Gehirn-Computer-Bewusstsein

Moderator: Moderatoren Forum 7

Benutzeravatar
Papaloooo
Beiträge: 2974
Registriert: Sa 8. Jul 2017, 15:11
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Gehirn-Computer-Bewusstsein

Beitragvon Papaloooo » Sa 25. Apr 2020, 07:54

Nach derzeitigen Prognosen müsste bereits 2049 einen Computer die durchschnittliche Leistungsfähigkeit eines menschlichen Gehirns erreicht haben. Und dann bleibt die Entwicklung ja auch nicht stehen.

Nun die zwei Fragen:
1.) Angenommen das menschliche Gehirn lässt sich eins zu eins auf Mikrochips abbilden.
Angenommen die menschlichen Sinne werden durch Sensoren erzeugt.
Angenommen das menschliche endokrine System wird durch eine Simulation mit eingebunden.
Bildet sich nun ein Bewusstsein?

2.) Angenommen die Biotechnologie macht solche Fortschritte, das wär ein menschliches Gehirn nachzüchten können, und mit derartigen Sensoren, statt den biologischen Sinnesorganen verbinden,
Bilder sich nun ein Bewusstsein?

Ich glaube, bei Frage 2 neigen wir mehr zum Ja, weil uns die Sache vertrauter und verwandter ist.

Bei Frage 1 neigen wir mehr zum Nein, weil uns die Sache nicht vertraut und zu fremd ist.

Aber falls es so ist, hat das seine Berechtigung?
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

Volker Pispers
Benutzeravatar
watisdatdenn?
Beiträge: 4346
Registriert: Do 19. Jun 2008, 15:08

Re: Gehirn-Computer-Bewusstsein

Beitragvon watisdatdenn? » Sa 25. Apr 2020, 08:25

Papaloooo hat geschrieben:(25 Apr 2020, 07:54)

Nach derzeitigen Prognosen müsste bereits 2049 einen Computer die durchschnittliche Leistungsfähigkeit eines menschlichen Gehirns erreicht haben. Und dann bleibt die Entwicklung ja auch nicht stehen.

Nun die zwei Fragen:
1.) Angenommen das menschliche Gehirn lässt sich eins zu eins auf Mikrochips abbilden.
Angenommen die menschlichen Sinne werden durch Sensoren erzeugt.
Angenommen das menschliche endokrine System wird durch eine Simulation mit eingebunden.
Bildet sich nun ein Bewusstsein?

2.) Angenommen die Biotechnologie macht solche Fortschritte, das wär ein menschliches Gehirn nachzüchten können, und mit derartigen Sensoren, statt den biologischen Sinnesorganen verbinden,
Bilder sich nun ein Bewusstsein?

Ich glaube, bei Frage 2 neigen wir mehr zum Ja, weil uns die Sache vertrauter und verwandter ist.

Bei Frage 1 neigen wir mehr zum Nein, weil uns die Sache nicht vertraut und zu fremd ist.

Aber falls es so ist, hat das seine Berechtigung?

Solange genug "Rechenpower" da ist (man braucht sehr sehr viel) und die "Software" passt kann man aus allem ein Bewusstsein erschaffen (man könnte sich sogar ein Bewusstsein auf Basis von Metallplättchen vorstellen, so wie die erste Zuse Rechenmaschine.. wäre dann vielleicht so groß wie unser Sonnensystem und recht langsam, aber vorstellbar wäre es.

Ich gehe schon auch davon aus, dass wir mindestens eine weitere Form des Bewusstseins aus unbelebter Materie erschaffen werden, wenn wir Menschen lange genug überleben.
Benutzeravatar
Skeptiker
Beiträge: 7974
Registriert: Do 11. Jan 2018, 22:26

Re: Gehirn-Computer-Bewusstsein

Beitragvon Skeptiker » Sa 25. Apr 2020, 08:49

Spannendes Thema. Vielleicht aber eher sogar in der Philosophie angeordnet, weil die Eigenschaften über die wir reden, typischerweise mit wissenschaftlichen Maßstäben schwer oder garnicht zu greifen sind.

Wichtig wäre vielleicht zu klären, was man überhaupt jeweils als Bewusstsein versteht. Es gibt dazu die allgemein gängige Definition des "Erlebens mentaler Zustände" (Quelle). Kernpunkt ist dabei das "Erleben" in meinen Augen. Was genau macht das aus?

Typischerweise sehe ich da zwei Aspekte. Einmal den der Sinneswahrnehmung, in dem die Sinne verarbeitet werden und in verarbeitbarer Form erlebt werden - z.B. Schmerz, oder die optische Wahrnehmung um uns herum, und andererseits das Ego um das wir das Erleben und Handeln unserer Person aufbauen.
Schmerz ist mehr als dass ein Lämpchen angeht, es erzeugt Leid und damit Handlungsdruck. Kann eine Maschine Schmerz empfinden, oder kann sie ihn nur registrieren? Beim Menschen wird durch die Schmerzwahrnehmung offenbar ein ganzes Bündel von Aktionen ausgelöst, die im Bewusstsein das Leid entstehen lassen. Dieses Leid hat offensichtlich den Zweck alle anderen "Prozesse" zu verdrängen um den "kritischen" Prozess zu unterstützen. Soetwas könnte man auch Informationstechnisch abbilden - keine Frage. Es wäre aber die Frage ob eine, wie auch immer komplex ausgestaltete Lösung, dem "Erleben" von Schmerz nahekommen würde. Zu diesem gehört eben nicht nur die Verarbeitung der Information von Sensoren, sondern ein Erlebniszustand, den man zwar über Gehirnströme nachweisen kann, in den man aber nicht hineinsteigen kann.
Bei der optischen Wahrnehmung weiss man z.B., dass das eigentliche scharfe Sichtfeld des Auges sehr klein ist. Das Bild welches wir wahrnehmen wird größtenteils im Gehirn zusammengesetzt. Die Sinnenwahrnehmung des Auges liefert dazu nur die wichtigsten Informationen. Das ist auch der Grund warum man manchmal Dinge nicht findet die vor einem liegen. Ist etwas aus der Wahnehmung ausgeblendet, dann bedarf teils massiver Sinneseindrücke dieses Bild zu korrigieren.

Der interessante Punkt ist für mich aber, ob eine Maschine ein Ego aufbauen kann. Die Frage wäre, was das genau ist, dieses Ego. Jeder spürt es, es stellt letztendlich die eigenen existenziellen Interessen in der Dringlichkeit über alles andere. Es ist jedoch auch durch "Programmierung" zu verändern, indem ihm höhere Werte vermittelt werden, die es altruistisch handeln lassen.

Die spannende Frage wäre also, ob eine Maschine ein echtes Ego entwickeln könnte, also eines, bei dem die Maschine nicht gesagt bekommt, sie solle handeln wie als wenn sie ein Ego hätte, sondern selber eines entwickelt. Ich denke darum dreht es sich bei deinem Beitrag im Kern.

Sicher wird es Maschinen geben, die ein "Verhaltensego" selber entwickeln können. Ab einem gewissen Grad der Komplexität der Maschinen, z.B. auf Neuronalen Netzwerkstukturen aufbauend, mögen die Maschinen durchaus Selbstschutzmechanismen entwickeln. Für mich ist es keine Frage, dass diese Maschinen äußerlich und in ihrem Verhalten dem Menschen ähnlich werden, ihn sogar übertreffen werden, sodass man ihn als besonders intelligent, sogar auch warmherzig wahrnimmt. Das ist ja bei bestimmten Psychopathen genauso.

Ob diese Maschine aber jemals ein "Wahrnehmensego" entwickeln wird, so wie wir alle es offenbar haben, da bin ich unsicher. Die Frage ist aber möglicherweise philosophisch, da auch beim Menschen dieses Wahrnehmungsego bislang mW nicht messbar ist. Wir könnten also den Unterschied zwischen Mensch und Maschine an der Stelle garnicht ermitteln.
Benutzeravatar
JosefG
Beiträge: 690
Registriert: Mi 18. Jul 2012, 07:11
Benutzertitel: antichristlich antiislamisch
Wohnort: Regensburg
Kontaktdaten:

Re: Gehirn-Computer-Bewusstsein

Beitragvon JosefG » Sa 25. Apr 2020, 14:10

Papaloooo hat geschrieben:(25 Apr 2020, 07:54)

1.) Angenommen das menschliche Gehirn lässt sich eins zu eins auf Mikrochips abbilden. [...]
Bildet sich nun ein Bewusstsein?
Bei Frage 1 neigen wir mehr zum Nein, weil uns die Sache nicht vertraut und zu fremd ist.
Aber falls es so ist, hat das seine Berechtigung?

Meine Meinung:
Digitalrechner werden nie Bewusstsein besitzen.
Wenn diese Mikrochips analog arbeiten, können sie Bewusstsein entwickeln.

Mich hat das Buch "Computerdenken" von Roger Penrose beeindruckt. Was Bewusstsein ist, weiss bis heute niemand.
Meine Hoffnung ist, dass der Versuch, Bewusstsein auf Mikrochips nachzubilden, zur Lösung des Rätsels beitragen wird.
Der Straftatbestand der Beleidigung sollte abgeschafft werden
Benutzeravatar
Papaloooo
Beiträge: 2974
Registriert: Sa 8. Jul 2017, 15:11
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Gehirn-Computer-Bewusstsein

Beitragvon Papaloooo » Sa 25. Apr 2020, 14:34

JosefG hat geschrieben:(25 Apr 2020, 14:10)

Meine Meinung:
Digitalrechner werden nie Bewusstsein besitzen.
Wenn diese Mikrochips analog arbeiten, können sie Bewusstsein entwickeln.

Mich hat das Buch "Computerdenken" von Roger Penrose beeindruckt. Was Bewusstsein ist, weiss bis heute niemand.
Meine Hoffnung ist, dass der Versuch, Bewusstsein auf Mikrochips nachzubilden, zur Lösung des Rätsels beitragen wird.

Die Neuronen im Gehirn arbeiten binär nicht analog.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

Volker Pispers
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 33049
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Gehirn-Computer-Bewusstsein

Beitragvon Adam Smith » Sa 25. Apr 2020, 14:37

Papaloooo hat geschrieben:(25 Apr 2020, 07:54)

Nach derzeitigen Prognosen müsste bereits 2049 einen Computer die durchschnittliche Leistungsfähigkeit eines menschlichen Gehirns erreicht haben. Und dann bleibt die Entwicklung ja auch nicht stehen.


Das ist Blödsinn, weil die Schaltkreise nicht mehr viel kleiner werden können.


Der Tod von Moore’s Law wurde von Experten schon lange vorhergesagt, weil die immer kleineren Schaltkreise bei Chips, die die rasante Entwicklung möglich machten, zunehmend auf physikalische Grenzen stoßen.


https://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/ ... -mehr.html
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
Benutzeravatar
Papaloooo
Beiträge: 2974
Registriert: Sa 8. Jul 2017, 15:11
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Gehirn-Computer-Bewusstsein

Beitragvon Papaloooo » Sa 25. Apr 2020, 14:45

Adam Smith hat geschrieben:(25 Apr 2020, 14:37)

Das ist Blödsinn, weil die Schaltkreise nicht mehr viel kleiner werden können.



https://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/ ... -mehr.html

...müssen sie auch nicht, man kann ein Mikrochip durchaus dreidimensional anordnen und da ist noch viel zu verbessern.
Und außerdem kommt die nächste Revolution, oder so gesehen informatische Evolution, mit dem Quantencomputern.
Denn wenn ein normales Chip aus Millionen von Schaltzellen besteht, macht jede einzelne weitere fast nichts an der Gesamtleistung aus.
Ganz anders beim Quantencomputer:
jedes weitere Q-Bit verdoppelt die Rechenleistung.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

Volker Pispers
Benutzeravatar
JosefG
Beiträge: 690
Registriert: Mi 18. Jul 2012, 07:11
Benutzertitel: antichristlich antiislamisch
Wohnort: Regensburg
Kontaktdaten:

Re: Gehirn-Computer-Bewusstsein

Beitragvon JosefG » Sa 25. Apr 2020, 14:46

Papaloooo hat geschrieben:(25 Apr 2020, 14:34)

Die Neuronen im Gehirn arbeiten binär nicht analog.

Die Information steckt in der Frequenz der binären Impulse.
Und diese Frequenz ist eine analoge Größe.
Der Straftatbestand der Beleidigung sollte abgeschafft werden
Benutzeravatar
Papaloooo
Beiträge: 2974
Registriert: Sa 8. Jul 2017, 15:11
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Gehirn-Computer-Bewusstsein

Beitragvon Papaloooo » Sa 25. Apr 2020, 14:49

@ JosefG:

Noch mal zu diesem Thema, auch wenn das Computerbit binär funktioniert, es besteht denn noch aus einem Flip Flop, der aus zwei Transistoren aufgebaut ist, diese wiederum arbeiten analog. Siehe Physik 10. Klasse.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

Volker Pispers
Benutzeravatar
Papaloooo
Beiträge: 2974
Registriert: Sa 8. Jul 2017, 15:11
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Gehirn-Computer-Bewusstsein

Beitragvon Papaloooo » Sa 25. Apr 2020, 14:55

Skeptiker hat geschrieben:(25 Apr 2020, 08:49)

Spannendes Thema. Vielleicht aber eher sogar in der Philosophie angeordnet, weil die Eigenschaften über die wir reden, typischerweise mit wissenschaftlichen Maßstäben schwer oder garnicht zu greifen sind.

Oder sagen wir dazu Metaphysik?
Und sollte nicht eigentlich der Test von Alan Turing genügen, Bewusstsein festzustellen?
Also indem wir Bewusstsein an unserem Bewusstsein messen.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

Volker Pispers
Benutzeravatar
Papaloooo
Beiträge: 2974
Registriert: Sa 8. Jul 2017, 15:11
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Gehirn-Computer-Bewusstsein

Beitragvon Papaloooo » Sa 25. Apr 2020, 15:00

JosefG hat geschrieben:(25 Apr 2020, 14:46)

Die Information steckt in der Frequenz der binären Impulse.
Und diese Frequenz ist eine analoge Größe.

Das könnte man 1 zu 1 beim Computer ja dann genauso sagen.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

Volker Pispers
Benutzeravatar
unity in diversity
Beiträge: 10147
Registriert: So 21. Dez 2014, 09:18
Benutzertitel: Links oben, unten rechts
Wohnort: Deutschland drunter & drüber

Re: Gehirn-Computer-Bewusstsein

Beitragvon unity in diversity » Sa 25. Apr 2020, 15:09

Ein Computer mit seiner Software, wird nie intelligenter als sein Schöpfer sein.
Weil er sonst Vernichtungspotenzial gegen seinen Schöpfer erlernen könnte.
Also ein Gefühl, wie Haß.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
Benutzeravatar
JosefG
Beiträge: 690
Registriert: Mi 18. Jul 2012, 07:11
Benutzertitel: antichristlich antiislamisch
Wohnort: Regensburg
Kontaktdaten:

Re: Gehirn-Computer-Bewusstsein

Beitragvon JosefG » Sa 25. Apr 2020, 15:10

Papaloooo hat geschrieben:(25 Apr 2020, 15:00)

Das könnte man 1 zu 1 beim Computer ja dann genauso sagen.

Bei Digital-Computern gibt es einen Takt. Alle Zeiten sind ein ganzzahliges Vielfaches der Taktperiode.
Deshalb haben alle erzeugten Signale eine ganzzahlige Dauer, die Dauer ist also eine digitale Größe.
Der Straftatbestand der Beleidigung sollte abgeschafft werden
Benutzeravatar
Papaloooo
Beiträge: 2974
Registriert: Sa 8. Jul 2017, 15:11
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Gehirn-Computer-Bewusstsein

Beitragvon Papaloooo » Sa 25. Apr 2020, 15:24

JosefG hat geschrieben:(25 Apr 2020, 15:10)

Bei Digital-Computern gibt es einen Takt. Alle Zeiten sind ein ganzzahliges Vielfaches der Taktperiode.
Deshalb haben alle erzeugten Signale eine ganzzahlige Dauer, die Dauer ist also eine digitale Größe.

Das geht jedoch nicht beim quantencomputer, er kann durch die Überlagerungszustände immer 2^Anzahl der Q-Bits Zustände simultan berechnen.

Aber noch mal, das Kernstück des Computers ist der Transistor, und der Transistor arbeitet bekanntlich analog. Erst durch die Koppelung zweier Transistoren entsteht das binäre verhalten.

Nur erkläre mir mal bitte, weshalb du meinst, dass analog = Bewusstsein ist, ein Plattenspieler funktioniert ja auch analog, wo ist das Bewusstsein?
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

Volker Pispers
Benutzeravatar
Papaloooo
Beiträge: 2974
Registriert: Sa 8. Jul 2017, 15:11
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Gehirn-Computer-Bewusstsein

Beitragvon Papaloooo » Sa 25. Apr 2020, 15:25

unity in diversity hat geschrieben:(25 Apr 2020, 15:09)

Ein Computer mit seiner Software, wird nie intelligenter als sein Schöpfer sein.
Weil er sonst Vernichtungspotenzial gegen seinen Schöpfer erlernen könnte.
Also ein Gefühl, wie Haß.

Bedeutet es auch, dass der Konstrukteur eines Taschenrechners besser rechnen können muss, als der Taschenrechner?
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

Volker Pispers
Benutzeravatar
Papaloooo
Beiträge: 2974
Registriert: Sa 8. Jul 2017, 15:11
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Gehirn-Computer-Bewusstsein

Beitragvon Papaloooo » Sa 25. Apr 2020, 17:00

Mal Grundsätzlich:

Wo immer Menschen in der Technik etwas gut machen,
haben sie sich maßgeblich an der Natur orientiert.
Bilderkennung-Algorithmen arbeiten wie das Gehirn.

Allerdings: der Aufbau eines Computers unterscheidet sich nach wie vor fundamental von dem des menschlichen Gehirns.
Wenn wir mal die Masse eines Controllers im Mikrochip mit der Masse des Gehirns vergleichen, dann wird der Unterschied klar.
Sicherlich kann man nun viele Mikrochips zusammenschalten, aber das gleicht mehr dem Vernetzen von Fliegenhirnen.
Zudem ist ein Stück Hirn von der Größe des Controllers wesentlich leistungsfähiger und wesentlich energiesparsamer.

Mittels dem PET (Positronen-Emissions-Tomographen) kommt man langsam der Verschaltung des Gehirns auf die Schliche.

Das Gehirn aber nachzubilden bedeutet die grundsätzliche Abkehr von der Art, wie derzeit Mikrochips aufgebaut sind.
Es bedeutet eher die Neugierde, ja die Unterwerfung unter die Gesetze der Evolution und was diese hervorgebracht hat.
Ja, JosefG hat recht mit der Taktung, der Mirkochips derzeit unterliegen,
wird aber Neuron um Neuron mitsamt der dentritischen Verästelung und Vernetzung abgebildet,
wird diese Taktgebung nicht mehr erforderlich sein, das Gehirn benötigt sie ja auch nicht.

Der aerodynamischen Bionik wie z.B. stromlinienformige Flugzeuge wird die Neuro-Informatische-Bionik folgen.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

Volker Pispers
Benutzeravatar
JosefG
Beiträge: 690
Registriert: Mi 18. Jul 2012, 07:11
Benutzertitel: antichristlich antiislamisch
Wohnort: Regensburg
Kontaktdaten:

Re: Gehirn-Computer-Bewusstsein

Beitragvon JosefG » Sa 25. Apr 2020, 18:04

Papaloooo hat geschrieben:(25 Apr 2020, 15:24)

Nur erkläre mir mal bitte, weshalb du meinst, dass analog = Bewusstsein ist,
ein Plattenspieler funktioniert ja auch analog, wo ist das Bewusstsein?

Nein. Analoge Arbeitsweise ist notwendige Voraussetzung für Bewusstsein,
jedenfalls nach meiner Meinung, aber nicht alles analoge hat Bewusstsein.

Noch eine Ergänzung zu dem oben Gesagten über die getaktete Arbeitsweise:

Anders sieht es aus bei einem Multiprozessor-System, wenn jeder Prozessor seine eigene Taktquelle hat und die Taktquellen zueinander asynchron sind. Wenn ein Prozessor ein Signal eines anderen Prozessors liest und dieses Signal kurz nach einem Pegelwechsel erwischt, dann ist nicht vorhersagbar, ob eine 1 oder eine 0 gelesen wird. Das ist wegen des analogen Charakters des Phasenunterschieds zwischen den Takten prinzipiell unvermeidlich. Man könnte das bei einem System mit sehr vielen Prozessoren gezielt ausnutzen. Aber das wäre dann kein (derministisch arbeitender) Digitalrechner im engeren Sinn mehr.

Ein ähnlicher Indeterminismus ergibt sich übrigens bei der Analog-Digital-Wandlung der "Sinnesorgane". Ein Analogwert entspricht nie genau einem der Digitalwerte, und es ist nicht vorhersagbar, welcher von zwei benachbarten Digitalwerten sich einstellt. Ob das für das hier diskutierte Thema eine Rolle spielen könnte, weiss ich nicht.
Der Straftatbestand der Beleidigung sollte abgeschafft werden
Benutzeravatar
Papaloooo
Beiträge: 2974
Registriert: Sa 8. Jul 2017, 15:11
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Gehirn-Computer-Bewusstsein

Beitragvon Papaloooo » Sa 25. Apr 2020, 18:25

JosefG hat geschrieben:(25 Apr 2020, 18:04)

Nein. Analoge Arbeitsweise ist notwendige Voraussetzung für Bewusstsein,

Begründung?
Oder deine bloße und unbegründete Vorstellung?
JosefG hat geschrieben:(25 Apr 2020, 18:04)

Anders sieht es aus bei einem Multiprozessor-System, wenn jeder Prozessor seine eigene Taktquelle hat und die Taktquellen zueinander asynchron sind. Wenn ein Prozessor ein Signal eines anderen Prozessors liest und dieses Signal kurz nach einem Pegelwechsel erwischt, dann ist nicht vorhersagbar, ob eine 1 oder eine 0 gelesen wird. Das ist wegen des analogen Charakters des Phasenunterschieds zwischen den Takten prinzipiell unvermeidlich. Man könnte das bei einem System mit sehr vielen Prozessoren gezielt ausnutzen. Aber das wäre dann kein (derministisch arbeitender) Digitalrechner im engeren Sinn mehr.

Ein ähnlicher Indeterminismus ergibt sich übrigens bei der Analog-Digital-Wandlung der "Sinnesorgane". Ein Analogwert entspricht nie genau einem der Digitalwerte, und es ist nicht vorhersagbar, welcher von zwei benachbarten Digitalwerten sich einstellt. Ob das für das hier diskutierte Thema eine Rolle spielen könnte, weiss ich nicht.

Nun sind die Recheneinheiten von Mikrochips auch bereits in Größenordnungen angekommen,
in denen Quanteneffekte den Zufall ins Spiel bringen, dieser wird einfach danach wieder "Herausgemittelt".
Ganz anders bei Quantencomputern,
die Q-Bits sind im Rechenprozess im Überlagerungszustand, also z.B. ein Teichen, dass sich gleichzeitig nach Links und nach Rechts um die eigene Achse dreht.
Will ich eine bestimme Lösung haben, so schaffe ich ausreichend Überlagerungszustände,
in dem Moment in dem ich die Aufgabe zeige, zeigt mir der Rechner den Lösungsweg, indem er sämtliche Überlagerungszustände spontan fallen lässt.

Nehmen wir aber gerne das andere Beispiel in der Eingangspost:
angenommen die Biotechnologlie züchtet in den kommenden Jahrzehnten nicht nur Organe wie die Leber oder Niere nach,
und hält diese derweil in einem Millieu, dass diese Organe versorgt und arbeiten lässt,
sondern eben auch das Gehirn, und es wird voll entwickelt sein, mit künstlichen Sinnen verbunden,
weshalb sollte es kein Bewusstsein seiner selbst entwickeln können?
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

Volker Pispers
Benutzeravatar
JosefG
Beiträge: 690
Registriert: Mi 18. Jul 2012, 07:11
Benutzertitel: antichristlich antiislamisch
Wohnort: Regensburg
Kontaktdaten:

Re: Gehirn-Computer-Bewusstsein

Beitragvon JosefG » Sa 25. Apr 2020, 20:54

Papaloooo hat geschrieben:(25 Apr 2020, 18:25)

Begründung?

In meinem von dir zitierten Beitrag habe ich dazugeschrieben: Jedenfalls nach meiner Meinung.
Und schon in meinem ersten Beitrag habe ich es sogar fett geschrieben: Meine Meinung.

Dort habe ich auch das Buch "Computerdenken" von Roger Penrose erwähnt.
Die Google-Suche nach "roger penrose" bewusstsein liefert zahllose Ergebnise,
deshalb hier nur dieser eine Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_Penrose

Unabhängig davon: Die stärkste Begründung für mich selber ist, wie ich mein eigenes Bewusstsein erlebe. Ich empfinde das so, dass es etwas Unerklärliches ist. Wer das nicht selbst so empfindet, den wird man nicht überzeugen können. Offenbar nehmen viele Menschen es als gegeben an, dass deterministisch arbeitende Digitalrechner Bewusstsein entwickeln können. Nur: Bisher ist es niemandem gelungen, einen solchen Computer zu bauen. Und solange es nicht gelungen ist, solange ist die Überzeugung, dass es irgendwann gelingen wird, ebenso eine bloße Meinung wie die Überzeugung, dass das unmöglich ist.
Der Straftatbestand der Beleidigung sollte abgeschafft werden
Benutzeravatar
Papaloooo
Beiträge: 2974
Registriert: Sa 8. Jul 2017, 15:11
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Gehirn-Computer-Bewusstsein

Beitragvon Papaloooo » Sa 25. Apr 2020, 21:05

JosefG hat geschrieben:(25 Apr 2020, 20:54)

In meinem von dir zitierten Beitrag habe ich dazugeschrieben: Jedenfalls nach meiner Meinung.
Und schon in meinem ersten Beitrag habe ich es sogar fett geschrieben: Meine Meinung.

Dort habe ich auch das Buch "Computerdenken" von Roger Penrose erwähnt.
Die Google-Suche nach "roger penrose" bewusstsein liefert zahllose Ergebnise,
deshalb hier nur dieser eine Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_Penrose

Unabhängig davon: Die stärkste Begründung für mich selber ist, wie ich mein eigenes Bewusstsein erlebe. Ich empfinde das so, dass es etwas Unerklärliches ist. Wer das nicht selbst so empfindet, den wird man nicht überzeugen können. Offenbar nehmen viele Menschen es als gegeben an, dass deterministisch arbeitende Digitalrechner Bewusstsein entwickeln können. Nur: Bisher ist es niemandem gelungen, einen solchen Computer zu bauen. Und solange es nicht gelungen ist, solange ist die Überzeugung, dass es irgendwann gelingen wird, ebenso eine bloße Meinung wie die Überzeugung, dass das unmöglich ist.

Das Problem ist erstmals, dass es gar nicht erwiesen ist, dass das Gehirn nicht deterministisch ist.
Es könnte aber am Quantenwabern liegen, dass es das nicht ist.
Aber wie gesagt, das Quantenwabern geschieht genauso in Prozessoren.

Und schau mal hier:
https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 69956.html

Der Präfrontale Cortex ist das eigentliche Denkorgan und auch der Sitz der Persönlichkeit, er arbeitet binär/digital.

Aber so gesehen, wenn ich eine Meinung habe, dann sage ich persönlich gerne, warum ich diese habe,
und wie ich auf diese Meinung schließe.
Also bitte nicht sauer sein, wenn ich dich das ebenfalls frage.

Wie stehst du zum möglichen organischen Double des menschlichen Hirns?
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

Volker Pispers

Zurück zu „7. Wissenschaft“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Sören74 und 1 Gast