Das Weltbevölkerungswachstum: demographische Ursachen, Probleme und Lösungen

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Selina
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Das Weltbevölkerungswachstum: demographische Ursachen, Probleme und Lösungen

Beitragvon Selina » Di 7. Apr 2020, 21:12

Das folgende Thema hat sich als "Nebenprodukt" im Corona-Thread entwickelt. Ich finde es aber zu spannend und zu wichtig, um es einfach in der Ablage verschwinden zu lassen. Dort wurde behauptet, für Rückschritt und Armut in einem Teil der Welt sei die "Überbevölkerung" und das enorme Wachstum der Bevölkerung in diesen Ländern und Regionen verantwortlich.

Ich halte das schlicht für Malthusianismus bzw. Neomalthusianismus, dem sich unter anderem auch die Neue Rechte heute gerne bedient. Dazu fand ich untenstehenden interessanten Text. Was haltet ihr davon?

Zitat:

Gibt es zu viele Menschen auf der Erde? Und falls ja, wo? Lässt sich der Klimawandel überhaupt noch aufhalten, wenn wir (beziehungsweise die anderen) immer mehr werden? Diese Fragen sind alles andere als neu und doch hochaktuell. Sowohl in rechten Kreisen als auch teilweise in den Umwelt- und Postwachstumsbewegungen wird ein Horrorszenario der Überbevölkerung an die Wand gemalt. Bei genauerem Hinsehen basieren diese Ängste auf einem zweifelhaften Weltbild.

Der Ökonom Thomas Robert Malthus machte sich bereits 1798 Gedanken zur Bevölkerungsentwicklung und ging davon aus, dass eine steigende Anzahl von Menschen in einem bestimmten geographischen Raum langfristig Ernährungsprobleme zur Folge haben würde. Dies würde dann zu Epidemien und Kriegen führen, welche die Bevölkerungszahl auf ein tragfähiges Maß reduzieren würde. Diese Überzeugung übernahmen nicht zuletzt die Nationalsozialisten als ideologische Grundlage für die Notwendigkeit ihrer „Lebensraumpolitik“ und den Vernichtungskrieg im Osten...

... Hinter diesen Meinungen, die bis heute in Umwelt-, Postwachstums- und Naturschutzbewegungen teilweise auf Zustimmung treffen, steckt vor allem eins: ein menschenfeindliches Bild. Weil die Industrienationen die Luft weiter verpesten und ohne Rücksicht auf ökologische Fußabdrücke leben wollen, sollen die Entwicklungsländer ihre Bevölkerungszahl verringern. Es wird versucht, auf Kosten der ärmsten die ausbeuterische Wirtschaftsweise der reichsten Menschen zu gewährleisten. Gleichzeitig freut man sich über sich stabilisierende Geburtenraten im globalen Norden, schaut mit Sorge auf die steigenden Geburtenraten des Südens und offenbart damit tiefgehende frauenfeindliche und rassistische Denkmuster...

...Zweifellos wird die gegenwärtige Art des Ressourcenverbrauchs und der Schadstoffemissionen nicht in dieser Form fortgeführt werden können und auch eine Erhöhung der Weltbevölkerung auf 11 oder 12 Milliarden wird eine Herausforderung darstellen.

Diesen Herausforderungen muss mit einem demokratischen und humanen Vorgehen begegnet werden. Ein Umdenken in Fragen der Verteilung und Wirtschaftsweise hin zu mehr globaler (Umwelt-)Gerechtigkeit wäre dafür ein guter Ansatz. Denn mit autoritären Gedankenspielen zu Geburtenkontrollen und der Warnung vor „Menschenlawinen“ (Gruhl, 1975) öffnet man die Tür für Rechtsextreme und ihr menschenverachtendes, rassistisches Weltbild. Und die Leidtragenden solcher Ideologien befinden sich immer am unteren Ende der (Welt-)Gesellschaft. Zusätzlich offenbart die Freude über weniger stark sinkende Geburtenraten im globalen Norden und die Sorge vor steigenden Raten im globalen Süden eindeutig rassistische Denkmuster...


https://www.nf-farn.de/maer-ueberbevoelkerung

https://www.nf-farn.de/glossar-malthusi ... usianismus
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
lili
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Re: Die Neue Rechte und die "Überbevölkerung"

Beitragvon lili » Di 7. Apr 2020, 21:31

Ich sehe dass differenzierter:

Es gibt eine generelle Überbevölkerung und die Erde muss sich von uns Menschen erholen. Das hat bei mir auch nichts mit Rassismus zu tun, weil es mir nicht um ein bestimmtes Land geht. Ich meine es eher generell.

Natürlich gebe ich dir recht, dass das Argument oft dazu dient weiterhin ärmere Länder auszubeuten und die Verbrechen werden verschleiert. Es dient quasi als Ausrede.
Erlaubt einmal ein König, dass Armut in seiner Nation auftritt, werden die Leute immer stehlen, um zu überleben.

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Re: Die Neue Rechte und die "Überbevölkerung"

Beitragvon Quatschki » Di 7. Apr 2020, 21:36

Kahlfraß, Wüstenbildung, Wachstum der Mega-Slum-Städte, Verdrecken, Vermüllen und Versiegen der Flüsse - das kann man alles in Google Earth betrachten und verfolgen,
es schreitet voran und zwar völlig unabhängig davon, wie wir hier darüber denken
und zwar in Dimensionen, die unser eurozentristisches Vorstellungsvermögen weit übersteigen.
Und die Mutti blickte stumm.
Auf dem ganzen Tisch herum.
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Re: Die Neue Rechte und die "Überbevölkerung"

Beitragvon Keoma » Di 7. Apr 2020, 21:45

Na, wenn die neuen Rechten an Überbevölkerung glauben, wird sie wohl nicht existieren.
So ein Glück, dann kann die Reproduktion ja lustig weiter gehen.
Auch Moralapostel sollten, aus Gründen der Abschreckung, dann und wann gekreuzigt werden.
(Martin Gerhard Reisenberg)
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Re: Die Neue Rechte und die "Überbevölkerung"

Beitragvon Skeptiker » Di 7. Apr 2020, 21:46

Selina, beim Thema "Wann ist die Erde überbevölkert" kommt es im Wesentlichen darauf an, was man als "Überbevölkerung" definiert.

Man kann natürlich die Grenze der Ernährbarbeit der Menschheit als Grenzlinie ziehen. Das wäre aber eine brutale Aussage dem Planeten gegenüber, weil schon seit längerer Zeit die Menschheit offenbar ein Massenaussterben fremder Arten eingeleitet hat. Ich hatte das hier schonmal dargestellt.

Wenn ich lese, dass manche Leute darüber philosophieren, wann die Erde wohl überbevölkert sein wird, und sie über einen Zeitpunkt in der Zukunft reden, dann kann ich das nur mehr belustigt zur Kenntnis nehmen. Wenn man die Überbevölkerung nämlich an der Menge der Menschen incl. einer bestimmten "artgerechten" und nachhaltigen (!) Lebensweise festmacht, dann liegt das Überschreiten dieser Grenze mehrere Hundert, bis mehrere Tausend Jahre zurück. Persönlich würde ich ungefähr auf die Mitte des 17. Jahrhunderts schätzen. Zu dem Zeitpunkt hat etwa das heute Bevölkerungswachstum eingesetzt - damals beim Stand von ca. 500Mio Menschen Weltbevölkerung. Allerdings war auch das schon 5x so viel, wie zur Zeit Jesu. Das aktuelle Massenaussterben geht nach dem was ich mal darüber gelesen habe, aber schon auf die Zeit zurück, als der Mensch sesshaft wurde. Demnach läge die Grenze also eher in der 100 Mio-Kategorie (wir sind heute bei 7.75Mrd Menschen - also dem 77fachen Wert)

Das Problem der Überbevölkerung ist also kein Alibithema um rechtes Gedankengut zu verbreiten, auch wenn Rechte das durchaus tun mögen. Das Thema ist aber echt, und es wird weiter unterschätzt, obwohl wir geradewegs in eine Katastrophe hineinlaufen.
Zuletzt geändert von Skeptiker am Di 7. Apr 2020, 22:09, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Die Neue Rechte und die "Überbevölkerung"

Beitragvon Realist2014 » Di 7. Apr 2020, 21:50

lili hat geschrieben:(07 Apr 2020, 21:31)

Ich sehe dass differenzierter:

Es gibt eine generelle Überbevölkerung u .



Du erkennst den Widerspruch?


In Europa haben wir keinerlei Überbevölkerung

Dagegen in einigen afrikanischen Ländern ganz extrem

Fakt ist, die Anzahl der Kinder pro Frau nimmt ab, um so höher der Wohlstand in einem Land ist und die Kinder nicht mehr als "Altersversorgung" betrachtet werden
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Die Neue Rechte und die "Überbevölkerung"

Beitragvon jack000 » Di 7. Apr 2020, 21:56

Realist2014 hat geschrieben:(07 Apr 2020, 21:50)
In Europa haben wir keinerlei Überbevölkerung

Und wieso gibt es schon Enteignungsphantasien wenn es doch genug Platz für alle gibt?
Leerstand in Stuttgart
Stuttgart fordert Zugriffsrecht auf leere Wohnungen

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/ ... 7cec9.html
DU30:
"Wer die Sicherheit für Toleranz austauscht, der wird beides verlieren" (Dushan Wegner)
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Re: Die Neue Rechte und die "Überbevölkerung"

Beitragvon Skeptiker » Di 7. Apr 2020, 22:03

Quatschki hat geschrieben:(07 Apr 2020, 21:36)
Kahlfraß, Wüstenbildung, Wachstum der Mega-Slum-Städte, Verdrecken, Vermüllen und Versiegen der Flüsse - das kann man alles in Google Earth betrachten und verfolgen,
es schreitet voran und zwar völlig unabhängig davon, wie wir hier darüber denken
und zwar in Dimensionen, die unser eurozentristisches Vorstellungsvermögen weit übersteigen.

So ist es. Und der Beginn dessen, liegt schon Jahrhunderte zurück.

Das Thema wird uns in den nächsten 50 Jahren mehr beschäftigen als irgendetwas sonst. Es ist bezeichnend, dass es hier in einem derart engstirnigen Kontext aufgebracht wird, der fast schon symbolisch für die dramatische Unterschätzung dieser Entwicklung steht. Überbevölkerung als Scheinbegründung für irgendwelche unbedeutenden rechten Umtriebe in Deutschland. Was für eine kolossale Fehleinschätzung der Bedeutung innenpolitischer Themen im globalen Kontext.
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Re: Die Neue Rechte und die "Überbevölkerung"

Beitragvon Realist2014 » Di 7. Apr 2020, 22:05

jack000 hat geschrieben:(07 Apr 2020, 21:56)

Und wieso gibt es schon Enteignungsphantasien wenn es doch genug Platz für alle gibt?


da kannst du mal sehen, wie unflexibel die Jammerköppe sind....

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.leerstand-in-stuttgart-stuttgart-fordert-zugriffsrecht-auf-leere-wohnungen.0ff2794e-89a0-4239-aedf-350b1217cec9.html


Wird sich möglicherweise von alleine lösen

Spekulation auf weitere Wertsteigerungen wird Corona beenden

Also entweder jetzt verkaufen- oder wieder vermieten
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Re: Die Neue Rechte und die "Überbevölkerung"

Beitragvon Quatschki » Di 7. Apr 2020, 22:15

Realist2014 hat geschrieben:(07 Apr 2020, 21:50)
Fakt ist, die Anzahl der Kinder pro Frau nimmt ab, um so höher der Wohlstand in einem Land ist und die Kinder nicht mehr als "Altersversorgung" betrachtet werden

Es geht nicht nur um Altersversorgung, sondern ganz generell um die Durchsetzung der eigenen Interessen. Wo es keinen Rechtsstaat gibt, keine unabhängige Justiz und Polizei, kein Grundbuch,
keine einklagbaren Rechte,
da bildet nur der eigene Familienclan das Netzwerk, das einen vor Willkür schützt.
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Re: Die Neue Rechte und die "Überbevölkerung"

Beitragvon jack000 » Di 7. Apr 2020, 22:18

Realist2014 hat geschrieben:(07 Apr 2020, 22:05)
da kannst du mal sehen, wie unflexibel die Jammerköppe sind....

Ich bin ja nicht davon betroffen, aber "Wir haben genug Platz" ist schlichtweg Ironie im Südwesten Deutschlands:
Wohnungsnot in Baden-Württemberg
„Innenbalkon“ in Wohnungsanzeige macht das Netz sprachlos

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inha ... 7d3e8.html

Wird sich möglicherweise von alleine lösen

Spekulation auf weitere Wertsteigerungen wird Corona beenden

Also entweder jetzt verkaufen- oder wieder vermieten

Das durch Corona sich die Sache ändern/entspannen wird kann ja sein, aber das strukturelle Problem wird dadurch nicht gelöst.
DU30:
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Re: Die Neue Rechte und die "Überbevölkerung"

Beitragvon Frodobert » Di 7. Apr 2020, 22:21

Realist2014 hat geschrieben:(07 Apr 2020, 21:50)

Du erkennst den Widerspruch?


In Europa haben wir keinerlei Überbevölkerung

Dagegen in einigen afrikanischen Ländern ganz extrem

Fakt ist, die Anzahl der Kinder pro Frau nimmt ab, um so höher der Wohlstand in einem Land ist und die Kinder nicht mehr als "Altersversorgung" betrachtet werden

Echt. Mir kommt Deutschland schon etwas beengt vor.
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Re: Die Neue Rechte und die "Überbevölkerung"

Beitragvon BlueMonday » Di 7. Apr 2020, 22:29

Wieso wieder diese Fokussierung auf die "neue Rechte"? Diese Malthusianische Katastrophenattitüde findet sich doch quer in allen etatistischen Lagern(bis hier ins Forum reichend). Aktionismus und Interventionismus warten in unzähligen Startlöchern nur darauf, endlich, endlich wieder von der Leine gelassen zu werden (als ob der Interventionismus nicht sowieso Dauerzustand wäre). Irgendeine Wand, auf die die Menschheit vermeintlich fatal zurast, findet sich immer (peak oil, peak irgendwas, Waldsterben, Ozonloch, Klimatod, Verkehrstod, Seuchentod, Krisen- und Weltuntergangsvorstellungen in allen Geschmacksrichtungen), - wenn, ja wenn nicht der starke Staat kräftig auf die Bremse drückt oder wenigstens heftig das Steuerrad herumreißt. Die Menschen ohne Staat, diese Hilflosen, Ahnungslosen rennen sonst in ihr Verderben.
Greif niemals in ein Wespennest, doch wenn du greifst, dann greife fest.
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Re: Die Neue Rechte und die "Überbevölkerung"

Beitragvon Frodobert » Di 7. Apr 2020, 22:35

Wichtiger ist nicht die Zahl der Individuen, sondern der Verbrauch des Einzelnen. Würden alle so minimalistisch leben wie die meisten Afrikaner, dann hätten locker 15 Milliarden Menschen Platz.

Aber wie immer müssen Menschen als Sündenböcke dienen und nicht die Ursachen. Anders funktioniert das menschliche Hirn anscheinend nicht und will es auch gar nicht.

Selbst wenn es Afrika nicht gäbe, würde die Welt bei unserem abnormalem Verbrauch zugrunde gehen und das ist das eigentliche Problem.

Das Rechte dieses Thema aufgreifen ist ja logisch. Nach deren Ansinnen darf ja nur die eigene Hautfarbe die einzige Hautfarbe sein die eine Legitimität auf Erden hat. Dabei sind Ultrarechte selbst gar nicht überlebensfähig wie man vor 80 Jahren gesehen hat. Die sollten besser einfach mal die F.... halten.
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Re: Die Neue Rechte und die "Überbevölkerung"

Beitragvon lili » Di 7. Apr 2020, 22:39

Realist2014 hat geschrieben:(07 Apr 2020, 21:50)

Du erkennst den Widerspruch?


In Europa haben wir keinerlei Überbevölkerung

Dagegen in einigen afrikanischen Ländern ganz extrem

Fakt ist, die Anzahl der Kinder pro Frau nimmt ab, um so höher der Wohlstand in einem Land ist und die Kinder nicht mehr als "Altersversorgung" betrachtet werden


Ich will damit sagen, dass die Erde uns nicht braucht. Wo die Reduzierung stattfindet ist Irrelevant.
Erlaubt einmal ein König, dass Armut in seiner Nation auftritt, werden die Leute immer stehlen, um zu überleben.

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Re: Die Neue Rechte und die "Überbevölkerung"

Beitragvon lili » Di 7. Apr 2020, 22:42

Frodobert hat geschrieben:(07 Apr 2020, 22:35)

Wichtiger ist nicht die Zahl der Individuen, sondern der Verbrauch des Einzelnen. Würden alle so minimalistisch leben wie die meisten Afrikaner, dann hätten locker 15 Milliarden Menschen Platz.

Aber wie immer müssen Menschen als Sündenböcke dienen und nicht die Ursachen. Anders funktioniert das menschliche Hirn anscheinend nicht und will es auch gar nicht.

Selbst wenn es Afrika nicht gäbe, würde die Welt bei unserem abnormalem Verbrauch zugrunde gehen und das ist das eigentliche Problem.

Das Rechte dieses Thema aufgreifen ist ja logisch. Nach deren Ansinnen darf ja nur die eigene Hautfarbe die einzige Hautfarbe sein die eine Legitimität auf Erden hat. Dabei sind Ultrarechte selbst gar nicht überlebensfähig wie man vor 80 Jahren gesehen hat. Die sollten besser einfach mal die F.... halten.


Du hast es perfekt formuliert. :thumbup:
Erlaubt einmal ein König, dass Armut in seiner Nation auftritt, werden die Leute immer stehlen, um zu überleben.

Buddha
BenJohn

Re: Die Neue Rechte und die "Überbevölkerung"

Beitragvon BenJohn » Di 7. Apr 2020, 22:44

Frodobert hat geschrieben:(07 Apr 2020, 22:35)

Wichtiger ist nicht die Zahl der Individuen, sondern der Verbrauch des Einzelnen. Würden alle so minimalistisch leben wie die meisten Afrikaner, dann hätten locker 15 Milliarden Menschen Platz.

Aber wie immer müssen Menschen als Sündenböcke dienen und nicht die Ursachen. Anders funktioniert das menschliche Hirn anscheinend nicht und will es auch gar nicht.

Selbst wenn es Afrika nicht gäbe, würde die Welt bei unserem abnormalem Verbrauch zugrunde gehen und das ist das eigentliche Problem.

Das Rechte dieses Thema aufgreifen ist ja logisch. Nach deren Ansinnen darf ja nur die eigene Hautfarbe die einzige Hautfarbe sein die eine Legitimität auf Erden hat. Dabei sind Ultrarechte selbst gar nicht überlebensfähig wie man vor 80 Jahren gesehen hat. Die sollten besser einfach mal die F.... halten.


Die Afrikaner leben nicht freiwillig minimalistisch.
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Re: Die Neue Rechte und die "Überbevölkerung"

Beitragvon Alpha Centauri » Di 7. Apr 2020, 22:45

Frodobert hat geschrieben:(07 Apr 2020, 22:35)

Wichtiger ist nicht die Zahl der Individuen, sondern der Verbrauch des Einzelnen. Würden alle so minimalistisch leben wie die meisten Afrikaner, dann hätten locker 15 Milliarden Menschen Platz.

Aber wie immer müssen Menschen als Sündenböcke dienen und nicht die Ursachen. Anders funktioniert das menschliche Hirn anscheinend nicht und will es auch gar nicht.

Selbst wenn es Afrika nicht gäbe, würde die Welt bei unserem abnormalem Verbrauch zugrunde gehen und das ist das eigentliche Problem.

Das Rechte dieses Thema aufgreifen ist ja logisch. Nach deren Ansinnen darf ja nur die eigene Hautfarbe die einzige Hautfarbe sein die eine Legitimität auf Erden hat. Dabei sind Ultrarechte selbst gar nicht überlebensfähig wie man vor 80 Jahren gesehen hat. Die sollten besser einfach mal die F.... halten.


Besser und korrekter kann man diesen Sachverhalt nicht zusammenfassen. :thumbup:
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Re: Die Neue Rechte und die "Überbevölkerung"

Beitragvon jack000 » Di 7. Apr 2020, 22:51

Frodobert hat geschrieben:(07 Apr 2020, 22:35)

Wichtiger ist nicht die Zahl der Individuen, sondern der Verbrauch des Einzelnen. Würden alle so minimalistisch leben wie die meisten Afrikaner, dann hätten locker 15 Milliarden Menschen Platz.

Das ist aber nicht die Frage die sich stellt. Es geht nicht darum, dass die Menschen auf diesem Planeten ihren Lebensstandard soweit wie möglich zurückstellen so das so viele wie überhaupt möglich leben können.
=> Bis auf wenige Ausnahmen strebt ein jeder Mensch den nur möglicht höchsten Lebensstandard an wie nur möglich. Daher steigt u.a. die Zahl der Fahrzeuge in der Welt in so ziemlich allen Ländern auf der Welt an, sowie auch der Bedarf an Wohnraum!
=> Einem jeden Erdenbewohner ist es legitim einen Lebensstandard zu haben wie "im Westen" und danach wird auch ein jeder streben (und dafür arbeiten), daher ist die Kapazität dieses Planeten begrenzt
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Re: Die Neue Rechte und die "Überbevölkerung"

Beitragvon jack000 » Di 7. Apr 2020, 22:53

lili hat geschrieben:(07 Apr 2020, 22:42)

Du hast es perfekt formuliert. :thumbup:

Wie sieht denn dein Lebensstil aus, der (wenn alle so leben würden) das dieser Planet keine Probleme hätte? Wovon lebst du dann? Wer heizt deine Heizung?
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