Welche Religion taugt was?

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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon streicher » Do 29. Okt 2020, 13:56

Nachtrag: Oder sie sollen ihren Gott her holen. Der soll sich direkt äußern.
Die Zukunft ist Geschichte.
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BlueMonday
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon BlueMonday » Do 29. Okt 2020, 14:59

Misterfritz hat geschrieben:(27 Oct 2020, 18:43)

Auch das geht natürlich nicht:
Wenn Gott tot wäre, hätte er vorher existieren müssen.
Atheisten glauben aber nicht an die Existenz von Gott/Göttern.


Nun, da waren zwei Anspielungen in dem Reim versteckt (einmal Nietzsche und dann Reich-Ranitzki).
Gott ist nicht persönlich gestorben. Sondern Gott als Idee wurde von "uns" (Atheisten) getötet und ist nun tot (Nietzsche). Natürlich existiert Gott als Idee. Immer noch. Und wird immer wieder getötet. Wird ja dauernd davon gesprochen, selbst die Atheisten reden ständig davon, tragen die Idee sogar in ihren Namen herum, hängen von der Idee geradezu ab.

Dabei kann das Wort "Gott" nahezu jeden beliebigen Inhalt haben. Der Pantheist bspw. umfasst damit sogar buchstäblich - "alles". Oder Gott kann als Urgrund aller Existenz verstanden werden. Als letztes Glied der Begründungskette für alles Existierende überhaupt. Oder als Begriff, in den man alles verschiebt, was man nicht weiter erklären, auflösen, begründen kann. Ein praktischer Begründunsgabbruch, um den ja niemand herumkommt. Der eine sagt dann "Urknall" oder "Singularität" oder spricht von irgendeiner "Kraft", die wirkt statt von "Gott" und kommt sich furchtbar cleverer vor.

Oder was auch sehr beliebt ist unter den "Progressiven", die es anders machen wollen als die Älteren: man huldigt irgendeiner anderen Abstraktion. Der Humanist "dem Menschen" bspw. Also einer bloßen Idee wie Gott. Oder der Etatist(Staatsgläubige) glaubt an die Existenz des Staates als tatsächliches Ding. Den Tribut, das Opfer kennt er auch. Oder Stätten der Religionsausübung. Hymnen. Heilige(=unantastbare) Symbolik("Hoheitszeichen"). Heilige Texte("Staatsverfassungen"). Kultische Zeremonien, die seinen Glauben immer wieder aufs Neue füttern. Das Problem der Reifikation ist ihm wie vielen anderen Religiösen nicht bewusst. Oder der politische Mensch glaubt an die Existenz "des Wählers", der einen "Wählerwillen" hätte. Wir befinden uns also in einer Welt voll mit frommen Menschen, die sich fälschlich für areligiös halten. Mit "Religion" meinen sie immer die anderen, die Anhänger eines ihnen fremden Glaubens.

Der Vorsprung des aufgeklärten Gläubigen vor diesen naiven Begriffsrealisten ist letztlich, dass er weiß, dass er glaubt, dass er mit seinem Glauben eine Kultur, einen Angelpunkt, einen Grund schafft.
Greif niemals in ein Wespennest, doch wenn du greifst, dann greife fest.
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Papaloooo » Do 29. Okt 2020, 16:15

streicher hat geschrieben:(29 Oct 2020, 13:53)

Einen Gott, den es nicht gibt, kann man nicht beleidigen. Ich sehe eigentlich Personen, die mit Gott Politik machen, in der Gottesbeweispflicht.

Da kannst du gleich in Deutschland anfangen:
§ 166 StGB, der Blasphemieparagraph.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Occham » Fr 30. Okt 2020, 04:04

Papaloooo hat geschrieben:(28 Oct 2020, 15:32)

Man könnte es sogar auf eine breite Basis stellen:
Man müsste dazu nur die Religionen gegen Ethik ersetzen.
Und hierin sehe ich auch die große Chance durch den Atheismus,
also jener Gruppe die unter allen Glaubens- und Unglaubensgruppen am schnellsten wächst.
Sie brauchen nicht jene Dinge, mit denen sie sich von anderen Abgrenzen.
Glaubenskriege kann es von Atheisten ausgehend keine geben.
Karitative Aufgaben (und das muss man mal den Kirchen zugutehalten, sofern nicht missionarischem Charakter)
sind ein Pluspunkt für (manche) Religionen.
Im Wesentlichen bremsen aber Religionen das Miteinander im umfassenden Maßstab mehr aus,
als dass diese sie fördern.
Ich hoffe, dass in Jahrzehnten Religionen keine nennenswerte Rolle mehr spielen,
und stattdessen durch humanistische Vereinigungen ersetzt worden sind.

Für dich ist also Ethik der verbindende „Glaube“… damit bekommt man mit Sicherheit ein paar Persönlichkeiten „mit wenig Reife“ und darum geht es doch, für solche den Rattenfänger zu spielen, mit einem oder mehreren humanen Glauben (denn in ihrer momentanen Glaubens"blase" bekriegen sie sich) und darüber muss man diskutieren, meiner Meinung nach, denn alle bekommt man mit Ethik nicht…
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Papaloooo » Fr 30. Okt 2020, 06:22

Occham hat geschrieben:(30 Oct 2020, 04:04)

Für dich ist also Ethik der verbindende „Glaube“… damit bekommt man mit Sicherheit ein paar Persönlichkeiten „mit wenig Reife“ und darum geht es doch, für solche den Rattenfänger zu spielen, mit einem oder mehreren humanen Glauben (denn in ihrer momentanen Glaubens"blase" bekriegen sie sich) und darüber muss man diskutieren, meiner Meinung nach, denn alle bekommt man mit Ethik nicht…

Es wird niemals gelingen,
alle Menschen zu Engeln zu machen,
das liegt in der Natur des Menschen.

Unsere Natur ist geprägt durch unsere Gene die in Jahrhunderttausenden geprägt wurden:
Der aggressivere Stamm setzt sich gegen den weniger aggressiveren Stamm durch.
Innerhalb der Stammesgruppe war aber auch Kooperation lebenswichtig.

Feindbilder gegenüber anderen Menschengruppen sind genetisch bedingt,
können aber kognitiv überwunden werden.
Mit der Kognition haben es aber nicht alle Menschen so sehr.

Religion wiederum schließt Menschen zu Gruppen zusammen,
und diese hegen dann wieder Feindbilder gegenüber anderen Gruppen.

Ja oftmals sogar innerhalb derselben Religion können tödliche Rivalitäten entstehen:
Schiiten gegen Sunniten in Syrien.
Katholiken gegen Protestanten in Irland.

Ethik kennt solche Abgrenzungen zwischen Menschengruppen nicht.
Ethik ist bestrebt, das Leiden von Menschen - ja selbst von Tieren - zu reduzieren.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Occham » Fr 30. Okt 2020, 07:29

Papaloooo hat geschrieben:(30 Oct 2020, 06:22)

Es wird niemals gelingen,
alle Menschen zu Engeln zu machen,
das liegt in der Natur des Menschen.


Ich sagte ja auch: den „Rattenfänger“ spielen. Das heisst anders ausgedrückt, den Führer für solche Menschen spielen (Für Menschen mit wenig Reife), dieser eine Glaubensblase vermittelt, in dem die Menschen ihr Gedankengut auf gefahrlose Weise leben dürfen. Als Beispiel könnte man Hunde verwenden… es gibt jede Menge tricks (die man auch lernen sollte) damit ihre Persönlichkeit niemanden gefährlich wird…

Papaloooo hat geschrieben:(30 Oct 2020, 06:22)
Unsere Natur ist geprägt durch unsere Gene die in Jahrhunderttausenden geprägt wurden:
Der aggressivere Stamm setzt sich gegen den weniger aggressiveren Stamm durch.
Innerhalb der Stammesgruppe war aber auch Kooperation lebenswichtig.

Trotzdem sind manche Persönlichkeiten „Reifer“ als andere, wie du ja selbst gesagt hast und ich kann mir vorstellen, das die Persönlichkeit die Reifer war als andere Persönlichkeiten auch am meisten zu ‚sagen‘ hatte… damals hat sie Mord und Totschlag vermittelt, weil es halt aufgrund der Armut nicht anders ging... heute sollen sie sinnvolle "Glaubensblasen" vermitteln, zugeschnitten auf die Industrie.

Papaloooo hat geschrieben:(30 Oct 2020, 06:22)

Feindbilder gegenüber anderen Menschengruppen sind genetisch bedingt,
können aber kognitiv überwunden werden.
Mit der Kognition haben es aber nicht alle Menschen so sehr.

Man muss es ja auch nicht mit der Kognition haben, wenn man von „reiferen Persönlichkeiten“ manipuliert wird… wie oft muss ich das noch darstellen?

Papaloooo hat geschrieben:(30 Oct 2020, 06:22)
Religion wiederum schließt Menschen zu Gruppen zusammen,
und diese hegen dann wieder Feindbilder gegenüber anderen Gruppen.

Ja oftmals sogar innerhalb derselben Religion können tödliche Rivalitäten entstehen:
Schiiten gegen Sunniten in Syrien.
Katholiken gegen Protestanten in Irland.

Ethik kennt solche Abgrenzungen zwischen Menschengruppen nicht.
Ethik ist bestrebt, das Leiden von Menschen - ja selbst von Tieren - zu reduzieren.

Eine „Blase“ die die religiöse „Blase“ ersetzen könnte, fällt mir jetzt auch nicht ein, aber wenn sie Gewalt beinhaltet… dann wäre doch Sport ein Element… mit ein bisschen nachdenken findet sich schon was…
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Papaloooo » Fr 30. Okt 2020, 13:36

Occham hat geschrieben:(30 Oct 2020, 07:29)

Ich sagte ja auch: den „Rattenfänger“ spielen. Das heisst anders ausgedrückt, den Führer für solche Menschen spielen (Für Menschen mit wenig Reife), dieser eine Glaubensblase vermittelt, in dem die Menschen ihr Gedankengut auf gefahrlose Weise leben dürfen. Als Beispiel könnte man Hunde verwenden… es gibt jede Menge tricks (die man auch lernen sollte) damit ihre Persönlichkeit niemanden gefährlich wird…


Trotzdem sind manche Persönlichkeiten „Reifer“ als andere, wie du ja selbst gesagt hast und ich kann mir vorstellen, das die Persönlichkeit die Reifer war als andere Persönlichkeiten auch am meisten zu ‚sagen‘ hatte… damals hat sie Mord und Totschlag vermittelt, weil es halt aufgrund der Armut nicht anders ging... heute sollen sie sinnvolle "Glaubensblasen" vermitteln, zugeschnitten auf die Industrie.


Man muss es ja auch nicht mit der Kognition haben, wenn man von „reiferen Persönlichkeiten“ manipuliert wird… wie oft muss ich das noch darstellen?


Eine „Blase“ die die religiöse „Blase“ ersetzen könnte, fällt mir jetzt auch nicht ein, aber wenn sie Gewalt beinhaltet… dann wäre doch Sport ein Element… mit ein bisschen nachdenken findet sich schon was…

Wie du alleine in diesem Forum siehst,
spielt Glauben und/oder Religion in unserer Gesellschaft kaum noch eine Rolle.
Also lässt sich da - glücklicherweise - kaum noch jemand ködern.
Die großen Kirchen haben in den Gottesdiensten nicht nur zur Pandemiezeit leere Ränke.
Allenfalls noch ein paar Splitterkirchen haben regen zulauf.
Das liegt daran, dass sie den Menschen viel vorschreiben.
Und manche Menschen stehen darauf, dass man ihnen viel Vorschreibt,
wenn sie dadurch eng in eine Gemeinde eingebunden sind.

Allerdings hallten es gerade diese Kirchen, die sich von Gott privilegiert sehen,
mit der verkündeten Nächsten- und ja auch "Feindes-"-liebe nicht so genau.

Wer nicht ins Bild passt, (sprich:) Christ, Hetero, Partymuffel und möglichst niemals (auch nur sanfte) Drogen, blablabla,
der ist ja schon des Teufels und muss entweder umerzogen werden, oder aufgegeben.

Nein Religionen werden keine Konflikte lösen,
und erst recht keine Konftlikte, die diese Religionen mit erschaffen haben!

Und nein in unserer Gesellschaft werden Religionen keinen nennenswerten Zulauf mehr bekommen,
außer eben wie gesagt jene, die einen Fanatismus in sich tragen.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Occham » Fr 30. Okt 2020, 14:47

Papaloooo hat geschrieben:(30 Oct 2020, 13:36)

Wie du alleine in diesem Forum siehst,
spielt Glauben und/oder Religion in unserer Gesellschaft kaum noch eine Rolle.
Also lässt sich da - glücklicherweise - kaum noch jemand ködern.
Die großen Kirchen haben in den Gottesdiensten nicht nur zur Pandemiezeit leere Ränke.
Allenfalls noch ein paar Splitterkirchen haben regen zulauf.
Das liegt daran, dass sie den Menschen viel vorschreiben.
Und manche Menschen stehen darauf, dass man ihnen viel Vorschreibt,
wenn sie dadurch eng in eine Gemeinde eingebunden sind.

Allerdings hallten es gerade diese Kirchen, die sich von Gott privilegiert sehen,
mit der verkündeten Nächsten- und ja auch "Feindes-"-liebe nicht so genau.

Wer nicht ins Bild passt, (sprich:) Christ, Hetero, Partymuffel und möglichst niemals (auch nur sanfte) Drogen, blablabla,
der ist ja schon des Teufels und muss entweder umerzogen werden, oder aufgegeben.

Nein Religionen werden keine Konflikte lösen,
und erst recht keine Konftlikte, die diese Religionen mit erschaffen haben!

Und nein in unserer Gesellschaft werden Religionen keinen nennenswerten Zulauf mehr bekommen,
außer eben wie gesagt jene, die einen Fanatismus in sich tragen.


Mag ja alles sein, mein Anliegen war "alternative Glaubensblasen", zugeschnitten auf die Natur des Menschen, die du ja auch schön beschrieben hast... man entwickelt sich auf jeden Fall von "ohne Reife" Richtung "viel Reife", deswegen birgt Multikulti viel Konfliktpotential, aber scheinbar interessiert dich das nicht, was ja auch in Ordnung ist...

naja, schönen Tag noch :)
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Papaloooo » Fr 30. Okt 2020, 15:36

Occham hat geschrieben:(30 Oct 2020, 14:47)

Mag ja alles sein, mein Anliegen war "alternative Glaubensblasen", zugeschnitten auf die Natur des Menschen, die du ja auch schön beschrieben hast... man entwickelt sich auf jeden Fall von "ohne Reife" Richtung "viel Reife", deswegen birgt Multikulti viel Konfliktpotential, aber scheinbar interessiert dich das nicht, was ja auch in Ordnung ist...

naja, schönen Tag noch :)

Im Klartext: ich schätze du zielst darauf ab,
man könnte die geflüchteten Muslime zum Christentum bekehren?
Wohl kaum!
Schau mal, einst lebten hier die Neandertaler,
über die Ankunft des Homo Sapiens waren sie weniger glücklich.
Dann lebten hier die Kelten,
über die Ankunft der Germanen warn sie weniger glücklich.
Nun leben hier die Nachkommen der Germanen,
über die Ankunft vieler Araber sind sie weniger glücklich.
Hat es was gebracht?
Die Nazis haben das auf ihre Weise gelöst.
Heute sind wir weiter.
Heute sind wir (zum Teil) toleranter.
Heute gelten zum Glück hierzulande recht passable Menschenrechte.

Multikulti wird man nicht verhindern können.
Das wird mehr und mehr passieren.
Wir legen hier das Fundament mit unseren CO2-Abdruck für Völkerwanderungen in der nahen Zukunft,
die die Völkerwanderung 2015 um das vielhundertfache Übertreffen werden.
Weil es eben nicht anders geht!

Und nein ich habe nie behauptet, dass das nicht zu Konflikten führen wird!
Aber ich behaupte, jeder von uns in deren Situation hätte ebenfalls versucht,
sich und seine Familie in Sicherheit zu bringen.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Occham » Fr 30. Okt 2020, 18:15

Papaloooo hat geschrieben:(30 Oct 2020, 15:36)

Im Klartext: ich schätze du zielst darauf ab,
man könnte die geflüchteten Muslime zum Christentum bekehren?
Wohl kaum!

Nein, darauf ziel ich nicht ab… wenn dich interessiert wie ich das sehe, ich betrachte das objektiv, „ich für mich“ brauche auch keinen Glauben, scheinbar habe ich genug Reife um das ablegen zu können… aber das trifft eben nicht auf jede Persönlichkeit zu… und da denke ich mir, muss was Neues her… und da habe ich ja schon ein paar Vorstellungen beschrieben, die „deiner“ Seite scheinbar nicht gefallen… ist ja auch ok… nur wiederhole ich mich nicht andauernd…

Papaloooo hat geschrieben:(30 Oct 2020, 15:36)
Schau mal, einst lebten hier die Neandertaler,
über die Ankunft des Homo Sapiens waren sie weniger glücklich.
Dann lebten hier die Kelten,
über die Ankunft der Germanen warn sie weniger glücklich.
Nun leben hier die Nachkommen der Germanen,
über die Ankunft vieler Araber sind sie weniger glücklich.
Hat es was gebracht?
Die Nazis haben das auf ihre Weise gelöst.
Heute sind wir weiter.
Heute sind wir (zum Teil) toleranter.
Heute gelten zum Glück hierzulande recht passable Menschenrechte.

Multikulti wird man nicht verhindern können.
Das wird mehr und mehr passieren.
Wir legen hier das Fundament mit unseren CO2-Abdruck für Völkerwanderungen in der nahen Zukunft,
die die Völkerwanderung 2015 um das vielhundertfache Übertreffen werden.
Weil es eben nicht anders geht!

Und nein ich habe nie behauptet, dass das nicht zu Konflikten führen wird!
Aber ich behaupte, jeder von uns in deren Situation hätte ebenfalls versucht,
sich und seine Familie in Sicherheit zu bringen.

Ich habe ja auch nicht davon geredet multikulti zu verhindern, wiederholen werd ich mich nicht.
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Billie Holiday » Fr 30. Okt 2020, 18:27

Für Multikulti muß der Preis stimmen.
Frankreich zahlt zur Zeit einen zu hohen Preis. Ohne diese Fanatiker wären die Franzosen kein Stück ärmer an Kultur, Freiheit und Vielfalt.
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Progressiver » Fr 30. Okt 2020, 19:10

Multikulti hat vielleicht in der Antike funktioniert, bevor solche Religionen wie das Christentum oder der Islam auftauchten. Da diese beiden aber jeder für sich beanspruchen, die alleinige glückseligmachende Wahrheit zu sein, kann das Projekt nur schief gehen.

Der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad hat da ein Buch geschrieben. Es heißt "Aus Liebe zu Deutschland. Ein Warnruf". Ich habe da zumindest mal etwas reingeschmökert. Anstatt eine Multikulti-Gesellschaft zu propagieren, die jede Religion respektiert, bringt auch er den Begriff "pluralistische Gesellschaft" in die Diskussion ein.

Auch ich finde, dass ein guter Meinungspluralismus nötig ist. Aber ich bin auch ganz bei ihm in der Frage, wie man mit den Einwanderern umgehen soll. Die Rechten suhlen sich ja immer noch in ihrer Lebenslüge, dass Deutschland kein Einwanderungsland sei. Und tun gar nichts. Aber man darf auch nicht von linker Seite allzu tolerant sein, finde ich. Unsere Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn sie ihre Werte ernst nimmt.

Ich erwarte von unseren Politikern, dass sie auch Ansprüche stellen an die Einwanderer. Dazu muss man definieren, was man von ihnen verlangt. Und an diese Regeln haben die Einwanderer sich zu halten. Und auch die Deutschen selbst sollten nicht durch Negativbeispiele, wie sie die AfD darstellt, auffallen. Wenn Integration gelingen soll -sowohl diejenige von muslimischen Zuwanderern als auch von schlecht integrierten Nazis-, dann braucht es allgemeingültig Regeln.

Und auch die katholische Kirche darf nicht wie ein Staat im Staate agieren, was die Missbrauchsfälle betrifft. Dementsprechend müssen auch die hier lebenden Muslime über ihre Rechte und Pflichten aufgeklärt werden. Eine inoffizielle und verborgene Scharia-Paralleljustiz darf erst gar nicht entstehen.
"Skepsis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Philosophie." (Denis Diderot)
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Concrete » Sa 31. Okt 2020, 03:53

Papaloooo hat geschrieben:Multikulti wird man nicht verhindern können.
Das wird mehr und mehr passieren.


Wenn du das sagst. Klingt ziemlich defätistisch.
Ich denke man sollte diesen "multikulti" der aktuell stattfindet, verhindern.

Um es klar zu sagen:

in Berlin gab es eine Demo, anlässlich der Enthauptung des Lehrers aus Frankreich, GEGEN Karikaturen.
nicht gegen die enthauptung, sondern gegen die Karikaturen. Botschaft: Wir sind der friedliche Islam, und demonstrieren gegen Karikaturen unseres Propheten.

sorry, diese leute sind nicht im europa des 20 jhdts angekommen, und haben hier nichts zu suchen.

die sollen in ihre länder gehen, wo menschen mit karikaturen totgeschlagen werden, denn das passiert überall dort, wo diese friedliche klientel in der mehrheit ist
und wer auch immer dafür gesorgt hat das sich diese leute hier ausbreiten können und ihnen den hintern jeden tag pampert, sind für mich persönlich die größten spinner überhaupt.
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Papaloooo » Sa 31. Okt 2020, 06:25

Concrete hat geschrieben:(31 Oct 2020, 03:53)

Wenn du das sagst. Klingt ziemlich defätistisch.
Ich denke man sollte diesen "multikulti" der aktuell stattfindet, verhindern.

Um es klar zu sagen:

in Berlin gab es eine Demo, anlässlich der Enthauptung des Lehrers aus Frankreich, GEGEN Karikaturen.
nicht gegen die enthauptung, sondern gegen die Karikaturen. Botschaft: Wir sind der friedliche Islam, und demonstrieren gegen Karikaturen unseres Propheten.

sorry, diese leute sind nicht im europa des 20 jhdts angekommen, und haben hier nichts zu suchen.

die sollen in ihre länder gehen, wo menschen mit karikaturen totgeschlagen werden, denn das passiert überall dort, wo diese friedliche klientel in der mehrheit ist
und wer auch immer dafür gesorgt hat das sich diese leute hier ausbreiten können und ihnen den hintern jeden tag pampert, sind für mich persönlich die größten spinner überhaupt.

Man sollte dabei aber nicht außer Acht lassen,
dass in erster Linie Perspektivlosigkeit zum Extremismus führt.
Es war auch die Perspektivlosigkeit in Deutschland,
als ihnen die gesamte Schuld für den 1.Wk aufgebrummt wurde,
die dann zum Erstarken der Nazis geführt hat.
Und es sind heute noch die wirtschaftlich abgehängten Bereiche mit hoher Arbeitslosigkeit,
wo die meisten Neonazis sind.

Der IS entwickelte sich im Irak, nachdem die USA dort die Infrastrukturen kurz und klein gebombt hatten.

In ghettoisierten und verarmten Bereiche in Frankreich erstarken die Islamisten.

Ist die Schere zwischen Reich und Arm zu groß,
so ist das ein Brandbeschleuniger,
ob innerhalb eines Landes ober Länderübergreifend.

Zweiter Punkt:
Was im Islam noch fehlt, ist zum einen ein weltweites Bündnis der gemäßigten Muslime,
die gemeinsam etwas gegen den Islamismus tun.
Zum anderen ist es die Interpretation des Korans im historischen Kontext.

Aber: die Stille Abkehr vom Glauben hält auch in muslimischen Ländern Einzug.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Concrete » Sa 31. Okt 2020, 07:19

Papaloooo hat geschrieben:(31 Oct 2020, 06:25)
Man sollte dabei aber nicht außer Acht lassen,
dass in erster Linie Perspektivlosigkeit zum Extremismus führt.


Ich hatte von Ländern geschrieben, wo derlei glaubensgenossen die mehrheit stellen und karikaturisten totgeschlagen werden. oder wenn jemand den koran falsch herum hält. haben die da auch keine perspektive?

der extremismus entspringt nicht perspektivlosigkeit, sondern einer extremistischen haltung, diese wird von organisationen wie z.b. den muslimbrüdern verbreitet

das die gestrandeten aus muslimischen landen, die einige, ich vermute SIE auch, unbedingt hier haben wollten, darauf hängenbleiben ist ja vorauszusehen.

wie gesagt von meiner seite nur die schlichte feststellung das diese leute hier völlig fehl am platz sind und auch keine perspektive haben sollten
und leute die da ständig irgendwelche täteranalysen durchführen oder die ganze zeit am pampern sind, für mich persönlich völlig gestört sind.
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Papaloooo » Sa 31. Okt 2020, 07:50

Concrete hat geschrieben:(31 Oct 2020, 07:19)

Ich hatte von Ländern geschrieben, wo derlei glaubensgenossen die mehrheit stellen und karikaturisten totgeschlagen werden. oder wenn jemand den koran falsch herum hält. haben die da auch keine perspektive?

der extremismus entspringt nicht perspektivlosigkeit, sondern einer extremistischen haltung, diese wird von organisationen wie z.b. den muslimbrüdern verbreitet

das die gestrandeten aus muslimischen landen, die einige, ich vermute SIE auch, unbedingt hier haben wollten, darauf hängenbleiben ist ja vorauszusehen.

wie gesagt von meiner seite nur die schlichte feststellung das diese leute hier völlig fehl am platz sind und auch keine perspektive haben sollten
und leute die da ständig irgendwelche täteranalysen durchführen oder die ganze zeit am pampern sind, für mich persönlich völlig gestört sind.

Ein konstruktiverer Umgangston wäre wünschenswert.
Ich habe nicht gesagt, dass Extremismus der Perspektivlosigkeit entspringt, aber dieser fördert ihn.

Wer von vornherein Täteralysen ausschließt findet weder Ursachen und noch Lösungen!

Und wo soll ich Bitteschön gesagt haben, dass geflüchtete Menschen, denen der Asylstatus anerkannt wurde, dennoch hier bleiben können?

Bitte konkret die Textstelle nennen!

P.s.: je nachdem wie alt du bist, wirst zu noch die Verzehnfachung bis Verfünzigfachung der derzeitigen Flüchtlingsströme erleben. Und dann sind 90% davon garantiert keine Wirtschaftsflüchtlinge mehr, sondern es geht um das reine Überleben, denn die bevölkerungsreichsten Regionen der Erde werden zunehmend unbewohnbar.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Billie Holiday » Sa 31. Okt 2020, 10:05

Es gibt keine Glaubensrichtung und keine Ideologie, die so dermaßen viele Verteidiger hat wie der Islam. Woher kommt das? Muß man laut, schrill und aggressiv sein, um überall soviel Verständnis für Untaten zu bekommen?
Der gleiche mitleidige Text für junge Rechtsextreme z.B. ist undenkbar. Nicht, dass ich den lesen wollte, aber schon interessant, wie sehr die Taten islamistischer Fanatiker und Perverser relativiert und erklärt werden von Menschen, die selbst nichts mit dem Islam zu tun haben. Gleichzeitig werden gemäßigte, kritische Muslime gern in die rechtsextremistische Schublade abgelegt. Schon irre.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Antonius » Sa 31. Okt 2020, 18:02

Billie Holiday hat geschrieben:(31 Oct 2020, 10:05)
Es gibt keine Glaubensrichtung und keine Ideologie, die so dermaßen viele Verteidiger hat wie der Islam. Woher kommt das? Muß man laut, schrill und aggressiv sein, um überall soviel Verständnis für Untaten zu bekommen?
Der gleiche mitleidige Text für junge Rechtsextreme z.B. ist undenkbar. Nicht, dass ich den lesen wollte, aber schon interessant, wie sehr die Taten islamistischer Fanatiker und Perverser relativiert und erklärt werden von Menschen, die selbst nichts mit dem Islam zu tun haben. Gleichzeitig werden gemäßigte, kritische Muslime gern in die rechtsextremistische Schublade abgelegt. Schon irre.
Ja, völlig daneben.
Ich denke, daß die Mohammedaner inzwischen bemerkt haben, daß sie seit mehr als 800 Jahren mit ihrer Ideologie auf der Verliererstraße sind.
Die "Ex-Muslime" argumentieren genau auf diese Weise.
Also, der Islam taugt nichts als Religion, (um exakt beim Thema dieses Stranges zu bleiben).
SAPERE AUDE - Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Papaloooo » Sa 31. Okt 2020, 18:33

Antonius hat geschrieben:(31 Oct 2020, 18:02)

Ja, völlig daneben.
Ich denke, daß die Mohammedaner inzwischen bemerkt haben, daß sie seit mehr als 800 Jahren mit ihrer Ideologie auf der Verliererstraße sind.
Die "Ex-Muslime" argumentieren genau auf diese Weise.
Also, der Islam taugt nichts als Religion, (um exakt beim Thema dieses Stranges zu bleiben).

Vielfach steht stehen sich islamische Staaten bei Innovationen selbst im Wege.
Wie viel Technologie, wie viele Patente oder gar Dinge wie Weltraumprogramme gehen von muslimischen Staaten aus?
Wie viel Computertechnologie oder Robotik?
Sicherlich haben manche von diesen Staaten einen enormen Standortvorteil,
dass sie eben zufällig über lukrativen Ölfeldern liegen.
Saudi-Arabien tut sich mit der Moderne besonders schwer.
Modernität wird angeblich gefordert, zugleich aber argwöhnisch beobachtet.
Systemkritik und sei sie noch so konstruktiv gemeint wird mit Folter und Ermordung gerächt.

Man fragt sich nur, wo das hinführt.
Es gab den Arabischen Frühling in vielen Staaten.
Die erhoffte Freiheit hat er zumeist nicht gebracht,
sondern oftmals die Zersplitterung des Staates und den Bürgerkrieg rivalisierender Stämme.

Oftmals nimmt der Islam faschistische Züge an und man kann sich als Europäer (was diese Stämme oftmals sofort mit "Christ" assoziieren) in manche Länder nicht hineinwagen.

Aber auch der IS wird auf Dauer nicht überleben können,
wenn er nicht auf Handel und Kooperation mit anderen Völkern setzt
Man kann nur einmal alle Menschen in einer Gegend berauben,
man kann ihnen nur Zeitweilig so viele Steuern abpressen, bis diese das nicht mehr stemmen können.
Ein weitere Expansion wird irgendwann erforderlich, wenn man nicht wirtschaftlich mit anderen Völkern kooperiert.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

Volker Pispers
Occham

Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Occham » Sa 31. Okt 2020, 18:48

Billie Holiday hat geschrieben:(30 Oct 2020, 18:27)

Für Multikulti muß der Preis stimmen.
Frankreich zahlt zur Zeit einen zu hohen Preis. Ohne diese Fanatiker wären die Franzosen kein Stück ärmer an Kultur, Freiheit und Vielfalt.

Der Preis ist, das es neue Leitbilder braucht, die allen gefallen. Der Preis deswegen, weil dann auch alte Leitbilder wegfallen, wie zum Beispiel Weihnachten. Wenn die Leitbilder, die allen gefallen, gut sind, dann würde man es aber auch nicht vermissen. Das sollte man diskutieren.

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