Leben am Rand zur (theoretischen) Unsterblichkeit

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Sri Aurobindo
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Re: Leben am Rand zur (theoretischen) Unsterblichkeit

Beitragvon Sri Aurobindo » Mi 28. Aug 2013, 10:02

Schillzor » Di 27. Aug 2013, 23:17 hat geschrieben:Nicht nur das unendliches Leben definitiv aufgrund biologischer Faktoren nicht möglich ist (wie schon gesagt wurde); wenn wir nicht zufällig noch abertausende Planeten in Zukunft als Lebensraum zur Verfügung haben werden, dann würde ein Szenario in dem alle Menschen unendliche lange Leben unweigerlich zu einer brutalen Überbevölkerung innerhalb der nächsten 10 Jahre führen.
Also verbietet schon die Logik ein solches Szenario in jedem Fall.
Fall man zumindest die physischen Probleme einer Überbevölkerung lösen könnte, würden die psychischen Probleme der Überbevölkerung (man stelle sich nur mal vor wie z.B. Indien dann in 10 Jahren aussehen würde) unendliche Gewalt hervorrufen, weil man sich nicht mehr zurückziehen kann aufgrund der immensen Überbevölkerung.

Jetzt muss man auch noch bedenken, dass ich hier nur das Problem der Überbevölkerung durch unendliches Leben beschrieben habe... ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie ein Menschenleben aussehen würde, dem man seinen Antrieb und Sinn genommen hätte; die Angst vor dem Tod.

Der Mensch gewöhnt sich an alles, selbst an ein potentiell ewiges Leben.

Und der Tod ist ja hier nicht aus der Welt - man wird nicht jeden Unfall verhindern können.

Die Dramatik, wenn dann doch ein potentiell unsterblicher Mensch stirbt, ist natürlich eine andere.

Jeder solcher Verlust würde wohl langwierige Debatten auslösen.
Ganz anders als selbst bei den hunderten gesichtslosen toten syrischen Zivilisten nach dem Giftgasmassaker.

Und warum sollte der Mensch nicht ein Stück des Universums besiedeln?
Solche Projekte wären sinnvoll, mit der Realisation potentieller Unsterblichkeit.
(Evolution dringt in alle Nischen vor - da draußen gibt es noch viele Nischen)
Zuletzt geändert von Sri Aurobindo am Mi 28. Aug 2013, 10:08, insgesamt 1-mal geändert.
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sportsgeist
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Re: Leben am Rand zur (theoretischen) Unsterblichkeit

Beitragvon sportsgeist » Mi 28. Aug 2013, 10:09

Matthias Pochmann » Sa 10. Aug 2013, 11:32 hat geschrieben:ich nenne es (theoretische) Unsterblichkeit.

Man könnte ja auch ohne Krankheit und Alter noch immer von einer Klippe abrutschen - also wenn man irgendwann das Leben satt haben sollte, dann wäre es wohl kein Problem dieses zu beenden.

begebe dich einfach an einen ort sehr hoher schwerkraft oder sehr hoher geschwindigkeit, und du bist heute schon theoretisch unsterblich ... ;) :D
(natuerlich nur relativ)
.
Zuletzt geändert von sportsgeist am Mi 28. Aug 2013, 10:10, insgesamt 1-mal geändert.
Zitat: Stehen Intelligenz und Schulnoten in irgendeinem direkten proportionalen Zusammenhang ... Nein ... Warum? ... Ich bin das lebende Gegenbeispiel
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Re: Leben am Rand zur (theoretischen) Unsterblichkeit

Beitragvon victim » Fr 30. Aug 2013, 12:44

Thomas I » Sa 10. Aug 2013, 13:55 hat geschrieben:...

Der Organismus wäre es vielleicht sogar, die Begründung ist, dass ein sich regenerierendes Hirn peu a peu dein Wissen und deine Erfahrungen auslöschen würde.
Und dass die eigene Identität, das Ich, überlebt gehört m.E. schon zur Unsterblichkeit dazu.

Das ist mir fast aus der Seele geschrieben ;-)
Hatte man mal jahrelang per Chemobrain bzw. Fatigue-Syndrom den Eindruck, binnen Kurzem elend abzutreten, dann will man überhaupt nicht mehr sterben.
Wobei das im Auslöschen Begriffene mit der Generierung neuer Eindrücke aus neuer Gehirnsubstanz und deren neuronaler Plastizität einhergeht.
Das ist bestimmt anders als bei Alzheimer, bei dem alles weg dämmert.
Es dürfte faszinierend sein, Erinnerungen verschwimmen zu sehen, aber gleichzeitig deren Wesenskern frisch neu in das Bewußtsein zu integrieren.
Das könnte uns zu universell denkenden Wesen formen.

Ansonsten kommen wir z.B. mit Stammzell-Regeneration auf alterungsfrei unbegrenzt darstellbares Leben.
Wir könnten seit der Steinzeit Mio Jahre weiter sein: 'Zinseszinseffekt' über 30 000 Jahre p.a. nur minimal besserer Entwicklung, was samt heutiger Population viell. 60 Mrd Menschen umfasst.
Bereits damals gabs die gleichen Gehirne. Damals geboren, ins Jetzt versetzt und heute aufgewachsen, würde keinerlei Unterschied erkennen lassen.

Alles ist schädlich, was uns die Entwicklung behindert.
Immer geht es um die materiellen Freiheitsgrade individueller Selbstverwirklichung.
Das bieten uns die Naturgesetze grenzenlos an, ohne damit Andere einzuschränken.
Zuletzt geändert von victim am Fr 30. Aug 2013, 12:52, insgesamt 1-mal geändert.
victim

Re: Leben am Rand zur (theoretischen) Unsterblichkeit

Beitragvon victim » Mo 7. Okt 2013, 20:10

Erst mal zu den Medizin-Nobelpreisen 2013 im tv: "Die Vesikel docken an die Zellhüllen an und entleeren ihren Inhalt in das Zellinnere" - an passende Proteine.
Lassen sich charakteristische Rezeptoren gezielt andocken bzw. sogar gezielt herstellen, ist jede Krebsart besiegt.
Wieso tut sich da nur so wenig?
Es ist der elenden Arbeitnehmerei marignalisierten Kostenfaktorunwesens anzuschulden.

Und dann das aus dem web zu diesen Nobelpreisen in 2012:
"J. Gurdon und S. Yamanaka haben entdeckt, dass sich die Lebensuhr jeder Körperzelle auf Anfang zurückstellen lässt. Eine Erkenntnis, die die Medizin revolutionieren wird."
Unsterblichkeit ist möglich!
Also immer nur her damit.
Nur viele "Arbeitnehmer" wollen gerne sterben, weil sie glauben, das sonst ewig tun zu müssen.
Einfach grauselig.

Erst Krebs eliminieren und dann Unsterblichkeit angehen.
DAS sind vorrangige Ziele, denen die parlamentarischen Arbeitnehmer der Bürger nachzukommen haben.
Wenn dann nicht mehr krepiert wird, kann es sowieso nur mehr um globalisierende Anbieternetze gehen, die unsere Entwicklung voran pushen wie sonst nix.
Und was tun diese ÖDler stattdessen?
Die betreiben Spaltungsunrat und lassen Löhner immer neue Finanzblasen füllen.
Zuletzt geändert von victim am Mo 7. Okt 2013, 20:12, insgesamt 1-mal geändert.
victim

Re: Leben am Rand zur (theoretischen) Unsterblichkeit

Beitragvon victim » Fr 11. Okt 2013, 16:15

Hoffentlich befinde ich mich am Rande zumindest theoretisch möglicher Langlebigkeit.
Spüre ich jeweils in den ersten knapp 5 Tagen nach einer Antikörper-Infusion die Herstellung der Killerzellen oder die Eliminierung ihrer durch AK markierten Zielzellen?
Heute ist diese an sich absolut unlästige Empfindung abgeklungen.
Wäre die Halsschwellung damit verschwunden, ist bei variabel einzustellenden Applikationsintervallen lebenslang Progress zu verhindern.
Kosten dürfen sowieso keine Rolle spielen.

SZ-Forschung und SZ-Produkt-Entwicklung ist in der EU nicht mehr kopiergeschützt, was eine Hemmnis sei.
Mit Anbieternetzen hingegen würde es Innovationstransfer-Dynamik, Synergie und Diversifikation geben, also exakt das Gegenteil.
Anbieternetze wären wie pluripotente SZ, die sich zudem organisieren um völlig neue Technologien zu erstellen, womit wir z.B. längst nicht mehr zu krepieren bräuchten.

Man kann begreifen: wir sterben noch, weil es Sklaven und danach das elende Arbeiter- bzw. Arbeitnehmer-Konstrukt gab.
Das sind die Bremsklötze unserer Entwicklung.
Man wird über uns nur den Kopf schütteln, daß wir uns angifteten und deswegen gemeinsam in die Grube fuhren.
Es gibt nichts, was uns die Naturgesetze nicht ermöglichen können.

Da fallen einem gleich mal wieder unsterbliche Spezies-Verbünde ein, die ihre gesamte Galaxie energetisch nutzen.
Das sind keine statischen Gottheiten, weil die sicher auch aus Zellen bestehen.
Wir könnten längst leben, wie es sich noch kein Mensch heute vorzustellen vermag.
Zuletzt geändert von victim am Fr 11. Okt 2013, 16:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Leben am Rand zur (theoretischen) Unsterblichkeit

Beitragvon Kennister » Fr 11. Okt 2013, 17:17

Ewiges Leben setzt ewigen Schutz vor Feinden (zB. Bakterien, Parasiten) voraus. Auch Nahrung muss immer vorhanden sein.

Kaum vorstellbar, dass organische Lebenwesen in ihrer aktiven Zeit ewig Leben können. Zwar gibt es Bakterien, die über Millionen Jahre im Eis überleben können, sie befinden sich allerdings eher im Schlaf. Würden sie aufgetaut werden, können auch sie ihr Alterrungsprozess nicht aufhalten.

Aber ich kann mir gut vorstellen, dass wir eines Tages unser Leben, um ein vielfaches verlängern können. Unsere Entwicklungsstufe könnte allerdings neue Formen annehmen. Vielleicht nutzen wir mehr Kapazitäten unseres Hirns, nehmen unser Leben anders wahr, wissen mehr über unsere Herkunft und unsere Zukunft.
Die Wahrheit, verborgen in der Illusion.
victim

Re: Leben am Rand zur (theoretischen) Unsterblichkeit

Beitragvon victim » Fr 11. Okt 2013, 17:40

Die Zelllinie unserer Art samt Vorläufer lebt schon Mrd Jahre, stammt von den Urzellen ab, ist sehr empfindlich.
Ewiges Leben setzt nur voraus, dass man nicht stirbt.
Alles Andere ist wie sonst auch.
Da wir viele Jahrzehnte leben, können wird das auch unbegrenzt lang.
Z.B. SZ-Regeneration kann Altern verhindern bzw. immer wieder rückgängig machen.
Formeln, daraus Algorithmen und dann alles in vollautomatisierten Mikro-Labors abhandeln.
Molekularbiologie bedingt Quantenphysik, was alles in Formeln darstellbar ist.
Auch die Zellen folgen der Mathematik und den durch sie beschriebenen Naturgesetzen.
Prinzipiell lassen sich Letzere unbegrenzt nutzen.
Es liegt nur an uns, das Nutzungslevel immer anspruchsvoller zu gestalten.
Da gibt es keine Barriere.
Zellen werden genau so gehandhabt wie heute CPUs.
Jede Wette, vor der Weltformel kommen die Ewigkeitsformeln unbegrenzt währenden Lebens ;-)
Welch ein Elend - wir könnten es längst haben.
Also alles möglichst rasch abstellen, was es uns verhinderte.
Zuletzt geändert von victim am Fr 11. Okt 2013, 17:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Leben am Rand zur (theoretischen) Unsterblichkeit

Beitragvon Sri Aurobindo » So 16. Aug 2015, 23:08

https://www.googlewatchblog.de/2015/08/ ... ternehmen/
Calico: Alphabets Gesundheits-Unternehmen forscht am ewigen Leben
(...)
Larry Page hat in einem Interview gesagt, dass selbst die Heilung von Krebs eigentlich kein so großer Fortschritt wäre wie man bisher glaubt. Zwar leiden sehr sehr viele Menschen daran, aber dennoch würden die dann geheilten Patienten ohnehin einige Jahre später an etwas ganz anderem sterben – ganz salopp gesagt. Daher hat sich Page das überdimensionale Ziel gesetzt, dem Tod den Kampf anzusagen und an der Unsterblichkeit zu forschen. Dafür möchte er nicht sein gesamtes Geld ausgeben, doch es benötigt schon einen „angemessenen Betrag“ um dies zu erreichen. Und mit der neuen Alphabet-Struktur hat er einiges an Geld zur Verfügung, ohne dass die Cash-Cow Google in Gefahr gebracht werden könnte.


Bringt Alphabet die (theoretische) Unsterblichkeit?
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Re: Leben am Rand zur (theoretischen) Unsterblichkeit

Beitragvon Corella » Fr 21. Aug 2015, 11:21

Wenn richtig überflogen, dann sind die Diskutanten hier einig, dass man die Zellen geborener nicht mehr so verändern können wird, dass... Sozusagen gebremst übertriebener Technikoptimismus :D
Na, könnte man z.B. das mit den Telomeren am Anfang wegbekommen, dann hätte man aber andere, ähnlich gelagerte Problemchen weiterhin übrig! Nicht umsonst ist Keimbahn und Körper voneinander getrennt. Nur so ist es für eine Weile möglich, dass die Körperzellen nicht zueinander in Wettbewerb treten. Klar, was passiert, wenn durch Mutationen bei den Zellteilungen irgendwo bei Steuerung oder Geweben einer ausschert? Möglich ist das auf sehr vielfältige Weise und was Laie dabei zunächst verstehen muss: es geht um Zustände von Gesamtmilieus, die Anfälligkeiten bestimmen. Entsprechend sind Aussagen, wonach Krebs in Zukunft heilbar sein wird, völlig unseriös. Bestimmte Arten bekommt man immer besser in den Griff, aber das steht nicht im Widerspruch dazu, dass Krebs in immer höherem Alter immer übermächtiger würde!

Und nebenbei für unsere biologisierenden Hüter des freien Marktes: ja, die Soma-Zellen leben gewissermaßen im Sozialismus :D Es gibt nichts, wofür die Natur nicht Beispiel gäbe.

P.S.: die Keimbahn ist übrigens potenziell unsterblich! Und hin und wieder bildet ein Zweig des Stammbaums auch mal ein Bewusstsein. Wie das kommt, wozu und wie individuell sind größere Fragen, als wissenschaftlich zugänglich oder übertriebener Technikoptimismus vorgreifen könnte.
Zuletzt geändert von Corella am Fr 21. Aug 2015, 11:24, insgesamt 1-mal geändert.
Gabriel

Re: Leben am Rand zur (theoretischen) Unsterblichkeit

Beitragvon Gabriel » So 30. Aug 2015, 10:11

Sri Aurobindo » Sa 10. Aug 2013, 11:11 hat geschrieben:Es ist bereits heute abzusehen, dass die Menschheit
  • 1) irgendwann die Ursachen für jede Krankheit erkennen und beseitigen wird
  • 2) die Ursachen des Altern verstehen wird und
  • 3) das Altern irgendwann auch aufhalten kann.

Wenn dies allerdings nur für Neugeborene Menschen gilt, dann entwickelt sich eine Situation, in der theoretisch unsterbliche Menschen zusammen mit den letzten Sterblichen leben.

Ich bin überzeugt davon, dass eine solche Situation sehr viel sozialen Sprengstoff enthält.

Was glaubt ihr
  • 1) Werden Menschen irgendwann nicht mehr sterben?
  • 2) Wie fühlt es sich an zu den neuen Unsterblichen zu gehören und mit den letzten Sterblichen zusammenzuleben?
  • 3) Wie fühlt es sich an zu den letzten Sterblichen zu gehören und mit den neuen Unsterblichen zusammenzuleben?


Es gibt die Partei für Gesundheitsforschung in Deutschland, die sich ernsthaft mit diesem Thema beschäftigt. Sie will die Entwicklung von Verjüngungstherapien fördern, die durch Reparatur auf molekularer Ebene alte Menschen wieder jung machen. Dadurch würden wir obige Probleme umgehen, da alle "theoretisch unsterblich" wären. Auf der Webseite der Partei steht, dass wir diese Therapien relativ schnell entwickeln koennten und dass auch Menschen, die heute schon älter sind davon noch profitieren könnten. Wir scheinen eine einmalige Chance zu haben - nämlich die erste Generation zu sein, die nicht mehr am Altern stirbt. :)
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Re: Leben am Rand zur (theoretischen) Unsterblichkeit

Beitragvon von Grimm » So 30. Aug 2015, 13:00

Gabriel » So 30. Aug 2015, 10:11 hat geschrieben:
Es gibt die Partei für Gesundheitsforschung in Deutschland, .....


Danke für die Info. :)

http://www.parteifuergesundheitsforschung.de
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Re: Leben am Rand zur (theoretischen) Unsterblichkeit

Beitragvon Corella » So 30. Aug 2015, 15:38



Das ist ja wohl pure Werbung oder Seelenfängerei! Nochmal: Die Zellen des Körpers bilden Gewebe, die Gewebe bilden Organe. Bei der Teilung der Zellen, beginnend mit der befruchteten Eizelle, muss sich all das ausdifferenzieren. Das geht nur, wenn die Zellen entgegen dessen, was man in der Natur oder Wirtschaft sonst so gewohnt ist, nicht miteinander in Wettbewerb treten. Eine "egoistische" Zelle von Abermilliarden kann einen tödlichen Krebs gründen und es gibt dafür außerordentlich viele Entstehungswege. Mit Zellreparaturmechanismen mag man theoretisch weit kommen, dennoch: mit zunehmendem Alter wird der der Körper beständig anfälliger und Krebs übermächtig. Zellreparatur greift zu kurz, es geht um Steuerungen und chemische Milieus. An denen kann man freilich auch basteln. Aber wir haben damit auch ein bisschen Erfahrung und das lehrt: nicht ohne Nebenwirkungen...
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Re: Leben am Rand zur (theoretischen) Unsterblichkeit

Beitragvon Agba2001 » Fr 4. Sep 2015, 09:38

Ich bringe jetzt einfach mal ein par filmische Beispiele zu dem Thema, die diesen im Forenbeitragsanfag Komplex näher verdeutlichen...

"gattaca"

Hier wird die Problematik behandelt, die sich ergibt, wenn der vermeindlich vollkommenere, sich der Unsterblichkeit annähernde Mensch sich mit dem Begriff Natürlichkeit konfrontiert sieht, bzw. umgekehrt...

"Der 200 Jahre Mann"

Hier wird gezeigt, dass der Mensch selbst eigentlich lieber sterblich ist und die Unsterblichkeit unter dem Begriff "Menschsein" nur ungern akzeptiert.

"Prometheus"
Hier wird gezeigt, wie der nahezu Unsterbliche seine Zeit vertreibt, wenn er sich der Vollkommenheit und Perfektion soweit angenähert hat, dass er den jüngeren näherbringen möchte, warum wir eigentlich sterblich sind...
Zuletzt geändert von Agba2001 am Di 8. Sep 2015, 00:14, insgesamt 1-mal geändert.
Ich habe in diesem Leben erkannt, dass wer sich in Sarkasmus, Ironie und destruktiver Kritik übt, meist insgeheim beipflichtet... ;)
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Re: Leben am Rand zur (theoretischen) Unsterblichkeit

Beitragvon BlueMonday » Fr 4. Sep 2015, 11:03

Leben ist ein ständiges Sichstemmen und Ankämpfen gegen den allgegenwärtigen Zerfall.
Eine Struktur, die sich erhält, sich also von der Umwelt abgrenzt, sich behauptet, einen Unterschied/eine Differenz zu allem Anderen aufrecht erhält, kann das nur, indem sie an anderer Stelle Struktur zur Ernergiegewinnung auflöst, zersetzt, verdaut, konsumiert, verbraucht und das im stärkeren Maße als sie Struktur und Differenz durch diesen Vorgang gewinnt. Insgesamt ist es ein Verlust, man strebt zu einer immer stärkenen thermodynamischen Gleichverteilung, zum Wärmetod überhaupt. Unbsterblichgkeit wird es nicht geben. Alles gibt irgendwann auf. Wird müde. Will nicht mehr ankämpfen. Kann sich nicht mehr erhalten.

Das ist es auch, was Egalitaristen im gesellschaftlichen Kontext nicht verstehen, dass Leben in der Differenz besteht, dass Leben Bewegung ist und diese Bewegung nur möglich ist, wenn es Differenz gibt, und in dieser Diffrenz der einzige Anreiz besteht sich überhaupt zu bewegen. Wenn alles unterschiedslos gleich ist, wenn alles "egal" geworden ist, wird nicht das Paradies warten, sondern der absolute Stillstand, die absolute Reizlosigkeit, der gesellschaftliche Tod.

Wir leben, um das Unvermeidliche aufzuhalten.
Greif niemals in ein Wespennest, doch wenn du greifst, dann greife fest.
Corella
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Re: Leben am Rand zur (theoretischen) Unsterblichkeit

Beitragvon Corella » Fr 4. Sep 2015, 16:43

BlueMonday » Fr 4. Sep 2015, 10:03 hat geschrieben:Leben ist ein ständiges Sichstemmen und Ankämpfen gegen den allgegenwärtigen Zerfall.
Eine Struktur, die sich erhält, sich also von der Umwelt abgrenzt, sich behauptet, einen Unterschied/eine Differenz zu allem Anderen aufrecht erhält, kann das nur, indem sie an anderer Stelle Struktur zur Ernergiegewinnung auflöst, zersetzt, verdaut, konsumiert, verbraucht und das im stärkeren Maße als sie Struktur und Differenz durch diesen Vorgang gewinnt. Insgesamt ist es ein Verlust, man strebt zu einer immer stärkenen thermodynamischen Gleichverteilung, zum Wärmetod überhaupt. Unbsterblichgkeit wird es nicht geben. Alles gibt irgendwann auf. Wird müde. Will nicht mehr ankämpfen. Kann sich nicht mehr erhalten.

Das ist es auch, was Egalitaristen im gesellschaftlichen Kontext nicht verstehen, dass Leben in der Differenz besteht, dass Leben Bewegung ist und diese Bewegung nur möglich ist, wenn es Differenz gibt, und in dieser Diffrenz der einzige Anreiz besteht sich überhaupt zu bewegen. Wenn alles unterschiedslos gleich ist, wenn alles "egal" geworden ist, wird nicht das Paradies warten, sondern der absolute Stillstand, die absolute Reizlosigkeit, der gesellschaftliche Tod.

Wir leben, um das Unvermeidliche aufzuhalten.


Lebensprozesse katalysieren die Erhöhung der Entropie im Gesamtsystem sogar noch!
Ansonsten wie schon angedeutet: Zellen, die sich immer nur teilen und nicht wie wir in Keimbahn und Soma getrennt sind, sind tatsächlich potenziell unsterblich (bis zur Naturkatastrophe, das ist auch den Technikoptimisten klar). Und das gibt Seelenfängern wie die komische Partei da Grundlage, Laien über den Tisch zu ziehen.
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Re: Leben am Rand zur (theoretischen) Unsterblichkeit

Beitragvon Brimborium » Do 10. Sep 2015, 13:55

Sri Aurobindo » Sa 10. Aug 2013, 11:11 hat geschrieben:Es ist bereits heute abzusehen, dass die Menschheit
  • 1) irgendwann die Ursachen für jede Krankheit erkennen und beseitigen wird
  • 2) die Ursachen des Altern verstehen wird und
  • 3) das Altern irgendwann auch aufhalten kann.


Was zu beweisen wäre.

Ich bezweifle das entschieden.
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Re: Leben am Rand zur (theoretischen) Unsterblichkeit

Beitragvon Tom Bombadil » So 6. Dez 2020, 23:07

Ein Durchbruch bei der Forschung in Sachen Alterung: https://www.spektrum.de/news/alte-maeus ... obal-de-DE ?

Man darf gespannt sein, wie die vorklinischen Tests ausfallen werden.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Diffamierer der Linken.

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