Flüchtlinge müssen ihr Vermögen abgeben

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hafenwirt
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Re: Flüchtlinge müssen ihr Vermögen abgeben

Beitragvon hafenwirt » Sa 16. Jan 2016, 19:03

Fakt ist doch, ob man nun dafür oder dagegen ist, bei dem Thema Flüchtlinge müssen ihr Vermögen abgeben geht es nur noch um ideologische Grabenkämpfe von den Linken und Rechten statt Diskussion. Man darf nix sagen, ohne gleich Nazi genannt zu werden. War ja wieder klar. Beide Seiten sind verblendet, zum Glück gehöre ich weder der Einen noch der Anderen an.
Dingo
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Re: Flüchtlinge müssen ihr Vermögen abgeben

Beitragvon Dingo » Sa 16. Jan 2016, 20:30

Ich habe das gestern im Radio gehört. Dort hieß es auch: Die beschlagnahmten Vermögenswerte werden zurückgegeben, wenn der Besitzer innerhalb von sieben Monaten wieder ausreise.

Nun ist z.B. der Syrienkonflikt vermutlich in sieben Monaten nicht beendet. Was passiert dann mit dem Geld, wenn die Flüchtlinge noch nicht wieder nach Hause kommen.

Ich kann nachvollziehen, daß die Vermögensverhältnisse offengelegt werden müssen. Ich kann auch nachvollziehen, daß keine staatlichen Gelder fließen, solange noch Vermögen vorhanden ist. Ich könnte sogar noch nachvollziehen, daß "reiche Flüchtlinge" für Unterkunft und Verpflegung zahlen müssen (aber keine Mondpreise für ein Bett in einer Turnhalle).

Aber wenn die Beschlagnahme zur völligen Enteignung führt, falls man nicht binnen kurzer Frist wieder abhaut, kann ich das nicht nachvollziehen.
Ich bin ein Flüchtlingskind.

Sollten weiterführende Links auf Seiten, die ich verlinke, zu Inhalten führen, die als Gewaltaufruf verstanden werden könnten, so mache ich mir diese ausdrücklich nicht zu eigen.
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Cat with a whip
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Re: Flüchtlinge müssen ihr Vermögen abgeben

Beitragvon Cat with a whip » So 17. Jan 2016, 18:06

Alana4 hat geschrieben:(16 Jan 2016, 09:05)

in der Schweiz.
Letztens kam ja eine ähnliche Meldung aus Dänemark. Da war noch von "Beschlagnahme" die Rede, um das Ganze als extrem negativ darzustellen.
Sehe ich aber nicht so. Auch ich muss mein Geld, wenn's böse kommt sogar mein Vermögen, einsetzen, um mein Leben zu finanzieren.
Warum dann nicht auch die Menschen, die herkommen?

So, wie es in dem Artikel beschrieben wird, finde ich diese Vorgehensweise völlig okay.


Kommunismus und Schutzgeld für Asylsuchende völlig okay. :D

Damit pfändet der Staat als Gläubiger das Eigentum bis auf einen fixen Restbetrag von dem man in der Schweiz vielleicht einen Monat leben kann. Das ist sowas wie ein Schutzgeldvertrag für die blose Gewährung von Menschenrechten. Damit werden die Betroffenen per Gesetz mittellos und für den Fall dass sie nie mehr in ihre Heimat können oder in der Schweiz keine Arbeit aufnehmen können ist ihr Schicksal generell im Prekariat besiegelt. Weiterhin tragen sie im Falle einer Arbeitsaufnahme ihre verursachten Kosten in der Schweiz als Arbeiter zweiter Klasse bis zu einer oberen Grenze ab.

Dahinter steht natürlich das Ziel Asylsuchende abzuschrecken und andererseits den eigenen xenophoben Pöbel in seinem Neid zu besänftigen.

Interessant ist noch der Hinweis:
Wer freiwillig wieder ausreist, bekommt das Geld zurück.


Abzüglich der Kosten oder tatsächlich alles was eingangs beschlagnahmt wurde?
Zuletzt geändert von Cat with a whip am So 17. Jan 2016, 18:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Flüchtlinge müssen ihr Vermögen abgeben

Beitragvon Dingo » So 17. Jan 2016, 18:15

Cat with a whip hat geschrieben:(17 Jan 2016, 18:06)
Dahinter steht natürlich das Ziel Asylsuchende abzuschrecken und andererseits den eigenen xenophoben Pöbel in seinem Neid zu besänftigen.
Natürlich. Wer sein gerettetes Vermögen behalten möchte, muß innerhalb von sieben Monaten wieder abhauen. Wessen Fluchtgrund dann immer noch besteht, der hat halt Pech gehabt. Wer z.B. aus gesundheitlichen Gründen nicht rechtzeitig wieder ausreist, hat sein Vermögen dann der Schweiz "geschenkt". :|
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Re: Flüchtlinge müssen ihr Vermögen abgeben

Beitragvon Cat with a whip » So 17. Jan 2016, 18:23

Also wer sich als Aslysuchender länger als sieben Monate aufhält dem wird nach und nach das beschlagnahmte Vermögen (soweit eben vorhanden) entsprechend der Kosten die er bei Verfahren und Sozialhilfe versursacht unter Unständen gepfändet?
Das heißt sein Vermögen kann tatsächlich futsch sein wenn er irgendwann ausgeschafft wird? Das heißt der Satz "Wer freiwillig wieder ausreist, bekommt das Geld zurück" ist eine falsche Darstellung?

Oha, die Schweizer wären dann ja richtige Kommunisten die Wohlhabende abziehen. Machen die das auch so mit Steuerflüchtlingen?
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/sta ... y/25509247
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Re: Flüchtlinge müssen ihr Vermögen abgeben

Beitragvon Cat with a whip » Do 21. Jan 2016, 11:05

In Deutschland ist es ja ähnlich. Hier gibts erst Hilfe wenn das eigene Einkommen aufgebraucht ist und tatsächlich kann Besitz bis zu einer Grenze beschlagnahmt werden. Das wird dann aufgebraucht wenn Leistungen geltend gemacht werden.
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Re: Flüchtlinge müssen ihr Vermögen abgeben

Beitragvon Provokateur » Do 21. Jan 2016, 11:11

es gibt auch in Deutschland einige Syrer, die sich nicht als Flüchtlinge registrieren lassen, weil sie von ihrem Ersparten besser leben können als von den Leistungen vom Amt.

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article151140315/Ich-will-auf-keinen-Fall-ein-Fluechtling-sein.html
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Re: Flüchtlinge müssen ihr Vermögen abgeben

Beitragvon Letzter-Mohikaner » Do 21. Jan 2016, 11:12

Knapp acht Milliarden Euro veranschlagt Finanzminister Schäuble im neuen Haushalt für "flüchtlingsbedingte Zusatzausgaben". Damit die Kosten nicht weiter steigen, nehmen Bayern und Baden-Württemberg Neuankömmlingen einen Teil ihrer Wertsachen ab.

Flüchtlinge müssen bei der Einreise in Baden-Württemberg und Bayern einen Großteil ihres Bargelds abgeben. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sagte der "Bild", dass Asylbewerber bei der Ankunft in den Aufnahmeeinrichtungen auf Dokumente, Wertsachen und Geld durchsucht würden. "Barvermögen und Wertsachen können sichergestellt werden, wenn es mehr als 750 Euro sind und wenn ein Erstattungsanspruch gegen die Person besteht oder erwartet wird". Weiter sagte er: "Die Praxis in Bayern und die bundesgesetzlichen Regelungen im Asylbewerberleistungsgesetz entsprechen im Wesentlichen dem Verfahren in der Schweiz."

http://www.n-tv.de/16818741
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Re: Flüchtlinge müssen ihr Vermögen abgeben

Beitragvon pikant » Do 21. Jan 2016, 11:20

welchen Geldbetrag hat man denn schon zusammen - gibt es da schon Zahlen?
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Re: Flüchtlinge müssen ihr Vermögen abgeben

Beitragvon X3Q » Do 21. Jan 2016, 12:26

Billie Holiday hat geschrieben:(16 Jan 2016, 18:45)

Wie schnell man doch wieder zum Nazi wird.

Wenn Einheimische erst ihr Vermögen aufbrauchen müssen bzw. ihr Haus verkaufen, bevor es Unterstützung vom Staat gibt, dann ...

Stimmt bloß nicht. Immer wieder gerne in die Diskussion eingebracht, ist aber in seiner Pauschalität falsch.

--X
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Re: Flüchtlinge müssen ihr Vermögen abgeben

Beitragvon von Grimm » Sa 20. Feb 2016, 21:14

Provokateur hat geschrieben:(16 Jan 2016, 18:49)

Allgemeinanschiss.

Jede Vergleiche von einer Beteiligung der Flüchtlinge an den durch die entstehenden Kosten und dem Holocaust ist ab jetzt zu unterlassen.


Die Geschichte änderst auch du nicht.

Juden wurden verfolgt, weil man ihr Vermögen benötigte, um Krieg zu führen.
Rassismus ist dumm, und deshalb für das Volk bestimmt.
Wenn man jetzt Flüchtlinge "ausraubt", was ist man dann?

Ein feiges Arschloch. Punkt.
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Zunder
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Re: Flüchtlinge müssen ihr Vermögen abgeben

Beitragvon Zunder » Sa 20. Feb 2016, 21:30

von Grimm hat geschrieben:(20 Feb 2016, 21:14)
Juden wurden verfolgt, weil man ihr Vermögen benötigte, um Krieg zu führen.

Hat man euch diesen Schwachsinn in der Ostzone erzählt?
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Re: Flüchtlinge müssen ihr Vermögen abgeben

Beitragvon von Grimm » Sa 20. Feb 2016, 21:35

Nein.
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Billabong
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Re: Flüchtlinge müssen ihr Vermögen abgeben

Beitragvon Billabong » So 21. Feb 2016, 11:02

So ein Quatsch kann ja nur von Grimm himself kommen.
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Re: Flüchtlinge müssen ihr Vermögen abgeben

Beitragvon Lomond » So 21. Feb 2016, 11:14

Alana4 hat geschrieben:(16 Jan 2016, 09:05)


Auch ich muss mein Geld, wenn's böse kommt sogar mein Vermögen, einsetzen, um mein Leben zu finanzieren.
Warum dann nicht auch die Menschen, die herkommen?


Eine logische Überlegung.
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Re: Flüchtlinge müssen ihr Vermögen abgeben

Beitragvon Lomond » So 21. Feb 2016, 11:15

Billabong hat geschrieben:(21 Feb 2016, 11:02)

So ein Quatsch kann ja nur von Grimm himself kommen.


Wen meinst du jetzt? Die Gebrüder Grimm?
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Uriel

Re: Flüchtlinge müssen ihr Vermögen abgeben

Beitragvon Uriel » So 21. Feb 2016, 11:17

Alana4 hat geschrieben:(16 Jan 2016, 09:05)

in der Schweiz.
Letztens kam ja eine ähnliche Meldung aus Dänemark. Da war noch von "Beschlagnahme" die Rede, um das Ganze als extrem negativ darzustellen.
Sehe ich aber nicht so. Auch ich muss mein Geld, wenn's böse kommt sogar mein Vermögen, einsetzen, um mein Leben zu finanzieren.
Warum dann nicht auch die Menschen, die herkommen?

So, wie es in dem Artikel beschrieben wird, finde ich diese Vorgehensweise völlig okay.



In Deutschland muß ein H4 Bezieher auch erst sein Vermögen aufbrauchen bevor er staatliche Leistungen bekommt.

Warum sollen für "Flüchtlinge" andere Regeln gelten.
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Re: Flüchtlinge müssen ihr Vermögen abgeben

Beitragvon Lomond » Mo 22. Feb 2016, 14:34

Uriel hat geschrieben:(21 Feb 2016, 11:17)

Warum sollen für "Flüchtlinge" andere Regeln gelten.

Eben. Dafür gibt es keinen Grund.
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