Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

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Gruwe
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Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

Beitragvon Gruwe » Mi 20. Jan 2016, 16:23

Hallo,

ich hab zu dem Thema leider noch nichts gefunden, würde aber dennoch gerne mal zu dem Thema hier diskutieren!

In den letzten Jahren steigen (zumindest gefühlt) die Meldungen und Berichte über pädophile Übergriffe. Ein Thema, dass die
Gesellschaft immer wieder ordentlich in Wallung bringt und die, aus subjektiver Sicht, viel zu geringen Strafen für Straftäter
angeprangert werden.

Nach längeren Überlegungen und kritischem Hinterfragen dieses Thema meinerseits, möchte ich folgende These aufstellen und diskutieren:

Trägt die Gesellschaft, durch die extreme Stigmatisierung der Pädophilie, eine Mitschuld an pädophilen Übergriffen?

Ich möchte erstmal meine These erläutern:
Angefangen das Thema zu hinterfragen habe ich vor einiger Zeit, als ich einen Fernsehbericht über einen Pädophilen gesehen habe, der jedoch rechtzeitig in Behandlung ist. Der behandelnde Arzt vertrat die Auffassung, dass es sich bei Pädophilie um eine sexuelle Orientierung handele, wie Homosexualität oder Heterosexualität eben auch. In der Fachwelt wird scheinbar immer noch diskutiert, ob dies zutrifft oder ob es sich doch um eine Krankheit handelt. Aus meiner Sicht spielt dies aber keine Rolle. Auf jeden Fall hat der Pädophile in dem Bericht, bevor er tatsächlich zu pädophilen Handlungen kommt, sich in ärztliche Behandlung gegeben. Dort wird er nun "künstlich kastriert", d.h. er bekommt eine Spritze in den Nacken und wird dann für eine gewissen Zeitraum Asexuell, bis er wieder eine neu Spritze benötigt. Er hat nun wohl keine pädophilen "Gedanken" mehr.

Nun gut, es scheint also als gäbe es eine medizinische Behandlung, um dies zu unterdrücken. Die Frage die sich mir jetzt stellt ist, warum nicht mehr Pädophile diese Behandlung durchführen lassen? Nun, scheinbar ist es eben so, durch diese extreme Stigmatisierung der Pädophilie, dass sich die Pädophilen nicht trauen in Behandlung zu gehen bevor es tatsächlich zu einer Straftat kommt, da sie befürchten von der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden. Diese "hoffen" wohl, dass sie sich unter Kontrolle halten können und verzichten daher auf eine Behandlung. Allzu oft schaffen diese es dann wohl doch nicht und werden dann eben irgendwann straffällig.

Würde man diese Stigmatisierung in der Gesellschaft nun aufgeben und die Pädophilen bräuchten keine Angst mehr vor Ausschluss aus der Gesellschaft haben müssen und würden sich daher wohl eher in Behandlung geben, dann könnte man dadurch doch viele (wenn auch womöglich nicht alle) diese Straftaten verhindern. Dies ist zumindest meine, ganz persönliche Ansicht. Darauf aufbauend habe ich auch meine Meinung zu Pädophilie mittlerweile geändert. Für mich wird ein Pädophiler daher erst zu einem zu bestrafenden Menschen, wenn dieser tatsächlich auch eine Straftat begeht, und keine Sekunde eher. Straftaten gegen Kinder müssen bestraft werden, da bestehen keinerlei Zweifel. Aber was bringt dem missbrauchten Kind das denn, wenn der Täter bestraft wird, wenn es die Möglichkeit gegeben hätte, durch die Änderung der Denkweise der Gesellschaft die Straftat gänzlich verhindern zu können?

Ich weiss, ich sehe dafür eigentlich kaum Chancen dass diese Denkweise sich in naher Zukunft in der Gesellschaft etablieren kann. Nichtsdestotrotz würde ich mal eure Meinungen zu meiner These hören und diese dann auch entsprechend diskutieren können!

Danke!

PS.: Sollte es mir nicht gelungen sein, den Sachverhalt/meine Meinung in dem Text nicht hinreichend genau darzulegen, bitte ich um entsprechenden Hinweis. Ich möchte nicht, dass es bei diesem hochsensiblen Thema, zu allgemeinen Verständnisschwierigkeiten kommt!
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Re: Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

Beitragvon Nathan » Mi 20. Jan 2016, 16:42

Auch wenn Pädophile keine "Ungeheuer" sind sondern kranke Menschen kann man Pädophilie nicht betrachten wie etwa einen Klumpfuß, eine Art "Schönheitsfehler". Ein Pädophiler ist eine ständige Gefahr für die Gesellschaft. Dass sich Pädophile nicht trauen, sich einem Arzt zu offenbaren und sich wie auch immer behandeln zu lassen (vorausgesetzt, das geht wirklich), weil sie Angst vor einer "Stigmatisierung" haben, kann ich nur als Vorwand werten, denn immerhin gibt es in Deutschland eine strenge Verschwiegenheitspflicht für Ärzte. Auf Wunsch kann jede Unterredung mit einem Arzt unter vier Augen stattfinden, ohne Sprechstundenhilfe etc., und auch das Krankenblatt bekommt keinen roten Stempel "Vorsicht, Pädophilie".

Pädophilie als "sexuelle Orientierung" zu verharmlosen ist darüber hinaus ein schwerer Fehler. Wir sprechen hier von Kindern, die noch nicht in der Lage sind, ihr sexuelles Selbstbestimmungsrecht auszuüben. Da ist jeder sexuelle Kontakt aus gutem Grund streng verboten.
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Re: Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

Beitragvon Gruwe » Mi 20. Jan 2016, 16:53

Nathan hat geschrieben:(20 Jan 2016, 16:42)

Auch wenn Pädophile keine "Ungeheuer" sind sondern kranke Menschen kann man Pädophilie nicht betrachten wie etwa einen Klumpfuß, eine Art "Schönheitsfehler". Ein Pädophiler ist eine ständige Gefahr für die Gesellschaft. Dass sich Pädophile nicht trauen, sich einem Arzt zu offenbaren und sich wie auch immer behandeln zu lassen (vorausgesetzt, das geht wirklich), weil sie Angst vor einer "Stigmatisierung" haben, kann ich nur als Vorwand werten, denn immerhin gibt es in Deutschland eine strenge Verschwiegenheitspflicht für Ärzte. Auf Wunsch kann jede Unterredung mit einem Arzt unter vier Augen stattfinden, ohne Sprechstundenhilfe etc., und auch das Krankenblatt bekommt keinen roten Stempel "Vorsicht, Pädophilie".


Vielleicht wissen das die Pädophilen nicht? Oder aber sie haben trotzdem Angst davor, auch wenn diese aus deiner Sicht unbegründet sein mag. Wenn du der Meinung bist, dass diese eine ständige Gefahr sind, wäre das dann deiner Meinung nach nicht der Punkt, indem dann auch ein Arzt handeln und dies melden muss? Ist dann im Endeffekt diese Angst nicht dann doch wieder begründet?


Pädophilie als "sexuelle Orientierung" zu verharmlosen ist darüber hinaus ein schwerer Fehler.


Also ich kann mich noch ganz gut etwa 20 Jahre zurückerinnern. Da war auch die Meinung Homosexualität als sexuelle Orientierung zu verharmlosen als Fehler angesehen, Homosexualität war in den Augen der Gesellschaft ebenfalls eine Krankheit. Diese Einstellung hat sich ja zum Glück geändert!


Wir sprechen hier von Kindern, die noch nicht in der Lage sind, ihr sexuelles Selbstbestimmungsrecht auszuüben. Da ist jeder sexuelle Kontakt aus gutem Grund streng verboten.


Da bin ich ja ganz bei dir! Dennoch frage ich mich, wieso man Pädophile unter Generalverdacht stellen sollte, solange diese nicht straffällig geworden sind? Das könnte ich dann zu etlichen anderen Straftatbeständen auch entsprechend tun, oder?
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Re: Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 20. Jan 2016, 16:55

Ich halte es für wahrscheinlicher, dass Pädophile es ganz normal finden, Kinder für ihre sexuellen Bedürfnisse zu missbrauchen und gar nicht auf die Idee kommen, vorab zum Arzt zu gehen.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

Beitragvon Dingo » Mi 20. Jan 2016, 17:03

Es gibt durchaus Pädophile, denen klar ist, daß es ein Verbrechen wäre, ihre Phantasien auszuleben. Ob nun zum Schutz ihrer selbst (um nicht straffällig zu werden) oder zum Schutz der Kinder, es gibt durchaus Pädophile, die Hilfe suchen, damit sie ihre "Neigung", um es jetzt mal so zu nennen, nicht ausleben.
Ich bin ein Flüchtlingskind.

Sollten weiterführende Links auf Seiten, die ich verlinke, zu Inhalten führen, die als Gewaltaufruf verstanden werden könnten, so mache ich mir diese ausdrücklich nicht zu eigen.
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Re: Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

Beitragvon Teeernte » Mi 20. Jan 2016, 17:03

Die öffentliche Diskussion ist durch GRÜNE und FDP mit der Diskussion um die HERABSETZUNG des SCHUTZ-Alters gekommen.

Hier gab es Vorschläge auf "9" Jahre herunterzugehen.... (????und der GV mit 14 Jährigen sei ja bereits jetzt NORMAL?????) .

Man schätzt in D 250.000 Pädophile......die man HOFFTE - als Wähler einer der o.g. Parteien zu werben.

Nach öffentlicher Diskussion und WÄHLERVERLUST hat man nun schnell wieder umgelenkt - und will davon nichts mehr wissen.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

Beitragvon Gruwe » Mi 20. Jan 2016, 18:06

Tom Bombadil hat geschrieben:(20 Jan 2016, 16:55)

Ich halte es für wahrscheinlicher, dass Pädophile es ganz normal finden, Kinder für ihre sexuellen Bedürfnisse zu missbrauchen und gar nicht auf die Idee kommen, vorab zum Arzt zu gehen.


Das mag ja gut sein, dass dies so ist. Aber kannst du das für alle Fälle garantieren? Wenn auch nur ein Kind durch die von mir angesprochene Präventivmaßnahme geschützt werden kann, so hätte sich dies ja schon gelohnt. Umso mehr es wären, desto besser natürlich!

Allerdings müssten dann auch weniger Menschen verurteilt und bestraft werden und der gemeine Mob hätte weniger zu schimpfen! :x
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Re: Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

Beitragvon Gruwe » Mi 20. Jan 2016, 18:08

Teeernte hat geschrieben:(20 Jan 2016, 17:03)

Die öffentliche Diskussion ist durch GRÜNE und FDP mit der Diskussion um die HERABSETZUNG des SCHUTZ-Alters gekommen.

Hier gab es Vorschläge auf "9" Jahre herunterzugehen.... (????und der GV mit 14 Jährigen sei ja bereits jetzt NORMAL?????) .

Man schätzt in D 250.000 Pädophile......die man HOFFTE - als Wähler einer der o.g. Parteien zu werben.

Nach öffentlicher Diskussion und WÄHLERVERLUST hat man nun schnell wieder umgelenkt - und will davon nichts mehr wissen.


Braucht es denn wirklich ein Schutzalter? Gemäß Definition ist Pädophilie bzw. die anschließende Hebephilie ja durch die biologische "Grenze" der Körperentwicklung beschrieben.
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Re: Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 20. Jan 2016, 18:20

Gruwe hat geschrieben:(20 Jan 2016, 18:06)

Aber kannst du das für alle Fälle garantieren?

Warum sollte ich das garantieren können? Gibt es eigentlich irgendwelche Informationen zu deiner Präventivmaßnahme? Kannst DU garantieren, dass sie zu 100% wirkt und keine Kinder mehr missbraucht werden?
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Re: Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

Beitragvon Gruwe » Mi 20. Jan 2016, 18:24

Tom Bombadil hat geschrieben:(20 Jan 2016, 18:20)

Warum sollte ich das garantieren können? Gibt es eigentlich irgendwelche Informationen zu deiner Präventivmaßnahme? Kannst DU garantieren, dass sie zu 100% wirkt und keine Kinder mehr missbraucht werden?


Nein, ist aber auch unnötig, da es auch Sinn machen würde, wenn auch nur 5-10% der Fälle dadurch verhindert werden könnten. Umgekehrt sprechen aber 95% der Fälle, in denen es keine Wirkung zeigt, nicht dagegen, diese Präventivmaßnahme zu nutzen.
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Re: Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 20. Jan 2016, 18:25

Teeernte hat geschrieben:(20 Jan 2016, 17:03)

Die öffentliche Diskussion ist durch GRÜNE und FDP mit der Diskussion um die HERABSETZUNG des SCHUTZ-Alters gekommen.

Hier gab es Vorschläge auf "9" Jahre herunterzugehen.... (????und der GV mit 14 Jährigen sei ja bereits jetzt NORMAL?????) .

Man schätzt in D 250.000 Pädophile......die man HOFFTE - als Wähler einer der o.g. Parteien zu werben.

Nach öffentlicher Diskussion und WÄHLERVERLUST hat man nun schnell wieder umgelenkt - und will davon nichts mehr wissen.

Aber Teeernte, darum ging es doch hier nicht.
Die Frage war, ob die Gesellschaft durch die Stigmatisierung der Pädophilen, Schuld an angeblich vermehrten Übergriffen
auf Kinder, hat.
Die Frage ist doch einfach zu beantworten.
Nein, die Gesellschaft trägt an diesem Fehlverhalten keine Schuld.
Die alleinige Verantwortung liegt beim Täter!
Allerdings gibt es für pädophil veranlagte Menschen zu wenig Hilfsangebote.
Hier ist wiederum die Gesellschaft gefragt.
Im übrigen fallen pädophile Persönlichkeiten nicht vom Himmel,
sie werden in unserer Gesellschaft sozialisiert.
Wer genau hinsieht ist klar im Vorteil.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

Beitragvon Gruwe » Mi 20. Jan 2016, 18:31

Ich habe hier mal etwas interessantes gefunden: http://www.schicksal-und-herausforderung.de/fileadmin/user_upload/Pfirrmann_Zusammenfassung_MA.pdf

Die Mehrzahl der Befragten empfindet ihre sexuelle Präferenz als normal. Dennoch
erkennen viele an, dass sie ein Attribut besitzen, welches sie von ihrem Umfeld abgrenzt und
dazu führt, dass dieses Umfeld sie teilweise sogar als gefährlich einstuft.

..

Dies kann zu Angst und Selbsthass während des Coming-Ins
führen, die nichts mit den Gefühlen an sich, sondern mit den stigmatisierenden Einflüssen
von außen zu tun haben.


Die äußeren stigmatisierenden Einflüsse führen also zu Selbsthass und Angst. Damit könnte man meiner Meinung nach durchaus verbinden, dass eben wirklich viele keine Hilfe suchen, da sie Angst haben oder durch den entwickelten Selbsthass selber der Meinung sind, dass sich dies nicht ändern bzw. behandeln lässt.
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Re: Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

Beitragvon Gruwe » Mi 20. Jan 2016, 18:34

Bielefeld09 hat geschrieben:(20 Jan 2016, 18:25)

Aber Teeernte, darum ging es doch hier nicht.
Die Frage war, ob die Gesellschaft durch die Stigmatisierung der Pädophilen, Schuld an angeblich vermehrten Übergriffen
auf Kinder, hat.
Die Frage ist doch einfach zu beantworten.
Nein, die Gesellschaft trägt an diesem Fehlverhalten keine Schuld.
Die alleinige Verantwortung liegt beim Täter!
Allerdings gibt es für pädophil veranlagte Menschen zu wenig Hilfsangebote.
Hier ist wiederum die Gesellschaft gefragt.
Im übrigen fallen pädophile Persönlichkeiten nicht vom Himmel,
sie werden in unserer Gesellschaft sozialisiert.
Wer genau hinsieht ist klar im Vorteil.


Wo werden pädophile denn in unserer Gesellschaft sozialisiert?

Ich finde du machst es dir mit "Die alleinige Verantwortung liegt beim Täter" etwas zu leicht. Wenn etwa ein dauerhaft von der Gesellschaft gemobbter/ausgeschlossener/wasauchimmer Mensch irgendwann deswegen durchdreht, siehst du keine Teilschuld bei der Gesellschaft? Das erlebe ich in den ganzen Diskussionen zum Thema Mobbing (insb. heute wenn wir beim Thema Internet-/Facebook-Mobbing sind) aber doch ein wenig anders.
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Re: Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

Beitragvon Umetarek » Mi 20. Jan 2016, 18:35

Soweit ich das einschätzen kann, geht mit der Spritze nicht nur die sexuelle Lust an Kindern flöten, sondern vermutlich jede sexuelle Lust und vermutlich auch sonstige Gefühlspeaks. Als dauerhafte freiwillige Lösung schwierig.
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Re: Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 20. Jan 2016, 18:36

Nathan hat geschrieben:(20 Jan 2016, 16:42)Pädophilie als "sexuelle Orientierung" zu verharmlosen ist darüber hinaus ein schwerer Fehler. Wir sprechen hier von Kindern, die noch nicht in der Lage sind, ihr sexuelles Selbstbestimmungsrecht auszuüben. Da ist jeder sexuelle Kontakt aus gutem Grund streng verboten.

ich war damals 12 jahre. wir spielten mit den kindern aus unserm teil der straße ein spiel aus indonesien. dafür braucht man 2 stöckchen: eines von 10 und eines von 30 cm. ein mann schaute eine weile zu und sagte darauf, daß er bessere stöckchen machen konnten. am mittwochmittag, als wir schulfrei hatten, mußten wir bei ihm entlang kommen.
der tag darauf kam der vater von meinen freunden und sagte mir, ich sollte nicht gehen, denn der mann hatte bösartige pläne. er redete auch mit den eltern. erst dann verstand ich, daß hier rede war von einem pädophil. nur, es wurde so logisch gebracht. fast kein kind würde hierbei an sowas denken.

naiv? arglos? zu beschützt erzogen? vllt alles zusammen. damals war die gesellschaft jedenfalls sozialer. nachbarn paßten auch auf.
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Re: Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

Beitragvon Adam Smith » Mi 20. Jan 2016, 18:37

Gruwe hat geschrieben:(20 Jan 2016, 18:31)

Ich habe hier mal etwas interessantes gefunden: http://www.schicksal-und-herausforderung.de/fileadmin/user_upload/Pfirrmann_Zusammenfassung_MA.pdf



Die äußeren stigmatisierenden Einflüsse führen also zu Selbsthass und Angst. Damit könnte man meiner Meinung nach durchaus verbinden, dass eben wirklich viele keine Hilfe suchen, da sie Angst haben oder durch den entwickelten Selbsthass selber der Meinung sind, dass sich dies nicht ändern bzw. behandeln lässt.


Wenn jetzt eine Person z.B. sagt, dass sie gerne Häuser anzündet, dann lässt sich die Stigmatisierung nicht verhindern.
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
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Re: Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

Beitragvon Gruwe » Mi 20. Jan 2016, 18:41

Umetarek hat geschrieben:(20 Jan 2016, 18:35)

Soweit ich das einschätzen kann, geht mit der Spritze nicht nur die sexuelle Lust an Kindern flöten, sondern vermutlich jede sexuelle Lust und vermutlich auch sonstige Gefühlspeaks. Als dauerhafte freiwillige Lösung schwierig.


Sicher! Allerdings momentan die einzig wirklich wirksame, oder?
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Re: Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

Beitragvon Gruwe » Mi 20. Jan 2016, 18:43

Adam Smith hat geschrieben:(20 Jan 2016, 18:37)

Wenn jetzt eine Person z.B. sagt, dass sie gerne Häuser anzündet, dann lässt sich die Stigmatisierung nicht verhindern.


Auch, wenn der Gesellschaft bewusst ist, dass durch die Nicht-Stigmatisierung verhindert werden kann, dass dieserjenige Häuser anzündet?
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Re: Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 20. Jan 2016, 18:46

Gruwe hat geschrieben:(20 Jan 2016, 18:24)

Nein, ist aber auch unnötig, da es auch Sinn machen würde, wenn auch nur 5-10% der Fälle dadurch verhindert werden könnten. Umgekehrt sprechen aber 95% der Fälle, in denen es keine Wirkung zeigt, nicht dagegen, diese Präventivmaßnahme zu nutzen.

Nochmal die wichtigere Frage: gibt es eigentlich irgendwelche Informationen zu der Präventivmaßnahme?
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Re: Pädophilie - Ist die Stigmatisierung schuld?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 20. Jan 2016, 18:48

Gruwe hat geschrieben:(20 Jan 2016, 18:43)

Auch, wenn der Gesellschaft bewusst ist, dass durch die Nicht-Stigmatisierung verhindert werden kann, dass dieserjenige Häuser anzündet?

Dadurch wird aber nicht verhindert, dass der Pädophile Kinder missbraucht. Wenn überhaupt wird das mit der Spritze verhindert.
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