Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

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Selina
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Selina »

PeterK hat geschrieben:(03 Feb 2021, 18:58)

Naja. Wenn Dir die Argumente ausgehen, verlierst Du schon mal die Contenance:

Aber das ist verzeihlich und es soll hier ja ums Thema gehen.

Also BTT: Ich denke, @Vongole hat es doch recht klar formuliert: Es geht darum, dass in Dänemark jetzt, genau wie bei uns, sexuelle Handlungen ohne beiderseitiges Einvernehmen als Vergewaltigung definiert werden.
Genau. Und das werten Frauenrechtlerinnen natürlich als Riesenfortschritt. Zu Recht.

Zitat:

Anna Błuś, Researcherin zu Frauenrechten bei Amnesty International, reagiert erfreut auf die Verabschiedung des Gesetzes durch das dänische Parlament:

«Es ist ein grosser Tag für alle Frauen in Dänemark. Endlich verschwindet in Dänemark die bisherige archaische und gefährliche Vergewaltigungsgesetzgebung in der Versenkung. Es ist ein wichtiger Beitrag zu einem Ende der Stigmatisierung von sexueller Gewalt und der notorischen Straflosigkeit bei Vergewaltigungen.

Mit dem neuen Gesetz ist ein entscheidender Schritt hin zu einem gesellschaftlichen Wandel getan. Jetzt geht es darum, eine Zustimmungskultur zu fördern und diese auch in Gerichten und Polizei zu verankern. Wir alle müssen die Vergewaltigungsmythen und Stereotypen in unseren Köpfen abschütteln. Und obwohl das neue Gesetz nicht ganz klar festhält, dass Passivität nicht als Zustimmung gewertet werden kann, ist es trotz dieser Schwäche ein grosser Fortschritt.

Der Erfolg heute kommt nicht von ungefähr. Es ist das Ergebnis jahrelanger Kampagnenarbeit von Betroffenen, die durch das Erzählen ihrer schmerzhaften Geschichten dazu beigetragen haben, dass andere Frauen nicht dasselbe durchmachen müssen. Dänemark ist erst das 12. Land in Europa, das nicht-einvernehmlichen Sex als Vergewaltigung anerkennt. Doch zum Glück sind andere Länder nun ebenfalls im Prozess, ihre Vergewaltigungsgesetzgebung anzupassen.»


https://www.amnesty.ch/de/laender/europ ... ewaltigung
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Senexx »

Bisher hat mir immer noch niemand erklären können, worin der Fortschritt besteht.
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von firlefanz11 »

BlueMonday hat geschrieben:(03 Feb 2021, 20:55)

Eine Erektion ist eine unwillkürliche Reaktion des Körpers auf einen sexuellen (oder auch nur mechanischen) Reiz. Man kann sie gegen einen Willen hervorrufen. Der Reiz ist das unmittelbar Gewollte, die Erektion als Reaktion mittelbar. Also ist das Ganze kein eindeutiges Zeichen für eine Zustimmung zum Sex.
Gleiches gilt übrigens für das feucht werden der Frau...
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Misterfritz »

Senexx hat geschrieben:(03 Feb 2021, 21:38)

Bisher hat mir immer noch niemand erklären können, worin der Fortschritt besteht.
Mir auch nicht.
Zumal es weder Vergewaltigungen verhindern wird, noch Verfolgung der Straftaten verbessert.
Die alten Probleme bleiben bestehen. Vergewaltigungsopfer MÜSSEN zwingend Anzeige erstatten, andere können es nicht. Und wenn sie das zum Grossteil nicht tun, nutzt es sehr wenig, wenn andere ihren Sex sich gegenseitig als eingewiiligt attestieren.

Ich befürchte viel eher, dass so eine Vorschrift das Verhältnis der Geschlechter untereinander noch schwieriger macht.
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Meruem »

Misterfritz hat geschrieben:(03 Feb 2021, 22:07)

Mir auch nicht.
Zumal es weder Vergewaltigungen verhindern wird, noch Verfolgung der Straftaten verbessert.
Die alten Probleme bleiben bestehen. Vergewaltigungsopfer MÜSSEN zwingend Anzeige erstatten, andere können es nicht. Und wenn sie das zum Grossteil nicht tun, nutzt es sehr wenig, wenn andere ihren Sex sich gegenseitig als eingewiiligt attestieren.

Ich befürchte viel eher, dass so eine Vorschrift das Verhältnis der Geschlechter untereinander noch schwieriger macht.
Naja es ist doch in dem Fall genauso wie bei der Debatte um ein generelles Sexkaufverbot da wird etwas als Fortschritt verkauft der bei genauerer Betrachtungen mehr strittige Fragen aufwirft als wie tatsächliche Probleme gelöst werden.
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Misterfritz »

Meruem hat geschrieben:(03 Feb 2021, 22:15)

Naja es ist doch in dem Fall genauso wie bei der Debatte um ein generelles Sexkaufverbot da wird etwas als Fortschritt verkauft der bei genauerer Betrachtungen mehr strittige Fragen aufwirft als wie tatsächliche Probleme gelöst werden.
Hier geht es ja nicht um Prostitution,
aber: Wo ein Markt ist (Käufer/Verkäufer) wird der bestehen bleiben - und wenn auch im Illegalen.
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Vongole »

Misterfritz hat geschrieben:(03 Feb 2021, 22:07)

Mir auch nicht.
Zumal es weder Vergewaltigungen verhindern wird, noch Verfolgung der Straftaten verbessert.
Die alten Probleme bleiben bestehen. Vergewaltigungsopfer MÜSSEN zwingend Anzeige erstatten, andere können es nicht. Und wenn sie das zum Grossteil nicht tun, nutzt es sehr wenig, wenn andere ihren Sex sich gegenseitig als eingewiiligt attestieren.

Ich befürchte viel eher, dass so eine Vorschrift das Verhältnis der Geschlechter untereinander noch schwieriger macht.
Der Vorteil besteht darin, dass eine Frau sich nicht erst zu Klump schlagen lassen muss, ehe ein Gericht auf Vergewaltigung erkennt.
Bisher ist nicht erkennbar, dass das ähnliche deutsche Gesetz das Verhältnis der Geschlechter untereinander schwieriger gemacht hat.

Edit: Vergewaltigung ist übrigens in Deutschland ein Offizialdelikt.
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Teeernte »

Senexx hat geschrieben:(03 Feb 2021, 21:38)

Bisher hat mir immer noch niemand erklären können, worin der Fortschritt besteht.
Einfache Klärung einer Vergewaltigung vor Gericht -...... hat "Sie" ja gesagt ?

(- das ist ähnlich eines Geschäftsabschluss - Du zahlst an der Kasse..... - hast Dir das Brötchen nicht einfach "eingesteckt" /umgelagert/zum essen geborgt/zum Helfen übern Zaun gehoben..)

Wenn Du was willst - musst Du vorher fragen - darf ich - >> mitnehmen/essen/einen Kaffee haben...

Nein - nicht die Olle besoffen machen - und über den Nippel ziehen. (Gilt nicht )
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Billie Holiday »

Teeernte hat geschrieben:(04 Feb 2021, 05:23)

Einfache Klärung einer Vergewaltigung vor Gericht -...... hat "Sie" ja gesagt ?

(- das ist ähnlich eines Geschäftsabschluss - Du zahlst an der Kasse..... - hast Dir das Brötchen nicht einfach "eingesteckt" /umgelagert/zum essen geborgt/zum Helfen übern Zaun gehoben..)

Wenn Du was willst - musst Du vorher fragen - darf ich - >> mitnehmen/essen/einen Kaffee haben...

Nein - nicht die Olle besoffen machen - und über den Nippel ziehen. (Gilt nicht )
Und wenn sie plötzlich nackig vor ihm steht, ohne explizit ja gesagt zu haben? :?:

Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine positive Willensäußerung in verbaler Form getätigt zu haben, bzw. im Amtsdeutsch korrekt und eindeutig gefragt worden zu sein. :s
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von PeterK »

Stoner hat geschrieben:(03 Feb 2021, 19:12)
In § 177 StGB steht nichts von "ohne beiderseitiges Einvernehmen", sondern es steht darin "gegen den erkennbaren Willen". Wer anderes liest, sollte sagen, wo bzw. eine andere Quelle angeben.
Deutschland hat dieses Übereinkommen https://rm.coe.int/1680462535 gezeichnet und Ende 2017 ratifiziert.

Daraus:
Artikel 36 - Sexuelle Gewalt, einschließlich Vergewaltigung

1 Die Vertragsparteien treffen die erforderlichen gesetzgeberischen oder sonstigen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass folgendes vorsätzliches Verhalten unter Strafe gestellt wird:

a) nicht einverständliches, sexuell bestimmtes vaginales, anales oder orales Eindringen in den Körper einer anderen Person mit einem Körperteil oder Gegenstand;
b) sonstige nicht einverständliche sexuell bestimmte Handlungen mit einer anderen Person;
c) Veranlassung einer Person zur Durchführung nicht einverständlicher sexuell bestimmter Handlungen mit einer dritten Person.

2 Das Einverständnis muss freiwillig als Ergebnis des freien Willens der Person, der im Zusammenhang der jeweiligen Begleitumstände beurteilt wird, erteilt werden.
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Senexx »

Teeernte hat geschrieben:(04 Feb 2021, 05:23)

Einfache Klärung einer Vergewaltigung vor Gericht -...... hat "Sie" ja gesagt ?

(- das ist ähnlich eines Geschäftsabschluss - Du zahlst an der Kasse..... - hast Dir das Brötchen nicht einfach "eingesteckt" /umgelagert/zum essen geborgt/zum Helfen übern Zaun gehoben..)

Wenn Du was willst - musst Du vorher fragen - darf ich - >> mitnehmen/essen/einen Kaffee haben...

Nein - nicht die Olle besoffen machen - und über den Nippel ziehen. (Gilt nicht )
Wenn der "Vergewaltiger" vor Gericht sagt: "Sie hat ja gesagt" und die "Vergewaltigte" behauptet: "Ich habe nicht ja gesagt", und dann?

Bisher konnte mir niemand erklären, worin der Fortschritt besteht.
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von PeterK »

Senexx hat geschrieben:(04 Feb 2021, 07:30)
Wenn der "Vergewaltiger" vor Gericht sagt: "Sie hat ja gesagt" und die "Vergewaltigte" behauptet: "Ich habe nicht ja gesagt", und dann?
Dann gilt laut StPO:
§ 261 Grundsatz der freien richterlichen Beweiswürdigung

Über das Ergebnis der Beweisaufnahme entscheidet das Gericht nach seiner freien, aus dem Inbegriff der Verhandlung geschöpften Überzeugung.
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Adam Smith »

Vongole hat geschrieben:(03 Feb 2021, 23:44)

Der Vorteil besteht darin, dass eine Frau sich nicht erst zu Klump schlagen lassen muss, ehe ein Gericht auf Vergewaltigung erkennt.
Bisher ist nicht erkennbar, dass das ähnliche deutsche Gesetz das Verhältnis der Geschlechter untereinander schwieriger gemacht hat.

Edit: Vergewaltigung ist übrigens in Deutschland ein Offizialdelikt.
Das ist übrigens im Moment auch nicht der Fall. Nur entscheiden die Richter fast immer gegen die Frau. Vor allem in Berlin.

https://www-rbb24-de.cdn.ampproject.org ... zesse.html
Das Institut für Rechtsmedizin in Essen hat rund 100 Ermittlungsverfahren zu Sexualdelikten ausgewertet. Eines der überraschendsten Ergebnisse: In 12 Prozent der untersuchten Fälle hatten die "Opfer" eine Sexualstraftat nur vorgetäuscht.
https://amp-focus-de.cdn.ampproject.org ... 09393.html

Wenn man sich Berlin mal ansieht, dann entscheiden die Richter genau andersherum.
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von H2O »

Adam Smith hat geschrieben:(04 Feb 2021, 08:31)

Das ist übrigens im Moment auch nicht der Fall. Nur entscheiden die Richter fast immer gegen die Frau. Vor allem in Berlin.

https://www-rbb24-de.cdn.ampproject.org ... zesse.html
Dieses Ungleichgewicht ist sicher äußerst unbefriedigend. Andererseits braucht ein Richter untrügliche Beweise oder wenigstens glaubhafte Zeugenaussagen, wenn er ein Urteil gegen einen mutmaßlichen Vergewaltiger verhängen soll. Oder wie würden Sie zu einem rechtskräftigen Urteil kommen, wenn ein Rest Unsicherheit besteht?

Bevor man einen Vorwurf auf die Reise schickt, muß man schon in jedem Einzelfall hinsehen, welche Beweislage verfügbar war. Dieser Übelstand hat höchstwahrscheinlich zu dem Lösungsvorschlag gemäß Überschrift geführt. Der ist aber leider genau so lebensfremd, wie der Aussage einer Verhandlungspartei vorbehaltlos zu vertrauen.
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Senexx »

Ich warte immer noch darauf, das mir mal jemand erklärt, welchen Fortschritt die Einführung der Frage: "Hat sie ja gesagt?" bringt.

Vermutlich muss ich bis zum St.Nimmerleinstag warten.

Aber immerhin hat die "Men are scum!" - Bewegung einen Sieg errungen. Das gönnen wir ihnen.
Zuletzt geändert von Senexx am Do 4. Feb 2021, 09:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Misterfritz »

Vongole hat geschrieben:(03 Feb 2021, 23:44)

Edit: Vergewaltigung ist übrigens in Deutschland ein Offizialdelikt.
Das nutzt nur nichts, wenn die Strafverfolgungsbehörden nichts davon erfahren.
Das Salz in der Suppe des Lebens ist nicht Selbstdisziplin, sondern kontrollierte Unvernunft ;)
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Eulenwoelfchen »

H2O hat geschrieben:(04 Feb 2021, 10:42)
...Ein Richter muß ja ein verdammt gutes Vorstellungsvermögen haben, wenn der da Klarheit schaffen will.
Nein, der hält sich - genauso wie der BGH - an reale Fälle. Wie zum Beispiel dem sehr eingegrenzten Anwendungsfall der Sittenwidrigkeit im Strafrecht. Die Sittenwidrigkeit in anderen Rechtsbereichen wie dem BGB oder Verwaltungsrecht ist davon sehr zu unterscheiden.

Daß sich nach gängiger Rechtsauffassung und gesamtgesellschaftlicher Enttabuisierung besonders auch in Hinblick auf sadomasochistische Praktiken auch das Strafrecht insofern den "modern times" anpasste, das Strafrecht kein Mittel sei, das mündige Bürger/innen moralisch bevormunde, geht man eher nach dem Grundsatz der Rechtsgüterabwägung vor, wenn ich das richtig deute. Nicht die Frage von "Sitte und Anstand, so wie diese der allgemeinen gesellschaftlichen Auffassung zugrundegelegt wird", ist entscheidend, sondern ob ein Rechtsgut, z.B. Todesbedrohung, berührt sein könnte oder wird.

Beispielsweise, wenn "sie" von "ihm" bei einer sadomaso-Praktik mit ausdrücklichem, von mir aus auch vorherigem, schriftlich gegebenem Einverständnis verlangt, "sie" zu ihrer erhöhten Lustgewinnung während des Penetrationsaktes am Hals kräftig zu würgen, bis sie kaum noch Luft bekommt. Er würde trotz gewaltsamer Handlung in jedem Fall straffrei bleiben.

Selbst wenn die Dame im Nachhinein behaupten würde, für Würgen bis kurz vor dem Abnippeln hätte sie ihr Einverständnis nicht gegeben.

Da die Dame eine Anzeige aber gar nicht vorhatte, sondern im Gegenteil, beim nächsten Mal sogar darum bat, diesesmal statt mit den Händen, mit einem Eisenrohr -quer am Hals- gewürgt zu werden, und "er" seiner Lustsklavin diesen Wunsch auch erfüllen wollte, kam es zu tragischen Folgen.

Weil sich offenbar hier im Zustand gegenseitiger Erregung die Würgekraft mit dem Eisentrumm nicht mehr so gut steuern ließ und beim Würgen auch andere Verletzungen erfolgten, nicht nur zu knappe Luft. Also ein bedauerlicher, beidseitig ungewollter, Tod von ihr beim Sex zustande kam.

In diesem Fall nützt dem Mann seine nachweisbare schriftliche Einverständniserklärung von "ihr" nicht sehr viel. Er kann wegen fahrlässiger Körperverletzung bzw. sogar Körperverletzung mit Todesfolge belangt werden. Es wird hier darauf abgestellt, dass ein erwachsener Mann um die Todesgefahr einer Eisenstange zum Würgen wissen könne bzw. müsse und er sich damit der Körperverletzung schuldig macht, weil er damit gegen das sehr hohe Rechtsgut "Gesundheit an Leib und Leben" verstößt bzw. "eine drohende Todesgefahr" missachtete.

Achja, die Juristen...

Nicht gerade appetitlich, aber ein realer Fall, der unter anderem in der juristischen Ausbildung -bei Sittenwidrigkeit im Strafrecht - genauso als Fallbeispiel angeführt wird.

Einverständnisse hin oder her.
Zuletzt geändert von Eulenwoelfchen am Do 4. Feb 2021, 11:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Selina
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Selina »

Vongole hat geschrieben:(03 Feb 2021, 23:44)

Der Vorteil besteht darin, dass eine Frau sich nicht erst zu Klump schlagen lassen muss, ehe ein Gericht auf Vergewaltigung erkennt.
Bisher ist nicht erkennbar, dass das ähnliche deutsche Gesetz das Verhältnis der Geschlechter untereinander schwieriger gemacht hat.

Edit: Vergewaltigung ist übrigens in Deutschland ein Offizialdelikt.
Genau. Ich frag mich, was daran nicht zu verstehen ist. Und du hast auch recht mit deiner Bemerkung weiter oben: Das ganze Lächerlichmachen und Bagatellisieren dieser Problematik, wie man es hier im Thread sehr gut sehen kann, ist unter aller Würde und zeigt deutlich, warum man die Dänen nur beglückwünschen kann zur Gesetzes-Neuerung.
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von PeterK »

Selina hat geschrieben:(04 Feb 2021, 13:31)
Das ganze Lächerlichmachen und Bagatellisieren dieser Problematik, wie man es hier im Thread sehr gut sehen kann, ist unter aller Würde und zeigt deutlich, warum man die Dänen nur beglückwünschen kann zur Gesetzes-Neuerung.
So schlimm war es IMO nicht und die Frage, was sich denn nun genau geändert hat, ist vermutlich berechtigt. Übel oder zumindest fragwürdig fand ich allerdings sowas:
Skeptiker hat geschrieben:(29 Jan 2021, 21:10)
Wird es Frauen helfen Männer ultimativ zu diffamieren (und sie dadurch pauschal erpressbar zu machen)?
Das ist tatsächlich - wie jemand oben erwähnte - auf "BILD"-Niveau.
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Senexx »

Selina hat geschrieben:(04 Feb 2021, 13:31)

Genau. Ich frag mich, was daran nicht zu verstehen ist.
Genau das frage ich die ganze Zeit: Was verbessert sich durch diese neue dänische Gesetz für eine (vergewaltigte) Frau?
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von oga »

Da schwebt mir eine Lösung vor: wenn man sich auf Oralsex beschränkt, kann doch niemand eine Nötigung oder Vergewaltigung vermuten, oder? :?:
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von H2O »

Selina hat geschrieben:(04 Feb 2021, 13:31)

Genau. Ich frag mich, was daran nicht zu verstehen ist. Und du hast auch recht mit deiner Bemerkung weiter oben: Das ganze Lächerlichmachen dieser Problematik, wie man es hier im Thread sehr gut sehen kann, ist unter aller Würde und zeigt deutlich, warum man die Dänen nur beglückwünschen kann zur Gesetzes-Neuerung.
Dann und nur dann, wenn ich überzeugt bin, daß ich die schreckliche Wahrheit heraus gefunden habe, würde ich dazu einen Schuldspruch fällen und ein Urteil verhängen. Da kann das Gesetz formuliert sein wie es will.
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von BlueMonday »

Senexx hat geschrieben:(04 Feb 2021, 09:22)

Ich warte immer noch darauf, das mir mal jemand erklärt, welchen Fortschritt die Einführung der Frage: "Hat sie ja gesagt?" bringt.

Vermutlich muss ich bis zum St.Nimmerleinstag warten.

Aber immerhin hat die "Men are scum!" - Bewegung einen Sieg errungen. Das gönnen wir ihnen.
Der" Fortschritt" bei so einem Gesetz bestünde halt darin, dass sich die Zahl der Fälle, die unter Vergewaltigung fallen, vergrößert.
So ein Fall wäre dann bspw. Vergewaltigung: https://www.lawblog.de/archives/2012/09 ... reispruch/

Zum anderen würde durch so ein Gesetz Vergewaltigung von der antiquierten Vorstellung befreit, dass nur ein Mann zur Vergewaltigung überhaupt in der Lage wäre, weil Frauen ja nicht "penetrieren" können. Das Gewicht verschiebt sich auf den Aspekt der Zustimmung/Einwilligung beider Seiten. Das haben manche auch hier immer noch nicht auf dem Schirm, dass man nun auch die Zustimmung des Mannes haben muss und nicht einfach so voraussetzen kann. Da hat die "Gleichstellungsbewegung" wohl noch etwas Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit vor sich.
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Meruem »

BlueMonday hat geschrieben:(04 Feb 2021, 14:44)

Der" Fortschritt" bei so einem Gesetz bestünde halt darin, dass sich die Zahl der Fälle, die unter Vergewaltigung fallen, vergrößert.
So ein Fall wäre dann bspw. Vergewaltigung: https://www.lawblog.de/archives/2012/09 ... reispruch/

Zum anderen würde durch so ein Gesetz Vergewaltigung von der antiquierten Vorstellung befreit, dass nur ein Mann zur Vergewaltigung überhaupt in der Lage wäre, weil Frauen ja nicht "penetrieren" können. Das Gewicht verschiebt sich auf den Aspekt der Zustimmung/Einwilligung beider Seiten. Das haben manche auch hier immer noch nicht auf dem Schirm, dass man nun auch die Zustimmung des Mannes haben muss und nicht einfach so voraussetzen kann. Da hat die "Gleichstellungsbewegung" wohl noch etwas Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit vor sich.
Der letzte Abschnitt bringt dass ganze Problem bei einer Verschärfung wie Dänemark sehr gut auf den Punkt Vergewaltigung ist dass nur noch eine nachträgliche Bewertungssache der Frau ( um den Mann dann eins rein zu würgen) so wie in Dänemark wird es in anderen Ländern nicht kommen.
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Vongole »

BlueMonday hat geschrieben:(04 Feb 2021, 14:44)

Der" Fortschritt" bei so einem Gesetz bestünde halt darin, dass sich die Zahl der Fälle, die unter Vergewaltigung fallen, vergrößert.
So ein Fall wäre dann bspw. Vergewaltigung: https://www.lawblog.de/archives/2012/09 ... reispruch/
(..)
Der Vorteil bestünde nicht, er besteht bereits nach deutschem Recht. Ein derartiges Drecksurteil, das auch mal eben nonchalant den §182 StgB ignoriert, dürfte heute nicht mehr gefällt werden.

Für die, die sich ernsthaft dafür interesssieren, warum in DE 2016 der § 177 StGb geändert wurde, ein Schritt, den auch die dänische Regierung nun vollzog, verlinke ich hier eine Erläuterung aus der ZIS:
http://www.zis-online.com/dat/artikel/2017_3_1094.pdf
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Senexx »

BlueMonday hat geschrieben:(04 Feb 2021, 14:44)

Der" Fortschritt" bei so einem Gesetz bestünde halt darin, dass sich die Zahl der Fälle, die unter Vergewaltigung fallen, vergrößert.
Was fällt dann unter Vergewaltigung, was es vorher noch nicht war?
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Teeernte »

Meruem hat geschrieben:(04 Feb 2021, 15:29)

Der letzte Abschnitt bringt dass ganze Problem bei einer Verschärfung wie Dänemark sehr gut auf den Punkt Vergewaltigung ist dass nur noch eine nachträgliche Bewertungssache der Frau ( um den Mann dann eins rein zu würgen) so wie in Dänemark wird es in anderen Ländern nicht kommen.
Wir gehen mal von "ES" ist "begattet" worden ....

("Es" - etwas nicht >> Zustimmungsfähiges...Lebendes .... Schutzbedürftiges...)

Ohne jegliche Kommunikation. (Koma/Hirntod/Chemikalien/zu Jung/zu alt/Gehirnschhrittmacher aus/Misslichhe Lage/Stumm/Dicke Zunge...)

Wer da draufklettert ist SCHULD ! PUNKT.
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Teeernte »

Senexx hat geschrieben:(04 Feb 2021, 16:13)

Was fällt dann unter Vergewaltigung, was es vorher noch nicht war?
Einige "Ausreden" fallen weg. (Zustimmung einholen) >>Kommunikation.
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von BlueMonday »

Senexx hat geschrieben:(04 Feb 2021, 16:13)

Was fällt dann unter Vergewaltigung, was es vorher noch nicht war?
Aus dem eingangs verlinkten Beitrag:
"Bislang wurde nur als Vergewaltigung definiert, wenn der Täter, Gewalt angewandt beziehungsweise damit gedroht hat oder wenn sich das Opfer in einem Zustand befunden hat, in dem es sich der Tat nicht widersetzen konnte. Das neue Gesetz tritt zum 1. Januar 2021 in Kraft.

«Es ist ein bahnbrechender Tag für die Gleichstellung der Geschlechter in Dänemark», sagte Justizminister Nick Hækkerup laut einer Mitteilung. «Jetzt wird klar, dass es Vergewaltigung ist, wenn nicht beide Parteien dem Sex zustimmen.» "
Also: Sexualverkehr, der ohne Gewalt, Gewaltdrohung, aussichtloser Lage und nun ohne beiderseitiger Zustimmung stattfindet, gilt zusätzlich als Vergewaltigung.
Beispiele wurden schon versucht hier zu skizzieren.
Erschwerend kommt hinzu, dass hier im Thread zwischen der rechtlichen Lage in Dänemark, Schweden, Deutschland gesprungen wird.
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Senexx »

Tja, wie stelle ich mir das vor: Das Opfer sagt nein und der Täter vollzieht den Akt mit ihm. Und gilt dann als gewaltlos?

Das war die Rechtslage in Dänemark?

In meiner Vorstellung ist das Gewalt.
Senexx

Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Senexx »

Und das war in Dänemark bisher straffrei?
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McKnee
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von McKnee »

Ich finde, es ist eine gute Sache. Neben der Frau wird auch der Mann geschützt. Nämlich vor falscher Verdächtigung bzw. dem Vortäuschen einer Straftat.
So haben beide etwas davon.

Und jetzt kommen wir doch mal in der Realität an. Tatbestandlich muss klarer zwischen der sex. Nötigung und der Vergewaltigung zu Gunsten der Vergewaltigung differenziert werden.

Danach muss klar die Form der Zustimmung definiert werden, einer Definition der Ablehnung bedarf es dann ja nicht mehr.

Und am Ende werden wir feststellen, dass alles wenig geholfen hat, denn das Problem liegt eher im Dunkelfeld, bei den Frauen, die auch mit der Gesetzesänderung nicht Mut und Kraft finden werden, sich gegen ihre Peiniger zu stellen.

Aber wem sag ich das? Hauptsache wir klopfen uns gegenseitig auf die Schulter, wo wir alle so viel Gutes für die geschädigten Frauen geleistet haben. Hauptsache, es sind dann alle da, wenn sie als Zeuge gebraucht werden.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

Es ist mir egal, ob es ein Albert-Einstein-Zitat ist ...

.....er wusste es :D
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Vongole
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Vongole »

Senexx hat geschrieben:(04 Feb 2021, 18:04)

Tja, wie stelle ich mir das vor: Das Opfer sagt nein und der Täter vollzieht den Akt mit ihm. Und gilt dann als gewaltlos?

Das war die Rechtslage in Dänemark?

In meiner Vorstellung ist das Gewalt.
Ja, zu beidem.
Am Yisrael Chai

"It's God's job to judge the terrorists, it's our duty to arrange that meeting." (IDF)
Senexx

Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Senexx »

Tja, wenn Sie das sagen. Dann wäre Dänemark ja bis dato ein ziemlich rückständiges Land gewesen. Und das kann ich mir nur schwer vorstellen.
Adam Smith
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Adam Smith »

Vongole hat geschrieben:(04 Feb 2021, 18:49)

Ja, zu beidem.
In Deutschland ist es übrigens definitiv im Moment anders. Das Problem ist, dass in 90% der Fälle Richter in Berlin gegen die Frau entscheiden. Eigentlich dürfte müsste die Quote 10% betragen.
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
Skeptiker

Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Skeptiker »

Adam Smith hat geschrieben:(04 Feb 2021, 19:01)
In Deutschland ist es übrigens definitiv im Moment anders. Das Problem ist, dass in 90% der Fälle Richter in Berlin gegen die Frau entscheiden. Eigentlich dürfte müsste die Quote 10% betragen.
Wieso?
Adam Smith
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Adam Smith »

Skeptiker hat geschrieben:(04 Feb 2021, 19:07)

Wieso?
Weil überprüft worden ist bei wie vielen Fällen Frauen lügen.

https://amp-focus-de.cdn.ampproject.org ... 09393.html
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
Senexx

Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Senexx »

Adam Smith hat geschrieben:(04 Feb 2021, 19:10)

Weil überprüft worden ist bei wie vielen Fällen Frauen lügen.

https://amp-focus-de.cdn.ampproject.org ... 09393.html
Diese Behauptung können Sie mit der Essener Studie keinesfalls belegen.
Skeptiker

Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Skeptiker »

Adam Smith hat geschrieben:(04 Feb 2021, 19:10)
Weil überprüft worden ist bei wie vielen Fällen Frauen lügen.

https://amp-focus-de.cdn.ampproject.org ... 09393.html
Es gibt unterschiedliche Aussagen dazu, wie hoch die Quote der falschen Beschuldigungen ist. Die Zahlen die ich hier schon genannt hatte stammten auch von der Polizei, und waren sogar deutlich höher.

Letztendlich sind es aber die Gerichte, die einen Angeklagten überführen oder eben nicht. Wenn 90% freigesprochen werden, dann kann man nicht einfach sagen "es dürften aber nur 10% sein", es sei dann man hat sichere Informationen, dass die 90% tatsächlich schuldig sind. Alles andere ist Spekulation über die Quote der Falschbeschuldigungen.

Alles was wir wissen ist, dass die allermeisten Verfahren eingestellt werden, und dabei auch viele falsche Verdächtigungen aufgedeckt werden. Es werden sowohl echte Vergewaltigungen wohl auch nicht verurteilt, wie auch falsche Anschuldigungen nicht aufgedeckt werden. Letztere dürften meist nicht verurteilt werden, manche aber wohl doch. Am Ende ist es als Außenstehender Kaffeesatzleserei, wieviel mehr Vergewaltiger es gibt, außer denen die offiziell verurteilt wurden.
Skeptiker

Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Skeptiker »

Senexx hat geschrieben:(04 Feb 2021, 16:13)
Was fällt dann unter Vergewaltigung, was es vorher noch nicht war?
In Schweden wurde dafür der Tatbestand einer Art fahrlässigen Vergewaltigung neu eingeführt.

Ich hatte ja einen Fall geschildert, in dem die Frau sich mit dem Mann in Unterwäsche auf einem Bett befunden hat. Er fing dann wohl mit sexuellen Handlungen an, ohne dass sie Widersprach. Als er dann selber feststellt, dass sie nicht mehr wollte, hat er aufgehört.

Ergebnis: Er ist ein Vergewaltiger.

Sorry, das ist nicht das was ich unter Vergewaltigung verstehe. Es hat in meinen Augen einen Grund, warum in dem Begriff das Wort "Gewalt" vorkommt. In den Artikeln zum Thema ist daher auch immer wieder die Rede davon, dass die Beschuldigten wenig Einsicht darin haben etwas falsch gemacht zu haben. Ich kann das nachvollziehen. In meinen Augen wird da der Tatbestand überdehnt.

Ich denke eine derartige Gesetzgebung erzeugt eher eine übertriebene Vorsicht beim Umgang mit dem Thema Sex. Es muss also eine ganze Gesellschaft darunter Leiden, dass einzelne Männer vergewaltigen und einzelne Frauen ein Problem damit haben klare Signale zu geben. Zu einer Entspannung des Verhältnisses der Geschlechter zueinander, wird das jedenfalls sicher nicht führen.
Zuletzt geändert von Skeptiker am Do 4. Feb 2021, 20:44, insgesamt 1-mal geändert.
PeterK
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von PeterK »

Skeptiker hat geschrieben:(04 Feb 2021, 20:28)

In Schweden wurde dafür der Tatbestand einer Art fahrlässigen Vergewaltigung neu eingeführt.

Ich hatte ja einen Fall geschildert, in dem die Frau sich mit dem Mann in Unterwäsche auf einem Bett befunden hat. Er fing dann wohl mit sexuellen Handlungen an, ohne dass die Widersprach. Als er dann selber feststellt, dass sie nicht mehr wollte, hat er aufgehört.

Ergebnis: Er ist ein Vergewaltiger..
Könntest Du dazu vielleicht nochmals den einen oder anderen Link posten (falls ich derlei überlesen habe)?
Zu einer Entspannung des Verhältnisses der Geschlechter zueinander, wird das jedenfalls sicher nicht führen.
Das wird sicherlich unterschiedlich gesehen. Ich betrachte das "Verhältnis der Geschlechter zueinander" insgesamt eher als entspannt.
Zuletzt geändert von PeterK am Do 4. Feb 2021, 21:00, insgesamt 1-mal geändert.
Eulenwoelfchen

Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Eulenwoelfchen »

Letztlich ging die Diskussion hier im Thread eher darum , dass es in Deutschland nicht ähnliche
strafrechtliche Verhältnisse bei Sexualdelikten geben dürfe. Weil sonst Mann auch in D
den massenhaft zu erwartenden Falschbeschuldigungen wg. Vergewaltigung ausgeliefert sei.
usw. ...

Insofern ist der Thread hilfreich, auch wenn der Threadersteller vor einer "dänischen/schwedischen Gefahr" für deutsche Männer warnte, ohne offensichtlich zu wissen, dass eher umgekeehrt ein Schuh draus würde. Siehe die Reform des Sexualstrafrechts 2016 in D.

Der PDF-Link von vongole, verfasst von einem wissenschaftlichen Mitarbeiter für Strafrecht, beschreibt und erklärt die geändert Strafrechtslage des Sexualstrafrechts in D auch hinsichtlich der Vergewaltigung, und wann diese vorliegt bzw. anklagbar ist

Ebenso den Oberbegriff des sexuellen Übergriffs, der diesen Straftaten übergeordnet voransteht. Im Grunde die alte Rechtsdogmtik der Nötigung als Grundtatbestand ablöst und insofern einen Paradigmenwechsel darstellt.

Eine Strafrechtsreform, die im übrigen nunmehr auch das Rechtsgut der sexuellen
Selbstbestimmung unter einen umfassenden Schutz stellt, der im Vergleich das Rechtsgut "Eigentum" schon immer - ohne Einschränkungen - schützte.

Ein Räuber/Dieb begeht nämlich immer eine Straftat, wenn er fremdes Eigentum an sich reißt. Und es spielt auch keine Rolle, ob der beklaute/beraubte Eigentümer, vor oder während des Diebstahls/Raubs "Nein" sagte oder sogar "Ja", z.B. aus Angst, der Dieb könne ihm gegenüber gewalttätig werden.

Im Falle einer nachgewiesenen strafbaren Handlung wie -Raub oder Diebstahl - wird er als überführter Tater vom Gericht auch verurteilt und sanktioniert werden.

Niemand würde hier auf die Idee kommen, einen Räuber straffrei mit Freispruch aus dem Gerichtssaal zu entlassen, weil der Räuber keine Gewalt oder Drohung vor seiner Tat ausstieß oder ihm dieses nicht nachzuweisen war. Und der Raub damit - strafrechtlich - kein Raub mehr war.

Das hat nun auch Dänemark erfreulicherweise geändert.
Senexx

Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Senexx »

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(04 Feb 2021, 20:47)

Letztlich ging die Diskussion hier im Thread eher darum , dass es in Deutschland nicht ähnliche
strafrechtliche Verhältnisse bei Sexualdelikten geben dürfe. Weil sonst Mann auch in D
den massenhaft zu erwartenden Falschbeschuldigungen wg. Vergewaltigung ausgeliefert sei.
usw. ...

Insofern ist der Thread hilfreich, auch wenn der Threadersteller vor einer "dänischen/schwedischen Gefahr" für deutsche Männer warnte, ohne offensichtlich zu wissen, dass eher umgekeehrt ein Schuh draus würde. Siehe die Reform des Sexualstrafrechts 2016 in D.

Der PDF-Link von vongole, verfasst von einem wissenschaftlichen Mitarbeiter für Strafrecht, beschreibt und erklärt die geändert Strafrechtslage des Sexualstrafrechts in D auch hinsichtlich der Vergewaltigung, und wann diese vorliegt bzw. anklagbar ist

Ebenso den Oberbegriff des sexuellen Übergriffs, der diesen Straftaten übergeordnet voransteht. Im Grunde die alte Rechtsdogmtik der Nötigung als Grundtatbestand ablöst und insofern einen Paradigmenwechsel darstellt.

Eine Strafrechtsreform, die im übrigen nunmehr auch das Rechtsgut der sexuellen
Selbstbestimmung unter einen umfassenden Schutz stellt, der im Vergleich das Rechtsgut "Eigentum" schon immer - ohne Einschränkungen - schützte.

Ein Räuber/Dieb begeht nämlich immer eine Straftat, wenn er fremdes Eigentum an sich reißt. Und es spielt auch keine Rolle, ob der beklaute/beraubte Eigentümer, vor oder während des Diebstahls/Raubs "Nein" sagte oder sogar "Ja", z.B. aus Angst, der Dieb könne ihm gegenüber gewalttätig werden.

Im Falle einer nachgewiesenen strafbaren Handlung wie -Raub oder Diebstahl - wird er als überführter Tater vom Gericht auch verurteilt und sanktioniert werden.

Niemand würde hier auf die Idee kommen, einen Räuber straffrei mit Freispruch aus dem Gerichtssaal zu entlassen, weil der Räuber keine Gewalt oder Drohung vor seiner Tat ausstieß oder ihm dieses nicht nachzuweisen war. Und der Raub damit - strafrechtlich - kein Raub mehr war.

Das hat nun auch Dänemark erfreulicherweise geändert.
Absurder Vergleich.

Eine Frau ist keine Sache.
Eulenwoelfchen

Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Eulenwoelfchen »

Skeptiker hat geschrieben:(04 Feb 2021, 20:28)
...dass einzelne Männer vergewaltigen und einzelne Frauen ein Problem damit haben klare Signale zu geben. ...
Sie kapieren es offenbar immer noch nicht, neben eine evidenten Unkunde der tatsächlichen Realität, die auch bei uns als faktische, weil nicht so selten fallvorgekommene Realität der Strafrechtspraxis Fakt ist.
Und der Gesetzgeber genau dieser Passivität oder im Moment der Tat nicht zu erbringenden, klaren Ablehnung endlich Rechnung trug.
Sprich Frauen überrascht, perplex oder wie man ländläufig sagen würde mindestens sprachlos waren, kein Wort herausbrachten oder auch aus Angst vor Gewalttätigkeit passiv und wortlos etwas erduldeten.

Der Aspekt des sexuellen Übergriffs, wie er auch dem geänderten, deutschen, Sexualstrafrecht übergeordnet vom Gesetzgeber vorangestellt wurde, greift hier wohl auch in Schweden gleichlautend:

Das sexuelle Selbstbestimmungsrecht wurde verletzt und damit ist auch der Straftatbestand der Vergewaltigung korrekt.

Gewalt ist ja nicht nur auf physische Gewalt beschränkt. Auch abgebrochene sexuelle Übergriffe können Gewaltausübung in Form von psychischer Gewalt/Traumatisierung darstellen.

Das "die soll sich nicht so (mimosenhaft) anstellen", das sei Ihnen vorauseilend gesagt, werde ich allerdings nicht mit Ihnen diskutieren. Jeder Fall und jede Frau ist nämlich höchst individuell und persönlich unterschiedlich. Zumindest nicht so gestrickt, wie es jemand wie Sie "verlangt" oder "erwarten darf". Damit hier nichts überdehnt wird... :rolleyes:

Lesen Sie einfach den PDF-Link von vongole.
Eulenwoelfchen

Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Eulenwoelfchen »

Senexx hat geschrieben:(04 Feb 2021, 20:50)

Absurder Vergleich.

Eine Frau ist keine Sache.
Lesen Sie doch erstmal nach, was Strafrechtsexperten dazu sagen, bevor Sie hier unkundig wie ein Sack Reis am Thema vorbeiinsistieren.

Kleiner Tipp für Sie:
Es geht um die Rechtsgüter "Eigentum" und "sexuelle Selbstbestimmung". Bin ja nicht "so". Gell.
DerExperte
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von DerExperte »

Skeptiker hat geschrieben:(04 Feb 2021, 20:28)

In Schweden wurde dafür der Tatbestand einer Art fahrlässigen Vergewaltigung neu eingeführt.

Ich hatte ja einen Fall geschildert, in dem die Frau sich mit dem Mann in Unterwäsche auf einem Bett befunden hat. Er fing dann wohl mit sexuellen Handlungen an, ohne dass sie Widersprach. Als er dann selber feststellt, dass sie nicht mehr wollte, hat er aufgehört.

Ergebnis: Er ist ein Vergewaltiger.

Sorry, das ist nicht das was ich unter Vergewaltigung verstehe. Es hat in meinen Augen einen Grund, warum in dem Begriff das Wort "Gewalt" vorkommt. In den Artikeln zum Thema ist daher auch immer wieder die Rede davon, dass die Beschuldigten wenig Einsicht darin haben etwas falsch gemacht zu haben. Ich kann das nachvollziehen. In meinen Augen wird da der Tatbestand überdehnt.

Ich denke eine derartige Gesetzgebung erzeugt eher eine übertriebene Vorsicht beim Umgang mit dem Thema Sex. Es muss also eine ganze Gesellschaft darunter Leiden, dass einzelne Männer vergewaltigen und einzelne Frauen ein Problem damit haben klare Signale zu geben. Zu einer Entspannung des Verhältnisses der Geschlechter zueinander, wird das jedenfalls sicher nicht führen.
Zustimmung! Es ist schon fraglich, welcher Sorgfaltsmaßstab hier gelten soll - welche "im Verkehr erforderliche Sorgfalt" (wie passend...) ist hier vom Täter bitte zu beobachten?
Eulenwoelfchen hat geschrieben:(04 Feb 2021, 20:47)
Eine Strafrechtsreform, die im übrigen nunmehr auch das Rechtsgut der sexuellen
Selbstbestimmung unter einen umfassenden Schutz stellt, der im Vergleich das Rechtsgut "Eigentum" schon immer - ohne Einschränkungen - schützte.
Bitte mal § 248b und § 248c StGB lesen und nochmal die Aussage überdenken, der Gesetzgeber habe "schon immer das Eigentum ohne Einschränkungen" geschützt.
Eulenwoelfchen hat geschrieben:(04 Feb 2021, 20:47)
Niemand würde hier auf die Idee kommen, einen Räuber straffrei mit Freispruch aus dem Gerichtssaal zu entlassen, weil der Räuber keine Gewalt oder Drohung vor seiner Tat ausstieß oder ihm dieses nicht nachzuweisen war. Und der Raub damit - strafrechtlich - kein Raub mehr war.
Doch, Raub setzt Gewalt oder Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben (ein empfindliches Übel reicht nicht aus!) voraus, und die muss belegt werden. Wenn dies nicht nachgewiesen werden kann, sind wir vielleicht (nicht zwingend) immer noch in einem Diebstahl oder ggf. Unterschlagung, aber wegen Raubes erfolgt ein Freispruch. Im Rahmen der Wahlfeststellung kann es u.U. sogar zum Fall kommen, dass obwohl klar ist, dass der Angeklagte eine Tat begangen hat, ein Freispruch erfolgt. Das Vorliegen jedes einzelnen Tatbestandsmerkmals ist zu beweisen.
Mal abgesehen davon ist der Vergleich unsinnig. Wenn man kritisiert, dass der Räuber dann eben als Dieb verurteilt wird, muss man den Fall auch für die Vergewaltigung richtig bilden. Wenn die Voraussetzungen von § 177 Abs. 6 Nr. 1 StGB nicht vorliegen, dann wird, wenn ein entgegenstehender Wille festgestellt wird, eben nach § 177 Abs. 1 StGB verurteilt. Das Problem der Beweisbarkeit bei Sexualdelikten liegt im Umstand, dass die Beweisbarkeit schwierig ist, auch für den Grundtatbestand § 177 Abs. 1 StGB. Bei den Eigentums- und Vermögensdelikten gibt's hingegen immer irgendeinen Gegenstand oder ein sonstiges Ereignis außerhalb der Beteiligten, das objektiv als Beweis taugt, etwa Urkunden oder das Diebes-/Raubgut.

Im Übrigen ist der Vergleich von Eigentums- und Vermögensdelikten mit Willensbeugungsdelikten abstrus.
Senexx

Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Senexx »

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(04 Feb 2021, 21:15)

Lesen Sie doch erstmal nach, was Strafrechtsexperten dazu sagen, bevor Sie hier unkundig wie ein Sack Reis am Thema vorbeiinsistieren.

Kleiner Tipp für Sie:
Es geht um die Rechtsgüter "Eigentum" und "sexuelle Selbstbestimmung". Bin ja nicht "so". Gell.
Bei Frau geht es auch nicht um Eigentum.

Aber spammen sie ruhig weiter den Thread voll.
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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Vongole »

Skeptiker hat geschrieben:(04 Feb 2021, 20:28)
(..)

Ich denke eine derartige Gesetzgebung erzeugt eher eine übertriebene Vorsicht beim Umgang mit dem Thema Sex. Es muss also eine ganze Gesellschaft darunter Leiden, dass einzelne Männer vergewaltigen und einzelne Frauen ein Problem damit haben klare Signale zu geben. Zu einer Entspannung des Verhältnisses der Geschlechter zueinander, wird das jedenfalls sicher nicht führen.
Gut, ich werde meine Enkelin darüber aufklären, dass das Gros der Männer ziemlich merkbefreit ist, was sie in ihrer männlichen Umgebung bisher nicht feststellen konnte.
Mein Tipp an sie: Mädel, nicht nein sagen, tritt ihm gleich in die Familienplanung, dass dürfte jeder Mann als eindeutiges Signal bewerten!
Am Yisrael Chai

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Re: Ist Sex ohne Zustimmungsnachweis eine Vergewaltigung? Nutzen, Folgen und Ausblicke.

Beitrag von Senexx »

Vongole hat geschrieben:(04 Feb 2021, 21:56)

das Gros der Männer ziemlich merkbefreit ist,
Hetze.
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