Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitten!

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Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitten!

Beitragvon Jekyll&Hyde » So 4. Okt 2015, 21:57

Ich habe flüchtig von dem Fall gehört. Offenbar gab es in einem Krankenhaus in Bremen/Bremerhaven/Umland (näheres will man nicht sagen) einen Zwischenfall während einer Organentnahme. Man kann nur vermuten, aber offenbar war der "Spender" noch nicht hirntot, wie der folgende Artikel mutmaßt. http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/k ... -1.2298079

Der Artikel orakelt über Versäumnisse bei der Feststellung des Hirntots, nicht aber, wie man diese Versäumnisse festgestellt hat. Denn offenbar sei die Panne erst bei der Entnahme festgestellt worden, als der Körper schon geöffnet war. Und hier war es wohl so, dass der Spender nicht wie erwartet verstarb, als man die Geräte abschaltete, die ihn am Leben erhalten haben.

Was für eine Vorstellung! Genaueres will man nicht bekannt geben, weil angeblich noch Untersuchungen laufen. Aber ich glaube, dass die nur ja nichts an die Öffentlichkeit kommen lassen wollen, weil diese Vorstellung der ohnehin schlechten Bereitschaft zur Spende einen weiteren Dämpfer verpassen würde. Dabei könnte es gar nicht katastrophaler sein. Der Artikel spricht von weiteren Fällen, die bisher auch nicht bekannt gemacht wurden. Und davon, dass die Methodik zur Feststellung des Hintods eklatante - ja dilletantische Fehler enthält. So soll keine Ausbildung nötig sein. Ein Arzt muss nicht einmal bei so einer Feststellung dabei gewesen sein.

Hatte man uns damals nicht versprochen, dass das neue System absolut sicher sei? Trotzdem konnten Ärzte Organe verschieben. Einer von denen ist sogar schon freigesprochen worden! http://www.nwzonline.de/panorama/freisp ... 17896.html

So läuft das, wenn in der Medizin nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten entschieden wird. Da bekommt man leichter eine unnötige Hüftprothese verpasst als eine notwendige Brücke im Oberkiefer. Und die Ärzte lassen sich ihr "Engagement" von reichen russischen Alkoholikern sponsorn. Uns verkauft man für dumm!

Dieser Vorfall in der norddeutschen Klinik zeigt einmal mehr, wie sehr wir getäuscht werden. Das ist immer nur die Spitze des Eisberges eines Systems, dass man durch eine Reform erst so richtig korrumpierte. Dasselbe kann man über die gesamte Entwicklung der BRD seit den 80er Jahren sagen. Die Privatisierung hat uns keinen Wohlstand gebracht. Nur eine gigantische Staatsschuld, Niedriglöhne, Ausbeutung, miese Qualität und schlechteren Service. Und Versagen und Korruption allerorten!
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Re: Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitte

Beitragvon Boraiel » So 4. Okt 2015, 22:12

U.a. wegen solchen Fällen habe ich bewusst auf dem Organspendeausweis "Kein Entnahme von Organen" ausgewählt. Dabei wird es auch bleiben.
Libertas veritasque.
Lesen und verstehen: http://www.feynmanlectures.caltech.edu/I_01.html
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Re: Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitte

Beitragvon Jekyll&Hyde » So 4. Okt 2015, 22:20

Boraiel » So 4. Okt 2015, 21:12 hat geschrieben:U.a. wegen solchen Fällen habe ich bewusst auf dem Organspendeausweis "Kein Entnahme von Organen" ausgewählt. Dabei wird es auch bleiben.

Also ich habe nach dem Skandal um die Lebern für russische Reiche meinen Ausweis zerrissen. Ich dachte aber bisher, dass zumindest die Feststellung des Hirntodes sicher sei. Da frage ich mich, was man den Angehörigen erzählt, nachdem die sich von ihrem Familienmitglied bereits verabschiedet hatten. "Oh, das muss ein göttliches Wunder sein! Plötzlich lebte er wieder!" ???

Und wenn es stimmt, was der Artikel sagt und praktisch jeder Gynäkologe den Hirntod feststellen darf, fühlt ich mich ziemlich verarscht, wenn die von einem sicheren System reden.
Zuletzt geändert von Jekyll&Hyde am So 4. Okt 2015, 22:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitte

Beitragvon Provokateur » So 4. Okt 2015, 22:36

Ist doch schon lange bekannt. Sogenanntes "Lazarus-Syndrom", dass z.B. "Hirntote", die hören, dass sie aufgeschnitten werden sollen, anfangen zu weinen.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitte

Beitragvon Adam Smith » So 4. Okt 2015, 22:49

Provokateur » So 4. Okt 2015, 22:36 hat geschrieben:Ist doch schon lange bekannt. Sogenanntes "Lazarus-Syndrom", dass z.B. "Hirntote", die hören, dass sie aufgeschnitten werden sollen, anfangen zu weinen.

Das ist so nicht richtig.
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
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Re: Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitte

Beitragvon Perry » Mo 5. Okt 2015, 00:35

Provokateur » So 4. Okt 2015, 22:36 hat geschrieben:Ist doch schon lange bekannt. Sogenanntes "Lazarus-Syndrom", dass z.B. "Hirntote", die hören, dass sie aufgeschnitten werden sollen, anfangen zu weinen.


Die sind wohl schon so hirntot, dass sie sich partout nicht mehr an ihr kleines Zettelchen in der Brieftasche erinnern können. :D
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Re: Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitte

Beitragvon HugoBettauer » Mo 5. Okt 2015, 01:24

Perry » So 4. Okt 2015, 23:35 hat geschrieben:
Die sind wohl schon so hirntot, dass sie sich partout nicht mehr an ihr kleines Zettelchen in der Brieftasche erinnern können. :D

Oder an das Zettelchen am Fuß.
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Re: Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitte

Beitragvon Provokateur » Mo 5. Okt 2015, 06:09

Adam Smith » So 4. Okt 2015, 22:49 hat geschrieben:Das ist so nicht richtig.


https://hirntoddebatte.wordpress.com/tag/lazarus-syndrom/

Das Phänomen, dass jemand geweint hat, in dessen Beisein über die Organentnahme gesprochen wurde, haben wir im lebenskundlichen Unterricht zum Thema Organspende erfahren.

Wenn selbst ein Pfarrer darauf verzichtet, seine Organe zur Entnahme freizugeben...dann ist an der Geschichte schon was dran.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitte

Beitragvon Adam Smith » Mo 5. Okt 2015, 06:18

Provokateur » Mo 5. Okt 2015, 06:09 hat geschrieben:
https://hirntoddebatte.wordpress.com/tag/lazarus-syndrom/

Das Phänomen, dass jemand geweint hat, in dessen Beisein über die Organentnahme gesprochen wurde, haben wir im lebenskundlichen Unterricht zum Thema Organspende erfahren.

Wenn selbst ein Pfarrer darauf verzichtet, seine Organe zur Entnahme freizugeben...dann ist an der Geschichte schon was dran.

Einige Menschen können diese Definition des Todes nicht verstehen. Und was ist eigentlich ein lebenskundlicher Unterricht?
Das ist Kapitalismus:

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Re: Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitte

Beitragvon Provokateur » Mo 5. Okt 2015, 06:23

LeKu bekommen alle Soldaten mindestens einmal im Jahr. Ein Pfarrer referiert zu Themen, die ethische Probleme berühren. Typische Themen sind "Tod und Verwundung", "Vom Umgang mit Leid" oder eben "Organspende".

Die Soldaten sitzen da, hören zu, diskutieren mit und essen Kekse.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitte

Beitragvon Flat » Mo 5. Okt 2015, 06:42

Moin,

@ J&H und Borial:

Verzichtet ihr denn auch konsequenterweise im (hoffentlich nicht nötigen Fall) auf das Empfangen von Organen? Auch bei euren minderjährigen Kindern, sofern vorhanden?

Denn das ist ja die andere Seite der Verweigerung der Organspende.
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Re: Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitte

Beitragvon HugoBettauer » Mo 5. Okt 2015, 08:51

Flat » Mo 5. Okt 2015, 05:42 hat geschrieben:Moin,

@ J&H und Borial:

Verzichtet ihr denn auch konsequenterweise im (hoffentlich nicht nötigen Fall) auf das Empfangen von Organen? Auch bei euren minderjährigen Kindern, sofern vorhanden?

Denn das ist ja die andere Seite der Verweigerung der Organspende.

Das ist nicht die andere Seite der verweigerten Organspende. Wer kein Blut spenden will oder durch veraltete Regeln daran gehindert wird, muss schließlich auch nicht auf Blutkonserven verzichten.
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Re: Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitte

Beitragvon Flat » Mo 5. Okt 2015, 10:28

HugoBettauer » Mo 5. Okt 2015, 07:51 hat geschrieben:Das ist nicht die andere Seite der verweigerten Organspende. Wer kein Blut spenden will oder durch veraltete Regeln daran gehindert wird, muss schließlich auch nicht auf Blutkonserven verzichten.


Moin,

moralisch schon.

Ich kann nicht eine Leistung anderer in Anspruch nehmen, ohne selbst dazu bereit zu sein (etwas anderes ist es, es nicht zu dürfen). Das ist schlicht unsolidarisch und schmarotzerhaft.

Leider aber nicht selten.
_______
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Re: Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitte

Beitragvon HugoBettauer » Mo 5. Okt 2015, 10:33

Flat » Mo 5. Okt 2015, 09:28 hat geschrieben:
Moin,

moralisch schon.

Deine Moral ist deine Sache. Anderen ist sie egal. Jeder hat seine eigenen Maßstäbe.

Ich kann nicht eine Leistung anderer in Anspruch nehmen, ohne selbst dazu bereit zu sein (etwas anderes ist es, es nicht zu dürfen). Das ist schlicht unsolidarisch und schmarotzerhaft.


Ich bin längst nicht zu jeder Leistung bereit, fähig oder willens, die ich möglicherweise irgendwann mal empfangen möchte und das erwarte ich auch nicht von den Nutzern meiner Dienste und Spenden. Kleinkariertes Rumrechten war schon immer unangebracht, wenn es ums Helfen geht.
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Re: Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitte

Beitragvon Flat » Mo 5. Okt 2015, 11:29

Moin,

es reicht, bei diesem Thema zu bleiben. Und bei Organspende wäre es schmarotzerhaft, Inanspruch zu nehmen, aber selbst nicht dazu bereit zu sein.
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Re: Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitte

Beitragvon Boraiel » Mo 5. Okt 2015, 11:57

Flat » Mo 5. Okt 2015, 10:28 hat geschrieben:
Moin,

moralisch schon.

Ich kann nicht eine Leistung anderer in Anspruch nehmen, ohne selbst dazu bereit zu sein (etwas anderes ist es, es nicht zu dürfen). Das ist schlicht unsolidarisch und schmarotzerhaft.

Leider aber nicht selten.

Hm, ich würde mich auch operieren lassen, auch wenn ich nicht bereit bin als Chirug zu arbeiten. Das liegt nicht (nur) an einer fehlenden Qualifikation, sondern vor allem möchte ich nicht in anderen herumschnippeln.
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Re: Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitte

Beitragvon Flat » Mo 5. Okt 2015, 12:04

Boraiel » Mo 5. Okt 2015, 10:57 hat geschrieben:Hm, ich würde mich auch operieren lassen, auch wenn ich nicht bereit bin als Chirug zu arbeiten. Das liegt nicht (nur) an einer fehlenden Qualifikation, sondern vor allem möchte ich nicht in anderen herumschnippeln.


Moin,

der Unterschied zwischen der Bereitschaft zur Organspende und der Tätigkeit als Chirurg sollte Dir klar sein.

Kann es sein, dass Du Dich hier etwas windest, weil Dir der moralische Widerspruch durchaus klar ist, Du aber hier zwar nutznießen würdest, aber nicht bereit bist, Dich solidarisch zu verhalten?
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Re: Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitte

Beitragvon Billie Holiday » Mo 5. Okt 2015, 12:13

Ich bin seit Jahren überzeugter Organspender und hoffe im Notfall selbst auf ein Spenderorgan.
Ich habe im Bekanntenkreis miterlebt, wie sich die Lebensqualität nach Empfang eines Spenderorganes so drastisch verbessert hat und wie glücklich der Empfänger nach all den Jahren immer noch ist - und vor allem gesund, dass für mich die Vorteile überwiegen.
Ich brauche nach meinem Tod kein Organ mehr und gebe alles gern her, und ich nehme auch gern im Krankheitsfall ein Spenderorgan. Ich lebe zu gern, um darauf zu verzichten.
Ich spende alles, auch die Augen.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitte

Beitragvon Boraiel » Mo 5. Okt 2015, 12:48

Flat » Mo 5. Okt 2015, 12:04 hat geschrieben:
Moin,

der Unterschied zwischen der Bereitschaft zur Organspende und der Tätigkeit als Chirurg sollte Dir klar sein.

Ja, das ist er. Von einem Chirurgen erwarte ich, dass er mich (zumindest im Notfall) operiert, auch wenn ich ihn nicht operieren würde. Im Gegensatz dazu erwarte ich von niemanden, dass er mir eines seiner Organe spendet, sollte ich dieses benötigen. Wenn der Fall eintretten sollte und ich eins brauchen würde und jemand zur Spende bereit wäre, würde ich dieses Organ dankbar annehmen.
Flat hat geschrieben:Kann es sein, dass Du Dich hier etwas windest, weil Dir der moralische Widerspruch durchaus klar ist, Du aber hier zwar nutznießen würdest, aber nicht bereit bist, Dich solidarisch zu verhalten?

Ich würde eventuell nutznießen, das ist korrekt. Es dürfte Organspendern aber auch klar sein, dass aus ihrer Bereitschaft zur Organspende nicht die Pflicht anderer entsteht, ebenfalls Organe zu spenden, selbst wenn diese welche empfangen würden.
Ich denke über diese Frage der Organspende Ja/Nein nicht als Frage der Solidarität oder Unsolidarität nach.
Ich stelle mir da andere Fragen wie z.B. "Kann ich mir vorstellen, dass essentielle Teile meines Körpers in einen anderen Menschen verpflanzt werden?"
und um ehrlich zu sein, mag ich diese Vorstellung überhaupt nicht.
Ausschlaggebend war für mich aber letztlich die Antwort auf die Frage, ob ich Ärtzen soweit vertraue das Richtige zu tun, wenn sie in schwierigen Fällen einen Anreiz haben mich für tot zu erklären.
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Re: Organspende: Es werden noch nicht Hirntote aufgeschnitte

Beitragvon Perry » Mo 5. Okt 2015, 13:33

Wer selber nicht spendet, sollte keinen Anspruch auf eine Spende haben.

So einfach, so gerecht. :)

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