Kampf gegen Links

Moderator: Moderatoren Forum 8

Benutzeravatar
odiug
Beiträge: 15505
Registriert: Di 25. Sep 2012, 07:44

Re: Kampf gegen Links

Beitragvon odiug » Di 16. Feb 2021, 09:22

Billie Holiday hat geschrieben:(16 Feb 2021, 08:45)

Alles schön und gut. Spricht alles nicht gegen Eigenverantwortung und Solidarität mit den Schwachen, die nicht KÖNNEN.
Du magst alle mitschleppen wollen, die nicht WOLLEN, aber die werden dir im Notfall nicht helfen.
Solidarität - ja, unbedingt. Ausnutzen lassen - nein.

Das ist ja lieb ... nur ist Solidarität eben kein Akt der Gnade, sondern ein Recht.
Nehmen wir mal die Arbeitslosenversicherung.
War ursprünglich dafür gedacht, dass Menschen, die arbeitslos werden, ihren Lebensstandart halten können.
Das war in den 60gern und 70gern die Idee ...nicht bei Bismarck ... da ginge es um was anderes.
Seit Harz IV kannst du das vergessen.
Solidarität ist eben nicht allein für die Schwachen, sie ist, bzw war eine Sicherung für den Mittelstand, Angestellte, Arbeiter, Arbeitnehmer.
Sie eröffnete Bildungschancen und sozialen Aufstieg.
Das ist heute alles weg zugunsten von corporate welfare und Almosen für den Rest .
Senexx

Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Senexx » Di 16. Feb 2021, 09:27

odiug hat geschrieben:(16 Feb 2021, 09:22)

Das ist ja lieb ... nur ist Solidarität eben kein Akt der Gnade, sondern ein Recht.
Nehmen wir mal die Arbeitslosenversicherung.
War ursprünglich dafür gedacht, dass Menschen, die arbeitslos werden, ihren Lebensstandart halten können.
Das war in den 60gern und 70gern die Idee ...nicht bei Bismarck ... da ginge es um was anderes.

AVs wurden ursprünglich von Gewerkschaften gegründet. Und es ging nicht um Erhaltung des Lebensstandards, sondern um Übetbrückungshilfe für friktionale Arbeitslosigkeit.
Benutzeravatar
Billie Holiday
Beiträge: 20484
Registriert: Mi 11. Jun 2008, 11:45
Benutzertitel: Mein Glas ist halbvoll.
Wohnort: Schleswig-Holstein, meerumschlungen

Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Billie Holiday » Di 16. Feb 2021, 09:28

odiug hat geschrieben:(16 Feb 2021, 09:22)

Das ist ja lieb ... nur ist Solidarität eben kein Akt der Gnade, sondern ein Recht.
Nehmen wir mal die Arbeitslosenversicherung.
War ursprünglich dafür gedacht, dass Menschen, die arbeitslos werden, ihren Lebensstandart halten können.
Das war in den 60gern und 70gern die Idee ...nicht bei Bismarck ... da ginge es um was anderes.
Seit Harz IV kannst du das vergessen.
Solidarität ist eben nicht allein für die Schwachen, sie ist, bzw war eine Sicherung für den Mittelstand, Angestellte, Arbeiter, Arbeitnehmer.
Sie eröffnete Bildungschancen und sozialen Aufstieg.
Das ist heute alles weg zugunsten von corporate welfare und Almosen für den Rest .


Und einige nutzen dieses Recht ganz schön aus.

Hartz4 ist eine Katastrophe für jeden, der jahrelang oder Jahrzehnte gearbeitet hat und dann plötzlich arbeitslos wird.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
K. Kinski
Benutzeravatar
tarkomed
Beiträge: 2662
Registriert: Mi 23. Okt 2019, 10:03

Re: Kampf gegen Links

Beitragvon tarkomed » Di 16. Feb 2021, 09:31

Billie Holiday hat geschrieben:(16 Feb 2021, 09:13)

Ah, du hast recht. Machen wir aus jung, gesund und kein Bock einfach Kranke und schon kann jede Steuer erhöht werden und Mutti an der Aldikasse darf die durchfüttern.

Meine Solidarität gehört Kranken, Alten und temporär auch Alleinerziehenden. Hilfestellungen vom Staat in Billionenhöhe sind ja vorhanden, aber immer noch nicht genug, wie es scheint.

Es gibt nicht nur sichtbare Handicaps. Es können psychische Probleme sein, geistige Handicaps, Kindheitstraumata, Burnout, Depressionen u. ä. mehr. Das alles kann man, oberflächlich betrachtet, als Nicht Wollen bewerten. Die zuständigen Stellen wissen es besser, aber sie dürfen es nicht öffentlich machen, denn die Gesundheit des Einzelnen gehört zum Datenschutz.
Für solche, die Stimmung machen wollen gegen diese Benachteiligten, ist es dann ein gefundenes Fressen, denn niemand wird ihre Behauptungen widerlegen können. Datenschutz eben.
Gib dich nicht so, dass alle andern dich für etwas halten, was du nicht sein willst.
Wenn sie es trotzdem tun, dann bist du es...
Benutzeravatar
aleph
Moderator
Beiträge: 10977
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 18:25
Benutzertitel: Kleiner Diktator
Wohnort: ប្រទេសអាល្លឺម៉ង់

Re: Kampf gegen Links

Beitragvon aleph » Di 16. Feb 2021, 09:32

Billie Holiday hat geschrieben:(16 Feb 2021, 07:42)

Er hat nicht gesagt, dass diese vergessen werden darf. Er ist vermutlich nur der Meinung, ebenso sollten Stalins Gräueltaten nicht vergessen werden.
Klang bei dir ein wenig so, als ob mit dem ewigen Erinnern an Stalin nun endlich mal Schluß sein sollte. Nö, warum auch.
Damit ist in keinster Weise eine Relativierung des Holocaust gemeint.



Das ist eine alte Streitfrage, nämlich ob die DDR in gleicher Weise wie NS Deutschland ein Unrechtsstaat gewesen ist. Eine Relativierung der Shoa ist es nicht, das steht dabei gar nicht zur Debatte. Allerdings wird das im Englischen differenziert und das NS Regime nicht mit Stalinismus und DDR gleichgesetzt.
Im Remer-Prozess schloss sich das Gericht 1953 in seinem Urteil der Argumentation des
Generalstaatsanwalts Fritz Bauer an, „dass der Staat Hitlers nicht ein Rechtsstaat, sondern ein Unrechtsstaat“ gewesen sei, gegen den Widerstand zu leisten als Notwehr gerechtfertigt sei.[11]

„Die Strafkammer ist der Auffassung, daß der nationalsozialistische Staat kein Rechtsstaat, sondern ein Unrechtsstaat war, der nicht dem Wohle des deutschen Volkes diente. Dabei braucht hier auf die Frage der Verfassungsmäßigkeit des NS-Staates nicht näher eingegangen zu werden. All das, was das deutsche Volk, angefangen vom Reichstagsbrand über den 30. Juli 1934 und den 9. November 1938 hat über sich ergehen lassen müssen, war schreiendes Unrecht, dessen Beseitigung geboten war. Es ist schwer, bitter und hart für ein deutsches Gericht, so etwas aussprechen zu müssen.“


– Urteil des Braunschweiger Landgerichts im März 1952[12]
Bauer fasste den Begriff des Unrechtsstaates eng: Dass etwa das faschistische Italien darunter zu rechnen sei, bezweifelte er, da dort kein „Feind“ definiert gewesen sei, der systematisch „ausgemerzt“ werden sollte. Diese Bedingungen erfüllten seines Erachtens nur das NS-Regime und die stalinistische Sowjetunion.[13]


https://de.m.wikipedia.org/wiki/Unrechtsstaat

Aus der englischen Wiki:

A Verbrecherstaat is not a valid state at all; whereas an Unrechtsstaat is a valid state that nominally acknowledges the rule of law, but nevertheless systematically fails to maintain it.

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Unrechtsstaat

Damit könnte man das besser differenzieren.
Auf dem Weg zum Abgrund kann eine Panne lebensrettend sein. Walter Jens
Besser schweigen und als Narr zu scheinen, als sprechen und jeden Zweifel zu beseitigen. Abraham Lincoln
Benutzeravatar
Billie Holiday
Beiträge: 20484
Registriert: Mi 11. Jun 2008, 11:45
Benutzertitel: Mein Glas ist halbvoll.
Wohnort: Schleswig-Holstein, meerumschlungen

Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Billie Holiday » Di 16. Feb 2021, 09:33

tarkomed hat geschrieben:(16 Feb 2021, 09:31)

Es gibt nicht nur sichtbare Handicaps. Es können psychische Probleme sein, geistige Handicaps, Kindheitstraumata, Burnout, Depressionen u. ä. mehr. Das alles kann man, oberflächlich betrachtet, als Nicht Wollen bewerten. Die zuständigen Stellen wissen es besser, aber sie dürfen es nicht öffentlich machen, denn die Gesundheit des Einzelnen gehört zum Datenschutz.
Für solche, die Stimmung machen wollen gegen diese Benachteiligten, ist es dann ein gefundenes Fressen, denn niemand wird ihre Behauptungen widerlegen können. Datenschutz eben.


Ich sagte, meine Solidarität gehört u.a. Kranken. Dazu zählen auch geistig-seelische Krankheiten.

Eine Hartz4-Familie, wo drei Generationen sich mit Sozialhilfen eingerichtet haben und die Kinder nichts anderes kennen, braucht einen Tritt in den Allerwertesten und nicht noch weitere Solidarität.

Seinen Lebensunterhalt erstmal selbst zu erarbeiten, es zu versuchen, ist zumutbar.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
K. Kinski
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 16575
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 16:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Kampf gegen Links

Beitragvon schokoschendrezki » Di 16. Feb 2021, 09:51

BlueMonday hat geschrieben:(15 Feb 2021, 15:36)

Naja, die EU sorgt mit ihren "Harmonisierungen" eher für weniger Vielfalt. Und eine "Flexibilisierung des Arbeitsmarktes" ist sicherlich keine linke Forderung. Links geht es um den staatlichen Eingriff, den bemutternden Staat, "Schutz" der Menschen vor Menschen. Wenn man nun den Lebensstil der Lebensuntüchtigkeit - so will ich es mal nennen - subventioniert/bezahlt, dann wird man damit in der Regel eine Ausbreitung und Ausweitung dieses prekären Lebensstils bewirken. Sprich, der Bemutterungsstaat bringt zahlreiche weitere zu bemutternde Lebensläufe hervor. Was wiederum für zusätzliche Legitimation für mehr staatliche Bemutterung sorgt... Und diese Problematik blendet das linke Denken aus, bzw. basiert geradezu darauf.


Da habe ich mich wahrscheinlich etwas missverständlich ausgedrückt. Mit dem Verweis auf die EU wollte ich eigentlich nur zum Ausdruck bringen, dass ich nur für diese Region über eigene verlässliche Erfahrungen verfüge. Und hier sind mir eben Konzepte, die von konservativen Gewerkschaftsfunktionären oder auch von traditionellen Linken vertreten werden, eher suspekt. Da bin ich insofern eigentlich deiner Meinung. Meine persönlichen Erfahrungen mit all den selbsternannten Bemutterungsinstitutionen sind schlecht. Sehr schlecht. Gewerkschaftsleute sind in meinen Augen in großen Teilen Menschen, die fachlich so schlecht sind, dass sie halt lieber aufpassen, ob die Pausenzeiten eingehalten werden.

Ich stehe nicht selten vor der Situation, dass ich absurderweise gewissermaßen die Spuren meiner eigenen Arbeit verwische, um nicht von diesen Sturköpfen angegangen zu werden, die darauf bestehen, dass Sonntags kein Dienst ist. Aber wenn ich halt zufällig im Urlaub irgendwo fern von Deutschland eine Idee habe, wie ein lange ungelöstes Problem zu lösen ist, kanns auch schon mal sein, dass ich von irgendwo Sonntags früh um fünf mich auf einem der gemeinsam betreuten Server anmelde und dort was mache. Ich will unter keinen Umständen bemuttert werden.

Im Zuge der Trump-Ära in den USA hat man aus dieser Richtung in jüngerer Zeit häufig für uns etwas exotisch klingende Parolen von Sozialismus- oder Kommunismus-Angst gehört. Ersteinmal hat man durch die etwas intensivere Berichterstattung mehr Hintergründe über dieses Phänomen erfahren. Und kurz gesagt erstens: Das sind keineswegs alles Dummköpfe. Und zweitens: Ich kann diese Art von "Sozialismusangst" in Teilen durchaus nachvollziehen: Lieber auf einem Wohnwagenplatz wohnen als mit irgendwelchen Sozialtanten in einer warmen Bürostube über irgendwelchen Formularen sitzen. Ja! Und ich sage das wirklich nicht, weil ich in Wirklichkeit nicht vor dem Zwang stehe, in einem Wohnwagen oder Zelt zu wohnen. Ich bin nicht zimperlich.

Nur in zwei Punkten kann ich diese "Sozialismusangst" nicht verstehen: Dinge wie Bildung oder Gesundheit müssen für alle Menschen gleichermaßen zugänglich sein. Man muss einen Krankenwagen anrufen können und man darf nicht ein Vermögen auf den Tisch legen müssen, um seine Kinder studieren zu lassen. Erstens. Und zweitens: Man muss eine nicht überschreitbare Obergrenze für die Finanz- und Wirtschaftsmacht von Unternehmen und Unternehmer schaffen. Mit einer Steuerprogression, die so exzessiv und lückenlos ist, dass Unternehmen wie Amazon oder Gazprom und die Macht ihrer Besitzer grundsätzlich nicht entstehen können. Eine vielfältige und grundsätzlich flache Wettbewerbswirtschaft.
Ich habe nie in meinem Leben irgendein Volk oder Kollektiv geliebt ... ich liebe in der Tat nur meine Freunde und bin zu aller anderen Liebe völlig unfähig (Hannah Arendt)
Benutzeravatar
firlefanz11
Beiträge: 9166
Registriert: Mo 10. Sep 2012, 13:18

Re: Kampf gegen Links

Beitragvon firlefanz11 » Di 16. Feb 2021, 09:52

Alexyessin hat geschrieben:(16 Feb 2021, 07:30)

An deiner Stelle würde ich die Shoa außen vor lassen.

Das ist keine Antwort auf meine Frage...
An Deiner Stelle würd ICH "Argumente" außen vor lassen. die sonst von einem wenig respektierlichen Personenkreis ins Feld geführt werden...
Und was sagen Sie als Unbeteiligter zum Thema Intelligenz?
Benutzeravatar
firlefanz11
Beiträge: 9166
Registriert: Mo 10. Sep 2012, 13:18

Re: Kampf gegen Links

Beitragvon firlefanz11 » Di 16. Feb 2021, 09:54

Billie Holiday hat geschrieben:(16 Feb 2021, 07:42)

Er hat nicht gesagt, dass diese vergessen werden darf. Er ist vermutlich nur der Meinung, ebenso sollten Stalins Gräueltaten nicht vergessen werden.
Klang bei dir ein wenig so, als ob mit dem ewigen Erinnern an Stalin nun endlich mal Schluß sein sollte. Nö, warum auch.
Damit ist in keinster Weise eine Relativierung des Holocaust gemeint.

Auch ein Ehrenpräsident ist offenbar nicht vor der Versuchung des selektiven lesens gefeit... :|
Und was sagen Sie als Unbeteiligter zum Thema Intelligenz?
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 16575
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 16:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Kampf gegen Links

Beitragvon schokoschendrezki » Di 16. Feb 2021, 10:16

Um zurück zum eigentlichen Thema zu kommen. Das Thema ist ja nicht eigentlich zentral "Was wollen Linke" sondern "Kampf gegen Links".

Ich kann da aktuell nur das unglaublich interessante zweiteilige Feature "Chiles kybernetischer Traum von Gerechtigkeit. Das Projekt Cybersyn" empfehlen. Zentral geht es um die Geschichte des britischen Kybernetikers Stafford Beer, der in den 70er Jahren im Chile der Allende-Zeit das Projekt eines "kybernetischen Staatsmanagements" organisierte und leitete. Im Prinzip ein System von Telex-Fernschreibern in den Betrieben des Landes, deren Daten auf einem zentralen Rechner Stand der Technik Ende der 60er verarbeitet wurden.

Und um die ganzen Hintergründe des von den USA unterstützten und eigentlich eher "geführten" Militärputschs.

Demokratischer Sozialismus hatte auch in den 70ern keine Chance.
Sie haben richtiggehend Angst davor, dass jemand wie Allende andie Macht kommt und eine Kettenreaktion auslöst. Warum ist Allende so gefährlich? Er ist so gefährlich, viel gefährlicher als jemand wie Fidel Castro, weil er, anders als Castro, nicht aussieht wie ein Kommunist. Er trägt keine grüne Uniform. Er trägt keinen Bart. Er ist kein militanter Kämpfer. Und er wendet keine Gewalt an. Der Typ ist ein Bonvivant, mit einer modischen Brille, sieht gut aus, zieht sich gut an, liebt Wein, liebt Frauen. Er ist gleichzeitig ein Sozialist und ein Demokrat. Er ist beides. Er ist der Teufel.

Und so durfte es einfach nicht sein.

Es gibt Tonbandaufzeichnungen von Nixon. Sinngemäß: "Wir werden die Wirtschaft dieses Landes zerstören. Wir werden ihnen in den Hintern treten." Die CIA hat Millionen an Geldern an Arbeiter in einem LKW-Werk gezahlt, damit die in einen Streik treten. Letztendlich ging es um die Milliardengewinne aus dem Kupferbergbau. Der "Kampf gegen Links" von Seiten des Westens war noch in den 70er so schmutzig, gemein, vulgär und inhuman wie der Militärputsch in Myanmar oder der Mordversuch an Nawalny.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/chiles-kybernetischer-traum-von-gerechtigkeit-projekt.3720.de.html?dram:article_id=491437
Ich habe nie in meinem Leben irgendein Volk oder Kollektiv geliebt ... ich liebe in der Tat nur meine Freunde und bin zu aller anderen Liebe völlig unfähig (Hannah Arendt)
Benutzeravatar
Alexyessin
Ehrenpräsident
Beiträge: 86052
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Phönix
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Alexyessin » Di 16. Feb 2021, 10:21

Senexx hat geschrieben:(16 Feb 2021, 09:14)

War das eine ernstgemeinte Frage, ein Nachhilfeersuchen?


Dann mal los, Herr Senexx.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Benutzeravatar
Alexyessin
Ehrenpräsident
Beiträge: 86052
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Phönix
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Alexyessin » Di 16. Feb 2021, 10:22

firlefanz11 hat geschrieben:(16 Feb 2021, 09:52)

Das ist keine Antwort auf meine Frage...
An Deiner Stelle würd ICH "Argumente" außen vor lassen. die sonst von einem wenig respektierlichen Personenkreis ins Feld geführt werden...


Das ist eine Antwort auf deine Frage, die dir nicht schmeckt. Erkenne den Unterschied. Die Shoa ist Singulär. Mehr sollte ich jetzt nicht mehr schreiben müssen.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Benutzeravatar
Alexyessin
Ehrenpräsident
Beiträge: 86052
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Phönix
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Alexyessin » Di 16. Feb 2021, 10:23

Billie Holiday hat geschrieben:(16 Feb 2021, 09:16)

In einer globalisierten Welt muß man in alle Richtungen gucken, um zu lernen und Extremismus jeder Machart zu bekämpfen.
Und nein, damit will ich den Holocaust nicht relativieren.


Wenn du dem Kontext meiner ursprünglichen Aussage bitte folgen würdest, dann würde sich diese Frage nicht stellen.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 50108
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 16:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Tom Bombadil » Di 16. Feb 2021, 10:24

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Feb 2021, 10:16)

Um zurück zum eigentlichen Thema zu kommen.

Kommt du nur leider nicht, denn die 70er sind roundabout 50 Jahre her, wohingegen der der Militärputsch in Myanmar und der Mordversuch an Nawalny in der Jetztzeit stattfinden. Aber was hat das mit dem demokratischen Kampf gegen Links zu tun?
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Diffamierer der Linken.
Senexx

Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Senexx » Di 16. Feb 2021, 10:25

Alexyessin hat geschrieben:(16 Feb 2021, 10:21)

Dann mal los, Herr Senexx.

Bemerkenswerte Geschichtswissendefizite anscheinend.

Die kläre ich aber nicht auf. Wissen ist Holschuld.
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 16103
Registriert: Do 29. Sep 2016, 15:33

Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Selina » Di 16. Feb 2021, 10:30

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Feb 2021, 09:51)

Da habe ich mich wahrscheinlich etwas missverständlich ausgedrückt. Mit dem Verweis auf die EU wollte ich eigentlich nur zum Ausdruck bringen, dass ich nur für diese Region über eigene verlässliche Erfahrungen verfüge. Und hier sind mir eben Konzepte, die von konservativen Gewerkschaftsfunktionären oder auch von traditionellen Linken vertreten werden, eher suspekt. Da bin ich insofern eigentlich deiner Meinung. Meine persönlichen Erfahrungen mit all den selbsternannten Bemutterungsinstitutionen sind schlecht. Sehr schlecht. Gewerkschaftsleute sind in meinen Augen in großen Teilen Menschen, die fachlich so schlecht sind, dass sie halt lieber aufpassen, ob die Pausenzeiten eingehalten werden.

Ich stehe nicht selten vor der Situation, dass ich absurderweise gewissermaßen die Spuren meiner eigenen Arbeit verwische, um nicht von diesen Sturköpfen angegangen zu werden, die darauf bestehen, dass Sonntags kein Dienst ist. Aber wenn ich halt zufällig im Urlaub irgendwo fern von Deutschland eine Idee habe, wie ein lange ungelöstes Problem zu lösen ist, kanns auch schon mal sein, dass ich von irgendwo Sonntags früh um fünf mich auf einem der gemeinsam betreuten Server anmelde und dort was mache. Ich will unter keinen Umständen bemuttert werden.

Im Zuge der Trump-Ära in den USA hat man aus dieser Richtung in jüngerer Zeit häufig für uns etwas exotisch klingende Parolen von Sozialismus- oder Kommunismus-Angst gehört. Ersteinmal hat man durch die etwas intensivere Berichterstattung mehr Hintergründe über dieses Phänomen erfahren. Und kurz gesagt erstens: Das sind keineswegs alles Dummköpfe. Und zweitens: Ich kann diese Art von "Sozialismusangst" in Teilen durchaus nachvollziehen: Lieber auf einem Wohnwagenplatz wohnen als mit irgendwelchen Sozialtanten in einer warmen Bürostube über irgendwelchen Formularen sitzen. Ja! Und ich sage das wirklich nicht, weil ich in Wirklichkeit nicht vor dem Zwang stehe, in einem Wohnwagen oder Zelt zu wohnen. Ich bin nicht zimperlich.

Nur in zwei Punkten kann ich diese "Sozialismusangst" nicht verstehen: Dinge wie Bildung oder Gesundheit müssen für alle Menschen gleichermaßen zugänglich sein. Man muss einen Krankenwagen anrufen können und man darf nicht ein Vermögen auf den Tisch legen müssen, um seine Kinder studieren zu lassen. Erstens. Und zweitens: Man muss eine nicht überschreitbare Obergrenze für die Finanz- und Wirtschaftsmacht von Unternehmen und Unternehmer schaffen. Mit einer Steuerprogression, die so exzessiv und lückenlos ist, dass Unternehmen wie Amazon oder Gazprom und die Macht ihrer Besitzer grundsätzlich nicht entstehen können. Eine vielfältige und grundsätzlich flache Wettbewerbswirtschaft.


Meine Zustimmung zum letzten Abschnitt. Allerdings muss ich sagen, mein Verständnis von Linkssein hat absolut nix mit Bemutterungsstaat zu tun. Absolut nicht. Denn wenn Bedingungen erfüllt sind, wie zum Schluss von dir beschrieben (und natürlich noch andere Bedingungen), dann wird damit eine größere Unabhängigkeit, Selbstständigkeit und Freiheit für den Einzelnen erreicht. Alles andere engt ein und macht unfrei. Und was gar nicht geht, ist ein Begriff wie "lebensuntüchtig", den ich hier auch irgendwo gelesen hab. Da läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 16103
Registriert: Do 29. Sep 2016, 15:33

Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Selina » Di 16. Feb 2021, 10:40

Alles in allem: Ein Kampf gegen Links ist so überflüssig wie ein Kropf. Gewaltbereite und Gewalt ausübende Linksextremisten sind ein Fall für die Kripo und den Staatsanwalt. Linksextremistische Konzepte und Vorhaben können vom Verfassungsschutz hinterfragt werden. Werden sie ja auch. Besser bewacht als Linksextreme ist niemand im Land. Aber alle anderen Leute, die linksorientiert denken und handeln, befinden sich auf dem Boden der FDGO und gehören nicht bekämpft. Auch nicht ihre Ansichten.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
Billie Holiday
Beiträge: 20484
Registriert: Mi 11. Jun 2008, 11:45
Benutzertitel: Mein Glas ist halbvoll.
Wohnort: Schleswig-Holstein, meerumschlungen

Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Billie Holiday » Di 16. Feb 2021, 10:42

Selina hat geschrieben:(16 Feb 2021, 10:40)

Alles in allem: Ein Kampf gegen Links ist so überflüssig wie ein Kropf. Gewaltbereite und Gewalt ausübende Linksextremisten sind ein Fall für die Kripo und den Staatsanwalt. Linksextremistische Konzepte und Vorhaben können vom Verfassungsschutz hinterfragt werden. Werden sie ja auch. Besser bewacht als Linksextreme ist niemand im Land. Aber alle anderen Leute, die linksorientiert denken und handeln, befinden sich auf dem Boden der FDGO und gehören nicht bekämpft.


Ein Kampf gegen Rechts, also nicht rechtsextrem, sondern konservativ-liberal, ebenso.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
K. Kinski
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 25340
Registriert: Do 11. Sep 2014, 18:55

Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Teeernte » Di 16. Feb 2021, 10:50

Selina hat geschrieben:(16 Feb 2021, 10:40)
Gewaltbereite und Gewalt ausübende Linksextremisten sind ein Fall für die Kripo und den Staatsanwalt. Linksextremistische Konzepte und Vorhaben können vom Verfassungsschutz hinterfragt werden. Werden sie ja auch. Besser bewacht als Linksextreme ist niemand im Land. Aber alle anderen Leute, die linksorientiert denken und handeln, befinden sich auf dem Boden der FDGO und gehören nicht bekämpft. Auch nicht ihre Ansichten.


Es würde REICHEN - wenn sie durch Steuergeld nicht auch noch gefördert werden würden !

"Schutzgeld" dass man von LINKS nichts abgebrannt bekommt... ??

Die Nörgeleien von LINKS sollten Dir doch bekannt sein - Hausbesetzungen, Brandschäden an KLEINWAGEN - Schmierereien in Innenstädten , Lärm ... , Aufkleber//Schmierereien gegen die Polizei - wer heirfür Steuergeld abzweigt - die sollten im GERICHT in der ersten Reihe sitzen - die machen den TERROR erst möglich !
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 16103
Registriert: Do 29. Sep 2016, 15:33

Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Selina » Di 16. Feb 2021, 10:51

Billie Holiday hat geschrieben:(16 Feb 2021, 10:42)

Ein Kampf gegen Rechts, also nicht rechtsextrem, sondern konservativ-liberal, ebenso.


Ja.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz

Zurück zu „8. Gesellschaft“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste