Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

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Realist2014
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Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Realist2014 » Di 10. Nov 2020, 16:43

BlueMonday hat geschrieben:(10 Nov 2020, 15:22)


Andererseits geht es bei "Risiken"(und das ist ja das Thema hier) nicht um die Vergangenheit, sondern um dem Umgang mit dem [i] zukünftigen Geschehen[/i]. Das ist aber niemandem bekannt. Es bleibt immer Unsicherheit. Wenn man einfach induktiv schließen würde: Weil es in der Vergangenheit so war, wird es im zukünftigen Zeitabschnitt auch so bleiben, dann ist das eben ein fallibler Schluss(=Spekulation). Und keine objektive Tatsache.


Nun ist es aber so, dass bei allen Ansätzen im Bereich Risikomanagement eben genau die Häufigkeit eines Ereignisses in der Vergangenheit als Basis für dessen Wiedereintritt genommen wird.

Denn etwas anders steht ja nicht zur Verfügung.
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon BlueMonday » Mi 11. Nov 2020, 05:45

Realist2014 hat geschrieben:(10 Nov 2020, 16:43)

Nun ist es aber so, dass bei allen Ansätzen im Bereich Risikomanagement eben genau die Häufigkeit eines Ereignisses in der Vergangenheit als Basis für dessen Wiedereintritt genommen wird.

Denn etwas anders steht ja nicht zur Verfügung.



Sicherlich. Aber es bleibt eben immer eine Unsicherheitskomponente.

Die Ausgangsfrage ist ja hier, wieso Risiken unterschiedlich bewertet werden.
Das zeigt sich schon am Versicherungswesen. Unternehmerischer Erfolg basiert auf der zutreffenden Vorhersage eines zukünftigen Marktzustands. Also Bewirtschaftung von Unsicherheit, ohne zu wissen, ohne wissen zu können, richtig zu liegen. So auch und gerade bei einer Versicherung.
Das Unternehmen platziert dazu Wetten am Markt. Und was heißt platzieren. Man braucht jemanden, der einem die Wette abkauft, der also gegenläufig wettet.
Im Falle der Versicherung ist das der Versicherungsnehmer. Und der wettet gegen die Versicherung, dass der Versicherungsfall früher oder häufiger eintritt, so dass er unterm Strich weniger Prämie zahlt als ihm von der Versicherung ausgezahlt wird.
Selbst wenn der Versicherungsnehmer die gleichen Daten, die gleichen Statistiken zur Verfügung hätte wie die Versicherung, würde er dennoch die ermittelten Häufigkeiten anders bewerten, sprich gegenläufig wetten. Nur so kommt der Versicherungsvertrag überhaupt zustande.

Der Threadersteller hat sich nun auf das Risiko von Terrorakten im Vergleich zu anderen Gefahren bezogen. Argumentiert da auch mit Häufigkeiten.
Damit verkennt er allerdings das Wesen des Terrorismus. Hier geht es nicht vordergründig um eine große Häufung von Fällen, sondern der gemeine Terrorist ist ja gerade an einer hochasymmetrischen Auseinandersetzung interessiert.
Mit geringsten Mitteln großen Kosteneffekt auf der anderen Seiten hervorzurufen. Der unmittelbare Terrorakt ist da nur der kleinere Teil. Das Wesentliche des Terrors ist die im Nachgang der Tat erzeugte großflächige Unsicherheit. Eben nicht zu wissen, wann der nächste Terrorangriff erfolgt, wo er erfolgt, wie und in welchem Ausmaß er erfolgt, von wem er ausgeführt wird. Eine Unsicherheit, die nur mit hohen Kosten wieder zu verringern ist.
Gerade die Häufung wird eher vermieden, also das Erzeugen von Mustern und damit Vorhersehbarkeiten. Hohe Heterogenität der Fälle und Unsicherheit ist die Folge. Das Letzte, was da also weiterhilft, sind "Wahrscheinlichkeiten", die man aus Häufigkeiten ex post unterstellt.
Greif niemals in ein Wespennest, doch wenn du greifst, dann greife fest.
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Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Realist2014 » Mi 11. Nov 2020, 09:48

BlueMonday hat geschrieben:(11 Nov 2020, 05:45)

Sicherlich. Aber es bleibt eben immer eine Unsicherheitskomponente.

Die Ausgangsfrage ist ja hier, wieso Risiken unterschiedlich bewertet werden.
Das zeigt sich schon am Versicherungswesen. Unternehmerischer Erfolg basiert auf der zutreffenden Vorhersage eines zukünftigen Marktzustands. Also Bewirtschaftung von Unsicherheit, ohne zu wissen, ohne wissen zu können, richtig zu liegen. So auch und gerade bei einer Versicherung.
Das Unternehmen platziert dazu Wetten am Markt. Und was heißt platzieren. Man braucht jemanden, der einem die Wette abkauft, der also gegenläufig wettet.
Im Falle der Versicherung ist das der Versicherungsnehmer. Und der wettet gegen die Versicherung, dass der Versicherungsfall früher oder häufiger eintritt, so dass er unterm Strich weniger Prämie zahlt als ihm von der Versicherung ausgezahlt wird.
Selbst wenn der Versicherungsnehmer die gleichen Daten, die gleichen Statistiken zur Verfügung hätte wie die Versicherung, würde er dennoch die ermittelten Häufigkeiten anders bewerten, sprich gegenläufig wetten. Nur so kommt der Versicherungsvertrag überhaupt zustande.


Das hast du korrekt beschrieben. Ich verweise auf die Definition des Wortes Risiko:

"Effekt der Unsicherheit der Zielerreichung" ( aus den ISO Normen im Bereich Managementsysteme - 9001, 27001, 22301 usw.)

Auch unser staatliches Rentensystem ist eine "Wette"- was viel ja nicht begreifen.

Der Threadersteller hat sich nun auf das Risiko von Terrorakten im Vergleich zu anderen Gefahren bezogen. Argumentiert da auch mit Häufigkeiten.
Damit verkennt er allerdings das Wesen des Terrorismus. Hier geht es nicht vordergründig um eine große Häufung von Fällen, sondern der gemeine Terrorist ist ja gerade an einer hochasymmetrischen Auseinandersetzung interessiert.
Mit geringsten Mitteln großen Kosteneffekt auf der anderen Seiten hervorzurufen. Der unmittelbare Terrorakt ist da nur der kleinere Teil. Das Wesentliche des Terrors ist die im Nachgang der Tat erzeugte großflächige Unsicherheit. Eben nicht zu wissen, wann der nächste Terrorangriff erfolgt, wo er erfolgt, wie und in welchem Ausmaß er erfolgt, von wem er ausgeführt wird. Eine Unsicherheit, die nur mit hohen Kosten wieder zu verringern ist.
Gerade die Häufung wird eher vermieden, also das Erzeugen von Mustern und damit Vorhersehbarkeiten. Hohe Heterogenität der Fälle und Unsicherheit ist die Folge. Das Letzte, was da also weiterhilft, sind "Wahrscheinlichkeiten", die man aus Häufigkeiten ex post unterstellt.


Hier geht es ja auch um etwas anderes. Das Ziel ist ja - wie oben beschrieben - die Beeinflussung der Handlungsweise durch die Terrorakte der Zielgruppen ( Ungläubige bei islamistischem Hintergeund) , um denen das Leben zu vergällen..
Also eine durch diese Akte erzeugte Neubewertung
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Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Zunder » Mi 11. Nov 2020, 23:53

Ein Versicherter, der beim Abschluß einer Lebensversicherung gegen die Versicherung wettet, erzielt den höchsten Gewinn, wenn er möglichst bald ins Gras beißt. Der Sinn des Wettens besteht ja bekanntlich in dem Bestreben, vom Gewinn nichts abzubekommen.

Vielleicht besteht der Sinn des Wettens aber auch darin, daß der Wettanbieter, z.B. die Rentenkasse, permanent pekuniär überfordert ist.

Die Geschichte des Wettens muß auf jeden Fall neu geschrieben werden.
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Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Do 12. Nov 2020, 05:55

Zunder hat geschrieben:(11 Nov 2020, 23:53)

Ein Versicherter, der beim Abschluß einer Lebensversicherung gegen die Versicherung wettet, erzielt den höchsten Gewinn, wenn er möglichst bald ins Gras beißt. Der Sinn des Wettens besteht ja bekanntlich in dem Bestreben, vom Gewinn nichts abzubekommen.

Vielleicht besteht der Sinn des Wettens aber auch darin, daß der Wettanbieter, z.B. die Rentenkasse, permanent pekuniär überfordert ist.

Die Geschichte des Wettens muß auf jeden Fall neu geschrieben werden.


Wer eine Kapitallebensversicherung abschließt "wettet" natürlich auf ein langes Leben.
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
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Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Realist2014 » Do 12. Nov 2020, 09:12

Zunder hat geschrieben:(11 Nov 2020, 23:53)


Vielleicht besteht der Sinn des Wettens aber auch darin, daß der Wettanbieter, z.B. die Rentenkasse, permanent pekuniär überfordert ist.

D n.


Logischerweise profitieren in Bezug auf das staatliche Rentensystem diejenigen die lange leben , vom frühen Versterben der anderen.

Das ist Systemimmanent und alternativlos.

Bei privaten Renten ist das anders- dort kann die Option "vererben" gewählt werden.
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Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Astrocreep2000 » Mo 30. Nov 2020, 21:07

Risikobewertung wird offensichtlich von vielen Faktoren beeinflusst.

Aus meiner Sicht ist es auf jeden Fall ein Mega-Trend in den westlichen Industriegesellschaften, Risiken möglichst zu beseitigen. Nie zuvor lebten die Menschen in Europa so lange in Frieden - und das auf einem Wohlstandniveau, dass es so zuvor auch noch nie in der Geschichte gegeben hat. Wenn die "Pflicht" erledigt ist, hat man die Muße, sich um die "Kür" zu kümmern.

In (West-)Deutschland gab es z.B. bis in 70ern noch jährlich 30.000 Tote im Straßenverkehr, aktuell sind es knapp 3.000. Dazu wurde vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat die "Vison Zero" entwickelt mit dem Ziel, in absehbarer Zeit überhaupt überhaupt keine Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr beklagen zu müssen... Wenn autonomes Fahren möglich sein wird (sobald denn die damit zusammenhängenden ethisch-moralischen Fragen überhaupt zu klären sind), wird kein Mensch mehr ans Steuer dürfen...

Eigenverantwortung wird abgebaut, Reglementierung nimmt zu ... kommt aber offensichtlich darauf an, worum es geht: 120.000 Tote pro Jahr durch die Folgen von Tabak-Konsum sind ok, wenige Zehntausend Tote durch Covid-19 sind es nicht. Das habe ich - ehrlich gesagt - auch noch nicht verstanden.

Dann hängt es natürlich auch von der Gesellschaft ab: 250.000 Covid-19-Tote in den USA haben 70 Mio. Wähler nicht abgehalten Trump erneut zu wählen. Andererseits sind die auch bereit, 30.000 Tote pro Jahr durch Schusswaffen in Kauf zu nehmen für ihre krude Vorstellung von "Freiheit". Da gibt es also auch ein ganz anderes Risikoempfinden als bei uns. Hängt halt vom Thema ab. Dass es im Hinblick auf den Klimawandel tatsächlich nicht so rosig bestellt ist um unsere Spezies (oder zumindest deren ärmsten und schwächsten Vertreter) juckt die "Trumpisten" dann immerhin konsequenter Weise auch nicht.

Wer wiederum den Krieg in Syrien hautnah erlebt hat, dürfte sich aktuell "sogar" in Deutschland ziemlich sicher fühlen.

Ist eben alles relativ ... Auch das "Risiko".
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Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon H2O » Mo 30. Nov 2020, 21:28

Ja, ein wirklich kluger Beitrag! Den müßte man nun vernünftig gliedern und Punkt für Punkt ab arbeiten. Versuchen wir das einmal!
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Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Meruem » Mo 30. Nov 2020, 21:47

Astrocreep2000 hat geschrieben:(30 Nov 2020, 21:07)

Risikobewertung wird offensichtlich von vielen Faktoren beeinflusst.

Aus meiner Sicht ist es auf jeden Fall ein Mega-Trend in den westlichen Industriegesellschaften, Risiken möglichst zu beseitigen. Nie zuvor lebten die Menschen in Europa so lange in Frieden - und das auf einem Wohlstandniveau, dass es so zuvor auch noch nie in der Geschichte gegeben hat. Wenn die "Pflicht" erledigt ist, hat man die Muße, sich um die "Kür" zu kümmern.

In (West-)Deutschland gab es z.B. bis in 70ern noch jährlich 30.000 Tote im Straßenverkehr, aktuell sind es knapp 3.000. Dazu wurde vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat die "Vison Zero" entwickelt mit dem Ziel, in absehbarer Zeit überhaupt überhaupt keine Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr beklagen zu müssen... Wenn autonomes Fahren möglich sein wird (sobald denn die damit zusammenhängenden ethisch-moralischen Fragen überhaupt zu klären sind), wird kein Mensch mehr ans Steuer dürfen...

Eigenverantwortung wird abgebaut, Reglementierung nimmt zu ... kommt aber offensichtlich darauf an, worum es geht: 120.000 Tote pro Jahr durch die Folgen von Tabak-Konsum sind ok, wenige Zehntausend Tote durch Covid-19 sind es nicht. Das habe ich - ehrlich gesagt - auch noch nicht verstanden.

Dann hängt es natürlich auch von der Gesellschaft ab: 250.000 Covid-19-Tote in den USA haben 70 Mio. Wähler nicht abgehalten Trump erneut zu wählen. Andererseits sind die auch bereit, 30.000 Tote pro Jahr durch Schusswaffen in Kauf zu nehmen für ihre krude Vorstellung von "Freiheit". Da gibt es also auch ein ganz anderes Risikoempfinden als bei uns. Hängt halt vom Thema ab. Dass es im Hinblick auf den Klimawandel tatsächlich nicht so rosig bestellt ist um unsere Spezies (oder zumindest deren ärmsten und schwächsten Vertreter) juckt die "Trumpisten" dann immerhin konsequenter Weise auch nicht.

Wer wiederum den Krieg in Syrien hautnah erlebt hat, dürfte sich aktuell "sogar" in Deutschland ziemlich sicher fühlen.

Ist eben alles relativ ... Auch das "Risiko".


Naja du vergisst beim dem Vergleich Tabak hat eben ökonomische Lobbyinteressen im Hintergrund das Coronavirus nicht; dass gleiche könnte man übrigens über den Alkohol sagen ich meine zig tausende Menschen werden auch pro Jahr indirekt ( durch Alkohol verursachte Aggression und Gewalt , Unfälle durch alkoholisierte Fahrer usw ) oder direkt ( Komabesäufnise, durch zahlreiche alkoholbedingte Krankheiten) Opfer dieses Suchtmittel ( was im Form von Bier sogar als sogenanntes "KULTURGUT" gefeiert wird , weil nüchtern die Realität scheinbar für viele nicht mehr zu ertragen ist) dass wird auch alles billigend in Kauf genommen und warum? Ja weil da auch von Staat und der Alkohol Lobby nackte ökonomische Interessen mit rein spielen. Risiko ist in der Tat relativ.
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Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Astrocreep2000 » Di 1. Dez 2020, 16:58

Ich bin jedenfalls gespannt, wie "konsequent" es demnächst weitergeht - denn wenn der Umgang mit der Covid-19-Pandemie einen nachhaltigen Bewusstseinswandel markiert ...

... dann müsste demnächst ein Tabak- und Alkoholverbot folgen (Zucker gehörte im Hinblick auf Herz- und Gefäßkrankheiten auch auf die rote Liste), denn die dadurch verursachten Todesfälle gehen in die Hundertausende. Und die Masken werden wir auch nicht mehr los ... Die "normalen" jährlichen Grippetoten gehen ja auch schnell in die Tausende - und warum sollten die weniger vermeidenswürdig sein als Covid-19?
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Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Realist2014 » Di 1. Dez 2020, 19:24

Astrocreep2000 hat geschrieben:(30 Nov 2020, 21:07)

Risikobewertung wird offensichtlich von vielen Faktoren beeinflusst.

Aus meiner Sicht ist es auf jeden Fall ein Mega-Trend in den westlichen Industriegesellschaften, Risiken möglichst zu beseitigen. ".


Nein

Beseitigung bedeutet Eliminierung der Grundursache/Grundbedrohung.

Das bedeute dann eben nicht zu fliegen ode rnicht mit dem Auto zu fahren.


Der "Trend" ist die Risiken zu reduzieren.

Sowohl die Häufigkeit/Eintrittswahrscheinlichkeit als auch die Auswirkungen.
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Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Realist2014 » Di 1. Dez 2020, 19:25

Astrocreep2000 hat geschrieben:(01 Dec 2020, 16:58)

Ich bin jedenfalls gespannt, wie "konsequent" es demnächst weitergeht - denn wenn der Umgang mit der Covid-19-Pandemie einen nachhaltigen Bewusstseinswandel markiert ...

... dann müsste demnächst ein Tabak- und Alkoholverbot folgen (Zucker gehörte im Hinblick auf Herz- und Gefäßkrankheiten auch auf die rote Liste), denn die dadurch verursachten Todesfälle gehen in die Hundertausende. Und die Masken werden wir auch nicht mehr los ... Die "normalen" jährlichen Grippetoten gehen ja auch schnell in die Tausende - und warum sollten die weniger vermeidenswürdig sein als Covid-19?


Die Folgen eines "Alkohohlverbotes" sind Teile des Geschichtsunterrichts in den USA....
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Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Realist2014 » Di 1. Dez 2020, 19:26

Meruem hat geschrieben:(30 Nov 2020, 21:47)

Naja du vergisst beim dem Vergleich Tabak hat eben ökonomische Lobbyinteressen im Hintergrund das Coronavirus nicht; dass gleiche könnte man übrigens über den Alkohol sagen ich meine zig tausende Menschen werden auch pro Jahr indirekt ( durch Alkohol verursachte Aggression und Gewalt , Unfälle durch alkoholisierte Fahrer usw ) oder direkt ( Komabesäufnise, durch zahlreiche alkoholbedingte Krankheiten) Opfer dieses Suchtmittel ( was im Form von Bier sogar als sogenanntes "KULTURGUT" gefeiert wird , weil nüchtern die Realität scheinbar für viele nicht mehr zu ertragen ist) dass wird auch alles billigend in Kauf genommen und warum? Ja weil da auch von Staat und der Alkohol Lobby nackte ökonomische Interessen mit rein spielen. Risiko ist in der Tat relativ.


Nein, sondern Empirik....

USA vor 100 Jahren....
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