ neu hinzugekommene Gruppe von Männern erinnert uns diese Beschreibung...? :?

Was sagen Sie zu solchen Vergewaltigungskindern? Sind Sie da auch dagegen, wenn Frau - verständlicherweise - womöglich sehr lange mit sich kämpft, selbst dieses Vergewaltigungskind auf Welt zu bringen, aber am Ende des Tages oder sehr spät in der Schwangerschaft für sich - in sehr großer Notlage - die einsame Entscheidung trifft, mit einem solchen Kind nicht leben zu können und zu wollen?

Na ja, die meisten Frauen in so einer Situation entscheiden sich, wie ich annehme sehr viel früher als dem 6. o. gar 8. Monat dafür abzutreiben würde ich mal postulieren. Und wenn sie doch so lange für die Entscheidungsfindung brauchen würde hätte sie mMn auch immer noch jedes Recht dazu es zu tun...Wenn das ganze aber nur auf einer Bierlaune beruht anstatt eine Vergewaltigung fände ich es etwas unverantwortlich...
Zuletzt geändert von firlefanz11 am Do 13. Dez 2018, 17:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon firlefanz11 » Do 13. Dez 2018, 17:47

MäckIntaier hat geschrieben:(13 Dec 2018, 13:58)
Man sollte gendergerecht sagen: Strohmänner und Strohfrauen.

Gendergerecht wäre Strohix... :D
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon firlefanz11 » Do 13. Dez 2018, 17:48

Kritikaster hat geschrieben:(13 Dec 2018, 14:01)
..., weise ich vorsichtshalber darauf hin, dass die Argumentation der JUSO-Hardlinerinnen eher auf Abtreibung als generelle "Verhütungs"methode im Geltungsbereich deutschen Rechts abhebt.

Hörte sich für mich auch etwas so an...
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon imp » Do 13. Dez 2018, 18:42

Vongole hat geschrieben:(13 Dec 2018, 13:40)

So war der Vorstoß auch leider nicht gemeint, in meinen Augen völlig an jeder Realität vorbei, und außerdem kontraproduktiv.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Argumentation der Jusos mit dazu geführt hat, dass nun der §219 bestehen bleibt.

Im Gegenteil. Ohne die Bemühungen der Jusos, der FDP, der Grünen, der Linken und ganz vieler gesellschaftlicher Verbände wäre das Thema für Nahles nichts wert. Jetzt muss sie wider Willen mit der CDU einen Fortschritt bringen. Dass in dieser Koalition der 219a eher nicht fallen würde, allenfalls etwas entschärt wird, war absehbar. Sie haben gut gekämpft.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Vongole » Do 13. Dez 2018, 18:47

imp hat geschrieben:(13 Dec 2018, 18:42)

Im Gegenteil. Ohne die Bemühungen der Jusos, der FDP, der Grünen, der Linken und ganz vieler gesellschaftlicher Verbände wäre das Thema für Nahles nichts wert. Jetzt muss sie wider Willen mit der CDU einen Fortschritt bringen. Dass in dieser Koalition der 219a eher nicht fallen würde, allenfalls etwas entschärt wird, war absehbar. Sie haben gut gekämpft.


Ich sprach lediglich von dem Vorstoß dieser Juso Feministas, genau der fließt jetzt in die ganze Debatte ein und ist Wasser auf die Mühlen der Abtreibungsgegner.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Fliege » Do 13. Dez 2018, 18:58

Vongole hat geschrieben:(13 Dec 2018, 18:47)
Ich sprach lediglich von dem Vorstoß dieser Juso Feministas, genau der fließt jetzt in die ganze Debatte ein und ist Wasser auf die Mühlen der Abtreibungsgegner.

Was MäckIntaier bereits sagte, möchte ich wiederholen und mich anschließen:
MäckIntaier hat geschrieben:(10 Dec 2018, 19:12)
Dass ihre [der Jusos] Blödigkeit der Sache einen Bärendienst erweist, diese Einsicht kann man wohl von denen, die dem Antrag zugestimmt haben, nicht erwarten.

Zudem sehe ich keinen besonderen Reformbedarf. Angesichts hoher Abtreibungszahlen scheint es bei Abtreibungsbedarf kein erhebliches Informationsdefizit zu geben, schließlich hat man Zeit bis zu zwölf Wochen, um bei Frauenärzten in seiner Region und darüber hinaus anzutelefonieren, ob sie Abtreibung als Leistung anbieten.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon imp » Do 13. Dez 2018, 18:58

Vongole hat geschrieben:(13 Dec 2018, 18:47)

Ich sprach lediglich von dem Vorstoß dieser Juso Feministas, genau der fließt jetzt in die ganze Debatte ein und ist Wasser auf die Mühlen der Abtreibungsgegner.

Die spulen das ab, was sie immer abspulen. Fleischbauer, die sogenannten "christlichen Medien", der rechte Rand - die ich alle miteinander nicht in eins setzen will, die haben ganz unterschiedliche Gründe für ihre Position. Demokratie lebt nun mal vom Gegensatz. Die Jusos sind ziemlich zufrieden und sie haben allen Grund dazu. Das Thema ist zu abseitig für einen Koalitionsbruch, kann aber ein Selbstbewusstsein der SPD darstellen - und selbst in der CSU wissen die meisten, dass die Jusos, Grünen usw in dieser speziellen Frage auf der Seite stehen, die sich schließlich durchsetzen wird. Deshalb wird die Union hier einen kleinen Fortschritt anbieten. Das ist klug von der Union, denn damit räumt sie ein Argument ab, wenn es später um weitergehende Fragen wie etwa eine Neuregelung des Beratungswesens geht.

Ein Ergebnis könnte so aussehen:
- Das Werbeverbot bleibt grundsätzlich
- Anerkannte Beratungsstellen dürfen in einer eng definierten Form öffentlich Listen von Ärzten führen, die solche Eingriffe grundsätzlich anbieten
- Ärzte dürfen auf ihrer Homepage auf diese Liste der Beratungsstellen verlinken.

Die SPD kann ihren Erfolg feiern und sagen, wer mehr will, muss auf andere Mehrheiten setzen
Die Union kann sagen, dass sie bei ihrer Linie geblieben ist und lediglich Rechtsfrieden für Ärzte hergestellt hat.
Die AfD schmollt am rechten Rand.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon MäckIntaier » Do 13. Dez 2018, 19:32

imp hat geschrieben:(13 Dec 2018, 18:58)

Das Thema ist zu abseitig für einen Koalitionsbruch, kann aber ein Selbstbewusstsein der SPD darstellen - und selbst in der CSU wissen die meisten, dass die Jusos, Grünen usw in dieser speziellen Frage auf der Seite stehen, die sich schließlich durchsetzen wird.


Um hier mal einen kurzen Ausfallschritt zu machen: An den Grünen erkennt man die Ideologiegetriebenheit der Debatte. Denn die Skrupel gegenüber dem ungeborenen Leben scheinen da relativ niederschwellig zu sein (was ich ihnen jetzt nicht vorwerfe), aber sobald es ans Exit-Thema, sprich das Sterben, geht, sind die Hälfte der Grünen und Teile der SPD plötzlich bei denen, die dann weder bei Männlein noch Weiblein eine Selbstbestimmung über den eigenen Körper zugestehen wollen, weil das Gottesgeschenk Leben, das offensichtlich erst außerhalb des Mutterleibs beginnt, nicht zurückgegeben werden darf. Das zeigt das ganze ideologiegetriebene ethische Elend in diesen Parteien. Über die Gebärmutter darf nicht fremdbestimmt werden, aber wem es den Körper auffrisst, bis er sich windet oder das Hirn schmilzt, bis er gar nicht mehr weiß, woher er kommt, der darf über die im Körper wachsenden Zellen nicht bestimmen. Da klafft ein Abgrund an Glaubwürdigkeit in der Ideologie.
In der Einsamkeit frisst sich der Einsame selbst auf, in der Vielsamkeit fressen ihn die Vielen. Nun wähle.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 13. Dez 2018, 19:48

Ich finde auch witzig, dass sich von links und linksaußen in Sachen Flüchtlingen auf die christlichen Werte berufen wird, die dann hier wiederum so gar keine Rolle spielen dürfen. Ein schönes Beispiel für Bigotterie.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Ein Terraner » Do 13. Dez 2018, 21:23

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Dec 2018, 19:48)

Ich finde auch witzig, dass sich von links und linksaußen in Sachen Flüchtlingen auf die christlichen Werte berufen wird, die dann hier wiederum so gar keine Rolle spielen dürfen. Ein schönes Beispiel für Bigotterie.

Welche Christlichen Werte?
Wer eine nukleare Explosion verursacht wird nach StGB §328 mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe bestraft.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon imp » Do 13. Dez 2018, 21:42

Ein Terraner hat geschrieben:(13 Dec 2018, 21:23)

Welche Christlichen Werte?

Die Selbstbestimmung der Frau war noch nie ein christlicher Wert.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Misterfritz » Do 13. Dez 2018, 22:33

imp hat geschrieben:(13 Dec 2018, 21:42)

Die Selbstbestimmung der Frau war noch nie ein christlicher Wert.
Wie auch anderer religiöser Werte ....
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Skeptiker » Do 13. Dez 2018, 23:56

Ein Terraner hat geschrieben:(13 Dec 2018, 13:07)
Ja, nur halte ich diese Rechtslage für zu eng. Auch das was jetzt passiert ist, kaum informiert ein Arzt über das Thema darf er sich bei Gericht einfinden. Und ja,ich finde es auch unethisch wenn in den letzten Monaten ein Abbruch durchgeführt wird.

Man kann darüber streiten ob das Verbot von Abtreibungen innerhalb einer Frist legalisiert werden könnte/sollte. Man kann sich auch über die Frist unterhalten und man kann sich auch über die Information zu Schwangerschaftsabbrüchen unterhalten.
Das ist aber etwas vollkommen anderes als Schwangerschaftsabbrüche vollständig zu legalisieren!
Ein Terraner hat geschrieben:(13 Dec 2018, 13:07)
Nur wie schon erwähnt hilft es dabei kein Stück den Frauen zu unterstellen sie würde alle ihre Föten an einen Baum nageln wenn diese Regelung aufgeweicht wird, noch wird irgend eine Frau dadurch gehindert sich nach inoffiziellen Wegen umzusehnen.

Das habe ich nicht geschrieben. Ich habe Dir dieses drastische Beispiel genannt um Dir zu verdeutlichen was Du da forderst und was Du damit legalisierst.

Oft wenn es ethische Fragen zu klären gibt, wirst Du mit absurden und unwahrscheinlichen Fallbeispielen konfrontiert, um diese Fragen lösen zu können. Wenn Du es also als falsch ansiehst, dass man soetwas macht, dann hast Du die Frage schon für Dich beantwortet ob es ethisch vertretbar ist oder nicht. Letztendlich spiegeln unsere Gesetze diese ethische Grundhaltung wieder - das sollten sie zumindest.
Das Beispiel war also dafür gedacht Dir klarzumachen, dass Du die ethischen Implikationen bei dem klassischen Nachplappern von feministischen Parolen nicht bedacht hast. Dazu muss man nämlich den Realitätscheck machen und Dinge ganz konkret betrachten. Schön wenn wie bei Dir dann erkannt wird, dass das zu extrem ist. Wahre Extremisten gehen über jeden ethischen Einspruch hinweg. Sie orientieren sich rein am Ideal - das macht sie so grausam.
Ein Terraner hat geschrieben:(13 Dec 2018, 13:07)
Du hast erwähnt das du Sachen gerne bis zu Ende denkst. Dann mach das auch mal und höre nicht mitten drin auf.

http://abtreibung.at/fur-allgemein-inte ... nd-fakten/

Wo soll ich denn aufgehört haben? Was in dem von Dir verlinkten Artikel steht, ist mir nicht neu. Was daran meinst Du wäre mir neu, oder was darin sollte meine Unterstützung für die heutige Rechtspraxis erschüttern?
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Skeptiker » Fr 14. Dez 2018, 08:34

Auch Fleischhauer hat das Thema und das Video auf Youtube aufgegriffen:
Nicht einmal allen Jusos ist wohl bei der Vorstellung, dass man nach der Beschlusslage des "feministischen Richtungsverbands" (wie die Selbstbezeichnung lautet) auch ein vollständig lebensfähiges Kind zu Tode bringen dürfte, solang es noch nicht das Licht der Welt erblickt hat. Es gibt auf YouTube ein Video von der Debatte, das sich anzusehen lohnt.

Zunächst treten darin zwei junge Frauen auf, die ihre Bedenken vortragen. Eine der beiden ist offenbar medizinisch gebildet, jedenfalls kann sie relativ präzise beschreiben, was es bedeutet, wenn zum Beispiel ein sechs Monate alter Fötus aus dem Bauch der Mutter gezerrt wird, um auf dem OP-Tisch zu landen.

Was in dem Video folgt, kann man getrost als öffentliche Hinrichtung bezeichnen. "Es kann doch nicht euer Ernst sein, so eine rhetorische Pathetik hier an den Tag zu legen", erklärt eine Gegenrednerin, bei der das Wort "Feminism" breit auf dem T-Shirt prangt, unter Gejohle. "Es wurde gerade gesagt, wir müssten für etwas einstehen. Ja, für die Lebenden, für die Frauen, für ihre Selbstbestimmung, und nicht für irgendwelche Ungeborenen. Die haben einfach vorher kein Recht. Und die Grundrechte, das Menschenrecht, gilt zuerst mal für die Frau und dann für alles andere." Woher kommt diese Kaltschnäuzigkeit, dachte ich, als ich das sah. Wo trainiert man sich diesen Ton an?

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 43533.html
Letzteres ist in der Tat markant. Es gruselt mich wenn ich das sehe.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Ein Terraner » Fr 14. Dez 2018, 09:12

Skeptiker hat geschrieben:(13 Dec 2018, 23:56)

Wo soll ich denn aufgehört haben?

Bei Mythos 7
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Ein Terraner » Fr 14. Dez 2018, 09:28

Skeptiker hat geschrieben:(13 Dec 2018, 23:56)

Man kann darüber streiten ob das Verbot von Abtreibungen innerhalb einer Frist legalisiert werden könnte/sollte. Man kann sich auch über die Frist unterhalten und man kann sich auch über die Information zu Schwangerschaftsabbrüchen unterhalten.
Das ist aber etwas vollkommen anderes als Schwangerschaftsabbrüche vollständig zu legalisieren!

Na da unterhalten wir uns über Fristen, wie sieht es auch wenn Krankheiten im Spiel sind, das Leben der Mutter bedroht ist. Welche Frist setzt du der Mutter oder dem Kind bei eine späten Erkennung ?

Das habe ich nicht geschrieben. Ich habe Dir dieses drastische Beispiel genannt um Dir zu verdeutlichen was Du da forderst und was Du damit legalisierst.

Oft wenn es ethische Fragen zu klären gibt, wirst Du mit absurden und unwahrscheinlichen Fallbeispielen konfrontiert, um diese Fragen lösen zu können. Wenn Du es also als falsch ansiehst, dass man soetwas macht, dann hast Du die Frage schon für Dich beantwortet ob es ethisch vertretbar ist oder nicht. Letztendlich spiegeln unsere Gesetze diese ethische Grundhaltung wieder - das sollten sie zumindest.
Das Beispiel war also dafür gedacht Dir klarzumachen, dass Du die ethischen Implikationen bei dem klassischen Nachplappern von feministischen Parolen nicht bedacht hast. Dazu muss man nämlich den Realitätscheck machen und Dinge ganz konkret betrachten. Schön wenn wie bei Dir dann erkannt wird, dass das zu extrem ist. Wahre Extremisten gehen über jeden ethischen Einspruch hinweg. Sie orientieren sich rein am Ideal - das macht sie so grausam.


Du zeichnest absichtlich ein absolut überzeichnetes und absurdes Horrorszenario das nichts mit der Realität zu tun hat und stellt das dann als Grundlage auf der Entscheidungen getroffen werden sollen. Wie willst du so jemals eine vernünftige Lösung finden wenn du immer vom schlimmsten ausgehst ? Wie schaffst du das im Leben ?
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Skeptiker » Fr 14. Dez 2018, 09:54

Ein Terraner hat geschrieben:(14 Dec 2018, 09:12)
Bei Mythos 7

... also, dass das Verbot Abtreibungen verhindert.

Sorry, aber welches Gesetz verhindert die Ausübung einer Straftat?

Nach Deiner Logik können wir eigentlich alle unsere Gesetze abschaffen, weil keines davon die Tat verhindert.

Soll ich mal polemisch werden und fragen warum du Volksverhetzung nicht mehr verbieten möchtest? Die Diskussion können wir uns doch sparen …

Wenn wir immer wieder betonen, dass das Grundgesetz unseren Wertekanon darstellt, dann können wir uns nicht einfach gegen dieses Prinzip stellen, nur weil wir wie bockige Kinder unseren Willen nicht bekommen. Auch Du musst dich auf politischem Wege dafür einsetzen, dass Dein Rechtsempfinden sich in den Gesetzen wiederfindet. Gesetze als unnötig und unwirksam darzustellen, schüttet das Kind mit dem Bade aus.

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