Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

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Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Vongole » Di 17. Nov 2020, 19:09

Stoner hat geschrieben:(17 Nov 2020, 18:27)

Im Ernst? Der ist rausgeflogen? Wofür um alles in der Welt?

Nein, er ist einfach zum Focus gewechselt, zum ausdrücklichen Bedauern der Spiegel-Redaktion, wie er in seiner Abschieds-Kolumne schrieb.
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Tom Bombadil
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Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Tom Bombadil » Di 17. Nov 2020, 19:27

tarkomed hat geschrieben:(17 Nov 2020, 19:08)

Der Österreichischen wahrscheinlich, aber ihr hattet ja auch bis vor kurzem eine seltsame Regierung…

Die Ösis haben wenigstens keine Rückwärtsdemokraten :)

Fakten, auch zur deutschen Regierung: https://www.bpb.de/lernen/digitale-bild ... ungsmittel
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Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Skeptiker » Di 17. Nov 2020, 20:47

tarkomed hat geschrieben:(17 Nov 2020, 18:23)
Es wird ja immer lustiger. Jan Fleischhauer arbeitet selbst bei einem Boulevardblatt, - endlich kann ich nur sagen, denn dorthin passt er am besten – das wohlgemerkt als Gegenstück zum Spiegel gegründet wurde, also ist dieses Blatt eher rechts positioniert. Er selbst sagt, dass Verlagshäuser Wirtschaftsunternehmungen sind, aber gleichzeitig behauptet er, dass 90% der Nachwuchs-Journalisten linksgrün sind. Sind sie denn Blind diese Verlagshäuser, bei der Auswahl ihrer Nachwuchs-Journalisten? Das wäre doch geschäftsschädigend.

Es ging um die ARD. Da gab es eine Umfrage, und die hat dieses Ergebnis geliefert. Mag sein, dass dir Fakten nicht gefallen, aber da können die Fakten leider keine Rücksicht drauf nehmen.
Bei Überfliegen seiner Kolumne dachte ich zuerst, er hätte eine seiner Kolumnen aus den 70ern ausgegraben, aber dazu ist er zu jung. Was jedoch kein Grund wäre, nicht zu wissen, dass es in den 70ern unter den Studenten in war, links zu sein. Wenn ich mir allerdings die heutigen Studenten anschaue – und ich spreche aus persönliche Erfahrung, denn ich habe drei Kinder – es wäre schon ein Erfolg, wenn sie wenigsten einigermaßen politisch wären.
Die Nachwuchs-Journalisten kommen aus allen Schichten der Gesellschaft und ich möchte den Verlag sehen, der aus ihnen die 90% Linksgrünen herausfischen kann, mal ganz davon abgesehen, dass der Verlag kein Interesse daran hätte, denn das Blatt braucht auch Lesser und diese müssten auch zu 90% linksgrün sein.

Wer sagt denn, dass irgendwer sich Jungjournalisten nach politischer Meinung auswählt?
Es ist bekannt, dass Journalisten weit überproportional links/grün sind, im Vergleich zur Bevölkerung. Dazu gibt es bereits Studien - das ist bekannter Fakt. In diesem Fall war allerdings die Einseitigkeit besonders groß. Dennoch behauptet niemand, dass man sich extra die linken und grünen "herausgepickt" hat. Gerade das ist ja das Problematische dabei. Man muss also davon ausgehen, dass im Journalismus flächendeckende politische Uniformität droht.
Jan Fleischhauer gibt mit seiner Behauptung nur zu, dass er selbst zu den übrigen 10% gehört und wie es der Zufall will, diese 10% stimmen mit den aktuellen Umfragewerten der AfD überein.

Eigentlich gibt du hiermit nur zu keine Ahnung zu haben aber stattdessen unsachlich Fleischhauer zu diffamieren.
Aus ihm spricht nur der Frust, weil er aus dem Spiegel hinausgeflogen ist, weil er untragbar geworden ist. Ich habe es genossen. :D

Könntest du dazu bitte einen Beleg bringen? Er ist zum Focus gewechselt. Aber schön nun Insiderinformationen zu bekommen. Wer hätte schon gedacht, dass hier User so exklusive Informationen haben - Toll :thumbup:
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Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Toblerone » Di 17. Nov 2020, 20:58

Skeptiker hat geschrieben:(17 Nov 2020, 20:47)


Es ist bekannt, dass Journalisten weit überproportional links/grün sind, im Vergleich zur Bevölkerung. Dazu gibt es bereits Studien - das ist bekannter Fakt.



Die Studien sagen das nicht. Das ist Fakt. Die Daten werden verzerrt wiedergespiegelt und für die eigenen Interessen zurechtgelegt. Das unterschreiben auch die Macher der Studien und das ist Fakt.
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Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Skeptiker » Di 17. Nov 2020, 21:21

Toblerone hat geschrieben:(17 Nov 2020, 20:58)
Die Studien sagen das nicht. Das ist Fakt. Die Daten werden verzerrt wiedergespiegelt und für die eigenen Interessen zurechtgelegt. Das unterschreiben auch die Macher der Studien und das ist Fakt.

Es gab einzelne Fälle von Aussagen die vielleicht von irgendwem falsch dargestellt wurden, wogegen sich die Macher gewehrt haben.

Dass aber Studien bei Journalisten eine deutlich überproportionale Linke und Grüne politische Position festgestellt haben IST Fakt. Natürlich mag es Diskussionen um die statistische Relevanz geben. Das mag interessant sein um die Aussagefähigkeit der Ergebnisse zu betrachten. Wiederholte Ergebnisse mit ähnlicher Aussage bilden aber in sich auch eine Aussage. Daher wirkt es eher wie ein Rückzugsgefecht die Relevanz dieser Aussagen anzugreifen. Es ist weniger die Frage ob die Ergebnisse der Studien das aussagen, was sie augenscheinlich aussagen, als die Frage, wann die Faktenlage so eindeutig ist, dass auch der Letzte sie nicht mehr leugnen kann.
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Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon PeterK » Di 17. Nov 2020, 21:41

Skeptiker hat geschrieben:(17 Nov 2020, 21:21)
Es ist weniger die Frage ob die Ergebnisse der Studien das aussagen, was sie augenscheinlich aussagen, als die Frage, wann die Faktenlage so eindeutig ist, dass auch der Letzte sie nicht mehr leugnen kann.

Meine Frage ist nach wie vor, was Du gegen die "Faktenlage" zu unternehmen vorschlägst. "Rechte Volontäre" kann man sich ja nicht backen.
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Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon tarkomed » Mi 18. Nov 2020, 10:06

Stoner hat geschrieben:(17 Nov 2020, 18:27)

Im Ernst? Der ist rausgeflogen? Wofür um alles in der Welt?

Er hat in seiner letzten Kolumne immerhin lobend erwähnt, dass der Spiegel ihn immerhin acht Jahre lang walten hat lassen. Bei der "Süddeutschen Zeitung" hätte er als Kolumnist bestenfalls eine Woche überlebt.
https://www.spiegel.de/politik/jan-flei ... 0164302303
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Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Stoner » Mi 18. Nov 2020, 10:16

tarkomed hat geschrieben:(18 Nov 2020, 10:06)

Er hat in seiner letzten Kolumne immerhin lobend erwähnt, dass der Spiegel ihn immerhin acht Jahre lang walten hat lassen. Bei der "Süddeutschen Zeitung" hätte er als Kolumnist bestenfalls eine Woche überlebt.
https://www.spiegel.de/politik/jan-flei ... 0164302303


Dann halten wir fest: Er ist nicht rausgeflogen. Und das vermeintliche Schicksal, bei der SZ nicht eine Woche zu überleben, teilt er vermutlich mit jemandem wie Hengameh Yaghoobifarah. Und zu vermuten ist, dass Carolin Emcke im Falle dessen, dass sie sich von der SZ trennt (oder umgekehrt) bei der Jungen Freiheit auch nicht reüssieren würde. :D

;)
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Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon tarkomed » Mi 18. Nov 2020, 11:11

Skeptiker hat geschrieben:(17 Nov 2020, 20:47)

Es ging um die ARD. Da gab es eine Umfrage, und die hat dieses Ergebnis geliefert. Mag sein, dass dir Fakten nicht gefallen, aber da können die Fakten leider keine Rücksicht drauf

Dann hättest du deinen Eröffnungsbeitrag viel leichter in den Thread über den ÖRR unterbringen können, aber dann wäre es nicht so spektakulär wie dein Threadtitel hier. Das Ganze erinnert an einen Sturm im Wasserglas.
Hier kann man über die Hintergründe der "Studie" nachlesen, die Fleischhauer bewusst (?) ausgelassen hat.
Und hier wird auch die Methodik der Studie verdeutlicht:
Methodik

Für die Studie wurden im April 2020 alle Volontär*innen der ARD und des Deutschlandradios kontaktiert (150). 86 nahmen an der Umfrage teil (57 Prozent). Das ZDF und der SR hatten zu dem Zeitpunkt keine Jahrgänge. Da nicht alle Fragen verpflichtend waren, ergeben sich für die Kategorien unterschiedliche Grundgesamtheiten. Die Teilnahme lief unter Klarnamen, die Auswertung jedoch komplett anonymisiert. Einige Kategorien wie Geschlecht und Ausbildung wurden durch Informationen auf den Senderseiten ergänzt.
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Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon tarkomed » Mi 18. Nov 2020, 11:16

Stoner hat geschrieben:(18 Nov 2020, 10:16)

Dann halten wir fest: Er ist nicht rausgeflogen.

Es geht letztendlich um Ihre und meine Einschätzung und somit sind wir beide genauso klug wie vorher. :D
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Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Stoner » Mi 18. Nov 2020, 11:19

tarkomed hat geschrieben:(18 Nov 2020, 11:16)

Es geht letztendlich um Ihre und meine Einschätzung und somit sind wir beide genauso klug wie vorher. :D


Äh, nein, das wäre dann trumpesk ;)

Der Fleischhauer ist nicht rausgeflogen, das ist der Fakt. Dass er bei SZ nicht überleben würde, war eine Spekulation.
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Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon tarkomed » Mi 18. Nov 2020, 11:30

Stoner hat geschrieben:(18 Nov 2020, 11:19)

Äh, nein, das wäre dann trumpesk ;)

Der Fleischhauer ist nicht rausgeflogen, das ist der Fakt.

Den Sie belegen können?
Stoner hat geschrieben:(18 Nov 2020, 11:19)
Dass er bei SZ nicht überleben würde, war eine Spekulation.

Das war seine eigene Einschätzung.
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Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Stoner » Mi 18. Nov 2020, 12:03

tarkomed hat geschrieben:(18 Nov 2020, 11:30)

Den Sie belegen können?

Das war seine eigene Einschätzung.


Ich muss nichts belegen. Sie hatten es behauptet, ich hatte Sie dann gefragt.

Und ich denke, die erste Behauptung ist diejenige, die den Nachweis erfordert. Ich hatte dann lediglich das, was die Userin Vongolge eingestellt hat, zur Kenntnis genommen.

(Wenn Fleischhauer das kolportiert: Wo denn? Und wieso sollte der Spiegel das tun und sich dann Blome holen?)
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Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon tarkomed » Mi 18. Nov 2020, 12:42

Stoner hat geschrieben:(18 Nov 2020, 12:03)

Ich muss nichts belegen. Sie hatten es behauptet, ich hatte Sie dann gefragt.

Und ich denke, die erste Behauptung ist diejenige, die den Nachweis erfordert. Ich hatte dann lediglich das, was die Userin Vongolge eingestellt hat, zur Kenntnis genommen.

(Wenn Fleischhauer das kolportiert: Wo denn? Und wieso sollte der Spiegel das tun und sich dann Blome holen?)

Schon vergessen?
tarkomed hat geschrieben:(18 Nov 2020, 11:16)

Es geht letztendlich um Ihre und meine Einschätzung und somit sind wir beide genauso klug wie vorher. :D
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Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 18. Nov 2020, 15:25

Selina hat geschrieben:(16 Nov 2020, 23:05)

Der ist das krasse Gegenteil von linksgrün. Und auch der hier bei einigen so beliebte Jan Fleischhauer ist alles andere als linksgrün. Was im Focus kommt, ist insgesamt alles andere als linksgrün. Ja, Die Welt wirkt manchmal etwas gemischt, da findet man neben 80 Prozent konservativer Texte auch ab und an mal einen "linksgrünen". Wie zufällig "passiert" :D Aber ansonsten, es gibt doch sehr viel netten Lesestoff für die Konservativen und Erzkonservativen dieses Landes. Und was noch weiter rechts befindlich ist, findet ebenfalls das Passende. Liegt überall rum.

Der SPIEGEL ist nicht unbedingt argumentationsscheu oder frontverliebt, das kann sein. Jetzt hat man ja den Blome?

Geben tut es freilich alles irgendwie und irgendwo. Die Frage ist, ob sich ein Frontverlauf konzentriert und ob eine starke Entfremdung zwischen Establishment und Normalbevölkerung zu Verwerfungen führen könnte. Siehe USA.

Die Presselandschaft mag vielfältig sein, mehr oder weniger, ja.
Im ÖR und im universitären Bereich muss man evtl. gewisse Abstriche machen.

Nur mal als Beispiel: Eine Studie, die sich auf die Goethe-Uni Frankfurt bezieht, kommt zu dem Schluß, dass Beleidigungen eine "häufige Erfahrung" sind, ein Konformitätsdruck gegeben ist und jeder dritte Student ist teils oder gar nicht bereit, seine Meinung offen zu äußern.

https://link.springer.com/article/10.10 ... 20-00713-z
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
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Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon PeterK » Mi 18. Nov 2020, 16:39

DarkLightbringer hat geschrieben:(18 Nov 2020, 15:25)
... und jeder dritte Student ist teils oder gar nicht bereit, seine Meinung offen zu äußern.

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Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Skeptiker » Mi 18. Nov 2020, 16:40

Selina hat geschrieben:(17 Nov 2020, 13:16)
Diese Beschreibung mit den "jungen Patrioten" in den Fantasie-Redaktionen (hast du dir das selbst ausgedacht?) erinnert mich an den Fernsehfilm vor einiger Zeit, wo es darum ging, dass in Deutschland eine rechtsnationale Diktatur ausbrach und alle Demokraten nach Afrika fliehen mussten. Verkehrte Welt also. Da sah man Szenen, wie sich die letzten Journalisten aus einer Zeitungsredaktion verstecken mussten vor dem braunen Mob. Die anderen Redaktions-Kollegen waren bereits interniert worden oder geflüchtet. Es war eine üble nationalistische Zeit der Gleichschaltung und der grausamen Verfolgung Andersdenkender angebrochen. Die Nazizeit quasi ins Moderne übersetzt. Das war zwar alles nur science fiction. Aber mit einem Körnchen Wahrheit. Denn einige der neurechten Herrschaften haben die Pläne schon im Schrank, wie sie in Krisenzeiten nacheinander die Schlüsselpositionen der Gesellschaft besetzen wollen. Zu ihren ersten Zielen gehören die Verlage und Redaktionen. Gruselige Vorstellung. Aber leider nicht ganz aus der Luft gegriffen.

Wie ich sehe, ist die Geschichte beängstigend für dich. Das kann ich gut verstehen.

Der Grund warum ich sie geschrieben habe ist aber, um Linken zu verdeutlichen, wie Rechte es empfinden, wenn die andere Seite des Spektrums totale Dominanz in einer der Säulen der Demokratie erhält. Denn ersetze die "jungen Patrioten" durch "junge Aktivisten". Die konservativen Redaktionsmitarbeiter kannst du durch linksliberale Redaktionsmitarbeiter ersetzen. Dann bist du im Prinzip in dem Szenario angekommen, welches sich heute durch die Umfragen und redaktionelle Lebenswirklichkeit für Konservative ergibt - die heutige Realität.
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Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Stoner » Mi 18. Nov 2020, 16:48

PeterK hat geschrieben:(18 Nov 2020, 16:39)

Weicheier.


Je größer die Schnittmenge zwischen Vernunft und Feigheit, desto weicher die Eier. Sind Vernunft und Feigheit schließlich deckungsgleich, kommen alle Eier als Zehnsekundeneier auf den Tisch. :D
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Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Selina » Do 19. Nov 2020, 14:42

Skeptiker hat geschrieben:(18 Nov 2020, 16:40)

Wie ich sehe, ist die Geschichte beängstigend für dich. Das kann ich gut verstehen.

Der Grund warum ich sie geschrieben habe ist aber, um Linken zu verdeutlichen, wie Rechte es empfinden, wenn die andere Seite des Spektrums totale Dominanz in einer der Säulen der Demokratie erhält. Denn ersetze die "jungen Patrioten" durch "junge Aktivisten". Die konservativen Redaktionsmitarbeiter kannst du durch linksliberale Redaktionsmitarbeiter ersetzen. Dann bist du im Prinzip in dem Szenario angekommen, welches sich heute durch die Umfragen und redaktionelle Lebenswirklichkeit für Konservative ergibt - die heutige Realität.


Erstens: Wieso sollte so etwas nur mich ängstigen? Jeder Demokrat und jeder liberal denkende Mensch würde eine erneute faschistische Diktatur fürchten.

Zweitens: Linksliberale Redaktionsmitarbeiter planen keinen Umsturz der herrschenden Verhältnisse, sie sind Demokraten und in ihrem Beruf achten sie selbstverständlich auf Ausgewogenheit. Falls sie davon mal abweichen sollten, werden sie sofort von den jeweiligen Redaktionschefs (Abteilungsleiter, Chefredakteure) zurückgepfiffen. Solche Zustände in den Redaktionen, vor denen du dich offenbar fürchtest (siehe Thread-Anriss und vor allem Thread-Titel), gibt es nicht in der Realität.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
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Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Concrete » Do 19. Nov 2020, 17:30

ich habe auf jeden fall keine lust mehr, diese klientel auch noch zwangsfinanzieren zu müssen.

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