Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Moderator: Moderatoren Forum 7

Benutzeravatar
Sören74
Beiträge: 15738
Registriert: Mi 30. Jan 2019, 14:30
Benutzertitel: Dialoganbieter

Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Sören74 » Di 3. Nov 2020, 18:14

Hallo, die Anschläge in den letzten Wochen machen traurig, ohne Frage. Egal wo sie stattfinden. Mitgefühl für die Opfer und Angehörigen. In der Berichterstattung und Kommentaren bin ich aber doch überrascht, wie viel Aufmerksamkeit man den Terroranschlägen widmet und von einer realen Bedrohung spricht. Ich hätte vermutet (und auch gehofft), dass die Covid-19-Pandemie vielleicht auch zu einer Revision unserer gesellschaftlichen Ängste führt. Wenn man eine rein nüchterne Betrachtung heranzieht, dann ist es um ein vielfaches (Faktor 100-1000) wahrscheinlicher, an Covid-19 zu versterben als durch einen Terroranschlag. Das Zahlenverhältnis wird noch größer, wenn man selbst kein Bewohner einer Millionenstadt ist. Selbst für Menschen unter 40 ist die Todesgefahr durch das Virus größer als durch einen Anschlag.

Aber wenn ich die vielen Kommentare lese, könnte man meinen, dass der Terror sprichwörtlich am Schrecken nichts verloren hat, obwohl die Entwicklung der Zahlen eigentlich eine positive Botschaft liefern:

https://www.watson.ch/wissen/schweiz/98 ... man-kennen

In Europa sind in den letzten 30 Jahren nie mehr als 200 Menschen im Jahr Terroropfer geworden. In den letzten 50 Jahren nie mehr als 450. Durch Lockerbie bildet das Jahr 1988 den bisherigen Zwischenrekord.

Ich frage mich, wieso wir trotz klarer Unterschiede in den Zahlen andere "Gewichte" in der Risikoeinschätzung legen. Gerade das, was eigentlich eher typisch und gewöhnlich ist, wie Rauchen und Alkohol ist auch mit am gefährlichsten. Ist das gar eine Verdrängungsstrategie, die vielleicht sogar einen Sinn hat?
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 50720
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 15:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Realist2014 » Di 3. Nov 2020, 18:16

Sören74 hat geschrieben:(03 Nov 2020, 18:14)

Hallo, die Anschläge in den letzten Wochen machen traurig, ohne Frage. Egal wo sie stattfinden. Mitgefühl für die Opfer und Angehörigen. In der Berichterstattung und Kommentaren bin ich aber doch überrascht, wie viel Aufmerksamkeit man den Terroranschlägen widmet und von einer realen Bedrohung spricht. Ich hätte vermutet (und auch gehofft), dass die Covid-19-Pandemie vielleicht auch zu einer Revision unserer gesellschaftlichen Ängste führt. Wenn man eine rein nüchterne Betrachtung heranzieht, dann ist es um ein vielfaches (Faktor 100-1000) wahrscheinlicher, an Covid-19 zu versterben als durch einen Terroranschlag. Das Zahlenverhältnis wird noch größer, wenn man selbst kein Bewohner einer Millionenstadt ist. Selbst für Menschen unter 40 ist die Todesgefahr durch das Virus größer als durch einen Anschlag.

Aber wenn ich die vielen Kommentare lese, könnte man meinen, dass der Terror sprichwörtlich am Schrecken nichts verloren hat, obwohl die Entwicklung der Zahlen eigentlich eine positive Botschaft liefern:

https://www.watson.ch/wissen/schweiz/98 ... man-kennen

In Europa sind in den letzten 30 Jahren nie mehr als 200 Menschen im Jahr Terroropfer geworden. In den letzten 50 Jahren nie mehr als 450. Durch Lockerbie bildet das Jahr 1988 den bisherigen Zwischenrekord.

Ich frage mich, wieso wir trotz klarer Unterschiede in den Zahlen andere "Gewichte" in der Risikoeinschätzung legen. Gerade das, was eigentlich eher typisch und gewöhnlich ist, wie Rauchen und Alkohol ist auch mit am gefährlichsten. Ist das gar eine Verdrängungsstrategie, die vielleicht sogar einen Sinn hat?



Nimm doch Flugangst.

Auch hier ist das Risiko durch einen Autounfall um's Leben zu kommen viel höher als durch einen Flugzeugabsturz.
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
Benutzeravatar
Sören74
Beiträge: 15738
Registriert: Mi 30. Jan 2019, 14:30
Benutzertitel: Dialoganbieter

Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Sören74 » Di 3. Nov 2020, 18:47

Realist2014 hat geschrieben:(03 Nov 2020, 18:16)

Nimm doch Flugangst.

Auch hier ist das Risiko durch einen Autounfall um's Leben zu kommen viel höher als durch einen Flugzeugabsturz.


Ja, auch ein gutes Beispiel. Allein der Umstand, sich in der Luft zu befinden als auf der Straße, gibt uns das trügerische Gefühl der Unsicherheit/Sicherheit. Dabei benötigt man auf der Straße wesentlich kürzere Reaktionszeiten. Vielleicht mag der Unterschied auch darin liegen, dass man im Flugzeug geflogen wird, während man im Auto meint, es selbst in der Hand zu haben.
Benutzeravatar
Keoma
Beiträge: 17503
Registriert: Mi 25. Jun 2008, 13:27
Benutzertitel: Drum Legend
Wohnort: Österreich

Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Keoma » Di 3. Nov 2020, 18:50

Realist2014 hat geschrieben:(03 Nov 2020, 18:16)

Nimm doch Flugangst.

Auch hier ist das Risiko durch einen Autounfall um's Leben zu kommen viel höher als durch einen Flugzeugabsturz.

Kommt vielleicht daher, dass so selten ein Interview mit einem Überlebenden geführt wird.
Auch Moralapostel sollten, aus Gründen der Abschreckung, dann und wann gekreuzigt werden.
(Martin Gerhard Reisenberg)
Benutzeravatar
Vongole
Vorstand
Beiträge: 10306
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Vongole » Di 3. Nov 2020, 19:00

837 Todesopfer durch islamistische Terroranschläge seit 2002 sind natürlich ein vernachlässigbares Risiko. :rolleyes:
https://images.derstandard.at/t/13/live ... aa54c9.jpg
Benutzeravatar
Sören74
Beiträge: 15738
Registriert: Mi 30. Jan 2019, 14:30
Benutzertitel: Dialoganbieter

Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Sören74 » Di 3. Nov 2020, 19:03

Vongole hat geschrieben:(03 Nov 2020, 19:00)

837 Todesopfer durch islamistische Terroranschläge seit 2002 sind natürlich ein vernachlässigbares Risiko. :rolleyes:
https://images.derstandard.at/t/13/live ... aa54c9.jpg


Wer sprach von "vernachlässigbar"? Aber man sollte doch mit den Grundkenntnissen der Mathematik in der Lage sein, verschiedene Risiken in Relationen setzen zu können, oder?
Benutzeravatar
Vongole
Vorstand
Beiträge: 10306
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Vongole » Di 3. Nov 2020, 19:05

Sören74 hat geschrieben:(03 Nov 2020, 19:03)

Wer sprach von "vernachlässigbar"? Aber man sollte doch mit den Grundkenntnissen der Mathematik in der Lage sein, verschiedene Risiken in Relationen setzen zu können, oder?

Dann mach mal, wenn dir ausgerechnet das nach den Anschlägen in Frankreich und Wien ein Bedürfnis ist.
Keinen_Faschismus!

Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Keinen_Faschismus! » Di 3. Nov 2020, 19:06

Sören74 hat geschrieben:(03 Nov 2020, 18:14)
Hallo, die Anschläge in den letzten Wochen machen traurig, ohne Frage. Egal wo sie stattfinden. Mitgefühl für die Opfer und Angehörigen. In der Berichterstattung und Kommentaren bin ich aber doch überrascht, wie viel Aufmerksamkeit man den Terroranschlägen widmet und von einer realen Bedrohung spricht. Ich hätte vermutet (und auch gehofft), dass die Covid-19-Pandemie vielleicht auch zu einer Revision unserer gesellschaftlichen Ängste führt. Wenn man eine rein nüchterne Betrachtung heranzieht, dann ist es um ein vielfaches (Faktor 100-1000) wahrscheinlicher, an Covid-19 zu versterben als durch einen Terroranschlag. Das Zahlenverhältnis wird noch größer, wenn man selbst kein Bewohner einer Millionenstadt ist. Selbst für Menschen unter 40 ist die Todesgefahr durch das Virus größer als durch einen Anschlag.

Aber wenn ich die vielen Kommentare lese, könnte man meinen, dass der Terror sprichwörtlich am Schrecken nichts verloren hat, obwohl die Entwicklung der Zahlen eigentlich eine positive Botschaft liefern:

https://www.watson.ch/wissen/schweiz/98 ... man-kennen

In Europa sind in den letzten 30 Jahren nie mehr als 200 Menschen im Jahr Terroropfer geworden. In den letzten 50 Jahren nie mehr als 450. Durch Lockerbie bildet das Jahr 1988 den bisherigen Zwischenrekord.

Ich frage mich, wieso wir trotz klarer Unterschiede in den Zahlen andere "Gewichte" in der Risikoeinschätzung legen. Gerade das, was eigentlich eher typisch und gewöhnlich ist, wie Rauchen und Alkohol ist auch mit am gefährlichsten. Ist das gar eine Verdrängungsstrategie, die vielleicht sogar einen Sinn hat?

Ich weiß nicht ob ich dir da aktuell Recht geben darf. Bin vorhin wegen „Relativierung von islamistischen Terror“ verwarnt worden.
Benutzeravatar
Skeptiker
Beiträge: 7959
Registriert: Do 11. Jan 2018, 22:26

Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Skeptiker » Di 3. Nov 2020, 19:08

Realist2014 hat geschrieben:(03 Nov 2020, 18:16)

Nimm doch Flugangst.

Auch hier ist das Risiko durch einen Autounfall um's Leben zu kommen viel höher als durch einen Flugzeugabsturz.

Der Mensch wird das Risiko aber nicht in Relation zur Strecke gewichten.
Ich kenne die Statistik nicht im Detail, aber ich denke 2h Flugzeit sind lebensgefährlicher als 2h Autofahrt.
Benutzeravatar
Sören74
Beiträge: 15738
Registriert: Mi 30. Jan 2019, 14:30
Benutzertitel: Dialoganbieter

Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Sören74 » Di 3. Nov 2020, 19:12

Vongole hat geschrieben:(03 Nov 2020, 19:05)

Dann mach mal, wenn dir ausgerechnet das nach den Anschlägen in Frankreich und Wien ein Bedürfnis ist.


Ich merk schon, eine Emotionalisierung des Themas gerade noch solchen Ereignissen ist allzu menschlich. Aber aus rationaler Sicht auch wirklich günstig? Wollen wir am Ende politische Entscheidungen aus dem Bauch heraus treffen, weil uns Bilder und Reportagen wichtiger sind, als schnöde Zahlenansammlungen? So wie wir verschiedene Risiken unterschiedlich einschätzen, so wirkt sich das auch auf politische Entscheidungen aus, und das geht dann letztlich uns alle an. Und es hat auch Auswirkungen auf unsere Gesundheit, wenn wir große Gefahren wie Bewegungsmangel oder Alkohol unterschätzen, weil es beispielsweise darüber nie einen Brennpunkt-Report geben wird.
Benutzeravatar
Sören74
Beiträge: 15738
Registriert: Mi 30. Jan 2019, 14:30
Benutzertitel: Dialoganbieter

Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Sören74 » Di 3. Nov 2020, 19:22

Skeptiker hat geschrieben:(03 Nov 2020, 19:08)

Der Mensch wird das Risiko aber nicht in Relation zur Strecke gewichten.
Ich kenne die Statistik nicht im Detail, aber ich denke 2h Flugzeit sind lebensgefährlicher als 2h Autofahrt.


Auf Zeit bezogen kenne ich die Statistiken auch nicht, nur auf Kilometer. Von daher kann es (aus Unwissenheit) durchaus sein, dass dann die 2 Stunden Flugzeit gefährlicher sind. Das man die Relation auf die Strecke bezieht, macht aber durchaus Sinn, weil man sich die Frage stellt, ist es sicherer die Strecke A nach B zu fliegen oder zu fahren. Nach 9/11 waren erstmal für 3 Tage sämtliche Fluglinien in den USA gesperrt. Danach nutzen viele Amerikaner das Auto statt dem Flugzeug. Mit dem Ergebnis, dass die Zahl der Verkehrstoten erheblich mehr anstieg als die Todesopfer in den Flugzeugen durch 9/11. Der Mensch ist nun mal oft kein Homo oeconomicus in Geld- oder Sicherheitsfragen.
Benutzeravatar
Skeptiker
Beiträge: 7959
Registriert: Do 11. Jan 2018, 22:26

Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Skeptiker » Di 3. Nov 2020, 19:31

Sören74 hat geschrieben:(03 Nov 2020, 19:22)

Auf Zeit bezogen kenne ich die Statistiken auch nicht, nur auf Kilometer. Von daher kann es (aus Unwissenheit) durchaus sein, dass dann die 2 Stunden Flugzeit gefährlicher sind. Das man die Relation auf die Strecke bezieht, macht aber durchaus Sinn, weil man sich die Frage stellt, ist es sicherer die Strecke A nach B zu fliegen oder zu fahren. Nach 9/11 waren erstmal für 3 Tage sämtliche Fluglinien in den USA gesperrt. Danach nutzen viele Amerikaner das Auto statt dem Flugzeug. Mit dem Ergebnis, dass die Zahl der Verkehrstoten erheblich mehr anstieg als die Todesopfer in den Flugzeugen durch 9/11. Der Mensch ist nun mal oft kein Homo oeconomicus in Geld- oder Sicherheitsfragen.

Angst bezieht sich auf ein unmittelbares Ereignis. Es war von Flugangst die Rede.
Wenn schon, dann müsste man das Gefühl vergleichen, sich unmittelbar mit dem Auto auf eine mehrtägige Reise zu machen. Da steige ich auch anders ein, als für die Fahrt zum Supermarkt.

Etwas anderes sind Risikobetrachtungen. Die finden aber auf der Ebene der Ratio statt. Das hat mit Angst nichts zu tun.

Ist aber nicht verwunderlich, dass in diesem Strang Angst und Risikobewertung durcheinander gebracht werden. Gerne wird dem Mahner Angst vorgeworfen, damit man sich nicht sachlich mit dem Risiko auseinandersetzen muss.
Benutzeravatar
Laertes
Beiträge: 1046
Registriert: So 1. Nov 2015, 07:56
Benutzertitel: E PLURIBUS UNUM

Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Laertes » Di 3. Nov 2020, 19:32

Sören74 hat geschrieben:(03 Nov 2020, 18:14)
Ich frage mich, wieso wir trotz klarer Unterschiede in den Zahlen andere "Gewichte" in der Risikoeinschätzung legen. Gerade das, was eigentlich eher typisch und gewöhnlich ist, wie Rauchen und Alkohol ist auch mit am gefährlichsten. Ist das gar eine Verdrängungsstrategie, die vielleicht sogar einen Sinn hat?
Ein Wort zur Erklärung: Emotionen. Gefahren durch moralisch verwerfliche Taten werden entsprechend der Stärke des Gefühlsechos geschätzt, das sie auslösen. Deswegen ist die Angst vieler Mütter größer, dass ihr Kind auf dem Schulweg von einem Pädophilen entführt wirds, als die Angst es wird Opfer eines Verkehrsunfalls.

Genau das ist ja auch der Mechanismus den etliche Populisten, Demagogen und Hetzer sich zunutze machen.
"Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann."
(Ernst-Wolfgang Böckenförde)
Benutzeravatar
X3Q
Beiträge: 4811
Registriert: So 7. Okt 2012, 08:46
Benutzertitel: Pro Gloria et Coetus

Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon X3Q » Di 3. Nov 2020, 19:49

Sören74 hat geschrieben:(03 Nov 2020, 18:14)
Ich frage mich, wieso wir trotz klarer Unterschiede in den Zahlen andere "Gewichte" in der Risikoeinschätzung legen. Gerade das, was eigentlich eher typisch und gewöhnlich ist, wie Rauchen und Alkohol ist auch mit am gefährlichsten. Ist das gar eine Verdrängungsstrategie, die vielleicht sogar einen Sinn hat?


Die Risiken durch Rauchen oder Alkohol kann ich steuern. Ich kann mich aktiv gegen oder für das Rauchen oder trinken von Alkohol entscheiden. Das Opfern von terroristischen Anschlägen zurvor eine Wahlmöglichkeit eingeräumt wurde, ist mir neu.

Was aber würde aus der Anerkennung des geringen Risikos für terroristische in Gegensatz zu anderen Risiken Anschläge folgen?

—X
Benutzeravatar
Sören74
Beiträge: 15738
Registriert: Mi 30. Jan 2019, 14:30
Benutzertitel: Dialoganbieter

Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Sören74 » Di 3. Nov 2020, 19:59

X3Q hat geschrieben:(03 Nov 2020, 19:49)

Was aber würde aus der Anerkennung des geringen Risikos für terroristische in Gegensatz zu anderen Risiken Anschläge folgen?

—X


Ich will jetzt nicht den besserwisserischen Diktator spielen, der dann sagt, daraus folgt a), b), c)... ;) Aber ich würde mir eine mehr offene politische Diskussion mit einem rationalen Vergleich zu anderen Risiken (quasi auch im Sinne einer Aufklärung) wünschen und nicht diesen reflexhaften Automatismus, rechtsstaatliche Prinzipien zur Terrorbekämpfung in Frage zu stellen und zu sagen, wir müssen jetzt zig Milliarden für Schutzmaßnahmen ausgeben.
Benutzeravatar
X3Q
Beiträge: 4811
Registriert: So 7. Okt 2012, 08:46
Benutzertitel: Pro Gloria et Coetus

Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon X3Q » Di 3. Nov 2020, 20:20

Wieso besteht überhaupt die Notwendigkeit terroristische Risiken vergleichend zu anderen Risiken zu betrachten?

—X
Benutzeravatar
gallerie
Beiträge: 13935
Registriert: Sa 7. Jun 2008, 10:10

Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon gallerie » Di 3. Nov 2020, 20:23

X3Q hat geschrieben:(03 Nov 2020, 20:20)

Wieso besteht überhaupt die Notwendigkeit terroristische Risiken vergleichend zu anderen Risiken zu betrachten?

—X

...weil sie ideologisch begründet sind, also von Menschen gemacht!!!
Benutzeravatar
Sören74
Beiträge: 15738
Registriert: Mi 30. Jan 2019, 14:30
Benutzertitel: Dialoganbieter

Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Sören74 » Di 3. Nov 2020, 20:37

X3Q hat geschrieben:(03 Nov 2020, 20:20)

Wieso besteht überhaupt die Notwendigkeit terroristische Risiken vergleichend zu anderen Risiken zu betrachten?

—X


Wenn es darum geht, Gefahren für das leibliche Leben der Menschen abzuwehren, sollte man schon wissen, wo die größten Gefahren lauern, insbesondere die auch wirklich vermeidbar sind. Da zählt die Gefahr durch einen Terrorangriff zu sterben oder körperlich angegriffen zu werden genauso dazu wie beispielsweise durch andere Gewalttaten oder durch Naturkatastrophen. Umgekehrt müsste man auch sagen, warum man terroristische Risikobewertung völlig anders bewerten sollte, als die anderen genannten Risiken, wenn es um die Rettung von Menschenleben geht.
Benutzeravatar
jack000
Beiträge: 33841
Registriert: So 1. Jun 2008, 18:21
Wohnort: Stuttgart

Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon jack000 » Di 3. Nov 2020, 22:03

Sören74 hat geschrieben:(03 Nov 2020, 20:37)

Wenn es darum geht, Gefahren für das leibliche Leben der Menschen abzuwehren, sollte man schon wissen, wo die größten Gefahren lauern, insbesondere die auch wirklich vermeidbar sind. Da zählt die Gefahr durch einen Terrorangriff zu sterben oder körperlich angegriffen zu werden genauso dazu wie beispielsweise durch andere Gewalttaten oder durch Naturkatastrophen. Umgekehrt müsste man auch sagen, warum man terroristische Risikobewertung völlig anders bewerten sollte, als die anderen genannten Risiken, wenn es um die Rettung von Menschenleben geht.

Die Chance durch den NSU zu sterben ist auch verschwindend gering gewesen. Es hat aber seinen guten Grund Todesursachen unterschiedlich zu gewichten.
DU30:
"Wer die Sicherheit für Toleranz austauscht, der wird beides verlieren" (Dushan Wegner)
Benutzeravatar
Sören74
Beiträge: 15738
Registriert: Mi 30. Jan 2019, 14:30
Benutzertitel: Dialoganbieter

Re: Wieso werden Risiken so unterschiedlich bewertet?

Beitragvon Sören74 » Di 3. Nov 2020, 22:04

jack000 hat geschrieben:(03 Nov 2020, 22:03)

Die Chance durch den NSU zu sterben ist auch verschwindend gering gewesen. Es hat aber seinen guten Grund Todesursachen unterschiedlich zu gewichten.


Genau diese Gründe würde ich gerne wissen.

Zurück zu „7. Wissenschaft“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Orbiter1 und 2 Gäste