Margot Käßmann: "Ich muss bei den besorgten Mitbürgern ..."

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Cloudfox
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Re: Margot Käßmann: "Ich muss bei den besorgten Mitbürgern .

Beitragvon Cloudfox » Fr 11. Sep 2015, 14:03

Flat » Fr 11. Sep 2015, 13:58 hat geschrieben:
Moin,

ja, immer so viel, um nicht angreifbar zu werden.

Auf den offiziellen Seiten zum Lutherjubiläum muss man zu diesem Thema aber schon sehr suchen, falls es überhaupt da ist.

Naja, irgendwo verständlich, wo sie Luther doch ansonsten bewundert.


Im Artikel heißt es, dass bei Fragen hierzu beim Kirchentag die meisten gar nichts von Luthers Antisemitismus wüssten.
Ich stimme dir hier auf jeden Fall zu, das gehört unbedingt zum Thema gemacht, wenn es schon um das große Lutherjubiläum gehen soll! Hat sonst den Charakter des *unter den Teppich kehrens...*
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Flat
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Re: Margot Käßmann: "Ich muss bei den besorgten Mitbürgern .

Beitragvon Flat » Fr 11. Sep 2015, 15:52

Cloudfox » Fr 11. Sep 2015, 13:03 hat geschrieben:
Im Artikel heißt es, dass bei Fragen hierzu beim Kirchentag die meisten gar nichts von Luthers Antisemitismus wüssten.


Moin,

ja, es wurde ja auch von der evangelischen Kirche schon vor der Lutherdekade kaum an die große Glocke gehängt.

Wen es interessiert, der findet dazu natürlich alle Informationen. Luthers antisemitische Schriften sind ja alle erhalten und in der Urheberschaft unstrittig. Genauso wie bekannt ist, dass er diesen Antisemitismus bis zu seinem Tod nicht mehr abgelegt hat.

Der Propst (den ich schätze) bei uns hat mal anläßlich eines Gottesdienstes zur Pogromnacht geschildert, was Luther so alles geschrieben hat. Die Gemeinde war größtenteils völlig überrascht und anschließend regelrecht erschüttert. Das wussten sie nicht von ihrem Luther. Insofern stimme ich dir zu, die normalen Kirchenmitglieder wissen es wirklich oft nicht. DiePastoren, Kirchenoberen und Theologen hingegen wissen es wohl alle.



Noch weniger wissen, dass er behinderte Kinder als lebensunwert ansah.

Sein Aufruf zum Bauernmord ist auch nicht so bekannt. Wäre er es, wären manche Bauern vielleicht etwas zurückhaltender damit, zum Erntedankgottesdienst lutherische Kirchen zu schmücken.
_______
wer Rechtsradikales sagt und tut, ist rechtsradikal. Das hat nichts mit Nazikeule zu tun.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/inte ... 62231.html
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Re: Margot Käßmann: "Ich muss bei den besorgten Mitbürgern .

Beitragvon garfield336 » Fr 11. Sep 2015, 15:58

Das letzte mal als ich in einer Kirche war als meine Oma verstorben ist.

Aber das war keine gute Idee....
Viele Leute trauerten da, aber ich kann nicht ruhig sitzen, wenn da vorne jemand ständig so nen Stuss redet.
Und ich musste mich beherschen keinen Lachanfall zu bekommen wegen den Märchen.

Seit dem Tag habe ich dann gesagt. Da gehe ich nicht mehr hin, egal zu welchem Anlass. Aus Respekt der übrigen Personen.
Zuletzt geändert von garfield336 am Fr 11. Sep 2015, 15:59, insgesamt 2-mal geändert.
Päule0815

Re: Margot Käßmann: "Ich muss bei den besorgten Mitbürgern .

Beitragvon Päule0815 » Fr 11. Sep 2015, 16:03

"Ich muss bei den besorgten Mitbürgern immer ein wenig lächeln", sagte die 57-Jährige der "Hamburger Morgenpost". "Ich sage denen gern: Gehen Sie sonntags in die Kirchen, dann müssen Sie keine Angst vor vollen Moscheen haben."


Ich habe keine Angst vor Muslimen. Aber diese verachtende und herabwürdigende Äußerung macht deutlich, warum ich eben nicht mehr in die Kirche gehe. Wer bei der Besorgnis der Bürger, in welcher Art auch auch immer, lächelt, nimmt ihre Sorgen nicht ernst. Vor allem dann nicht, wenn er ihnen zur Heilung den Kirchgang anrät.

Aber Frau Käßmann offenbart nur die Symptome in diesem Land ... lächel über sie oder stigmatisiere als extremistische Randgruppe, wenn und weil du nicht in der Lage bist, dich mit ihrer Besorgnis und den realen Problemen auseinanderzusetzen.

"Frau Käßmann, über diese Haltung einer Christin kann ich nicht einmal mehr lächeln."

Mein nächster Gang wird dann wohl doch der zum Amtsgericht sein. Ich schäme mich dafür einer Gemeinsachaft anzugehören, die Menschen so selektiv und abwertend wahrnimmt und behandelt.
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Jekyll&Hyde
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Re: Margot Käßmann: "Ich muss bei den besorgten Mitbürgern .

Beitragvon Jekyll&Hyde » Fr 11. Sep 2015, 16:06

Päule0815 » Fr 11. Sep 2015, 15:03 hat geschrieben:Mein nächster Gang wird dann wohl doch der zum Amtsgericht sein. Ich schäme mich dafür einer Gemeinsachaft anzugehören, die Menschen so selektiv und abwertend wahrnimmt und behandelt.

Bravo! Genauso konsequent sollten alle Sektenmitglieder sein. Es ist, wie ich schon bemerkte: Wenn du nicht an Gott glaubst, darfst du nicht in einer Sekte sein. Und wenn du an Gott glaubst, dann erst recht nicht!
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Re: Margot Käßmann: "Ich muss bei den besorgten Mitbürgern .

Beitragvon Jekyll&Hyde » Fr 11. Sep 2015, 16:13

garfield336 » Fr 11. Sep 2015, 14:58 hat geschrieben:Das letzte mal als ich in einer Kirche war als meine Oma verstorben ist.

Aber das war keine gute Idee....
Viele Leute trauerten da, aber ich kann nicht ruhig sitzen, wenn da vorne jemand ständig so nen Stuss redet.
Und ich musste mich beherschen keinen Lachanfall zu bekommen wegen den Märchen.

Seit dem Tag habe ich dann gesagt. Da gehe ich nicht mehr hin, egal zu welchem Anlass. Aus Respekt der übrigen Personen.

Diese Form von Kultur, welche die Sekte im Laufe des Missionierungsprozesses einführte, ist der Zeit längst entwachsen. Wir trauern heute anders. Und ein Gott oder eine Sekte kann einem keinen Trost geben, wenn wir den Verlust eines Menschen betrauern. Der Tod hat nur einen Sinn. Er schafft Platz für Erneuerung und Veränderung. Das ist uns mittlerweile klar. Dafür brauchen wir keinen Trost.

Und die Trauer um den Verlust des Menschen, kann keine Zeremonie trösten. Ich empfinde es nicht nur als entwürdigend, was die dann von sich geben, es ärgert mich auch, dass eine Sekte diesen Anlass für ihre Hirnwäsche benutzt. Da sollten Nahestehende des Verstorbenen reden, sich erinnern und gegenseitig trösten. Und nicht mehr. Alles andere empfinde ich als entwürdigend.
Zuletzt geändert von Jekyll&Hyde am Fr 11. Sep 2015, 16:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Margot Käßmann: "Ich muss bei den besorgten Mitbürgern .

Beitragvon Päule0815 » Fr 11. Sep 2015, 16:26

Jekyll&Hyde » Fr 11. Sep 2015, 16:06 hat geschrieben:Bravo! Genauso konsequent sollten alle Sektenmitglieder sein. Es ist, wie ich schon bemerkte: Wenn du nicht an Gott glaubst, darfst du nicht in einer Sekte sein. Und wenn du an Gott glaubst, dann erst recht nicht!


Ich war zahlendes Mitglied, weil ich einigen Hirten ihre Berufung abgenommen habe. Ich habe gerade die evangelische Kirche immer als offene Kirche empfunden. Nun muss ich feststellen, dass sie dazu neigt besorgte Menschen auszugrenzen bzw. sie nicht ernst zu nehmen.

Da tut es mir leid um diese guten Hirten. Ich habe bisher auf meine Art gelaubt und werde dies weiter tun. Wenn ich mich engagiere, dann dort, wo man Menschen nicht mit unterschiedlichem Maß misst.
Frau Käßmann ist gut aufgehoben in einem Land und einer Stimmung, die ihr ganz sicher noch Applaus spendet für eine derartige Ausgrenzung besorgter Menschen.

Was heisst das denn im Klartext? Ich stehe am Montag