Homöopathie

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Was ist von Homöopathie zu halten?

Nix. Homöopathie ist esotherischer Unsinn.
62
34%
Jeder wie er will.
32
17%
Homöopathie ist eine wichtige Komplementärmedizin.
16
9%
Homöopathie ist wissenschaftlich belegt.
2
1%
Homöopathie ist wie die FDP - viel heiße Luft.
17
9%
Homöopathie zieht die Schwachsinnigen an wie Scheiße Fliegen.
34
18%
Homöopathie hat seine Chance gehabt und versagt.
10
5%
Gehört unbedingt in den Leistungskatalog von KVs.
11
6%
 
Abstimmungen insgesamt: 184
hafenwirt
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Re: Homöopathie

Beitragvon hafenwirt » Mi 14. Jul 2010, 18:27

Mithrandir hat geschrieben:Natürlich, weil die Homöopathie nicht über Chemie oder Physik funktioniert sondern über die Psyche.
Gegen Schmerzen z. B. oder andere Beschwerden, bei denen das Gehirn eine große Rolle spielt, kann ich mir vorstellen, dass sich placebo-übliche Erfolge erzielen lassen.


Wo ist also das Problem mit Homöopathiemitteln gegen leichte Erkrankungen? :?:
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Mithrandir
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Re: Homöopathie

Beitragvon Mithrandir » Mi 14. Jul 2010, 18:42

hafenwirt hat geschrieben:Wo ist also das Problem mit Homöopathiemitteln gegen leichte Erkrankungen? :?:

Ich habe weder ein Problem damit, wenn jemand homöopathische Mittel einnimmt, noch damit, dass die Krankenkassen das z. T. bezahlen.

Dass einzige was mich stört, ist dass bezüglich des Wirkmechanismus etwas behauptet wird, das nicht nachgewiesen ist.
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jack000
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Re: Homöopathie

Beitragvon jack000 » Mi 14. Jul 2010, 20:05

Die Nazis wollten der "verjudeten Schulmedizin" die Homöopathie entgegensetzen. Eine Überprüfung der "neuen deutschen Heilkunde" führte jedoch zu katastrophalen Ergebnissen - Homöopathen befänden sich in einer Dauerhypnose, resümierte am Ende der Studienleiter.

Anfangs waren die Nationalsozialisten noch euphorisch. Der "größte Augenblick in der Geschichte der Homöopathie" solle es werden, verkündete ein Beteiligter stolz. Eine "neue deutsche Heilkunde" statt der "verjudeten Schulmedizin" - das war der Traum, den Hitlers Regime mit Hilfe der Homöopathie verwirklichen wollte.

1937 begann das Reichsgesundheitsamt, die Homöopathie "in denkbar größtem Stile" zu überprüfen. Mehrere hundert Millionen Reichsmark sollten zur Verfügung stehen. Mit dabei: der Arzt Fritz Donner, der damals am Stuttgarter Homöopathischen Krankenhaus tätig war. Er war einer der wenigen Homöopathen, denen ehrlich an einer wissenschaftlichen Überprüfung der Methode gelegen war.

Fast 30 Jahre später, 1966, im Ruhestand, verfasste Donner für das Bundesgesundheitsamt einen Bericht über die Untersuchungen der Nazis. Der "Donner-Report", der erst 1995 veröffentlicht wurde, gibt einen eindrucksvollen Einblick, zu welch "totalem Fiasko" für die Homöopathie die Untersuchungen wurden.

"Vollkommen negativ" verliefen zum Beispiel die zahlreichen Arzneimittelprüfungen, mit denen die berühmten gleichnamigen Versuche Hahnemanns wiederholt werden sollten. Gesunde Versuchspersonen bekamen dabei homöopathische Globuli verabreicht - und sollten dann, entsprechend dem homöopathischen Grundsatz "Gleiches mit Gleichem heilen", genau jene Symptome entwickeln, die das Mittel bei Kranken angeblich bekämpfen kann.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medi ... 37,00.html

Bei denen hat es auch nicht geklappt ...
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Re: Homöopathie

Beitragvon frems » Mi 14. Jul 2010, 20:56

jack hat geschrieben:Bei denen hat es auch nicht geklappt ...

Wundert es irgendwen?

Die Homöopathie ist eine pseudowissenschaftliche[1][2] Methode zur Behandlung praktisch aller Erkrankungen, die von dem sächsischen Arzt und Okkultisten Samuel Hahnemann etwa um 1800 begründet wurde und heute nahezu unverändert existiert. Die Homöopathie stützt sich auf zwei allgemeine Grundprinzipien. Nach dem Simile-Prinzip der Homöopathie könne jede Krankheit durch Stoffe geheilt werden, die beim gesunden Patienten ähnliche Symptome hervorrufen. Nach dem Prinzip der Potenzierung wirken die Stoffe um so stärker, je stärker sie nach einem vorgeschriebenen Verfahren in Lösungsmittel verdünnt werden. Keines dieser beiden Prinzipien konnte bisher experimentell bestätigt werden.

Homöopathiegläubige sind bewusst oder unbewusst häufig pauschal skeptisch gegenüber der Wissenschaftlichen Medizin: Mit der (meist irrationalen) Angst vor der "schädlichen Chemie" ist untrennbar ein "Noceboeffekt" verbunden, der die Wirkung von gut bewährten konventionellen Verfahren beeinträchtigt.

Nach etwa 200 Jahren der Forschung von Homöopathen und Nicht-Homöopathen ist bislang kein wissenschaftlicher Beweis für eine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirkung der Homöopathie bekannt geworden[3] und sie gilt heute als widerlegt.[4] Nach heutigem Erkenntnisstand ist sie mit einer Placebotherapie gleichzusetzen, was allerdings nicht heißen muss, dass sie völlig wirkungslos ist. In der Tat kann man davon ausgehen, dass sie gegenüber einer Nichtbehandlung (also dem Nichtstun) eine Wirkung bei entsprechenden Patienten erzielen kann, insbesondere bei charismatischen Therapeuten und entsprechendem therapeutischem Ritual. Gefahren der Homöopathie ergeben sich aus der Tatsache, dass Homöopathen und Patienten die Placebowirkungen der Homöopathie überschätzen und reproduzierbar effektive Behandlungen mit einem Wirksamkeitsnachweis, der über den Placeboeffekt hinausgeht, unterlassen.

Quelle nochmal für alle Nichtweinstübler:
http://www.esowatch.com/ge/index.php?ti ... %B6opathie
Interessant auch die Seiten der "(Opfer der) Germanischen Neuen Medizin" und dem Begriff "Schulmedizin".

:(
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
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Re: Homöopathie

Beitragvon John Galt » Mi 14. Jul 2010, 20:56

jack hat geschrieben:http://www.spiegel.de/wissenschaft/medi ... 37,00.html

Bei denen hat es auch nicht geklappt ...


Das Heilpraktikergesetz ist auch noch vom Führer höchstpersönlich unterzeichnet worden.

In Österreich dürfen solche Hausfrauen nicht an der Gesundheit von anderen Personen rumpfuschen. Man sollte diese Heilpraktikerscheiße komplett verbieten.
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Re: Homöopathie

Beitragvon USA TOMORROW » Do 15. Jul 2010, 10:53

hafenwirt hat geschrieben:Ist Homöopathie denn teuer?

Mehrere Euro für ein paar Gramm Zucker finde ich durchaus recht teuer.
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Re: Homöopathie

Beitragvon USA TOMORROW » Do 15. Jul 2010, 10:54

hafenwirt hat geschrieben:
Kommt es bei Homöopathischen Mitteln vor, dass Menschen daran sterben, oder brutale Nebenwirkungen eintreten?

Danke schonmal für die aufschlusreichen Antworten. :)

Zucker hat keine brutalen Nebenwirkungen, nein.
Zuletzt geändert von USA TOMORROW am Do 15. Jul 2010, 10:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Homöopathie

Beitragvon Hank » Fr 16. Jul 2010, 12:44

Also Aloe Vera hat mir mal bei Verstopfung geholfen :thumbup:
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Re: Homöopathie

Beitragvon El Gitarro » Fr 16. Jul 2010, 20:43

Chlorobium hat geschrieben:Sorry, aber wenn ich sowas hier lese, dann fällt mir zu den Glucose-Hehlern nichts mehr ein :dead:

mfg
Chlorobium (der Farbe wegen)


Ein Gramm 10M Vacuum-Globulis kosten nur 17.70 EUR. :thumbup:
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Re: Homöopathie

Beitragvon Heinrich-73 » Sa 17. Jul 2010, 07:09

Habe auch noch einen interessanten Text gefunden:

"Jedenfalls enthalten Placebos keinen Wirkstoff und können daher nicht schaden!"

Falsch. Beim Doppelblindtest von neuen Arzneien erhält die Kontrollgruppe Placebos unter dem Namen des Testmedikaments, und auf dem Beipackzettel stehen dessen mögliche Nebenwirkungen. Und weil diese Patienten solche Wirkungen erwarten, stellen die sich prompt ein - auch wenn der Wirkstoff gar nicht vorhanden ist.

"Fallbeispiele zeigen aber, dass die Homöopathie auch bei der Behandlung schwerster Erkrankungen erfolgreich ist - selbst bei unheilbaren Krankheiten."

Die wissenschaftliche Medizin weiß, dass der Körper, wenn man ihm Zeit lässt, mehr als 3/4 aller Erkrankungen ganz von selbst heilt - manchmal sogar Krebs. Homöopathische Heilungen sind aber eher die Ausnahme als die Regel. Natürlich hört man fast immer nur von Heilungen, denn meist werden nur die Erfolge weitererzählt. Tote Patienten reden nicht ... Könnte die Homöopathie Erfolge vorweisen, sie wäre längst von der Wissenschaftsmedizin übernommen! In keinem einzigen Fall aber hat sie durch ihre "Arzneimittelprüfung an Gesunden" eine Therapie entdeckt, die sich in Doppelblind-Tests bewährt und so Eingang in die Wissenschaftsmedizin gefunden hätte. Also nicht wegen dogmatischer Ablehnung, sondern weil die Wirksamkeit nicht glaubhaft nachgewiesen ist. Dass andere Außenseiterverfahren wie Bach-Blüten-Therapie und selbst Geistheilung, die auf ganz unterschiedlichen Vorstellungen beruhen, von ähnlichen Erfolgsraten berichten - ist das nicht merkwürdig?

"Homöopathie arbeitet vor allem mit pflanzlichen Naturheilmitteln. Die können doch nicht schaden!"

Beides ist falsch. Homöopathika enthalten nicht selten Stoffe wie Arsen, Blei, Cyanid, Quecksilber, Phosphor, Eiter, Mutterkorn-Extrakt und andere Gifte in gefährlichen Mengen. Entscheidend aber ist, dass die Wirksamkeit der Mittel - über Placebo-Effekte hinaus - nicht nachgewiesen ist.


http://www.gwup.org/infos/themen/332-fragen-und-antworten-zur-homoeopathie
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Re: Homöopathie

Beitragvon Marineiro » Sa 17. Jul 2010, 23:06

Chlorobium hat geschrieben:Die Area ist bereit :cool:

mfg
Chlorobium (der Farbe wegen)


Deine 3 Optionen sind für die Katz.
Denn für den, der die Homöopathie nicht ablehnt, hast Du nur eine Möglichkeit gelassen.
,Jeder so wie er will' :D

Ich kenne eine Ärztin, die, auch nachdem sie ihre Praxis vor 3 Jahren abgegeben hat,
sich seit + - 20 Jahren??? einen Termin niemals entgehen lässt.
Im September/Oktober der ZAEN-Kongress in Freudenstadt
(ZAEN = Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren.
Dieser Kongress/Weiterbildung wird natürlich nicht von Pharmafirmen gesponsert
sondern kostet den Teilnehmern richtig viel Geld, + früher 1 Woche Verdienstausfall)

Diese gute Frau behandelte ihre Patienten mit allem was die Homöophatie hergibt,
aber auch mit Kräutern und Wurzeln die sie im Garten oder am Wegesrand fand/findet
und mit Hypnotherapien.
Von der chinesischen Heilkunst und Akkupunktur abgesehen,
mit der ganzen Latte der alternativen Medizin.

Es gab sehr viel Patienten bei denen Kügelchen, Kräuter, Wurzeln und Hypnosen halfen.
Das kann niemand bestreiten.
Weshalb Hypnosen, Kräutern und Wurzeln funktionierten kann mir die Ärztin erklären,
die Heilwirkung der Kügelchen nicht.

Diese Ärztin behandelte auch mit allem was Pharmamed, Hexal, Bayer usw
an Chemie produzieren.
Und es gab Patienten (die Mehrzahl), bei denen sie es gar nicht in Erwägung zog
eine homöopathische Therapie anzubieten.
Typen wie mir.
Nur einmal,
als ich endgültig ein Glatzkopf wurde, meinte sie, wir sollten es mit Arsen versuchen :D

Diese Frau war auch 4 Jahre in Afrika als Ärztin tätig.
In Afrika gab es für sie weiße und schwarze Krankheiten.
Den weißen Krankheiten ging sie mit Röntgenschirm, Ultraschall, Skalpel,
mit antiretroviralen Medikamenten, gegen AIDS, Tuberkulose und Malaria etc zu leibe.
Schwarze Krankeiten überwies sie zum lokalen Facharzt, zum JuJu-Doctor.

Was für die Afrikaner der JuJu-Doctor ist, ist für uns die Homöopatie.
Und wenn es hilft, weshalb nicht?

Das sich fast die gesamte alternative Medizin über die KV abrechnen lässt
findet diese Ärztin auch nicht gut.
Weil sich Kügelchen, Kräuter und Wurzeln auch ein Hartz-IV-Empfänger leisten kann
und zeitaufwendige Hypnosen so einen geringen EBM-Wert haben,
dass sich diese für den Arzt nur lohnen, wenn er sie cash abgerechnet werden.
Zuletzt geändert von Marineiro am Sa 17. Jul 2010, 23:08, insgesamt 1-mal geändert.
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dem nächtlichen Himmel den Hintern gekehrt
noch an den Gestirnen orientieren das wird auf Seefahrtschulen gelehrt
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Re: Homöopathie

Beitragvon Dark Angel » Mi 21. Jul 2010, 10:18

Bitte Homöopathie nicht mit Naturheilkunde verwechseln! Man sollte auch nicht vergessen, wann die Homöopathie entstanden ist und über welches Wissen damals verfügt wurde und wie sich dieses seitdem entwickelt hat.
Während Naturheilkunde/Naturheilmittel tatsächlich eine Alternative zu chemisch erzeugten Medikamenten darstellt und sich am jeweiligen Wissenstand orientiert, ist das bei Homöopathie nicht der Fall. Man kann durchaus sagen Homöopathie ist immer noch auf dem gleichen Stand, wie zu der Zeit, als sie entstand. Im Gegensatz dazu basiert Naturheilkunde auf der genauen Kenntniss der Pflanzen deren Inhaltsstoffe und Wirkungsweise. Erlangt durch Beobachtung der Zusammenhänge von Ursache und Wirkung einer langen Reihe von Forschern, die sich mit ihrem Wissen und Erkenntnissen nie zufrieden gaben.
Während Homöopathie ein Rätselraten und "Fischen im Trüben" ist - von (modernen) medizinischen Kenntnissen, keine Spur. Mehr oder weniger ausgeheckt im stillen Kämmerlein.
Damit ist Homöopathie nix weiter als Scharlatanerie und KEINE Alternative zur "Schulmedizin". (kann mir nicht helfen, das Wort gefällt mir nicht, es klingt abwertend, als hätten Ärzte keine Ahnung von dem was sie tun)

Pandora hat geschrieben:Also bisher ist mir kein Fall bekannt wo jemand durch das gewählte Mittel verstarb - sehrwohl gibt es leider allgemein in der Alternativheilkunde (Homöopathie ist ja nur ein kleiner Teil davon) Todesfälle, die aber auf die verantwortungslosigkeit durch Personen (Heilpraktiker, Eltern usw) zurück zu führen sind. ...
Was passieren kann ist eine sogenannte Erstverschlimmerung, die aber binnen weniger Stunden wieder abklingt - laut Hahnemann ist dies ein Zeichen für die richtige Mittelwahl.

Was ist das weiter als Verantwortungslosigkeit und Inkompetenz?
Nur weil Dir kein Fall bekannt ist, bedeutet das nicht, dass es nicht entsprechende Fälle gibt oder sollte ich sagen nur weil die Todesfälle nicht auf die verabreichten Mittel zurückgeführt werden, sind sie nicht bekannt.
Bei z.B. Acetylsalizylsäure und Digitoxin sind die Wirkungsweise bekannt. Beide kommen in Pflanzen vor UND werden synthetisch hergestellt. Angewendet (mit Erfolg) wurden sie schon vor Jahrtausenden.
Zuletzt geändert von Dark Angel am Mi 21. Jul 2010, 10:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Homöopathie

Beitragvon Pandora » Mi 21. Jul 2010, 11:51

Dark Angel hat geschrieben:Was ist das weiter als Verantwortungslosigkeit und Inkompetenz?
Nur weil Dir kein Fall bekannt ist, bedeutet das nicht, dass es nicht entsprechende Fälle gibt oder sollte ich sagen nur weil die Todesfälle nicht auf die verabreichten Mittel zurückgeführt werden, sind sie nicht bekannt..


Willst du mich anstänkern oder diskutieren???

Ich habe sehr bewusst geschrieben, dass ich keine Todesfälle kenne, dass mir keine bekannt sind... ich schliesse es nicht kategorich aus - was ich aber müsste, wenn ich danach gehe was hier geschrieben wird, nämlich - Homöopathie wirkt nicht und Zucker oder Wasser (Alkohol) in den verabreichten Mengen tötet nicht... oder nun plötzlich doch???

Vielleicht sollte man sich erstmal für eine Variante entscheiden... solange man das nicht kann, darf man sich gerne selber als inkompetent, ignorant, verantwortungslos bezeichnen - solange man hier versucht alles mögliche bzw unmögliche miteinander zu kombinieren nur um die Homöopathie im Speziellen schlecht zu machen, ist das Ergebnis recht dürftig.

... und ja, die von dir aufgezeigten Wirkstoffe wirken tatsächlich - und sie töten auch tatsächlich - beides ist nachgewiesen - offenbar muss das so sein - nur was auch töten kann, kann helfen?

.. und nein, ich bin nicht gegen die Einnahme dieser Wirkstoffe - sie helfen ja auch und das wohl auch überwiegend.
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Re: Homöopathie

Beitragvon Dark Angel » Mi 21. Jul 2010, 13:55

Pandora hat geschrieben:Willst du mich anstänkern oder diskutieren???

Denk was Du willst.

Pandora hat geschrieben:Ich habe sehr bewusst geschrieben, dass ich keine Todesfälle kenne, dass mir keine bekannt sind... ich schliesse es nicht kategorich aus - was ich aber müsste, wenn ich danach gehe was hier geschrieben wird, nämlich - Homöopathie wirkt nicht und Zucker oder Wasser (Alkohol) in den verabreichten Mengen tötet nicht... oder nun plötzlich doch???

Wasser, Alkohol, Zucker u.ä. sind nur die "Trägermittel" des jeweiligen "Wirkstoffs" und selbst die können durchaus tödlich sein - z.B. wenn man einen Diabetiker mit Zucker medikamentiert.
Und ja Homöopathie ist Scharlatanerie und Quacksalberei, weil sich jeder Homöopath nennen darf und an seinen Mitmenschen rumpfuschen, wenn die nur dumm genug sind.

Pandora hat geschrieben:Vielleicht sollte man sich erstmal für eine Variante entscheiden... solange man das nicht kann, darf man sich gerne selber als inkompetent, ignorant, verantwortungslos bezeichnen - solange man hier versucht alles mögliche bzw unmögliche miteinander zu kombinieren nur um die Homöopathie im Speziellen schlecht zu machen, ist das Ergebnis recht dürftig.

Aha man soll sich für eine Variante entscheiden?!
Aaalso wenn jemand, der NICHt über die notwendigen medizinischen Grundkenntnisse/Grundlagenstudium verfügt, sich Homöopath nennt und eine Praxis eröffnet, IST er verantwortungslos UND inkompetent.
Ich habe keineswegs alles mögliche und unmögliche miteinander kombiniert. Genau aus dem Grund habe ich gleich als ersten Satz geschrieben: Bitte Homöopathie NICHT mit Naturheilkunde verwechseln! (extra noch mal hervorgehoben: NICHT)
Während jeder sich Homöopath schimpfen darf, auch ohn e die geringste Ahnung von Medizin zu haben, sind Leute, die sich mit Naturheilkunde beschäftigen i.d.R. aprobierte Ärzte, sind zunehmend Kliniken und Institute die in diese Richtung forschen.
Während die Wirksamkeit der Naturheilkunde/Naturmedizin sehr wohl wissenschaftlich nachgewiesen/nachweisbar ist, ist das bei der Homöopathie eben nicht der Fall - Pech für die Homöopathie.
Und wenn der Homöopath mit seiner Inkompetenz erst mal verpuschen darf, was dann die "Schulmedizin" mühsam wieder in Ordnung bringen muss, darf man sehr wohl deren Macken aufdecken. Ergebnis dürftig? Wohl eher nicht!

Pandora hat geschrieben:... und ja, die von dir aufgezeigten Wirkstoffe wirken tatsächlich - und sie töten auch tatsächlich - beides ist nachgewiesen - offenbar muss das so sein - nur was auch töten kann, kann helfen?

Richtig, die von mir genannten Substanzen können auch tödlich sein - die Dosis machts. Und deshalb sollte man eben ganz genau wissen WAS WIE wirkt und WIEVIEL davon und das ganz ohne Hokuspokus.
Nein nicht was töten kann, kann helfen. Die beiden Substanzen sind mir nur spontan eingefallen. Hätte genausogut die medizinisch wirksamen Inhaltsstoffe der Gmeinen Scharfgarbe, des Kalmus oder der Großen Brennessel nennen können, selbst die werden synthetisch hergestellt. Die sind NICHT tödlich, nichtsdestotrotz sehr wirksam.

Pandora hat geschrieben:.. und nein, ich bin nicht gegen die Einnahme dieser Wirkstoffe - sie helfen ja auch und das wohl auch überwiegend.

Hast sicher schon mal Kopfschmerzen gehabt und Aspirin genommen - Acetylsalizylsäure ist da der Hauptwirkstoff, kommt in der Natur in der Weidenrinde und im Mädesüß vor, letzteres übrigens eine wunderschön blühende Sumpfpflanze und Digitoxin wird bei Erkrankung der Herzkranzgefäße verabreicht und ja da hilft das Zeug. Manch einer lebt damit schon 20 Jahre und länger.
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Re: Homöopathie

Beitragvon yogi61 » Mi 21. Jul 2010, 14:31

Die Weidenrinde ist ein recht schönes Beispiel. Man hört oft den Satz "Ich nehme nicht gerne Tabletten" aber Salicylsäure ist nun einmal in der Pflanze enthalten und auch in verschiedenen Konzentrationen nachzuweisen und da sind wir schon bei dem Punkt der verschiedenen Konzentrationen. Wer sich jemals einen Tee aus Nachtschattengeächsen brauen wollte,weiss wie schwierig es ist,eine psychedelische Substanz zu gewinnen ohne sich schwer zu vergiften oder sie besserenfalls keine Wirkung zeigt. Medikamente mit ASS bekommt man wenn man ein wenig schaut praktisch nachgeschmissen,es muss ja nicht immer das Prämiumprodukt sein,es sei denn man hält Aktien der Firma. Die Präparate haben einen sehr hohen Standard und immer den gleichen Wirkstoffgehalt,der es einem ermöglicht auch als Laie eine Selbstmedikamentation im vernünftigen Rahmen vorzunehmen und deswegen ist ein Verschleierung durch Naturheilmittel,die von Laien abgegeben werden auch abzulehnen. Auch wenn es hier um Homöopathie geht,sollte man bedenken,dass bei vielen Heilpraktikern die Grenzen hin zu Naturheilmitteln fliessend sind.

Homöopathie allein, ist in der Regel ungefährlich und wirkungslos.
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Re: Homöopathie

Beitragvon Chlorobium » Mi 21. Jul 2010, 14:50

yogi61 hat geschrieben:Homöopathie allein, ist in der Regel ungefährlich und wirkungslos.

Es hat sehrwohl eine Wirkung, die geht aber über den Placeboeffekt nicht hinaus.

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Re: Homöopathie

Beitragvon yogi61 » Mi 21. Jul 2010, 14:58

Chlorobium hat geschrieben:Es hat sehrwohl eine Wirkung, die geht aber über den Placeboeffekt nicht hinaus.

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Es muss keine Wirkung eintreten,viele Menschen verspüren nicht einmal den Placeboeffekt.
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Re: Homöopathie

Beitragvon Dark Angel » Mi 21. Jul 2010, 15:48

yogi61 hat geschrieben:Die Weidenrinde ist ein recht schönes Beispiel. Man hört oft den Satz "Ich nehme nicht gerne Tabletten" aber Salicylsäure ist nun einmal in der Pflanze enthalten und auch in verschiedenen Konzentrationen nachzuweisen und da sind wir schon bei dem Punkt der verschiedenen Konzentrationen. Wer sich jemals einen Tee aus Nachtschattengeächsen brauen wollte,weiss wie schwierig es ist,eine psychedelische Substanz zu gewinnen ohne sich schwer zu vergiften oder sie besserenfalls keine Wirkung zeigt. Medikamente mit ASS bekommt man wenn man ein wenig schaut praktisch nachgeschmissen,es muss ja nicht immer das Prämiumprodukt sein,es sei denn man hält Aktien der Firma. Die Präparate haben einen sehr hohen Standard und immer den gleichen Wirkstoffgehalt,der es einem ermöglicht auch als Laie eine Selbstmedikamentation im vernünftigen Rahmen vorzunehmen und deswegen ist ein Verschleierung durch Naturheilmittel,die von Laien abgegeben werden auch abzulehnen. Auch wenn es hier um Homöopathie geht,sollte man bedenken,dass bei vielen Heilpraktikern die Grenzen hin zu Naturheilmitteln fliessend sind.

Homöopathie allein, ist in der Regel ungefährlich und wirkungslos.

Die Entdeckung der Wirkstoffe bzw der Wirkungsweise bestimmter Pflanzen und ihrer Inhaltsstoffe geschah mehr oder weniger zufällig. Ihre Anwendung basiert auf jahrzehntelanger Beobachtung und Weitergabe der Erkenntnisse über Generationen. Interessant dabei ist, wie versucht wurde, diese Inhaltsstoffe in möglichst reiner Form zu gewinnen, um so eine genaue Dosierung zu erreichen - praktisch die Ururur...ahnen der modernen Pharmakologie.
Nur mit den heutigen Naturheilpraktikern hatten diese Leute recht wenig zu tun, strebten sie doch nach immer neuen Erkenntnissen und beschritten dabei auch Wege, die sich in nichts von modernen Forschungsmethoden unterschieden, während Homöopathen und Heilpraktiker mehr oder weniger altes Wissen und Kenntnisse konservieren bzw unverändert darauf zurück greifen.
Da is nix mit neuen Erkenntnissen. Die werden an Universitätskliniken, in Forschungsinstituten etc gewonnen auch hinsichtlich längst vergessener Methoden und Planzen.
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Re: Homöopathie

Beitragvon Pandora » Mi 21. Jul 2010, 23:34

Dark Angel hat geschrieben:Die Entdeckung der Wirkstoffe bzw der Wirkungsweise bestimmter Pflanzen und ihrer Inhaltsstoffe geschah mehr oder weniger zufällig. Ihre Anwendung basiert auf jahrzehntelanger Beobachtung und Weitergabe der Erkenntnisse über Generationen. Interessant dabei ist, wie versucht wurde, diese Inhaltsstoffe in möglichst reiner Form zu gewinnen, um so eine genaue Dosierung zu erreichen - praktisch die Ururur...ahnen der modernen Pharmakologie.
Nur mit den heutigen Naturheilpraktikern hatten diese Leute recht wenig zu tun, strebten sie doch nach immer neuen Erkenntnissen und beschritten dabei auch Wege, die sich in nichts von modernen Forschungsmethoden unterschieden, während Homöopathen und Heilpraktiker mehr oder weniger altes Wissen und Kenntnisse konservieren bzw unverändert darauf zurück greifen.
Da is nix mit neuen Erkenntnissen. Die werden an Universitätskliniken, in Forschungsinstituten etc gewonnen auch hinsichtlich längst vergessener Methoden und Planzen.


Interessant - ich kenne kaum Ärzte, die mit Naturheilverfahren allgemein arbeiten - dafür einige, die neben der Schulmedizin mit Homöopathie arbeiten - andersrum kenne ich keinen Heilpraktiker, der ausschliesslich mit Homöoapthie arbeitet - sehrwohl aber ne Menge, die ne ganze Latte an Naturheilverfahren anwenden - keine Ahnung, wo du deine Meinung her hast, dass Heilpraktiker nur altes Wisssen konservieren - diese Annahme ist jedoch komplett falsch!

Viele Heilpraktiker, die ich kenne haben sehrwohl auch Universitäten besucht und wenn nur als Gasthörer oder kommen aus anderen medizinischen Bereichen (z. B. Krankenpflege, Rettungsdienst) - ich selbst habe mir zwar alles zur Naturheilkunde über Bücher und Heilpraktiker (und meine Hausärztin) beigebracht/beibringen lassen, die medizinischen Grundkenntnisse (Physiologie, Anatomie usw) habe ich im Rettungsdienst und an einer Klinik gelernt.

Die meisten Heilpraktiker die ich kenne bilden sich stetig weiter, immer orientiert an den neuesten medizinischen Erkenntnissen und verbinden dies dann mit den vielfältigen alternativen Heilmethoden - sei es Phytotherapie, Osteopathie, TCM, Schüssler, Blutegeltherapie usw usf und eben auch Homöopathie.
Zuletzt geändert von Pandora am Mi 21. Jul 2010, 23:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Homöopathie

Beitragvon USA TOMORROW » Mi 21. Jul 2010, 23:41

Pandora hat geschrieben:Die meisten Heilpraktiker die ich kenne bilden sich stetig weiter, immer orientiert an den neuesten medizinischen Erkenntnissen

Dann dürften sie keine Homöopathie anwenden, beweisen doch alle wissenschaftlichen Studien, dass diese wirkungslos sind.
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