Schach

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Re: Schach

Beitragvon Fliege » Fr 1. Mär 2019, 13:40

Sören74 hat geschrieben:(01 Mar 2019, 01:42)
Schön wenn man so offen zu seinen Bildungslücken stehen kann. ;)

Es freut mich andererseits, dass nun auch Untätigkeit als sportliche Betätigung in Betracht kommt. :-)
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Re: Schach

Beitragvon Sören74 » Fr 1. Mär 2019, 19:23

Fliege hat geschrieben:(01 Mar 2019, 13:40)

Es freut mich andererseits, dass nun auch Untätigkeit als sportliche Betätigung in Betracht kommt. :-)


Wenn Du von Untätigkeit sprichst, scheinst Du vielleicht etwas anderes als Schach im Wettkampfmodus zu meinen. :)
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Re: Schach

Beitragvon Dampflok94 » Di 5. Mär 2019, 18:23

Ist Schach Sport? Man könnte es sich einfach machen und einfach darauf verweisen, daß der Dt. Schachbund Mitglied des DOSB ist und damit als Sport anerkannt. Gestritten wurde darüber aber schon immer. Hier mal aus einer Rede von Willy Weyer (damals Vors. des Dt. Sportbundes) anläßlich des 100jährigen Bestehens des Dt. Schachbundes 1977:
...Als der Deutsche Sportbund am 10. Dezember 1950 in Hannover gegründet wurde, drang Ihr damaliger Präsident Czaya mit seinem Plädoyer auf Aufnahme des Deutschen Schachbundes in den DSB nicht durch. "Zugegeben," beschwor er damals seine Widersacher, "Schach ist zwar keine körperliche Ertüchtigung, aber mit unseren Zielen des Wettkampfes, der Leistung und der internationalen Regeln fühlen wir uns dem Sport doch eng verbunden, denn schließlich geht der Sport mit dem geistigen Prinzip seiner höchsten Leistungen selbst weit über das hinaus, was man landläufig unter körperlicher Ertüchtigung versteht."

Wenn der Deutsche Schachbund dann später in den DSB aufgenommen wurde, muss das nicht bedeuten, dass damit Präsident Czayas weise Voraussicht inzwischen allgemeine Erkenntnis geworden ist. ...

Und auch bei anderen Sportarten steht die körperliche Betätigung nicht gerade im Vordergrund. Man denke an Billard. Die bewegen sich zwar zweifelsohne mehr als Schachspieler, aber mit hechelnder Zunge habe ich die auch noch nicht erlebt. ;)

Die Bridge-Spieler wollten ihr Spiel übrigens auch als Sport anerkennen lassen, sind damit aber gescheitert. :(

Auf Spitzenniveau ist diese Frage sowieso entschieden. Alle Spitzenspieler treiben auch "körperlichen" Sport. Denn wer nicht fit ist, hat in Turnieren wenig Chancen. Dazu schlaucht die körperliche Anstrengung einer intensiven Partie einfach zu viel. (Übrigens auch der Grund für manch ein Kurzremis.)
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Re: Schach

Beitragvon Fliege » Di 5. Mär 2019, 19:13

Dampflok94 hat geschrieben:(05 Mar 2019, 18:23)

Ist Schach Sport? Man könnte es sich einfach machen und einfach darauf verweisen, daß der Dt. Schachbund Mitglied des DOSB ist und damit als Sport anerkannt. Gestritten wurde darüber aber schon immer. Hier mal aus einer Rede von Willy Weyer (damals Vors. des Dt. Sportbundes) anläßlich des 100jährigen Bestehens des Dt. Schachbundes 1977:

Und auch bei anderen Sportarten steht die körperliche Betätigung nicht gerade im Vordergrund. Man denke an Billard. Die bewegen sich zwar zweifelsohne mehr als Schachspieler, aber mit hechelnder Zunge habe ich die auch noch nicht erlebt. ;)

Die Bridge-Spieler wollten ihr Spiel übrigens auch als Sport anerkennen lassen, sind damit aber gescheitert. :(

Auf Spitzenniveau ist diese Frage sowieso entschieden. Alle Spitzenspieler treiben auch "körperlichen" Sport. Denn wer nicht fit ist, hat in Turnieren wenig Chancen. Dazu schlaucht die körperliche Anstrengung einer intensiven Partie einfach zu viel. (Übrigens auch der Grund für manch ein Kurzremis.)

Ich möchte meinen, der Umstand, dass man neben einer spielerischen Betätigung wie Schach, Billard, Bridge auch Sport treibt, um beim Spielen fit zu sein, zeigt doch schön, dass solcherlei Spielen gerade kein Sport ist.
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Re: Schach

Beitragvon Dampflok94 » Di 5. Mär 2019, 21:44

Fliege hat geschrieben:(05 Mar 2019, 19:13)

Ich möchte meinen, der Umstand, dass man neben einer spielerischen Betätigung wie Schach, Billard, Bridge auch Sport treibt, um beim Spielen fit zu sein, zeigt doch schön, dass solcherlei Spielen gerade kein Sport ist.

Das ist ja nun ein Schlu0ß, den ich nicht nachvollziehen kann. Wenn Schachspieler tgl. 8 Stunden ausschließlich vor den 64 Felden grübeln würden, könnte ich das ja noch verstehen. Aber so?

Gibt es ja auch wo anders. Man denke ans Kugelstoßen. Im eigentlichen Wettkampf passiert nicht viel. Man geht in den Ring, stößt die Kugel, das war es auch schon. Die dürften kaum außer Atem kommen. Sieht aber im Training sicherlich ganz anders aus.

Oder denk mal an den Rennsport. Körperlich sehr belastend trotz fehlender Bewegung. Bestreitet auch kaum einer die Sporteigenschaft.

Schach ist ein Wettkampf wie viele andere Sportarten auch. Es gehorcht Regeln, wie andere Sportarten auch. Natürlich kann man Sport auch alleine betreiben ohne Wettkampf. Macht jeder Jogger. Aber Volleyball alleine bringt es wohl nicht so. ;)
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Re: Schach

Beitragvon Fliege » Di 5. Mär 2019, 23:29

Dampflok94 hat geschrieben:(05 Mar 2019, 21:44)
Das ist ja nun ein Schlu0ß, den ich nicht nachvollziehen kann. Wenn Schachspieler tgl. 8 Stunden ausschließlich vor den 64 Felden grübeln würden, könnte ich das ja noch verstehen. Aber so?

Gibt es ja auch wo anders. Man denke ans Kugelstoßen. Im eigentlichen Wettkampf passiert nicht viel. Man geht in den Ring, stößt die Kugel, das war es auch schon. Die dürften kaum außer Atem kommen. Sieht aber im Training sicherlich ganz anders aus.

Oder denk mal an den Rennsport. Körperlich sehr belastend trotz fehlender Bewegung. Bestreitet auch kaum einer die Sporteigenschaft.

Schach ist ein Wettkampf wie viele andere Sportarten auch. Es gehorcht Regeln, wie andere Sportarten auch. Natürlich kann man Sport auch alleine betreiben ohne Wettkampf. Macht jeder Jogger. Aber Volleyball alleine bringt es wohl nicht so. ;)

Warum legen Schachspieler überhaupt so großen Wert darauf, einen Sport zu betreiben? Soll das deren Selbstwertgefühl oder deren Image steigern?
Und ginge es in erster Linie um Regelhaftigkeit, müsste auch die Bundestagswahl ein Sport sein.

Doch wegen mir können die Schachspieler sich gern auch Sportler nennen. Ich nennen mich dann ab jetzt auch Schlafsporter, Esssportler, Telefonsportler und Busfahrsportler. :-)
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Re: Schach

Beitragvon Dampflok94 » Mi 6. Mär 2019, 09:20

Fliege hat geschrieben:(05 Mar 2019, 23:29)

Warum legen Schachspieler überhaupt so großen Wert darauf, einen Sport zu betreiben? Soll das deren Selbstwertgefühl oder deren Image steigern?
Und ginge es in erster Linie um Regelhaftigkeit, müsste auch die Bundestagswahl ein Sport sein.

Doch wegen mir können die Schachspieler sich gern auch Sportler nennen. Ich nennen mich dann ab jetzt auch Schlafsporter, Esssportler, Telefonsportler und Busfahrsportler. :-)

Wie viel Wert der einzelne Schachspieler darauf legt, kann ich nicht beurteilen. Es ist schlicht eine Selbstverständlichkeit.

Und was Du so als Sport bezeichnest oder nicht ist nett aber irrelevant. Gilt auch für mich. Relevant ist die Realität. Und da ist Schach nun mal Sport.
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Re: Schach

Beitragvon Fliege » Mi 6. Mär 2019, 10:59

Dampflok94 hat geschrieben:(06 Mar 2019, 09:20)
Es ist schlicht eine Selbstverständlichkeit.

Wie kann das sein, wenn wir uns gerade darüber unterhalten, ob und, falls ja, warum, und falls nein, warum nicht?

Sport besteht in einer sportarttypischen körperlichen Betätigung von doch einigermaßen erheblicher Belastungsstärke.
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Re: Schach

Beitragvon Dampflok94 » Mi 6. Mär 2019, 17:58

Fliege hat geschrieben:(06 Mar 2019, 10:59)
Sport besteht in einer sportarttypischen körperlichen Betätigung von doch einigermaßen erheblicher Belastungsstärke.

Das ist deine Definition und deswegen magst Du Schach nicht als Sport sehen. Dein gutes Recht. Ist halt offiziell aber nun mal anders. Da ist Schach halt Sport, so wie einiges andere was einen sehr überschaubaren Grad körperlicher Betätigung beinhaltet. Gar nicht zu reden vom aufkommenden E-Sport.

Es ist halt eine sehr subjektive Frage, die man zu unterschiedlichen Zeiten auch unterschiedlich beantwortet hat. Und unsere Ansichten sind da eben auch unterschiedlich.

Wenigstens hat Schach seine eigene Olympiade ;)
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Re: Schach

Beitragvon Fliege » Mi 6. Mär 2019, 18:01

Dampflok94 hat geschrieben:(06 Mar 2019, 17:58)
[...] wie einiges andere was einen sehr überschaubaren Grad körperlicher Betätigung beinhaltet. Gar nicht zu reden vom aufkommenden E-Sport.

Um sportliche Betätigung zu verulken, ist E-"Sport" geradezu ein Geschenk des Himmels. :D
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Re: Schach

Beitragvon Sören74 » Mi 6. Mär 2019, 18:07

Fliege hat geschrieben:(06 Mar 2019, 10:59)

Sport besteht in einer sportarttypischen körperlichen Betätigung von doch einigermaßen erheblicher Belastungsstärke.


Ich finde, dann sollte man auch dazu schreiben, von welcher Belastungsstärke man spricht. Von einer physischen oder einer psychischen. Dabei ist der psychische Aspekt beim Sport nicht unerheblich. Ich würde sogar sagen, dass macht insbesondere Sport aus.
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Re: Schach

Beitragvon Fliege » Mi 6. Mär 2019, 20:05

Sören74 hat geschrieben:(06 Mar 2019, 18:07)
Ich finde, dann sollte man auch dazu schreiben, von welcher Belastungsstärke man spricht. Von einer physischen oder einer psychischen. Dabei ist der psychische Aspekt beim Sport nicht unerheblich. Ich würde sogar sagen, dass macht insbesondere Sport aus.

Wir gründen neue Sportarten:
Mobbingsport, Gefängnissport, Prüfungsstresssport, Bewerbungsgesprächssport.

Das gibt eine richtig inflationäre Entwicklung - weiter so! ;-)
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Re: Schach

Beitragvon Sören74 » Mi 6. Mär 2019, 20:14

Fliege hat geschrieben:(06 Mar 2019, 20:05)

Wir gründen neue Sportarten:
Mobbingsport, Gefängnissport, Prüfungsstresssport, Bewerbungsgesprächssport.

Das gibt eine richtig inflationäre Entwicklung - weiter so! ;-)


Gibt es für die eigene Vereine, einen übergeordneten Verband, ein Regelwerk und Wettbewerbe?
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Re: Schach

Beitragvon Kritikaster » Mi 6. Mär 2019, 20:19

Fliege hat geschrieben:(06 Mar 2019, 10:59)

Wie kann das sein, wenn wir uns gerade darüber unterhalten, ob und, falls ja, warum, und falls nein, warum nicht?

Sport besteht in einer sportarttypischen körperlichen Betätigung von doch einigermaßen erheblicher Belastungsstärke.

Machen wir es kurz:
Wer dem Turnierspieler seine hohe körperliche Anstrengung bestreitet, der weiß nicht, wovon er spricht. Viele Untersuchungen weisen nach, dass Herz, Atemfrequenz, Blutdruck und Hautreaktion hohen Belastungen unterworfen sind, und enorme Gewichtsverluste während eines Turniers auftreten, so dass auch für Schachspieler eine bestimmte Lebensweise mit regelmäßigem Training, Ausübung anderer Ausgleichssportarten und gesunde Ernährung notwendig ist. Es kann deshalb nicht überraschen, dass hervorragende Schachspieler auch Meister in anderen Sportarten gewesen sind. https://www.schachbund.de/schach-als-sport.html
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Re: Schach

Beitragvon Fliege » Mi 6. Mär 2019, 20:24

Kritikaster hat geschrieben:(06 Mar 2019, 20:19)
Machen wir es kurz:
"Wer dem Turnierspieler seine hohe körperliche Anstrengung bestreitet, der weiß nicht, wovon er spricht. [...]"

Das ist schön zu hören.

Ausgangspunkt war diese Klage:
Sören74 hat geschrieben:Schach wird leider nicht in das Olympische Programm für die Spiele 2024 in Paris aufgenommen. Schade eigentlich. 100 Jahre nach der Gründung des Weltschachverbands in Paris.

Ich habe die Klage abgewiesen wie schon das IOC. Im übrigen hat Schach so die Chance gewahrt, nicht in IOC-Machenschaften verwickelt zu werden. ;-)
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Re: Schach

Beitragvon Kritikaster » Mi 6. Mär 2019, 20:42

Fliege hat geschrieben:(06 Mar 2019, 20:24)

Das ist schön zu hören.

Ausgangspunkt war diese Klage: ...

Und Ausgangspunkt meiner Antwort war Dein, auf offensichtlicher Unkenntnis beruhendes, Beharren auf der Behauptung, dass (nach den von Dir selbst genannten Kriterien) Schach mit Sport nichts zu tun habe.

Das ist mit meiner Antwort jetzt eindeutig widerlegt, und damit kann dieser Aspekt der Diskussion ad acta gelegt werden. :cool:
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Re: Schach

Beitragvon Der General » Do 7. Mär 2019, 01:58

Die Frage ob Schach, Sport ist oder nicht, ist eine Uralte Frage die immer wieder gestellt wird und durchaus auch berechtigt ist.

Das Problem ist, dass diese Frage ausschließlich nur von denjenigen gestellt wird, die keinen blassen Schimmer haben worum es eigentlich genau geht. Es ist völlig Natürlich für einen Betrachter zu meinen, da sitzen bloß Stundenlang zwei Spieler Gegenüber und kaum etwas passiert, was absolut nichts mit Sport zu tun haben kann.

Selbst wenn man das Spiel erlernt, die Regeln als Anfänger versteht usw., weiß man immer noch nicht wirklich worum es eigentlich geht, weil das Ganze sehr komplex ist und es viele Stunden benötigt um es auch nur ansatzweise zu verstehen.

In einer Schachpartie laut der Wissenschaft, wird fast genauso viel und häufig Adrenalin ausgeschüttet wie bei einem Fußballspieler der ein Tor geschossen hat ! Das Herzkreislaufsystem (Hoher Blutdruck, erhöhter Puls) wird bei einer Schachpartie enorm strapaziert und es ist ein Fakt, dass Profi Schachspieler bei einem Turnier über mehrere Tage bis zu 5 Kg Körpergewicht verlieren. Hinzukommen 8 bis 12 Stunden tägliches (Denk) Training.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein Fußballspiel genauso anstrengend sein kann wie ein Schachspiel bzw. Turnier ! Ich war lange Jahre im Leistungssport Aktiv. Viermal in der Woche Training + Fußballspiel am Wochenende und das nicht in der Kreisliga. Erst später, bis dahin eher weniger nur Parallel, widmete ich mich Intensiver dem Schach.

Nach einer 5 bis 6 Stündigen Partie oder einem "Blitz" Turnier, war ich am Abend genauso "Platt" wie damals bei einem Fußballspiel !

Also, Selbstverständlich ist Schach eine Sportart, im Gegensatz zu manch anderer, könnte man diese sogar ohne weiteres als Hochleistungssport bezeichnen. Leider versteht man das allerdings nur, wenn man weiß worum es geht und einigermaßen selbst Ambitioniert Schach betreibt.

Ich denke, jeder der hier schon mal eine Vereinsmeisterschaft gespielt hat und bei einer Partie in Gewinnstellung bei enormer Zeitnot unter Druck stand, kann mir zustimmen oder ? :D ;)

grüsse
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Re: Schach

Beitragvon Kritikaster » Do 7. Mär 2019, 06:06

Der General hat geschrieben:(07 Mar 2019, 01:58)

Die Frage ob Schach, Sport ist oder nicht, ist eine Uralte Frage die immer wieder gestellt wird und durchaus auch berechtigt ist.

Das Problem ist, dass diese Frage ausschließlich nur von denjenigen gestellt wird, die keinen blassen Schimmer haben worum es eigentlich genau geht. Es ist völlig Natürlich für einen Betrachter zu meinen, da sitzen bloß Stundenlang zwei Spieler Gegenüber und kaum etwas passiert, was absolut nichts mit Sport zu tun haben kann.

Selbst wenn man das Spiel erlernt, die Regeln als Anfänger versteht usw., weiß man immer noch nicht wirklich worum es eigentlich geht, weil das Ganze sehr komplex ist und es viele Stunden benötigt um es auch nur ansatzweise zu verstehen.

In einer Schachpartie laut der Wissenschaft, wird fast genauso viel und häufig Adrenalin ausgeschüttet wie bei einem Fußballspieler der ein Tor geschossen hat ! Das Herzkreislaufsystem (Hoher Blutdruck, erhöhter Puls) wird bei einer Schachpartie enorm strapaziert und es ist ein Fakt, dass Profi Schachspieler bei einem Turnier über mehrere Tage bis zu 5 Kg Körpergewicht verlieren. Hinzukommen 8 bis 12 Stunden tägliches (Denk) Training.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein Fußballspiel genauso anstrengend sein kann wie ein Schachspiel bzw. Turnier ! Ich war lange Jahre im Leistungssport Aktiv. Viermal in der Woche Training + Fußballspiel am Wochenende und das nicht in der Kreisliga. Erst später, bis dahin eher weniger nur Parallel, widmete ich mich Intensiver dem Schach.

Nach einer 5 bis 6 Stündigen Partie oder einem "Blitz" Turnier, war ich am Abend genauso "Platt" wie damals bei einem Fußballspiel !

Also, Selbstverständlich ist Schach eine Sportart, im Gegensatz zu manch anderer, könnte man diese sogar ohne weiteres als Hochleistungssport bezeichnen. Leider versteht man das allerdings nur, wenn man weiß worum es geht und einigermaßen selbst Ambitioniert Schach betreibt.

Ich denke, jeder der hier schon mal eine Vereinsmeisterschaft gespielt hat und bei einer Partie in Gewinnstellung bei enormer Zeitnot unter Druck stand, kann mir zustimmen oder ? :D ;)

grüsse

Volle Zustimmung: Wie immer schreien die Ahnungslosen am lautesten, anstatt sich zum Thema mal schlau zu machen.
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Re: Schach

Beitragvon Fliege » Do 7. Mär 2019, 15:09

Kritikaster hat geschrieben:(06 Mar 2019, 20:42)
Und Ausgangspunkt meiner Antwort war Dein, auf offensichtlicher Unkenntnis beruhendes, Beharren auf der Behauptung, dass (nach den von Dir selbst genannten Kriterien) Schach mit Sport nichts zu tun habe.

Wird der Begriff "offensichtlich" verwendet, sollte man misstrauisch werden.
Jedenfalls hat das IOC von einer Sportzuschreibung ans Schachspiel (und ans Spielen von Bridge, Maumau, Skat) abgesehen. :-)
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Re: Schach

Beitragvon Dampflok94 » Do 7. Mär 2019, 15:16

Fliege hat geschrieben:(07 Mar 2019, 15:09)
Jedenfalls hat das IOC von einer Sportzuschreibung ans Schachspiel (und ans Spielen von Bridge, Maumau, Skat) abgesehen. :-)

Nein, das hat das IOC nicht. Es hat Schach nur nicht in das olympische Programm aufgenommen. Das gilt für viele andere Sportarten auch. Die machen deswegen ihre eigene Veranstaltung. Nämlich die World Games. Manches davon ehemalige olympische Disziplinen. Das IOC bestimmt nicht was Sport ist sondern nur wer an den olympischen Spielen teilnehmen kann.
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