Gesammelte Klimawissenschaften

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Re: Psychologie der Klimaleugner und Skeptiker

Beitragvon H2O » Mi 11. Dez 2019, 20:51

Tom Bombadil hat geschrieben:(10 Dec 2019, 16:47)

MW. ist Polen NATO-Mitglied.


Tja, das ist schon ein Eckpfeiler, der auch einknicken kann. Griechenland, Türkei und Zypern sind sich auch durch 1.000 Jahre Geschichte eng verbunden... und NATO-Mitglieder... ok, Zypern jetzt nicht. Auf jeden Fall läuft Politik der guten Nachbarschaft dort nicht so besonders rund. Auf Polen übertragen: So gut wie heute war das Verhältnis zum deutschen Nachbarn in den letzten 700 Jahren nicht. Damit sollten polnische und deutsche Politiker äußerst pfleglich umgehen.
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Re: Psychologie der Klimaleugner und Skeptiker

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 11. Dez 2019, 21:38

H2O hat geschrieben:(11 Dec 2019, 20:51)

Tja, das ist schon ein Eckpfeiler, der auch einknicken kann.

Auf der Basis braucht man dann gar nichts mehr zu diskutieren.
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Re: Psychologie der Klimaleugner und Skeptiker

Beitragvon H2O » Mi 11. Dez 2019, 22:04

Tom Bombadil hat geschrieben:(11 Dec 2019, 21:38)

Auf der Basis braucht man dann gar nichts mehr zu diskutieren.

Niemand wird Sie dazu zwingen.
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Re: Psychologie der Klimaleugner und Skeptiker

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 11. Dez 2019, 23:47

Und was ist dann noch Sinn und Zweck des Forums?
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Re: Psychologie der Klimaleugner und Skeptiker

Beitragvon TheManFromDownUnder » Do 12. Dez 2019, 00:54

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Dec 2019, 11:20)

Die kulturellen Leitbilder für die nachholende Wohlstandsentwicklung in China oder Indien wurden und werden in Ländern wie den USA, UK, Kanada, Australien oder den Ländern Europas produziert. Man kann dies mit der Produktion von entgegengerichteten Leitbildern durchaus versuchen, zu kompensieren. Tut man ja auch. Siehe FFF & Co. Diese Erzählung von der "Schuldkomplexbeladenheit" ist Küchenpsychologie auf dem Niveau von Tütensuppen.


Mit Kulturellen Leitbildern hat es nichts zu tun. Die Laender Asiens haben ihre eigene und gepflegte Kultur, die brauchen keine europaeische Leitbilder! Wohlstandsentwicklung ist eine normales menschliches Beduerfnis. Jeder Mensch will seine "Situation" verbessern! Und genau deshalb gehen die Kinder Asiens lieber zur Schule und lernen fuer ihre Zukunft im Gegensatz zu ihren wohlstandsverwoehnten Altersgenossen aus der westlichen Welt. Vielleicht ist dieser Schuldkomplex (Tuetensuppen Niveau oder nicht) ein deutsches Phaenomen. Keine andere Sprache oder Kulturzone bringt Woerter wie "Fremdschaemen" und "Flugschaemen" (ok urspruenglich ein schwedisches Wort) hervor.
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Re: Psychologie der Klimaleugner und Skeptiker

Beitragvon TheManFromDownUnder » Do 12. Dez 2019, 01:08

Orbiter1 hat geschrieben:(11 Dec 2019, 15:04)

Das ist alles richtig aber wenn sie glauben mehr Wohlstand würde sich nur durch immer mehr Emissionen von klimaschädlichen Gasen erreichen lassen liegen sie vollkommen falsch. Das haben schon längst auch Länder wie China erkannt.

"Finamore: ... Der Wendepunkt kam 2013, als die Luft in Peking so schmutzig war wie in einer Flughafen-Raucherlounge. Pro Tag starben 4000 Menschen an Atemwegserkrankungen, vor allem in den Städten im Norden, wo im Winter mit Kohle geheizt wird. Die Regierung erkannte, dass sie etwas tun musste.

SPIEGEL: Und was hat sie getan?

Finamore: Bis Ende 2013 hatte sie einen Aktionsplan gegen die Luftverschmutzung in Höhe von 200 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. ... Was die Chinesen beim Ausbau der Solarenergie bis 2020 erreichen wollten, haben sie bereits übererfüllt - um 50 Prozent. 2017 hat China mehr Geld in erneuerbare Energien gesteckt als die drei nächstgrößten Investoren zusammen: die USA, die EU und Japan.

SPIEGEL: Gleichzeitig werden in China Dutzende neuer Kohlekraftwerke gebaut.

Finamore: Vor etwa fünf Jahren hat die Zentralregierung den Kommunen das Recht übertragen, neue Kohlekraftwerke zu genehmigen. Viele haben das sofort getan, weil es damals praktisch kein wirtschaftliches Risiko gab: Den Kohlekraftwerken wurden eine bestimmte Laufzeit und ein fester Strompreis garantiert. Als die Zentralregierung erkannte, dass da Überkapazitäten entstehen, und anordnete, den Bau einzustellen, bauten viele Kommunalverwaltungen einfach heimlich weiter. Aber jetzt gibt es zu viele Anlagen, viele davon sind nur die Hälfte der Zeit in Betrieb und machen Verlust. Ich glaube, eine enorme Zahl wird pleitegehen, diese Investitionen sind verloren ....

SPIEGEL: Warum ist der chinesischen Führung Klimaschutz plötzlich so wichtig?

Finamore: Aus mehreren Gründen. Die chinesische Führung glaubt an Wissenschaft, und die Chinesen verstehen, dass der Klimawandel stattfindet. China weiß, dass es eines der Länder ist, die der Klimawandel am härtesten trifft. Viele seiner größten Städte liegen an der Küste und sind vom Anstieg des Meeresspiegels betroffen. Wasserknappheit ist ein großes Problem. Die Zunahme von Dürren, Überschwemmungen und der Temperaturanstieg haben schon jetzt erhebliche Auswirkungen auf das Land. Es liegt in Chinas nationalem Interesse, alles zu tun, was es kann.

SPIEGEL: Das wird teuer.

Finamore: China hat allerdings auch festgestellt, dass saubere Energie nicht nur wichtig ist, um die Gesundheit seiner Bürger und die Umwelt zu schützen. Es ist auch die größte Geschäftsmöglichkeit des 21. Jahrhunderts. Saubere Energie schafft Arbeitsplätze. Im vergangenen Jahr arbeiteten in China vier Millionen Arbeitnehmer im Bereich saubere Energien. Das sind mehr als im Kohlebergbau. ...." Quelle: https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 87623.html

Um so ein Land wie China muss man sich die wenigsten Sorgen machen. Die werden den Europäern noch die Anlagen verkaufen um klimaneutral zu werden. Bei der Photovoltaik haben sie ja bereits eine überragende Marktposition erreicht. Der Rest kommt noch.


China hat noch viel mehr getan um die chronische Luftverschmutzung Peking's zu bekaempfen! Kurzum eine neue Stadt zu bauen und Leute zwangsumziehen!

https://www.theguardian.com/world/2017/ ... f-new-york

Fianmore ist ein Sprachrohr der chinesischen Fuehrung. In Realitaet waechst der CO2 Austoss China's, die Fluesse sind giftige Kloaken, und Fabriken halten sich nicht an Umweltauflagen. Korruption ist gang und gaebe.

Nein um China muss man sich als Chinese keine Sorgen machen. Als Europaer sollte man es schon. Natuerlich warden sie uns anlagen verkaufen! Die Technologie haben sie bereits geklaut und richtig groesster PV Hersteller der Welt! Warum? Unsere Regierungen haben die Start Up Unternehmen nicht genug gefoerdert und die fanden Investoren in China.
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Re: Psychologie der Klimaleugner und Skeptiker

Beitragvon H2O » Do 12. Dez 2019, 08:02

Korruption ist gang und gaebe.


Tja, in Europa gibt es solche Mißstände gottlob nicht! :p
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Re: Psychologie der Klimaleugner und Skeptiker

Beitragvon schokoschendrezki » Do 12. Dez 2019, 08:09

Ammianus hat geschrieben:(11 Dec 2019, 16:11)

Und diese Wende führte dazu, dass das eigentlich für die damalige Zeit sehr fortschrittliche und erfolgreiche China stagnierte und im Zuge des 19. und beginnenden 20. Jh. zum Opfer der westlichen Kolonialmächte wurde. Auch Japan ging für lange Zeit einen ähnlichen Weg, bis dampfgetriebene Kriegsschiffe die Öffnung seiner Häfen verlangten und auch Nippon langsam auf den Status einer Kolonie zu sinken drohte. Schneller als China begriffen sie was das bedeutete und schickten ihre Leute in den Westen zur Lehre. Spätestens 1904/05 zeigte sich, dass sie gute Schüler waren.

Und dann später kam der lange Marsch, die Kulturrevolution, verheerende Hungersnöte ... und dann wieder ein Wiederaufstieg. Ich will mich gar nicht weiter auf geschichtsphilosophische Argumentationen einlassen. Es kämen - auch aus Mangel an Fachkenntnissen von meiner Seite - nur Plattitüden wie "Alles ändert sich, alles ist im Fluss". Wenn ich geschrieben habe, dass zwar massiv Technologien wie etwa auch 5G aus Fernost kommen, die kulturellen Leitbilder wie etwa Mobilität, Erreichbarkeit usw. aber eher in den Ländern des Westens entstanden sind und es an uns im Westen ist oder besser: sein könnte - auch neue Leitbilder in die Welt zu setzen, dann meinte ich damit nicht automatisch, dass ich davon ausgehe, dass diese von anderen Teilen der Welt übernommen werden würden/könnten/müssten. Das ist in diese Aussage hineininterpretiert worden. Neue kuilturelle Leitbilder in Richtung von einem Ende von "mehr", von Ressourcenverbrauchsintensivierung würden an und für sich im Westen für lebensfreundlichere Gesellschaften sorgen. Völlig unabhänngig davon, ob sich auch nur ein einziger Asiate dafür interessiert. Und völlig unabhängig davon, ob dies irgendeinen Einfluss auf das Weltklima hat.

Als einzelner Mensch hat man einerseits nur beschränkte Möglichkeiten. Natürlich ist einmal "mit der Bahn statt mit dem Flugzeg" ein Nichts an tatsächlichem Einfluss. Aber in der politischen, kulturellen, sozialen Kommunikation siehts mit dem Einfluss schon anders aus.
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Re: Psychologie der Klimaleugner und Skeptiker

Beitragvon schokoschendrezki » Do 12. Dez 2019, 08:15

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(12 Dec 2019, 01:08)

China hat noch viel mehr getan um die chronische Luftverschmutzung Peking's zu bekaempfen! Kurzum eine neue Stadt zu bauen und Leute zwangsumziehen!

https://www.theguardian.com/world/2017/ ... f-new-york

Fianmore ist ein Sprachrohr der chinesischen Fuehrung. In Realitaet waechst der CO2 Austoss China's, die Fluesse sind giftige Kloaken, und Fabriken halten sich nicht an Umweltauflagen. Korruption ist gang und gaebe.

Nein um China muss man sich als Chinese keine Sorgen machen. Als Europaer sollte man es schon. Natuerlich warden sie uns anlagen verkaufen! Die Technologie haben sie bereits geklaut und richtig groesster PV Hersteller der Welt! Warum? Unsere Regierungen haben die Start Up Unternehmen nicht genug gefoerdert und die fanden Investoren in China.


Aktuell sieht es so aus, dass China in Verhandlungen um Klimaziele noch mehr einzulenken beginnt. Ähnliches ist sogar auch aus Indien zu vermelden. Ich musste mich zunächst einmal über den Stand von Verhandlungen im Vorfeld der Madrid-Konferenz informieren. Stand Ende November:

Europa ist mit etwa zehn Prozent am weltweiten CO2-Ausstoß beteiligt, allein auf Deutschland entfallen gut zwei Prozent – bei einem Anteil von einem Prozent an der Weltbevölkerung. Auf das Engagement der Europäer und anderer großer Emittenten kommt es also an, wenn beim Klima noch die Wende geschafft werden soll. Gerade in der Zusammenarbeit mit China, das weltweit bei erneuerbaren Energien eine Führungsrolle einnimmt, ergäben sich derzeit neue Möglichkeiten, sagt Christoph Bals von Germanwatch.

„Es hat sich jetzt die chinesische Regierung in dem Gespräch mit dem französischen Präsidenten Macron vor wenigen Tagen darauf eingelassen zu sagen, dass sie ihr Klimaziel für 2030 auch bis 2020 jetzt überprüfen wollen, um das zu erhöhen – und das möglicherweise gemeinsam mit der EU ankündigen wollen im nächsten Herbst.“

Indien wiederum baut seine Energieversorgung mit aller Kraft aus – vor allem mit Wind- und Sonnenenergie, allerdings auch mit Kohle. Doch auch hier gibt es eine positive Entwicklung, sagt Professor Reimund Schwarze, Ökonom am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig.

„Da hab ich jetzt die Signale, dass man den Kohleausbau gedrosselt hat. Das war ja die große Sorge, dass die Inder ähnlich wie die Chinesen erst noch durch eine riesige Kohleverseuchungsphase durchlaufen müssen mit starker Luftverschmutzung.“
https://www.deutschlandfunk.de/25-welt-klimakonferenz-in-madrid-die-zeit-fuer-den-kampf.724.de.html?dram:article_id=464651
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Re: Psychologie der Klimaleugner und Skeptiker

Beitragvon Orbiter1 » Do 12. Dez 2019, 08:36

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(12 Dec 2019, 01:08)

Fianmore ist ein Sprachrohr der chinesischen Fuehrung.
Fianmore ist Direktorin einer Umweltschutzorganisation die das Ziel hat den Klimawandel zu stoppen und lebt seit 30 Jahren in Asien. Und von ihnen kommt nicht mehr als eine erbärmliche Unterstellung. Belegen sie doch mal welche ihrer Aussagen nicht stimmt.
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Re: Psychologie der Klimaleugner und Skeptiker

Beitragvon H2O » Do 12. Dez 2019, 09:32

[Mod] Leute, streiten Sie hier bitte sachlich ohne persönliche Vorhaltungen. Das Argument zählt, nicht die mehr oder weniger geschickt verkleidete Herabsetzung des Meinungsgegners! H2O
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Re: Gesammelte Klimawissenschaften

Beitragvon Orbiter1 » Do 12. Dez 2019, 10:20

Über den European Green Deal inkl kann man sich auf den Seiten der EU-Kommission informieren. https://ec.europa.eu/info/strategy/prio ... #documents Ein ziemlich ambitioniertes Vorhaben, mal sehen wer es stoppen wird.
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Re: Gesammelte Klimawissenschaften

Beitragvon Tom Bombadil » Do 12. Dez 2019, 10:48

„Da hab ich jetzt die Signale, dass man den Kohleausbau gedrosselt hat. Das war ja die große Sorge, dass die Inder ähnlich wie die Chinesen erst noch durch eine riesige Kohleverseuchungsphase durchlaufen müssen mit starker Luftverschmutzung.“


"Die Inder" produzieren 75% ihres Stromes aus Kohle, die müssen keine "Kohleverseuchungsphase" mehr durchlaufen, sie sind mitten drin.
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Re: Gesammelte Klimawissenschaften

Beitragvon schokoschendrezki » Do 12. Dez 2019, 11:14

Tom Bombadil hat geschrieben:(12 Dec 2019, 10:48)

"Die Inder" produzieren 75% ihres Stromes aus Kohle, die müssen keine "Kohleverseuchungsphase" mehr durchlaufen, sie sind mitten drin.

Das Ausmaß an "Kohleverseuchung" ergibt sich nicht aus dem prozentualen Momentan-Anteil der Energieerzeugung aus Kohle sondern ist im Prinzip ein kumuliertes Integral dieses Anteils über die Zeit.

Der Punkt ist, dass noch vor kurzem von einem sehr sehr massiven Ausbau der Kohleverstromung in Indien die Rede war. Dass aber jetzt 2019 erstmals ein Rückgang der Kohleverstromung dort zu verzeichnen ist. Von einer "scharfen Trendwende" in Indien habe ich bei "Euractiv" gelesen. (Wobei man sich im Gewirr der verschiedenen "Studien" zu diesem ganzen Themenbereich schon mal ziemlich verlaufen kann. Man müsste immer erst untersuchen, ob und wenn ja in wessen Interesse diese Studien entstehen ...)
https://www.euractiv.de/section/energie-und-umwelt/news/studie-beispielloser-rueckgang-der-kohlekraft-in-westeuropa/?utm_source=EURACTIV&utm_campaign=e69ce12738-RSS_EMAIL_DE_AM_TaglicheNewsAusEuropa&utm_medium=email&utm_term=0_c59e2fd7a9-e69ce12738-114385455

Das Problem besteht möglicherweise darin, dass China und Indien in ihren eigenen Ländern die Kohleverstromung zurückfahren, ihre Kraftwerkstechnologien aber an die afrikanischen Subsaharastaaten oder Länder wie Vietnam und Laos verkaufen.
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Re: Gesammelte Klimawissenschaften

Beitragvon Orbiter1 » Do 12. Dez 2019, 11:26

"Indien wiederum baut seine Energieversorgung mit aller Kraft aus – vor allem mit Wind- und Sonnenenergie, allerdings auch mit Kohle. Doch auch hier gibt es eine positive Entwicklung, sagt Professor Reimund Schwarze, Ökonom am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig.

„Da hab ich jetzt die Signale, dass man den Kohleausbau gedrosselt hat. Das war ja die große Sorge, dass die Inder ähnlich wie die Chinesen erst noch durch eine riesige Kohleverseuchungsphase durchlaufen müssen mit starker Luftverschmutzung.“

Diese Signale müssen dann erst vor kurzem gekommen sein. Indien hat in den vergangenen Jahrzehnten die Nutzung von Energie durch Kohle massiv ausgebaut. Und die Erneubaren Energien spielten kaum eine Rolle. https://www.bilder-hochladen.net/files/ ... e-4cac.jpg
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Re: Gesammelte Klimawissenschaften

Beitragvon Tom Bombadil » Do 12. Dez 2019, 11:43

schokoschendrezki hat geschrieben:(12 Dec 2019, 11:14)

Das Ausmaß an "Kohleverseuchung" ergibt sich nicht aus dem prozentualen Momentan-Anteil der Energieerzeugung aus Kohle sondern ist im Prinzip ein kumuliertes Integral dieses Anteils über die Zeit.

Auch da ist die "Kohleverseuchung" sehr hoch.

Dass aber jetzt 2019 erstmals ein Rückgang der Kohleverstromung dort zu verzeichnen ist.

Die Rede war von einer Drosselung beim Ausbau der Kohleverstromung.

Von einer "scharfen Trendwende" in Indien habe ich bei "Euractiv" gelesen.

Lies mal die Originalstudie, da wird erklärt, warum Indiens Stromnachfrage eingebrochen ist: wegen des schweren Monsuns, dazu kommt eine sich immer stärker abschwächende Konjunktur.
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Re: Gesammelte Klimawissenschaften

Beitragvon H2O » Do 12. Dez 2019, 11:44

Orbiter1 hat geschrieben:(12 Dec 2019, 11:26)

"Indien wiederum baut seine Energieversorgung mit aller Kraft aus – vor allem mit Wind- und Sonnenenergie, allerdings auch mit Kohle. Doch auch hier gibt es eine positive Entwicklung, sagt Professor Reimund Schwarze, Ökonom am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig.

„Da hab ich jetzt die Signale, dass man den Kohleausbau gedrosselt hat. Das war ja die große Sorge, dass die Inder ähnlich wie die Chinesen erst noch durch eine riesige Kohleverseuchungsphase durchlaufen müssen mit starker Luftverschmutzung.“

Diese Signale müssen dann erst vor kurzem gekommen sein. Indien hat in den vergangenen Jahrzehnten die Nutzung von Energie durch Kohle massiv ausgebaut. Und die Erneubaren Energien spielten kaum eine Rolle. https://www.bilder-hochladen.net/files/ ... e-4cac.jpg


Vielleicht ist das ja ein wesentlicher Beitrag zum Smog in Ballungsgebieten? Dagegen will die Indische Bundesregierung Abhilfe schaffen. Durch seine Besiedlungsdichte in vielen Gebieten erreicht das Riesenland offenbar schneller die Grenzen der Belastbarkeit als wir in Mitteleuropa.
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Re: Psychologie der Klimaleugner und Skeptiker

Beitragvon Dark Angel » Do 12. Dez 2019, 11:50

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Dec 2019, 14:45)

@D.A. Du bist doch Geschichtsexpertin. Es gab schon einmal für ganz kurze Zeit während der Ming-Dynastie im 14. und 15. Jahrhundert eine gewaltige chinesische Hochseeflotte. Die sogenannten Schatzschiffe. Die größten, die es bis dahin weltweit gab. Damit war 1435 Schluss. Und zwar nicht wegen irgendeiner feindlichen Übermacht sondern aus eigenem Entschluss. Plötzlich. Und radikal. Und für sehr lange Zeit. Der Bau von Schiffen mit mehr als zwei Masten wurde gar zum "Verbrechen" ernannt. Und da soll heute, in dieser viel volatileren,unberechenbareren und dynamischeren Gegenwart eine hundertachtziggrad-Wendung nicht denkbar sein?

Mein Fachgebiet ist Archäologie Vor-und Frühgeschichte ==> Paläolithikum/Mesolithikum, nicht Geschichtswisenschaften und noch weniger Sinologie. Mit fernöstlichen Kulturen und deren Geschichte habe ich mich nur sehr wenig beschäftigt, kann Dir da also gar nicht weiterhelfen. Tut mir leid!
Nur eins kann ich Dir dazu sagen (weil das mehr oder weniger universell gilt): man kann evtl technische Entwicklungen der Vergangenheit, die stark durch religiöse Glaubensvorstellungen und/oder philosophische Betrachtungen - die sich teilweise grundlegend von heutigen unterscheiden - nicht durch die "moderne Brille" und schon gar nicht durch die europäische - betrachten, sondern muss den jeweiligen historischen Kontext beachten.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Psychologie der Klimaleugner und Skeptiker

Beitragvon Dark Angel » Do 12. Dez 2019, 12:05

Orbiter1 hat geschrieben:(11 Dec 2019, 15:04)

Das ist alles richtig aber wenn sie glauben mehr Wohlstand würde sich nur durch immer mehr Emissionen von klimaschädlichen Gasen erreichen lassen liegen sie vollkommen falsch. Das haben schon längst auch Länder wie China erkannt.

Ich habe auch nicht behauptet, dass mehr Wohlstand mit mehr Emmissionen erkauft werden muss.
Im Gegenteil, darauf bin ich mit keinem einzigen Wort eingegangen!
Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass China und andere Länder dem europäischen Hype nicht folgen werden.
Auch aus fossilen Energieträgern lässt sich Energie emmissionsarm erzeugen und das gilt für alle "Abgase" u.a. durch Nutzung von Abwärme.
Forschungen und Nutzung in diese Richtung traue ich allerdings wirklich eher Ländern wie den genannten zu, als den, dem Einsparungswahn folgenden europäischen Industrienationen - insbesondere Deutschland. Bei letzteren habe ich eher den Eindruck, die sehen "den Wald vor lauter Bäumen" nicht.
Es gibt "unzählige" Verbraucher mit hohem Energieverbrauch, die für einen sicheren Betrieb gekühlt werden müssen, was wiederum mit hohem Energieverbrauch verbunden ist.
Ich bin der Meinung, würden Lösungen gefunden, diese Abwärme, einem Kreislauf zuzuführen und effektiv nutzen zu können, würde a) die Emmissionen und b) den Engergieverbrauch senken, weil (auch) weniger Energie produziert werden müsste, die zur Kühlung verwendet werden muss.
Sicher, das ist nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen, wäre aber der Forschung wert.
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Re: Gesammelte Klimawissenschaften

Beitragvon Orbiter1 » Do 12. Dez 2019, 12:33

Die in Deutschland neu zugelassenen Kfz des Jahres 2019 emittieren im Durchschnitt um 26,6% mehr CO2 als die neu zugelassenen Kfz des Vorjahres! Zumindest auf dem Papier, konkret auf den entsprechenden Unterlagen der Kfz-Hersteller. Ursache ist die Umstellung des Testzyklus. Der neue Testzyklus WLTP ist immer noch nicht perfekt lässt aber zumindest weniger der exzessiven Betrügereien des Vorgängers zu. https://de.statista.com/infografik/amp/ ... missionen/

Bei den deutschen Autofahrern ist das Thema Klimawandel bisher offenbar gar nicht angekommen. Wachsende Verkaufszahlen gibt es vor allem in 2 Segmenten, bei SUV's (mehr als 1 Mio Zulassungen in 2019, neuer Rekord) und Geländewagen. Und ein generelles Tempolimit ist selbstverständlich auch außerhalb jeglicher Diskussion und wurde erst vor 2 Monaten vom Bundestag abgelehnt. Glaubwürdigkeit beim Thema Klimawandel sieht anders aus.

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