Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

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Julian
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Julian » Do 31. Aug 2017, 15:33

Adam Smith hat geschrieben:(31 Aug 2017, 15:22)

Eine türkische, chinesische, kurdische Kultur dürfte es dann auch nicht geben.


Und auch keine deutsche Erinnerungskultur, den spezifisch deutschen Blick auf die eigene Geschichte, mit all ihren Höhepunkten und Verfehlungen.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Provokateur » Do 31. Aug 2017, 15:34

Adam Smith hat geschrieben:(31 Aug 2017, 15:27)

Es wird nur verlangt sich an Dinge zu halten die auch in den Heimatländern oder Herkunftsländern eine Straftat darstellen. Problematisch wird es, wenn man hier erfolgreich sein soll oder gerne wäre.


Neee, manches was hier erlaubt ist, ist in den Heimatländern verboten (Frauen, die mit männlichen Begleitern rausgehen, die nicht zum engsten Familienkreis gehören zum Beispiel) und manches, was dort erlaubt ist, ist hier verboten (weibliche Genitalverstümmelung oder Vielehe).

Das entscheidet aber nur über "Knast oder nicht Knast".
Über das "Dazugehören", was Integration im Wortsinne ja bedeutet, entscheiden andere Dinge.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Adam Smith » Do 31. Aug 2017, 15:38

Provokateur hat geschrieben:(31 Aug 2017, 15:34)

Neee, manches was hier erlaubt ist, ist in den Heimatländern verboten (Frauen, die mit männlichen Begleitern rausgehen, die nicht zum engsten Familienkreis gehören zum Beispiel) und manches, was dort erlaubt ist, ist hier verboten (weibliche Genitalverstümmelung oder Vielehe).

Das entscheidet aber nur über "Knast oder nicht Knast".
Über das "Dazugehören", was Integration im Wortsinne ja bedeutet, entscheiden andere Dinge.

Das sind Probleme die jetzt aber nicht die Deutschen betreffen. Ausser aus Deutschland wird ein Gottesstaat.
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Adam Smith » Do 31. Aug 2017, 15:39

Julian hat geschrieben:(31 Aug 2017, 15:33)

Und auch keine deutsche Erinnerungskultur, den spezifisch deutschen Blick auf die eigene Geschichte, mit all ihren Höhepunkten und Verfehlungen.

Der Geist der stets verneint ist hier am Werke.
Das ist Kapitalismus:

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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon imp » Do 31. Aug 2017, 15:42

Provokateur hat geschrieben:(31 Aug 2017, 15:18)

Integration bedeutet ja "sich einfügen". Wenn es nichts gibt, in das man sich einfügen könnte, ist der Job der Integratonsbeauftragten sehr einfach.

Es läuft dann nämlich in drei Schritten:
1) Schön, dass du da bist.
2) Wir haben Berge und Strand.
3) Also, dann bin ich jetzt fertig! Puh, das war mal wieder anstrengend!

Nix kompliziertes, kein fordern und fördern (das produziert nur Papier), keine Anstrengung fordern von keiner Seite. Alles super!

Geld gibt es dann immer zum ersten.

Da lacht der Rep-Stammtisch über den jungen Kameraden. Also nicht auf dich bezogen, aber auf den Schenkelklopfer hier und auf jemanden, der ihn gerade erzählt haben könnte. Rein fiktiv.

In der Tat gibt es bei uns eine Vielfalt von Lebensarten, die man toll oder weniger toll finden kann, die aber kein öffentlicher Skandal sind und jeder macht so seines. Das ist für die Integration an sich kein Problem - in Teilen greift der Ankommende dieses oder jenes auf, in Teilen fügt er Mitgebrachtes hinzu und was heute neu ist, ist morgen eine von vielen denkbaren Nischen. Da hat die Integrationsbeauftragte nicht danebengehauen. Problematisch für jemanden, der entweder Migranten sein eigenes nicht mehrheitsfähiges Deutschlandbild verbindlich machen will oder eine Leerformel aufstellen will, die praktisch nicht zu befriedigen geht. Beides unterstelle ich jenem fiktiven Stammtischneuling, nicht dir.

Was es aber nicht bedeutet: Selbstverständlich ist Deutschland nicht beliebig, und im Rahmen von Grundgesetz und Strafgesetzbuch geht hier vieles nicht, das in anderen Ländern vielleicht legal ist oder dort zwar praktiziert wird, aber laut Gesetzbuch auch verboten wäre. Auch der Erwerb der Sprache, vorzeigbarer Qualifikationszeugnisse, das Klarkommen mit allgemeinen Konventionen. Da sind wir im Bereich Fördern inzwischen halbwegs gut aufgestellt und im Bereich Fordern noch viel besser, wie man jeder Userkommentar-Spalte in jeder Zeitung im Internet entnehmen kann. Da gibt es auch vieles, das fehlt oder das kritikabel ist.

Man muss schon unterscheiden: Dass Menschen mit dem Gebetsteppich sich im Park versammeln und dergleichen, das ist vielleicht neu und unerhört, aber auch kein Problem, da muss der Staat nichts tun. Wenn aber jemand einen umbringt, dann wird das Gericht nach unserem Gesetzbuch urteilen. Wenn einer unsere Lebensmittelhygiene missachtet, wenn einer Sex mit Kindern will, wenn einer die Mehrwertsteuer einspart, wenn einer seiner Tochter Freiheitsrechte vorenthalten will, dann ist der Staat zur Stelle. Dem hat die Integrantante auch nicht wiedersprochen. Aber das sage ich jetzt mehr zur Allgemeinheit.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Provokateur » Do 31. Aug 2017, 15:44

Adam Smith hat geschrieben:(31 Aug 2017, 15:38)

Das sind Probleme die jetzt aber nicht die Deutschen betreffen. Ausser aus Deutschland wird ein Gottesstaat.


Die zu Integrierenden müssen sich halt mehr ändern als das die Deutschen müssen. Vor allem im Zweifel ihre EInstellungen und Ansichten. Das ist der Deal.

Die Deutschen hingegen müssen diese Integrationsbemühungen auch zulassen. Und denjenigen, der sich hier voll einfügt, belohnen. So Geschichten wie Bivsi (die ja wohl gymnasiale Einserschülerin ist) und die der albanischen Familie, wo der Vater in der freiwilligen Feuerwehr war und die trotzdem abgeschoben wurde, dürfen sich nicht wiederholen.

Einer, der klaut, kann gerne dahin zurückgehen, wo er herkommt. Und dort kriminell sein. Das ist keine Integration.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon ThorsHamar » Do 31. Aug 2017, 15:48

JJazzGold hat geschrieben:(31 Aug 2017, 11:02)


Bleib nur ruhig in Berlin, es muss sich ja irgenewer um dessen Aufbau kümmern und die preussische Kultur am Leben erhalten. ;)


Das hast Du jetzt schön gesagt .... :)
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon ThorsHamar » Do 31. Aug 2017, 15:53

Provokateur hat geschrieben:(31 Aug 2017, 15:44)

... So Geschichten wie Bivsi (die ja wohl gymnasiale Einserschülerin ist) und die der albanischen Familie, wo der Vater in der freiwilligen Feuerwehr war und die trotzdem abgeschoben wurde, dürfen sich nicht wiederholen.

Einer, der klaut, kann gerne dahin zurückgehen, wo er herkommt. Und dort kriminell sein. Das ist keine Integration.


Der Vater war bei der Einreise schon kriminell und war nach der Entdeckung des Betruges nicht bereit, die Konsequenzen zu tragen!
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Provokateur » Do 31. Aug 2017, 16:30

ThorsHamar hat geschrieben:(31 Aug 2017, 15:53)

Der Vater war bei der Einreise schon kriminell und war nach der Entdeckung des Betruges nicht bereit, die Konsequenzen zu tragen!


Es geht um das Mädchen. Den Vater kann man später abschieben.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon imp » Do 31. Aug 2017, 16:43

Provokateur hat geschrieben:(31 Aug 2017, 16:30)

Es geht um das Mädchen. Den Vater kann man später abschieben.

Der Vater ist Sushi-Koch und bezahlt brav seine Steuern. Er hat sich halt durch seinen falschen Namen in ein Problem begeben, aus dem er ohne Sorge sofortiger Abschiebung nur schwer wieder heraus kommen kann. Nachdem das nun offen eingeräumt ist, sollte die Familie einen Weg suchen, alles legal und sauber zu sortieren und die Behörden sollten es nicht schwerer als nötig machen. Warum sollten wir uns das entgehen lassen?
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon hallelujah » Do 31. Aug 2017, 19:12

Das Gequatsche um Leitkultur geht doch vollkommen an der Realität vorbei.
Ein Migrant kann sich doch nicht in Deutschland integrieren, sondern immer nur in einem ganz kleinen Umfeld (Dorf, Wohnsiedlung, Arbeitsplatz, Freizeit).

Den 10-Punkte-Plan von De Maizière halte ich für belangloses, wenig aussagekräftiges Gequatsche.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 94262.html


"Bei Demonstrationen haben wir ein Vermummungsverbot.“ Der Punkt schließt mit den Worten: „Wir zeigen unser Gesicht. Wir sind nicht Burka.“"

Achso, dann sind das auf Demos überhaupt keine autonomen Linke/Rechte, sondern Burkas. Muss mir doch mal jemand sagen... :D
Gäbe es einen Gott, hätte er keine Religionen erschaffen.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon imp » Do 31. Aug 2017, 19:17

hallelujah hat geschrieben:(31 Aug 2017, 19:12)

Das Gequatsche um Leitkultur geht doch vollkommen an der Realität vorbei.
Ein Migrant kann sich doch nicht in Deutschland integrieren, sondern immer nur in einem ganz kleinen Umfeld (Dorf, Wohnsiedlung, Arbeitsplatz, Freizeit).

Den 10-Punkte-Plan von De Maizière halte ich für belangloses, wenig aussagekräftiges Gequatsche.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 94262.html


"Bei Demonstrationen haben wir ein Vermummungsverbot.“ Der Punkt schließt mit den Worten: „Wir zeigen unser Gesicht. Wir sind nicht Burka.“"

Achso, dann sind das auf Demos überhaupt keine autonomen Linke/Rechte, sondern Burkas. Muss mir doch mal jemand sagen... :D

Da ist so viel dummes Zeug bei. Stellenweise gilt Sonnenbrille als Vermummungen.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon hallelujah » Do 31. Aug 2017, 19:27

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(31 Aug 2017, 19:17)

Da ist so viel dummes Zeug bei. Stellenweise gilt Sonnenbrille als Vermummungen.



Ja.
Wenn man den 10-Punkte-Plan einem Migranten vorlegt, wird er die gleiche Reaktion zeigen wie ich "was soll der Scheiss?"

Wenn ich in ein anderes Land auswandern würde, würde ich mir vorher einen grobe Überblick verschaffen. Die Integration VOR ORT ist dann aber wieder eine ganz andere Sache, die mit dämlichen 10-Punkte-Plänen nicht mehr viel zu tun hat.
Glaubt der Mann im ernst, in Hintertupfingen wird die "Leitkultur" genauso gelebt wie in Berlin? Der Mann hat doch einen Schaden...
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon ThorsHamar » Do 31. Aug 2017, 20:22

Provokateur hat geschrieben:(31 Aug 2017, 16:30)

Es geht um das Mädchen. Den Vater kann man später abschieben.


Es geht um den betrügerischen Vater, der ursächlich allein verantwortlich ist!
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Alpha Centauri » Do 31. Aug 2017, 23:31

hallelujah hat geschrieben:(31 Aug 2017, 19:12)

Das Gequatsche um Leitkultur geht doch vollkommen an der Realität vorbei.
Ein Migrant kann sich doch nicht in Deutschland integrieren, sondern immer nur in einem ganz kleinen Umfeld (Dorf, Wohnsiedlung, Arbeitsplatz, Freizeit).

Den 10-Punkte-Plan von De Maizière halte ich für belangloses, wenig aussagekräftiges Gequatsche.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 94262.html


"Bei Demonstrationen haben wir ein Vermummungsverbot.“ Der Punkt schließt mit den Worten: „Wir zeigen unser Gesicht. Wir sind nicht Burka.“"

Achso, dann sind das auf Demos überhaupt keine autonomen Linke/Rechte, sondern Burkas. Muss mir doch mal jemand sagen... :D


Ja genau richtig. Die sogenannte Diskussion um eine vermeintliche "Leitkultur" ist nur Realität fernes Geschwätz mehr nicht.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Zunder » Do 31. Aug 2017, 23:49

In diesem Strang geht es nicht um den Begriff der "Leitkultur", der mancher Hinsicht durchaus ein Geschmäckle hat, sondern um die Frage, ob es so etwas wie eine deutsche Kultur gibt. Einige scheinen mit der Kulturtechnik des Lesens jedenfalls nicht so richtig vertraut zu sein.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon hallelujah » Fr 1. Sep 2017, 05:26

Zunder hat geschrieben:(31 Aug 2017, 23:49)

In diesem Strang geht es nicht um den Begriff der "Leitkultur", der mancher Hinsicht durchaus ein Geschmäckle hat, sondern um die Frage, ob es so etwas wie eine deutsche Kultur gibt. Einige scheinen mit der Kulturtechnik des Lesens jedenfalls nicht so richtig vertraut zu sein.


Die beiden Begriffe sind nur schwer voneinander abzugrenzen, da eine verbindende Kultur schließlich eine Leitkultur darstellen soll.
Zudem ist dieser Strang zeitgleich zu einer laufenden Diskussion im AfD-Strang entstanden, wo sie eigentlich nicht hingehört.

Es stellt sich mir aber auch die Frage, welchen Sinn das alles ergeben soll. Ich fühle mich mit anderen Menschen aufgrund von Sympathie verbunden, nicht aufgrund irgendwelcher dubioser gemeinsamen kulturellen Werte...
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Provokateur » Fr 1. Sep 2017, 06:48

hallelujah hat geschrieben:(01 Sep 2017, 05:26)

Die beiden Begriffe sind nur schwer voneinander abzugrenzen, da eine verbindende Kultur schließlich eine Leitkultur darstellen soll.
Zudem ist dieser Strang zeitgleich zu einer laufenden Diskussion im AfD-Strang entstanden, wo sie eigentlich nicht hingehört.

Es stellt sich mir aber auch die Frage, welchen Sinn das alles ergeben soll. Ich fühle mich mit anderen Menschen aufgrund von Sympathie verbunden, nicht aufgrund irgendwelcher dubioser gemeinsamen kulturellen Werte...


Die Frage ist, ob eine Sympathie überhaupt entstehen kann, wenn jemand zu spät kommt (Pünktlichkeit ist Kultur), stinkt (Körperhygiene ist Kultur) und schmatzt (Tischsitten sind Kultur).
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 1. Sep 2017, 07:00

gödelchen hat geschrieben:(31 Aug 2017, 14:16)

Falsch ! Weiß nicht wo du das her hast, aber aus naturwissenschaftlich oder philosophisch gültigen Denkgesetzen nicht. Begründung...es gibt nichts, was auf nichts gründet.


Das wird mit meiner Aussage, dass eine kulturelle Leistung die Neu-Wiederherstellung einer Verknüpfung, Verbindung umfasst, auch gar nicht bestritten. Aber diese ist eine individuelle Leistung. Und selbst wenn sie nur in einer Neu-Bewertung oder Neu-Wiederherstellung besteht, setzt sie in ihrem Anfang zunächst eine Loslösung voraus. Ein noch besseres Beispiel dafür als die Zwölftontechnik als Fortführung der Wiener Klassik ist vielleicht die Neu-Wiederentdeckung der Musik des damals seit Jahrzehnten nicht mehr aufgeführten Johann Sebastian Bach durch Mendelssohn-Bartholdy. Eine schöpferische Leistung an deren Anfang ohne Zweifel eine nonkonformistische Loslösung, vom aktuellen Zeitgeist nämlich, steht. Und gleichzeitig wird niemand behaupten, Bach wäre ein Phänomen, das sich "auf nichts" gründet.

Die Argumentation macht in diesem Thread allerdings nur einen Sinn, wenn man versucht, sie genau auf die Fragestellung zu beziehen: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur. "Verbindend" ist das Antonym von "Auseinanderstrebend" und die Suche nach einer verbindenden Kultur erweist sich somit gar nicht als Wunsch nach Kreativität sondern als Wunsch, "Kultur" möge als eine Art soziologischer Kitt für eine auseinanderdriftende Gesellschaft dienlich sein. In meinen Augen liefe das auf einen höchst bedauerlichen Missbrauch eines an sich sehr positiven Begriffs hinaus.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 1. Sep 2017, 07:06

hallelujah hat geschrieben:(01 Sep 2017, 05:26)
Es stellt sich mir aber auch die Frage, welchen Sinn das alles ergeben soll. Ich fühle mich mit anderen Menschen aufgrund von Sympathie verbunden, nicht aufgrund irgendwelcher dubioser gemeinsamen kulturellen Werte...

Völlig richtig! Und einer (von etlichen) Aspekten, aus denen heraus bei mir Sympathie entsteht, besteht im Angebot einer erweiternden Kulturerfahrung. Die logischerweise - zwar nicht notwendigerweise im Widerspruch - aber doch wesentlich eben aus einem über einen Bestand Hinausweisendem besteht.
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