Antisemitismus

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Re: Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Di 16. Jul 2019, 09:26

Senexx hat geschrieben:(16 Jul 2019, 09:24)

Extremisten zeichnen sich dadurch aus, dass sie Extemes tun und dafür auch extrem handeln. Hebräisch zu lernen ist dann in diesem Sinne keine besondere Anstrengung, sondern zwangsläufig. Musste er ja such tun, um als orthodoxer Jude anerkannt zu werden.


So gesehen wären dann auch die wenigen Menschen auf der Erde, die die Stringtheorie komplett verstehen verachtenswerte "Extremisten". Ist nicht genau das ein antisemitisches Denkmuster?
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Senexx » Di 16. Jul 2019, 09:28

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Jul 2019, 09:26)

So gesehen wären dann auch die wenigen Menschen auf der Erde, die die Stringtheorie komplett verstehen verachtenswerte "Extremisten". Ist nicht genau das ein antisemitisches Denkmuster?

Meine Güte.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Wolverine » Di 16. Jul 2019, 09:52

Uffhausen hat geschrieben:(15 Jul 2019, 19:08)

………….

Deiner Theorie, bzgl. politischer Macht, steht die gesamtgesellschaftliche Meinungfreiheit und -vielfalt als unüberwindbare Praxis-Hürde gegenüber. Der Nahost-Konflikt ist alles, nur nicht lösbar durch ledigliches Politiker-Gequatsche - ganz egal, wieviel Wahrheit oder Lüge in selbigem steckt. Und die Meinung bspw. der deutschen Bevölkerung hat alles, nur keinen Einfluß auf die Kriegsparteien im Nahen Osten - ganz egal, wieviel Wahrheit oder Lüge sie seitens Politik und Medien ausgesetzt werden. Ansonsten würde im Nahen Osten ganz bestimmt längst Frieden herrschen!


Die Berichterstattung der deutschen Medien über den Konflikt ist tendenziös. Und das geschieht mit Absicht. Es soll immer der Eindruck entstehen, die armen Palästinenser wären die Opfer. Das ist falsch. Sie sind die Täter. Angefangen 1948 als 6 Armeen Israel an mehreren Fronten angriffen, um es gleich nach der Unabhängigkeitserklärung wieder auszulöschen unter dem Deckmäntelchen der Hilfe für die im Mandat lebenden Araber(dabei war der Plan von Anfang an die Vernichtung Israels und die Ermordung aller dort lebenden Juden). Darauf folgten noch 2 weitere Kriege durch arabische Staaten, die auch verloren gingen. Der unsägliche Terror gegen Israels zivile Gesellschaft und die ständige Ermordung israelischer Bürger, die in umstrittenen Gebieten leben. Das gesamte Westeuropa lässt sich vom Geseiere solcher Patriarchen wie Abbas einlullen, demnach Israel immer noch der Landräuber und Besatzer ist, was keinesfalls der Wahrheit entspricht. Alles, was von palästinensischer Seite behauptet wird stellt sich bei genauerer Betrachtung als Lüge oder grobe Verdrehung der Wahrheit heraus. Die Wahrheit ist immer noch die, dass die palästinensischen Führer den gutgläubigen unter ihresgleichen die Mär von der endgültigen Befreiung "Palästinas" verkaufen wollen, wobei "Befreiung von einem modernen säkularen demokratischen Staat hin zu einem mörderischen Kalifat unter der Sharia ablaufen soll. Die Hamas geht sogar so weit, dass sie die Ermordung aller Juden fordert, egal in welchem Land sie leben.

Also Deine Sicht der Dinge kann ich nun wirklich nicht teilen. :rolleyes:
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Re: Antisemitismus

Beitragvon JFK » Di 16. Jul 2019, 10:06

Senexx hat geschrieben:(15 Jul 2019, 11:33)

Sie lügen.

Er hat von "importiertem Antisemitismus" gesprochen, nicht von menschlichen Importen.


Es meint ja keine Antisemitischen Bücher oder Antisemitische Baklava, es sind Araber denen aufgrund ihrer Herkunft latenter Antisemitismus angeheftet und die wie Waren In und Exportiert werden.
Und die Isreal- gegner sind nicht einmal echte Rassenantisemiten so wie die Nazis früher und Heute.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Di 16. Jul 2019, 11:12

Uffhausen hat geschrieben:(15 Jul 2019, 19:08)
In der Praxis sähe das so aus: Die Politiker sagen den Leuten, so und so sieht es aus. Dies und Das ist zu tun. Jenes und Selbiges ist zu unterlassen. Und die Leute sagen sich darauf: Pfft, was wollen die denn, interessiert mich nicht, deren Gesülze. Oder: Die können mir viel erzählen, ich weiß es ja Internet-sei-Dank viel besser. Oder: Ich lasse mich nicht von meiner bisherigen Position abbringen, da können die sagen, was sie wollen. Oder: Und und und...

Wenn du tatsächlich meinst, die (westlich-freiheitliche!) Gesellschaft folge und füge sich willenlos politischer Vorgaben, dann täuschst du dich - und zwar gewaltig. Unsere Politik ist schließlich demokratisch - und eben nicht diktatorisch!

Siehe Angela Merkels berühmteste drei Worte: "Wir schaffen das!" - die einen hat das überhaupt nicht angesprochen - denen ist nämlich alles egal, was von der Politik kommt. Andere hat es im positiven Sinne angesprochen - und diese engagieren sich teils bis heute in der Flüchtlingshilfe. Und weitere hat es im negativen Sinne angesprochen - die wählen seither AfD.
Und KEINER weiß BIS HEUTE, was die Merkel mit diesen drei Worten im Grunde WIRKLICH aussagen wollte - und selbst wenn sie sich ausgiebigst dazu erklärt hätte, ihre Meinung und Aussage detailliert und konkretisiert hätte, wüssten es die einen, die anderen und die weiteren TROTZDEM besser = es spielt keine Rolle, was die Politik sagt, wenn die Leute sich hinterher so oder so ihre eigenen Gedanken machen (können!).

Gar keine Rolle vielleicht nicht ... aber das ist, glaube ich, schon eine ziemlich realistische Sicht. Der zentrale Nahost-Konflikt ist inzwischen eingebettet in und verknüpft mit zahlreichen anderen Konflikten in der Region. Es geht um Macht und Einfluss bereits jetzt Mächtiger und Einflussreicher. Es geht auch um DInge, die viele Menschen vielleicht gar nicht auf dem Schirm haben. Wasser, Klima, Ressourcen. Es läuft inzwischen ein ganz anderes Stück aber es werden noch immer dieselben Melodien gesungen.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Wolverine » Di 16. Jul 2019, 11:14

JFK hat geschrieben:(16 Jul 2019, 10:06)

Es meint ja keine Antisemitischen Bücher oder Antisemitische Baklava, es sind Araber denen aufgrund ihrer Herkunft latenter Antisemitismus angeheftet und die wie Waren In und Exportiert werden.
Und die Isreal- gegner sind nicht einmal echte Rassenantisemiten so wie die Nazis früher und Heute.


Öhm, Araber sind die Todfeinde Israels. Hattet Ihr keinen Geschichtsunterricht?

Jeder Israelgegner ist ein Antisemit. Denn hier handelt es sich um den einzigen jüdischen Staat auf diesem Planeten und wer Gegner des Staates Israel ist, der spricht den Juden das Recht auf einen eigenen Staat ab. Muss man Dir wirklich alles erklären?
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Senexx » Di 16. Jul 2019, 11:17

JFK hat geschrieben:(16 Jul 2019, 10:06)

Es meint ja keine [...]Antisemitische Baklava ...



Baklava ist, wenn ich richtig informiert bin, eine Süßspeise. Dass die auch antisemitisch sein kann, wusste ich bisher nicht.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon JFK » Di 16. Jul 2019, 11:49

Wolverine hat geschrieben:(16 Jul 2019, 11:14)

Öhm, Araber sind die Todfeinde Israels. Hattet Ihr keinen Geschichtsunterricht?



Also jeder Araber automatisch Judenfeind, aha.


Jeder Israelgegner ist ein Antisemit. Denn hier handelt es sich um den einzigen jüdischen Staat auf diesem Planeten und wer Gegner des Staates Israel ist, der spricht den Juden das Recht auf einen eigenen Staat ab. Muss man Dir wirklich alles erklären?


Das führt den Antisemitismus natürlich so überhaupt nicht ad absurdum :rolleyes:
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Re: Antisemitismus

Beitragvon JFK » Di 16. Jul 2019, 11:50

Senexx hat geschrieben:(16 Jul 2019, 11:17)

Baklava ist, wenn ich richtig informiert bin, eine Süßspeise. Dass die auch antisemitisch sein kann, wusste ich bisher nicht.


Kommt drauf an, wie man es serviert.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon imp » Di 16. Jul 2019, 11:54

JFK hat geschrieben:(16 Jul 2019, 11:49)

Also jeder Araber automatisch Judenfeind, aha.
Das führt den Antisemitismus natürlich so überhaupt nicht ad absurdum :rolleyes:

Ich denke, es ist zielführend, wenn man konkreter wird. Je abstrakter man hier diskutiert, umso weniger kann man irgendwelche Behauptungen an der Realität prüfen.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon JFK » Di 16. Jul 2019, 12:08

imp hat geschrieben:(16 Jul 2019, 11:54)

Ich denke, es ist zielführend, wenn man konkreter wird. Je abstrakter man hier diskutiert, umso weniger kann man irgendwelche Behauptungen an der Realität prüfen.


Das ist aber hier offensichtlich nicht gewollt, logischerweise gibt es auch bei Arabern richtige Rassenantisemiten, die Juden hassen weil sie Juden sind, die Pauschalisierende Hetze soll aber die in Verruf bringen, die mit diesen Hassprediger lediglich ihr Araber D
Dasein teilen.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Adam Smith » Di 16. Jul 2019, 12:14

JFK hat geschrieben:(16 Jul 2019, 11:49)

Also jeder Araber automatisch Judenfeind, aha.

Das führt den Antisemitismus natürlich so überhaupt nicht ad absurdum :rolleyes:


Nicht jeder Sunnit im Irak hat was gegen Schiiten und nicht jeder Muslim in Syrien hat was gegen Jesiden.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Wolverine » Di 16. Jul 2019, 12:42

JFK hat geschrieben:(16 Jul 2019, 11:49)

Also jeder Araber automatisch Judenfeind, aha.



Das führt den Antisemitismus natürlich so überhaupt nicht ad absurdum :rolleyes:


Wenn Du einen Beitrag nicht verstehst, dann lass ihn Dir doch erklären. ;)
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Re: Antisemitismus

Beitragvon imp » Di 16. Jul 2019, 12:44

JFK hat geschrieben:(16 Jul 2019, 12:08)

Das ist aber hier offensichtlich nicht gewollt, logischerweise gibt es auch bei Arabern richtige Rassenantisemiten, die Juden hassen weil sie Juden sind, die Pauschalisierende Hetze soll aber die in Verruf bringen, die mit diesen Hassprediger lediglich ihr Araber D
Dasein teilen.

Ich sehe da auch die Gefahr, dass man schlicht die falschen Personen erwischt. Es gibt wahrlich genug Antisemiten, auch unter Arabern, auch unter anderen Muslimen, sowohl hier in Deutschland als auch dort in der Region. Von den Nazis gar nicht zu reden. Arabische christliche Antisemiten und solche ohne eigenen religiösen Hintergrund gibt es dann auch noch. Bei diesem Überangebot an Antisemiten ist es nicht notwendig, sich noch welche hinzuzudenken durch falsche Pauschalisierungen. Es gibt dann auch noch alle möglichen Randfälle. Es gibt Menschen, die einzelne antisemitische Argumente hersagen, obwohl das gar nicht ihr Anliegen ist. Da muss man doch auf das Thema zielen und das ansprechen und dem Menschen das mal sagen, dass da was nicht passt. Es gibt auch manchmal schlicht zwei Meinungen, wie etwas gemeint ist oder ob man hier eine Kritik, vielleicht eine grundsätzliche Kritik an einer bestimmten Politik in Israel hat, die andere für überlebenswichtig oder "alternativlos" halten. Gibt es bestimmt alles, ist eben die Frage, ob man wirklich so interessiert am Thema ist, dass man deswegen mit den immer gleichen Personenkreisen die immer gleichen Gesprächsschleifen durchläuft - und warum eigentlich.

Ich halte es auch nicht für so zielführend, wenn man immer wieder durch läuft und betont, dass eben nicht alle A und B und C Antisemiten sind und dass es die auch bei X und bei Y gibt. Damit nimmt man nur in Kauf, dass das aber der Regelfall sei - das bezweifle ich. Der andere sieht's andersrum, damit kann man dann sehr lange sehr viel Verdruss haben. Was bringt es?

Besser ist es doch, du beschäftigst dich mit einer bestimmten Person und ihren nachlesbaren Äußerungen und Handlungen und schaust, was ist da jetzt möglicherweise der Antisemitismus, was ist eine Gegnerschaft zu bestimmten Juden, zu bestimmten Israelis, zu bestimmten Parteien und politischen Ideen, die einfach nur ein Konflikt ist. Vielleicht ist der eine oder andere auch einfach nur ein schlechter Mensch, der neben vielen anderen auch noch Juden haut. Dann kann man darüber streiten und vielleicht etwas herausfinden, etwas erkennen. Der Streit darum, ob Gruppe X nun überwiegend, mehrheitlich, in erheblichem Anteil, ... antisemitisch geprägt ist, der ist dagegen für die Katz. Welche Beweisabsicht und welche Aussicht auf Einigung besteht da? Was macht man dann damit? Was beabsichtigt jemand, der "die Araber" oder "die Deutschen" als antisemitisch einsortiert? Will man damit wirklich was zu tun haben? Da gehe ich doch lieber auf einen Schlagerabend oder ein Steuerseminar.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Di 16. Jul 2019, 14:58

Im dritten Teil einer aktuellen Essay-Reihe zum Thema Antisemitismus spricht die Schriftstellerin Mirna Funk ("Winternähe"), die sich selbst eine "ostdeutsche Vaterjüdin" ( ;) ) nennt. Sie ist die Urenkelin des DDR-Schriftstellers Stephan Hermlin.

Wie so oft, stelle ich auch hier wieder fest, dass "Sprache" unser Werkzeug zur Wahrheitsfindung ist. Man muss nur genau hinhören bzw. hinlesen.

Sie berichtet über eine Lesung vor Schülern in der Stadt Anklam. Sie wird nach der Zulässigkeit von "Israelkritik" gefragt. Und antwortet, dass bereits die Wortbildung "Israelkritik" etwas über die politische Zielrichtung sagt. Gibt es "Portugalkritik"? Nein. Es gibt hier und da Kritik an der Politik der jeweiligen portugiesischen Regierung. Aber nicht "Portugalkritik". "Israelkritik" ist schon in ihren Fragestellungen speziell zugeschnitten auf diesen einen Staat Israel. Das ist der Unterschied.

Der nächste Punkt ist noch problematischer. Es wird erwartet, dass sie als "Halbjüdin" (ausgerechnet der Lehrer benutzt dieses Nazi-Wort, entschuldigt sich dafür bezeichnenderweise) ... dass sie zur Politik der aktuellen israelischen Regierung "Stellung nimmt". Warum eigentlich? Eine eigentlich pluralistische demokratische Gesellschaft wird noch immer in den Köpfen zu einer jüdischen Einheitsmasse zusammengegossen.

Dritter Punkt: Niemals, niemals geht es in Deutschland denen, die sich auf der einen Seite für Juden als Ziel muslimischer antisemitischer Hetze oder für Muslime als Ziel antimuslimischer Kampagnen einsetzen wirklich um Juden oder Muslime. Beide Gruppen sind immer nur Joker, Instrumentalisierungen, die für ganz andere politische Ziele aus der Tasche gezogen werden.

https://www.deutschlandfunk.de/neuer-antisemitismus-3-6-anders-als-alle-dachten.1184.de.html?dram:article_id=450422
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Wolverine » Di 16. Jul 2019, 15:23

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Jul 2019, 14:58)

Im dritten Teil einer aktuellen Essay-Reihe zum Thema Antisemitismus spricht die Schriftstellerin Mirna Funk ("Winternähe"), die sich selbst eine "ostdeutsche Vaterjüdin" ( ;) ) nennt. Sie ist die Urenkelin des DDR-Schriftstellers Stephan Hermlin.

Wie so oft, stelle ich auch hier wieder fest, dass "Sprache" unser Werkzeug zur Wahrheitsfindung ist. Man muss nur genau hinhören bzw. hinlesen.

Sie berichtet über eine Lesung vor Schülern in der Stadt Anklam. Sie wird nach der Zulässigkeit von "Israelkritik" gefragt. Und antwortet, dass bereits die Wortbildung "Israelkritik" etwas über die politische Zielrichtung sagt. Gibt es "Portugalkritik"? Nein. Es gibt hier und da Kritik an der Politik der jeweiligen portugiesischen Regierung. Aber nicht "Portugalkritik". "Israelkritik" ist schon in ihren Fragestellungen speziell zugeschnitten auf diesen einen Staat Israel. Das ist der Unterschied.

Der nächste Punkt ist noch problematischer. Es wird erwartet, dass sie als "Halbjüdin" (ausgerechnet der Lehrer benutzt dieses Nazi-Wort, entschuldigt sich dafür bezeichnenderweise) ... dass sie zur Politik der aktuellen israelischen Regierung "Stellung nimmt". Warum eigentlich? Eine eigentlich pluralistische demokratische Gesellschaft wird noch immer in den Köpfen zu einer jüdischen Einheitsmasse zusammengegossen.

Dritter Punkt: Niemals, niemals geht es in Deutschland denen, die sich auf der einen Seite für Juden als Ziel muslimischer antisemitischer Hetze oder für Muslime als Ziel antimuslimischer Kampagnen einsetzen wirklich um Juden oder Muslime. Beide Gruppen sind immer nur Joker, Instrumentalisierungen, die für ganz andere politische Ziele aus der Tasche gezogen werden.

https://www.deutschlandfunk.de/neuer-antisemitismus-3-6-anders-als-alle-dachten.1184.de.html?dram:article_id=450422


Ein sehr guter Auszug, wie ich finde. "Jüdische Einheitsmasse" gefällt mir in dem Zusammenhang besonders gut. In Israel leben nicht nur Juden sondern mehr als 20% Araber, Drusen, Christen, Buddhisten usw. ……….
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Uffhausen » Di 16. Jul 2019, 16:16

Wolverine hat geschrieben:(16 Jul 2019, 09:52)
Die Berichterstattung der deutschen Medien über den Konflikt ist tendenziös. Und das geschieht mit Absicht. Es soll immer der Eindruck entstehen, die armen Palästinenser wären die Opfer. Das ist falsch. Sie sind die Täter. Angefangen 1948 als 6 Armeen Israel an mehreren Fronten angriffen, um es gleich nach der Unabhängigkeitserklärung wieder auszulöschen unter dem Deckmäntelchen der Hilfe für die im Mandat lebenden Araber(dabei war der Plan von Anfang an die Vernichtung Israels und die Ermordung aller dort lebenden Juden). Darauf folgten noch 2 weitere Kriege durch arabische Staaten, die auch verloren gingen. Der unsägliche Terror gegen Israels zivile Gesellschaft und die ständige Ermordung israelischer Bürger, die in umstrittenen Gebieten leben. Das gesamte Westeuropa lässt sich vom Geseiere solcher Patriarchen wie Abbas einlullen, demnach Israel immer noch der Landräuber und Besatzer ist, was keinesfalls der Wahrheit entspricht. Alles, was von palästinensischer Seite behauptet wird stellt sich bei genauerer Betrachtung als Lüge oder grobe Verdrehung der Wahrheit heraus. Die Wahrheit ist immer noch die, dass die palästinensischen Führer den gutgläubigen unter ihresgleichen die Mär von der endgültigen Befreiung "Palästinas" verkaufen wollen, wobei "Befreiung von einem modernen säkularen demokratischen Staat hin zu einem mörderischen Kalifat unter der Sharia ablaufen soll. Die Hamas geht sogar so weit, dass sie die Ermordung aller Juden fordert, egal in welchem Land sie leben.

Also Deine Sicht der Dinge kann ich nun wirklich nicht teilen. :rolleyes:

Ist mir persönlich von ganzem Herzen wurscht, ob nun die Palästinenser oder die Israelis die Guten oder Bösen im Nahost-Konflikt sind. Krieg ist Krieg = und für Krieg hab' ich NULL VERSTÄNDIS. Und ich denke mal, im Nahen Osten selbst haben die wenigsten den korrekten Durchblick, was, wieso und weshalb das alles und seit Jahrzehnten ist, wie es ist - warum? Weil der Konflikt von Religiösitäten zersetzt ist. Und Religion ist Auslegungssache, da Glauben kein Wissen benötigt.

User Bobo meint, allen voran würde sie deutsche Politik was an dem ganzen Nahost-Theater verändern können, wenn sie sich nur korrekt informieren würde und die deutsche Bevölkerung entsprechend korrekt aufklären würde. Nee, glaub' ich nicht. Politische "Aufklärung" wird in Deutschland bei vergleichsweise ganz harmlosen Gesellschaftsproblemen schon als "Manipulation" und "Meinungsdiktat" verurteilt; also wieso sollten die Deutschen Bürger derlei anders angehen, wenn's um den Nahost-Konflikt geht? Und selbst wenn - wieso sollten die Nahöstler sich an uns Deutschen orientieren (wollen)? Diese Vorstellung wäre ja ja wohl bei aller Liebe zu schön, um wahr zu sein...

Die ohne jeden Zweifel höchst fragwürdige (deutsche? westliche?) mediale Berichterstattung über den Nahost-Konflikt gilt es aber mMn zu differenzieren - wenn man die Leute in Deutschland fragen würde, ob sie Krieg oder Frieden im Nahen Osten befürworten, glaubst du, jemand würde behaupten, dass er - aufgrund der entsprechenden medialen Bericherstattung - den Nahost-Konflikt gutheißt? Erst bei einer Positionierungsfrage zum Nahost-Konflikt würde sich die entsprechende mediale Bericherstattung durchschlägig zeigen - vermutlich würden sich die meisten auf die Seite der Palästinenser schlagen = obgleich ich mir sehr gut vorstellen könnte, dass die meisten vieleher (und wahrheitsgetreuer!) sagen würden, dass ihnen der Nahost-Konflikt eigentlich KOMPLETT egal ist.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Tetsu » Di 16. Jul 2019, 16:34

Ich bin neu im Forum und hoffe es ist ok, wenn ich spontan ins Gespräch einsteige.

JFK hat geschrieben:(16 Jul 2019, 11:49)

Also jeder Araber automatisch Judenfeind, aha.


Die Formulierung ist sicher unglücklich und gefährlich verallgemeinernd gewählt, unstrittig dürfte aber sein, dass Antisemitismus (insbesondere in Form des Antizionismus*) in großen Teilen der sogenannten arabischen Welt besonders Einflussreich ist und sich dementsprechend nicht nur in Politischen Statements und Strategien niederschlägt, sondern gegensätzliche Bewegungen aktiv unterdrücken und Ausgrenzen.
Zu behaupten die Araber wären die Todfeinde der Juden ist natürlich genauso falsch wie zu behaupten, die katholische Kirche sein Homophob, dennoch dürfte zumindest in den höheren Rängen jeder einen schweren Stand haben, der sich offen und aktiv für queere Themen einsetzt...

Das führt den Antisemitismus natürlich so überhaupt nicht ad absurdum :rolleyes:


Hier muss ich Wolverine wiederum recht geben; die Übertragung von (teilweise durchaus berechtigter) Kritik an einzelnen Positionen und Verhaltensweisen auf den gesamten Staat bzw. die Gesellschaft ist im Falle Israels als Antisemitisch einzustufen.
Es ist auch nicht ganz mit der oben genannten Verallgemeinerung gleichzusetzen, da im ersten Fall aus einer klaren Tendenz oder allgemeiner Norm auf die ganze Gruppe verallgemeinert wird, in Zweiteren von Ausnahmen:

Ersteres wäre als würde ich behaupten: "Die deutschen sind gegen die Abschaffung des Incestparagraphen" (eine Verallgemeinerung, die aber innerhalb zumindest des Establishments mehrheitsfähig sein dürfte); Zweiteres hingegen entspräche der Behauptung "Deutsche sind gegen Fleischkonsum" (wir haben zugegebenermaßen einiges an Veg-X und es wird sogar Sozial eher honoriert als geächtet; ein Politiker der aber mit "Fleisch verbieten" in den Wahlkampf starten würde, dürfte einen mehr als nur schweren Stand haben).




*(Antizionismus ist meiner Ansicht nach einer der drei großen Hauptrichtungen des Antisemitismus, die anderen sind Antijudaismus den man wiederum häufig bei nicht antizionistsischen aber theokonservativen Antisemiten findet und last but not least bestimmte Formen des Kommunitarismus der sich hier oft in Antikapitalistischen oder Globalisierungsfeindlichen Positionen und Verschwörungstheorien gegen jüdische Unternemer wie die Rothschilds oder george Soros äußert, aber auch die Leugnung der polnischen Beteiligung an der Shoa oder die Behauptung die Juden trügen an Pogromen durch ihr verhalten oder ihren "Ausenseiterstatus" eine Mitschuld (Victimblaming) zähle ich in diese Kategorie)
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Wolverine » Di 16. Jul 2019, 17:12

Uffhausen hat geschrieben:(16 Jul 2019, 16:16)

Ist mir persönlich von ganzem Herzen wurscht, ob nun die Palästinenser oder die Israelis die Guten oder Bösen im Nahost-Konflikt sind..


Es geht im Konflikt um Araber und Juden. Die Bezeichnung "Palästinenser" für die im Mandat lebenden Araber sollte dazu dienen evtl. Ansprüche an Israel geltend zu machen oder zu verstärken. Nun, wenn Dir grundsätzlich die Kenntnis abgeht, warum schreibst Du dann hier?
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Uffhausen » Mi 17. Jul 2019, 02:13

Wolverine hat geschrieben:(16 Jul 2019, 17:12)
Nun, wenn Dir grundsätzlich die Kenntnis abgeht, warum schreibst Du dann hier?

Äh - weil das hier der Antisemitismus-Thread im Gesellschaftsforum ist und nicht ein Nahost-Konflikt-Thread im Außenpolitikforum ist? Warum schreibst du hier und nicht dort? ;)
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