Grundsatzdiskussion Islam

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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Billie Holiday » Fr 5. Okt 2018, 20:04

sunny.crockett hat geschrieben:(05 Oct 2018, 19:55)

Ein Beispiel gelungener Integration



https://www.op-online.de/region/roederm ... 98431.html


Sie fühlen sich unwohl, wenn Frauen von anderen Männern angeguckt und beklatscht werden. Laufen die denn nackt? Und haben diese Männer eigentlich ausschließlich Sex im Kopf? Ist der gesamte Alltag sexualisiert, dass überall die Gefahr gesehen wird, die Frauen könnten wild auf der Straße und auf der Wiese mit Fremden kopulieren? Herrgott..... :rolleyes:
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon think twice » Fr 5. Okt 2018, 20:08

Billie Holiday hat geschrieben:(05 Oct 2018, 19:59)

Ja, Parallelgesellschaften sind bekannt. Kann er ja ruhig.
Leider heult er trotzdem laut auf, wenn Kritik geäußert wird. Das ist dann so islamophob, wenn man sein Tun nicht zu 100% ganz super findet. *seufz* :(

Wegen dir heult ganz sicher kein Moslem. :D
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Billie Holiday » Fr 5. Okt 2018, 20:08

think twice hat geschrieben:(05 Oct 2018, 20:03)

In unserer Unterkunft gab es eine junge, afghanische Frau, die mit ihren beiden Brüdern und ihrer kleinen Tochter unterwegs war. Ein Kumpel der Brüder hat sie im besoffenen Kopp geschwängert. Sie wollte ihn heiraten, obwohl sie ihn kaum kannte. Der Typ war auch bereit dazu. Wir alle haben auf sie eingeredet, dass sie das in Deutschland nicht tun müsse. Sie könne ein eigenständiges Leben führen mit jeder Menge Unterstützung durch uns alle. Sie liess sich nicht überzeugen. Eines Abends rief mich ihre deutsche Frauenärztin an. Sie sagte, sie haette viele Jahre in Afghanistan gearbeitet und sie wisse, das Mädel haette keine andere Wahl als diese Ehe einzugehen. Es gäbe eine soziale Kontrolle, der sich beide nicht entziehen könnten. Der Preis für ihre Unabhängigkeit wäre ein Bruch mit der Familie, mit Freunden, mit ihrem gesamten sozialen Umfeld.
Heute leben beide in Hamburg, im Kreise seiner Familie. Ob sie glücklich ist? Ich weiss es nicht. Aber unglücklich wäre sie unverheiratet in jedem Fall gewesen.

Und dann kommen crocker und Billie und wollen sie zu ihrem Glück zwingen. Keine Ahnung von nichts habt ihr.


Ich will niemanden zu irgendwas zwingen, ich äußere meine Meinung zu Misständen, die in vielen Ländern Frauen und Mädchen betreffen, dort durch Aktivistinnen kritisiert werden und hier aber ganz viel Toleranz erfahren.
Obwohl selbst zugegeben wird, dass die junge Frau zu einem unglücklichen Leben gezwungen wird, verwahrt man sich jeder Kritik und tut alles, um solche Zustände auch in Deutschland zu etablieren.
Wer das nicht so toll findet, ist böse. :rolleyes: :D
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Billie Holiday » Fr 5. Okt 2018, 20:10

think twice hat geschrieben:(05 Oct 2018, 20:08)

Wegen dir heult ganz sicher kein Moslem. :D


Deine Forumsgespielen andauernd. Ständig so aggressiv, das kann doch nicht gesund sein. :(
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon think twice » Fr 5. Okt 2018, 20:13

Billie Holiday hat geschrieben:(05 Oct 2018, 20:10)

Deine Forumsgespielen andauernd. Ständig so aggressiv, das kann doch nicht gesund sein. :(

So unterschiedlich sind die Wahrnehmungen. Ich lese nur von rechten Jammerlappen, die sich beklagen, dass sie diffamiert würden und ihre Meinung niemanden interessiere.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon think twice » Fr 5. Okt 2018, 20:15

Billie Holiday hat geschrieben:(05 Oct 2018, 20:08)

Ich will niemanden zu irgendwas zwingen, ich äußere meine Meinung zu Misständen, die in vielen Ländern Frauen und Mädchen betreffen, dort durch Aktivistinnen kritisiert werden und hier aber ganz viel Toleranz erfahren.

Warum aeusserst du deine Meinung, die niemanden interessiert? Nichtmal die, die du glaubst, verteidigen zu muessen?
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Billie Holiday » Fr 5. Okt 2018, 20:19

think twice hat geschrieben:(05 Oct 2018, 20:15)

Warum aeusserst du deine Meinung, die niemanden interessiert? Nichtmal die, die du glaubst, verteidigen zu muessen?


Warum du deine? :D

Nicht verstanden, was ein Forum ist?
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon think twice » Fr 5. Okt 2018, 20:21

Billie Holiday hat geschrieben:(05 Oct 2018, 20:19)

Warum du deine? :D

Ich streite mit Usern und plaerre nicht meine Kritik in Foren über Menschen, die ich nie kennenlernen werde.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Billie Holiday » Fr 5. Okt 2018, 20:23

think twice hat geschrieben:(05 Oct 2018, 20:21)

Ich streite mit Usern und plaerre nicht meine Kritik in Foren über Menschen, die ich nie kennenlernen werde.


:D Du stampfst bockig wie ein Kleinkind auf, wenn dir was nicht passt.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon think twice » Fr 5. Okt 2018, 20:25

Billie Holiday hat geschrieben:(05 Oct 2018, 20:23)

:D Du stampfst bockig wie ein Kleinkind auf, wenn dir was nicht passt.


Seit Monaten bin ich eher gelangweilt oder amüsiert. Immer das gleiche Blabla. Nur Jack000 und Julian schaffen es noch ab und zu, mich in Wallung zu bringen.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon sunny.crockett » Fr 5. Okt 2018, 20:25

So sieht es im Islam aus, sagt uns Irans religöser Führer:

„Die Frauen sind immer schuld“


Frauen und Mädchen ab neun Jahren müssen im Iran ein Kopftuch tragen, und ihre Aussage ist vor Gericht nur halb so viel wert wie die eines Mannes.

Und er hat auch gleich einen Lösungsvorschlag parat: Die Einführung der islamischen Kopfbedeckung für alle Frauen, so, wie sie im Iran Alltag ist. „Mit der Einführung des Hidschab hat der Islam die Tür geschlossen auf einem Weg, der Frauen zu einer solchen Abnormalität hinziehen würde“, sagt er. In anderen Worten: Eine Frau, die sich nicht sittlich kleidet, ist selbst schuld, wenn sie sexuell belästigt wird – schließlich provoziert sie durch ihr Äußeres.

Es ist nicht einfach, Daten über sexuelle Belästigung und Missbrauch im Iran zu finden. Das Statistikamt erhebt keine Daten dazu. Sexualität ist in der Islamischen Republik ein Tabu. Dennoch lassen sich viele Hinweise finden, dass Übergriffe gegen Frauen im Iran zum Alltag gehören – Kopftuch hin oder her.

Im September 2015 veröffentlichte die britische Zeitung „Guardian“ einen Artikel darüber, dass der Hidschab und die strikten Sitten sexuelle Belästigung im Iran schlimmer gemacht hätten. Durch die strenge Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit gebe es keinen Ort, an dem Männer und Frauen sich begegnen könnten. In der Öffentlichkeit ist Nähe zwischen Männern und Frauen verpönt, wenn sie nicht eng verwandt oder verheiratet sind.

Berührungen sind verboten, dazu gehört auch ein einfaches Händeschütteln zur Begrüßung. Weil Männer dadurch keine anderen Möglichkeiten hätten, sich Frauen zu nähern, entlade sich ihre Unsicherheit und Frustration in ungelenken bis aggressiven Ausfällen, so der „Guardian“. Frauen würden dadurch auf der Straße zu Freiwild.

Oder weil sie angeblich nicht anständig gekleidet sind, weil sie öffentlich singen, tanzen, modeln. Erst im Februar dieses Jahres wurden 29 Iranerinnen festgenommen, die gegen die Kleidervorschriften des Klerikersystems demonstriert hatten. Einige von ihnen landeten später vor Gericht und wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt.


https://www.welt.de/politik/ausland/art ... staat.html

Manche verpeilten Menschen wollen diese Zustände auch in Deutschland.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Skeptiker » Fr 5. Okt 2018, 21:28

think twice hat geschrieben:(05 Oct 2018, 20:03)
In unserer Unterkunft gab es eine junge, afghanische Frau, die mit ihren beiden Brüdern und ihrer kleinen Tochter unterwegs war. Ein Kumpel der Brüder hat sie im besoffenen Kopp geschwängert. Sie wollte ihn heiraten, obwohl sie ihn kaum kannte. Der Typ war auch bereit dazu. Wir alle haben auf sie eingeredet, dass sie das in Deutschland nicht tun müsse. Sie könne ein eigenständiges Leben führen mit jeder Menge Unterstützung durch uns alle. Sie liess sich nicht überzeugen. Eines Abends rief mich ihre deutsche Frauenärztin an. Sie sagte, sie haette viele Jahre in Afghanistan gearbeitet und sie wisse, das Mädel haette keine andere Wahl als diese Ehe einzugehen. Es gäbe eine soziale Kontrolle, der sich beide nicht entziehen könnten. Der Preis für ihre Unabhängigkeit wäre ein Bruch mit der Familie, mit Freunden, mit ihrem gesamten sozialen Umfeld.
Heute leben beide in Hamburg, im Kreise seiner Familie. Ob sie glücklich ist? Ich weiss es nicht. Aber unglücklich wäre sie unverheiratet in jedem Fall gewesen.

Und dann kommen crocker und Billie und wollen sie zu ihrem Glück zwingen. Keine Ahnung von nichts habt ihr.

Was du da beschreibst, sind Sitten, wie sie hier vor einigen Dekaden so oder ähnlich hier auch üblich waren. Es ist schon interessant zu sehen wie wehement sich Linke für erzkonservative Lebensweisen einsetzen, incl. sozialen Zwangshandlungen, wenn sie nur von den „richtigen“ betrieben werden.

Wir alle kämpfen halt mit der Rückständigkeit. Die einen dafür, die anderen dagegen ...
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon think twice » Fr 5. Okt 2018, 21:35

Skeptiker hat geschrieben:(05 Oct 2018, 21:28)

Was du da beschreibst, sind Sitten, wie sie hier vor einigen Dekaden so oder ähnlich hier auch üblich waren. Es ist schon interessant zu sehen wie wehement sich Linke für erzkonservative Lebensweisen einsetzen, incl. sozialen Zwangshandlungen, wenn sie nur von den „richtigen“ betrieben werden.

Wir alle kämpfen halt mit der Rückständigkeit. Die einen dafür, die anderen dagegen ...

Erzkonservativ ist es, anderen Menschen sein eigenes Lebensmodell aufzwingen zu wollen.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Skeptiker » Fr 5. Okt 2018, 21:46

think twice hat geschrieben:(05 Oct 2018, 21:35)

Erzkonservativ ist es, anderen Menschen sein eigenes Lebensmodell aufzwingen zu wollen.

Wenn eine Frau von ihrer Familie zu einer Hochzeit gezwungen wird (=Definition von Zwangsehe), worin genau liegt dann der Zwang den die Gesellschaft auf die Frau ausübt?

Es hindert doch niemand eine Frau daran jemanden aus freiem Willen zu heiraten. Die Gesellschaft fordert allerdings, dass es der freie Wille der Frau ist. Was ist daran Zwang?

Ich kann es dir sagen: Die Gesellschaft zwingt die muslimischen Familien sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass die Frau selber für sich entscheidet. DAS ist der Zwang der von der Gesellschaft ausgeht, und das ist gut so!

Du verteidigst den Zwang den die Familie auf die Frau ausübt. Das halte ich eben für Rückständig.

Wieso liegt dir die Entscheidungsfreiheit der Frauen so wenig am Herzen?
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 6. Okt 2018, 00:27

ThorsHamar hat geschrieben:(05 Oct 2018, 13:09)

Gefijun ist aber, als Gattin von Skjold, keine Jungfrau mehr. Und sie hat die Aufgabe, Jungfrauen, die gestorben sind, zu beschützen und ihnen Ruhe und Geborgenheit zu geben. Eine verantwortungsvolle Tätigkeit, die viel Liebe und Stärke erfordert ...
Insofern hat sie nichts mit den Wünschen orientalischer Sexkasper zu tun.

Gefijun sei gepriesen. An sich soll es in Walhall recht zünftig zugehen.

Wenn man nach einem bestimmten Koranforscher geht, erwartet die orientalischen Gläubigen praktisch eine Obstschale. Ist ja auch was.

Ja, ich lese das auch ... Ich bin der Meinung, dass schon der NSU keine Terroristen waren. Das wichtigste Kriterium für Terrorismus war nicht gegeben, nämlich Terror. Wenn niemand Terror wahrnimmt, wahrnehmen kann, ist es definitiv keiner! Das schmälert die Verbrechen nicht, aber ich hätte diese Anklage nicht benutzt.
Da dürfte juristisch nicht so viel Spielraum sein, wenn die entsprechenden Straftatbestände zusammen fallen. Da wird ein Terror-Club gebildet, maßgeblich ist dabei der Zweck und der Organisationsgrad, und dann gibt es Morde. Die "heroische Gelassenheit" der Öffentlichkeit, wie Sicherheitsexperten das nennen, wird eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Und ähnlich ist es mit den gefährlichen Idioten, die jetzt verhaftet wurden.
Der Zeitpunkt dieser "Razzien" lässt mich Aktionismus vermuten, um die Kritiker zu beruhigen.
Vielleicht irre ich mich ja. Das wäre dann ja in der Sache positiv ....

Der Generalbundesanwalt unternimmt öfters was, auch in ganz anderen Sparten. Andererseits wäre ein "Aktionismus" des Freistaates Sachsen aber auch nicht notwendigerweise etwas Schlechtes.

Das ist gelegentlich das gravierende Problem .... :cool:

Es ist ein Kommunikationsproblem. Nach dem Motto "Tue Gutes und rede darüber" könnte man sehr viel mehr Tamtam veranstalten und so mancher Populist wüßte gar nicht mehr, wie er noch Populist sein soll.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon think twice » Sa 6. Okt 2018, 01:49

Skeptiker hat geschrieben:(05 Oct 2018, 23:36)

Es ist natürlich ein Spagat, den eine Gesellschaft hinbekommen muss, wenn es darum geht, dass viele unterschiedliche Kulturen miteinander leben müssen. Weder darf der Staat alles bis ins letzte für die Menschen entscheiden, noch darf er es zulassen, dass die Rücksichtnahme so weit geht, dass die Gesellschaft einen Grundkonsens verläßt.

In meinen Augen muss dieser Grundkonsens klarer herausgearbeitet werden. Darin würde nämlich auch geklärt werden, welche Lebensphilospophien in unserer Gesellschaft eben nicht toleriert werden.

Ich nenne einmal ein paar Grundbausteine, die für mich unbedingt dazu gehören (neben den in der Verfassung festgeschriebenen, die sowieso gelten):
- Jedes Kind muss in der Lage sein den Schulbetrieb zu folgen, ohne dass sprachliche oder kulturelle Zwänge den Schullalltag signifikant belasten.
- Jedem Menschen müssen die selben Chancen angeboten werden, sich in der Gesellschaft entsprechend seiner Vorstellungen entfalten zu können.
- Die Regeln der Gemeinschaft stehen über den Regeln der Familie. Im Gegenzug sichert der Staat aber den Schutz der Familie und der Privatsphäre zu.
- Religion ist Privatsache. Niemand hat irgendjemandem vorzuschreiben was er zu glauben oder nicht zu glauben hat, solange es nicht gegen Gesetze verstößt.

Das kann man sicher noch fortsetzen - soll nur eine Anregung sein.

Dennoch stehen einige der Regeln oben schon klar im Konflikt mit konservativer Auslegung des Islam. Vielfältig sind die Beispiele wo es nur unter erheblichen Schwierigkeiten oder garnicht möglich ist, konservative Muslime in den geregelten Alltag eines westlich geprägten Landes zu integrieren - Du hast einen Punkt mit dem Schwimmunterricht genannt. Und, sorry, es fällt auf, dass es weltweit vor allem die Muslime sind, die genau diese Probleme verursachen und damit zu jedwedem modernen Gesellschaftsmodell schwer kompatibel erscheinen.

Meine persönliche Meinung ist, dass der Islam deutlich an Bedeutung in der Welt gewinnen wird, weil er durch seine konservative Auslegung als eine Art Alternativwelt für die Menschen wirkt - alternativ zur von manchen Menschen als kalt empfundenen rationalen Denkweise der modernen Gesellschaft. Diejenigen, die eher religiös affin ist, die sprechen säkularisierte Religionen wie das Christentum usw. kaum noch an, weil diese sich an eine rationale Welt angepasst haben und so mir ihr im Widerspruch leben.
Muslime aber ordnen sich in konservativer Auslegung voll dem Glauben unter. Für säkulare Menschen wie die meisten hier ist das kaum nachvollziehbar. Im Zweifel ist immer das richtig, was geschrieben steht. Widersprich es sich mit moderner Wissenschaft, gewinnt die Religion.
Nur als Beispiel (evangelikale Christen sehe ich theologisch in einer vergleichbaren Kategorie):

Ich sehe einen großen Konflikt zwischen der modernen Welt und dem konservativen Islam heraufziehen, wenn dieser sich nicht reformieren läßt (und diese Absicht hat er ganz und garnicht). Dann ist es in jedem Fall besser hier nicht mehr Leute als notwendig im Land zu haben, die den allgemeinen gesellschaftlichen Grundkonsens, wie oben skizziert, nicht teilen.

Ziemlich starker Tobak den du da ablässt. Erstens meinst du die Gesellschaft könne einen Grundkonsens aufstellen neben den bereits in den Gesetzen bereits verankerten Rechten und Pflichten, an die sich jeder Mensch zu halten hat und dann soll die Gesellschaft auch noch entscheiden können, wer zum Kreis gehört und wer nicht.
Wer ist die Gesellschaft überhaupt? Du und ich? Wollen wir das Gleiche? Nein.
Regeln sind in Gesetzen festgeschrieben. Alles andere bleibt jedem Menschen selbst überlassen. Die "Gesellschaft" hat von niemanden etwas zu fordern. Klingt schon sehr nach deutscher Leitkultur, die dir da vorschwebt. Will niemand braucht niemand, ausser selbsternannten Herrenmenschen.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Vongole » Sa 6. Okt 2018, 02:08

think twice hat geschrieben:(06 Oct 2018, 01:54)

Gutes Beispiel für die Herrenmenschenmentalitaet. Die Gesellschaft hat niemanden zu irgendetwas zu zwingen.


Die Gesellschaft, also das Volk, kann selbstverständlich jeden dazu zwingen, sich an Gesetze zu halten, und das betrifft alle Bürger eines Landes ausnahmslos.
Das Verbot der Zwangsehe, die Schulpflicht für alle Kinder in allen Fächern (Krankheit ausgenommen), die Selbstbestimmung der Frau, die Gleichberechtigung, das Verbot von Kinderarbeit, all das
sind Gesetze dieses Landes.
Scharia, muslimische Gesetze wie z.B. "Friedensrichter", widersprechen diesen Gesetzen, und können von einer freien Gesellschaft nicht geduldet werden, wenn sie frei und selbstbestimmt bleiben will.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon think twice » Sa 6. Okt 2018, 02:23

Vongole hat geschrieben:(06 Oct 2018, 02:08)

Die Gesellschaft, also das Volk, kann selbstverständlich jeden dazu zwingen, sich an Gesetze zu halten, und das betrifft alle Bürger eines Landes ausnahmslos.
Das Verbot der Zwangsehe, die Schulpflicht für alle Kinder in allen Fächern (Krankheit ausgenommen), die Selbstbestimmung der Frau, die Gleichberechtigung, das Verbot von Kinderarbeit, all das
sind Gesetze dieses Landes.
Scharia, muslimische Gesetze wie z.B. "Friedensrichter", widersprechen diesen Gesetzen, und können von einer freien Gesellschaft nicht geduldet werden, wenn sie frei und selbstbestimmt bleiben will.

Erstens hat der Skeptiker selbst noch ein paar Vorstellungen herausgearbeitet, die neben Gesetzen für alle gelten sollten und zweitens kann " das Volk" selbstverständlich niemanden zwingen, Gesetze einzuhalten. Dafuer gibt es Strafverfolgungsbehörden.
Dieser irrigen Annahme, sie koennen irgendwen zu irgendetwas zwingen, unterliegen die Pegidioten, wenn sie meinen, sie koennen etwas ändern, wenn sie jeden Montag ihre " Forderungen," in die Strassen groehlen.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Vongole » Sa 6. Okt 2018, 02:36

think twice hat geschrieben:(06 Oct 2018, 02:23)

Erstens hat der Skeptiker selbst noch ein paar Vorstellungen herausgearbeitet, die neben Gesetzen für alle gelten sollten und zweitens kann " das Volk" selbstverständlich niemanden zwingen, Gesetze einzuhalten. Dafuer gibt es Strafverfolgungsbehörden.
Dieser irrigen Annahme, sie koennen irgendwen zu irgendetwas zwingen, unterliegen die Pegidioten, wenn sie meinen, sie koennen etwas ändern, wenn sie jeden Montag ihre " Forderungen," in die Strassen groehlen.


Du hast noch nie was von Art. 20 GG gehört?
1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
(


Das Volk kann durchaus durch seine Rechtsorgane erzwingen, dass sich Bürger dieses Landes ans GG und die FDGO halten.
Damit hat es auch jede Handhabe, unwillige Bürger zu "erziehen", notfalls mit Strafverfolgung. Wenn ein Teil unserer Bevölkerung der irrigen Meinung ist, einer anderen, religiös bestimmten Gesetzgebung zu
unterliegen, dann muss das unterbunden werden. Das gilt für sowohl für Muslime als auch für christliche Bürger, die Religion über das Gesetz stellen.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon think twice » Sa 6. Okt 2018, 02:44

Vongole hat geschrieben:(06 Oct 2018, 02:36)

Du hast noch nie was von Art. 20 GG gehört?
1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
(


Das Volk kann durchaus durch seine Rechtsorgane erzwingen, dass sich Bürger dieses Landes ans GG und die FDGO halten.
Damit hat es auch jede Handhabe, unwillige Bürger zu "erziehen", notfalls mit Strafverfolgung. Wenn ein Teil unserer Bevölkerung der irrigen Meinung ist, einer anderen, religiös bestimmten Gesetzgebung zu
unterliegen, dann muss das unterbunden werden. Das gilt für sowohl für Muslime als auch für christliche Bürger, die Religion über das Gesetz stellen.

Ja, sag ich ja. Die Rechtsorgane koennen Regeln aufstellen und deren Einhaltung erzwingen, aber nicht die Gesellschaft.

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