Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

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Bandbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Skeptiker » Di 15. Jan 2019, 23:18

nIch habe diesen schönen Artikel im Stern gefunden, der sich mit dem Shitstorm auf Stefan Ketzschmar befasst.

Neben der ganzen Geschichte um seine Äußerung, bleibt mir ein Satz in dem Artikel besonders haften:
"Der schlaueste Weg, Menschen passiv und folgsam zu halten, ist, das Spektrum akzeptierter Meinungen strikt zu limitieren, aber innerhalb dieses Spektrums sehr lebhafte Debatten zu erlauben" schrieb der Sprachwissenschaftler Noam Chomsky bereits 1998. Die Einschränkung der Meinungsfreiheit beginnt eben nicht erst hinter Gittern, sondern in den Köpfen.

https://www.stern.de/sport/stefan-kretz ... 30180.html

Hm, wie sieht das denn jeder hier so? Kretzschmar scheint ja in seiner Rolle als Person in der Öffentlichkeit voll für seine Aussagen bestätigt worden zu sein. Aber wie steht es mit der gesellschaftlichen Akzeptanz von Meinungen in Deutschland? Ist die genau richtig? Sollte die weiter gehen, oder geht die schon zu weit?
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Re: Badbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Skeptiker » Di 15. Jan 2019, 23:23

Regiiiie: Könnte bitte mal jemand ein "n" in "Ba'n'dbreite ergänzen? Danke ;)
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Re: Badbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Tom Bombadil » Di 15. Jan 2019, 23:37

Tja, was soll man dazu sagen... Sehr schön zu sehen, dass Kretzschmar mit dem, was er sagt, völlig recht hat und es ihm auch prompt bestätigt wurde: es gilt die Schnauze zu halten, wenn du nicht kaputt gemacht werden willst. Tolle Meinungsfreiheit, die nur noch auf dem Papier besteht.
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Re: Badbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Ein Terraner » Di 15. Jan 2019, 23:51

Beschwert ihr euch hier gerade ernsthaft darüber das eine Meinung im Internet kommentiert werden kann?
Wer eine nukleare Explosion verursacht wird nach StGB §328 mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe bestraft.
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Teeernte
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Re: Badbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Teeernte » Mi 16. Jan 2019, 00:02

Ein Terraner hat geschrieben:(15 Jan 2019, 23:51)

Beschwert ihr euch hier gerade ernsthaft darüber das eine Meinung im Internet kommentiert werden kann?


Wir müssen immer mit Repressalien von unserem Arbeitgeber oder von Werbepartnern rechnen.
...eben. :D :D :D

hier wirds NUR gelöscht..
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Badbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon unity in diversity » Mi 16. Jan 2019, 02:47

Rege Diskussionen sind erwünscht und je reger der Verlauf ist, um so enger können die Grenzen gefasst werden, innerhalb derer sie sich bewegen.
Aktuell gelten die Grenzen der political correctness des Jahres 2019.
Es wird um gefällige Beachtung gebeten, dass dies nicht mehr die Grenzen von 2009 oder 1999 sein können.
Es macht sich gut, die Rechten über die Gewalt von Linken diskutieren zu lassen und umgekehrt.
Die Mitte sollte sich fleissig beteiligen.
Jeder Mensch hat Anspruch auf seine tägliche Hassminute.
Es ist dabei wichtig, jede Frage zu vermeiden, wem die Existenz von rechten und linken Flügeln nützt.
Solche Fragen verderben den Charakter und gefährden die Demokratie.
Man sieht aktuell in Frankreich, wohin es führt, wenn Menschen Diskussionen verweigern, weil das Spielfeld mit roten (alternativlosen) Linien stetig immer weiter verkleinert wurde.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: Badbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon nietoperz » Mi 16. Jan 2019, 03:29

Skeptiker hat geschrieben:(15 Jan 2019, 23:18)

Ich habe diesen schönen Artikel im Stern gefunden, der sich mit dem Shitstorm auf Stefan Ketzschmar befasst.

Neben der ganzen Geschichte um seine Äußerung, bleibt mir ein Satz in dem Artikel besonders haften:

https://www.stern.de/sport/stefan-kretz ... 30180.html

Hm, wie sieht das denn jeder hier so? Kretzschmar scheint ja in seiner Rolle als Person in der Öffentlichkeit voll für seine Aussagen bestätigt worden zu sein. Aber wie steht es mit der gesellschaftlichen Akzeptanz von Meinungen in Deutschland? Ist die genau richtig? Sollte die weiter gehen, oder geht die schon zu weit?


Ich finde, dieser Kretschmar begeht einen Irrtum. Er sagt ja sinngemäß, "sobald jemand z.B. die Flüchtlingspolitik ablehnt, wird er fertig gemacht, ergo haben wir keine Meinungsfreiheit". Das mag für einfache Geister wie ihn so aussehen, doch tatsächlich geht es darum, dass Hass gegen Minderheiten absolut inakzeptabel ist, was im Problemfall eben eine Kausalitätskette in Gang setzt ...

Lässt Krätzmar z.B. den Spruch: "Flüchtlinge sind kriminelle Schmarotzer"(*), wird das natürlich zum Problem wenn man in der Öffentlichkeit steht. Die meisten Menschen finden solche Aussagen ekelhaft, also verliert er seine Vorbildfunktion, also springen Sponsoren ab, die mit einer solchen Drecksmeinung nicht in Verbindung gebracht werden wollen, so brechen Krätzkis Einnahmen weg und er fühlt sich für seine Aussagen "bestraft".

Ablehnung von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ist übrigens Konsens in unserer Gesellschaft. Fremdenhass ist ebenso unschicklich wie auf Gräber zu pinkeln oder Sex mit Tieren. Wer das macht, begibt sich auf die schiefe Bahn und dann übt die Gesellschaft Konformitätsdruck aus, um ihn wieder zurückzuholen. Es handelt sich also um einen Regelungsmechanismus; das Medium der Zivilisation; der Klebstoff, der die Gesellschaft zusammenhält. Wir sollten stolz auf diese Errungenschaft darauf sein.

(*) so klar und deutlich wird es kaum jemand sagen. Aber verklausuliert bzw. mit rationalem Tarnanstrich, hört man sowas oft. Zum Beispiel von der "AfD".
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Re: Badbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Senexx » Mi 16. Jan 2019, 07:42

Skeptiker hat geschrieben:(15 Jan 2019, 23:18)

Ich habe diesen schönen Artikel im Stern gefunden, der sich mit dem Shitstorm auf Stefan Ketzschmar befasst.

Neben der ganzen Geschichte um seine Äußerung, bleibt mir ein Satz in dem Artikel besonders haften:

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Hm, wie sieht das denn jeder hier so? Kretzschmar scheint ja in seiner Rolle als Person in der Öffentlichkeit voll für seine Aussagen bestätigt worden zu sein. Aber wie steht es mit der gesellschaftlichen Akzeptanz von Meinungen in Deutschland? Ist die genau richtig? Sollte die weiter gehen, oder geht die schon zu weit?

Es kann gar keinen Zweifel geben: Die Akzeptanz von vom linksgrünseitig verengen Mainstream abweichenden Meinungen ist praktisch nicht vorhanden. Meinungsfreiheit ist in Deutschland ein knappes Gut. Sehen wir immer wieder auch in diesem Forum.

Kretschmar har völlig Recht.
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Re: Badbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon odiug » Mi 16. Jan 2019, 07:53

Senexx hat geschrieben:(16 Jan 2019, 07:42)

Es kann gar keinen Zweifel geben: Die Akzeptanz von vom linksgrünseitig verengen Mainstream abweichenden Meinungen ist praktisch nicht vorhanden. Meinungsfreiheit ist in Deutschland ein knappes Gut. Sehen wir immer wieder auch in diesem Forum.

Kretschmar har völlig Recht.

Nur dass Kretschmar selbst eine linksgrünseitig angehauchte Meinung vertritt :p
Ja eigentlich noch schlimmer ... würde er doch in den meisten Foren und auch hier als linksradikaler Spinner verurteilt :eek:
Der Handballer schwärmt von seiner Zeit in der linken Szene.

Ich finde es schon eigenartig, wie die AfD und die üblichen Verdächtigen mal wieder etwas für sich vereinnahmen, was ihnen gar nicht gehört.
Und wie üblich, tun sie das, indem sie den eigentlichen Inhalt des Gesagten einfach weglassen, um dann die Besitzrechte für sich zu beanspruchen :dead:
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Re: Badbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Senexx » Mi 16. Jan 2019, 08:02

Tja, ein perfektes Beispiel: Wer Unliebsames äußert, wird gleich als AfD-Anhänger verunglimpft.
Zuletzt geändert von Senexx am Mi 16. Jan 2019, 08:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Badbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon nietoperz » Mi 16. Jan 2019, 08:27

Senexx hat geschrieben:(16 Jan 2019, 08:02)

Tja, ein perfektes Beispiel: Wer unliebsame äußert, wir gleich als AfD-Anhänger verunglimpft.


Dass die Bezeichnung "AfD-Anhänger" als Verunglimpfung verstanden wird, zeigt dass wir noch richtig ticken. :)
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Re: Badbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon odiug » Mi 16. Jan 2019, 08:33

Senexx hat geschrieben:(16 Jan 2019, 08:02)

Tja, ein perfektes Beispiel: Wer Unliebsames äußert, wird gleich als AfD-Anhänger verunglimpft.

Ich bezog mich mit dieser Aussage auf den Artikel im Stern.
Wenn du dich persönlich angesprochen fühlst, tut mir das aber nicht wirklich leid ... denn auch wenn du die AfD nicht wählst, oder dich nicht als deren Anhänger siehst, so sind doch die Überschneidungen deiner Aussagen mit denen von AfD Anhängern zu häufig, als nur als reiner Zufall abgetan zu werden.
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Re: Badbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Senexx » Mi 16. Jan 2019, 08:38

Den Sack schlagen, den Esel meinen. Dieser abgestandene Trick verfängt nicht.
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Re: Badbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon watisdatdenn? » Mi 16. Jan 2019, 08:40

Tom Bombadil hat geschrieben:(15 Jan 2019, 23:37)
Tja, was soll man dazu sagen... Sehr schön zu sehen, dass Kretzschmar mit dem, was er sagt, völlig recht hat und es ihm auch prompt bestätigt wurde: es gilt die Schnauze zu halten, wenn du nicht kaputt gemacht werden willst. Tolle Meinungsfreiheit, die nur noch auf dem Papier besteht.

Sehe ich auch so.

Wobei es gut ist, dass man hier zumindest (bis auf holocaustleugnung) nicht ins Gefängnis kommt, so wie in der rückständigen Türkei oder in Russland!

Für mich war der Fall Eva Herman ein Augenöffner!
Diese hat aufgrund ihrer Meinung ihre Arbeitsstelle verloren. Geschockt hat mich dabei der Jubel des blutgeilen Pöbels dazu.. Da kommt mir immer gleich Brechts Ausdruck von „Schoß -> kriechen -> fruchtbar“ in den Sinn.

Ich wünsche mir einen „speakers corner“ in Deutschland. Vielleicht schaffen wir diesen im Internet. Z.B. über peer2peer wie im FreeNet..
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Re: Badbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon nietoperz » Mi 16. Jan 2019, 08:49

watisdatdenn? hat geschrieben:Wobei es gut ist, dass man hier zumindest (bis auf holocaustleugnung) nicht ins Gefängnis kommt, so wie in der rückständigen Türkei oder in Russland!

Naja, man muß schon sehr aggressiv den Holocaust leugnen, damit einen das in den Knast bringt. Das schafft nur die Creme de la Creme der Neonazis wie z.B. Alfred Schäfer: https://www.youtube.com/watch?v=kY4hu9WRXHk
Der kleine IB-Jünger von nebenan bekommt nur ein Bußgeld.

watisdatdenn? hat geschrieben:Für mich war der Fall Eva Herman ein Augenöffner!
Diese hat aufgrund ihrer Meinung ihre Arbeitsstelle verloren.

Richtig so. Wer die NS-Zeit bejubelt, hat im Fernsehen nichts verloren.
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Re: Badbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 16. Jan 2019, 08:53

Schon interessant, was hier zum Besten gegeben wird, zB. wenn man die Flüchtlingspolitik Merkels ablehnt (worüber er kein Wort gesagt hat), hasst man automatisch Minderheiten. An so einem Flachsinn sieht man sehr schön, wie sich die Empörungsmaschinerie hochschaukelt bis dann die "lustigen" Bildchen auftauchen und der links eingestellte Kretzschmar zum Nazi mutiert. Für einfache Geister und virtuelle Pittbulls ist sowas natürlich eine tolle Sache und das Gute für sie ist: die Jagd nimmt keine Ende, jeden Tag gibt es etwas Neues, über dass sich die Empörungsbürger echauffieren und neue echte oder eingebildete "Nazis" die sie jagen können, Kollateralschäden werden achselzuckend hingenommen.

Vllt. sollte man auch nicht nur den Artikel beim Stern lesen, sondern das ganze Interview: https://www.t-online.de/sport/handball/ ... esse-.html

Besonders übel finde ich diese Passage:
Damals war das Schlimmste an Überwachung für mich, dass ich bei einer Mai-Demo dabei war und die ganze Veranstaltung mit Kameras gefilmt wurde. Bei der Betrachtung der Aufnahmen erkannte mich der Polizeipräsident. Daraufhin ist er zu meinem Manager nach Spandau und hat ihm das Video vorgespielt. Mir wurde dann nahegelegt, als Profisportler nicht mehr an diesen Demonstrationen teilzunehmen.

Toll, ein Bürger sollte sein Recht zu demonstrieren besser nicht mehr in Anspruch nehmen. Wir sind auf einem ganz schlechten Weg.
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Re: Badbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon becksham » Mi 16. Jan 2019, 09:00

Naja, Ich hab das gar nicht mitbekommen und wenn ich diesen Artikel lese, hat er ja seine Meinung gar nicht gesagt. Er wird jetzt wohl geshitstormt, weil er sagt, man dürfe seine Meinung nicht sagen. Vielleicht hätte er seine Meinung sagen sollen und Rückgrat zeigen sollen. Vielleicht hätte es dann keinen Shitstorm gegeben.

Grundsätzlich gibt es einfach zu viele Möglichkeiten, um sich anonym so richtig auszukotzen. Ich lese auf Facebook Artikel zweier Zeitungen. Was da in den Kommentaren meistens abgeht, ist zum Kotzen. Und auch wenn das hier wieder keiner lesen will, zumeist sind es die Rechtsträger, die jede Contenance verlieren.
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Re: Badbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 16. Jan 2019, 09:04

becksham hat geschrieben:(16 Jan 2019, 09:00)

Naja, Ich hab das gar nicht mitbekommen und wenn ich diesen Artikel lese, hat er ja seine Meinung gar nicht gesagt.

Seine Meinung hat er bei t-online gesagt, geht aber meist um Handball ;)
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Re: Badbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon nietoperz » Mi 16. Jan 2019, 09:05

becksham hat geschrieben:Naja, Ich hab das gar nicht mitbekommen und wenn ich diesen Artikel lese, hat er ja seine Meinung gar nicht gesagt.

Hier:

Die Rechtsradikalen feiern ihn dafür. War auch nicht anders zu erwarten.
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Re: Badbreite der gesellschaftlich akzeptierten Meinungsäußerung/-freiheit

Beitragvon Skeptiker » Mi 16. Jan 2019, 09:19

becksham hat geschrieben:(16 Jan 2019, 09:00)
Naja, Ich hab das gar nicht mitbekommen und wenn ich diesen Artikel lese, hat er ja seine Meinung gar nicht gesagt. Er wird jetzt wohl geshitstormt, weil er sagt, man dürfe seine Meinung nicht sagen. Vielleicht hätte er seine Meinung sagen sollen und Rückgrat zeigen sollen. Vielleicht hätte es dann keinen Shitstorm gegeben.

Grundsätzlich gibt es einfach zu viele Möglichkeiten, um sich anonym so richtig auszukotzen. Ich lese auf Facebook Artikel zweier Zeitungen. Was da in den Kommentaren meistens abgeht, ist zum Kotzen. Und auch wenn das hier wieder keiner lesen will, zumeist sind es die Rechtsträger, die jede Contenance verlieren.

Ach so, wenn er also zeigt, dass er eigentlich mit der Meinung des Mainstream konform geht, dann hätte man ihm vielleicht die "Bestrafung" erlassen?

Wer definiert denn, für welche Meinung man geshitstormt werden sollte/darf, und für welche nicht? Für was ist man ein Risiko für die Company Compliance, und für was nicht?

Es geht ja hier nicht darum, dass irgendwer für seine Meinung strafrechtlich belangt würde. Es geht hier darum, wieviel unterschiedliche Meinung in der Gesellschaft sozial akzeptiert ist, bis man damit Repressalien der unterschiedlichesten Art auslöst. Es geht also nicht um die Meinung der sich sicher im Mainstream befindlichen, die natürlich äußerst frei ihre Meinung sagen können. Es geht um jeden der sich kritisch äußert. Ist unsere Gesellschaft kulturell demokratisch genug diese zu ertragen?

Kretzschmar hat diesen Punkt von Seiten eines abhängigen Leistungssportlers betrachtet, und er hat da vollkommen Recht. Er darf das auch sagen ohne ultimativ abgestraft zu werden, weil bekannt ist, dass er eher links steht. Was aber würde mit einem sächsischen Kugelstoßer passieren, der friedlich (!) auf einer Pegida-Kundgebung mitlaufen würde. Kretzschmar hat ja schon beschrieben wie von Seiten des Managements auf solche Aktionen regiert wird.

Für mich hat das Analogien zum Thema Berufsleben und Privatleben. In Deutschland gibt es eine starke Trennung zwischen Berufsleben und Privatangelegenheiten bei Politikern - vollkommen anders als in den USA. Abweichende Meinungen können dennoch sehr schnell zu existenziellen Problemen führen. Ist DAS tolerant?

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