Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

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Sören74
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Re: Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

Beitragvon Sören74 » So 10. Feb 2019, 15:02

Cat with a whip hat geschrieben:(10 Feb 2019, 14:49)

Das habe hier schon mehrere Leute mitbekommen, dass Sie heute etwas verwirrt sind. Aber macht ja nix, vielleicht sind Sie hier demnächst wieder in aller geistigen Frische am Werk. Sonst sind sie ja nicht so begriffsstutzig und haben sonst auch trollen nicht nötig.


Hmm, wenn ich was erzähle und ein Zuhörer versteht das nicht, dann denke ich nach und überlege mir, wie ich es mit anderen Worten ausdrücken kann, dass es vielleicht für die Person verständlicher wird. Allerdings merke ich gerade, dass diese Methode nicht sonderlich weit verbreitet ist.
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Cat with a whip
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Re: Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

Beitragvon Cat with a whip » So 10. Feb 2019, 15:09

Für die Waldschrate:

Bäume pflanzen hilft beim Kampf gegen den Klimawandel wenig, haben zwei kanadische Forscher berechnet. Selbst wenn alle Ackerflächen weltweit aufgeforstet würden, würde das die Erwärmung in einem Zeitraum von 2081 bis 2100 um weniger als einen halben Grad Celsius senken, berichten sie im Fachmagazin "Nature Geoscience". Befürchtet wird beim Klimawandel aber eine weltweite Erwärmung von vier und mehr Grad.

In der Simulation der beiden Geowissenschaftler zeigte sich zwar, dass durch Aufforstung regional begrenzt eine deutlichere Wirkung erzielt werden könnte. Doch bezogen auf das Weltklima nutze es nur wenig, schreiben die Forscher. Die Vereinten Nationen propagieren das Aufforsten als eine der Schlüsselstrategien gegen den Klimawandel - die Wissenschaftler dagegen raten, sich stärker darauf zu konzentrieren, den Kohlendioxid-Ausstoß zu senken.

Das Wiederaufforsten von Wäldern hat der Untersuchung zufolge allerdings Vorteile für die Wirtschaft und das Ökosystem. "Aufforstung ist nicht falsch, sie ist positiv, aber unsere Erkenntnisse zeigen, dass sie keine Antwort auf die Temperaturkontrolle ist, wenn wir weiterhin soviel Treibhausgas ausstoßen", sagte Alvaro Montenegro von der St. Francis Xavier University in Nova Scotia.

Zusammen mit Vivek Arora von der University of Victoria nutzte Montenegro ein umfassendes Rechenmodell des globalen Klimasystems, um fünf unterschiedliche Szenarien mit aufgeforsteten Waldflächen zu testen. Ziel der Berechnung war der Effekt in den Jahren 2081 bis 2100. Die Wälder beeinflussten das Klima weniger als erwartet, berichtet das Team, obwohl sie beim Wachsen wie erwartet Kohlenstoff binden. Auf der anderen Seite speichern sie die Sonneneinstrahlung stärker als Ackerflächen, so dass es über Wäldern sogar zu messbarer Erwärmung kommen kann.

IPCC berät über technische Maßnahmen gegen den Klimawandel

Im ersten Fall simulierte das Modell, dass die Hälfte aller heutigen Acker- und Brachflächen - insgesamt 10,1 Millionen Quadratkilometer - durch Wald ersetzt wäre. Fazit: Die Erde würde sich um 0,25 Grad Celsius weniger erwärmen als ohne diese Maßnahme. Bei der zweiten Variante, einem kompletten Umwandeln aller landwirtschaftlichen Flächen mit 20,2 Millionen Quadratkilometern, betrüge der Unterschied rund 0,45 Grad Celsius. Allerdings halten es die Forscher für realistisch, dass weniger aufgeforstet wird als in diesen Szenarios.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 69315.html

Small temperature benefits provided by realistic af forestation efforts,
Vivek K. Arora and Alvaro Montenegro
Zuletzt geändert von Cat with a whip am So 10. Feb 2019, 15:11, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

Beitragvon Sören74 » So 10. Feb 2019, 15:09

Tom Bombadil hat geschrieben:(10 Feb 2019, 14:54)

Du weißt es also nicht, auch gut.


Natürlich weiß ich das, weil ich Diskussionen über Energiefragen schon seit über 10 Jahren an verschiedenen Orten führe. Mit ein paar Suchbegriffen kommt man auf den Wirkungsgrad moderne Steinkohlekraftwerke, wie sie in Deutschland verwendet werden. Dazu kommen GuD-Technologien, die den Wirkungsgrad nochmal erhöhen können. Wie die Zahlen ungefähr in China aussehen, kann man auch schnell finden: https://www.weltderphysik.de/gebiet/tec ... ungsgrade/

Vergleich EU - China (Stand: 2010), 38 % zu 22 %. Das die chinesischen Kraftwerke nicht wirklich effizienter arbeiten, sieht man auch an der Luftverschmutzung und dem Abschalten einzelner Kraftwerke.

Ich frage mich nur, warum Du nicht in der Lage bist, diese Zahlen zu finden.
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Re: Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

Beitragvon Skeptiker » So 10. Feb 2019, 15:14

Ich mach mal nen Vorschlag. Wir haben ja verstanden, dass Wald CO2 bindet. Das Problem ist, dass Holz es beim Verrotten wieder abgibt. Bedeutet, man muss es so machen wie Sören es schon angreregt hat, nämlich die Verrottung verhindern. Hieße Wänder aufforsten Ihnen aber kontinuierlich Biomasse entziehen, diese jedoch NICHT verrotten lassen. Das wäre das Gegenteil dessen, was wir mit fossilen Energiequellen machen.
Ein valides Konzept hinge also hauptsächlich davon ab ohne größere Aufwände sehr große Mengen Holz gasdicht zu speichern.

Das wäre ein Mammutprogramm, aber ein technischer Ansatz das CO2 zurückzuholen.

Hat jemand Vorschläge wie man soetwas umsetzen könnte?

Beispiel: Holz über Wasser an Küstenregionen bringen und dort mit Meersand einschlämmen. Bevorzugt in Äquatorregionen das Holz wachsen lassen und in Polarregionen einlagern, um Zersetzungsprozesse zu verlangsamen.
Keine Ahnung ob das CO2 positiv wirksam sein kann, aber alleine die Größenordnung der notwendigen Aufforstungen, Abholzungen und Einlagerungen, dürfte kaum realisierbar sein.
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Re: Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

Beitragvon Tom Bombadil » So 10. Feb 2019, 15:21

Sören74 hat geschrieben:(10 Feb 2019, 15:09)

Vergleich EU - China (Stand: 2010), 38 % zu 22 %.

Das war vor fast 10 Jahren, wie sieht es heute aus? Der Link kommt sogar aus dem Jahr 2005.

Ich frage mich nur, warum Du nicht in der Lage bist, diese Zahlen zu finden.

Schon wieder ein logischer Kurzschluß von dir, es ist deine Behauptung, daher bist du auch in der Pflicht, diese Behauptung auf Nachfrage zu belegen.
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Re: Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

Beitragvon Sören74 » So 10. Feb 2019, 15:26

Tom Bombadil hat geschrieben:(10 Feb 2019, 15:21)

Das war vor fast 10 Jahren, wie sieht es heute aus? Der Link kommt sogar aus dem Jahr 2005.


Bezahl doch einfach jemanden, der für Dich googelt. ;)
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Re: Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

Beitragvon Cat with a whip » So 10. Feb 2019, 15:27

Skeptiker hat geschrieben:(10 Feb 2019, 15:14)
Ein valides Konzept hinge also hauptsächlich davon ab ohne größere Aufwände sehr große Mengen Holz gasdicht zu speichern.

Das wäre ein Mammutprogramm, aber ein technischer Ansatz das CO2 zurückzuholen.

Hat jemand Vorschläge wie man soetwas umsetzen könnte?


Merken Sie nicht, dass dies ein kompletter Schildbürgerstreich wäre?

Wir wollen doch weg von den fossilen Energieträgern, verbuddeln dann aber mit Holzmasse quasi Sonnenenergie wieder im Boden, wenn Flächennutzung immer wertvoller wird?


Ein valides Kozept ist einzig den fossilen Kohlenstoff im Boden zu lassen. Das mit den Wäldern ist angesichts des fortgesetzten Verbrennens fossilen Kohlenstoffs ein gespielter Witz, mehr nicht. Würde man das Holz nun verbuddeln würde man doch noch zusätzlich die über diese Waldflächen verfügbare Sonnenenergie wegwerfen.
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Re: Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

Beitragvon Cat with a whip » So 10. Feb 2019, 15:30

Auch nur ein Tropfen auf den heissen Stein, buchstäblich:

Beschleunigtes Verwittern von Gestein kann helfen, CO2 aus der Luft zu holen – ein wenig

06.03.2018 - Die Verwitterung großer Mengen kleiner Steine könnte helfen, Treibhausgase in der Atmosphäre zu reduzieren. Für gewöhnlich ist Verwitterung ein langsamer natürlicher Prozess, bei dem Mineralien CO2 chemisch binden. Als hochskalierte Technologie könnte sie allerdings auch für sogenannte negative Emissionen nutzbar werden, um so Klimarisiken zu begrenzen. Doch das Potenzial zur Reduktion von Treibhausgasen ist begrenzt und würde, um wirtschaftlich machbar zu sein, zusätzlich eine starke CO2-Bepreisung erfordern. Das zeigt eine erste umfassende Analyse der Kosten und Potenziale, die jetzt in der Fachzeitschrift Environmental Research Letters veröffentlicht wurde.

https://www.pik-potsdam.de/aktuelles/pr ... -ein-wenig
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Re: Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

Beitragvon Sören74 » So 10. Feb 2019, 15:32

Cat with a whip hat geschrieben:(10 Feb 2019, 15:27)

Merken Sie nicht, dass dies ein kompletter Schildbürgerstreich wäre?

Wir wollen doch weg von den fossilen Energieträgern, verbuddeln dann aber mit Holzmasse quasi Sonnenenergie wieder im Boden, wenn Flächennutzung immer wertvoller wird?


Skeptiker hat sich (wenn ich ihn richtig verstanden habe) die Frage gestellt, wie man dauerhaft CO2 aus der Luft binden kann. Mit anderen Worten, wie man negative CO2-Emissionen hinbekommt.

Das es gut wäre, die restlichen fossilen Brennstoffe in der Erde zu lassen, steht außer Frage.
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Re: Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

Beitragvon Cat with a whip » So 10. Feb 2019, 15:46

Es wäre nicht nur gut, sondern das wäre der definitiv einzig effektive Weg. Negative Emissionstechnologien sind sehr teuer. Wollte man sie umsetzen müsste man auch bedenken dass die Meere aufgrund des sinkenden Partialdrucks wieder CO2 ausgasen, das sie bisher als Puffer aufnahmen. Solche Geschichten wie Wälder verbuddeln ist das bescheuerteste was ich je gehört habe angesichts der Tatsache dass heute weiter fossiler Kohlenstoff als Öl und Kohle ausgebuddelt und verbrannt wird.
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Re: Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

Beitragvon Skeptiker » So 10. Feb 2019, 15:54

Cat with a whip hat geschrieben:(10 Feb 2019, 15:27)

Merken Sie nicht, dass dies ein kompletter Schildbürgerstreich wäre?

Wir wollen doch weg von den fossilen Energieträgern, verbuddeln dann aber mit Holzmasse quasi Sonnenenergie wieder im Boden, wenn Flächennutzung immer wertvoller wird?


Ein valides Kozept ist einzig den fossilen Kohlenstoff im Boden zu lassen. Das mit den Wäldern ist angesichts des fortgesetzten Verbrennens fossilen Kohlenstoffs ein gespielter Witz, mehr nicht. Würde man das Holz nun verbuddeln würde man doch noch zusätzlich die über diese Waldflächen verfügbare Sonnenenergie wegwerfen.

Sören hat es schon richtig geschrieben. Es geht nicht um entweder oder, sondern wie man das CO2 binden kann. Wenn du eine Maschine hast die das besser kann, dann her damit!

Es geht auch nicht darum „gute“ Sonnenenergie wegzuwerfen, sondern darum, wie man CO2 negative Prozesse aufbauen kann. Dass man das verbrennen fossiler Energieträger so weit wie möglich stoppen muss, sollte jedem in dem Zusammenhang eh klar sein. Das ist trivial.
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Re: Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

Beitragvon Sören74 » So 10. Feb 2019, 15:57

Cat with a whip hat geschrieben:(10 Feb 2019, 15:46)

Es wäre nicht nur gut, sondern das wäre der definitiv einzig effektive Weg. Negative Emissionstechnologien sind sehr teuer. Wollte man sie umsetzen müsste man auch bedenken dass die Meere aufgrund des sinkenden Partialdrucks wieder CO2 ausgasen, das sie bisher als Puffer aufnahmen. Solche Geschichten wie Wälder verbuddeln ist das bescheuerteste was ich je gehört habe angesichts der Tatsache dass heute weiter fossiler Kohlenstoff als Öl und Kohle ausgebuddelt und verbrannt wird.


Fossile Kohlenstoffe in der Erde zu lassen und dafür Alternativen zu nehmen, hat auch seinen Preis. Ich denke man kann da nicht pauschal urteilen, ob das eine garantiert teurer ist als das andere. Diese Frage wird man auch nicht so schnell in einem Diskussionsforum lösen können. Solange man genauso viel CO2 der Luft entzieht, wie man künstlich hineinpumpt, hätte man erstmal ein Gleichgewicht geschaffen, am CO2-Partialdruck des Wasser würde sich da nichts ändern.
Zuletzt geändert von Sören74 am So 10. Feb 2019, 15:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

Beitragvon van Kessel » So 10. Feb 2019, 15:57

Skeptiker hat geschrieben:(10 Feb 2019, 15:14)
Ich mach mal nen Vorschlag. Wir haben ja verstanden, dass Wald CO2 bindet. Das Problem ist, dass Holz es beim Verrotten wieder abgibt. Bedeutet, man muss es so machen wie Sören es schon angreregt hat, nämlich die Verrottung verhindern. Hieße Wänder aufforsten Ihnen aber kontinuierlich Biomasse entziehen, diese jedoch NICHT verrotten lassen. Das wäre das Gegenteil dessen, was wir mit fossilen Energiequellen machen. Ein valides Konzept hinge also hauptsächlich davon ab ohne größere Aufwände sehr große Mengen Holz gasdicht zu speichern.
Das wäre ein Mammutprogramm, aber ein technischer Ansatz das CO2 zurückzuholen. Hat jemand Vorschläge wie man soetwas umsetzen könnte?
Beispiel: Holz über Wasser an Küstenregionen bringen und dort mit Meersand einschlämmen. Bevorzugt in Äquatorregionen das Holz wachsen lassen und in Polarregionen einlagern, um Zersetzungsprozesse zu verlangsamen. Keine Ahnung ob das CO2 positiv wirksam sein kann, aber alleine die Größenordnung der notwendigen Aufforstungen, Abholzungen und Einlagerungen, dürfte kaum realisierbar sein.
wird es übersehen, dass das meiste CO2 in den Weltmeeren abgelagert ist (wird)`? Gut 25 % des weltweiten CO2-Ausstoßes haben die Weltmeere aufgenommen (allerdings verweigern die Meere eine weitere, größere Aufnahme).

Es gibt eigentlich in der Erdgeschichte immer Wechsel zwischen CO2-Mangel und CO2-Überschuss. Da hatte bisher der Mensch aber weniger Einfluss. Wenn man Holz entfernt, aber nicht verbrennt (z.B. als Bauholz) so verändert man nicht die CO2-Bilanz, da dann CO2 ja nicht freigesetzt wird. Die Verbrennung anderer, CO2-Träger (Steinkohle, Braunkohle, Öl, Gas, Feuerholz), muss reduziert werden. Weiterhin muss überschüssiges CO2 durch Neuanpflanzung gebunden werden. Dies müsste in ein EU-Programm eingebunden werden, dass die sogenannten Ausgleichsflächen (wenn man baut und Bäume deshalb daran glauben müssen, ist in Deutschland das Gesetz, Ausgleichsflächen mit Anpflanzungen auszuweisen), für EU-Europa verpflichtendes Gesetz wird.

Parallel dazu müssten auch die Weltmeere wieder gesundet werden durch absolutes Verbot von Plastiktüten EU-weit (vorerst).
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Re: Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

Beitragvon Skeptiker » So 10. Feb 2019, 15:59

Cat with a whip hat geschrieben:(10 Feb 2019, 15:46)

Es wäre nicht nur gut, sondern das wäre der definitiv einzig effektive Weg. Negative Emissionstechnologien sind sehr teuer. Wollte man sie umsetzen müsste man auch bedenken dass die Meere aufgrund des sinkenden Partialdrucks wieder CO2 ausgasen, das sie bisher als Puffer aufnahmen. Solche Geschichten wie Wälder verbuddeln ist das bescheuerteste was ich je gehört habe angesichts der Tatsache dass heute weiter fossiler Kohlenstoff als Öl und Kohle ausgebuddelt und verbrannt wird.

Schön, dann biete eine Lösung. Kann ja nicht so schwer sein eine bessere Lösung als eine bescheuerte Lösung zu finden.
Das bessere ist ja der Feind des Guten. Wenn aber nix besseres da ist, dann ist das schlechte besser als nichts.
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Re: Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

Beitragvon Skeptiker » So 10. Feb 2019, 16:08

van Kessel hat geschrieben:(10 Feb 2019, 15:57)

wird es übersehen, dass das meiste CO2 in den Weltmeeren abgelagert ist (wird)`? Gut 25 % des weltweiten CO2-Ausstoßes haben die Weltmeere aufgenommen (allerdings verweigern die Meere eine weitere, größere Aufnahme).

Es gibt eigentlich in der Erdgeschichte immer Wechsel zwischen CO2-Mangel und CO2-Überschuss. Da hatte bisher der Mensch aber weniger Einfluss. Wenn man Holz entfernt, aber nicht verbrennt (z.B. als Bauholz) so verändert man nicht die CO2-Bilanz, da dann CO2 ja nicht freigesetzt wird. Die Verbrennung anderer, CO2-Träger (Steinkohle, Braunkohle, Öl, Gas, Feuerholz), muss reduziert werden. Weiterhin muss überschüssiges CO2 durch Neuanpflanzung gebunden werden. Dies müsste in ein EU-Programm eingebunden werden, dass die sogenannten Ausgleichsflächen (wenn man baut und Bäume deshalb daran glauben müssen, ist in Deutschland das Gesetz, Ausgleichsflächen mit Anpflanzungen auszuweisen), für EU-Europa verpflichtendes Gesetz wird.

Parallel dazu müssten auch die Weltmeere wieder gesundet werden durch absolutes Verbot von Plastiktüten EU-weit (vorerst).

Bauholz ist nicht dem Verrottungsprozess entzogen. Das geht nur über permanenten Luftabschluss, erdgeschichtlich permanent!

Nö, bischen Aufforstung hilft auch nicht. Reicht einfach nicht wenn man Millionen Jahre Vegetation verbrennt, mit ein paar Wäldern mehr dagegen anzukämpfen. Die Dimension ist eine andere.
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Re: Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

Beitragvon Cat with a whip » So 10. Feb 2019, 16:17

Skeptiker hat geschrieben:(10 Feb 2019, 15:54)

Sören hat es schon richtig geschrieben. Es geht nicht um entweder oder, sondern wie man das CO2 binden kann. Wenn du eine Maschine hast die das besser kann, dann her damit!

Es geht auch nicht darum „gute“ Sonnenenergie wegzuwerfen, sondern darum, wie man CO2 negative Prozesse aufbauen kann. Dass man das verbrennen fossiler Energieträger so weit wie möglich stoppen muss, sollte jedem in dem Zusammenhang eh klar sein. Das ist trivial.


Es geht hier eben nicht um entweder oder, sondern um ein sowohl als auch. Die Strategie Wälder zu verbuddeln konterkariert ein Konzept das die Energiewende mit Nutzung regenerativer Energien einschliesst.

Das Vermeiden der Nutzung von fossilen Enerigeträger ist der Königsweg. Solange man hier nicht glaubhaft ansetzt, ist jede Diskussion über negative Emissiontechnologien Selbstbetrug. Leider.

Das wichtigste ist vermeiden. Heizen ist bekanntlich einer der größten Energiefresser. Einerseits wird hierzulande viel übers Dämmen von Häusern geredet, aber in der Realität werden in den Wohlstandsregionen wie Deutschland gedankenlos Unmengen an fossilen Enerigeträgern verjuxt. Dazu muss man sich nur ansehen wie Menschen heute wohnen. Wohnungen werden heute nur noch von wenigen Menschen bewohnt, aber geheizt werden riesige Räume, oft ganze Stockwerke weil offene und größe Räume ja so schick sind und teilweise wird dann auch noch das Treppenhaus mitbeheizt.

-> Gabs früher nicht, früher wohnten die Menschen enger und es wurden nur kleine Räume bewohnt und nur die beheizt.
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Re: Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

Beitragvon Cat with a whip » So 10. Feb 2019, 16:22

Sören74 hat geschrieben:(10 Feb 2019, 15:57)

Fossile Kohlenstoffe in der Erde zu lassen und dafür Alternativen zu nehmen, hat auch seinen Preis.

Den Preis des Verzichts, ich weiß. 2 km mit dem Fahrrad zu fahren und zwar nicht für zusätzliche Spassfahrten oben drauf zu den Autofahrten mit dem dicken Sportkombi sondern notwenige Fahrten zu ersetzen oder aufs beheizte Bad zu verzichten verstößt gegen die Lebensansprüche sehr vieler Menschen. edit H2O
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Re: Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

Beitragvon Skeptiker » So 10. Feb 2019, 16:30

Cat with a whip hat geschrieben:(10 Feb 2019, 16:17)

Es geht hier eben nicht um entweder oder, sondern um ein sowohl als auch. Die Strategie Wälder zu verbuddeln konterkariert ein Konzept das die Energiewende mit Nutzung regenerativer Energien einschliesst.

Das Vermeiden der Nutzung von fossilen Enerigeträger ist der Königsweg. Solange man hier nicht glaubhaft ansetzt, ist jede Diskussion über negative Emissiontechnologien Selbstbetrug. Leider.

Das wichtigste ist vermeiden. Heizen ist bekanntlich einer der größten Energiefresser. Einerseits wird hierzulande viel übers Dämmen von Häusern geredet, aber in der Realität werden in den Wohlstandsregionen wie Deutschland gedankenlos Unmengen an fossilen Enerigeträgern verjuxt. Dazu muss man sich nur ansehen wie Menschen heute wohnen. Wohnungen werden heute nur noch von wenigen Menschen bewohnt, aber geheizt werden riesige Räume, oft ganze Stockwerke weil offene und größe Räume ja so schick sind und teilweise wird dann auch noch das Treppenhaus mitbeheizt.

-> Gabs früher nicht, früher wohnten die Menschen enger und es wurden nur kleine Räume bewohnt und nur die beheizt.

Ich habe das verstanden! Was du aber offenbar nicht verstehst ist, dass es nicht ausschließlich darum geht eine Katastrophe in der Zukunft zu verhindern, sondern die Katastrophe die schon passiert ist wieder rückgängig zu machen, zumindest in Ansätzen.
Wir können so wenig neues CO2 erzeugen wie wir wollen (und das müssen wir unbedingt). Wenn es immer nur oben drauf kommt, verzögert das nur den Kollaps.
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Re: Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

Beitragvon Ein Terraner » So 10. Feb 2019, 16:46

Sören74 hat geschrieben:(10 Feb 2019, 14:36)

Also langsam regst Du mich auf. ;) Ich hätte gedacht, dass Du das Zitat von Rahmstorf verstehen wirst. Wenn Holz abstirbt, dann geht das meiste CO2 wieder in die Luft. Ich frage mich echt, wie man diesen Mechanismus nicht kennen kann.

https://www.forstbw.de/wald-im-land/kli ... o2-bilanz/

Im Klartext: "Bäume und Wälder sind in der Lage, aus CO2 und Sonnenlicht Biomasse und Sauerstoff zu produzieren und das CO2 dauerhaft zu binden. Eine Fichte beispielsweise entzieht im Laufe ihres 100jährigen Lebens der Atmosphäre fast zwei Tonnen CO2. Wälder sind also bedeutende Speicher für dieses Treibhausgas. Verrottet oder verbrennt die Fichte, wird das Kohlendioxid, das sie beim Wachstum aufgenommen hat, 1:1 wieder freigesetzt. In nicht bewirtschafteten (Ur-)Wäldern halten sich CO2-Speicherung und seine Freisetzung deshalb auf Dauer die Waage."

Es geht vielleicht kurz in die umliegende Luft aber nicht in die Atmosphäre da das CO2 vom umliegenden Wald sofort wieder absorbiert wird. Wälder sind und bleiben CO2 Senken.
Du hättest lieber mal den letzten Satz markieren sollen.
Licht und Dunkel

Kritik an der CDU/CSU ist ab sofort per Gesetz verboten.
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Re: Lässt sich der Klimawandel überhaupt verlangsamen?

Beitragvon Cat with a whip » So 10. Feb 2019, 16:56

van Kessel hat geschrieben:(10 Feb 2019, 15:57)

wird es übersehen, dass das meiste CO2 in den Weltmeeren abgelagert ist (wird)`? Gut 25 % des weltweiten CO2-Ausstoßes haben die Weltmeere aufgenommen (allerdings verweigern die Meere eine weitere, größere Aufnahme).

.....


Weiterhin muss überschüssiges CO2 durch Neuanpflanzung gebunden werden. Dies müsste in ein EU-Programm eingebunden werden, dass die sogenannten Ausgleichsflächen (wenn man baut und Bäume deshalb daran glauben müssen, ist in Deutschland das Gesetz, Ausgleichsflächen mit Anpflanzungen auszuweisen), für EU-Europa verpflichtendes Gesetz wird.



Nochmal, das Aufforsten um atmosphärisches CO2 zu binden ist ja nicht verkehrt, jedoch wird es als Maßnahme gegen die globale Klimaerwärmung in den Medien überbewertet.

Zu ihren Aussagen zur Aufnahmefähigkeit der Ozeane:
Mittlerweile nehmen die Ozeane 25% der Emissionen auf, d.h. mit dieser Zahl 25% bezieht man sich auf die aktuelle Rate.
In Zukunft werden die Ozeane weiter CO2 aufnehmen, weil deren Kapazität in den Tiefen noch lange nicht erschöpft ist. Ganz sicher werden die Ozeane die Aufnahme nicht "verweigern", sondern die Aufnahmegeschwindigkeit wird lediglich mit Zunahme der Temperatur und Konzentration geringer. Auch wenn die Aufnahmefähigkeit der Ozeane gewaltig ist hilft uns das wenig, weil der Prozess im Vergleich zu unserem Ausstoss langsam und träge ist und natürlich reversibel. Langfristig sollen laut Keeling die Ozeane 50-80% der kumulierten Emissionen aufnehmen.
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