Christophobie

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jellobiafra
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Re: Christophobie

Beitragvon jellobiafra » So 21. Apr 2019, 18:48

Vongole hat geschrieben:(21 Apr 2019, 18:33)

Wird hier behandelt:
viewtopic.php?f=9&p=4450380#p4450380


Danke - gehört aber strenggenommen auch in den Christophobie-Strang.
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Vongole
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Re: Christophobie

Beitragvon Vongole » So 21. Apr 2019, 18:51

jellobiafra hat geschrieben:(21 Apr 2019, 18:48)

Danke - gehört aber strenggenommen auch in den Christophobie-Strang.


Ja, wenn er sich nur gegen Christen wendet, was hier wohl nicht der Fall war.
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Re: Christophobie

Beitragvon jellobiafra » So 21. Apr 2019, 18:59

Vongole hat geschrieben:(21 Apr 2019, 18:51)

Ja, wenn er sich nur gegen Christen wendet, was hier wohl nicht der Fall war.


Seh ich etwas anders. Der Anschlag auf das Bataclan in Frankreich hatte meiner Meinung nach auch antisemitische Motive, auch wenn er im Rahmen einer Anschlagserie stattfand und sich überhaupt nicht direkt gegen Juden richtete.

https://www.stern.de/panorama/weltgeschehen/der-anschlag-auf-das-bataclan-war-gegen-juden-gerichtet-6559478.html

Der Anschlag auf die Pariser Konzerthalle Bataclan hatte einen antisemitischen Hintergrund. Womöglich auch der auf das Café Belle Equipe. Allein am Sonntag und Montag sind 46 Franzosen nach Israel ausgewandert.


Jeder Anschlag auf eine Kirche während einer Osterfeier beabsichtigt Christen zu töten und ist christenfeindlich.

Allerdings werde ich das Thema hier nicht mehr behandeln- .
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Julian
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Re: Christophobie

Beitragvon Julian » Mo 22. Apr 2019, 11:02

Man merkt den Medienberichten regelhaft an, wie unangenehm ihnen die Berichterstattung fällt, wenn der Verdacht im Raum steht, es könnte sich um islamistische Anschläge auf Christen handeln. Polizei und Medien tun alles, um solcherlei Vorkommnisse zu entschärfen und die Berichterstattung entsprechend zu schönen.

Hier die in der WELT zitierte dpa-Meldung zu einem Vorfall zu Ostern in einer Münchner Kirche:

Offenbar geistig Verwirrter löst Panik bei Ostermesse aus

München (dpa) - Ein offenbar geistig verwirrter Mann hat in der St.-Pauls-Pfarrkirche in München Panik bei einem Oster-Gottesdienst ausgelöst. «Er rief gestikulierend und lärmend nicht verständliche Worte, wodurch sich die Messebesucher, die sich in Hörweite befanden, erschraken», teilte die Polizei mit. Weil einige Kirchenbesucher daraufhin fluchtartig das Gotteshaus verlassen wollten, wurden 24 Menschen «minimal» verletzt. Der Mann wurde von Beamten in der Kirche gestellt und festgenommen.

https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/i ... e-aus.html

Der Kontext ist damit vollkommen unklar. Man muss die Lokalpresse heranziehen, um die Hintergründe zu verstehen:
München - Bei einer Ostermesse in der St.-Pauls-Kirche ist am Samstagabend zu einem Zwischenfall gekommen. Ein 36-Jähriger aus Somalia hatte eine Panik ausgelöst, als er das Gotteshaus während der Ostervesper der kroatisch-katholischen Gemeinde München betat.

Panik in der St.-Pauls-Kirche
"Er betrat die Kirche durch den Haupteingang, während er gestikulierend und lärmend nicht verständliche Worte rief. Zudem soll er mehrere Steine im Kirchenraum geworfen haben", teilte die Polizei mit. Ob der Mann "Allahu Akbar" gerufen habe, sei aktuell noch Gegenstand der Ermittlungen.

Weil einige Kirchenbesucher daraufhin fluchtartig die Kirche verlassen wollten kam es zur Panik. Dabei seien neun Personen leicht verletzt worden. Vier von ihnen kamen in Münchner Krankenhäuser. Laut Augenzeugen sollen sich etwa 500 Menschen in der Kirche befunden haben.

https://www.abendzeitung-muenchen.de/in ... f4137.html
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Antonius
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Re: Christophobie

Beitragvon Antonius » Fr 26. Apr 2019, 11:00

Progressiver hat geschrieben:(18 Jan 2019, 00:10)
Die Kreuzritter verhielten sich total dämlich. Anstatt das Byzantinische Reich als Bollwerk gegen Araber und Seldschuken zu unterstützen, plünderten sie Konstantinopel total aus. Byzanz hat sich davon nie wieder erholt. Es ging dann circa 250 Jahre später unter. Der ganze Balkan wurde schließlich osmanisch, bis die Türken schließlich vor Wien gestoppt wurden. Die Griechen und anderen Balkanvölker wollten sich aber trotzdem nicht dem Papst unterwerfen und sind bis heute griechisch-orthodox. Aber das hat man dann davon, wenn christliche Großsekten sich lieber gegenseitig bekämpfen als irgendwelche Bedrohungen von außen. Eine der schlimmsten Katastrophen Europas war ja auch der Dreißigjährige Krieg, der ganze Gebiete entvölkerte. Aber so ist das eben, wenn die christliche Nächsten- und Feindesliebe dem Praxistest unterworfen wird.(...)
Das war kein "Praxistest der christlichen Nächsten- und Feindesliebe",
vielmehr waren es immer wieder Verletzungen der Prinzipien der Christlichen Ethik der Gottes- und Nächstenliebe...

Im übrigen hast Du Recht mit der Verurteilung der Politik der Kreuzritter gegenüber dem Byzantinischen Reich, das ja mehr als ein Jahrtausend "Bollwerk gegen Araber und Seldschuken" war.
Auch hier sehen wir wieder die Verletzungen der Prinzipien der Christlichen Lehre.
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Re: Christophobie

Beitragvon sunny.crockett » Fr 26. Apr 2019, 13:28

Julian hat geschrieben:(22 Apr 2019, 11:02)
Man merkt den Medienberichten regelhaft an, wie unangenehm ihnen die Berichterstattung fällt, wenn der Verdacht im Raum steht, es könnte sich um islamistische Anschläge auf Christen handeln. Polizei und Medien tun alles, um solcherlei Vorkommnisse zu entschärfen und die Berichterstattung entsprechend zu schönen.


Dazu passt auch ein Artikel im Cicero
Nach den islamistischen Anschlägen auf Kirchen und Hotels mieden manche Politiker das Wort „Christen“ wie der Teufel das Weihwasser. Christen sind als Opfer nicht vorgesehen.


Der Artikel beim Cicero war mal frei, ist jetzt für Abonenten. Im Artikel standen einige Beispiele von Politikeraussagen von Obama bis Maas, die sich um die Bezeichung "Terror gegen Christen" drücken.
Bei Maas ist es besonders auffällig, der sprach ja nach Christchurch davon, dass ein Angriff auf Mulsime ein Angriff auf die gesamte Gesellschaft darstellt. Bei Christen sieht er das wohl nicht so. Er sagte auch beim Anschlag in Neuseeland "heute bin ich ein Muslim".

https://www.cicero.de/aussenpolitik/sri ... tiker/plus
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Re: Christophobie

Beitragvon Trifels » Fr 26. Apr 2019, 19:05

Antonius hat geschrieben:(26 Apr 2019, 11:00)

Das war kein "Praxistest der christlichen Nächsten- und Feindesliebe",
vielmehr waren es immer wieder Verletzungen der Prinzipien der Christlichen Ethik der Gottes- und Nächstenliebe...

Im übrigen hast Du Recht mit der Verurteilung der Politik der Kreuzritter gegenüber dem Byzantinischen Reich, das ja mehr als ein Jahrtausend "Bollwerk gegen Araber und Seldschuken" war.
Auch hier sehen wir wieder die Verletzungen der Prinzipien der Christlichen Lehre.


Klar, weil In den Köpfen der 68iger-Humanisten = falsche Vorstellung vom Hintergrund der Kreuzzügen.

Info 1:

http://www.kreuzzug.de/ausloeser_der_kr ... zzuege.php

Info 2:

https://www.amazon.de/Toleranz-Gewalt-C ... =1-1-fkmr1

Martin Eberts
Realität statt schwarzer Legenden - Fakten über die Geschichte der Kirche
13. Januar 2019
Format: TaschenbuchVerifizierter Kauf
Gut geschrieben, wissenschaftlich sorgfältig recherchiert und voller interessanter Details. Räumt auf mit vielen Klischees und schwarzen Legenden. Dem Buch wären viele Leser zu wünschen, nicht nur Fachwissenschaftler. Vielleicht wird auf lange Sicht dadurch die Zahl der törichten und abwertenden Klischees über die Geschichte der Kirche geringer - soweit wissenschaftliche Forschung noch ernst genommen wird.
Denkanstoß. Gesicherte Quelle/Info -> take it or leave it.
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Re: Christophobie

Beitragvon jellobiafra » Mo 29. Apr 2019, 19:51

https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/burkina-faso-anschlag-auf-kirche-kurz-vor-merkels-anreise-16162950.html

Beim Angriff auf eine protestantische Kirche in Burkina Faso sind am Sonntag sechs Menschen getötet worden. Auch der Pfarrer sei unter den Todesopfern, hieß es am Montag aus Sicherheitskreisen. Die Menschen sollen erschossen worden sein, bevor die Täter auf einem Motorrad flüchten konnten. Der Angriff ereignete sich den Angaben zufolge bereits am Sonntag am Ende des Gottesdienstes in Silgadji rund 60 Kilometer von der Stadt Djibo entfernt im Norden des Landes.
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Re: Christophobie

Beitragvon Antonius » Mi 22. Mai 2019, 16:00

    (Institut für Islamfragen, dk, 08.05.2019) Die pakistanische Rechtsanwältin Aneeqa Maria Anthony erläutert in den Mitteilungen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (Deutsche Sektion) vom Mai 2019, dass Pakistan in der Liste der Staaten, in denen Christen verfolgt würden, an fünfter Stelle stehe.
    Sie habe in den letzten 10–12 Jahren versucht, Christen in Pakistan zu unterstützen. Aber die Situation würde immer schlimmer. Sie beobachte, dass der Hass auf Christen wachse. Und nachdem Asia Bibi freigelassen wurde, würden andere gefangene Christen umso mehr leiden. Es käme auch immer wieder vor, dass pakistanische christliche Mädchen entführt und zum Islam zwangskonvertiert würden.

Quelle: Artikel, Mitteilungen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte-Deutsche Sektion e.V. Nr. 4, Mai 2019, S. 1.

https://www.islaminstitut.de/2019/pakis ... -nimmt-zu/
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Re: Christophobie

Beitragvon Misterfritz » Mi 22. Mai 2019, 21:30

Antonius hat geschrieben:(22 May 2019, 16:00)

    (Institut für Islamfragen, dk, 08.05.2019) Die pakistanische Rechtsanwältin Aneeqa Maria Anthony erläutert in den Mitteilungen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (Deutsche Sektion) vom Mai 2019, dass Pakistan in der Liste der Staaten, in denen Christen verfolgt würden, an fünfter Stelle stehe.
    Sie habe in den letzten 10–12 Jahren versucht, Christen in Pakistan zu unterstützen. Aber die Situation würde immer schlimmer. Sie beobachte, dass der Hass auf Christen wachse. Und nachdem Asia Bibi freigelassen wurde, würden andere gefangene Christen umso mehr leiden. Es käme auch immer wieder vor, dass pakistanische christliche Mädchen entführt und zum Islam zwangskonvertiert würden.

Quelle: Artikel, Mitteilungen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte-Deutsche Sektion e.V. Nr. 4, Mai 2019, S. 1.

https://www.islaminstitut.de/2019/pakis ... -nimmt-zu/
Das ist aber immer die Situation von Christen in muslimischen Gesellschaften.
Man muss immer die Gesamtsituation sehen. In Ägypten z.B. haben sich die Christen z.T. sehr stark angepasst (kein Schweinefleisch, kein Alkohol, strenge Sexualmoral), andererseits setzen Christen dort viel mehr auf Bildung als die muslimische Mehrheit. Was zur Folge hat, dass die Christen oftmals gebildeter sind und bessere Jobs haben - und somit mehr Wohlstand. Das ruft, besonders in sehr armen Gesellschaften, Neid und Hass hervor.
Und solcher Hass - resp. die daraus resultierende Gewalt - trifft im seltensten Fall die reichen Christen, sondern die armen, denen es nicht besser geht, als den armen muslimischen Schluckern.
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Re: Christophobie

Beitragvon sunny.crockett » Mi 22. Mai 2019, 22:00

Die aus Nigeria stammende Schwester Madonna (Foto) von den „Schwestern vom Unbefleckten Herzen Mariens“ monierte in ihrem Vortrag ein Nord-Süd-Gefälle in ihrer Heimat. Während es im mehrheitlich christlich geprägten Süden des Landes trotz Korruption eine funktionierende Infrastruktur mit Schulen, Universitäten und Krankenhäusern gebe, herrsche im mehrheitlich muslimischen Norden des Landes vielfach Willkür auf der Grundlage der Scharia. Die für viele Massaker an Christen verantwortlichen muslimischen Fulani-Hirten seien keine Nigerianer, sondern Einwanderer. Es handele sich nicht um einen ethnischen Konflikt, sondern um Terrorismus, durch den Christen „wahllos abgeschlachtet“ würden. „Sie töten Menschen, weil sie Christen sind. Durch unsere Straßen fließt das Blut wie Wasser“, so Schwester Madonna.


http://www.kath.net/news/67368
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Re: Christophobie

Beitragvon Umetarek » Mi 22. Mai 2019, 22:04

Misterfritz hat geschrieben:(22 May 2019, 21:30)

Das ist aber immer die Situation von Christen in muslimischen Gesellschaften.
Man muss immer die Gesamtsituation sehen. In Ägypten z.B. haben sich die Christen z.T. sehr stark angepasst (kein Schweinefleisch, kein Alkohol, strenge Sexualmoral), andererseits setzen Christen dort viel mehr auf Bildung als die muslimische Mehrheit. Was zur Folge hat, dass die Christen oftmals gebildeter sind und bessere Jobs haben - und somit mehr Wohlstand. Das ruft, besonders in sehr armen Gesellschaften, Neid und Hass hervor.
Und solcher Hass - resp. die daraus resultierende Gewalt - trifft im seltensten Fall die reichen Christen, sondern die armen, denen es nicht besser geht, als den armen muslimischen Schluckern.

Ganz so war es nicht, das fing natürlich schon mit der englischen Besatzung an, die möglichst Christen für die administrativen Posten eingesetzt haben, wie es halt so üblich war. Das war vorübergehend gut für die Kopten und auf Dauer gesehen schlecht.
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Re: Christophobie

Beitragvon Misterfritz » Mi 22. Mai 2019, 22:07

Es geht um Macht, nicht um Christen. Wenn das Hindus wären, wäre die Situation nicht anders.
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Re: Christophobie

Beitragvon jellobiafra » Mi 22. Mai 2019, 23:46

Misterfritz hat geschrieben:(22 May 2019, 22:07)

Es geht um Macht, nicht um Christen. Wenn das Hindus wären, wäre die Situation nicht anders.


Doch, denn dann gehörten die Berichte in den Strang Hindufeindlichkeit.

Um Macht geht es überhaupt nicht, weil die Christen in keinem der betreffenden Staaten überhaupt die Machtfrage stellen. Sie sind eine
religiöse Minderheit die von der muslimischen Mehrheit dezimiert, schikaniert und vertrieben wird.
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Re: Christophobie

Beitragvon jellobiafra » Do 23. Mai 2019, 00:12

Lt. Weltverfolgungsindes von Open Doors sind das die Länder mit der stärksten Christenverfolgung:

1 Nordkorea
2 Afghanistan
3 Somalia
4 Libyen
5 Pakistan
6 Sudan
7 Eritrea
8 Jemen
9 Iran
10 Indien

In welchem dieser Länder haben Christen überhaupt irgendeine Macht?
Wer kann sich in diesen Ländern überhaupt von Christen bedroht fühlen?
Christen werden genau da am meisten verfolgt, wo sie am wenigsten Macht haben.

Quelle:
https://www.opendoors.de/christenverfolgung/weltverfolgungsindex
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Re: Christophobie

Beitragvon Keoma » Do 23. Mai 2019, 09:46

Umetarek hat geschrieben:(22 May 2019, 22:04)

Ganz so war es nicht, das fing natürlich schon mit der englischen Besatzung an, die möglichst Christen für die administrativen Posten eingesetzt haben, wie es halt so üblich war. Das war vorübergehend gut für die Kopten und auf Dauer gesehen schlecht.

Hätte mich auch gewundert, wenn nicht auch daran die Kolonialmächte schuld wären.
Jeder hat das Grundrecht auf eine eigene Meinung. Aber nicht auf eigene Fakten.
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Re: Christophobie

Beitragvon Umetarek » Do 23. Mai 2019, 10:37

Keoma hat geschrieben:(23 May 2019, 09:46)

Hätte mich auch gewundert, wenn nicht auch daran die Kolonialmächte schuld wären.

Sie haben sich alle Mühe gegeben, was soll man sagen:
Obwohl in gewisser Weise um Ausgleich zwischen den Religionen be-
müht, griffen die Engländer zur Festigung ihrer schwachen Position doch
immer wieder auf die Kopten zurück. Fast schon symbolisch war es da, dass
der 1908 zum Premierminister ernannte Kopte Boutros Ghali, ein Anglo-
philer, 1910 von einem Nationalisten ermordet wurde. Boutros Ghali
(* 1846, gest. 20.2.1910) war Kind einer zur Oberschicht gehörenden kop-
tischen Familie. Schon sein Vater stand im Dienst des ägyptischen Herr-
schers, des Khediven Ismail Pascha. Nach Sprachstudien und einer An-
stellung bei der Handelskammer begann er über die Justiz eine politische
Laufbahn. Über Ministerämter erlangte er schließlich 1908 das Amt des
ägyptischen Ministerpräsidenten. Durch seine aktive Unterstützung der
britischen Besatzungspolitik geriet er immer stärker in Gegensatz zu natio-
nal gesinnten Kreisen. Insbesondere sein Verhalten bei der Verlängerung
der Konzession des Sueskanals für die Briten um 40 Jahre trug dazu bei,
ihn in breiten Kreisen der ägyptischen Bevölkerung unbeliebt zu machen.
Im Februar 1910 wurde er bei einem Anschlag von einem jungen Medi-
zinstudenten durch Schüsse aus einem Revolver getötet.
Die Briten ergriffen Maßnahmen, um der überproportionalen Präsenz
der Kopten im Finanz- und Steuerwesen sowie im Verwaltungsapparat
entgegenzuwirken. 1910 empfingen die Kopten immer noch 40 % der
Beamtengehälter Ägyptens. Zu dieser Zeit gehörte die Hälfte des gesam-
ten ägyptischen Vermögens Ausländern, die fast durchweg Christen, viele
auch orientalische Christen (Griechen und Armenier etwa) waren. Natür-
lich blieben die meisten Kopten Bauern und Handwerker, aber die hohe
Präsenz im öffentlichen Dienst zeigte doch, wohin sich die koptische Be-
völkerungsschicht bewegte. Beim großen Kongress der Kopten in Assiut
1911 forderten sie öffentlich einen ihnen gemäßen Anteil bei der Verwen-
dung der Staatseinnahmen und eine weitere Öffnung der öffentlichen Äm-
ter für sie sowie die Möglichkeit für Beamte und Schüler, am Sonntags-
gottesdienst teilzunehmen und dafür von Dienst und Schule freigestellt zu
werden. Der Erste Weltkrieg führte schließlich zur offiziellen Proklamation
des britischen Protektorats über Ägypten. Im Zuge einer Studentenrevolte
kam es dann zur Bildung einer ägyptischen Regierung, zu deren Leitung
sich der ehemalige Finanzminister bereit erklärte. Es war wieder ein Kopte.

https://rep.adw-goe.de/bitstream/handle ... sequence=1
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Re: Christophobie

Beitragvon Papaloooo » Do 23. Mai 2019, 15:08

Antonius hat geschrieben:(26 Apr 2019, 11:00)

Das war kein "Praxistest der christlichen Nächsten- und Feindesliebe",
vielmehr waren es immer wieder Verletzungen der Prinzipien der Christlichen Ethik der Gottes- und Nächstenliebe...

Im übrigen hast Du Recht mit der Verurteilung der Politik der Kreuzritter gegenüber dem Byzantinischen Reich, das ja mehr als ein Jahrtausend "Bollwerk gegen Araber und Seldschuken" war.
Auch hier sehen wir wieder die Verletzungen der Prinzipien der Christlichen Lehre.

Ich glaube das ist immer wieder das Problem:
Sobald man beginnt, unmenschliches Tun auf die nicht-Beachtung der christlichen Gesetze zu schieben, gibt man zugleich sich selbst, sowie anderen das Recht, unmenschliches Tun mit den christlichen Gesetzen zu begründen.

Genau das gleiche Problem haben wir auch im Islam.

Da gibt es die Imame die behaupten, im Koran steht die Nächstenliebe und die Anschläge seien nicht Korankonform.

Aber an anderer Stelle steht eben, dass man Ungläubige töten muss, und damit, da sie eben sagen man muss auf den Koran hören, geben sie anderen das Recht, Anschläge zu verüben.

In gleicher Weise wie Christen in den USA einen Abtreibungsarzt erschossen haben, mit der Begründung in der Bibel steht "wer zum Schwert greift kommt doch das Schwert um."

So kann man zusammenfassend sagen, unsere moralischen Werte sollten wir in der heutigen Zeit nicht mehr aus irgendwelchen heiligen Büchern entlehnen.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Christophobie

Beitragvon Misterfritz » Do 23. Mai 2019, 22:28

Umetarek hat geschrieben:(22 May 2019, 22:04)

Ganz so war es nicht, das fing natürlich schon mit der englischen Besatzung an, die möglichst Christen für die administrativen Posten eingesetzt haben, wie es halt so üblich war. Das war vorübergehend gut für die Kopten und auf Dauer gesehen schlecht.
Ich sprach nicht davon, wie es war. Lassen muslimische Ägypter ihre Töchter so lange zur Schule gehen, damit sie studieren können? Warum hat Ägypten eine so hohe Analphabetenrate?
Die liegt, wenn ich mich recht erinnere, bei 50%. Zu beachten ist, dass ca. 80% der Frauen nicht richtig lesen und schreiben können.
Christen haben in Ägypten überhaupt nur eine Chance, wirtschaftlich zu überleben, wenn sie gut gebildet sind - ungelernte haben sie dort nämlich in Massen.
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Re: Christophobie

Beitragvon Umetarek » Fr 24. Mai 2019, 07:05

Misterfritz hat geschrieben:(23 May 2019, 22:28)

Ich sprach nicht davon, wie es war. Lassen muslimische Ägypter ihre Töchter so lange zur Schule gehen, damit sie studieren können? Warum hat Ägypten eine so hohe Analphabetenrate?
Die liegt, wenn ich mich recht erinnere, bei 50%. Zu beachten ist, dass ca. 80% der Frauen nicht richtig lesen und schreiben können.
Christen haben in Ägypten überhaupt nur eine Chance, wirtschaftlich zu überleben, wenn sie gut gebildet sind - ungelernte haben sie dort nämlich in Massen.

Es gibt ein christliche Oberschicht, aber auf dem Land ist das nicht wesentlich anders als bei den Muslimen. Genauso wie es in Cairo eine gutgebildete muslimische Oberschicht mit Träumen von Demokratie gibt, wie beim arabischen Frühling deutlich zu sehen war. Gegen die ungebildete, in Traditionen verhaftete Unterschicht haben sie allerdings keinerlei Chance.

Was Zahlen angeht, habe ich Analphabeten allgemein über 15Jahre 39% gefunden und bei Frauen über 15Jahre 65% allerdings stammen die Daten von 2012.
In Wikipedia steht was von 25% bzw Frauen 33% in 2015.
Die Krux ist, dass die meisten in die Schule gehen, aber die Lehrer so schlecht bezahlt sind, dass sie nach der Schule Privatstundengeben, die man bezahlen muß. Dass heißt, viele bringen den Schülern in der Normalzeit einfach nichts bei, sie telefoniern oder lesen im Unterricht.

Es ist zum Kotzen, aber hier bin ich im falschen Thema.
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