Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

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Sören74
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Re: Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

Beitragvon Sören74 » So 31. Mär 2019, 21:18

Dark Angel hat geschrieben:(31 Mar 2019, 19:25)

Sorry, aber in "Die sexuelle Evolution" geht es gerade nicht um "Geschlechter als Untersuchungsgegenstand aus Sicht der Gesellschaft" oder das "Zusammenspiel der Geschlechter", sondern um Einflussfaktoren auf die sexuelle Selektion.


Und das hat nichts mit den Geschlechtern zu tun? :?:

Dark Angel hat geschrieben:Deinem Herumgeeiere entnehme ich, dass du nicht erklären kannst, was die verschiedenen Facetten von Geschlecht sein sollen.
Dass sich Männer und Frauen auch psychisch unterscheiden, ist ja durchaus bekannt wiederum etwas mit Biologie zu tun


Das hat eigentlich fast jeder hier im Thread verstanden, was mit den verschiedenen Facetten gemeint ist. Nur weil Du es nicht kapiert hast, schimpft Du über mich. Es ist hier nicht meine Aufgabe, Deine Bildungslücken aufzufüllen. Also verschwende bitte in Zukunft nicht meine Zeit, wenn Du wieder bestimmte Basics nicht verstehst.

Dark Angel hat geschrieben:Interessant - du kommst mit einem religiösen Text, der im 6./5.Jh bc entstanden ist und meinst, du könntest damit 20.000(!) Jahre alte Fels- bzw Höhlenzeichnungen deuten bzw deren wissenschaftliche Interpretation widerlegen.


Bleiben wir mal auf dem Teppich, es war keine wissenschaftliche Interpretation, sondern deine Interpretation. Ein großer Unterschied. Die Geschlechterungleichheit in den verschiedenen Religionen und Gesellschaften ist allgemein bekannt, Du ignorierst sie beharrlich. Das ist jetzt auch nicht mein Problem.

Dark Angel hat geschrieben:Vor allem ändert es nichts an der Tatsache, dass es schon früh Kulturen/Gesellschaften mit relativer Gleichberechtigung der Frauen gab.


Das hat auch niemand hier bestritten, dass es diese Kulturen und Gesellschaften gab. Was Du hingegen abstreitest, obwohl ich Beispiele genannt habe ist, dass es auch welche mit einen erheblichen Ungleichgewicht gab und gibt.

Dark Angel hat geschrieben:Und es hat immer noch nichts mit Geschlecht zu tun, sondern mit sozialem/gesellschaftlichen Status


Und Du meinst, zwischen Geschlecht und sozialem/gesellschaftlichen Status gibt es keinerlei Zusammenhang?

Dark Angel hat geschrieben:Ich lenke NICHT ab!
In der ersten Demokratie durften ausschließlich Männer wählen, die freie Bürger Athens waren und es galt keinesfalls "ein Mann, eine Stimme" - auch die erste Demokratie kannte ein Ständewahlrecht.
Die USA und Frankreich waren die ersten (beiden) Staaten, die das allgemeine Wahlrecht für Männer einführten - alle anderen Staaten folgten erst ab Mitte des 19. Jh.
Beide Staaten waren auch die ersten Staaten, die eine Trennung von Kirche und Staat durchsetzten.
Und es bleibt dabei, dass die Gründe für den Ausschluss von Wahlen, in Religion(en) zu suchen sind, die eine Unterordnung der Frau unter den Mann forderten, die von Frauen forderten, in/bei gesellschaftlichen Belangen zu schweigen.


Damit widersprichst Du Dir selbst, wo Du noch vorher behauptet hast, dass in den Religionen nahezu gleiche Rechte für die Geschlechter galt.

Dark Angel hat geschrieben:Zudem handelt es sich bei allen, noch existierenden matrilinearen Völkern/Kulturen um vormoderne Bauernkulturen bzw um indigene Völker, die teilweise in ihrer Entwicklung noch auf Steinzeitniveau verharren.
Ändert aber nichts an der Tatsache, dass es ein "Matriarchat" genauso wenig gegeben hat wie ein "Patriarchat"


Vorhin hast Du noch argumentiert, dass die ersten Höhlenmalereien Frauen wie Männer gleichberechtigt vorkamen. Jetzt schreibst Du explizit, dass Entwicklungen in der Steinzeit anders verliefen. Aber nur mal angenommen, Du hast mit dem allen Recht, ist das nicht gerade ein deutlicher Beleg dafür, dass bei den Geschlechtern nicht die Biologie alles determiniert und es aus wissenschaftlicher Sicht interessant ist herauszufinden, welche Rolle das Geschlecht soziopolitisch, religiös, gesellschaftlich usw. spielte und spielt?

Dark Angel hat geschrieben:Ändert immer noch nichts an der Tatsache, dass es KEIN Patriarchat gegeben hat, dass es KEINE archäologischen Belege oder Hinweise für die Existenz einer solchen Herrschaftsform gibt.


Die römisch-katholische Kirche ist auf ein Patriarchat aufgebaut.
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Re: Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 1. Apr 2019, 09:28

Selina hat geschrieben:(22 Mar 2019, 07:52)

Ja, sicher gibts diese Fernseher-Frauen-Beispiele, kenne ich hier auch einige. Das ist aber nicht die Regel und bagatellisiert das Problem "wachsende Altersarmut von Frauen". Außerdem hab ich bewusst auf die internationale Dimension der "völlig aus dem Ruder laufenden Verhältnisse" verwiesen. Wir sind so verflochten mit diesen ganzen Prozessen, und mich erschüttert die grenzenlose Armut in Rumänien und Bulgarien und anderen Ländern. Wo natürlich von Chancengleichheit von Mann und Frau auch keine Rede sein kann. Allerdings haben die sicher andere Probleme.


Der Verweis auf die internationale Dimension ist völlig berechtigt. Gerade gestern hörte ich eine Reportage zur Brexit-Stimmungslage in Südwales. Eine Region von der dort behauptet wurde, das Wohlstandsniveau entspreche zum Teil dem von Bulgarien und Rumänien. Ein mittelgroßer Unternehmer aus der Gegend wurde interviewt. Der seinen Angestellten klipp und klar sagte, bei einem ungeregelten Brexit werde er sein Unternehmeh nach Kontinentaleuropa verlagern. Die Jobs gehen flöten. Die Leute haben ausdrücklich gemeint, sie würden dennoch bei einem erneuten Referendum erneut für einen Brexit stimmen. Sprich: Soziale Lage, Beschäftigung, Tarife, Arbeitslosigkeit, Infrastruktur usw. spielen keineswegs keine Geige. Aber sie spielen weithin nur die zweite Geige. Und das bemerkenswerte besteht darin, dass das - eben - ein internationales Phänomen ist. Wenn auch mit unterschiedlichen Gegebenheiten. Zugehörigkeit, Identität geht überall bei einem großen Teil der Menschen klar vor sozialen Gesichtspunkten. Ob bei der Brexit-Frage, bei der Katalonien-Frage, beim Mazedonien-Namensstreit oder dem Krim-Konflikt usw. usf. Bereits die Jugoslawien-Kriege sind nicht anders erklärbar. als dass Dinge wie Frieden, Sicherheit, Wohlstand hinter nationaler Identität zurückzutreten haben.

Verstehen tue ich das selbst nicht. Aber ich muss es wohl akzeptieren. In der Slowakei hat sich am WE mit der Präsidentschaftswahl einmal der andere, progressiv-liberale Teil der Bevölkerung durchgesetzt. Der unterlegene sozialdemokratische Kandidat Šefčovič hat genau mit diesem sich-für-die-einfachen-Leute-einsetzen-Programm versucht zu punkten. Und hat verloren. Aus irgendeinem Grund wollen seit einiger Zeit sehr viele Leute vor allem anderen irgendwo dazugehören. Wie in Thailand: Entweder zu den Gelbhemden oder zu den Rothemden. Es geht auch an der Sache vorbei, dies als entweder links oder rechts oder entweder großstädtisch oder provinziell einzuordnen. Die Polarisierung scheint oft das Ergebnis der Polarisierungsauseinandersetzungen selbst zu sein. Ich halte es auch für unredlich, alles Identitäre, Nationalkonservative irgendwie in die Nähe von Nazidreck zu verorten. Man muss, auch wenn man ganz anders tickt, irgendwie mit diesen Leuten auskommen. Solange sie sich nicht ganz direkt selbst als Nazis outen. Was nur sehr wenige tun.

Uff. So. Was hat das jetzt mit dem Thema "Gleichberechtigung von Mann und Frau" zu tun? Nicht viel. Außer vielleicht mit der Vermutung oder besser Hoffnung, dass Frauen natürlicherweise einen größeren Hang zu Pragmatismus an dern Tag legen und damit diese protobürgerkriegsartigen Polarisierungen in den Gesellschaften eher überwinden können. Auch wenn eine solche Zuschreibung im Sinne der Genderidologien wahrscheinlich ziemiich inkorrekt ist.
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Re: Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

Beitragvon Dark Angel » Mo 1. Apr 2019, 12:02

Sören74 hat geschrieben:(31 Mar 2019, 21:18)

Und das hat nichts mit den Geschlechtern zu tun? :?:

Ich schrieb:
"es [geht] gerade nicht um "Geschlechter als Untersuchungsgegenstand aus Sicht der Gesellschaft" oder das "Zusammenspiel der Geschlechter", sondern um Einflussfaktoren auf die sexuelle Selektion."

Das ist reine Biologie und hat mit "gesellschaftlicher Sicht" nichts zu tun.
Remember: zwei verschiedene Fortpflanzungstpen von Lebewesen der selben Art, die jeweils nur mit einem Angehörigen des anderen Typs zur zygotischen Fortpflanzung fähig sind.
So funktioniert nunmal sexelle Selektion - bei JEDER Art, die sich sexuell reproduziert. Hat nix mit "gesellschaftlicher Sicht" oder "Zusammenspiel ..." zu tun.
Bei jeder Art werben die Männchen und die Weibchen wählen aus und zwar das Männchen, was den besten Nachwuchs i.S.d Arterhaltung bzw Weiterentwicklung der Art betrifft. Da ist Mensch keine Ausnahme.

Sören74 hat geschrieben:(31 Mar 2019, 21:18)]Das hat eigentlich fast jeder hier im Thread verstanden, was mit den verschiedenen Facetten gemeint ist. Nur weil Du es nicht kapiert hast, schimpft Du über mich. Es ist hier nicht meine Aufgabe, Deine Bildungslücken aufzufüllen. Also verschwende bitte in Zukunft nicht meine Zeit, wenn Du wieder bestimmte Basics nicht verstehst.

Da habe ich wiederum meine Zweifel!

Sören74 hat geschrieben:(31 Mar 2019, 21:18)]Bleiben wir mal auf dem Teppich, es war keine wissenschaftliche Interpretation, sondern deine Interpretation. Ein großer Unterschied. Die Geschlechterungleichheit in den verschiedenen Religionen und Gesellschaften ist allgemein bekannt, Du ignorierst sie beharrlich. Das ist jetzt auch nicht mein Problem.

Falsch! Das ist die wissenschaftliche Interpretation. Remeber: Archäologie ist MEIN Fachgebiet, da kenne ich mich aus - insbesondere Vor- und Frühgeschichte (der menschlichen Gesellschaft).
Die Sichtweise auf frühe Gesellschaften und Kulturen, insbesondere die Stellung der Frau hat sich in den letzten 20 bis 30 Jahren grundlegend gewandelt, auch wenn das in populären Schriften und Berichten noch nicht angekommen ist.
Archäologische Befunde belegen, dass Frauen NICHT die Sammlerinnen, Hüterinnen des Feuers, der Höhle und der Kinder waren, sondern aktiv an Jagden - sowohl Großwild wie Kleinwild beteiligt waren und das sich jagdunfähige Männer, Alte und Kinder an der Sammeltätigkeit beteiligten. Mann = Jäger, Frau = Sammlerin ist das Gesellschaftsbild des 19. Jh. welches 1:1 auf die frühe menschliche Gesellschaft übertragen wurde.

Sören74 hat geschrieben:(31 Mar 2019, 21:18)]Das hat auch niemand hier bestritten, dass es diese Kulturen und Gesellschaften gab. Was Du hingegen abstreitest, obwohl ich Beispiele genannt habe ist, dass es auch welche mit einen erheblichen Ungleichgewicht gab und gibt.

Du hast eben KEINE Beispiele genannt! Religiöse Schriften - insbesondere das AT spiegelt die rechtliche Stellung der Frau in der Gesellschaft (Judentum) eben NICHT wider und die Evangelien des NT sind a) über 200 Jahre hinweg niedergeschrieben und das NICHT von Zeitzeugen und b) willkürlich zusammen gestellt.

Sören74 hat geschrieben:(31 Mar 2019, 21:18)Und Du meinst, zwischen Geschlecht und sozialem/gesellschaftlichen Status gibt es keinerlei Zusammenhang?

Der soziale Status eines Menschen war abhängig von der gesellschaftliche Schicht, der der Mensch angehörte bzw in diese eingebunden und zwar unabhängig von dessen Geschlecht.
Der soziale Status einer Frau aus der Aristokratie war sehr viel höher als der soziale Status eines Mannes aus der unteren sozialen Schicht.


Sören74 hat geschrieben:(31 Mar 2019, 21:18)Damit widersprichst Du Dir selbst, wo Du noch vorher behauptet hast, dass in den Religionen nahezu gleiche Rechte für die Geschlechter galt.

Nein ich widerspreche mir nicht, weil das NICHT in allen Religionen der Fall war. Außerdem habe ich den Plural in Klammern gesetzt.
Auch Religionen wandeln sich, darum verwies ich explizit auf Paulus von Tarsus.
Die Wandmalereien in den Katakomben Roms - die als Begräbnisstätte(n) der Urchristen dienten - zeigen ein anderes Bild von der Stellung der Frau, welches (noch) mehr dem der Frau im Judentum glich. Sie war eben nicht von allem ausgeschlossen.

Sören74 hat geschrieben:(31 Mar 2019, 21:18)Vorhin hast Du noch argumentiert, dass die ersten Höhlenmalereien Frauen wie Männer gleichberechtigt vorkamen.

Das ist richtig, allerdings habe ich mich unklar ausgedrückt: das männliche und weibliche Prinzip im "Kreislauf der Natur" wurde gleichberechtigt dargestellt, weil Menschen in den Wandmalereien gar nicht bzw äußerst selten auftauchen.
Anders als Matriarchats"forscherinnen" - basierend auf Bachofen - behaupten, symbolisiert der Stier, der in vielen Felszeichnungen/-malereien auftaucht, nicht die Mondgöttin/die Mondphasen, sondern steht für das männliche Prinzip.
Besonders deutlich wird die Gegenüberstellung von weiblichen und männliches Prinzip in der Höhle von Alta Mira (Spanien).
Das weibliche Prinzip symbolisieren dort trächtige pferdeähliche Tiere.
Außerdem haben wir in einem der seltenen Hortfunde (Kyna) Votivstatuetten gefunden, die sich eindeutig dem männlichen und weiblichen Prinzip zuordnen lassen.
Dieser Hortfund zeigt uns, dass weder Mann noch Frau eine - wie auch immer geartete - Vorrangstellung hatten.



Sören74 hat geschrieben:(31 Mar 2019, 21:18)Jetzt schreibst Du explizit, dass Entwicklungen in der Steinzeit anders verliefen. Aber nur mal angenommen, Du hast mit dem allen Recht, ist das nicht gerade ein deutlicher Beleg dafür, dass bei den Geschlechtern nicht die Biologie alles determiniert und es aus wissenschaftlicher Sicht interessant ist herauszufinden, welche Rolle das Geschlecht soziopolitisch, religiös, gesellschaftlich usw. spielte und spielt?

Ja - und zwar basiert diese veränderte Sichtweise auf archäologischen Befunden (Funde weiblicher Skelette), die die typischen Verletzungen aufweisen, wie sie bei Großwildjagden auftreten, sowie Analysen von Lagerfunden, die Rückschlüsse auf die Gruppengröße zulassen. Außerdem haben wir Jagdwaffen (Bolas) als Grabbeigaben aus Begräbnisstätten von Frauen, was wiederum den Schluss zulässt, dass Frauen, neben ihrer Sammeltätigkeit auch Kleinwild jagden.
Diese Funde stammen aus den letzen 20 bis 30 Jahren, vorrangig aus Nordamerika und Europa.

Sören74 hat geschrieben:(31 Mar 2019, 21:18)Die römisch-katholische Kirche ist auf ein Patriarchat aufgebaut.

Wie ich bereits schrieb, haben derartige Erscheinungen (Pater familias, Patriarch als Stammesältester etc) nichts mit der vorherrschenden Herrschaftsform zu tun.
Herrschaftsformen sind: Tyrannis, Monarchie, Demokratie, Diktatur etc. Es ist weder eine Herrschaftsform "Matriarchat" nachweisbar noch eine Herrschaftsform "Patriarchat". (sie ist auch nicht falsifizierbar = Glaubenssatz)
Dir dürfte der Grundsatz "wer eine Behauptung aufstellt, ist in der Beweispflicht" bekannt sein.
Wer also behauptet, es habe eine Gesellschafts- Herrschaftsform "Matriarchat" gegeben, die durch eine Gesellschafts- Herrschaftsform "Patriarchat" abgelöst wurde, muss diese Behauptung beweisen.
Beweise für diese Behauptungen gibt es keine, also bleibt diese Behauptung unbelegt, reine Phantasie.
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Re: Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

Beitragvon Sören74 » Mo 1. Apr 2019, 15:24

Dark Angel hat geschrieben:Die Sichtweise auf frühe Gesellschaften und Kulturen, insbesondere die Stellung der Frau hat sich in den letzten 20 bis 30 Jahren grundlegend gewandelt, auch wenn das in populären Schriften und Berichten noch nicht angekommen ist.


:?: Das sage ich doch die ganze Zeit. Diese Phänomene lassen sich nicht mit der Biologie erklären. Aber Du scheinst die Untersuchung der Geschlechter aus gesellschaftlicher und kultureller Sicht für überflüssig zu halten.

Dark Angel hat geschrieben:Archäologische Befunde belegen, dass Frauen NICHT die Sammlerinnen, Hüterinnen des Feuers, der Höhle und der Kinder waren, sondern aktiv an Jagden - sowohl Großwild wie Kleinwild beteiligt waren und das sich jagdunfähige Männer, Alte und Kinder an der Sammeltätigkeit beteiligten. Mann = Jäger, Frau = Sammlerin ist das Gesellschaftsbild des 19. Jh. welches 1:1 auf die frühe menschliche Gesellschaft übertragen wurde.


Schön. Es hat hier nur niemand etwas gegenteiliges behauptet.

Dark Angel hat geschrieben:Du hast eben KEINE Beispiele genannt! Religiöse Schriften - insbesondere das AT spiegelt die rechtliche Stellung der Frau in der Gesellschaft (Judentum) eben NICHT wider und die Evangelien des NT sind a) über 200 Jahre hinweg niedergeschrieben und das NICHT von Zeitzeugen und b) willkürlich zusammen gestellt.


Ich glaube, da hast Du mich missverstanden. Ich sehe das AT nicht als Widergabe der gesellschaftlichen Verhältnisse, sondern das insbesondere das neue Testament selbst ein eindeutig männerdominiertes Werk ist, auf das eine ganze Religion gründet.

Dark Angel hat geschrieben:Der soziale Status eines Menschen war abhängig von der gesellschaftliche Schicht, der der Mensch angehörte bzw in diese eingebunden und zwar unabhängig von dessen Geschlecht.


Und der soziale Status war in vielen Gesellschaften auch vom Geschlecht abhängig. Viele Berufe und Ämter durften Frauen gerade zur damaligen Zeit praktisch nicht ausüben, die Beispiele sind jedem hier bekannt.

Dark Angel hat geschrieben:Der soziale Status einer Frau aus der Aristokratie war sehr viel höher als der soziale Status eines Mannes aus der unteren sozialen Schicht.


LOL. Wenn Du schon so einen extremen Unterschied als Vergleich heranziehen musst, dann stellt sich mir die Frage, ob das auch für Frauen aus dem Bürgertum im Mittelalter genauso galt wie beispielsweise für einen einfachen männlichen Soldaten oder männlichen Bauern.

Dark Angel hat geschrieben:Nein ich widerspreche mir nicht, weil das NICHT in allen Religionen der Fall war. Außerdem habe ich den Plural in Klammern gesetzt.


Vorher hast Du noch geschrieben, dass in keiner Religion Frauen und Männer unterschiedlich berechtigt waren. Zitat: "Selbst in den ältesten Dokumenten über religiöse Glaubensvorstellungen (Höhlenmalereien) werden immer beide - Mann UND Frau - gleichwertig dargestellt"

Dark Angel hat geschrieben:Wie ich bereits schrieb, haben derartige Erscheinungen (Pater familias, Patriarch als Stammesältester etc) nichts mit der vorherrschenden Herrschaftsform zu tun.


Es hat niemand behauptet, dass diese Erscheinungen vorherrschend waren. In der Diskussion nimmst Du immer wieder Positionen zurück (und stellst sie dann hinterher wieder auf). Zuerst behauptest Du, sowas wie Matriarchat gab es in der Geschichte gar nicht. Ich nenne Dir ein Beispiel, woraufhin Du dann schreibst, ja aber ein Patriarchat gab es nie. Ich nenne Dir wieder ein Beispiel und nun sagst Du, ja aber diese Formen waren nie vorherrschend. Wieso fällt es Dir schwer, gleich am Anfang zuzugeben, dass es Gesellschaften gab, die man als Matriarchat und Patriarchat bezeichnen kann? Das hätte uns echt viel Zeit erspart. :)

Dark Angel hat geschrieben:Herrschaftsformen sind: Tyrannis, Monarchie, Demokratie, Diktatur etc. Es ist weder eine Herrschaftsform "Matriarchat" nachweisbar noch eine Herrschaftsform "Patriarchat". (sie ist auch nicht falsifizierbar = Glaubenssatz)


Was soll dieses Affentheater??? Ich habe Dir Beispiele genannt und jetzt tust Du so, als wenn die nie existiert haben. Wenn Du auf die Art auch in der Archäologie arbeitest, dann tun mir echt Deine Kollegen leid, die mit Dir endlose, destruktive Diskussionen führen müssen, weil Du ständig Belege und Aussagen ignorierst.
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Re: Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

Beitragvon Dark Angel » Mo 1. Apr 2019, 17:45

Sören74 hat geschrieben:(01 Apr 2019, 15:24)

:?: Das sage ich doch die ganze Zeit. Diese Phänomene lassen sich nicht mit der Biologie erklären. Aber Du scheinst die Untersuchung der Geschlechter aus gesellschaftlicher und kultureller Sicht für überflüssig zu halten.

Nochmal: Als die Vorstellungen von der Gesellschaft früher Menschen (Homo sapiens sapiens) entstand, gab es NOCH KEINE Archäologie, sondern nur einige wenige - teilweise nicht zuordenbare - Knochenfunde einiger Hobbyforscher, welche die zeitgenössischen gesellschaftlichen Verhältnisse 1:1 auf die Frühzeit der menschlichen Gesellschaft übertrugen!
Soll heißen, es gab keinerlei archäologische Befunde, die diese Sichtweise stützten, noch diese widerlegten - es gab bestenfalls einige Einzelfunde - Skelette, Statuetten etc.
Darüber hinaus gilt - je weiter in der Zeit zurück, um so weniger Funde/Belege!
Wir können auch heute KEIN vollständiges Bild einer paläolothischen oder mesolithischen Kultur rekonstruieren, sondern nur "Schlaglichter liefern. Hinzu kommt, dass erst in den letzten Jahren (genannter Zeitraum) Skelettfunde forensisch untersucht werden und dadurch genauere Aussagen möglich sind.

Mit "gesellschaftlicher und kultureller Sicht auf die Geschlechter" hat das immer noch nichts zu tun, weil a) eine Rekonstruktion prähistorischen der Gesellschaft NICHT möglich ist und b) archäologische Funde bestenfalls Hinweise auf die Arbeitsteilung innerhalb einer Gruppe/einer Sippe/eines Clans liefern.
Die Arbeitsteilung in einer prähistorischen Gesellschaft/Kultur verlief NICHT getrennt nach Geschlecht, sondern nach jagdtauglich oder nicht jagdtauglich. Wer nicht oder nicht mehr jagdtauglich war, konnte immer noch einer Sammeltätigkeit nachgehen - unabhängig vom Geschlecht und wer beides nicht mehr konnte, war immer noch in der Lage notwendige Arbeiten im Lager durchzuführen.

Sören74 hat geschrieben:(01 Apr 2019, 15:24)Ich glaube, da hast Du mich missverstanden. Ich sehe das AT nicht als Widergabe der gesellschaftlichen Verhältnisse, sondern das insbesondere das neue Testament selbst ein eindeutig männerdominiertes Werk ist, auf das eine ganze Religion gründet.

Auch das ist falsch. Das NT ist willkürlich zusammen gestellt und zwar unter der Prämisse der Trinität Gottes - heißt alle Schriften/Dokumente, die diese Trinität Gottes a) nicht beinhalten, b) leugnen oder c) sich mit alltäglichen Glaubensfragen, dem Alltag der Glaubensgemeinde beschäftigten wurden ausgeklammert.
Es gibt immer noch einige Dokumente, die zu Jesus' Lebzeiten entstanden, die noch nicht abschließend übersetzt, ausgewertet und untersucht sind.
Die Untersuchungsergebnisse werden zwar an der Religion - wie wir sie heute kennen - nicht viel ändern, aber hoffentlich ein genaueres Bild der Gesellschaft liefern.
Außerdem gilt - die Ausformung der Religion geht nicht auf Jesus und seine Jünger zurück, sondern insbesondere auf Paulus von Tarsus und Kirchenvater Augustinus von Hippo und beide gelten als ausgesprochene Frauenfeinde.

Sören74 hat geschrieben:(01 Apr 2019, 15:24)]Und der soziale Status war in vielen Gesellschaften auch vom Geschlecht abhängig. Viele Berufe und Ämter durften Frauen gerade zur damaligen Zeit praktisch nicht ausüben, die Beispiele sind jedem hier bekannt.

Ja - und Frisör war bis in die vierziger, sogar fünfziger Jahre hinein, ein männerdominierter Beruf, ebenso Schneider oder Koch (Sternekoch sogar heute noch)
Und Beamte benötigten bis in die fünfziger Jahre hinein, eine Heiratserlaubnis. Bis zum Beginn des 20 Jh. benötigten Männer (allgemein) eine Heiratserlaubnis und die bekamen sie nur, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllten.

Sozialer Status war in erster Linie an die gesellschaftliche Schicht gebunden, von dieser abhängig, NICHT vom Geschlecht.

Sören74 hat geschrieben:(01 Apr 2019, 15:24)
LOL. Wenn Du schon so einen extremen Unterschied als Vergleich heranziehen musst, dann stellt sich mir die Frage, ob das auch für Frauen aus dem Bürgertum im Mittelalter genauso galt wie beispielsweise für einen einfachen männlichen Soldaten oder männlichen Bauern.

Aber sicher galt das. Die Frau aus dem Bürgertum war nicht von Bildung ausgeschlossen, der einfache Bauer sehr wohl.



Sören74 hat geschrieben:(01 Apr 2019, 15:24)Vorher hast Du noch geschrieben, dass in keiner Religion Frauen und Männer unterschiedlich berechtigt waren. Zitat: "Selbst in den ältesten Dokumenten über religiöse Glaubensvorstellungen (Höhlenmalereien) werden immer beide - Mann UND Frau - gleichwertig dargestellt"

Ich hoffe, du kennst den Unterschied zwischen gleichwertig und gleichberechtigt!
Ich schrieb von gleichwertiger Darstellung NICHT von Gleichberechtigung und weiter schrieb ich von Gesellschaften/Kulturen mit relativer Gleichberechtigung der Fau.

Sören74 hat geschrieben:(01 Apr 2019, 15:24)]Es hat niemand behauptet, dass diese Erscheinungen vorherrschend waren. In der Diskussion nimmst Du immer wieder Positionen zurück (und stellst sie dann hinterher wieder auf). Zuerst behauptest Du, sowas wie Matriarchat gab es in der Geschichte gar nicht. Ich nenne Dir ein Beispiel, woraufhin Du dann schreibst, ja aber ein Patriarchat gab es nie. Ich nenne Dir wieder ein Beispiel und nun sagst Du, ja aber diese Formen waren nie vorherrschend. Wieso fällt es Dir schwer, gleich am Anfang zuzugeben, dass es Gesellschaften gab, die man als Matriarchat und Patriarchat bezeichnen kann? Das hätte uns echt viel Zeit erspart. :)

Ich habe geschrieben, dass es weder ein "Matriarchat" noch ein "Patriarchat" gegeben hat, dass es KEINE archäologischen Belege oder Hinweise für diese Herrschaftsformen gibt!
Und ich habe geschrieben, worauf diese Fehlinterpretationen beruhen.
Ich wiederhole: Herrschafts-/Gesellschaftsformen sind Tyrannis, Monarchie, Demokratie, Diktatur/Despotie.
Ich habe NICHT geschrieben, dass es Gesellschaften gab, die man als Matriarchat und Patriarchat bezeichnen kann!
Matrilinerität oder Matrilokalität sind immer noch KEIN Matriarchat und eine Familie ist keine Gesellschaft, ebenso wenig wie eine Sippe oder ein Stamm.


Sören74 hat geschrieben:(01 Apr 2019, 15:24)Was soll dieses Affentheater??? Ich habe Dir Beispiele genannt und jetzt tust Du so, als wenn die nie existiert haben. Wenn Du auf die Art auch in der Archäologie arbeitest, dann tun mir echt Deine Kollegen leid, die mit Dir endlose, destruktive Diskussionen führen müssen, weil Du ständig Belege und Aussagen ignorierst.

Du hast eben KEINE Beispiele genannt!
Es gibt KEINE archäologischen Belege oder Hinweise für die Existenz eines Matriarchats oder Patriarchats! Ende!
Daran ändert sich auch nichts, wenn sich irgendein "Kirchenfürst" als Patriarch bezeichnet bzw bezeichnet wird.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

Beitragvon Sören74 » Di 2. Apr 2019, 01:25

Dark Angel hat geschrieben:(01 Apr 2019, 17:45)
Das NT ist willkürlich zusammen gestellt und zwar unter der Prämisse der Trinität Gottes - heißt alle Schriften/Dokumente, die diese Trinität Gottes a) nicht beinhalten, b) leugnen oder c) sich mit alltäglichen Glaubensfragen, dem Alltag der Glaubensgemeinde beschäftigten wurden ausgeklammert.
Es gibt immer noch einige Dokumente, die zu Jesus' Lebzeiten entstanden, die noch nicht abschließend übersetzt, ausgewertet und untersucht sind.
Die Untersuchungsergebnisse werden zwar an der Religion - wie wir sie heute kennen - nicht viel ändern, aber hoffentlich ein genaueres Bild der Gesellschaft liefern.
Außerdem gilt - die Ausformung der Religion geht nicht auf Jesus und seine Jünger zurück, sondern insbesondere auf Paulus von Tarsus und Kirchenvater Augustinus von Hippo und beide gelten als ausgesprochene Frauenfeinde.


Das steht nicht im Widerspruch zu der Aussage, dass das NT ein männerdominiertes Werk ist.

Dark Angel hat geschrieben:Du hast eben KEINE Beispiele genannt!
Es gibt KEINE archäologischen Belege oder Hinweise für die Existenz eines Matriarchats oder Patriarchats! Ende!
Daran ändert sich auch nichts, wenn sich irgendein "Kirchenfürst" als Patriarch bezeichnet bzw bezeichnet wird.


Ich habe die Minangkabau und die römisch-katholische Kirche als Beispiele genannt. Das es in der Kirche Patriarchate gibt, ist allgemein anerkannt, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Patriarchat_(Kirche)
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Re: Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

Beitragvon Fliege » Di 2. Apr 2019, 09:18

Sören74 hat geschrieben:(28 Mar 2019, 18:19)
Das Geschlecht mit all seinen Facetten und unterschiedlichen Betrachtungswinkeln gehört zu den vielen interessanten und sonderbaren Dingen auf dieser Welt, über das man mehr erfahren möchte. :)
Dark Angel hat geschrieben:(31 Mar 2019, 11:52)
Mir erschließt sich nicht, was dieses "Geschlecht mit all seinen Facetten" und "unterschiedliche Betrachtungswinkel" sein sollen.
Sören74 hat geschrieben:(01 Apr 2019, 15:24)
[...] Du scheinst die Untersuchung der Geschlechter aus gesellschaftlicher und kultureller Sicht für überflüssig zu halten.

Verständnishilfe:

Man stelle sich vor, es gehe nicht um Geschlechter, sondern um den Erdmond. Um was es beim Erdmond geht, das wird nicht aus gesellschaftler und kultureller Sicht geklärt, sondern das untersuchen Astronomen und Planetologen. Und bei der Beschäftigung mit dem Erdmond aus gesellschaftlicher und kultureller Sicht werden die von Astronomen und Planetologen gewonnenen Erkenntnisse schlicht vorausgesetzt. Aus gesellschaftlicher und kultureller Sicht wird der Mond gar nicht untersucht, sondern untersucht wird die Bezugnahme von Menschen auf den Erdmond.

Auch bei der (soziologischen) Beschäftigung mit den Geschlechtern aus gesellschaftlicher und kultureller Sicht wird keine Untersuchung der Geschlechter vorgenommen, sondern untersucht wird die Bezugnahme von Menschen auf die Geschlechter. Dabei werden die von Biologen gewonnenen Erkenntnisse schlicht vorausgesetzt (sofern die Beschäftigung mit den Geschlechtern aus gesellschaftlicher und kultureller Sicht als Wissenschaft firmieren möchte).

Genderologen sind nur dann Wissenschaftler, wenn sie nicht meinen, sie würden selber die Geschlechter untersuchen, denn die Untersuchung der Geschlechter wird von der Biologie betrieben.
Medienversagen: "für den gehobenen Moralbedarf"; Migrationsdesaster: "wie ein Hippie-Staat"; Klimahysterie: "weltweit dümmste Energiepolitik".
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Re: Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

Beitragvon Dark Angel » Di 2. Apr 2019, 11:01

Sören74 hat geschrieben:(02 Apr 2019, 01:25)

Das steht nicht im Widerspruch zu der Aussage, dass das NT ein männerdominiertes Werk ist.

Ja und, was soll das mit "Untersuchung der Geschlechter aus gesellschaftlicher und kultureller Sicht" zu tun haben?
Geschlecht ist immer noch die Bezeichnung für zwei unterschiedliche Fortpflanzungstypen von Lebewesen derselben Art.
Nicht mehr und nicht weniger.


Sören74 hat geschrieben:(02 Apr 2019, 01:25)Ich habe die Minangkabau und die römisch-katholische Kirche als Beispiele genannt. Das es in der Kirche Patriarchate gibt, ist allgemein anerkannt, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Patriarchat_(Kirche)

Die Minangkabau sind ein matrilinear und matrilokal organisiertes Volk und aus Matrilinearität bzw Matrilokalität wird immer noch kein Matriarchat!
Eine Organisationsform innerhalb einer Institution ist immer noch keine gesellschaftliche Herrschaftsform!
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

Beitragvon Dark Angel » Di 2. Apr 2019, 11:09

Fliege hat geschrieben:(02 Apr 2019, 09:18)

Verständnishilfe:

Man stelle sich vor, es gehe nicht um Geschlechter, sondern um den Erdmond. Um was es beim Erdmond geht, das wird nicht aus gesellschaftler und kultureller Sicht geklärt, sondern das untersuchen Astronomen und Planetologen. Und bei der Beschäftigung mit dem Erdmond aus gesellschaftlicher und kultureller Sicht werden die von Astronomen und Planetologen gewonnenen Erkenntnisse schlicht vorausgesetzt. Aus gesellschaftlicher und kultureller Sicht wird der Mond gar nicht untersucht, sondern untersucht wird die Bezugnahme von Menschen auf den Erdmond.

Auch bei der (soziologischen) Beschäftigung mit den Geschlechtern aus gesellschaftlicher und kultureller Sicht wird keine Untersuchung der Geschlechter vorgenommen, sondern untersucht wird die Bezugnahme von Menschen auf die Geschlechter. Dabei werden die von Biologen gewonnenen Erkenntnisse schlicht vorausgesetzt (sofern die Beschäftigung mit den Geschlechtern aus gesellschaftlicher und kultureller Sicht als Wissenschaft firmieren möchte).

Genderologen sind nur dann Wissenschaftler, wenn sie nicht meinen, sie würden selber die Geschlechter untersuchen, denn die Untersuchung der Geschlechter wird von der Biologie betrieben.

Das machen Gender"forscher" ja gerade nicht, sie leugnen ja die Erkenntnisse und Erklärungen der Biologen und behaupten alles als "sozial kontruiert".
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Trifels
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Re: Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

Beitragvon Trifels » Di 2. Apr 2019, 12:12

Überflüssiges nervt. zutreffende Meinung

Eine große Mehrheit der Bundesbürger ist nicht an amtlich verordneten Sprachmanipulationen mit dem Ziel einer sprachlichen Neutralisierung von Männern und Frauen interessiert; man fühlt sich durch einschlägige Bestrebungen eher belästigt. Auch die Debatten dazu halten viele für überflüssig und übertrieben. Das ist eines von mehreren Ergebnissen einer vom Verein Deutsche Sprache (VDS) bei der INSA-Consulere

Bundesbürger haben Nase voll von Gender-Sprache und -Debatte | wallstreet-online.de - Vollständiger Artikel unter:


https://www.wallstreet-online.de/nachri ... he-debatte
Denkanstoß. Gesicherte Quelle/Info -> take it or leave it.
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Selina
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Re: Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

Beitragvon Selina » Di 2. Apr 2019, 12:20

schokoschendrezki hat geschrieben:(01 Apr 2019, 09:28)

Der Verweis auf die internationale Dimension ist völlig berechtigt. Gerade gestern hörte ich eine Reportage zur Brexit-Stimmungslage in Südwales. Eine Region von der dort behauptet wurde, das Wohlstandsniveau entspreche zum Teil dem von Bulgarien und Rumänien. Ein mittelgroßer Unternehmer aus der Gegend wurde interviewt. Der seinen Angestellten klipp und klar sagte, bei einem ungeregelten Brexit werde er sein Unternehmeh nach Kontinentaleuropa verlagern. Die Jobs gehen flöten. Die Leute haben ausdrücklich gemeint, sie würden dennoch bei einem erneuten Referendum erneut für einen Brexit stimmen. Sprich: Soziale Lage, Beschäftigung, Tarife, Arbeitslosigkeit, Infrastruktur usw. spielen keineswegs keine Geige. Aber sie spielen weithin nur die zweite Geige. Und das bemerkenswerte besteht darin, dass das - eben - ein internationales Phänomen ist. Wenn auch mit unterschiedlichen Gegebenheiten. Zugehörigkeit, Identität geht überall bei einem großen Teil der Menschen klar vor sozialen Gesichtspunkten. Ob bei der Brexit-Frage, bei der Katalonien-Frage, beim Mazedonien-Namensstreit oder dem Krim-Konflikt usw. usf. Bereits die Jugoslawien-Kriege sind nicht anders erklärbar. als dass Dinge wie Frieden, Sicherheit, Wohlstand hinter nationaler Identität zurückzutreten haben.

Verstehen tue ich das selbst nicht. Aber ich muss es wohl akzeptieren. In der Slowakei hat sich am WE mit der Präsidentschaftswahl einmal der andere, progressiv-liberale Teil der Bevölkerung durchgesetzt. Der unterlegene sozialdemokratische Kandidat Šefčovič hat genau mit diesem sich-für-die-einfachen-Leute-einsetzen-Programm versucht zu punkten. Und hat verloren. Aus irgendeinem Grund wollen seit einiger Zeit sehr viele Leute vor allem anderen irgendwo dazugehören. Wie in Thailand: Entweder zu den Gelbhemden oder zu den Rothemden. Es geht auch an der Sache vorbei, dies als entweder links oder rechts oder entweder großstädtisch oder provinziell einzuordnen. Die Polarisierung scheint oft das Ergebnis der Polarisierungsauseinandersetzungen selbst zu sein. Ich halte es auch für unredlich, alles Identitäre, Nationalkonservative irgendwie in die Nähe von Nazidreck zu verorten. Man muss, auch wenn man ganz anders tickt, irgendwie mit diesen Leuten auskommen. Solange sie sich nicht ganz direkt selbst als Nazis outen. Was nur sehr wenige tun.

Uff. So. Was hat das jetzt mit dem Thema "Gleichberechtigung von Mann und Frau" zu tun? Nicht viel. Außer vielleicht mit der Vermutung oder besser Hoffnung, dass Frauen natürlicherweise einen größeren Hang zu Pragmatismus an dern Tag legen und damit diese protobürgerkriegsartigen Polarisierungen in den Gesellschaften eher überwinden können. Auch wenn eine solche Zuschreibung im Sinne der Genderidologien wahrscheinlich ziemiich inkorrekt ist.


Ja, danke. Trotzdem: Alles hat mit allem zu tun. Gewaltiger Rechtsruck, Nationalismus, Identitäts-Sehnsucht haben durchaus mit dem Neoliberalismus zu tun, in dem wir nun mal leben. Um nicht das unbeliebte Wort Kapitalismus benutzen zu müssen. Das sind alles Ergebnisse von Zuspitzungen weltweiter Krisen. Krise des Finanzsystems, Staatskrisen, Politikkrisen, Wirtschaftskrisen, existenzielle soziale Krisen, Umweltkrisen. Und all das äußert sich nun mal "an der Basis" in einem derartigen Rückfall in die Steinzeit. In einer Sicherheits- und Wohlfühl-Sehnsucht. Nationalismus kommt nicht aus dem Nichts. Ist er noch nie gekommen. Und ja (weil wir hier im Gleichberechtigungs-Strang sind), das äußert sich auch in wieder zunehmender Frauenfeindlichkeit und in solchen irrigen und irrsinnigen rückwärtsgewandten Auffassungen, man müsse plötzlich die Gleichstellungs-Beauftragten und die Gender-Studies wieder abschaffen. Wie aus der Zeit gefallen. Ja, das hat was mit Rechtsruck zu tun. Ganz klar. Mit einer konservativ-rechten Melange. Und ja, sicher sind das natürlich nicht alles Nazis, die so ticken. Trotzdem wirds durch das gebetsmühlenartige Wiederholen, dass man sich doch bitte vor dem bösen Naziwort in acht nehmen müsse, auch nicht besser. Viele Tausende dieser Bannon-Freunde vernetzen sich weltweit und machen sich diese Krisen zu nutze. Und der Neoliberalismus (der sich in Teilen der Welt durchaus als eine Art Manchester-Kapitalismus zeigt) ist einfach nicht in der Lage, die Krisen zu lösen. Damit meine ich nicht diese Konjunktur-Rezessions-Zyklen, nein, damit meine ich tiefgehende Krisen, die sich nicht mehr ohne Weiteres lösen lassen. Höchstens mit völlig anderen Mehrheiten in den einzelnen Staaten, die dann andere Rahmenbedingungen schaffen. Und mit einer reformierten fortschrittlichen EU. Aber nicht mit mehr Militär. Und ja, auch wenns wehtut, das jetzt lesen zu müssen: Wir segeln mit traumtänzerischer Sicherheit auf einen neuen Faschismus zu. Ein Konglomerat aus Faschismus, Nationalismus und mehr Militär bedeutet etwas sehr Schlimmes, etwas, das kein vernünftiger Mensch wollen kann. Und mir ist es schleierhaft, wieso das aufgeklärte, ansonsten eigentlich scharf analysierende Leute wie du nicht sehen können oder wollen.

Und noch etwas: Frauen und Männer sind in erster Linie Menschen. Und allen Vernünftigen unter ihnen sollte gemeinsam daran gelegen sein, dass unser wunderschöner Planet nicht noch einmal gefährdet werden kann durch solche Nationalisten. Und dann sollten wir uns gemeinsam, Männer und Frauen, darum kümmern, die weitere Erderwärmung aufzuhalten. Endlich! Denn wer weiß, ob man da überhaupt noch sagen kann, es ist fünf vor zwölf.
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Re: Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

Beitragvon Fliege » Di 2. Apr 2019, 14:05

Dark Angel hat geschrieben:(02 Apr 2019, 11:09)
Das machen Gender"forscher" ja gerade nicht, sie leugnen ja die Erkenntnisse und Erklärungen der Biologen und behaupten alles als "sozial kontruiert".

Ja, und deswegen ist Genderologie keine Wissenschaft. Und wollten Genderologen wissenschaftlich arbeiten, würden sie die Forschungsergebnisse von Biologen zu den Geschlechtern (zu Geschlechtlichkeit) voraussetzen, um ihre soziologischen Betrachtungen anzuschließen.
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Re: Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

Beitragvon Sören74 » Di 2. Apr 2019, 22:49

Fliege hat geschrieben:(02 Apr 2019, 09:18)

Man stelle sich vor, es gehe nicht um Geschlechter, sondern um den Erdmond. Um was es beim Erdmond geht, das wird nicht aus gesellschaftler und kultureller Sicht geklärt, sondern das untersuchen Astronomen und Planetologen.


Und bei der Beschäftigung mit dem Erdmond aus gesellschaftlicher und kultureller Sicht werden die von Astronomen und Planetologen gewonnenen Erkenntnisse schlicht vorausgesetzt. Aus gesellschaftlicher und kultureller Sicht wird der Mond gar nicht untersucht, sondern untersucht wird die Bezugnahme von Menschen auf den Erdmond.


Da irrst Du Dich. Der Mond ist auch aus soziokultureller Sicht ein interessantes Forschungsprojekt. Hinzu kommt auch die biologische Bedeutung des Mondes und die geologische Bedeutung nicht zu vergessen.

Siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie ... der_Kultur

Fliege hat geschrieben:Genderologen sind nur dann Wissenschaftler, wenn sie nicht meinen, sie würden selber die Geschlechter untersuchen, denn die Untersuchung der Geschlechter wird von der Biologie betrieben.


Selbst die Biologie erhebt nicht den alleinigen Anspruch, die Geschlechter zu untersuchen.
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Re: Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

Beitragvon Sören74 » Di 2. Apr 2019, 22:50

Dark Angel hat geschrieben:(02 Apr 2019, 11:01)

Die Minangkabau sind ein matrilinear und matrilokal organisiertes Volk und aus Matrilinearität bzw Matrilokalität wird immer noch kein Matriarchat!


Was wäre denn für Dich ein Matriarchat?
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Re: Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

Beitragvon Fliege » Di 2. Apr 2019, 23:22

Sören74 hat geschrieben:(02 Apr 2019, 22:49)
Der Mond ist auch aus soziokultureller Sicht ein interessantes Forschungsprojekt. Hinzu kommt auch die biologische Bedeutung des Mondes und die geologische Bedeutung nicht zu vergessen.

Du machst einen wichtigen Punkt: Die Biologie untersucht nicht den Mond, sondern die Biologie untersucht die Bezugnahme von Lebewesen auf den Mond ("biologische Bedeutung des Mondes"). Den Mond untersuchen Astronomen und Planetologen.

Sören74 hat geschrieben:(02 Apr 2019, 22:49)
Selbst die Biologie erhebt nicht den alleinigen Anspruch, die Geschlechter zu untersuchen.

Geht es um die Geschlechter ist hingegen die Biologie der Koch (die primäre Wissenschaft) und die Soziologie der Kellner (die sekundäre Wissenschaft), denn die Soziologen untersuchen die Bezugnahme von Menschen auf die Geschlechter.
Medienversagen: "für den gehobenen Moralbedarf"; Migrationsdesaster: "wie ein Hippie-Staat"; Klimahysterie: "weltweit dümmste Energiepolitik".
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Re: Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

Beitragvon Sören74 » Mi 3. Apr 2019, 00:10

Fliege hat geschrieben:(02 Apr 2019, 23:22)

Geht es um die Geschlechter ist hingegen die Biologie der Koch (die primäre Wissenschaft) und die Soziologie der Kellner (die sekundäre Wissenschaft), denn die Soziologen untersuchen die Bezugnahme von Menschen auf die Geschlechter.


Du hast eine ziemlich seltsame Vorstellung von Wissenschaft. Es gibt keine primäre und sekundäre Wissenschaft. Diese Ausdrücke findet man in keiner wissenschaftlichen Veröffentlichung. Es gibt auch nicht Koch und Kellner, sondern Fragestellungen, die man untersucht.
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Re: Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

Beitragvon Fliege » Mi 3. Apr 2019, 00:16

Sören74 hat geschrieben:(03 Apr 2019, 00:10)
Es gibt auch nicht Koch und Kellner, sondern Fragestellungen, die man untersucht.

Soziologen untersuchen nicht die Geschlechter, weil das Biologen machen. Oder hast du da andere Erkenntnisse?
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Re: Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 3. Apr 2019, 00:21

Und am Ende ist doch alles nur Chemie :cool:
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Re: Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

Beitragvon Zunder » Mi 3. Apr 2019, 00:22

Chemie ist auch nur Physik.
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Re: Sammelstrang Gleichberechtigung von Mann und Frau

Beitragvon Sören74 » Mi 3. Apr 2019, 00:24

Fliege hat geschrieben:(03 Apr 2019, 00:16)

Soziologen untersuchen nicht die Geschlechter, weil das Biologen machen. Oder hast du da andere Erkenntnisse?


Natürlich untersuchen Soziologen auch die Geschlechter.

http://www.bpb.de/apuz/135431/soziologi ... echt?p=all

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