Feministinnen und häusliche Gewalt

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mirabella
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Feministinnen und häusliche Gewalt

Beitragvon mirabella » Mo 29. Jun 2009, 18:00

Ich lese seit einiger Zeit auf dem mädchenblog (http://maedchenblog.blogsport.de). Und vor kurzem ist da ein Beitrag erschienen, bei den es um ein "intelligentes Plakat" gegen häusliche Gewalt geht, auf dem ein Mann eine Frau schlägt, solange niemand hinsieht.

Erstmal eine sehr interessante und gute Kampagne.

Aber als ich die Diskussion (Kommentare) zu dem Thema las, war ich etwas geschockt, wie dort mit Menschen umgegangen wird, die darauf aufmerksam machen, dass nicht nur Frauen Opfer häuslicher Gewalt sind.

Warum sind Feministinnen (hier speziell die dort schreibenden) so empfindlich, wenn es um das Thema häusliche Gewalt geht. Warum kann nicht eingesehen werden, dass das Thema beide Geschlechter angeht?

Wie sehen die Personen hier im Forum das?
Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.

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Umetarek
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Re: Feministinnen und häusliche Gewalt

Beitragvon Umetarek » Mo 29. Jun 2009, 18:21

Natürlich können Frauen auch gewalttätig sein. Wenn bei uns ein Streit eskaliert sind wir beide handgreiflich, was erfreulicher Weise immer seltener passiert. Ich kann auch Menschen, die nicht zurückschlagen nicht wirklich verstehen. Gut, wenn sie sich nach sowas trennen schon, was ich meine, sind die Frauen und Männer, die sich nicht wehren, aber trotzdem bei ihrem "Partner" bleiben.
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Tudddeldü
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Re: Feministinnen und häusliche Gewalt

Beitragvon Tudddeldü » Mo 29. Jun 2009, 19:59

mirabella hat geschrieben:Warum sind Feministinnen (hier speziell die dort schreibenden) so empfindlich, wenn es um das Thema häusliche Gewalt geht. Warum kann nicht eingesehen werden, dass das Thema beide Geschlechter angeht?

Weil diese Erkenntnis das feministische Selbstverständnis erschüttert. Die Feministin sieht und braucht eine Welt, in der der Mann der gewalttätige Herrscher ist. Wenn Männer genauso oft Opfer ihrer Partnerin werden wie umgekehrt, droht eine sehr wichtige Säule der feministischen Weltanschauung zu fallen, in der ER die Macht hat und (gewalttätig) ausübt und SIE ewiges Opfer ist. ER ist der Patriarch, der die Macht inne hat und nach Belieben auch mal seine Frau prügelt. Das ist kein Einzelfall, sondern ein die ganze Gesellschaft durchziehendes Prinzip, welche das Schema Mann=Täter, Frau=Opfer wiedergibt. Wenn jetzt Männer genauso oft wie Frauen Opfer häuslicher Gewalt werden, fällt dieses Prinzip. Das ganze Bild des "Patriarchats" gerät dadurch ins Wanken - und damit das Selbstverständnis einer Feministin als unterdrückte (aber Power-) - Frau des Patriarchats.

Ein Mann, der nach ungeliebter, entfremdender Arbeit das Geld zu Hause abliefert und Schläge empfängt? Und das nicht nur als krasser Ausnahmefall sondern genauso üblich wie die Frau als Opfer? Nicht auszudenken (hier blockiert das Denken der FeministIn tatsächlich)! Es darf nicht sein, also kann es auch nicht sein.

Dementsprechend groß ist der Hass, der KritikerInnen der feministischen Anschauung entgegen schlägt:
viewtopic.php?p=250567#p250567
Zuletzt geändert von Tudddeldü am Mo 29. Jun 2009, 20:00, insgesamt 1-mal geändert.
enfant_terrible
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Re: Feministinnen und häusliche Gewalt

Beitragvon enfant_terrible » Di 30. Jun 2009, 21:27

mirabella hat geschrieben:Aber als ich die Diskussion (Kommentare) zu dem Thema las, war ich etwas geschockt, wie dort mit Menschen umgegangen wird, die darauf aufmerksam machen, dass nicht nur Frauen Opfer häuslicher Gewalt sind.

Wieso dat denn? Physische Gewalt, also jetzt nicht nur eine Ohrfeige oder ein Klaps, sondern volle Wucht mit der Faust in´s Gesicht geht eben nun mal zu 90% von Männern aus.

Bei der psychischen Gewalt (Tränen, ich bringe mich um, ich nehme das Kind mit) sieht es allerdings anders aus.
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Re: Feministinnen und häusliche Gewalt

Beitragvon mirabella » Di 30. Jun 2009, 21:41

enfant_terrible hat geschrieben:Wieso dat denn? Physische Gewalt, also jetzt nicht nur eine Ohrfeige oder ein Klaps, sondern volle Wucht mit der Faust in´s Gesicht geht eben nun mal zu 90% von Männern aus.

Bei der psychischen Gewalt (Tränen, ich bringe mich um, ich nehme das Kind mit) sieht es allerdings anders aus.


Es ging eben um häusliche Gewalt, die wohl auch zu einem Großteil von Frauen ausgeht. Es wurde nicht differenziert um welche Gewalt (physische oder psychische) es sich handelt. Aber es gibt auch einige Ehefrauen, die ihren Mann verprügeln, der traut sich nicht zurückzuschlagen oder sich Hilfe zu suchen und sowas wird dann einfach verschwiegen.
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Re: Feministinnen und häusliche Gewalt

Beitragvon Maxvorstadt » Di 30. Jun 2009, 21:46

mirabella hat geschrieben:. Warum kann nicht eingesehen werden, dass das Thema beide Geschlechter angeht?

Wie sehen die Personen hier im Forum das?


Etwa 25 Prozent der Frauen schon einmal Opfer gewalttätiger Handlungen geworden. Das ist jede vierte Frau. Und bei den Notfallaufnahmen in den Krankenhäusern kommen von Frauen verletzte Männer in der Regel sehr selten vor. Umgekehrt ist es das übliche Tagesgeschäft. Du willst hier nur eine selbstgestrickte persönliche Version zum Thema machen. Aber auch das ist legitim. Immerhin dient ein politisches Diskussionsforum auch der persönlichen Unterhaltung.

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Re: Feministinnen und häusliche Gewalt

Beitragvon mirabella » Di 30. Jun 2009, 21:51

maxvorstadt hat geschrieben:Etwa 25 Prozent der Frauen schon einmal Opfer gewalttätiger Handlungen geworden. Das ist jede vierte Frau.


Woher beziehst du deine Zahlen? Und bedenke immer: Man sollte nur einer Studie glauben, die man auch selbst gefälscht hat. Mit Statistiken kann ich dir alles beweisen, je nachdem wie ich die Statistik anstelle. Ich könnte dir sogar beweisen, dass die Leute sich in die 30 Jahre zurücksehnen, alles eine Frage der Methode!

Maxvorstadt hat geschrieben:Und bei den Notfallaufnahmen in den Krankenhäusern kommen von Frauen verletzte Männer in der Regel sehr selten vor.

Liegt vielleicht daran, dass Männer in der Regel stärker sind als Frauen und so nicht unbedingt so harte Verletzungen davontragen. Desweiteren denke ich auch nicht, dass ein Mann bei einer entsprechenden Verletzung den Ärzten gegenüber unbedingt zugeben würde, dass das seine Frau war. Denn wer will schon als Weichei darstellen. Und auch die Vermutungen von Ärzten gehen bei verletzten Frauen schnell in die Richtung, die hat einene prügelnden Mann und bei Männern eben in die Richtung ,der hat sich eben geprügelt.
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Re: Feministinnen und häusliche Gewalt

Beitragvon Maxvorstadt » Di 30. Jun 2009, 22:16

mirabella hat geschrieben:
Woher beziehst du deine Zahlen? Und bedenke immer: Man sollte nur einer Studie glauben, die man auch selbst gefälscht hat. Mit Statistiken kann ich dir alles beweisen, je nachdem wie ich die Statistik anstelle. Ich könnte dir sogar beweisen, dass die Leute sich in die 30 Jahre zurücksehnen, alles eine Frage der Methode!


Liegt vielleicht daran, dass Männer in der Regel stärker sind als Frauen und so nicht unbedingt so harte Verletzungen davontragen. Desweiteren denke ich auch nicht, dass ein Mann bei einer entsprechenden Verletzung den Ärzten gegenüber unbedingt zugeben würde, dass das seine Frau war. Denn wer will schon als Weichei darstellen. Und auch die Vermutungen von Ärzten gehen bei verletzten Frauen schnell in die Richtung, die hat einene prügelnden Mann und bei Männern eben in die Richtung ,der hat sich eben geprügelt.


Was willst du denn eigentlich? Es sind ganz allgemeine Zahlen, die dir jede Beratungsstelle mitteilen kann. Es kann gefälscht sein? Was ist denn das für ein Argument. Dann liefere andere Quellen, die alles andere auf den Kopf stellen. Wo hast du denn deine Diskussionskultur erlernt? Ich will dir nichts beweisen, sondern einfach eine Gesprächsgrundlage schaffen, auf der man diskutieren kann und wo man nicht rechthaberisch mit seinen Füßchen aufstampfen muss.

Und eine Sache kannst du mir glauben. Die ärztlichen Notfallaufnahmen in Deutschland und den übrigen europäischen Ländern haben ganz konkrete Zahlen. Es werden weitaus mehr Frauen von ihren Männern geprügelt als umgekehrt. Und die Verletzungen sind nicht unerheblich. Der Verlust eines Auges kommt mitunter schon vor. Niemand bestreitet, daß es auch gewalttätige Frauen gibt, aber du solltest die berühmte Kirche im Dorf lassen, bevor du von Fälschungen sprichst, ohne einen einzigen konkreten Hinweis geben zu können.

Lesen und dann antworten.

http://www.bmg.gv.at/cms/site/attachmen ... teil_6.pdf

http://www.big-interventionszentrale.de ... huere1.pdf

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Re: Feministinnen und häusliche Gewalt

Beitragvon mirabella » Di 30. Jun 2009, 22:21

Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.

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Re: Feministinnen und häusliche Gewalt

Beitragvon Pandora » Di 30. Jun 2009, 22:25

mirabella hat geschrieben:http://www.maennerberatung.de/maennerhaus-konzeption.htm

Auch mal Lesen!



kommt zu der Feststellung, dass 28 Prozent aller Tatverdächtigten bei häuslicher Gewalt Frauen sind

... aus deiner Quelle - heißt im Umkehrschluss, dass 72 % aller Tatverdächtigen bei häuslicher Gewalt Männer sind, oder stimmen da dann die Zahlen nicht?! Warum stimmen eigentlich die Zahlen?
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Re: Feministinnen und häusliche Gewalt

Beitragvon mirabella » Di 30. Jun 2009, 22:30

@Pandora: Man sollte auch alles Lesen. Im Link wird auf mehrere Studien eingegangen, du kannst auch so zitieren, dass 90% der Opfer Frauen sind.

Die Hauptaussage ist aber, dass es eben keine wirklichen Untersuchungen gibt, da gerade im Bereich häusliche Gewalt die Dunkelziffer sehr hoch ist.

Ergebnisse aus der international bekannten Dunkelfeldforschung, gehen von einer annähernd gleich hohen Anzahl von Männern und Frauen in häuslicher Gemeinschaft verübten - und somit auch erlittenen - Gewalttätigkeiten aus. Eine der wenigen umfangreichen Dunkelfelduntersuchungen, die über das Ausmaß familiärer Gewaltanwendung (STRAUSS et. al 1980) vorliegen, läßt erkennen, dass es in fast jeder dritten Familie seit der Eheschließung zu Gewalttätigkeiten zwischen den Partnern gekommen war, wobei etwa ebenso viele Frauen ihre Männer schlugen wie umgekehrt.
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Re: Feministinnen und häusliche Gewalt

Beitragvon Maxvorstadt » Di 30. Jun 2009, 22:36

mirabella hat geschrieben:http://www.maennerberatung.de/maennerhaus-konzeption.htm

Auch mal Lesen!


Bist du ein geprügelter Mann?

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Re: Feministinnen und häusliche Gewalt

Beitragvon mirabella » Di 30. Jun 2009, 22:37

maxvorstadt hat geschrieben:Bist du ein geprügelter Mann?


Nein, ich bin eine Frau, kenne aber einen geprügelten Mann und denke daher, dass man auch häusliche Gewalt gegen Männer nicht verharmlosen sollte.
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Re: Feministinnen und häusliche Gewalt

Beitragvon Pandora » Di 30. Jun 2009, 22:39

mirabella hat geschrieben:@Pandora: Man sollte auch alles Lesen. Im Link wird auf mehrere Studien eingegangen, du kannst auch so zitieren, dass 90% der Opfer Frauen sind.

Die Hauptaussage ist aber, dass es eben keine wirklichen Untersuchungen gibt, da gerade im Bereich häusliche Gewalt die Dunkelziffer sehr hoch ist.



Ist wirklich spannend - ich kenne Dunkelfeldforschung - nutzt jeder gerne dann, wenn er eine Meinung untermauern will, die er nicht beweisen/belegen kann... mehr als Vermutungen sind es trotzdem nicht - ich hatte auch nicht erwartet, dass du sowas anführst, wo du doch so gegen Studien/Statistiken bist :dunno:

Ich gebe dir ja auch durchaus Recht, dass eben auch Männer Gewalt erfahren und das von Frauen - das bestreitet doch niemand... wenn ich aber lese, dass die Kriminalstatistik (und auch ich bin keine Freundin von Studien und Statistiken... aber einigen glaube ich dann doch) besagt, dass 72 % Frauen von Männern geprügelt werden und 28 % Männer von ihren Frauen - dann frage ich mich schon, wo das gleich viele sind?

...und ja - es gibt die Dunkelziffer - aber auch die gibt es auf beiden Seiten - denn noch lange nicht jede geprügelte Frau erstattet Anzeige... ebenso wie eben die Männer und auch nicht jede geprügelte Frau geht in die Klinik und sagt sie sei verprügelt worden ;)

Gewalt verharmlost hier sicher kein ernst zu nehmender Diskutant!
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Re: Feministinnen und häusliche Gewalt

Beitragvon mirabella » Di 30. Jun 2009, 22:42

Das Problem ist aber, dass ein geprügelter Mann auch Glück haben muss, wenn er von der Polizei ernstgenommen werden will. Denn die Sicht in der heutigen Gesellschaft ist eben immernoch, dass ein Mann stark zu sein hat und ein Mann, der sich nicht gegen seine Frau durchsetzen kann, ist eben eine Weichei.
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Re: Feministinnen und häusliche Gewalt

Beitragvon Pandora » Di 30. Jun 2009, 22:45

mirabella hat geschrieben:Das Problem ist aber, dass ein geprügelter Mann auch Glück haben muss, wenn er von der Polizei ernstgenommen werden will. Denn die Sicht in der heutigen Gesellschaft ist eben immernoch, dass ein Mann stark zu sein hat und ein Mann, der sich nicht gegen seine Frau durchsetzen kann, ist eben eine Weichei.


... sorry, aber es ist schlichtweg nicht wahr! Ein Schuh wird draus, wenn man sagt, dass immernoch nur sehr wenige Männer überhaupt dazu stehen, dass sie von ihrer Frau geschlagen wurden!

Ich wage zu bezweifeln, dass meine Stadt die einzige ist, die Polizisten speziell für diese Situationen weiter- und fortbildet... und im Rettungsdienst bekommt man so einiges mit ;)

Fakt ist - Männer werden sehrwohl heute ernst genommen, sie müssen die Problematik aber eben auch an richtiger Stelle benennen.
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Re: Feministinnen und häusliche Gewalt

Beitragvon Maxvorstadt » Di 30. Jun 2009, 22:46

mirabella hat geschrieben:
Nein, ich bin eine Frau, kenne aber einen geprügelten Mann und denke daher, dass man auch häusliche Gewalt gegen Männer nicht verharmlosen sollte.


Ehrlich? Andere Statistiken beziehungsweise Verkaufszahlen bei diversen Pornoverkaufsketten besagen aber, daß die Kundschaft zu über neunzig Prozent aus Männern besteht.
Ich meine gelesen zu haben, dass sie lesbisch ist, kann mich aber nicht mehr genau erinnern wo. Aber vielleicht stellt sie sich deshalb so stark gegen Dinge wie Pornographie oder BDSM, weil sie eben keine Ahnung vom Thema hat.


Andererseits wirfst du Alice Schwarzer vor, sie hätte keine Ahnung von Pornographie, aber du schon. Wenn ich nämlich jemanden Ahnungslosigkeit vorwerfe, so habe ich zumindest das Gefühl, ich hätte mehr Ahnung davon. Wie also soll ich jetzt deine Geschlechtszuordnung statistisch korrekt einordnen?

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Re: Feministinnen und häusliche Gewalt

Beitragvon Claud » Di 30. Jun 2009, 23:00

Maxvorstadt hat geschrieben:
Etwa 25 Prozent der Frauen schon einmal Opfer gewalttätiger Handlungen geworden. Das ist jede vierte Frau. Und bei den Notfallaufnahmen in den Krankenhäusern kommen von Frauen verletzte Männer in der Regel sehr selten vor. Umgekehrt ist es das übliche Tagesgeschäft. Du willst hier nur eine selbstgestrickte persönliche Version zum Thema machen. Aber auch das ist legitim. Immerhin dient ein politisches Diskussionsforum auch der persönlichen Unterhaltung.

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Das Zahlenmaterial bezüglich Gewalt gegen Männer ist sehr dürftig, es sind nur wenige Studien vorhanden.

Ich nehme hier mal eine Pilotstudie vom Bundesministerium für Familen etc. ...

Körperliche Gewalt

Auf der Grundlage bisheriger Erkenntnisse ist es heftig umstritten, inwieweit Männern körperliche
Gewalt durch ihre Partnerin widerfährt. Hier reichen die Standpunkte von „nicht
vorstellbar“ und demnach nicht existent in einer männlich dominierten Gesellschaft bis
hin zu Aussagen, dass Männer ähnlich häufig häusliche Gewalt erfahren wie Frauen. Aufgrund
der qualitativen Interviews dieser Studie lässt sich zunächst festhalten, dass hier jede
Form der Gewalt gegen Männer bis hin zu systematischen Misshandlungsbeziehungen vorkommen
kann. Die quantitative Befragung erbrachte folgende Ergebnisse:

1. Jedem vierten der befragten rund 200 Männer widerfuhr einmal oder mehrmals mindestens
ein Akt körperlicher Gewalt durch die aktuelle oder letzte Partnerin, wobei hier auch
leichtere Akte enthalten sind, bei denen nicht eindeutig von Gewalt zu sprechen ist.

2. Jeder sechste der antwortenden Männer (36 von 196) gab an, einmal oder mehrfach von
seiner aktuellen bzw. letzten Partnerin wütend weggeschubst worden zu sein.

3. Die folgenden Handlungen wurden jeweils von fünf bis zehn Prozent der Männer
benannt: Sie wurden von ihrer Partnerin „leicht geohrfeigt“ (18 von 196), „gebissen oder
gekratzt, sodass es weh tat“ (13 von 196), „schmerzhaft getreten, gestoßen oder hart angefasst“
(10 von 196) oder die Partnerin hat „etwas nach ihnen geworfen, das verletzen konnte“
(10 von 196).

Ungefähr fünf Prozent der Befragten haben im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt mindestens
einmal eine Verletzung davongetragen. Der gleiche Anteil von Männern hat bei
einer oder mehreren dieser Situationen schon einmal Angst gehabt, ernsthaft oder lebensgefährlich
verletzt zu werden.

Kein einziger der Männer, die angeben, häusliche Gewalt durch die Partnerin erfahren zu
haben, hat die Polizei gerufen, obwohl einige der Meinung waren, dass die Partnerin dafür
bestraft werden sollte. Rund die Hälfte gibt an, sich in solchen Situationen mit dieser Partnerin
nie körperlich gewehrt, zum Beispiel zurückgeschlagen zu haben. Deutlich mehr als
die Hälfte gab an, nie mit körperlicher Gewalt angefangen zu haben.


Quelle: http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Br ... ty=pdf.pdf

Nehmen wir diese Studie, dann scheinen die Zahlen garnicht so weit auseinanderzugehen. Grundsätzlich scheint es aber so zu sein, das diese Gewalt gegen Männer nicht ein so gefährliches Maß annimmt, wie es öfters bei Frauen der Fall ist, und sich die Gewalt eher im geheimen abspielt.
Zuletzt geändert von Claud am Di 30. Jun 2009, 23:03, insgesamt 2-mal geändert.
Ascara

Re: Feministinnen und häusliche Gewalt

Beitragvon Ascara » Di 30. Jun 2009, 23:09

Ich glaub so gut wie kein Mann würde das anzeigen, wenn er Opfer von Gewalt durch seine Frau wurde. Das ist noch eines der ganze grossen Tabus. Soweit ich weiss kommt Gewalt in lesbischen Partnerschaften ziemlich häufig vor. Entweder neigen lesbische Frauen zu mehr Gewalt als hetero- und bisexuelle Frauen oder lesbische Frauen zeigen die Gewalt, die ihnen von der Partnerin angetan wurde viel häufiger an als Männer.
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Dampflok
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Re: Feministinnen und häusliche Gewalt

Beitragvon Dampflok » Di 30. Jun 2009, 23:09

mirabella hat geschrieben:
Nein, ich bin eine Frau, kenne aber einen geprügelten Mann und denke daher, dass man auch häusliche Gewalt gegen Männer nicht verharmlosen sollte.


Maxvorstadt hat geschrieben:Ehrlich? Andere Statistiken beziehungsweise Verkaufszahlen bei diversen Pornoverkaufsketten besagen aber, daß die Kundschaft zu über neunzig Prozent aus Männern besteht.
Tolle "Logik", klingt nach Schwarzer. Wer Pornokonsum mit häuslicher Gewalt gleichsetzt muß schon einen sehr niederträchtigen Charakter haben. Aber das tut ja hier keiner...

Was kommt wohl als Nächstes: "Jeder Mann ist ein potentieller Vergewaltiger"?

Im Übrigen ist auch die Mehrheit der Dachdecker männlich, obwohl die Mehrheit der Hausbewohnerinnen weiblich ist. Kann also sein, daß er die Pornos kauft weil sie da nicht gesehen werden will.


.
Zuletzt geändert von Dampflok am Di 30. Jun 2009, 23:10, insgesamt 1-mal geändert.
""Political correctness" sollte das Unwort des Jahrzehnts werden!"

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