Wo sind all die Seelen hin?

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al-Faylasuf
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Re: Wo sind all die Seelen hin?

Beitragvon al-Faylasuf » Mi 17. Apr 2019, 20:35

King Kong 2006 hat geschrieben:(30 Dec 2018, 12:52)

Nach der Formung und Dogmatisierung, dem Auftreten diverser Propheten, ist die Richtschnur für ein Gottgefälliges Leben (nehmen wir mal die monotheistischen Religionen) klar. Mehr oder weniger... Nach einem Gottgefälligen Leben kommt man z.B. nach christlicher Auffassung in den Himmel. Durchaus an die Seite Gottes. Die Frage ist nun, wohin sind all die Seelen vor dem Christentum? Ich fände eine Erklärung aus religiöser, genauergesagt theologischer Sicht interessant.

Im Allgemeinen spricht man davon, daß der moderne Mensch seit ca. 30 000 Jahren existiert. Danach war er ausgeformt. Das Christentum existiert seit ca. 2000 Jahren. D.h. es gibt viele tausend Jahre, ohne eine christliche Richtschnur. Wo sind all die Seelen hin? Das Judentum hat wohl in seiner Urform so etwas wie einen Himmel nicht gekannt. Wohl eher so etwas wie einen Dämmerzustand im Zwielicht, wie im altgriechischen Hades. Der Islam - so könnte man meinen - macht es sich einfach. Jeder ist erstmal als Muslim/a geboren. Ob er will oder nicht. Es wäre dennoch interessant auch aus jüdischer oder islamischer Lehrmeinung dazu etwas zu hören. Aber wie ist es z.B. im christlichen Bereich?



Unter den Philosophen der islamischen Welt gibt es zum Thema Seelen ziemlich unterschiedliche Vorstellungen, die sich häufig widersprechen. Laut Ibn Baddscha (Avempace) (gest. 1138) z.B. gäbe es nach dem Tode überhaupt keine individuelle Seelen mehr, sondern alle würden zu einer Art Kollektivseele vereint werden. So interpretierte er jedenfalls al-Farabi (Alfarabius) (gest. 950), den er meinte, verteidigen zu müssen, da es hieß, dieser hielte ein Leben nach dem Tod für "Altweibergeschwätz".

Nach der klassisch-islamischen Auffassung setzt sich der Mensch aus vier Bestandteilen zusammen: dem Körper (Jism), dem Verstand ('Aql), dem Geist (Rūh) und dem Selbst (Nafs). Zum Geist, also zur Seele, heißt es im Kor'an lediglich:

„Und sie werden dich nach der Seele fragen. Sag: „Diese Seele kommt auf Geheiß meines Herrn; und euch ist sehr wenig Wissen gewährt worden.“


Nach Ansicht der frühen Sufis (man kann Sufismus mit "islamischer Psychologie" übersetzen) ist der Rūh eine Art immaterielle Realität, die den gesamten menschlichen Körper durchdringt, aber auf das Herz (Qalb) ausgerichtet ist. Es stellt den Teil des Menschen dar, der nicht von dieser Welt ist und der ihn mit seinem Schöpfer verbindet und der es, wenn er das Glück hat, ihm ermöglicht, Gott im Jenseits zu sehen. Wenn wir geboren werden, so die Ansicht, ist dieser Rūh unversehrt und rein. (was hinter dem Satz "jeder wird als Muslim geboren" steckt) Während der Mensch nun in die Ablenkungen der Welt eingeweiht wird, wird die Seele jedoch von dem „Rost“ (Ran) bedeckt, von dem der Koran spricht. Dieser Rost wird durch zwei Dinge gebildet: Sünde und Ablenkung. Wenn diese durch den Prozess der Selbstdisziplin verbannt werden - auch dies das Hauptmetier der Sufis - , so dass der Gläubige sich ganz auf die unmittelbare Gegenwart und Realität Gottes konzentriert, löst sich der Rost auf und der Rūh ist wieder frei. Das Herz ist gesund; Erlösung und Nähe zu Gott werden erreicht. Daher verwundert es nicht, dass die Sufis eine weitaus universellere Weltansicht vertraten als die Theologen und Rechtsgelehrten, eine Weltsicht, in der die jeweilige Religionszugehörigkeit nicht entscheidend ist, (siehe die entsprechenden Gedichte von Leuten wie Rumi oder der bereits erwähnte Ibn Arabi)

Tatsächlich erinnern die Sufis sowohl in ihrer Philosophie (man vergleiche George Lucas Definition der Macht mit Ibn Arabis (gest. 1240) Konzept des Wugud) als auch in ihrem Habitus (Selbstbeherrschung, Ordensdisziplin, Weitergabe von Wissen vom Meister zum Schüler, Selbstverteidigung - die Sufis waren keine Hippie-Kommune, im Gegenteil, nahezu alle bewaffneten Widerstandskämpfe im 19. Jahrhundert gegen Kolonialmächte wurden von Sufiorden getragen) - und im Falle der nordafrikanischen Mystiker auch in ihrer Optik (dunkle Baumwollkutte) - den Jedi Rittern aus Star Wars :-) Aber das ist eine andere Geschichte, "vor langer Zeit"...
„Wir sollten keine Scham empfinden, die Wahrheit anzuerkennen und sie zu verarbeiten, selbst wenn sie von früheren Geschlechtern und fremden Völkern kommt." (al-Kindi, gest. 873)
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King Kong 2006
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Re: Wo sind all die Seelen hin?

Beitragvon King Kong 2006 » Do 16. Mai 2019, 17:59

al-Faylasuf hat geschrieben:(17 Apr 2019, 20:35)

Unter den Philosophen der islamischen Welt gibt es zum Thema Seelen ziemlich unterschiedliche Vorstellungen, die sich häufig widersprechen. Laut Ibn Baddscha (Avempace) (gest. 1138) z.B. gäbe es nach dem Tode überhaupt keine individuelle Seelen mehr, sondern alle würden zu einer Art Kollektivseele vereint werden. So interpretierte er jedenfalls al-Farabi (Alfarabius) (gest. 950), den er meinte, verteidigen zu müssen, da es hieß, dieser hielte ein Leben nach dem Tod für "Altweibergeschwätz".

Nach der klassisch-islamischen Auffassung setzt sich der Mensch aus vier Bestandteilen zusammen: dem Körper (Jism), dem Verstand ('Aql), dem Geist (Rūh) und dem Selbst (Nafs). Zum Geist, also zur Seele, heißt es im Kor'an lediglich:



Nach Ansicht der frühen Sufis (man kann Sufismus mit "islamischer Psychologie" übersetzen) ist der Rūh eine Art immaterielle Realität, die den gesamten menschlichen Körper durchdringt, aber auf das Herz (Qalb) ausgerichtet ist. Es stellt den Teil des Menschen dar, der nicht von dieser Welt ist und der ihn mit seinem Schöpfer verbindet und der es, wenn er das Glück hat, ihm ermöglicht, Gott im Jenseits zu sehen. Wenn wir geboren werden, so die Ansicht, ist dieser Rūh unversehrt und rein. (was hinter dem Satz "jeder wird als Muslim geboren" steckt) Während der Mensch nun in die Ablenkungen der Welt eingeweiht wird, wird die Seele jedoch von dem „Rost“ (Ran) bedeckt, von dem der Koran spricht. Dieser Rost wird durch zwei Dinge gebildet: Sünde und Ablenkung. Wenn diese durch den Prozess der Selbstdisziplin verbannt werden - auch dies das Hauptmetier der Sufis - , so dass der Gläubige sich ganz auf die unmittelbare Gegenwart und Realität Gottes konzentriert, löst sich der Rost auf und der Rūh ist wieder frei. Das Herz ist gesund; Erlösung und Nähe zu Gott werden erreicht. Daher verwundert es nicht, dass die Sufis eine weitaus universellere Weltansicht vertraten als die Theologen und Rechtsgelehrten, eine Weltsicht, in der die jeweilige Religionszugehörigkeit nicht entscheidend ist, (siehe die entsprechenden Gedichte von Leuten wie Rumi oder der bereits erwähnte Ibn Arabi)

Tatsächlich erinnern die Sufis sowohl in ihrer Philosophie (man vergleiche George Lucas Definition der Macht mit Ibn Arabis (gest. 1240) Konzept des Wugud) als auch in ihrem Habitus (Selbstbeherrschung, Ordensdisziplin, Weitergabe von Wissen vom Meister zum Schüler, Selbstverteidigung - die Sufis waren keine Hippie-Kommune, im Gegenteil, nahezu alle bewaffneten Widerstandskämpfe im 19. Jahrhundert gegen Kolonialmächte wurden von Sufiorden getragen) - und im Falle der nordafrikanischen Mystiker auch in ihrer Optik (dunkle Baumwollkutte) - den Jedi Rittern aus Star Wars :-) Aber das ist eine andere Geschichte, "vor langer Zeit"...


Die Sufis sind von der islamischen Orthodoxie nie gut gelitten worden. Und ähnlich mißtrauisch beobachtet wie die Gnostiker im Christentum. Das Sufitum kann sicherlich auch als Zufluchtsort der Sehnsucht nach Mystizismus gesehen werden.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
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Re: Wo sind all die Seelen hin?

Beitragvon Agesilaos Megas » Do 16. Mai 2019, 19:08

Progressiver hat geschrieben:(29 Jan 2019, 20:48)
Was mich betrifft: Ich hatte ab der 11. Klasse Ethikunterricht. Dort wurde unter anderem der Mythos von Sysiphos behandelt. Und zwar nicht in der ursprünglichen Form, sondern wie Camus ihn interpretierte. Wie hoffentlich jeder hier weiß, wurde Sysiphos in der griechischen Mythologie dazu verdammt, immer wieder einen Stein hochzurollen, um ihm beim hinunterrollen zusehen zu dürfen.. War er dabei aber unglücklich? Nein, sagt Camus. Einerseits hatte er eine Aufgabe, die ihn beschäftigte. Andererseits konnte er, während er den Stein beim Herunterrollen beobachten durfte, sich ausruhen und nachdenken. Würde Zeus ihn wirklich strafen wollen, dann müsste er entweder für immer einen Stein einen Berg hinaufrollen oder aber er hätte absolut keine Lebensaufgabe.


Naja, mal ein anderer Ansatz: Zeus hat doch schon zuvor versucht, ihn zu bestrafen, und es hat nicht geklappt. Die Sache mit dem Stein ist eine clevere Beschäftigungsmaßnahme, aus der keine List führt. Sollte Sisyphos glauben, Zeus wolle ihn strafen in der Annahme, dass er dabei unglücklich würde, weswegen er umso glücklicher die Strafe nutzt, so hat Zeus längst schon gewonnen: Der glücklich Beschäftigte entflieht seiner Aufgabe nicht. Und dieser Sisyphos hat alles versucht, um dem Joch der Götter zu entgehen. Metaphorisch kann das viel bedeuten, für das Leben alles: Frage nach dem Tod, dem Sinn des Lebens etc. Das ist typisch griechisch: Der Mensch entflieht seinem Menschsein nicht, selbst der begabteste nicht. Camus interpretiert aber m.E. richtig, dass dieser Sache etwas Absurdes innewohne, und auch das ist ein griechischer Gedanke: Du kannst die Grenzen des Menschseins nicht überschreiten; versuchst Du es und siehst es ein, erkennst Du die Absurdität; versuchst Du es und siehst es nicht ein, dann wirst Du absurd. Ein im Sterben liegender Mensch, der die letzten plagenden lebensverlängernden Maßnahmen ablehnt, kann Absurdität erkannt haben. Ein mächtiger Mensch, der seinen Einfluss nutzt, um seinen Ruhm zu verewigen, kann leicht absurd werden: Manch einer wollte sich einfrieren lassen, der nächste baute riesige Statuen, über die man heute lacht oder die schon vergessen sind.

Das Leben ist gebastelt aus Widersprüchen, Doppeldeutigkeiten und Fragen ohne einzelne Antworten, aus Möglichkeiten und nicht erkannten Dingen. Aber nicht das Leben und sein Sinn sind dabei das Problem, sondern der Mensch selbst. Sieh es ein: Wir sind nicht perfekt. Wir alle schleppen etwas mit uns herum, und selbst wenn wir glücklich sind, sehen wir nichts durch unser Glück. So oder so: Ob Du krank bist oder glaubst, im Glück zu leben: Beide erlangen kein Wissen über diese großen Dinge. Ich glaube, unsere Schwächen einzusehen, dass das Leben selbst auch ein Stein ist, den wir rollen, ist eine sehr weise Bemerkung deinerseits. Ich würde gern noch hinzufügen, dass die Beschäftigung im Leben uns doch zu Menschen macht - ebenso die Tatsache, dass wir irgendwie nichts über diese Beschäftigung wissen...
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Re: Wo sind all die Seelen hin?

Beitragvon BingoBurner » Do 16. Mai 2019, 19:32

King Kong 2006 hat geschrieben:(30 Dec 2018, 12:52)


Ich finde jetzt weniger interessant, das alles als religiöse Spinnerei abzutun. Ich finde die Frage interessanter, aus theologischer Sicht, wohin die Seelen der prä-monotheistischen Religionen sind? Gibt es dazu Lehrmeinungen?


Im Grunde geht ja nix verloren. Es wandelt sich nur. Meine/Deine Knochen bestehen aus Sternenstaub. Ist das kein schöner Gedanke ?
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Re: Wo sind all die Seelen hin?

Beitragvon Antonius » So 19. Mai 2019, 17:00

BingoBurner hat geschrieben:(16 May 2019, 19:32)
Im Grunde geht ja nix verloren. Es wandelt sich nur. Meine/Deine Knochen bestehen aus Sternenstaub. Ist das kein schöner Gedanke ?
Ja, eine schöner Gedanke.
Aber der Mensch ist viel mehr als Sternenstaub, er hat Seele und Geist, er erhebt sich über das Materielle.... :)
SAPERE AUDE - Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
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Re: Wo sind all die Seelen hin?

Beitragvon Misterfritz » So 19. Mai 2019, 17:07

Antonius hat geschrieben:(19 May 2019, 17:00)

Ja, eine schöner Gedanke.
Aber der Mensch ist viel mehr als Sternenstaub, er hat Seele und Geist, er erhebt sich über das Materielle.... :)
Was ist Seele?
Und Geist wird durch Gehirnströme erzeugt, die nach dem Tod nicht mehr vorhanden sind.
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Re: Wo sind all die Seelen hin?

Beitragvon BingoBurner » So 19. Mai 2019, 20:32

Antonius hat geschrieben:(19 May 2019, 17:00)

Ja, eine schöner Gedanke.
Aber der Mensch ist viel mehr als Sternenstaub, er hat Seele und Geist, er erhebt sich über das Materielle.... :)



Und was ist mit den Pornos ?..................ok..........

1. Kopernikus hat uns aus dem Mittelpunkt des Universums geschleudert
2. Darwin hat uns aud dem Mittelpunkt der Natur geschleudert.
3. Freud hat uns gezeigt das wir nicht mal Herr unserer Gedanken sind.

Tja,.......mit so einen Tobak muss man erstmal klar kommen.

Aber ich weiß was du meinst......Liebe z.b. ist so ein Ding. Ich könnte dir das biochemisch aufschlüsseln. Aber das bringt trotzdem nix.
Wechselwirkungen......

Und bei Liebe z.b. hilft manchmal einfach ein Lied....und da ist dann alles drin was wir so empfinden.
Hast du gewusst warum wir Menschen hohe Töne eher bevorzugen als Tiefe ?


Ganz....thin :)

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Re: Wo sind all die Seelen hin?

Beitragvon Ewu » Mo 20. Mai 2019, 08:19

Misterfritz hat geschrieben:(19 May 2019, 17:07)

Was ist Seele?
Und Geist wird durch Gehirnströme erzeugt, die nach dem Tod nicht mehr vorhanden sind.


Dieses kommunistische Credo vom Primat der Materie über den Geist ist doch von der modernen Physik längst überholt und auf den Kopf gestellt: primär ist der Geist - und die Materie nichts anderes als geronnener Geist!
https://www.youtube.com/watch?v=d6oRAqsHMaQ
Prof. Dürr: "Im Grunde gibt es Materie gar nicht. Jedenfalls nicht im geläufigen Sinne. Es gibt nur ein Beziehungsgefüge, ständigen Wandel, Lebendigkeit. Wir tun uns schwer, uns dies vorzustellen. Primär existiert nur Zusammenhang, das Verbindende ohne materielle Grundlage. Wir könnten es auch Geist nennen. Etwas, was wir nur spontan erleben und nicht greifen können. Materie und Energie treten erst sekundär in Erscheinung - gewissermaßen als geronnener, erstarrter Geist. Nach Albert Einstein ist Materie nur eine verdünnte Form der Energie. Ihr Untergrund jedoch ist nicht eine noch verfeinerte Energie, sondern etwas ganz Andersartiges, eben Lebendigkeit. Wir können sie etwa mit der Software in einem Computer vergleichen."
“Wer in der Demokratie die Wahrheit sagt, wird von der Menge getötet.” - Platon
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Re: Wo sind all die Seelen hin?

Beitragvon Ein Terraner » Mo 20. Mai 2019, 09:39

Ewu hat geschrieben:(20 May 2019, 08:19)

Wir können sie etwa mit der Software in einem Computer vergleichen."


Nur formt die Software nicht die Computer. :rolleyes: Aber ich verspreche dir das es Applaus gibt sobald der erste Mensch auftaucht der Materie durch seinen Geist formen kann, oder er wird uns alle vernichten.
Licht und Dunkel

Kritik an der CDU/CSU ist ab sofort per Gesetz verboten.
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Re: Wo sind all die Seelen hin?

Beitragvon Antonius » Mi 17. Jul 2019, 18:20

Eine bemerkenswerte Nachricht aus dem Kaukasus-Land Georgien:

    In einer Massentaufe in der Kathedrale von Tiflis sind am Montag 564 Babys getauft worden.
    Nach Angaben der Seite "orthochristian.com" segnete der georgisch-orthodoxe Patriarch Ilia II. anschließend die einzelnen Kinder.
    Er bete dafür, dass Gott die Kinder immer beschütze, sagte der 86-Jährige im Anschluss.
    Er gratuliere den Eltern "an diesem glücklichen Tag".
    Ilia II. wurde gleichzeitig auch der Taufpate der Kinder.(...)
https://www.katholisch.de/aktuelles/akt ... assentaufe
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Re: Wo sind all die Seelen hin?

Beitragvon Trifels » Mi 17. Jul 2019, 19:13

al-Faylasuf hat geschrieben:(17 Apr 2019, 20:35)

Unter den Philosophen der islamischen Welt gibt es zum Thema Seelen ziemlich unterschiedliche Vorstellungen, die sich häufig widersprechen. Laut Ibn Baddscha (Avempace) (gest. 1138) z.B. gäbe es nach dem Tode überhaupt keine individuelle Seelen mehr, sondern alle würden zu einer Art Kollektivseele vereint werden. So interpretierte er jedenfalls al-Farabi (Alfarabius) (gest. 950), den er meinte, verteidigen zu müssen, da es hieß, dieser hielte ein Leben nach dem Tod für "Altweibergeschwätz".

Nach der klassisch-islamischen Auffassung setzt sich der Mensch aus vier Bestandteilen zusammen: dem Körper (Jism), dem Verstand ('Aql), dem Geist (Rūh) und dem Selbst (Nafs). Zum Geist, also zur Seele, heißt es im Kor'an lediglich:



Nach Ansicht der frühen Sufis (man kann Sufismus mit "islamischer Psychologie" übersetzen) ist der Rūh eine Art immaterielle Realität, die den gesamten menschlichen Körper durchdringt, aber auf das Herz (Qalb) ausgerichtet ist. Es stellt den Teil des Menschen dar, der nicht von dieser Welt ist und der ihn mit seinem Schöpfer verbindet und der es, wenn er das Glück hat, ihm ermöglicht, Gott im Jenseits zu sehen. Wenn wir geboren werden, so die Ansicht, ist dieser Rūh unversehrt und rein. (was hinter dem Satz "jeder wird als Muslim geboren" steckt) Während der Mensch nun in die Ablenkungen der Welt eingeweiht wird, wird die Seele jedoch von dem „Rost“ (Ran) bedeckt, von dem der Koran spricht. Dieser Rost wird durch zwei Dinge gebildet: Sünde und Ablenkung. Wenn diese durch den Prozess der Selbstdisziplin verbannt werden - auch dies das Hauptmetier der Sufis - , so dass der Gläubige sich ganz auf die unmittelbare Gegenwart und Realität Gottes konzentriert, löst sich der Rost auf und der Rūh ist wieder frei. Das Herz ist gesund; Erlösung und Nähe zu Gott werden erreicht. Daher verwundert es nicht, dass die Sufis eine weitaus universellere Weltansicht vertraten als die Theologen und Rechtsgelehrten, eine Weltsicht, in der die jeweilige Religionszugehörigkeit nicht entscheidend ist, (siehe die entsprechenden Gedichte von Leuten wie Rumi oder der bereits erwähnte Ibn Arabi)

Tatsächlich erinnern die Sufis sowohl in ihrer Philosophie (man vergleiche George Lucas Definition der Macht mit Ibn Arabis (gest. 1240) Konzept des Wugud) als auch in ihrem Habitus (Selbstbeherrschung, Ordensdisziplin, Weitergabe von Wissen vom Meister zum Schüler, Selbstverteidigung - die Sufis waren keine Hippie-Kommune, im Gegenteil, nahezu alle bewaffneten Widerstandskämpfe im 19. Jahrhundert gegen Kolonialmächte wurden von Sufiorden getragen) - und im Falle der nordafrikanischen Mystiker auch in ihrer Optik (dunkle Baumwollkutte) - den Jedi Rittern aus Star Wars :-) Aber das ist eine andere Geschichte, "vor langer Zeit"...



Alles Gaukkelei. Versuch der Verteilung einer Werbebroschüre.

Ähnlich ->

Die französische Gesundheitsbehörde HAS war Ende Juni zu dem Schluss gekommen, dass es keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für eine Wirksamkeit der Homöopathie gebe, um ihre Erstattung durch die öffentliche Krankenkasse zu rechtfertigen.


Info 1

https://www.spiegel.de/wirtschaft/sozia ... 76801.html
Denkanstoß. Gesicherte Quelle/Info -> take it or leave it.

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