Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

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Eulenwoelfchen

Re: Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

Beitragvon Eulenwoelfchen » Fr 25. Dez 2020, 11:00

DarkLightbringer hat geschrieben:(25 Dec 2020, 09:44)
...

Der RBB befindet, Dieter Nuhrs Meinung zu einem Buchtitel, die er in seiner Sendung äußert, wäre von der Kunstfreiheit abgedeckt - was dem RBB wiederum ein hohes Gut sei....


Was wollen Sie denn damit belegen?

In unseren Land werden noch ganz andere Sachen als Kunst- bzw, Meinungsfreiheit abgedeckt. Sogar gerichtlich, nicht nur
rbb-meinungstechnisch:

https://www.tagesspiegel.de/berlin/renate-kuenast-beleidigt-teilerfolg-fuer-gruenen-politikerin-vor-berliner-landgericht/25456208.html
Einige der Äußerungen seien strafbar, nicht gerechtfertigt und unzulässig. Das teilte das Landgericht am Dienstag mit. Künasts Rechtsanwalt Severin Riemenschneider zeigte sich erfreut über diesen Erfolg, kritisierte allerdings auch: „Unverständlich bleibt, warum einige der Beleidigungen so stehen bleiben dürfen“, sagte der Frankfurter Anwalt.

So ist es nun zwar nicht mehr erlaubt, Künast als „Stück Scheiße“, „Drecks Fotze“, „Drecksau“ oder „Schlampe“ zu bezeichnen, wohl aber als „alte perverse Drecksau“, „altes grünes Drecksschwein“, und auch ein Kommentar wie „der wurde in den Kopf geschissen War genug Platz da kein Hirn vorhanden war/ist“ wurde als zulässig angesehen.
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Re: Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 25. Dez 2020, 11:16

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(25 Dec 2020, 11:00)

Was wollen Sie denn damit belegen?

In unseren Land werden noch ganz andere Sachen als Kunst- bzw, Meinungsfreiheit abgedeckt. Sogar gerichtlich, nicht nur
rbb-meinungstechnisch:

https://www.tagesspiegel.de/berlin/renate-kuenast-beleidigt-teilerfolg-fuer-gruenen-politikerin-vor-berliner-landgericht/25456208.html
Einige der Äußerungen seien strafbar, nicht gerechtfertigt und unzulässig. Das teilte das Landgericht am Dienstag mit. Künasts Rechtsanwalt Severin Riemenschneider zeigte sich erfreut über diesen Erfolg, kritisierte allerdings auch: „Unverständlich bleibt, warum einige der Beleidigungen so stehen bleiben dürfen“, sagte der Frankfurter Anwalt.

So ist es nun zwar nicht mehr erlaubt, Künast als „Stück Scheiße“, „Drecks Fotze“, „Drecksau“ oder „Schlampe“ zu bezeichnen, wohl aber als „alte perverse Drecksau“, „altes grünes Drecksschwein“, und auch ein Kommentar wie „der wurde in den Kopf geschissen War genug Platz da kein Hirn vorhanden war/ist“ wurde als zulässig angesehen.

Ja, ich weiß natürlich, dass die Gerichte nicht immer so entscheiden, dass es allen sympathisch sein könnte. Just das erste Künast-Urteil hatte viel Unverständnis ausgelöst.
Aber so ist der Rechtsstaat.
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Re: Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

Beitragvon ThorsHamar » Fr 25. Dez 2020, 11:18

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(24 Dec 2020, 16:52)

Genau da beginnt die Fragwürdigkeit, wenn man jemanden nicht an dem misst, was seine eigene, individuelle Meinung hergibt, sondern mit etwas zuviel Fantasie bei einer gezielten Unterstellung landet.
....

Im Ergebnis nehmen manche Diskussionsverläufe recht skurrile Wendungen:
Ausgerechnet die Kritiker der Elche sind selber welche. .....


:cool:
Das ist fein beobachtet.
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
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Re: Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 25. Dez 2020, 11:25

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(25 Dec 2020, 10:50)

Ich habe seinen Formfehler und seinen diesbezüglichen Gesamterguß im Original gesehen. Sie auch?
Also ersparen Sie mir wenigstens ihr clearasilgetränktes Wattebäuschchenbetupfen von Nuhr in diesem Fall.


Wünsche trotzdem einen guten Appetit zum Weihnachtsbraten. ;)

Die Literaturwissenschaft sagt klar, entscheidend ist immer, was gemeint ist, nicht der Tippfehler.
Das hieße, man kann schlecht den Formfehler isoliert betrachten, ohne dessen Korrektur zu vergegenwärtigen.

Aber wie gesagt, man kann auf allem Herumreiten, wenn Bedarf besteht, sei es eben auf dem Unterschied von "dieses" und "solches".

Hauptsache, der Weihnachtsbraten unterliegt keinem Kunstfehler.
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Re: Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

Beitragvon Eulenwoelfchen » Fr 25. Dez 2020, 11:30

DarkLightbringer hat geschrieben:(25 Dec 2020, 11:16)
Just das erste Künast-Urteil hatte viel Unverständnis ausgelöst.


Und wie steht's so bei Ihnen mit dem zweiten Urteilsspruch?

Ich finde ihn genauso unterirdisch wie den ersten. Gerade im Kontext des Threadthemas rund um Debattenkultur. Und kann entsprechend dieses Geplapper von unterdrückter oder beschnittener Meinungsfreiheit langsam nicht mehr hören oder für voll nehmen. (Aufrichtigkeit der Meinung sei das wichtigste Verhaltensgebot und Bereitchaft, herausfinden zu wollen, weshalb jemand "alte perverse Drecksau" zu Frau Künast sagt? Man müsse eben Respekt gegenüber der anderen Meinung haben...usw.)
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Re: Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 25. Dez 2020, 11:43

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(25 Dec 2020, 11:30)

Und wie steht's so bei Ihnen mit dem zweiten Urteilsspruch?

Ich finde ihn genauso unterirdisch wie den ersten. Gerade im Kontext des Threadthemas rund um Debattenkultur. Und kann entsprechend dieses Geplapper von unterdrückter oder beschnittener Meinungsfreiheit langsam nicht mehr hören oder für voll nehmen. (Aufrichtigkeit der Meinung sei das wichtigste Verhaltensgebot und Bereitchaft, herausfinden zu wollen, weshalb jemand "alte perverse Drecksau" zu Frau Künast sagt? Man müsse eben Respekt gegenüber der anderen Meinung haben...usw.)

Müsste ich mir genauer ansehen, insbesondere ob die formaljuristische Begründung dem Nicht-Juristen etwas sagt.
Kann schon sein, dass mir das Urteil dann nicht gefällt. Aber der Rechtsstaat gefällt mir.

Ein anderer Fall würde mir mehr sagen - der Freispruch für einen gewissen Tim K., der sich satirisch - bzw. abfällig - mit Staatssekretärin Chebli auseinandergesetzt hatte.
Das ist mithin ein Grund, weshalb ich meine, dass eine Verengung des Overton-Fensters nicht nur nichts bringt, sondern eher dusslig ist.
Entweder man macht handfeste Gesetze, die dann auch robust zur Handhabung gereichen würden, oder lässt aber den Klimbim.
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Re: Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 25. Dez 2020, 12:13

Zum zweiten Künast-Urteil:

Nach grober Übersicht sieht es so aus - von 22 beanstandeten Äußerungen sind 12 als Schmähung abgeräumt worden. Verbleiben 10, darunter sowas wie "geisteskrank", die deshalb als zulässige überspitzte Polemik gewertet werden, weil sich Personen des öffentlichen Lebens mehr gefallen lassen müssten als andere.

So ganz abwegig ist das ja auch nicht. Politiker kommen häufig zu Wort und haben auch die Mittel und Wege, ihre Message vorteilhaft zu präsentieren. Der Bürger hat da im allgemeinen weniger Möglichkeiten, von einer Waffengleichheit kann da wohl kaum gesprochen werden. Zum andern ist zu berücksichtigen, dass nicht jeder Bürger einen diplomatischen Umgang gewohnt ist, der Kommunikationsstil also gewissen Feinheiten entbehren kann, schon allein wegen fehlender Übung.
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Re: Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 25. Dez 2020, 12:41

Aussagen wie „alte perverse Drecksau“, „altes grünes Drecksschwein“, „der wurde in den Kopf geschissen War genug Platz da kein Hirn vorhanden war/ist“ sind für mich klare Beleidigungen, sowas geht gar nicht, ich kann auch nicht verstehen, warum das Gericht so etwas zulässt, Politiker hin oder her.
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Re: Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

Beitragvon Papaloooo » Fr 25. Dez 2020, 13:13

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(25 Dec 2020, 11:00)

Was wollen Sie denn damit belegen?

In unseren Land werden noch ganz andere Sachen als Kunst- bzw, Meinungsfreiheit abgedeckt. Sogar gerichtlich, nicht nur
rbb-meinungstechnisch:

https://www.tagesspiegel.de/berlin/renate-kuenast-beleidigt-teilerfolg-fuer-gruenen-politikerin-vor-berliner-landgericht/25456208.html
Einige der Äußerungen seien strafbar, nicht gerechtfertigt und unzulässig. Das teilte das Landgericht am Dienstag mit. Künasts Rechtsanwalt Severin Riemenschneider zeigte sich erfreut über diesen Erfolg, kritisierte allerdings auch: „Unverständlich bleibt, warum einige der Beleidigungen so stehen bleiben dürfen“, sagte der Frankfurter Anwalt.

So ist es nun zwar nicht mehr erlaubt, Künast als „Stück Scheiße“, „Drecks Fotze“, „Drecksau“ oder „Schlampe“ zu bezeichnen, wohl aber als „alte perverse Drecksau“, „altes grünes Drecksschwein“, und auch ein Kommentar wie „der wurde in den Kopf geschissen War genug Platz da kein Hirn vorhanden war/ist“ wurde als zulässig angesehen.

Es war ja eigentlich eine Reaktion auf Liberalisierungstendenzen von Sex mit Kindern der Grünen in den 80'ern.
Es ging damals in der Debatte im Parlament und Sexuelle und Physische Gewalt gegen Kinder und dann kam Künasts' Zwischenruf:
„Komma, wenn keine Gewalt im Spiel ist!“, welche quasi eine Relativierung darstellte.
Jenen zweiten Halbsatz welcher ihr von einem Blogger angehängt wurde
"(...), ist der Sex mit Kindern doch ganz ok. Ist mal gut jetzt.", hatte sie hingegen nie gesagt.
Im Mai 2019 untersagte das Landgericht Frankfurt dem Blogger, das falsche Zitat weiterhin zu veröffentlichen.

Im Nachhinein beteuert Künast, es sein ein Missverständnis, in der Debatte sei es gar nicht um Sex, sondern um Gewalt an Kindern gegangen.
Aber welchen Sinn macht denn der Satz "Gewalt gegen Kinder [komma, solang keine Gewalt in Spiel ist]." (!?)

Nein sie hat da wirklich mit Dreck am Stecken, kann sie sagen, was sie will.
Die Reaktion dieses Pöblers fördert allerdings auch nicht die Aufarbeitung.
Eigentlich sollte sie, und alle weiteren, der Grünen, die Sex mit Kindern damals liberalisieren wollten, ihre Beine in die Hand nehmen,
und die Politik schnellstmöglich verlassen,
sonst haben wir dort noch Zustände wie in der eigenen Katholischen Kirche!
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 25. Dez 2020, 13:43

Sex von Erwachsenen mit Kindern ist ein absolutes No Go und zwar in jeder Form, das kann man auch nicht als "liberal" verbrämen. Die Grünen haben da ihre eigene üble Historie aufzuarbeiten und damit tun sie sich extrem schwer, weil dann auch Ikonen wie Cohn-Bendit vom Sockel geholt werden müssten. Aber auch das rechtfertigt nicht diese Beschimpfungen und macht das Urteil auch nicht besser.
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Re: Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

Beitragvon Papaloooo » Fr 25. Dez 2020, 13:47

Tom Bombadil hat geschrieben:(25 Dec 2020, 13:43)

Sex von Erwachsenen mit Kindern ist ein absolutes No Go und zwar in jeder Form, das kann man auch nicht als "liberal" verbrämen. Die Grünen haben da ihre eigene üble Historie aufzuarbeiten und damit tun sie sich extrem schwer, weil dann auch Ikonen wie Cohn-Bendit vom Sockel geholt werden müssten. Aber auch das rechtfertigt nicht diese Beschimpfungen und macht das Urteil auch nicht besser.

Das hoffe ich, habe ich beides mit meinem letzten Beitrag auch zum Ausdruck gebracht.
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Re: Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 25. Dez 2020, 13:49

Das sollte auch kein Widerspruch auf deinen Beitrag sein ;)
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Re: Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 25. Dez 2020, 14:42

Gunnar Kaiser bringt es mal wieder auf den Punkt, Zitat:
Ich fühle mich persönlich nicht «gecancelt», weder durch Herrn Paqué noch generell. Am Strohmann-Argument der Verschwörungstheorie, das ich zurückweise, sehe ich aber die Heftigkeit des Gegenwinds. Die Arbeit mit inhaltsleeren Diffamierungsbegriffen besorgt mich.
https://www.nzz.ch/international/ein-st ... ld.1593530

Diesem Streitgespräch fehlt es nicht gerade an Pepp, dennoch wird ganz direkt zur Sache diskutiert. Hat ja auch was.
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Re: Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

Beitragvon Eulenwoelfchen » Fr 25. Dez 2020, 16:46

Papaloooo hat geschrieben:(25 Dec 2020, 13:13)

Es war ja eigentlich eine Reaktion auf Liberalisierungstendenzen von Sex mit Kindern der Grünen in den 80'ern.
Es ging damals in der Debatte im Parlament und Sexuelle und Physische Gewalt gegen Kinder und dann kam Künasts' Zwischenruf:
„Komma, wenn keine Gewalt im Spiel ist!“, welche quasi eine Relativierung darstellte.
Jenen zweiten Halbsatz welcher ihr von einem Blogger angehängt wurde
"(...), ist der Sex mit Kindern doch ganz ok. Ist mal gut jetzt.", hatte sie hingegen nie gesagt.
Im Mai 2019 untersagte das Landgericht Frankfurt dem Blogger, das falsche Zitat weiterhin zu veröffentlichen.

Im Nachhinein beteuert Künast, es sein ein Missverständnis, in der Debatte sei es gar nicht um Sex, sondern um Gewalt an Kindern gegangen.
Aber welchen Sinn macht denn der Satz "Gewalt gegen Kinder [komma, solang keine Gewalt in Spiel ist]." (!?)

Nein sie hat da wirklich mit Dreck am Stecken, kann sie sagen, was sie will.
Die Reaktion dieses Pöblers fördert allerdings auch nicht die Aufarbeitung.
Eigentlich sollte sie, und alle weiteren, der Grünen, die Sex mit Kindern damals liberalisieren wollten, ihre Beine in die Hand nehmen,
und die Politik schnellstmöglich verlassen,
sonst haben wir dort noch Zustände wie in der eigenen Katholischen Kirche!


Sie meinen wohl, ich lebe auch hier wie in anderen Fällen auf dem politischen Mond und bedürfe auch im Fall Künast genauso der Aufklärung wie etwa im Fall Nuhr? - Déjà vu...Sie sind jetzt ungefähr mein "drölfter" moralphilosophischer Oberbelehrungsversucher. Gratulation auch an Sie für diesen unnötigen Versuch.

Im übrigen haben ihre persönlich relativierenden Gerichtshofallüren nichts mit dem Gegenstand des Threadthemas und der Beahauptung zu tun, es würden Meinungsräume einseitig und unerfreulich besetzt und es könne nicht mehr gesagt werden, was "frei nach Grass gesagt werden muss". Das Gegenteil ist der Fall..

Sogar bis hin zu der Grenze so frei und ungehindert, bis ein Landgericht in FFM eine Grenze einzog.
Weil Meinungsfreiheit eben nicht vorverurteilende Mutmaßungen oder vorsätzliche Unterstellungen deckt oder legitimiert.

Schon gar nicht die Frage beantwortet wird, ob man innerhalb einer gesamtgesellschaftlichen Debattenkultur, wenigstens einen Funken Restanstand und Benehmen beherzigen oder sogar einfordern sollte. Damit auch klar erkennbar ist, dass eine Diskussionsrunde nicht nach den Regeln einer Horde von Brüllaffen laufen sollte, egal welches Thema politisch aufgearbeitet oder diskutiert wird.
Und vor allem Lügen oder gezielt verbreitete Unwahrheiten wie die des juristisch eingebremsten Bloggers oder des von mir beschriebenen Shoaleugners abzulehnen sind und auch keinerlei Grundlage bieten sollten, das Debattenverhalten und Benehmen auf absolutem Dumpfbackenniveau klein und lässlich zu reden, wie Sie das nun auch noch versuchen.

Vieles hier in der Diskussion um Debattenkultur dreht sich um jenen Kern, den die Userin Vongole zurecht ansprach: Es geht oftmals gar nicht um soviel, aber auch nicht weniger, als um Anstand.
Oder Reste davon. Und wie oder ob man diese ggf. wieder aufpäppeln sollte oder sogar müsste.

Aber Anstand scheint nicht mehr modern. Bekam Vongole sofort als antiquiert unter diese Nase gerieben.
Die Freiheit, jeden verbalen Dreck grenzenlos und ungehemmt absetzen zu können, steht über allem.
Und die Gründe, wie man dies rechtfertigen könnte, sind schier unerschöpflich.
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Re: Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

Beitragvon BlueMonday » Fr 25. Dez 2020, 16:56

Ja auch hier wieder exemplarisch, das Tabuholz wird immer wieder herausgeholt. Wer da einmal über die Tabugrenze gestolpert ist oder auch nur in den Verdacht der Nähe geraten ist, wird das Stigma nicht mehr los. Nur ärger noch die "Autobahn", über die wir immer noch fahren. Das geht gar nicht. In welchem Rahmen kann überhaupt noch diskutiert werden, ohne dass es gleich persönlich wird? Das muss dann wohl schon ein sehr beiläufiges bis irrelevantes Thema sein. Jedenfalls nichts annähernd Kontroverses, das Gefahr läuft, irgendwelche Tabus zu berühren.

Auch sei exemplarisch hier der Thread mit dem "Männerhass"-Buch genannt. Inhaltliche Auseinandersetzung mir dem Threadthema praktisch Fehlanzeige dort. Es geht vornehmlich um die Person des Threaderöffners, seine Motivation das Buch zum Thema zu machen, warum er damit ein Problem habe, dass mit ihm ja auch etwas nicht stimmen könne, wenn er Anstoß nimmt. Auch in anderen Bereichen geht es zunehmend darum, die Debatte eher zu unterbinden statt zu führen. Eine besonderer "Konservatismus" muss da am Werke sein. Ist doch alles gut, wie es ist. Wieso überhaupt auseinandersetzen? Wer Probleme sieht, ist selber das Problem, singt außerhalb des Kirchenchors unheilige Lieder, ist nicht normal, ist nicht gesund, sollte sich mal einen guten Therapeuten suchen. Klimarettung? Alles "Konsens". "Science settled." Corona? Alles schon gewusst, kein Dissens, abgesehen von ein paar "Querdenkern" sind sich alle einig. Querdenken überhaupt ein Unwort. Das sind eh Nazis. Und mit Nazis diskutiert man ohnehin nicht. Unter dieser Limbostange kriecht und siecht die übliche "Debatte".
Greif niemals in ein Wespennest, doch wenn du greifst, dann greife fest.
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Re: Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

Beitragvon Eulenwoelfchen » Fr 25. Dez 2020, 17:04

BlueMonday hat geschrieben:(25 Dec 2020, 16:56)

Ja auch hier wieder exemplarisch, das Tabuholz wird immer wieder herausgeholt. Wer da einmal über die Tabugrenze gestolpert ist oder auch nur in den Verdacht der Nähe geraten ist, wird das Stigma nicht mehr los. Nur ärger noch die "Autobahn", über die wir immer noch fahren. Das geht gar nicht. In welchem Rahmen kann überhaupt noch diskutiert werden, ohne dass es gleich persönlich wird? Das muss dann wohl schon ein sehr beiläufiges bis irrelevantes Thema sein. Jedenfalls nichts annähernd Kontroverses, das Gefahr läuft, irgendwelche Tabus zu berühren.

Auch sei exemplarisch hier der Thread mit dem "Männerhass"-Buch genannt. Inhaltliche Auseinandersetzung mir dem Threadthema praktisch Fehlanzeige dort. Es geht vornehmlich um die Person des Threaderöffners, seine Motivation das Buch zum Thema zu machen, warum er damit ein Problem habe, dass mit ihm ja auch etwas nicht stimmen könne, wenn er Anstoß nimmt. Auch in anderen Bereichen geht es zunehmend darum, die Debatte eher zu unterbinden statt zu führen. Eine besonderer "Konservatismus" muss da am Werke sein. Ist doch alles gut, wie es ist. Wieso überhaupt auseinandersetzen? Wer Probleme sieht, ist selber das Problem, singt außerhalb des Kirchenchors unheilige Lieder, ist nicht normal, ist nicht gesund, sollte sich mal einen guten Therapeuten suchen. Klimarettung? Alles "Konsens". "Science settled." Corona? Alles schon gewusst, kein Dissens, abgesehen von ein paar "Querdenkern" sind sich alle einig. Querdenken überhaupt ein Unwort. Das sind eh Nazis. Und mit Nazis diskutiert man ohnehin nicht. Unter dieser Limbostange kriecht und siecht die übliche "Debatte".


Ach, Sie sind also die moralphilosophe Höchstinstanz und Endstufe in Sachen Debattenkultur? Ich rätselte schon die ganze Zeit, wer das sein könnte.
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Re: Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

Beitragvon Papaloooo » Fr 25. Dez 2020, 17:26

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(25 Dec 2020, 16:46)

Sie meinen wohl, ich lebe auch hier wie in anderen Fällen auf dem politischen Mond und bedürfe auch im Fall Künast genauso der Aufklärung wie etwa im Fall Nuhr? - Déjà vu...Sie sind jetzt ungefähr mein "drölfter" moralphilosophischer Oberbelehrungsversucher. Gratulation auch an Sie für diesen unnötigen Versuch.

Im übrigen haben ihre persönlich relativierenden Gerichtshofallüren nichts mit dem Gegenstand des Threadthemas und der Beahauptung zu tun, es würden Meinungsräume einseitig und unerfreulich besetzt und es könne nicht mehr gesagt werden, was "frei nach Grass gesagt werden muss". Das Gegenteil ist der Fall..

Sogar bis hin zu der Grenze so frei und ungehindert, bis ein Landgericht in FFM eine Grenze einzog.
Weil Meinungsfreiheit eben nicht vorverurteilende Mutmaßungen oder vorsätzliche Unterstellungen deckt oder legitimiert.

Schon gar nicht die Frage beantwortet wird, ob man innerhalb einer gesamtgesellschaftlichen Debattenkultur, wenigstens einen Funken Restanstand und Benehmen beherzigen oder sogar einfordern sollte. Damit auch klar erkennbar ist, dass eine Diskussionsrunde nicht nach den Regeln einer Horde von Brüllaffen laufen sollte, egal welches Thema politisch aufgearbeitet oder diskutiert wird.
Und vor allem Lügen oder gezielt verbreitete Unwahrheiten wie die des juristisch eingebremsten Bloggers oder des von mir beschriebenen Shoaleugners abzulehnen sind und auch keinerlei Grundlage bieten sollten, das Debattenverhalten und Benehmen auf absolutem Dumpfbackenniveau klein und lässlich zu reden, wie Sie das nun auch noch versuchen.

Vieles hier in der Diskussion um Debattenkultur dreht sich um jenen Kern, den die Userin Vongole zurecht ansprach: Es geht oftmals gar nicht um soviel, aber auch nicht weniger, als um Anstand.
Oder Reste davon. Und wie oder ob man diese ggf. wieder aufpäppeln sollte oder sogar müsste.

Aber Anstand scheint nicht mehr modern. Bekam Vongole sofort als antiquiert unter diese Nase gerieben.
Die Freiheit, jeden verbalen Dreck grenzenlos und ungehemmt absetzen zu können, steht über allem.
Und die Gründe, wie man dies rechtfertigen könnte, sind schier unerschöpflich.

Menschen, die mich online Siezen, sind mir etwas suspekt.
Nein, zur ersten Frage, das meinte ich nicht.

Und ebenfalls schrieb ich ja:
"Die Reaktion dieses Pöblers fördert allerdings auch nicht die Aufarbeitung."
Und habe damit doch eben dies gesagt:
Dein
Aber Anstand scheint nicht mehr modern.

ist da als Reaktion auf mein Posting also unangemessen.

Außerdem zu deinem Satz:
Weil Meinungsfreiheit eben nicht vorverurteilende Mutmaßungen oder vorsätzliche Unterstellungen deckt oder legitimiert.

Ich schieb:
"Jenen zweiten Halbsatz welcher ihr von einem Blogger angehängt wurde
"(...), ist der Sex mit Kindern doch ganz ok. Ist mal gut jetzt.", hatte sie hingegen nie gesagt.
Im Mai 2019 untersagte das Landgericht Frankfurt dem Blogger, das falsche Zitat weiterhin zu veröffentlichen."

Wo siehst du denn darin, dass ich Unwahrheiten decken oder legitimieren möchte?

Kann man in der Diskussion denn nicht auf einem sachlichen Niveau bleiben?
Ich meine, es geht hier doch gerade um das Thread-Thema "Debattenkultur".
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

Beitragvon Eulenwoelfchen » Fr 25. Dez 2020, 18:38

Papaloooo hat geschrieben:(25 Dec 2020, 17:26)

Menschen, die mich online Siezen, sind mir etwas suspekt....

Sie meinen tatsächlich, ich sollte mit jemandem diskutieren, dem nichts Besseres einfällt,
mir als erstes seinen Verdacht über meine Person zu eröffnen?

Wünsche einen schönen Restfeiertag.
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Re: Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

Beitragvon Papaloooo » Fr 25. Dez 2020, 19:12

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(25 Dec 2020, 18:38)

Sie meinen tatsächlich, ich sollte mit jemandem diskutieren, dem nichts Besseres einfällt,
mir als erstes seinen Verdacht über meine Person zu eröffnen?

Wünsche einen schönen Restfeiertag.

Debattieren tut man hier doch i.d.R. in der "Du"-Form.
Das Siezen ist allgemein online recht unüblich.

Aber mal unabhängig von diesem ersten Satz meines Statements,
scheinst du nicht wirklich an einer Debattenkultur interessiert zu sein.
Dazu gehört nun mal auch,
nicht gleich eingeschnappt zu sein,
sondern sich mit Argumenten der anderen auseinanderzusetzen.

Vom Gegenteil (sollte ich falsch liegen) lasse ich mich aber gerne überzeugen!
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

Volker Pispers
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Re: Debattenkultur, Meinungsunterdrückung, Gender und Verwandtes

Beitragvon Eulenwoelfchen » Fr 25. Dez 2020, 19:22

Papaloooo hat geschrieben:(25 Dec 2020, 19:12)

Debattieren tut man hier doch i.d.R. in der "Du"-Form.
Das Siezen ist allgemein online recht unüblich.

Aber mal unabhängig von diesem ersten Satz meines Statements,
scheinst du nicht wirklich an einer Debattenkultur interessiert zu sein.

Dazu gehört nun mal auch,
nicht gleich eingeschnappt zu sein,
sondern sich mit Argumenten der anderen auseinanderzusetzen.

Vom Gegenteil (sollte ich falsch liegen) lasse ich mich aber gerne überzeugen!


Ich bin nicht eingeschnappt, sondern lese nur genau und registriere die nächste Verdächtigung (siehe die gefettete Zitatsstelle).

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