Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Moderator: Moderatoren Forum 8

Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 39055
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 16:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Tom Bombadil » Di 11. Dez 2018, 19:14

Vongole hat geschrieben:(11 Dec 2018, 18:18)

Eher eine merkwürdige Frage, was wilst du eigentlich hier implizieren?

OMG. Ich möchte einfach nur wissen, an wie vielen ungewollten Schwangerschaften eine versagende Verhütungsmethode Schuld ist, um herauszufinden, ob das als Argument in einer Diskussion taugt. Ist die versagende Verhütungsmethode regelmäßig für ungewollte Schwangerschaften verantwortlich oder ist das eher die Ausnahme?
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
becksham
Beiträge: 4488
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 10:58
Benutzertitel: Hoolady Tintling

Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon becksham » Di 11. Dez 2018, 19:33

Tom Bombadil hat geschrieben:(11 Dec 2018, 19:14)

OMG. Ich möchte einfach nur wissen, an wie vielen ungewollten Schwangerschaften eine versagende Verhütungsmethode Schuld ist, um herauszufinden, ob das als Argument in einer Diskussion taugt. Ist die versagende Verhütungsmethode regelmäßig für ungewollte Schwangerschaften verantwortlich oder ist das eher die Ausnahme?

Da du diese Angabe nirgends machen musst, glaube ich nicht, dass es da eine Statistik gibt. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass für 100.000 Abtreibungen im Jahr Verhütungsmittelversagen verantwortlich ist.
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 16028
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 08:08
Benutzertitel: From Hell

Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Dark Angel » Di 11. Dez 2018, 19:38

Tom Bombadil hat geschrieben:(11 Dec 2018, 19:14)

OMG. Ich möchte einfach nur wissen, an wie vielen ungewollten Schwangerschaften eine versagende Verhütungsmethode Schuld ist, um herauszufinden, ob das als Argument in einer Diskussion taugt. Ist die versagende Verhütungsmethode regelmäßig für ungewollte Schwangerschaften verantwortlich oder ist das eher die Ausnahme?

Das lässt sich so pauschal nicht sagen, kommt auf den jeweiligen Pearl-Index der angewendeten Methode bzw des angewendeten Mittels an.
Der Pearl-Index gibt an "wie viele Schwangerschaften pro 100 Frauen innerhalb eines Jahres zustande kommen, obwohl auf eine bestimmte Weise verhütet wurde. Je niedriger die jeweilige Zahl des Index ist, desto sicherer ist die Methode:
Antibabypille 0,1 bis 0,9
Hormonspirale 0,2
Vaginal-Ring 0,4 bis 0,65
Temperaturmethode 0,8 bis 3
Kupferspirale 0,9 bis 3
Diaphragma 1 bis 20
Kondom 2 bis 12"
Quelle


Eine Studie von Pro Familia schlüsselt auf, wie viele ungewollte Schwangerschaften auf Verhütungsversager zurückzuführen sind.

Eine Untersuchung in Frankreich ergab, dass etwa 1/5 der ungewollten Schwangerschaften auf Versagen der Pille oder anderer Verhütungsmethoden zurückzuführen ist.
Ich denke, dass sich das Verhältnis in Deutschland nicht sehr von dem in Frankreich unterscheidet.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
Skeptiker
Moderator
Beiträge: 3133
Registriert: Do 11. Jan 2018, 22:26

Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Skeptiker » Di 11. Dez 2018, 19:47

becksham hat geschrieben:(11 Dec 2018, 19:33)
Da du diese Angabe nirgends machen musst, glaube ich nicht, dass es da eine Statistik gibt. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass für 100.000 Abtreibungen im Jahr Verhütungsmittelversagen verantwortlich ist.

Die Zahlen sind seit 2000 fast kontinuierlich von 130000 auf jetzt 100000 gefallen. Bemerkenswert allerdings, dass lt. der Studie die Dark Angel gepostet hat ca. ein Drittel darauf zurückzuführen sind, dass NICHT verhütet wurde. Das ist schon eine stattliche Anzahl, die man einfach durch mehr Verantwortung in den Griff bekommen würde.

Welches Signal würde eine weitere Liberalisierung dann aussenden? Ich kann jedenfalls nicht erkennen, dass die Menschen so eine riesige Angst vor Stigmatisierung haben, wenn >30000 Abteibungen pro Jahr einfach auf Gedankenlosigkeit zurückgehen …
Benutzeravatar
BlueMonday
Beiträge: 2140
Registriert: Mo 14. Jan 2013, 17:13
Benutzertitel: Waldgänger&Klimaoptimist

Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon BlueMonday » Di 11. Dez 2018, 20:54

Skeptiker hat geschrieben:(11 Dec 2018, 18:25)

Also vielleicht nochmal in seriös, wenn du das wirklich ausdiskutiert möchtest.

Keine Ahnung wie diese Formulierung der libertären Position zustande kommt, aber ich halte sie eher für eine rhetorische Posse.


Ich kann dir verraten, dass es ernst gemeint ist von den Libertären, im ersthaftesten Sinne überhaupt. Gerade die Libertären haben sich über das Thema Schwangerschaftsabbruch viele Gedanken gemacht. Wieso? Weil die Frage eben einen Randbereich, eine Grenze berührt, an der moralische Positionen getestet und stapaziert werden.
Eine Einwurf kam dann von Rothbard, der sagte, dass es gar nicht entscheidend ist, ob der Fötus schon ein Mensch ist oder nicht. Man kann das ja unterstellen. Und dennoch gäbe es aus libertärer Sicht kein Recht eines wie auch immer entwickelten oder gearteten Menschen auf die Benutzung des Körper eines anderen Menschen. Das ist ja das Axiom libertären Denkens: der Selbstbesitz.


Der Fötus ist nicht geboren und kann daher keine bürgerlichen Rechte wahrnehmen. Wenn also nicht irgendwann mal Leute auf den naheliegenden Gedanken gekommen wären, dass es sich bei einem Embryo oder Fötus um etwas anderes handelt als einen Pickel, dann könnte man ihn genauso betrachten.


Es geht nicht um die aktive "Wahrnehmung" von Rechten. Ein Bewusstloser kann das auch nicht, aber dennoch kann er Rechte haben, bspw. negativ, dass er nicht bestohlen oder getötet werden darf oder positiv, dass er von anderen versorgt werden muss.


Niemand wird aber bezweifeln, dass einen voll entwickelter Fötus zu töten, vollkommen unethisch ist. Es gibt auch wenig Zweifel daran, dass die Eizelle mit dem Spermium welches sich gerade mit ihr vereint, noch nicht auf der selben Stufe steht, wie der voll entwickelte Fötus. Dazwischen herrscht Grauzone.


Niemand offenbar nicht. Und wie gesagt, es muss ja nicht um die Tötung gehen, sondern die Entfernung würde schon reichen (evictionism).
Ethik ist auch nichts Fixes, sondern im Gegenteil geht es um die reflektierende Befassung verschiedener, widerstreitender moralischer Positionen. Dass man da in Kontakt mit eher fernen Positionen kommt, versteht sich doch von selbst. Ansonsten gäbe es gar nichts zu diskutieren. Zur Erinnerung: wir befinden uns in einem Diskussionsforum und nicht in einem dogmatischen Zirkel.

Die libertäre Position wirkt mir doch sehr wie ein rhetorischer Trick das Verbot für die Frau den Fötus abzutreiben, in eine Unrechtsposition des Fötus gegenüber der Frau umzudeuten. Der Fötus ist aber SELBER garnicht rechtsfähig. Also kann er auch kein Unrecht ausüben. Zudem hat nicht er entschieden dort zu sein, sondern die Frau in der er steckt. Somit trägt die Frau auch die Verantwortung für die Situation und nicht etwa der Fötus. Selbst wenn er rechtsfähig wäre, könnte der Fötus garnicht anders als in der Frau zu hocken, seine Existenz hängt davon ab. Das würde vor jedem Gericht der Welt zu Freispruch führen. Ganz im Gegensatz zu der Frau die ihn entgegen der Rechtslage zu entfernen versuchen würde.


Dass der Fötus nun weder Mietvertäge abschließen noch irgendwie Verantwortung für sein Tun übernehmen kann, das sollte nun nicht der Rede wert sein. Darum geht es auch überhaupt nicht.
Die Frau hat also dafür gesorgt, dass etwas in ihrem Körper befindlich ist, schön. Offenbar hat sie das Recht dazu nach deiner Auffassung. Und wieso sollte sie nun dieses Etwas nicht wieder aus sich heraus befördern dürfen?

Wenn du jemanden zu dir einlädst, in deine Wohnung, dann hast du das Recht, den Eingeladenen auch wieder auszuladen, zu verabschieden, wenn dir danach ist. Oder hat der Eingeladene nun absolutes Bleiberecht ob deiner Einladung? Durch deine Einladung entsteht also für dich die Pflicht zur Beherbergung bis der Gast wieder von selbst geht?

Noch einmal herausgestellt: es geht bei der libertären Position nicht darum, ob der Fötus schon ein fertiger Mensch ist oder ob er "rechtsfähig", oder kommunikations- oder handlungsfähig oder sonst etwas ist. Das kann man ja alles kontrafaktisch unterstellen. Man kann sich hypothetisch einen erwachsenen Menschen vorstellen, der sich im Körper eines anderen Menschen befindet. Wie lange darf er sich da aufhalten? Nur solange die Einwilligung des Wirtes besteht, sagt jedenfalls der Libertäre.
But who would build the roads?
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 39055
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 16:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Tom Bombadil » Di 11. Dez 2018, 21:35

Dark Angel hat geschrieben:(11 Dec 2018, 19:38)

Eine Untersuchung in Frankreich ergab, dass etwa 1/5 der ungewollten Schwangerschaften auf Versagen der Pille oder anderer Verhütungsmethoden zurückzuführen ist.
Ich denke, dass sich das Verhältnis in Deutschland nicht sehr von dem in Frankreich unterscheidet.

20% ist ja schon signifikant. Danke für die Info.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
Skeptiker
Moderator
Beiträge: 3133
Registriert: Do 11. Jan 2018, 22:26

Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Skeptiker » Di 11. Dez 2018, 22:34

BlueMonday hat geschrieben:(11 Dec 2018, 20:54)
...
Eine Einwurf kam dann von Rothbard, der sagte, dass es gar nicht entscheidend ist, ob der Fötus schon ein Mensch ist oder nicht. Man kann das ja unterstellen. Und dennoch gäbe es aus libertärer Sicht kein Recht eines wie auch immer entwickelten oder gearteten Menschen auf die Benutzung des Körper eines anderen Menschen. Das ist ja das Axiom libertären Denkens: der Selbstbesitz.

Es geht nicht um die aktive "Wahrnehmung" von Rechten. Ein Bewusstloser kann das auch nicht, aber dennoch kann er Rechte haben, bspw. negativ, dass er nicht bestohlen oder getötet werden darf oder positiv, dass er von anderen versorgt werden muss.

Du missverstehst. Es geht nicht um die AUSÜBUNG von Rechte, sondern um die Rechtsfähigkeit im juristischen Sinne. Die fängt nunmal mit der Geburt an.

Um es nochmal klarer zu sagen: Nur Menschen die geboren wurden haben Rechte und Pflichten. Das ungeborene menschliche Wesen hat keine Rechte und keine Pflichten!

Da magst Du sagen "Dann kann die Frau es doch abtreiben, wenn es keine Rechte hat". NEIN, nicht der Fötus hat ein Recht auf Unversehrtheit, sondern der Gesellschaft, und damit auch der Frau, ist es verboten die Unversehrtheit zu verletzen (woher dieses Verbot kommt, hatte ich im letzten Post bereits erklärt). DAS IST EIN UNTERSCHIED!

Wer dieses libertäre Denken in diesem Zusammenhang propagiert, der macht damit etwas ganz perfides: Er wertet die Rechtsposition des ungeborenen Lebens hinterlistig auf, um das Geschöpf dadurch in eine Position zu bringen es eliminieren zu können. Das ist das Gegenteil der Entmenschlichung, aber mit dem selben Ergebnis.

BlueMonday hat geschrieben:(11 Dec 2018, 20:54)
Niemand offenbar nicht. Und wie gesagt, es muss ja nicht um die Tötung gehen, sondern die Entfernung würde schon reichen (evictionism).

Schwangerschaftsabbruch bedeutet typischerweise den Fötus vor der Reife aus der Gebärmutter zu holen. Das bedeutet das Risiko, im frühen Fall die Gewissheit, von gesundheitlichen Dauerschäden beim Kind.
Früher hat man spöttisch gesagt jemand hätte einen "Braten in der Röhre". Wenn ich mir das alles so anhöre, dann scheinen mache eher die Vorstellung einer Mikrowelle im Kopf zu haben. Die Entwicklung des Kindes benötigt die volle Zeit. "Komm raus und such Dir ne Wohnung" kommt nach 5 Monaten Schwangerschaft für den armen Fötus etwas zu früh ...
BlueMonday hat geschrieben:(11 Dec 2018, 20:54)
...
Die Frau hat also dafür gesorgt, dass etwas in ihrem Körper befindlich ist, schön. Offenbar hat sie das Recht dazu nach deiner Auffassung. Und wieso sollte sie nun dieses Etwas nicht wieder aus sich heraus befördern dürfen?

Wenn du jemanden zu dir einlädst, in deine Wohnung, dann hast du das Recht, den Eingeladenen auch wieder auszuladen, zu verabschieden, wenn dir danach ist. Oder hat der Eingeladene nun absolutes Bleiberecht ob deiner Einladung? Durch deine Einladung entsteht also für dich die Pflicht zur Beherbergung bis der Gast wieder von selbst geht?

Noch einmal herausgestellt: es geht bei der libertären Position nicht darum, ob der Fötus schon ein fertiger Mensch ist oder ob er "rechtsfähig", oder kommunikations- oder handlungsfähig oder sonst etwas ist. Das kann man ja alles kontrafaktisch unterstellen. Man kann sich hypothetisch einen erwachsenen Menschen vorstellen, der sich im Körper eines anderen Menschen befindet. Wie lange darf er sich da aufhalten? Nur solange die Einwilligung des Wirtes besteht, sagt jedenfalls der Libertäre.

Nö, das ist eben der entscheidende Hinkefuss an der Theorie: Es ist eben NICHT übertragbar auf die Situation eines erwachsenen Menschen. So einfach ist das. Erst durch die vollkommen unmoralische Aufwertung des Fötus zu einem erwachsenen Menschen greifen die Regeln die unter erwachsenen Menschen gelten (ich kann auch nicht Sex mit Minderjährigen dadurch rechtfertigen, indem ich einfach mal projiziere wie die Situation zwischen Erwachsenen zu werten wäre). Das dient einzig dem Zweck der Legitimation des Schwangerschaftsabbruches.

Zur Verantwortung der Frau bei dem Thema hatte ich im letzten Beitrag schon was geschrieben. Das gehört zur Gesamtsituation aber fundamental dazu. Geschlechtsverkehr impliziert das Risiko der Schwangerschaft. Nun soll also der Fötus, der zu alle dem nichts beigetragen hat, mit seiner Existenz für die übersteigerten Freiheitsrechte der Frau bezahlen?
Für mich hört sich das nach Lagerkoller im Elfenbeinturm an. Ich muss mich sehr zusammenreißen dafür nicht sanktionswürdiges Vokabular zu verwenden. Da liefern Philosophen extremistischen Feministen (siehe "Furie" im Eingangspost) die ideologische Grundlage.
Benutzeravatar
Misterfritz
Vorstand
Beiträge: 8294
Registriert: So 4. Sep 2016, 15:14
Benutzertitel: Cheffe vons Rudel
Wohnort: Badische Sahelzone

Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Misterfritz » Mi 12. Dez 2018, 22:29

Skeptiker hat geschrieben:(11 Dec 2018, 22:34) die übersteigerten Freiheitsrechte der Frau
Sowas kann nur von einem Mann kommen!
Ein Mann kann sich immer seine "übersteigerten" Freiheitsrechte nehmen, eine Frau, die viel mehr involviert in dem Prozess Eltern zu werden ist, darf das nicht? Nein, sie muss sich sogar vorhalten lassen, ihre Freiheitsrechte wären übersteigert?
Die Gesellschaft hat KEIN Recht auf die Gebärmutter einer Frau, PUNKT!
Benutzeravatar
Fliege
Beiträge: 3522
Registriert: Sa 26. Mai 2018, 00:15

Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Fliege » Mi 12. Dez 2018, 22:37

Misterfritz hat geschrieben:(12 Dec 2018, 22:29)
Die Gesellschaft hat KEIN Recht auf die Gebärmutter einer Frau, PUNKT!

Möchtest du den Strafgesetzbuch-Pragraphen 218 ebenfalls ersatzlos abschaffen, wie es die Jusos vorschlagen?
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein; Migrationsdesaster: "wie ein Hippie-Staat"; Klimahysterie: "weltweit dümmste Energiepolitik".
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 10371
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 19:48
Wohnort: München

Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Ein Terraner » Mi 12. Dez 2018, 22:48

Skeptiker hat geschrieben:(11 Dec 2018, 22:34)

Nun soll also der Fötus, der zu alle dem nichts beigetragen hat, mit seiner Existenz für die übersteigerten Freiheitsrechte der Frau bezahlen?
.

Der Fötus ist bis zu Geburt Teil der Frau und die Entscheidung über den eigenen Körper ist nicht übersteigert.

Bist du jetzt eigentlich zu den Christlich Rechten, Match för Life Typen und trägst den Nick nur als Camo?
Licht und Dunkel

Kritik an der CDU/CSU ist ab sofort per Gesetz verboten.
Benutzeravatar
Skeptiker
Moderator
Beiträge: 3133
Registriert: Do 11. Jan 2018, 22:26

Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Skeptiker » Mi 12. Dez 2018, 23:25

Misterfritz hat geschrieben:(12 Dec 2018, 22:29)
Sowas kann nur von einem Mann kommen!
Ein Mann kann sich immer seine "übersteigerten" Freiheitsrechte nehmen, eine Frau, die viel mehr involviert in dem Prozess Eltern zu werden ist, darf das nicht? Nein, sie muss sich sogar vorhalten lassen, ihre Freiheitsrechte wären übersteigert?
Die Gesellschaft hat KEIN Recht auf die Gebärmutter einer Frau, PUNKT!

Ich habe eine ganze Abhandlung zum Thema Libertäre Positionen geschrieben und Du greifst Dir einen Satz aus dem Kontext heraus. Hast Du überhaupt verstanden was ich geschrieben habe, oder geht es Dir hier nur darum Dein Plakat zu malen?

Es geht hier nicht um die Bewertung Mann/Frau, sondern um die Abwägung zweier Rechtsgüter. Nämlich der persönlichen Freiheit der Frau gegenüber dem Verbot des Schwangerschaftsabbruches. Libertäres Denken ist eben eine gezielte Übersteigerung der Freiheiten der Frau mit dem Ziel das Verbot des Schwangerschaftsabbruches zu übertrumpfen.

In der Realität hat man eine gute Lösung gefunden. Da wertet man es zwar immernoch als falsch Abzutreiben (die ethischen Bedenken sind grundsätzlicher Art), aber man wertet das Freiheitsrecht der Frau in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft höher und bietet der Frau somit eine Nische (Straffreiheit) in der Sie dieses wahrnehmen können.

Aber DAS ist ja offenbar NICHT GENUG! Was will man eigentlich? Dass man im 8. Monat das weit entwickelte Kind aus dem Bauch rausschneidet an einen Baum nagelt und alle drum herum stehen und jubeln "Du darfst das! Du darfst das!" - nur weil man es KANN? Das wäre vollkommen grausam und unvorstellbar - aber es wäre eben mit diesem Rechtsverständnis vollkommen LEGAL! Ist Dir nicht klar wie extrem die Position "Die Gebärmutter der Frau gehört nur ihr", im Sinne völliger Handlungsfreiheit für die Frau ist?

Wenn es zuviel verlangt ist, sich bis zur 12. Schwangerschaftswoche darüber im klaren zu werden ein Kind auszutragen oder nicht, dann habe ich offensichtlich ein vollkommen anderes Verständnis von dem Verantwortungsbewusstsein, dass bei einem Menschen vorhanden sein sollte wenn er denn Geschlechtsverkehr riskiert.
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 10371
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 19:48
Wohnort: München

Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Ein Terraner » Mi 12. Dez 2018, 23:32

Skeptiker hat geschrieben:(12 Dec 2018, 23:25)

Ich habe eine ganze Abhandlung zum Thema Libertäre Positionen geschrieben und Du greifst Dir einen Satz aus dem Kontext heraus. Hast Du überhaupt verstanden was ich geschrieben habe, oder geht es Dir hier nur darum Dein Plakat zu malen?

Aber DAS ist ja offenbar NICHT GENUG! Was will man eigentlich? Dass man im 8. Monat das weit entwickelte Kind aus dem Bauch rausschneidet an einen Baum nagelt und alle drum herum stehen und jubeln "Du darfst das! Du darfst das!" - nur weil man es KANN? Das wäre vollkommen grausam und unvorstellbar - aber es wäre eben mit diesem Rechtsverständnis vollkommen LEGAL! Ist Dir nicht klar wie extrem die Position "Die Gebärmutter der Frau gehört nur ihr", im Sinne völliger Handlungsfreiheit für die Frau ist? .

Tolle Propaganda, was machen Frauen noch so alles mit dem Fötus? Fußballspielen?

Hast du eigentlich auch Argumente oder nur diese Horrormärchen ?
Licht und Dunkel

Kritik an der CDU/CSU ist ab sofort per Gesetz verboten.
Benutzeravatar
Skeptiker
Moderator
Beiträge: 3133
Registriert: Do 11. Jan 2018, 22:26

Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Skeptiker » Mi 12. Dez 2018, 23:44

Ein Terraner hat geschrieben:(12 Dec 2018, 22:48)
Der Fötus ist bis zu Geburt Teil der Frau und die Entscheidung über den eigenen Körper ist nicht übersteigert.

Okay, nehmen wir mal an das setzt sich als Rechtsauffassung durch und endet in der vollständigen und ersatzlosen Streichung des §218. Schwangerschaftsabbruch zu jeder Zeit ist erlaubt. Punkt!

Nun nehmen wir mal hypothetisch an, dass radikale Feministen dieses große Ereignis dadurch feiern, demonstrativ späte Schwangerschaftsabbrüche zu machen, nur um allen zu zeigen dass es geht! Die Kriminalgeschichte ist voller abscheulicher Verbrechen, man sollte nicht so naiv sein zu glauben solche oder vergleichbare Dinge würden nicht passieren - jede Untat passiert, insbesondere wenn sie erlaubt ist.

Wäre das also für Dich in Ordnung? Sie darf das ja, wenn sie volle Handlungsfreiheit bekommt. Wäre das okay, und ein "ach, das tut ja sowieso niemand" lasse ich nicht zu, weil es DARUM nämlich nicht geht?

Bitte positioniere Dich!
Ein Terraner hat geschrieben:(12 Dec 2018, 22:48)
Bist du jetzt eigentlich zu den Christlich Rechten, Match för Life Typen und trägst den Nick nur als Camo?

Nein, aber ich bin jemand der die Dinge versucht zuende zu denken. Ich denke gerade als Deutscher darf man nämlich nicht auf die Schreihälse mit den Plakaten und markigen Sprüchen hereinfallen und sich selber die Gedanken machen was man verantworten kann und was nicht.

Also, dann denken wir die Sache doch mal zuende!
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 10371
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 19:48
Wohnort: München

Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Ein Terraner » Mi 12. Dez 2018, 23:51

Skeptiker hat geschrieben:(12 Dec 2018, 23:44)

Wäre das also für Dich in Ordnung? Sie darf das ja, wenn sie volle Handlungsfreiheit bekommt. Wäre das okay, und ein "ach, das tut ja sowieso niemand" lasse ich nicht zu, weil es DARUM nämlich nicht geht?
!

Da malst du lieber Horrorgeschichten wie damals zu den Prohibitionszeiten? Weil ja sofort alle ausflippen wenn man das Gesetzt lockert, als ob Menschen die so etwas tun wie du hier suggerieren möchtest auch nur einen Gedanken an ein Gesetzt verschwenden würden. :rolleyes:
Licht und Dunkel

Kritik an der CDU/CSU ist ab sofort per Gesetz verboten.
Benutzeravatar
Fliege
Beiträge: 3522
Registriert: Sa 26. Mai 2018, 00:15

Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Fliege » Mi 12. Dez 2018, 23:54

Skeptiker hat geschrieben:(zum Terraner; 12 Dec 2018, 23:44)
Bitte positioniere Dich!

Ein Kind kommt meist mit dem Kopf zuerst aus dem Bauch der Frau. Wie sähe die Juso-legale Letztabtreibung aus? Müsste man ans Halsabschneiden denken?
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein; Migrationsdesaster: "wie ein Hippie-Staat"; Klimahysterie: "weltweit dümmste Energiepolitik".
Benutzeravatar
Skeptiker
Moderator
Beiträge: 3133
Registriert: Do 11. Jan 2018, 22:26

Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Skeptiker » Do 13. Dez 2018, 00:08

Ein Terraner hat geschrieben:(12 Dec 2018, 23:51)
Da malst du lieber Horrorgeschichten wie damals zu den Prohibitionszeiten? Weil ja sofort alle ausflippen wenn man das Gesetzt lockert, als ob Menschen die so etwas tun wie du hier suggerieren möchtest auch nur einen Gedanken an ein Gesetzt verschwenden würden. :rolleyes:

Lieber Terraner, erzähle DU mir NIEMALS wieder irgendetwas von den Lehren aus dem Nationalsozialismus, wenn Du Forderungen stellst die in ihrer Radikalität vollkommen unethisch sind, aber Du Dich einfach damit rausredest: "Wird ja eh keiner tun". Da lebst Du ja in genau dem richtigen Staat dafür!

Menschen sind zu viel grausameren Dingen in der Lage. Schonmal drüber nachgedacht in welche Konflikte Frauen mit herrischen Männern gebracht werden können, wenn denen zum Ende der Schwangerschaft einfällt, dass sie doch keine Familie mehr wollen. Dann heißt es doch schnell "Stell Dich nicht so an, ist doch legal!". Da wird die "Selbstbestimmung" schnell zum Bumerang.

Wenn Diebstahl falsch ist, dann muss er verboten sein.
Wenn Tierquälerei falsch ist, dann muss sie verboten sein.
Wenn üble Nachrede falsch ist, dann muss sie verboten sein.
Wenn Schwangerschaftsabbruch im 9. Monat falsch ist, dann muss er verboten sein.

Wie nicht anders zu erwarten, redest Du Dich raus. Dann musst Du Dir aber gefallen lassen Dir nachsagen zu lassen solche Horrorhandlungen zu legalisieren. Das ist dann Deine Position.
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 10371
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 19:48
Wohnort: München

Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Ein Terraner » Do 13. Dez 2018, 00:36

Skeptiker hat geschrieben:(13 Dec 2018, 00:08)

Lieber Terraner, erzähle DU mir NIEMALS wieder irgendetwas von den Lehren aus dem Nationalsozialismus, wenn Du Forderungen stellst die in ihrer Radikalität vollkommen unethisch sind, aber Du Dich einfach damit rausredest: "Wird ja eh keiner tun". Da lebst Du ja in genau dem richtigen Staat dafür!

Menschen sind zu viel grausameren Dingen in der Lage. Schonmal drüber nachgedacht in welche Konflikte Frauen mit herrischen Männern gebracht werden können, wenn denen zum Ende der Schwangerschaft einfällt, dass sie doch keine Familie mehr wollen. Dann heißt es doch schnell "Stell Dich nicht so an, ist doch legal!". Da wird die "Selbstbestimmung" schnell zum Bumerang.

Wenn Diebstahl falsch ist, dann muss er verboten sein.
Wenn Tierquälerei falsch ist, dann muss sie verboten sein.
Wenn üble Nachrede falsch ist, dann muss sie verboten sein.
Wenn Schwangerschaftsabbruch im 9. Monat falsch ist, dann muss er verboten sein.

Wie nicht anders zu erwarten, redest Du Dich raus. Dann musst Du Dir aber gefallen lassen Dir nachsagen zu lassen solche Horrorhandlungen zu legalisieren. Das ist dann Deine Position.

Du wirst keine Frau davon abhalten können wenn sie das wirklich möchte, darüber solltest du mal nachdenken. Was hier notwendig ist, das ist kein Verbot das diese Menschen in irgendwelche Hinterhöfe treibt sondern Anlaufstellen mit entsprechen psychologisch geschulten Personal die das ganze vieleicht noch abwenden können. Aber soweit denkst du nicht, für dich ist das Thema mit einem Verbot erledigt. Nein, du willst mir sogar noch erklären das eine Legalität mit entsprechenden Regelungen und Beratungsstellen viel zu radikal ist. Wie nennst du dann dein Verbot?

Und ich habe nie behauptet das es eh niemand machen wird, ich stelle nur nicht so wie du alle unter Generalverdacht!
Licht und Dunkel

Kritik an der CDU/CSU ist ab sofort per Gesetz verboten.
Benutzeravatar
Eulenwoelfchen
Beiträge: 1033
Registriert: Do 8. Feb 2018, 23:16

Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Eulenwoelfchen » Do 13. Dez 2018, 04:28

Misterfritz hat geschrieben:(12 Dec 2018, 22:29)
Die Gesellschaft hat KEIN Recht auf die Gebärmutter einer Frau, PUNKT!

:thumbup: - Genauso ist es.

nebenbei:
Wa spielt keine Rolle, wie und ob eine Frau schwanger wurde, wenn sie anschließend entscheidet,
das Kind nicht auf die Welt bringen zu wollen. Es ist allein ihre Entscheidung, was sie mit ihrem Körper geschehen lässt oder auch nicht.

---
Heute wurde von entsprechend in der GroKo zuständigen Verhandlungsgruppe bekannt gegeben, dass der §219a nicht abgeschafft wird und damit weiter Ärzte und Ärztinnen kriminalisiert werden können, die in ihrem Leistungsspektrum bzw. Praxisangebot erwähnen, dass sie auch Abtreibungen
vornehmen oder diesen Eingriff nicht ablehnen.

Welch ein scheinheiliges Werk, besonders der SPD...die zuvor vollmundig ankündigte, den Paragraphen abschaffen zu wollen. Ein weiteres Beispiel dafür, wie rückgratlos diese Partei mittlerweile geworden ist.
Benutzeravatar
Eulenwoelfchen
Beiträge: 1033
Registriert: Do 8. Feb 2018, 23:16

Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Eulenwoelfchen » Do 13. Dez 2018, 04:42

McKnee hat geschrieben:(11 Dec 2018, 09:40)
das tat ich und würde fündig.
https://www.aerzteblatt.de/archiv/54466 ... der-Geburt


Für Ihre simple Allgemeinrecherche kann ich leider nichts. Von der sie nun meinen, weil sie eine allgemeine ärztliche Website abgegrast haben,
die wäre aussagekräftiger als jene Publikationen von Fachärztinnen und -ärzten, die tagtäglich als befasste Spezialisten/-innen damit zu tun haben.
Und klar sagen, dass dieses Präfix irreführend ist. Dies auch mit der täglich erlebten Praxis solcher Fälle belegen können.

Putzig! :dead:

Allerdings, erfreulich an Ihnen ist, dass Sie als Mann einer Frau gar nichts zu sagen haben. Weder in Sachen Schwangerschaft, noch geht es sie als Mann etwas an, ob und wann eine Frau abtreibt oder nicht.

Frauen in Sachen Abtreibung zu stigmatisieren oder zu kriminalisieren, ist weder moralisch, noch christlich, sondern patriarchaisch-frauenunterdrückend. Und unanständig.
Benutzeravatar
Billie Holiday
Beiträge: 15545
Registriert: Mi 11. Jun 2008, 11:45
Benutzertitel: Mein Glas ist halbvoll.
Wohnort: Schleswig-Holstein, meerumschlungen

Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Billie Holiday » Do 13. Dez 2018, 06:14

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(13 Dec 2018, 04:42)

Für Ihre simple Allgemeinrecherche kann ich leider nichts. Von der sie nun meinen, weil sie eine allgemeine ärztliche Website abgegrast haben,
die wäre aussagekräftiger als jene Publikationen von Fachärztinnen und -ärzten, die tagtäglich als befasste Spezialisten/-innen damit zu tun haben.
Und klar sagen, dass dieses Präfix irreführend ist. Dies auch mit der täglich erlebten Praxis solcher Fälle belegen können.

Putzig! :dead:

Allerdings, erfreulich an Ihnen ist, dass Sie als Mann einer Frau gar nichts zu sagen haben. Weder in Sachen Schwangerschaft, noch geht es sie als Mann etwas an, ob und wann eine Frau abtreibt oder nicht.

Frauen in Sachen Abtreibung zu stigmatisieren oder zu kriminalisieren, ist weder moralisch, noch christlich, sondern patriarchaisch-frauenunterdrückend. Und unanständig.


Ein fertiges Baby kurz vor der Geburt zu töten statt es auf die Welt zu bringen ist aber nicht unanständig. Gut zu wissen.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
K. Kinski

Zurück zu „82. Gender“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste